<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>wienerpost &#187; Zukunft</title>
	<atom:link href="http://www.wienerpost.at/tag/zukunft/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.wienerpost.at</link>
	<description>beta</description>
	<lastBuildDate>Fri, 30 Jul 2010 06:00:45 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.2</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<cloud domain='www.wienerpost.at' port='80' path='/?rsscloud=notify' registerProcedure='' protocol='http-post' />
		<item>
		<title>Daten her!</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/07/daten-her/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2010/07/daten-her/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 06:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured.Today]]></category>
		<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Netzleben]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wienerpost.at/?p=4790</guid>
		<description><![CDATA[Regierungen schreien weltweit nach einem „transparenten Bürger“. Dann sollen sie aber erst mal selber Transparenz vorleben! „Open Government Data“ lautet die Devise.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Regierungen schreien weltweit nach einem „transparenten Bürger“. Dann sollen sie aber erst mal selber Transparenz vorleben! „Open Government Data“ lautet die Devise.</p></blockquote>
<div id="attachment_4792" class="wp-caption aligncenter" style="width: 640px"><a rel="attachment wp-att-4792" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/daten-her/opendata1/"><img class="size-full wp-image-4792" title="opendata1" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/opendata1.jpg" alt="" width="630" height="348" /></a><p class="wp-caption-text">Illustration: Renate Stoica</p></div>
<p>Am Tag als das Wasser kam, ging Jerry Kennedy gleich drei Mal in die Badewanne. Wir schreiben das Jahr 2004 und Kennedy, amerikanischer Staatsbürger, hatte die ersten 54 Jahre seines Lebens ohne Anschluss an das Wasserleitungsnetz verbracht. Nicht, weil es in <a href="http://maps.google.at/maps?hl=&amp;q=Zanesville,+Ohio&amp;rlz=1B3GGIC_de___AT340&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;hq=&amp;hnear=Zanesville,+OH,+USA&amp;gl=at&amp;ei=xXJBTJaCB9-TOISr0ZoN&amp;sa=X&amp;oi=geocode_result&amp;ct=title&amp;resnum=1&amp;ved=0CBkQ8gEwAA">Zanesville, Ohio</a> keine Leitungen gab – es gab sie bloß nicht für Schwarze. Während Kennedys weiße Nachbarn längst eine Waschmaschine ihr eigen nannten, wartete Kennedy mit dem Wäschewaschen immer auf den nächsten Regenguss. Sie haben richtig gelesen: 2004.</p>
<p>Das sollte sich ändern, als ein Anwalt aus Washington einen Blick auf die Stadtdaten warf: Welche Häuser der Stadt hatten Leitungen? Wo hatten sich schwarze, wo weiße Bewohner angesiedelt? Die Korrelationen waren zu aussagekräftig, um länger ignoriert zu werden. Die Folge: Ein Gerichtsurteil, das die Stadt zwang, endlich Wasser für alle zur Verfügung zu stellen. Plus 10,9 Millionen Dollar Schmerzensgeld.</p>
<p>Dieser Erfolg lässt sich auf ein simples amerikanisches Gesetz zurückführen. Nein, nicht Bürgerrechte oder Gleichbehandlung, sondern auf den<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Freedom_of_Information_Act_%28United_States%29"> <em>Freedom of Information Act</em></a>, der jedem Bürger das Recht gibt, sämtliche Regierungsdaten einzusehen. Sobald Daten erhoben werden, müssen sie der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, seien es nun Wasserleitungsdaten, Ethnizitäten oder bloß die Anzahl von McDonalds Restaurants in Schulnähe.</p>
<p>„Das ist auch richtig so“, bekräftigt Open-Data-Experte <a href="http://wissenbelastet.com">Max Kossatz</a>, „Alle Informationen, die von einer Regierung gesammelt werden, sind durch öffentliche Gelder finanziert. Im Gegenzug müssen sie der Öffentlichkeit auch uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Diese Daten betreffen uns alle: Umweltdaten, Verkehrsdaten, Finanzdaten, Parteienförderung, Luftfahrtsdaten etc.“</p>
<p>Dabei geht es gar nicht um das Veröffentlichen von Staatsgeheimnissen. Im Grunde <span style="text-decoration: underline;">sind </span>alle diese Daten bereits öffentlich. Die Geodaten von Wien etwa sind ja keine Verschlusssache. Sie werden jedoch nicht gratis zur Verfügung gestellt, sondern an Firmen verkauft, die Karten herstellen. Diese erwerben dadurch das Recht, sie weiterzuverkaufen und die Stadt Wien verdient dabei ein bisschen Taschengeld. „Als Bürger zahle ich dann aber zweimal für die Daten; erst durch mein Steuergeld für ihre Erhebung und dann muss ich sie kaufen, wenn ich sie nutzen will“, sagt Kossatz.</p>
<p>Damit keine Missverständnisse aufkommen: Niemand ist der Stadt ihre Einkünfte neidig. Es hat sich nur gezeigt, dass Daten, die der Öffentlichkeit gratis und ohne Copyright-Einschränkungen zur Verfügung stehen, über Umwegrentabilität weitaus mehr Geld in die Stadtkassa fließen lassen, als jene, die eifersüchtig gehortet und nur an ausgewählte Geschäftspartner verkauft werden. Das belegen Erfahrungen aus England, wo seit kurzem sämtliche erhobenen Daten öffentlich zugänglich sind. „Daten sind in ihrer reinen Form stinklangweilig“, sagt Internet-Erfinder <a href="http://www.w3.org/People/Berners-Lee/">Tim Berners-Lee</a>, der gemeinsam mit dem damaligen Premierminister Gordon Brown das Projekt <a href="http://data.gov.uk/">„Data Government U.K.“</a> auf Schiene brachte, „Aber sie tragen ganz wesentlich dazu bei, was in unserem Leben geschieht. Und wenn man Daten kreativ miteinander in Beziehung setzt, öffnet man die Schleuse für eine ungeahnte Vielfalt von Projekten. Genau an diesem Punkt stehen wir gerade: Wir fordern alle Regierungen auf, ihre unbearbeiteten Rohdaten zur Verfügung zu stellen. Es gibt genug Leute da draußen, die damit arbeiten wollen – auch wenn es keine unmittelbare Rendite für sie gibt.“</p>
<p>Beispiel gefällig? Einer der ersten Datensätze, die in England online gingen war eine Statistik über Fahrradunfälle. Unnötig und uninteressant könnte man meinen. Weit gefehlt. Innerhalb weniger Stunden (!) nach der Veröffentlichung hatte bereits jemand eine Integration dieser Daten mit Google Maps programmiert, sodass die Strecken mit der größten und jene mit der geringsten Unfallwahrscheinlichkeit klar sichtbar wurden. Und Menschen begannen ihre tägliche Arbeitsroute danach zu richten.</p>
<p>Kossatz: „Man weiß im Vorhinein nie, welche Daten im herkömmlichen Sinne »sinnvoll« sind. Aber je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto mehr kann man damit anfangen. Auch bei Wikipedia hat am Anfang niemand geglaubt, dass das sinnvoll ist&#8230;“</p>
<p>Gerade mit Geodaten gibt es inzwischen die unglaublichsten Beispiele. Vor allem, weil die USA unter dem Motto <a href="http://www.appsfordemocracy.org/">„Apps for Democracy“</a> einen Innovations-Wettbewerb ausgerufen hat – Projekte über Hygienestandards in Restaurants (<a href="http://eat.clean.ly">http://eat.clean.ly</a>) bis zur ökonomischeren Parkplatzsuche (<a href="http://www.parkshark.mobi">www.parkshark.mobi</a>) waren die Folge. Und in New York finden Sie seither auch leichter einen Hundepark, wenn sie mit Bonzo Gassi gehen wollen (<a href="http://www.heywalkies.com">www.heywalkies.com</a>).</p>
<p>Wenn Geodaten der Anfang sind, so sind Finanzdaten die Ausbaustufe. Gerade hier zeigt das Parade-Beispiel der englischen Regierung, was bei vorhandenem politischen Willen alles möglich ist. „Ich glaube, dass das Offenlegen von Finanzdaten einen großen Impact hat!“ meint Kossatz, „Momentan ist es so, dass ich Steuern einzahle, aber wohin mein Geld fließt und was damit passiert, ist nicht nachvollziehbar. Mit der Offenlegung der Daten wird all das transparenter. Für die Politik, für den Staat ist das wichtig, um seine Existenz zu berechtigen, um wieder einmal zu zeigen, warum es ihn eigentlich gibt und was er tut.“</p>
<p>Kein Wunder also, dass sich die britische Seite <em>Where does my money go?</em> (<a href="http://www.wheredoesmymoneygo.org">www.wheredoesmymoneygo.org</a>) regen Interesses erfreut. „Wenn sich das auch nicht auf das Wahlergebnis auswirkt, so wirkt es sich mittelfristig auf die Politikverdrossenheit, auf die Wurschtigkeit der Bevölkerung aus.“</p>
<p>In Österreich kann man davon nur träumen. Zwar gibt es Initiativen, die sich um Datenfreigabe bemühen, die Beharrungswiderstände sind aber enorm. Diese Erfahrung schildert auch Berners-Lee: „Leute in staatlichen Einrichtungen sind oft versucht, ihre Daten für sich zu behalten. Wir nennen das Datenbank-Umarmung (<a href="http://www.ted.com/talks/tim_berners_lee_on_the_next_web.html">&#8220;database hugging&#8221;</a>). Sie umarmen Ihre Datenbank und möchten sie nicht gehen lassen, bevor Sie eine wunderschöne Website dafür erstellt haben. Auf einer schönen Website sind die Daten aber meist nicht für andere Anwendungen verwertbar. Erstellen Sie ruhig eine schöne Website, aber zunächst geben Sie uns die unverfälschten Daten!“ Hierzulande möchte man diese Aufforderung gerne der Apothekerkammer zurufen. Die haben zwar schön säuberlich alle Nachtapotheken auf ihrer Website, aber die Daten sind nicht maschinenlesbar, sprich, nicht verwertbar, wenn jemand beispielsweise eine iPhone Applikation über Nachtapotheken programmieren will. Letzteres ist möglicherweise auch nicht im Interesse der Apothekerkammer, da man ja Traffic auf der eigenen Website haben möchte: Ein klassischer Fall von wirtschaftlichem versus öffentlichem Interesse&#8230;</p>
<p>Natürlich würde die völlige Freigabe der Daten in Österreich Geld kosten. Sie könnte aber Innovationen und völlig neue Geschäftsfelder ermöglichen.  „Daten“, so Berners-Lee, „sind unerschlossenes Potential. Die Zukunft des Internets heißt nicht mehr verknüpfte Dokumente, sie heißt verknüpfte Daten. Und diese Zukunft wird größer als wir uns heute vorstellen können.“</p>
<div>
<hr /></div>
<p><strong>DIE FAKTEN</strong></p>
<p>Unter <strong>Open Data</strong> versteht man die Copyright-freie Veröffentlichung, in maschinenlesbarer Form, von nicht personenbezogenen Daten eines Staates/einer Stadt/etc., deren Erfassung durch öffentliche Gelder finanziert wird. (<a href="http://wissenbelastet.com/2010/06/01/opendata-anwendungen/">Definition: Max Kossatz</a>)</p>
<p><strong>Open Data Initiativen in Österreich:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://gov.opendata.at/site/">Open Government Data Austria</a></li>
<li><a href="http://www.open3.at ">Open 3</a></li>
</ul>
<p><strong>Max Kossatz</strong> (<a href="http://wissenbelastet.com">http://wissenbelastet.com</a>)</p>
<p>War Mitte der 90er Jahre in New York federführend am Aufbau eines Internetproviders für Kulturschaffende beteiligt. Seit seiner Rückkehr nach Österreich in verschiedenen Aufsichtsrats-, Management- und Geschäftsführungspositionen im Bereich Internet, Mobile Services tätig, sowie Markt und Meinungsbeobachtung durch Analyse von Foren, Blogs, Webseiten und Social Communities.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wienerpost.at/2010/07/daten-her/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Trendmodell &#8220;Coworking&#8221;: Arbeit sucht (Frei-)Raum!</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/07/coworking/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2010/07/coworking/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 20:42:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured.Today]]></category>
		<category><![CDATA[Lesestoff]]></category>
		<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Boheme]]></category>
		<category><![CDATA[Gastkommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wienerpost.at/?p=4253</guid>
		<description><![CDATA[Die Digitale Boheme hat ein neues Steckenpferd: Coworking. Ein Hype aus Amerika oder eine echte Alternative zu herkömmlichen Arbeits(raum)konzepten? Spätestens im August werden wir es wissen: Da eröffnet in Wien "Sektor 5", ein Coworking Space nach internationalem Modell. Yves Schulz ist einer der Betreiber. Was Coworking für ihn bedeutet, hat er für wienerpost in einem Gastbeitrag zusammengefasst.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die Digitale Boheme hat ein neues Steckenpferd: Coworking. Ein Hype aus Amerika oder eine echte Alternative zu herkömmlichen Arbeits(raum)konzepten? Spätestens im August werden wir es wissen: Da eröffnet in Wien <a href="http://www.sektor5.at/wp/?page_id=619">&#8220;Sektor 5&#8243;</a>, ein Coworking Space nach internationalem Modell. Yves Schulz ist einer der Betreiber. Was Coworking für ihn bedeutet, hat er für <strong>wienerpost</strong> in einem Gastbeitrag zusammengefasst. (Text: <a href="http://twitter.com/yvendive">Yves Schulz</a> / Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/coworkcentral/">CoworkCentral</a>, Flickr)</p></blockquote>
<p><a rel="attachment wp-att-4257" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/coworking/cowork-central/"><img class="alignleft size-medium wp-image-4257" title="Cowork Central" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/Cowork-Central-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Coworking">Coworking</a> entstand in Amerika</strong> als Antwort auf die sich geänderten Anforderungen einer stetig steigenden Anzahl  von mobilen Arbeitern. Hochflexible Fachkräfte, die sich nicht festlegen können oder wollen, ein Büro zu mieten und für die eine Bürogemeinschaft ebenso nicht in Frage kommt, weil diese die geforderte Flexibilität nicht erfüll kann. Dazu kommt der Aspekt des „Allein-Daheim-Arbeiten“, bei dem der soziale Kontakt, das Reden, kurz der persönliche Austausch fehlt.</p>
<p><strong>Auf der Suche nach Alternativen</strong> führte dies zu dem Versuch in öffentlichen Räumen wie Kaffeehäusern (<a href="http://www.helge.at/wlan/">mit freiem WLAN</a>) zu arbeiten. Dort ist man dann zwar nicht mehr allein, aber doch wieder für sich, da dort kein Austausch stattfindet, die soziale Interaktion fehlt. So entstanden aus den Notwendigkeiten Tisch, Stuhl, Laptop, WLAN und soziale Interaktion im Kontext des gemeinsamen Arbeitens <a href="http://coworking.de/">die ersten Coworking Spaces</a>, um eine funktionale Umgebung anzubieten. Coworking im Sinne von „Gemeinsam-Arbeiten“ ist aber nicht nur auf Coworking Spaces beschränkt. Coworking kann in jedem Raum stattfinden, der diese Bedürfnisse erfüllt. Das heisst: Es finden sich beliebig viele, mobile Arbeiter zusammen und vereinbaren einen Zeitpunk und einen Ort (Kaffeehaus, Wohnung etc.), um dort den ganzen Tag gemeinsam zu arbeiten, jeder an seinem eigenen Projekt, abschließend mit einem gemeinsam verbrachten Abend.</p>
<p><strong>Diese Treffen nennen sich &#8220;Jellies&#8221;</strong> und stellen die ursprünglichste Form des Coworkings dar. Bei Jellies finden Leute aller Bereiche zusammen, Journalisten, Blogger oder Tennislehrer, die an diesem Tag einfach ihre Buchhaltung machen wollen. Das spiegelt auch den Anspruch von Coworking wieder: Jeder kann teilnehmen; keiner wird ausgeschlossen. Die Diversifikation aus so vielen Bereichen wie möglich schafft eine inspirierende und kreative Atmosphäre für jeden und es entstehen Synergien, die auf ‚normalem’ Wege nicht entstehen würden. Coworking ist darauf angewiesen, viele Menschen aus verschiedenen Sparten für gemeinsames Arbeiten zu begeistern. Außerdem spiegelt diese Form des Arbeitens viel der eigenen Einstellung zu Arbeit und Leben der jeweiligen &#8220;Coworker&#8221; wider.</p>
<p><strong>Coworking Spaces</strong> sind sogenannte <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Third_place">&#8220;3rd Places&#8221;</a>, an denen soziales Leben mit Arbeit verbunden wird. Sie sind die konsequenteste Antwort auf die Ansprüche von flexiblen Arbeitern in einer sich verändernden Arbeitswelt. So sind aktuell 60% aller Unternehmen in Europa Einzelunternehmen ohne eigene Angestellte; ein Trend, der sich zeichnet seit einiger Zeit auch in Österreich abzeichnet. Tendenz wachsend. Die ‚Finanzkrise’ hat diese Entwicklung katalytisch beeinflusst, Unternehmen sind mehr und mehr bestrebt, ihren Mitarbeiterstamm zu verkleinern und Tätigkeiten auf flexible Arbeiter auszulagern.</p>
<p><strong>Das alles ist nur ein kleiner Ausschnitt</strong> aus dem, was Coworking ist, was es bedeutet, welchen Stellenwert es einnehmen wird. Er lässt vermuten und hoffen, dass Coworking nicht nur ein Trend ist, sondern zu einem festen Bestandteil in unserer Arbeitswelt wird. An dieser Stelle bleibt mir nur noch, das Buch <a href="http://wirnennenesarbeit.de/index.html?nr=20060928113212">„Wir nennen es Arbeit“ von Holm Friebe und Sascha Lobo</a> zu empfehlen, das die Hintergründe der sich abzeichnenden Änderungen der Arbeitswelt sehr gut beleuchtet. Mehr Informationen finden sich auf <a href="http://www.sektor5.at/wp/?page_id=619">unserer Website</a>! <em>[Anm.: und vielleicht im September-WIENER ;)]</em></p>
<p><code><script src="http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;MarketPlace=DE&amp;ID=V20070822/DE/wwwwienerpost-21/8001/59891bdc-bffc-424c-9292-0f4694f088cd" type="text/javascript"> </script> <noscript><A HREF="http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&#038;MarketPlace=DE&#038;ID=V20070822%2FDE%2Fwwwwienerpost-21%2F8001%2F59891bdc-bffc-424c-9292-0f4694f088cd&#038;Operation=NoScript" mce_HREF="http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;MarketPlace=DE&amp;ID=V20070822%2FDE%2Fwwwwienerpost-21%2F8001%2F59891bdc-bffc-424c-9292-0f4694f088cd&amp;Operation=NoScript">Amazon.de Widgets</A></noscript></code></p>
<p><strong>Weiterlesen?</strong></p>
<ul>
<li>FOCUS (21.6.2010): <a href="http://www.focus.de/finanzen/karriere/existenzgruendung/tid-18375/coworking-spaces-zehnerkarte-fuers-buero_aid_511859.html">&#8220;Zehnerkarte fürs Büro&#8221;</a></li>
<li>Financial Times Deutschland (30.6.2010): <a href="http://www.ftd.de/karriere-management/management/:coworking-einsame-freiberufler-arbeiten-zusammen/50132996.html">&#8220;Einsame Freiberufler arbeiten zusammen&#8221;</a></li>
<li>ZDF (20.2.2010): <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/1/0,3672,8037985,00.html">&#8220;Der gemietete Kollege&#8221;</a></li>
<li>The new York Times (20.2.2008): <a href="http://www.nytimes.com/2008/02/20/business/businessspecial2/20cowork.html?_r=2&amp;ex=1361250000&amp;en=dbd589ebb73df147&amp;ei=5090&amp;partner=rssuserland&amp;emc=rss&amp;oref=slogin">&#8220;They&#8217;re Working on Their Own, Just Side by Side&#8221;</a></li>
<li>Read Write Web (14.6.2010): <a href="http://www.readwriteweb.com/start/2010/06/co-working-sites-in-your-city.php">&#8220;Co-Working Sites in Your City&#8221;</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wienerpost.at/2010/07/coworking/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Neustart fürs Hirn</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/06/neustart-furs-hirn/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2010/06/neustart-furs-hirn/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 15:12:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured.Today]]></category>
		<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Netzleben]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wienerpost.at/?p=4157</guid>
		<description><![CDATA[Dass neue Medien unser Gehirn verändern, ist weitgehend unbestritten. Offen ist die Frage, ob das für den Menschen vor- oder nachteilig  ist. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Dass neue Medien unser Gehirn verändern, ist weitgehend unbestritten. Offen ist die Frage, ob das für den Menschen vor- oder nachteilig  ist.</p></blockquote>
<div id="attachment_4159" class="wp-caption alignright" style="width: 202px"><a rel="attachment wp-att-4159" href="http://www.wienerpost.at/2010/06/neustart-furs-hirn/neuronen/"><img class="size-medium wp-image-4159" title="Neuronen" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/06/Neuronen-192x300.jpg" alt="" width="192" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Neuronen im menschlichen Gehirn (Bild: Dr. Jonathan Clarke)</p></div>
<p><strong>Junge Menschen haben dicke Daumen.</strong> Nein, nicht sichtbar, aber die Repräsentanz des Daumens im Gehirn ist bei Jugendlichen deutlich stärker ausgeprägt als bei den vorhergehenden Generationen. Sie brauchen ihn ja auch öfters, denn sie tippen damit, wie jüngst ein amerikanisches Mädchen, bis zu 14.528 SMS im Monat. Die Folge ist nicht nur eine horrende Telefonrechnung, sondern auch eine Veränderung der Gehirnstrukturen. Der Kortex folgt dem Gebote Darwins und passt sich den Umweltanforderungen an: Es entstehen dichtere und auch immer zuverlässigere Vernetzungen, die schnelle Daumenbewegungen zulassen.</p>
<p><strong>Jede neue Technik</strong> verändert also den Menschen. Oder richtiger: Unser Umgang mit Technik verändert uns, denn Technik selber – das sei gleich zu Beginn allen Verschwörungstheoretikern ins Stammbuch geschrieben &#8211;  kann nichts mit dem Menschen anstellen, wozu dieser nicht explizit einlädt. Ohne unseren Willen, ohne gesellschaftlichen Bedarf, vermag Technik sich nicht durchzusetzen. Wo sie sich aber durchsetzt, schreibt sie sich tief in unsere cerebralen Steuerungszentren. Wir sind umgeben von Technik, allen voran von technisch gestützten Medien, die sich einzig und allein durch unseren Bedarf etabliert haben. Richtig, der Mensch ist als Gottes Ebenbild konzipiert worden, de facto ist er aber ein schauerliches Mängelwesen. Er bedarf der Medien – insbesondere des Mediums Sprache – um sich aus seiner Hilflosigkeit befreien zu können. Unser Gedächtnis ist kurz, aber das Medium Schrift verlängert es über Jahrhunderte hinaus. Unsere Stimmen sind leise. Sie können nicht bis ans andere Ende der Welt grollen, wie jener Gott, dem wir angeblich ähneln. Zwecks Kompensation haben wir das Telefon erfunden. Auch unsere Augen blicken nicht bis Afghanistan, aber das Fernsehen überwindet die Distanz für uns.</p>
<p><strong>Schon Sigmund Freud war fasziniert</strong> von diesem Gedanken: unsere technischen Errungenschaften sah er als „Prothesen“, als Erweiterung unserer sensorischen und motorischen Möglichkeiten. Wir sind tatsächlich nicht als Gottes Ebenbild auf die Welt gekommen, nähern uns aber diesem (selbstgesteckten?) Ideal durch Hilfsmittel an. „Der Mensch ist sozusagen eine Art <em>Prothesengott</em> geworden“, schreibt Freud, „recht großartig, wenn er alle seine Hilfsorgane anlegt, aber sie sind nicht mit ihm verwachsen und machen ihm gelegentlich noch viel zu schaffen.“</p>
<p><strong>Das hat etwas ungemein Prophetisches.</strong> Sieht man sich den Kulturkampf an, der heute zwischen Digital Natives und Internetskeptikern tobt, so meint man, Freud hätte in der Berggasse eine Kristallkugel stehen gehabt. Tatsächlich machen uns die Prothesen, so großartig und selbstgewählt sie auch sein mögen, viel zu schaffen. Spürbar wird vor allem eines: Wir stehen vor dem vielleicht letzten, zumindest aber dem bislang umfassendsten Schritt in Richtung Prothesengottheit. Der menschliche Cortex hat das begriffen. Er passt sich an.</p>
<p><strong>Veränderungen sind jedoch zweischneidig:</strong> Sie erfüllen Fraktion A mit manischer Zukunfts-Euphorie und Fraktion B mit panischer Zukunfts-Angst. Frank Schirrmacher (Buchtipp 1) lässt sich nur ungern der Fraktion B zuzählen (das wäre auch ungerecht); seine Angst artikuliert er aber deutlich: „Bei technischen Entwicklungen ist es immer so, dass man spürt, was man gewonnen hat, nicht was man verloren hat.“</p>
<p><strong>High-Speed-Informationstechnologien</strong> zeichnen für eine Reihe herber Verluste verantwortlich: Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeitsspanne, Gedächtnis, Wahrnehmung der eigenen Körperempfindungen (wie z.B. Durst oder Hunger) – das alles ist belegbar und durch Studien hinlänglich erforscht. Dazu kommen noch ideelle Konzepte, kulturabhängig und nicht so leicht greifbar: Privatsphäre, „G’spür“ für sensible Daten, Trennung von Arbeit und Freizeit. Oder – und hier liegt Schirrmachers Hauptsorge – Urteilsvermögen und Bauchgefühl. Wir sind, so meint er, in einem Zustand ständiger Alarmbereitschaft, ohne jedoch zu wissen, ob das, was uns in derartige Anspannung versetzt, nun wichtig ist oder nicht. Durch die überbordende Informationsflut hätten wir den Instinkt verloren, zwischen wichtigen und unwichtigen Informationen zu unterscheiden.</p>
<p><strong>Oder haben wir ihn eher <em>delegiert</em> als verloren?</strong> Neue Medien, so die Gegenthese, dienen der Auslagerung. Seit Anbeginn seiner Entwicklung ist der Mensch bestrebt, Gehirntätigkeit auszulagern: durch Sprache, durch Schrift, durch Computer. Auslagerung schafft Raum für Kreativität, fördert Begabungen, die andernfalls zugemüllt wären. Eine <em>neue Art</em> von Intelligenz entsteht. Eine kollaborative, vernetzte, wie sie etwa im Vorzeigebeispiel Wikipedia zur Entfaltung kommt. „Die alten kognitive Fähigkeiten, die wir für persönlich und subjektiv halten, werden kollektiv und objektiv“, argumentiert <a href="http://www.medienphilosophie.net">Frank Hartmann</a> (Buchtipp 2). Erst damit, so seine Folgerung, beginnt der Mensch sein Potential auszuschöpfen: „Wir sind mittendrin im Projekt der Menschwerdung.“ Es mag also sein, dass unsere durchaus realen Anpassungsschmerzen, nicht dem Todeskampf unseres Gehirns entspringen, sondern seinen Geburtswehen&#8230;<code><script src="http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;MarketPlace=DE&amp;ID=V20070822/DE/wwwwienerpost-21/8001/8532c8b7-8b36-4a20-b8aa-1285af637ba4" type="text/javascript"> </script> <noscript><A HREF="http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&#038;MarketPlace=DE&#038;ID=V20070822%2FDE%2Fwwwwienerpost-21%2F8001%2F8532c8b7-8b36-4a20-b8aa-1285af637ba4&#038;Operation=NoScript" mce_HREF="http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;MarketPlace=DE&amp;ID=V20070822%2FDE%2Fwwwwienerpost-21%2F8001%2F8532c8b7-8b36-4a20-b8aa-1285af637ba4&amp;Operation=NoScript">Amazon.de Widgets</A></noscript></code></p>
<blockquote><p>Erschienen im WIENER 347 /Juli 2010</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wienerpost.at/2010/06/neustart-furs-hirn/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Linksammlung: ORF-Novelle, Futurezone &#8211; und wie geht es weiter?</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/06/linksammlung-orf-novelle-futurezone-und-wie-geht-es-weiter/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2010/06/linksammlung-orf-novelle-futurezone-und-wie-geht-es-weiter/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 10:51:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Futurezone]]></category>
		<category><![CDATA[ORF]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wienerpost.at/?p=3924</guid>
		<description><![CDATA[Das Thema wird langsam zu umfangreich, um es in der Fußnote eines Veranstaltungshinweises zu verstecken. Hier also unsere täglich aktualisierte Linkliste zum Konflikt-Thema Futurezone. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Liste unvollständig ist.  Ergänzungen wie immer gewünscht &#038; willkommen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema wird langsam zu umfangreich, um es in der Fußnote eines <a href="http://www.wienerpost.at/2010/06/diskussiondie-orf-novelle-und-die-zukunft-der-futurezone/">Veranstaltungshinweises</a> zu verstecken. Hier also unsere täglich aktualisierte Linkliste zum Konflikt-Thema Futurezone. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Liste unvollständig ist.  Ergänzungen wie immer gewünscht &amp; willkommen!</p>
<ul>
<li>Quartier für digitale Kultur: <a href="http://qdk.blogsome.com/2010/06/14/die-futurezone-ein-opfer-der-jungsten-orf-novelle/">Veranstaltungslink</a></li>
<li>Pressetext.at: <a href="http://pte.at/news/100615030/aus-fuer-orf-futurezone-durchsichtiges-begehren-der-privaten/">Aus für ORF Futurezone: &#8220;Durchsichtiges Begehren der Privaten&#8221;</a></li>
<li>Christoph Chorherr: <a href="http://chorherr.twoday.net/stories/6376015/">Verrückt: futurezone bei orf.at soll abgedreht werden</a></li>
<li>Der Standard: <a href="http://derstandard.at/1276043592603/Aenderungen-im-Ueberblick-Das-neue-ORF-Gesetz-von-A-bis-Z">Das neue ORF-Gesetz von A bis Z</a></li>
<li>DATUM: <a href="http://www.datum.at/0610/stories/godany-bloggt-die-futurezone-der-voez-und-die-politik/">Godany bloggt: Die Futurezone, der VÖZ und die Politik.</a></li>
<li>Die Presse: <a href="http://diepresse.com/home/kultur/medien/573827/index.do?_vl_backlink=/home/index.do">Facebook-Initiative will &#8220;Futurezone&#8221; retten</a></li>
<li>Walter Gröbchen: <a href="http://groebchen.wordpress.com/2009/11/21/zukunftszone-ohne-zukunft/">Zukunftszone ohne Zukunft</a> (November 2009, sic!)</li>
<li>Der Standard: <a href="http://derstandard.at/1276043566237/ORF-Aus-fuer-Futurezone">Aus für Futurezone?</a></li>
<li>Kooptech: <a href="http://blog.kooptech.de/2010/06/orf-schiesst-futurezone-ab/">ORF schießt Futurezone ab</a></li>
<li>Der Standard: <a href="http://derstandard.at/1276413045649/Aus-fuer-ORF-Futurezone-in-ihrer-heutigen-Form">Aus für ORF-Futurezone in ihrer heutigen Form</a></li>
<li>APA OTS: <a href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100615_OTS0273/offener-brief-an-orf-und-staatssekretaer-josef-ostermayer-pr-experten-fuer-das-weiterbestehen-der-orf-futurezone">Offener Brief an ORF und Staatssekretär Josef Ostermayer: PR-Experten für das Weiterbestehen der ORF Futurezone</a></li>
<li>Gerald Bäck (be24.at): <a href="http://www.be24.at/blog/entry/641967">Retten wir die Futurezone!</a></li>
<li>Der Standard (15.6.2010): <a href="http://derstandard.at/1276413166642/ORF-Gesetz-Einigung-auf-TV-Regionalwerbung">ORF-Gesetz: Einigung auf TV-Regionalwerbung</a></li>
<li>Der Standard (16.6.2010): <a href="http://derstandard.at/1276413039625/Nationalrat-auf-Draht-fuer-ORF-Parteien-einig-ueber-Web-Regeln">Parteien einig über Web-Regeln</a> (&#8220;Die Futurezone ist Verlegern als Präzedenzfall für Special-Interest-Portale des ORF ein Dorn im Auge.&#8221;)</li>
<li>Yucca Tree Post (15.6.2010): <a href="http://yuccatree.de/2010/06/orf-will-futurezone-dichtmachen/">ORF will Futurezone dichtmachen</a> (interessant, einmal eine Meinung aus dem benachbarten Ausland zu lesen)</li>
<li>HEISE Online (15.6.2010): <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Oesterreichischer-Rundfunk-Mehr-Geld-und-Werbung-dafuer-weniger-Online-Inhalte-1023227.html">Österreichischer Rundfunk: Mehr Geld und Werbung – dafür weniger Online-Inhalte</a></li>
<li>ZurPolitik.com (15.6.2010): <a href="http://zurpolitik.com/2010/06/15/werbung-frisst-journalismus/">Werbung frisst Journalismus</a> (Dank an Michael Moser!)</li>
<li>Beate Firlinger (16.6.2010): <a href="http://www.beatefirlinger.at/2010/06/16/orf-gesetz-neu/">Email an Staatssekretär Ostermayer</a> für Weiterbestand der Futurezone (UPDATE: Und hier die <a href="http://www.beatefirlinger.at/2010/06/18/futurezone/">Antwort aus seinem Büro</a>, 18.6.2010)</li>
<li>Unterm Hund (Blog, 16.6. 2010): <a href="http://www.bettel.at/blog/mail-stefan-petzner-wegen-neuem-orf-gesetz">Mail an Stefan Petzner wegen neuem ORF-Gesetz</a></li>
<li>Der Standard (17.6.2010): <a href="http://derstandard.at/1276413334508/Aus-fuer-die-ORF-Futurezone-beschlossen">Aus für die ORF Futurezone beschlossen</a></li>
<li>Einladung zum Tweet-Up im <a href="http://www.wienerpost.at/2009/10/urban-hacking-im-metalab/">Metalab</a>: Let&#8217;s talk #fuzo! <a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=127276093972760">(</a>Infos &amp; Anmeldung: <a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=127276093972760">Facebook Page</a> oder <a href="http://twtvite.com/yk0lgq">Twtvite</a>)</li>
<li>Datenschmutz Blog (17.6.2010): <a href="http://blog.datenschmutz.net/2010-06/das-futurezone-drama-ein-oeffentlich-rechtliches-missverstaendnis/">Das FutureZone Drama: ein öffentlich-rechtliches Missverständnis</a></li>
<li>Facebook-Gruppe: <a href="http://www.facebook.com/?ref=logo#!/group.php?gid=116069241770475&amp;v=wall&amp;ref=ts">&#8220;Retten wir die Futurezone!&#8221;</a></li>
<li>Für &#8220;Bastler&#8221; ;) &#8211; <a href="http://soup.natano.net/post/61451688/Get-you-own-fuzo">&#8220;Get your own #fuzo&#8221;</a> (Shell Script)</li>
<li>Online Petition: <a href="http://rettenwirdiefuzo.at/petition/">RETTEN WIR DIE FUTUREZONE</a></li>
<li>Christian Krotzer (17.6.2010): <a href="Ende der Futurezone besiegelt – ORF-Gesetz im Nationalrat beschlossen">Ende der Futurezone besiegelt</a></li>
<li>Gulli.com (17.6.2010): <a href="http://www.gulli.com/news/orf-ohne-zukunft-im-netz-aus-f-r-futurezone-2010-06-17">ORF ohne Zukunft im Netz: Aus für „Futurezone“</a></li>
<li>Sonja Bettel (18.6.2010): <a href="http://www.bettel.at/blog/medienpolitik-made-austria">Medien|Politik made in Austria</a></li>
<li>Radio Fritz (19.6.2010). &#8220;Trackback&#8221; &#8211; <a href="http://trackback.fritz.de/2010/06/19/trb-184-zoeleela-gauck-hype-futurezone-ohrenblicke/">Michael Eisenriegler über Zukunftsperspektiven der Futurezone</a></li>
<li>Wirtschaftsblatt (17.6.2010): <a href="http://www.wirtschaftsblatt.at/home/425583/index.do">Neues ORF-Gesetz bringt dem Unternehmen 160 Millionen € zusätzlich</a></li>
<li>ZEIT ONLINE (18.6.2010): <a href="http://blog.zeit.de/kulturkampf/2010/06/18/no-futurezone/">No-Futurezone</a></li>
<li>TAZ (20.6.2010): <a href="http://www.taz.de/1/netz/netzkultur/artikel/1/retten-wir-die-futurezone/">&#8220;Retten wir die Futurezone&#8221;</a></li>
<li>Notitzen aus der Neidbranche (21.6.2010): Die Zukunft hat schon <span style="text-decoration: line-through;">begonnen</span> aufgehört: <a href="http://schreibenfuergeld.wordpress.com/2010/06/21/die-zukunft-hat-schon-begonnen-aufgehort-orf-futorezone-ist-bald-vergangenheit/">ORF Futurezone ist bald Vergangenheit</a>.</li>
<li>Der Blogger (14.6.2010): <a href="http://www.derblogger.eu/?p=213">No-future-Zone</a></li>
<li>Pressetext.at (21.6.2010): <a href="http://www.pressetext.at/news/100621011/aus-fuer-orf-futurezone-pressetext-schliesst-luecke/">Aus für ORF-Futurezone: pressetext schließt Lücke</a></li>
<li>Der Standard (22.6.2010): <a href="http://derstandard.at/1276413751675/ORF-ON-Chef-kuendigt-Erhalt-der-Futurezone-Inhalte-an">ORF ON-Chef kündigt Erhalt der &#8220;Futurezone&#8221;-Inhalte an</a></li>
<li>HORIZONT (22.6.2010): <a href="http://www.horizont.at/newsdetail/news/inhalte-der-futurezone-bleiben.html">Inhalte der &#8220;Futurezone&#8221; bleiben</a></li>
<li>Techbanger.de (21.6.2010): <a href="http://www.techbanger.de/2010/06/21/stammleser-mochten-die-orf-futurezone-retten/">Stammleser möchten die ORF Futurezone retten</a></li>
<li>www.kobuk.at (24.6.2010): <a href="http://www.kobuk.at/2010/06/tschuess-das-war-die-futurezone/">Tschüss – das war die Futurezone!</a></li>
<li>Der Standard (25.6.2010): <a href="http://derstandard.at/1277336751569/ORF-Wrabetz-Neues-Massnahmenpaket-schon-in-naechsten-Tagen">Wrabetz: Neues Maßnahmenpaket schon in nächsten Tagen</a></li>
<li>Pressetext.com (16.7.2010): <a href="http://pressetext.com/news/100716011/orf-verkauft-futurezone/">ORF verkauft Futurezone:  Bewerbungsfrist für Interessenten bis 30. Juli</a></li>
<li>Amtsblatt / Wiener Zeitung (16.7.2010): <a href="http://www.wzonline.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4140&amp;Alias=amtsblatt&amp;abClass=Ausschreibungen&amp;abKategorie=INTERESSENBEKUNDUNG">Interessensbekundung</a></li>
</ul>
<div id="attachment_3738" class="wp-caption aligncenter" style="width: 586px"><a rel="attachment wp-att-3738" href="http://www.wienerpost.at/2010/06/diskussiondie-orf-novelle-und-die-zukunft-der-futurezone/orf_at/"><img class="size-full wp-image-3738" title="orf_at" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/06/orf_at.jpg" alt="" width="576" height="286" /></a><p class="wp-caption-text">(Screenshot by Sonja Bettel)</p></div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wienerpost.at/2010/06/linksammlung-orf-novelle-futurezone-und-wie-geht-es-weiter/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Romeo und Julia in Nairobi</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/05/nairobi/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2010/05/nairobi/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 04 May 2010 07:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wienerpost.at/?p=2341</guid>
		<description><![CDATA[Der österreichische Regisseur Stephan Bruckmeier macht Theater dort, wo man es nicht für möglich hält: Mitten in den Slums von Nairobi, rund um die größte Mülldeponie des Landes. Wie das ambitionierte Projekt nicht nur das Leben im Slum, sondern auch sein eigenes nachhaltig verändert, erzählt er im WIENER Interview.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Der österreichische Regisseur <a href="http://www.bruckmeier.info">Stephan Bruckmeier</a> macht Theater dort, wo man es nicht für möglich hält: Mitten in den Slums von Nairobi, rund um die größte Mülldeponie des Landes. Wie das ambitionierte Projekt nicht nur das Leben im Slum, sondern auch sein eigenes nachhaltig verändert, erzählt er im WIENER Interview. (Fotos: ©Heike Schiller)</p></blockquote>
<p><strong><img class="aligncenter size-medium wp-image-2348" title="Hope Theatre 5" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/nairobi4-klein-300x200.jpg" alt="Hope Theatre 5" width="300" height="200" /></strong></p>
<p><strong>WIENER:</strong><br />
<strong>Wie bist du überhaupt nach Nairobi gekommen?</strong></p>
<p><strong>Bruckmeier:</strong><br />
Ich habe in Kärntnen im Rahmen des Carinthischen Sommers ein Projekt über bedeutende Kärntner Humanisten gemacht, Menschen, die das Land verlassen haben und im Ausland wirken. Dabei habe ich u.a. den Peter Quendler kennen gelernt, der für die Caritas „Nachbar in Not“ aufgebaut hat, Frauenhäuser in Afghanistan errichtet hat etc. – Kurz: Ein wahnsinnig umtriebiger Mensch. Da entwickelte sich ein Gespräch über das Thema „Wie machen Menschen Kunst in Ländern, wo sie – um es ganz banal zu sagen – nichts zu fressen haben?“ Quendler hat mir von einem Projekt erzählt, dass er unterstützt: Eine 75jährige Ordensschwester, die in Nairobi eine Schule gegründet hat. Es gibt zwei große Slums in Nairobi. Das eine ist Kibera mit ca. einer Million Menschen Einwohnern &#8211; das ist  im Südwesten der größte zusammenhängende Slum Afrikas. Das andere sind die Nordöstlichen Viertel Korogocho, Kariobangi, Huruma, Madoya und Dandora mit weiteren 500.000 Einwohnern, das Slumgebiet um die große Mülldeponie der Stadt. Diese Ordensschwester hat einen Grund gesucht und am Wasser auf Stelzen eine Schule für 400 Kinder gebaut. Den Grund haben sie ihr billig verkauft, nach dem Motto, dort kann man eh nix hinbauen&#8230; Das war das erste Projekt. Mittlerweile wurde bereits die 5. Schule eröffnet – über freie Spenden und über zwei kleine Caritas-Strukturen (Caritas Kärntnen &amp; Südtirol). Sie hat drei Mitarbeiter – zwei für die Buchhaltung und eine Sozialarbeiterin aus Kenia – und zu viert betreuen sie eine Schule mit 100 Lehrern und 1000 Kindern. Diese Kinder könnten sonst in keine Schule gehen. Sie bekommen dort drei Mahlzeiten und versorgen zum Teil auch noch die Familien mit Nahrung. Korogocho hat im Bürgerkrieg traurige Berühmtheit erlangt, weil sie sich dort ungemein niedergemetzelt haben. Aber dieses Projekt hat diesen großen Slum von Grund auf verändert. Das ganze Lebensgefühl ist ein anderes geworden. Es gibt keine bettelnden Kinder mehr, denn die sind alle in den Schulen und haben zu essen. Es entsteht langsam Vertrauen in das Leben.</p>
<p><strong>Aber das erklärt noch nicht, wie es Dich dorthin verschlagen hat&#8230;</strong></p>
<p>Ich hab nach dem Gespräch gesagt, gut, ich schau mir das einmal an. Ich bin auf eigene Kosten runtergeflogen und hab mir das angeschaut. Nach einer Woche war mir klar: Entweder ich gehe jetzt und komme nie wieder oder, wenn ich jetzt anfange, etwas zu tun, dann muss das langfristig sein, denn es entsteht sehr schnell ein Vertrauen, das man nicht enttäuschen darf. Ich hab überlegt: Schaffe ich das? Das kostet Zeit, Geld&#8230; Aber es ist so, wie wenn man sich fragt: „Will ich ein Kind oder nicht?“ – und dann ist man plötzlich schwanger. Nach zwei Wochen hab ich gewusst: Das ist ab jetzt Teil meines Lebens.<br />
Dann hab ich dort also „Romeo und Julia“ gemacht, in einer sehr adaptierten Version. Ich hab das Stück deshalb genommen, weil das genau die Geschichte des Bürgerkriegs zwischen den ist. Ich wollte aber nicht als Weißer dorthin kommen und jetzt ein Stück über deren Bürgerkrieg machen, denn es ist wahnsinnig wichtig, dass sie selber ihre Geschichte erzählen, dass man da halt hilft und mitarbeitet, ihnen aber nicht die europäische Sichtweise von außen aufoktruiert.<img class="aligncenter size-medium wp-image-2345" title="Hope Theatre 2" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/nairobi1-klein-300x200.jpg" alt="Hope Theatre 2" width="300" height="200" /></p>
<p><strong>Warum Theater?</strong></p>
<p>Erstens bin ich Theatermacher und das ist einfach mein Metier. Dann arbeite ich seit fast zehn Jahren kontinuierlich mit Jugendlichen. Der Bereich des pädagogischen Theaters ist mir irgendwann sehr wichtig geworden.. Das heißt nicht, dass ich das andere Theater, bei dem es um die subjektive künstlerische Ästhetik und Aussage geht,  nicht auch machen will, aber das zusammenarbeiten mit Kindern wird mir immer wichtiger.<br />
Und dann ist es so, dass in Nairobi sehr viele kleine, lokale  Initiativen – so wie jetzt auch meine – sehr viel über Theaterformen bewegen: Über Tanz, über Akrobatik, über kleine Szenen, die sie selber schreiben, z.B. über den Kampf gegen Drogen, warum ist es nicht gut Leim zu schnüffeln etc. Theaterarbeit wird also verbunden mit Aufklärung und politischem Diskurs.</p>
<p><strong>Wie alt sind die Darsteller, mit denen du arbeitest?</strong></p>
<p>Zwischen 16 und 23, aber es sind auch Kinder dabei. Bei Romeo &amp; Julia waren 300 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren dabei, mit denen ich Chöre einstudiert habe.</p>
<p><strong>Wenn ich in einen Slum fahre und mich dort umsehe, ist nicht das erste, das mir in den Sinn kommt: Was die hier brauchen, ist Theater&#8230;</strong></p>
<p>Nein, aber spätestens das dritte. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Weil man ganz schnell merkt, das Schlimmste ist Mitleid. Das braucht dort kein Mensch. Sie wollen Respekt, sie wollen Dialog und sie wollen gerne, dass man eine Banane kauft -  nicht, dass man ihnen Geld schenkt. Das heißt, im Grunde man macht das, was man kann – ich eben Theater &#8211; damit Menschen das können, was sie wollen: Geld verdienen und damit die Struktur in diesem Slum verändern.<br />
Da ich nun einmal Theatermacher bin und viele dort das sehr gerne machen wollen, ist es für mich naheliegend genau das zu tun. Die Leute verdienen nicht sehr viel Gage, was halt durch Spenden reinkommt, aber durch das Geld kaufen sie sich etwas zu essen und davon lebt wiederum der Greißler oder die Frau, die vom Feld zehn Melonen holt – und dann hat sie vielleicht am nächsten Tag genug Geld, um 15 Melonen zu holen. Es spielt sich wirklich in diesen kleinen Dimensionen ab, aber es funktioniert. Ich habe das bei all diesen Mikro-Initiativen gesehen: Wo es die gibt, verändert sich das Leben. Nachhaltig.<img class="aligncenter size-medium wp-image-2350" title="Hope Theatre 7" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/nairobi6-klein-300x200.jpg" alt="Hope Theatre 7" width="300" height="200" /></p>
<p><strong>Die Arbeit findet auf Englisch statt?</strong></p>
<p>Ja. Der durchschnittliche Kenianer kann – im Gegensatz zu uns – drei Sprachen: seine Muttersprache, Suaheli und Englisch. Und zwar so, dass sie in diesen Sprachen auch gut Zeitung lesen können. Das ist auch wichtig, denn die Leute wollen ja wissen, was passiert. Es werden viele (hervorragende) Zeitungen im Slum gelesen – das ist sicher nicht Bild, das man in Europa vom Slumleben hat&#8230;</p>
<p><strong>Wie ist denn das Slumleben, jenseits der europäischen Vorstellungen?</strong></p>
<p>Slum ist nicht gleich Slum. Da gibt’s die verhungernden Aidskranken und da gibt’s die, die schon einen kleinen Laden und eine Existenz aufgebaut haben. – das ist alles Slum. Es ist sehr arm, aber es ist nicht alles an der Grenze zum Disaster. Nur wenn man nichts tut, weil die Korruption alles ruiniert, sowohl die lokale, als auch die internationale, dann geht dieser Slum unter&#8230; d.h. man muss „düngen“. Sie können ja alles selber, wenn man ihnen nicht immer alles kaputt macht. Das ist das grausliche eigentlich.</p>
<p>Inzwischen arbeitet meine Truppe auch weiter, wenn ich nicht da bin, schreiben sich eigene Szenen über politische Themen, die sie interessieren, über den Post Election War. Wenn sie diese Kurz-Stücke dann auf der Straße spielen, fangen die Leute zu diskutieren an. Da kommen wir wieder ganz nah an die Wurzeln des Theaters. Das interessiert mich sehr, denn mir ist der politische Aspekt des Theaters in meiner Arbeit immer wichtig gewesen. Für mich fließen in Nairobi all diese Aspekte zusammen: Ich gehe dort weder als Gutmensch noch als Heiliger hinunter, ich kümmere mich halt darum, dass dort 35 Jugendliche eine Existenz haben, aber ich lerne selber dabei&#8230;<img class="aligncenter size-medium wp-image-2346" title="Hope Theatre 3" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/nairobi2-klein-300x200.jpg" alt="Hope Theatre 3" width="300" height="200" /></p>
<p><strong>Was genau passiert mit den Spendengeldern?</strong></p>
<p>Von dem Geld, das ich an Spenden bekomme gehen 80% ans Hope Theatre und 20% an Hands of Care and Hope, das ist die Infrastruktur, ich verwende ja das Büro von denen, die Arbeitswohnung in Nairobi etc.</p>
<p><strong>Du selber verdienst nichts?</strong></p>
<p>Nö.</p>
<p><strong>Kannst du dir das leisten?</strong></p>
<p>Nö. [lacht]</p>
<p><strong>Wie viel Geld bräuchte es denn,  um euer Projekt am Laufen zu halten?</strong></p>
<p>ca. 800 Euro im Monat. 200, um die Struktur zu erhalten. Der Rest wird aufgeteilt in kleine Gehälter für die Darsteller, so im 10 Euro Bereich, das sind aber dort unten 1000 KES (Kenyan Shillings), das ist in Ordnung. Soll ja auch nicht zuviel sein, um das Gleichgewicht nicht durcheinander zu bringen. Ein bisschen Geld wird verwendet, um das Theater aufzubauen, also dass man sich mal Requisiten kaufen kann oder eine neue Trommel&#8230; Wichtig ist, dass kontinuierlich gearbeitet wird, nicht einfach ein Projekt zu machen und dann alles wieder fallen zu lassen wie eine heiße Kartoffel. Also etwa ein Dauerauftrag über 5 Euro – da geht wirklich etwas weiter. Das ist mir lieber, als einmal ein 100er, denn es ist die Kontinuität der Arbeit, die dadurch gewährleistet wird. Dann hat die Gruppe eine Existenz.</p>
<p><strong>Wie geht’s Dir selber, wenn Du im Slum wohnst?</strong></p>
<p>Ich krieg natürlich Halsschmerzen, denn die Luft ist sehr giftig. Man muss sich vorstellen: Eine Müllhalde einer 4-Millionen-Stadt. So etwas hab ich in meinem Leben noch nicht gesehen! Die Menschen leben dort vom Müll. Sie machen Recycling und Mülltrennung, das wird dann nach Gewicht bezahlt. Die Ärmsten holen sich dort das Essen, warten bis die LKWs von den Hotels kommen und holen sich dann die Essensreste. Man kennt das aus Südamerika und tw. aus Asien, aber in Afrika ist das eigentlich unüblich&#8230;</p>
<p><strong>Und empfindest Du das Theater dort unten auch als Sozialisationsinstanz?</strong></p>
<p>Unbedingt. In so einer Theatergruppe, wie sie sich hier formiert, spielen Nationen miteinander, deren Eltern sich gegenseitig ermordet haben. Und diese Generation macht das gemeinsam zum Thema der Szenen. Die Proben sind offen, immer wieder kommen Leute herein, sehen zu, fangen an, darüber zu reden&#8230; wenn das weitergeht, setzt das einen kontinuierlichen Umdenkprozess in Gang. Kurz: Es wird ungemein viel diskutiert und dann auch weitererzählt, das bildet natürlich – neben dem schönen Erlebnis, Theater zu machen. Wir arbeiten mit hoch engagierten Leuten. Und es hat sich auch im Bürgerkrieg gezeigt: In Orten, in denen es viele Initiativen gibt, fangen die Leute an, nachzudenken und zu reden. Da findet ein derart blindes Gemetzel auch nicht statt. Das ist das Wichtigste, das man erreichen kann: Dass die Leute sich ein Bild machen können. <em>Welches</em> Bild sie sich machen, sollen sie selber entscheiden, aber durch Bildung, durch Initiativen erwerben sie die Fähigkeiten, sich eines zu machen&#8230;<br />
Damit kein Missverständnis entsteht: Es geht ja gar nicht darum, hier die neuen Stars des Nationaltheaters auszubilden. Ein kleines Mädchen hat mir zum Bespiel gesagt, sie macht deshalb gerne Theater, weil sie da Englisch üben kann. und das braucht sie, wenn sie Richterin werden will&#8230;<br />
<img class="aligncenter size-medium wp-image-2347" title="Hope Theatre 4" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/nairobi3-klein-300x200.jpg" alt="Hope Theatre 4" width="300" height="200" /></p>
<p><strong>Was war denn der berührendste Moment, den Du erlebt hast?</strong></p>
<p>Das war als diese Kinder, die eigentlich Hände nur vom Prügeln kennen und davon, sich aus dem Müll das essen zu suchen, da oben auf der Bühne gestanden sind und Applaus bekommen haben. Was in diesen Gesichtern vorgegangen ist, kann man sich überhaupt nicht vorstellen&#8230;<br />
8-10jährige Kinder, zum teil Vollwaisen, bei denen die Lehrer darauf achten müssen, dass sie vom älteren Bruder nicht auf den strich geschickt werden&#8230; und dann stehen die da oben und kriegen Applaus. Das war ein Wahnsinn. Allein dieser „Lebenswert“, der entsteht: Dass Menschen merken, es gibt andere, die finden toll, was sie machen. Das gibt nicht nur Selbstwertgefühl, das gibt auch „Vision“ – ein Ziel für die Zukunft&#8230;<br />
Da entsteht etwas, das sehr mächtig ist: 1000 Kinder, die in diesem Umfeld aufwachsen, 1000 Kinder im Bezirk, die (wahrscheinlich) nicht drogensüchtig und mit 14 tot sind, sondern die sagen „Mein Leben hat eine Zukunft!“ – Das ist eine Energie, die noch viel bewegen wird.</p>
<blockquote><p>Die ersten Informationen über das Projekt finden sich im WIENER 346 / Juni 2010. Zur Ergänzung haben wir hier das Interview in voller Länge veröffentlicht.<br />
Website: <a href="http://www.hope-theatre.info/">Hope Theatre</a></p></blockquote>
<div>
<hr /></div>
<p><strong>DIE FAKTEN</strong><br />
<a href="http://www.bruckmeier.info">Stephan Bruckmeier</a> geboren 1962 in Wien, über einhundert Theaterprojekte als Regisseur, Schauspieler, Bühnenbildner und Autor in Deutschland, Frankreich, Kenia, Mosambik, den Niederlanden, Österreich, Ungarn und den USA. Ausgezeichnet mit dem Kainz-Preis Wien, dem Karl Skraup Preis Wien, dem Kölner Theaterpreis und dem Baden-Württembergischen Jugendtheaterpreis, seine Stückbearbeitung von „Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot“ nach dem gleichnamigen Roman von Sibylle Berg wurde für den Mühlheimer Theaterpreis nominiert. Von 1998 – 2008 war Bruckmeier im Leitungsteam des Theater Rampe, von 2000 – 2004 im Leitungsteam des Niederösterreichischen Donaufestivals, er  eröffnete 2006 den Stuttgarter Fernsehturm als Theaterspielort und gründete 2009 das Hope Theatre für afrikanisches Theater in den Slums von Nairobi.</p>
<blockquote><p><strong>Spendenkonto: </strong><br />
Raiffeisenlandesbank Kärnten<br />
Kontonummer: 1003508<br />
Bankleitzahl: 39000<br />
Kennwort: Hope-Theatre</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wienerpost.at/2010/05/nairobi/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>ISPA Forum &#8220;Netzneutralität &#8211; Wie neutral ist das Internet?&#8221;</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/05/ispa-forum-netzneutralitat-wie-neutral-ist-das-internet/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2010/05/ispa-forum-netzneutralitat-wie-neutral-ist-das-internet/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 03 May 2010 11:30:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[Events]]></category>
		<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wienerpost.at/?p=2329</guid>
		<description><![CDATA[Google-Steuer, Internet Freedom, Deep-Packet-Inspection und Netzwerkmanagement, sind nur einige Schlagwörter zur aktuellen und weltweit geführten Diskussion rund um Netzneutralität – die neutrale Datenübermittlung. Was aber steckt hinter dem Schlagabtausch zum Thema Netzneutralität?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--  Text: [begin] --></p>
<blockquote><p><strong>Netzneutralität – Was steckt dahinter?</strong></p></blockquote>
<div id="attachment_2333" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><img class="size-medium wp-image-2333 " title="internet-strangulation" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/internet-strangulation-300x224.jpg" alt="(cc) David Baldinger" width="240" height="179" /><p class="wp-caption-text">(cc) David Baldinger</p></div>
<p>Google-Steuer, Internet Freedom, Deep-Packet-Inspection und Netzwerkmanagement, sind nur einige Schlagwörter zur aktuellen und weltweit geführten Diskussion rund um Netzneutralität – die neutrale Datenübermittlung. Was aber steckt hinter dem Schlagabtausch zum Thema Netzneutralität? Dass NutzerInnen im Internet die Inhalte abrufen, die Dienste verwenden können, die sie wollen? Ist es genug, dass KonsumentInnen darüber Bescheid wissen, wie ihr Internet Provider seine Netze managt? Was haben die Demokratiebewegung im Iran oder die anstehenden Investitionen in die Breitbandnetze der Zukunft mit dem neutralen Netz zu tun? Ist Netzneutralität nicht in erster Linie eine Frage des Wettbewerbs? &#8211; Diese und weitere Fragen werden im Rahmen des ISPA Forums mit ExpertInnen diskutiert:</p>
<ul>
<li><span> </span>Begrüßung: <strong>Andreas Koman</strong> (ISPA Präsident / Tele2)</li>
<li>Keynote: <strong>Ivan Brincat</strong> (Europäische Kommission)</li>
<li><strong>Andreas Krisch</strong> (Obmann des Vereins für Internet-Benutzer Österreichs  &#8211; Vibe!at, Technischer Experte für das Europäische Datenschutzgütesiegel, Präsident European Digital Rights &#8211; EDRi)</li>
<li><strong>Annette Kroeber-Riel</strong> (Google / Lobbyistin für Österreich, Deutschland, Schweiz)</li>
<li><strong>Andreas Peya</strong> (Verizon Business / Leiter Regulierung Deutschland, Österreich, Schweiz)</li>
<li><strong>Christian Singer</strong> (Bundesministerium für Verkehr Innovation und Technologie &#8211; BMVIT / Leiter juristischer Dienst Telekommunikation)</li>
<li>Moderation: <strong>Andreas Wildberger</strong> (ISPA Generalsekretär)</li>
</ul>
<blockquote><p><strong>Wann?</strong> 4. Mai 2010, 17.00-19.00<br />
<strong>Wo?</strong> Media Tower, Taborstraße 1-3, 15. Stock, 1020 Wien <a href="http://maps.google.at/maps?hl=&amp;q=Taborstra%C3%9Fe+1-3&amp;rlz=1B3GGIC_de___AT340&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;hq=&amp;hnear=Taborstra%C3%9Fe+1-3,+1020+Wien&amp;gl=at&amp;ei=V2DdS4iCGoqHOPzroP8G&amp;sa=X&amp;oi=geocode_result&amp;ct=title&amp;resnum=1&amp;ved=0CAcQ8gEwAA">(Lageplan)</a></p></blockquote>
<p><a href="http://www.ispa.at/nc/events/ueberblick/events/495/caltype/1/date/20100504/view/event/lastview/list-20/">Zur Veranstaltungsseite</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wienerpost.at/2010/05/ispa-forum-netzneutralitat-wie-neutral-ist-das-internet/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Augmented Reality: Jetzt wird&#8217;s ernst.</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/04/augmented-reality-jetzt-wirds-ernst/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2010/04/augmented-reality-jetzt-wirds-ernst/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 07:01:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesestoff]]></category>
		<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Augmented Reality]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Tool]]></category>
		<category><![CDATA[Tools]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wienerpost.at/?p=2117</guid>
		<description><![CDATA[Die niederländische Augmented Reality Firma Layar präsentiert ihr Business-Modell. Information wird käuflich. Und jeder kann sie anbieten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; denn ernst wird&#8217;s natürlich immer erst dann, wenn&#8217;s um Geld geht und wenn es jemandem gelingt, seine Ideen / Start-Ups / Tech-Tools / whatever in handfeste Businesspläne umzuwandeln. Daran happert&#8217;s ja bekanntlich in der Brave New Online World: Kreativität en masse &#8211; Refinanzierung kaum denkbar.</p>
<div id="attachment_2127" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-2127" title="AR-Firmen" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/AR-Firmen1-300x201.jpg" alt="Bild: Courtesy of Serious Games" width="300" height="201" /><p class="wp-caption-text">Bild: Courtesy of Serious Games</p></div>
<p>Manchmal aber, da geht es doch. Gerade bei geobasierten Applikationen drängt sich das eine oder andere Geschäftsmodell geradezu auf. <a href="http://gowalla.com/">Gowalla</a> und <a title="Meine kleine Polemik hierzu" href="http://www.wienerpost.at/2010/03/the-f-word/">Foursquare</a> hüpfen das in den letzten Monaten demonstrativ vor. Und es war nur eine Frage der Zeit, bis Augmented Reality Services den richtigen Vermarktungsansatz finden. Die niederländische Firma Layar hat ihn jetzt. <a href="http://mashable.com/2010/04/28/layar-content-store/">Mashable berichtet</a>, dass neben den allgemeinen Gratis-Infos, künftig auch speziellere Informationen als AR-Overlays angeboten werden. Und diese sind käuflich, z.B. mittels Paypal oder I-Tunes direkt vom Handy aus. Das ist nicht nur für Layar und hoffentlich für die User interessant, sondern in erster Linie auch für [Zitat <a href="http://mashable.com/">Mashable</a>:]</p>
<blockquote><p>&#8220;&#8230;developers and publishers who use the content store to sell their data overlays will take home 60% of the net proceeds from sales. From the sound of it, publishers looking to profit by augmented reality are only limited by their creativity and their ability to provide content layers that consumers want to pay for.&#8221;</p></blockquote>
<p>Also mal sehen, ob die Aussicht auf <a href="http://www.youtube.com/watch?v=oof4ESt-G7U">das nötige Kleingeld</a> jetzt einen Kreativitätsboom bei AR-Entwicklern lostritt. Kann interessant werden.</p>
<div>
<hr /></div>
<p>Alle Details gibt es direkt bei Layar nachzulesen: <a href="http://site.layar.com/company/blog/layar-launches-worlds-first-augmented-reality-content-store/">&#8220;Layar launches world’s first Augmented Reality content store&#8221;</a> &#8211; sämtliche Hintergrundinformationen zum Thema Augmented Reality finden Sie <a href="http://www.wienerpost.at/tag/augmented-reality/">bei uns im Archiv</a>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.wienerpost.at/2010/02/welt-mit-untertiteln/">Welt mit Untertiteln</a> &#8211; Wir nennen es Augmented Reality – erweiterte Wirklichkeit. Die High-Tech-Version von „Ich seh, ich seh, was Du nicht siehst“ gilt als DAS Technik-Thema des Jahres 2010. [WIENER Nr.343 / März 2010]</li>
</ul>
<ul>
<li><a href="http://www.wienerpost.at/2010/02/wir-stehen-erst-am-anfang/">&#8220;Wir stehen erst am Anfang&#8221;</a> &#8211; Was James Cameron einst als Zukunftsvision für seinen „Terminator“ skizzierte, trägt heute jedermann in der Hosentasche. Der WIENER traf Robert Harm, Spezialist für Augmented Reality, und ließ sich den Hype erklären. [WIENER Nr.343 / März 2010]</li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wienerpost.at/2010/04/augmented-reality-jetzt-wirds-ernst/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Lechts &amp; Rinks</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/04/lechts-rinks/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2010/04/lechts-rinks/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 07:30:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesestoff]]></category>
		<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Polemik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[WIENER]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wienerpost.at/?p=2050</guid>
		<description><![CDATA[Aus dem Archiv gekramt, aber immer noch aktuell:
Am 1. Mai marschiert die Sozialdemokratie - aber wohin? Gewerkschaf­ten und Arbeitnehmerverbände schützen eine Welt, die nicht mehr existiert. Inzwischen zerstört der schrankenlose Finanzmarkt unsere Gesellschaf­t. 
Es ist Zeit f­ür eine neue Linke. Eine WIENER-Polemik von Manfred Klimek. (Ursprünglich erschienen im WIENER 311 / Mai 2007)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Aus dem Archiv gekramt, aber immer noch aktuell:</p>
<p><strong>Am 1. Mai marschiert die Sozialdemokratie &#8211; aber wohin?</strong> Gewerkschaf­ten und Arbeitnehmerverbände schützen eine Welt, die nicht mehr existiert. Inzwischen zerstört der schrankenlose Finanzmarkt unsere Gesellschaf­t. Es ist Zeit f­ür eine neue Linke. <em>Eine WIENER-Polemik von <a href="http://www.be24.at/blog/author/manfred_klimek">Manfred Klimek</a>. </em>(Ursprünglich erschienen im WIENER 311 / Mai 2007)</p></blockquote>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_2053" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><strong><strong><img class="size-medium wp-image-2053" title="adamr_stone" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/adamr_stone-225x300.jpg" alt="cc by admr.stone" width="225" height="300" /></strong></strong><p class="wp-caption-text">cc by admr.stone</p></div>
<p><strong>Frankfurt, etwas abseits des Bankenviertels.</strong> Vor dem Italiener, bei dem auch lebenslustige Intellektuelle wie Michel Friedmann oder die Suhrkamp-Clique gerne Platz nehmen, feiert eine Gemeinschaft von Dreißigjährigen ihre Erfolge. Vierzehn Männer und zwei Frauen. Sie sind Mitte Dezember aus London eingeflogen, allesDeutsche, die bei großen Banken im Fonds- und Investementsektor arbeiten, bei Deutsche Bank und Dresdner-Kleinwort- Wasserstein, bei Merrill-Lynch und bei der Commerzbank beispielsweise, anerkannte Konzerne, die das Geld von Millionen verwalten. Die Banker haben ihre Boni ausbezahlt bekommen, Schecks, die meist sechsstellig sind. Zuzüglich zum fünfstelligen Gehalt. Flaschen werden geöffnet: Moet-Chandon Rosé 1995 und Sassicaia 1999. Beides in der Doppelmagnum, King Size. Es wird über Ausgaben gesprochen, darüber, wie man diese Beträge der Volkswirtschaft wieder einverleiben könne. „Schließlich“, so einer der Banker, „soll der Girokontobesitzer auch was von haben.“ Also wird der neue 911er angeschafft und dann nach London verfrachtet. Auch das zehnte Le-Corbusier-Möbel wird geordert und der Weinkeller erweitert. Ein Haus soll gebaut werden, südlich von Stuttgart, nur beste Architektur; ein Ferrari schwebt jemandem vor – doch dafür gibt es Gelächter. Diese Phase, so wird dem Jüngsten der Runde signalisiert, haben die meisten hier schon hinter sich. Und das rote Rennvehikel wieder verkauft. Derart Dreistes darf man sich nur noch in New York leisten, im egalistischen und neidzerfressenen Deutschland sehen es die Bosse nicht so gerne, wenn ihre erfolgreichen Mitarbeiter mit Gewinnen protzen.</p>
<p><strong>Tja, und was war das Schwerste</strong>, das sie zuletzt entscheiden mussten? „Als ich dazu riet, diese Firma zu schließen“, sagt einer, „den Zweigbetrieb in Hessen, also hier um die Ecke, wo ich aufgewachsen bin.“ Man hat die Manufaktur nicht einmal nach Fernost verlagert, sie war in den Sanierungsmaßnahmen generell als unnötig aufgefallen, als Kostenfaktor, den man samt und sonders ausgliedern konnte. Die Rendite der belgischen Mutter hat sich dadurch um eineinhalb Prozentpunkte verbessert. Von 8,4 Prozent auf 9,9 Prozent, also knapp vor der magischen Zehn, die eine Investmentbank dieser Größe von ihrer Beteiligung erwartet. Wie viele Arbeitsplätze das gekostet hat? „Nicht allzu viele, so etwa hundertvierzig.“ Noch gut versteckbar im Sozialstaat. Aber es hat wehgetan, weil es um die Ecke war, weil man auch ein paar der Entlassenen entfernt kannte. Und weil man weiß, dass deren Kredit für Haus und Auto wohl jetzt nicht so schnell zurückgezahlt werden kann. Aber dann ist das auch schon wieder vergessen, man denkt an seinen Porsche und freut sich der eigenen Leistung. Schulterzuckend. So geht Kapitalismus: Sterben und neues Leben. So ging Kapitalismus über Jahre: Strukturkrisen, Wirtschaftskrisen, Firmenpleiten, Arbeitslosigkeit, diesen folgend Förderprogramme, Innovation, Aufschwung, Beschäftigung. Dann fielen die Schranken und in den Achtzigern schritt man zu den ersten großen Filetierungen und Fusionen, durchgeführt von Investmentbankern à la Gordon Gekko (Michael Douglas im Film „Wall Street“), die Betriebe zu Tode sanieren und Mitarbeiter auf die Straße jagen. Doch aus der Asche entstand Neues, neue Beschäftigung wurde kreiert, neue Technik geboren. Auch heute entsteht Neues. Aber nicht mehr dort, wo das Alte weggeräumt wurde. Und das ist nicht unbedingt ungerecht. Ungerecht ist aber, dass man die Leute, die auf dem Schutt des Alten sitzen, weiter von Stabilität träumen lässt.</p>
<p><strong>Zurück zu den fröhlichen Bankern</strong> beim Frankfurter Italiener. Wer sind für sie die erfolgreichsten Menschen dieser Tage? „Steve Jobs“, sagt einer, „weil er bei Apple seine Idee von Company realisiert und Kohle einfährt.“ „Diese YouTube-Typen“, sagt ein anderer, „die nun irre Kohle für ihr Portal kassiert haben.“ „Martin Bower“, ein Dritter, „der verstorbene Wirtschaftsideologe von McKinsey, der Beraterfirma. Denn der hat den Weg für uns freigeschaufelt.“ Wer hat an jemanden gedacht, der Soziales statt Ökonomisches leistet? Keiner. „Soziales“, sagt einer, „dafür ist doch der Staat da, oder?“ Jetzt nur raus hier und weiter. Knapp vierhundert Meter zu Fuß, an einem der Bankentürme, liegen die Verlierer im warmen Eingang herum. Schlafsack und Alkohol. Was haben sie früher gearbeitet? „Drechsler“, sagt der eine, „drüben im Osten.“ Arbeitslos. Dann in den Westen übersiedelt, Job in der Maschinenbauindustrie, Arbeitsplätze aus Kostengründen ab nach Tschechien, Frau weg, Wohnung weg. Dazwischen noch ein bisschen schlecht bezahlter Wachdienst. Jetzt hier vor der Bank. „Ist doch was“, sagt er, „immerhin schlafe ich im Eingang meines Instituts.“ Das Konto hat er immer noch und zeigt die EC-Karte. „Wenn mir einer blöd kommt, dann zieh ich die raus und sage, ich bin Kunde.“ Der Selbstbedienungsbereich hat 24 Stunden geöffnet. Krass, wie nahe sich die beiden Lebenswelten gekommen sind. Hier reich, dort arm. Dicht an dicht. Und niemand wundert sich, dass diese Wange-an-Wange-Situation keine Spannungen auslöst, keine Unruhen provoziert – ja nicht einmal eine Zunahme derKriminalität. Die Gesellschaft hat sich mit diesen Verhältnissen abgefunden, ist zugerichtet. Vor zwanzig Jahren stand noch ein Puffer zwischen den Extremen, zu dem sich auch schlecht verdienende Arbeitnehmer zählen durften: die Mittelschicht, die heute erodiert. Es ist eine Gemengelage wie geschaffen für die Linke. Ihre eigentliche Klientel, jene, die zwischen den Stühlen stehen, wächst ständig. Jede Menge „neue Verlierer“, „Working Poor“, „Prekaristen“, „Kreative Einkommenslose“, „Ausgesteuerte“, „Unterschicht“. Diesen stehen zur Konfrontation die Gewinner der Globalisierung und des Finanzmarktkapitalismus gegenüber. Und jene dazwischen, die abgesichert wohlerworbene Arbeitsrechte genießen, werden rasch weniger. Das merken diese und wähnen sich im Abstieg. Ein bedrohlich starkes Heer von Ruhiggestellten, das nur auf einen Aufruf wartet. Doch Links macht keinen Mucks.</p>
<p><strong>Links kann nicht aufmucken</strong>, denn die Funktionäre der klassischen Linken und ihrer Parteien wissen, dass Umverteilung und soziale Gerechtigkeit diesmal auch ihre Klientel zur Kasse bitten würde, jene, die in den abgesicherten Sektoren arbeiten. Jene unter Kündigungsschutz, jene mit garantieren Lohnerhöhungen, jene mit Bonuszahlungen, jene mit Gratis-Kuraufenthalten, jene mit Sonderurlauben und jene mit extra bezahlten, monatlichen Gender-Mainstreaming-Seminaren (um nur eine Idiotie unter hunderten aufzuzählen). Und auch jene, die es sich im ökonomischen Systemerhalter-Sektor bequem gemacht haben, z.B. Trainer und Berater. All jenen droht die Beschneidung ihrer Errungenschaften, sollte eine linke Partei – ihrer Pflicht gemäß – die Ungerechtigkeiten der Gesellschaft innerhalb dieses Systems und mit den Mitteln dieses Systems ausgleichen wollen. Deswegen stellt die Linke die „neuen Verlierer“ außerhalb ihres Systems, diskreditiert sie – wie etwa die Freiberufler des kreativen Sektors – als unsolidarisch, wenn sie sich aus der brutal unsolidarischen Sozialversicherung ausklinken wollen. Die alte sozialdemokratische Linke ist Teil der Reaktion geworden. Zeit für eine neue Linke. Doch wer soll sich dort einfinden? Welche Ziele soll sie haben? Was bleibt Fundament, wer wird Architekt des neuen Hauses? Die alte Linke entstand aus der Arbeiterbewegung und speiste sich aus den Gewerkschaften. Die Protestbewegung der 68er spülte auch jede Menge junge Bürgerliche unter die Kernwählerschaft und in den folgenden Siebzigerjahren wurde es schick, links zu wählen. Große Kanzlerfiguren (Brandt, Palme, Kreisky) schufen stabile Mehrheiten, „a working class hero was something to be“ (Lennon). Die ökologisch orientierte, bürgerlich-linke Wertegemeinschaft der Grünen zog zudem Wähler aus dem christlichbürgerlichen Spektrum zu den Linken ab, die wiederum von den zunehmend Verunsicherten der bröselnden Kernwählerschaft in Richtung rechtsaußen verlassen wurde. Das Wahlvolk war in Bewegung geraten. Und ist bis heute nicht gewillt stehen zu bleiben. Mit der wirtschaftlichen Globalisierung, der Flexibilisierung der Arbeitnehmerheere und der Entregionalisierung des Individuums hat sich auch wieder eine neue Protestbewegung formiert, eine Generation ohne bestimmendes Jahr, deren beste Zeiten auch schon vorüber scheinen. Sie arbeiten in NGOs und bei Attac, sie sind Teil einer neuen digitalen Geringverdiener-Elite. Doch zur Unterwanderung der traditionellen Linken und ihrer Parteien waren sie nicht in der Lage. Das liegt auch daran, dass die Linken der Achtziger- und Neunzigerjahre bei den Medien oder in der Werbung Karierre machten, anstatt weiter ihrer Partei zu dienen, die sie nun – wenn überhaupt – nur mehr als Wähler unterstützen. An ihre Stelle traten zweitklassige Diener des Sozialismus, die außerhalb der Organisation wohl nirgendwo Karriere machen würden. Sie sind schwach und könnten vom Sockel gestoßen werden. Doch das geschieht nicht.</p>
<p><strong>Die verwundete und siechende Sozialdemokratie</strong>, diezunehmend zur Bürgerlichkeit tendierenden Grünen (die sich gleichfalls von den neuen Miserablen abwenden), warten auf einen Dolchstoß der Befruchtung. Doch die Generation Linke, die diese Erneuerung traditionell durchführen soll, wendet sich von der gängigen Politik ab und sucht ihr Heil in bewusst außenstehenden Bünden und Organisationen. Eine Partei ist bislang nicht daraus entstanden. Es ist auch schwer, die neue Klientel in ihrer Mannigfaltigkeit unter einen Hut zu bringen. Einerseits entpolitisierteModernitätsverlierer, andererseits akademische Praktikanten, beide ohne Zukunftsaussichten. Achtundsechzig fanden Arbeiterschaft und Studenten noch leicht zusammen. Die einen wollte am Ertrag des Kapitalismus partizipieren, die anderen die Gesellschaft liberalisieren. Die Regel war einfach: Zuerst wurden die Futtertröge der Working- Class gefüllt, dann sagte diese auch zu jeder Erneuerung (Feminismus, sexuelle Befreiung, Antiautorität, Pazifismus) Ja und Amen. Erst das Fressen, dann die Moral.</p>
<p><strong>Die Regel wäre heute die gleiche.</strong> Erst muss man wieder die Bedürfnisse der Massen nach Sicherheit decken (Arbeitsplatzbeschaffung und arbeitslose Grundsicherung) und danach mit ihrem Einverständnis die vor dreißig Jahren begonnenenReformen der Gesellschaft weg vom Kollektiven hin zum Individuellen zu Ende bringen. Und es wird notwendig, den Sozialismus wieder mit seinen Anfängen zu konfrontieren, mit dem Eigentlichen der Bewegung, den Verkündungen der Bergpredigt im Neuen Testament, der Gleichheit des Individuums im Sinne der amerikanischen Verfassung und der Deklaration der Menschenrechte in der Französischen Revolution. Der alte Sozialismus ist tot, denn er hat alles erreicht, was zu erreichen war (Aufstieg des Vierten Standes und Wohlstand der Massen im Sozialstaat), der archaische Sozialismus aber lebt – denn seine Ziele sind stets aufs Neue zu erreichen, da sie unausweichlich mit den Interessen der Mächtigen kollidieren.</p>
<p><strong>Wer ist der Feind des neuen Sozialismus</strong>, wer profitiert von den global liberalisierten Strukturen des Kapitalismus? Es sind erstaunlich viele. War es früher der Firmenpatriarch oder der Großgrundbesitzer, der sich als Teil des Adels oder des Bürgertums mit dem Segen der Kirche das Recht der Knechtung herausnahm, so ist heute jeder Arbeitnehmer, der in abgesicherter Position für seine Altersvorsorge in einen Hedge-Fonds einzahlt, am Untergang einst sicher scheinender Gesellschaftsstrukturen beteiligt – also Frau und Mann von nebenan. Auch wider eigenes Wissen. Denn so sehr ein Kapitalmarkt eine offene Gesellschaft, die ihre Risiken kennt, bereichern kann, so sehr zerstört der absichtlich von der Leine gelassene (wiewohl durchwegs demokratisierte) Finanzmarkt das Soziale unserer Kultur. Kurzfristige Erträge und fast irreale Renditevorschreibungen machen jedes nachhaltige und vernünftige Wirtschaften unmöglich.Währungsspekulationen zwingen Volksgemeinschaften zwar oft zu schmerzhaften, wenngleich sinnvollen Reformen, zerstören mithin aber auch gewachsene Kulturen und fördern das Aggressionspotenzial innerhalb der Gemeinschaften. Ein neuer Sozialismus hat also viele Aufgaben. Er muss denLeuten Brot geben und Sinn vermitteln, er muss Arbeit sichern, so weit dies noch möglich ist, er muss die Gesellschaft befrieden und das Spirituelle des Ideologischen auf positive Weise wiederbeleben. Er muss das Individuum in seiner Ausprägung stützen und dennoch seine kollektivistische Ader anzapfen. Ein neuer Sozialismus kann sich viele Namen geben, etwa „Kooperativismus“, oder „Basisdemokratie“, er muss es nur schaffen, den in das kranke System stützend eingebundenen Mittelstand auf seine Seite zu ziehen. Dann wird es ein paar Banker weniger geben, die abends in Frankfurt darüber nachdenken, wie man die Arbeitslosigkeit Dritter in einen eigenen Porsche verwandelt. Unabhängig davon scheint es möglich, dass auch der Finanzmarkt an die Wand fährt und die Globalisierung von anderen Kräften als jenen des Kapitalismus (dessen Dynamik aber immerbahnbrechend bleibt) beherrscht wird. Die eine Ordnung geht, eine andere Ordnung kommt: die Französische Revolution 1789, der bürgerlichnationale Aufstand 1848, die Oktoberrevolution 1917, die nationalsozialistische Machtübernahme 1933, die angloamerikanische Zwangsdemokratisierung 1945-48, der Fall des Kommunismus 1989. Der sich beschleunigende Zeitlauf weist für die entwickelten Gesellschaften auf eine schnelle Abfolge von kurzer, heftiger Instabilität und gleichfalls kurzer Stabilität hin. Augenblicklich drängen neue Volkswirtschaften – ehemals Dritte Welt – in unsere einst gesicherten Schlüsselindustrien und vernichten Teile des Arbeitsmarktes. Den Profit dieses ungleichen Wettbewerbs nehmen die Konzerne mit, die, wie schon erwähnt, von den Finanzmärkten zu immer höheren Renditen gedrängt werden. Ein neuer Sozialismus muss also auch ein internationaler Sozialismus sein, denn gleiche Sozialstandards lassen sich nur mehr auf transnationaler Ebene herstellen. Für diese Standards werden die neuen Volkswirtschaften Teile ihrer Lohnflexibilität opfern müssen. Und wir werden auf Teile unserer Errungenschaften verzichten, vor allem auf die „wohlerworbenen Rechte“. Das wird jene, die auf diesen wohlerworbenen Rechten ein zurückgelehntes und gesichertes Leben führen, am härtesten treffen; von ihnen – darunter auch nicht wenige Sozialdemokraten und Grüne – ist Widerstand gegen einen neuen Sozialismus zu erwarten, sie werden ihre alte Klienten-Solidarität gegen einen gerechten Egalismus mit Krallen und Klauen verteidigen. So ist es auch nicht absurd, dass ein neuer Sozialismus einen Spruch wie „Weniger Staat und mehr privat“ auf seine Fahnen schreiben kann, wenn der Staat doch nur eine systemerhaltende Gruppe und einige Profiteure bedient. Und nicht mehr seiner Aufgabe nachkommt, durch die Subvention von Bildung und der Herstellung von echter Chancengleichheit für eine Befreiung aus miserablen Umständen zu sorgen.</p>
<p><strong>So ist es gleichfalls nicht absurd</strong>, dass ein neuer Sozialismus die Freiheit vor die Gleichheit stellt, und die Brüderlichkeit vor die Solidarität. Die Gleichheit der Bessergestellten und die Solidarität der Abgesicherten war immer schon eine Selbstverständlichkeit. Der neue Sozialismus wird den Fünften Stand vertreten, jene, die heute überraschend oder erwartet, unschuldig oder selbst verschuldet zwischen den Stühlen stehen. Das ist inzwischen etwa ein Viertel der Bevölkerung (und gefühlt noch etwa zehn Prozent mehr). Jene warten nur auf Ideologie und Zündfunke. Die Sozialdemokratie, das hat man gerade wieder gesehen, hat für diese Leute nur alte Westen im Schrank. Sie selbst trägt neue Kleider, wer schneidert nun den Blaumann der Bettelmönche?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wienerpost.at/2010/04/lechts-rinks/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wissenschaft im Dialog: &#8220;Media Brain&#8221;</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/04/wissenschaft-im-dialog-media-brain/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2010/04/wissenschaft-im-dialog-media-brain/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 08:59:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[Events]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Web20]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wienerpost.at/?p=1967</guid>
		<description><![CDATA[Veranstaltung: 'Media Brain' - Verändern neue Medien und Technologien unser Gehirn?
Die intensive Verwendung neuer Medien bewirkt kontinuierlich Veränderungen in der Funktion des menschlichen Gehirns. Für die Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts verheißt die multimediale Vernetzung vielfältige Formen der Kommunikation und die Ausbildung neuer Fertigkeiten. Für den Einzelnen könnte diese Entwicklung aber auch Gefahren bergen, wenn sich Wirklichkeitsbezug und Beziehungsfähigkeit dadurch verändern. Sind diese Auswirkungen nur vorübergehend oder ist sogar eine neue Kluft zwischen den digitalen "Medien-Generationen" zu befürchten?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>15. Ernst Mach Forum. Wissenschaften im Dialog:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>&#8216;Media Brain&#8217; &#8211; Verändern neue Medien und Technologien unser Gehirn?</strong></p>
<p><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/öaw1.gif"><img class="alignleft size-full wp-image-1971" title="öaw" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/öaw1.gif" alt="öaw" width="200" height="191" /></a>Die intensive Verwendung neuer Medien bewirkt kontinuierlich Veränderungen in der Funktion des menschlichen Gehirns. Für die Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts verheißt die multimediale Vernetzung vielfältige Formen der Kommunikation und die Ausbildung neuer Fertigkeiten. Für den Einzelnen könnte diese Entwicklung aber auch Gefahren bergen, wenn sich Wirklichkeitsbezug und Beziehungsfähigkeit dadurch verändern. Sind diese Auswirkungen nur vorübergehend oder ist sogar eine neue Kluft zwischen den digitalen &#8220;Medien-Generationen&#8221; zu befürchten?</p>
<p><strong>Termin:</strong> 28.04.2010, 18:00<br />
<strong>Ort: </strong>Theatersaal der <a href="http://www.oeaw.ac.at/deutsch/home.html">ÖAW</a>, Sonnenfelsgasse 19, 1. Stock, 1010 Wien</p>
<p><strong>Es diskutieren</strong><br />
<a href="http://www.kinderpsychologie-bergmann.de/">Wolfgang Bergmann</a> / Erziehungswissenschaftler, Hannover<br />
<a href="http://www.medienphilosophie.net/">Frank Hartmann</a> / Medienphilosoph, Weimar<br />
Jochen Oehler / Neuro- und Verhaltensbiologe, Dresden<br />
<a href="http://www.welt.de/kultur/article5272862/Das-Internet-macht-unser-Hirn-kaputt.html">Frank Schirrmacher</a> / Buchautor &amp; FAZ-Herausgeber, Berlin/Frankfurt am Main<br />
<a href="http://www.interface.ufg.ac.at/christa-laurent/">Christa Sommerer</a> / Medienwissenschaftlerin &amp; Künstlerin, Linz</p>
<p>Moderation<br />
Martin Bernhofer / ORF (Ö1)</p>
<p>Veranstalter<br />
<a href="http://www.oeaw.ac.at/ikt/">Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte</a> (ÖAW) in Kooperation mit den <a href="http://www.wien.gv.at/kultur/abteilung/vorlesungen/">Wiener Vorlesungen</a> (MA 7 &#8211; Wissenschafts- und Forschungsförderung der Stadt Wien) und dem ORF (<a href="http://oe1.orf.at/wissen/">Wissenschaft, Ö1</a>)</p>
<p><a href="http://www.oeaw.ac.at/deutsch/aktuell/veranstaltungen/veranstaltung_12163.html">[Direkter Link zur Veranstaltung</a>]</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wienerpost.at/2010/04/wissenschaft-im-dialog-media-brain/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Social Networks 2.0: Gesellschaftspolitischer Impact Sozialer Netzwerke</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/04/social-networks-2-0-gesellschaftspolitischer-impact-sozialer-netzwerke/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2010/04/social-networks-2-0-gesellschaftspolitischer-impact-sozialer-netzwerke/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 07:19:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[Events]]></category>
		<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Web20]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wienerpost.at/?p=1949</guid>
		<description><![CDATA[Podiumsdiskussion "Social Networks 2.0 – Gesellschaftspolitischer Impact Sozialer Netzwerke" - mit einer Grußnote des „Seelenlosen Ziegelsteins“.
Diesmal liegt der Schwerpunkt auf zivilgesellschaftlichen Initiativen und Projekten. Es diskutieren Romy Grasgruber (Organisatorin der Lichterkette), Sibylle Summer (Sprecherin des Republikanischen Clubs), Michael Eisenriegler (Media Clan) und Erich König (BSA-Medienberufe).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/ziegel1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1953" title="ziegel" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/ziegel1-269x300.jpg" alt="ziegel" width="188" height="210" /></a>Podiumsdiskussion &#8220;Social Networks 2.0 – Gesellschaftspolitischer Impact Sozialer Netzwerke&#8221; &#8211; mit einer Grußnote des <a href="http://www.wienerpost.at/2010/04/ziegel-gegen-strache/">„Seelenlosen Ziegelsteins“</a>.</p>
<blockquote><p>Wann? 27. April, 18.30 bis 21.30h<br />
Wo? <a href="http://www.bsa.at/">BSA</a>, Landesgerichtsstraße 16 (<a href="http://maps.google.com/maps?f=q&amp;hl=en&amp;q=Landesgerichtsstrasse%2016%2C%20Wien%2C%20Austria">Lageplan</a>)<br />
<a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=112575365441283">Anmeldung via Facebook</a></p></blockquote>
<p>Es diskutieren <a href="http://www.welt-der-frau.at/index.htm?http://www.welt-der-frau.at/viewcat.asp?ID=3539&amp;cat=1">Romy Grasgruber</a> (Organisatorin der Lichterkette), Sibylle Summer (Sprecherin des <a href="http://www.repclub.at/">Republikanischen Clubs</a>), <a href="http://mediaclan.at/me.html">Michael Eisenriegler</a> (Media Clan) und Erich König (BSA-Medienberufe).</p>
<p>Diesmal liegt der Schwerpunkt auf zivilgesellschaftlichen Initiativen und Projekten.<br />
Fragestellungen sind u.a.:</p>
<ol>
<li> Was können zivilgesellschaftliche Initiativen oder Initiativen von Einzelpersonen erreichen?</li>
<li> Kooperieren &#8220;neue&#8221; und &#8220;traditionelle&#8221; Zivilgesellschaft?</li>
<li> Korrespondieren virtuelle und reale Politik?</li>
<li> Was könnten Transmissionsriemen sein?</li>
<li> Wie ist das Verhältnis zwischen Zivilgesellschaft und Parteipolitik?</li>
</ol>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wienerpost.at/2010/04/social-networks-2-0-gesellschaftspolitischer-impact-sozialer-netzwerke/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Maybrit Illner: &#8220;Wie gefährlich ist das Internet?&#8221;</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/04/maybrit-illner-wie-gefahrlich-ist-das-internet/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2010/04/maybrit-illner-wie-gefahrlich-ist-das-internet/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 09 Apr 2010 07:44:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wienerpost.at/?p=1622</guid>
		<description><![CDATA["Wie gefähtlich ist das Internet?" - Diese Frage stellte Maybrit Illner gestern in ihrer ZDF-Talkshow einer Reihe illustrer Gäste. Man könnte auch sagen: Die üblichen Verdächtigen... Einen weiterführenden - und, wie wir meinen, etwas weniger manipulativen - Link zum Thema finden sie jedenfalls hier.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1627" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/google-streetview1.jpg"><img class="size-medium wp-image-1627" title="Google Maps Street View Camera" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/google-streetview1-300x201.jpg" alt="Umstrittene Kamera von Google Streetview: Spioniert Google uns aus? (Bild: freefoto)" width="300" height="201" /></a><p class="wp-caption-text">Umstrittene Kamera von Google Streetview: Spioniert Google uns aus? (Bild: freefoto)</p></div>
<p>&#8220;Wie gefähtlich ist das Internet?&#8221; &#8211; Diese Frage stellte Maybrit Illner gestern in ihrer <a href="http://maybritillner.zdf.de/">ZDF-Polit-Talkshow</a> einer Reihe illustrer Gäste. Man könnte auch sagen: Den üblichen Verdächtigen, wie etwa der deutschen Bundesverbraucherschutzministerin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ilse_Aigner">Ilse Aigner</a> (CSU), die erst unlängst damit <a href="http://kress.de/tagesdienst/detail/beitrag/103411-aigner-fordert-von-facebook-mehr-datenschutz-sonst-beende-ich-meine-mitgliedschaft.html">gedroht hatte</a>, ihre Facebook Mitgliedschaft zu kündigen, sollte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Zuckerberg">Mark Zuckerberg</a> seine Vorstellungen von Datenschutz nicht überdenken.</p>
<p>Außerdem im Studio: Unser aller Liebling (und PAYBACK-Autor) <a href="http://www.welt.de/kultur/article5272862/Das-Internet-macht-unser-Hirn-kaputt.html">Frank Schirrmacher</a>, sowie Sevenload-Gründer <a href="http://www.ibrahimevsan.de">Ibrahim &#8220;Ibo&#8221; Evsan</a> (haben wir für den WIENER übrigens auch schon mal interviewt. <a href="http://www.wienerpost.at/2009/11/evsan/">Hier nachzulesen &amp; zu hören.</a>)</p>
<p>Ach, und dann noch <a href="http://kress.de/kresskoepfe/kopf/profil/10309-kay-oberbeck.html">Kay Oberbeck</a>, Chef von Google Deutschland. Den mag ich ja eigentlich, weil ich ihm mein Google Wave Invite verdanke ;) &#8211; aber das ist, wie Michael Ende sagen würde,  eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden&#8230; (Beziehungsweise: Ist ja <a href="http://www.wienerpost.at/2009/11/googlewave/">hier bereits erzählt</a> worden.)</p>
<p>Nicht zu vergessen natürlich: Constanze Kurz war dort, Hackerin und Sprecherin des <a href="http://www.ccc.de/">Chaos Computer Clubs</a>.</p>
<p>Wie es solche Sendungen zu tun pflegen, brachte sie (abseits von einen gewissen Unterhaltungswert und dem kuscheligen Gefühl, beim Zuschauen etwas für die eigene Bildung zu tun) wenig neue Erkenntnisse. Für beide Seiten galt ein wenig das Goethe-Zitat: &#8220;Gegner glauben uns zu widerlegen, wenn sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsrige nicht achten.&#8221;</p>
<p>Wie dem auch sei: Falls Sie die Sendung verpasst haben &#8211; in der ZDF-Mediathek (<a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1015684/Ausgespaeht-und-abgezockt-im-Internet%253F#/beitrag/video/1015684/Ausgespaeht-und-abgezockt-im-Internet%3F">hier</a>) gibt es sie mittlerweile zum Ansehen.</p>
<p>Auffällig manipulativ waren jedoch die vorproduzierten Einspielungen. Vor allem jene über Neonazis, islamischen Terror und Kinderpornographie, sowie Ilse Aigners Reaktion darauf, sie wisse jetzt auch nicht so genau, ob bei letzterem &#8220;löschen oder sperren&#8221; die angebrachte Lösung sei&#8230;</p>
<p>Liebe Frau Aigner:  Dürfen wir Ihnen aus gegebenem Anlass <a href="http://www.wienerpost.at/2009/11/netzsperren-der-kinderporno-bluff/">diesen Link</a> ans Herz legen? Extra für Sie aus dem Archiv gesucht:</p>
<blockquote><p>Andreas Wildberger (ISPA) im WIENER über <a href="http://www.wienerpost.at/2009/11/netzsperren-der-kinderporno-bluff/">Netzsperren gegen Kinderpornographie</a></p></blockquote>
<p>Vielleicht wirds dann weniger peinlich bei der nächsten Diskussionsrunde&#8230;<br />
MfG,<br />
Nicole Kolisch<br />
<script src="http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;MarketPlace=DE&amp;ID=V20070822/DE/wwwwienerpost-21/8001/1e3920f7-bea8-44a2-80bf-d011c17e3047" type="text/javascript"> </script> <noscript>&amp;amp;amp;amp;amp;lt;A HREF=&#8221;http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;amp;amp;amp;amp;amp;MarketPlace=DE&amp;amp;amp;amp;amp;amp;ID=V20070822%2FDE%2Fwwwwienerpost-21%2F8001%2F1e3920f7-bea8-44a2-80bf-d011c17e3047&amp;amp;amp;amp;amp;amp;Operation=NoScript&#8221; mce_HREF=&#8221;http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;MarketPlace=DE&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;ID=V20070822%2FDE%2Fwwwwienerpost-21%2F8001%2F1e3920f7-bea8-44a2-80bf-d011c17e3047&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;Operation=NoScript&#8221;&amp;amp;amp;amp;amp;gt;Amazon.de Widgets&amp;amp;amp;amp;amp;lt;/A&amp;amp;amp;amp;amp;gt;</noscript><noscript>&amp;lt;br /&amp;gt;</noscript></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wienerpost.at/2010/04/maybrit-illner-wie-gefahrlich-ist-das-internet/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Enable!&#8221; &#8211; Wissen als Wettbewerbsfaktor</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/03/enable-wissen-als-wettbewerbsfaktor/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2010/03/enable-wissen-als-wettbewerbsfaktor/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 20:54:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Events]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wienerpost.at/?p=1296</guid>
		<description><![CDATA[Wien, Februar 2010 – Bei der internationalen Konferenz „Enable!“ von 18. bis 20. März in Wien geben sich Top-Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaftskritik ein Stelldichein. Sie gehen unter anderem der Frage nach, wie Wissens– und Innovationsarbeit bestmöglich unterstützt werden kann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>Wien, Februar 2010</strong> – Bei der internationalen Konferenz „Enable!“ von 18. bis 20. März in Wien geben sich Top-Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaftskritik ein Stelldichein. Sie gehen unter anderem der Frage nach, wie Wissens– und Innovationsarbeit bestmöglich unterstützt werden kann.</p></blockquote>
<div id="attachment_1301" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/03/enable-titel_02.jpg"><img class="size-medium wp-image-1301" title="enable-titel_0" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/03/enable-titel_02-300x235.jpg" alt="Foto: Franz Piffl, Thomas Thurner" width="300" height="235" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Franz Piffl, Thomas Thurner</p></div>
<p>Wer kennt das nicht? Gute Ideen kommen in alten, verkrusteten Strukturen entweder gar nicht erst auf &#8211; oder wenn es sie tatsächlich gibt, werden sie so lange von Pontius zu Pilatus und wieder zurück geschoben, bis sie jeglichen Innovationsgeist und Drive längst verloren haben.<br />
Dass es auch anders gehen kann, vielmehr, anders gehen muss, wenn man in Zukunft wirtschaftlich überleben will, zeigt die <a href="http://liftconference.com/lift-at-home/events/2010/03/lift-austria">Enable! Konferenz.</a><br />
Nicht verhindern, sondern ermöglichen ist das Motto. Raum schaffen für Kreativität, Ressourcen nutzen statt sie im bürokratischen Mief zu ersticken.</p>
<p>Klingt nach hohlen Schlagwörtern, ist aber in manchen Betrieben bereits Realität. So wird bei &#8220;Enable!&#8221; etwa <a href="http://liftconference.com/person/stefan-camenzind">jener Architekt</a> zu Gast sein, der mit seinen (quasi &#8220;open source&#8221;) Raumdesigns für die Company Büros von Google in Stockholm und Zürich verantwortlich zeichnet. Nur eines der vielen Beispiele dafür, dass Innovation letzt immer auch eine Frage des Raumgebens ist, des Zu- und Geschehenlassens.</p>
<p>&#8220;Bei der Frage, wie man <em>„radikal neues Wissen“</em> erzeugen kann, stehen wir  –  abgesehen von den Bemühungen des Knowledge- und Innovation Management – noch am  Beginn der Entwicklungen.&#8221;, geben die Veranstalter zu, &#8220;Es gibt aber ein beachtliches und entwicklungsfähiges  Potenzial&#8221;</p>
<p>Vor allem &#8211; soweit ist man sich einig &#8211; ist diese Frage von höchster Relevanz, &#8220;da erfolgreiche Wissens- und Innovationsarbeit zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor in der Ökonomie und im gesellschaftlichen Kontext („Wissensgesellschaft“) des 21. Jahrhunderts geworden sind“.</p>
<p>Mehr zu dem Thema gibt es auf der <a href="http://liftconference.com/lift-at-home/events/2010/03/lift-austria">Enable!-Website</a>, der <a href="http://www.facebook.com/enableconference">Facebook-Page</a> &#8211; oder ab Donnerstag direkt auf der Konferenz.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wienerpost.at/2010/03/enable-wissen-als-wettbewerbsfaktor/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Welt mit Untertiteln</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/02/welt-mit-untertiteln/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2010/02/welt-mit-untertiteln/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 21:14:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesestoff]]></category>
		<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Augmented Reality]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Tools]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wienerpost.at/?p=2089</guid>
		<description><![CDATA[Wir nennen es Augmented Reality - erweiterte Wirklichkeit. Die High-Tech-Version von „Ich seh, ich seh, was Du nicht siehst“ gilt als DAS Technik-Thema des Jahres 2010.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Wir nennen es Augmented Reality &#8211; erweiterte Wirklichkeit. Die High-Tech-Version von „Ich seh, ich seh, was Du nicht siehst“ gilt als DAS Technik-Thema des Jahres 2010.</p></blockquote>
<div id="attachment_2102" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><strong><strong><img class="size-medium wp-image-2102 " title="AR" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/02/AR-300x133.png" alt="Die Information liegt auf der Straße. Ein Blick genügt." width="300" height="133" /></strong></strong><p class="wp-caption-text">Die Information liegt auf der Straße. Ein Blick genügt.</p></div>
<p><strong>Es war meist der kleine pickelige Streber</strong> mit den unmodischen Hemden, der die Details wusste: Dass die Kärntner Straße 1257 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde, dass der Kahlenberg eine Höhe von 484 Metern und ein Big Mac 494,94 Kilokalorien hat. Wir anderen waren genervt und fasziniert gleichermaßen. Irgendwo zwischen „Gusch Bua!“-Brüllen und andächtigem Schweigen hinsichtlich der Menge angehäuften Halbwissens. Kurz: Genau jenes ambivalente Gefühl, das einen überkommt, wenn man den Augmented Reality (AR) Browser anwirft und die Welt durchs Handy betrachtet.</p>
<p><strong>Die ersten Schritte in die erweiterte</strong> oder &#8211; will man den AR-Evangelisten glauben – „verbesserte“ Welt faszinieren. Wo ist im Umkreis von 1 km die nächste Pizzeria, wo die nächste Tankstelle, wo kann ich Brennspiritus kaufen? Ein Blick durch das Handy genügt und die Welt um mich wird mit einem Koordinatennetz überzogen. Kleine Stecknadeln markieren relevante Punkte – jeder, der schon mal ein Strategiespiel in der Hand hatte, weiß wie so etwas aussieht.</p>
<p><strong>Aber es wird besser als das Strategiespiel:</strong> Klicke ich die einzelnen Punkte an, liefert mir der AR Browser jede benötigte Zusatzinformation: Öffnungszeiten der Pizzeria, exakte Adresse der Tankstellen, die chemische Formel für meinen Brennspiritus. Cool. Ersteres kann ich tatsächlich brauchen, mit letzterem bei der nächsten Party punkten&#8230;</p>
<p><strong>„Around me“ heißt das virtuelle Feld</strong>, das hier betreten wird. Und genau das ist es auch: Mittels GPS und Kompass wird mein Standort errechnet, mit einer Datenbank verknüpft und mir in meinem Kamerabild angezeigt  – das Tor zu einer beschilderten, analysierten, wissensdurchfluteten Welt. Wo hab ich gestern mein Auto abgestellt? Die passende AR Applikation zeigt es mir.</p>
<p><strong>AR-Eventführer</strong> helfen mir, das nächste Konzert im Umkreis zu verorten. Und die nette Erweiterung „Tweeps Around“ weist mich darauf hin, wer in meiner Nähe gerade twittert, z.B. der junge Mann dort drüben, der per Twitter den Verlust seines Feuerzeugs beklagt. Da kann ich gern aushelfen&#8230;</p>
<p><strong>„Das sind aber nur ganz simple</strong> Basis-Anwendungen“, sagt Fachmann Robert Harm <a href="http://www.wienerpost.at/2010/02/wir-stehen-erst-am-anfang/">(siehe Interview)</a>,<em> </em>„Der Trend geht weg von diesen rein statischen Nutzungen und hin zu mobiler Interaktivität.“ Was es dazu vermehrt braucht, sind Entwickler, die kreativen virtuellen Content schaffen, der auf der vorhandenen Umgebung aufsetzt, sie aber ein bisschen „verbessert“. Klassisches Beispiel: Man geht an einer Baustelle vorbei und braucht nur einen Blick ins Handy zu werfen, um anstelle des Baugerüsts das fertige Architektenmodell zu sehen. <a href="http://www.layar.com/">Die Firma Layar</a> bietet das bereits an: virtuelle 3D Modelle, die der Wirklichkeit übergestülpt werden.</p>
<div id="attachment_2097" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><strong><strong><img class="size-medium wp-image-2097" title="layar-beatles" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/02/layar-beatles-300x200.jpg" alt="Layar schickt die Beatles auf die Abbey Road" width="300" height="200" /></strong></strong><p class="wp-caption-text">Layar schickt die Beatles auf die Abbey Road</p></div>
<p><strong>Stolz ist man bei Layar</strong> auch darauf, die Beatles wieder mit Abbey Road vereint zu haben. Eine „Augmented City Tour“ durch London führt Fans der Fab Four an alle Stationen des Beatles’schen Lebens. Durchs Handy betrachtet, sieht man dabei tatsächlich Ringo, Paul, John und George über den berühmten Zebrastreifen spazieren und kann sich selber mit ihnen fotografieren. Klingt wie Spielerei, ist aber derzeit absoluter State-of-the-Art in Sachen AR, weil hier nicht nur mit 3D-Objekten und Informationsschichten gearbeitet wird, sondern auch mit sogenannten „triggered actions“: Erst die Bewegungen des Nutzers lösen bestimmte Abläufe aus, d.h. die nächste Station der Beatles-Tour wird erst freigeschaltet, sobald die aktuelle absolviert ist.</p>
<p><strong>Kein Wunder</strong>, dass sich die Technik für Schnitzeljagden anbietet: AR Games, die „Treasure Hunts“ und Quizspiele quer durch die Stadt inszenieren, boomen und lassen klassisches Geocaching ganz schön alt aussehen. „Triggern“ (also auslösen) lassen sich dabei alle Arten von Aktionen: Videos, die automatisch am Handy abgespielt werden, sobald ich einen bestimmten Punkt passiere. Die Marseillaise, die ertönt, wenn ich mich in einem Radius von 10 Metern dem Eifelturm nähere. Erfundene Beispiele? Nein, natürlich längst umgesetzt. Stehe ich vor dem Berliner Reichstag, zeigt mir mein Handy den Standort in historischen Ansichten. Und im Kolosseum in Rom brüllen wieder die Löwen.</p>
<p><strong>Sicherlich, das klingt</strong> alles nach technophiler Spinnerei. Das Konzept dahinter ist aber ein mächtiges: Jede Art von Information liegt auf der Straße, zugänglich für jedermann. Die Realität, die dadurch entsteht, mag somit tatsächlich eine „verbesserte“ sein. Abwarten.</p>
<p><em> </em></p>
<blockquote><p><em>Zitat:</em><br />
“All aspects of society will be affected by this: the Government, the arts, social justice, journalism.“ – Mark Wright, Senior Researcher, University of Edinburgh</p></blockquote>
<p>Erschienen im WIENER Nr. 343 / März 2010</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wienerpost.at/2010/02/welt-mit-untertiteln/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Wir stehen erst am Anfang&#8221;</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/02/wir-stehen-erst-am-anfang/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2010/02/wir-stehen-erst-am-anfang/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 20:52:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[NetzREDEN]]></category>
		<category><![CDATA[Augmented Reality]]></category>
		<category><![CDATA[Games]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Tools]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wienerpost.at/?p=2078</guid>
		<description><![CDATA[Was James Cameron einst als  Zukunftsvision für seinen „Terminator“ skizzierte, trägt heute jedermann in der Hosentasche. Der WIENER traf Robert Harm, Spezialist für Augmented Reality, und ließ sich den Hype erklären.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Was James Cameron einst als  Zukunftsvision für seinen „Terminator“ skizzierte, trägt heute jedermann in der Hosentasche. Der WIENER traf <a href="http://www.ihrwebprofi.at/">Robert Harm</a>, Spezialist für <a href="http://www.wienerpost.at/2010/02/welt-mit-untertiteln/">Augmented Reality</a>, und ließ sich den Hype erklären.</p></blockquote>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_2080" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><strong><strong><img class="size-medium wp-image-2080" title="robert harm 2" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/02/robert-harm-2-200x300.jpg" alt="Foto: Karola Riegler" width="200" height="300" /></strong></strong><p class="wp-caption-text">Foto: Karola Riegler</p></div>
<p><strong>Wie funktioniert „Augmented Reality“?</strong></p>
<p>Über das Kamera- bzw. Videobild eines Smartphones wird eine Datenschicht gelegt, die zusätzliche Informationen anzeigt. Diese Datenschicht ist abhängig vom Standort des Benutzers und sehr flexibel, d.h. es können Bilder, Videos, Musik, Karten etc. angezeigt werden – sowohl statisch (wie z.B. Informationstexte), als auch interaktiv (wie Quizfragen).</p>
<p><strong>Seit wann gibt es das?</strong></p>
<p>„Augmented Reality“ ist schon länger ein Thema. Ich kann mich an Installationen auf der Ars Electronica vor zehn Jahren erinnern&#8230; Damals aber eher für Forschung, nicht für die breite Masse gedacht. Das Interessante ist der Sprung, der sich von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Virtuelle_Realit%C3%A4t">„Virtual Reality“</a> zu „Augmented Reality“ vollzogen hat: Bei VI bewegt man sich, z.B. mittels Helm, durch eine pixelige 3D-Landschaft. Bei AR wird ein reales Kamerabild verwendet. Dieser Durchbruch war erst durch die rapide Verbreitung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Smartphone">Smartphones</a>, wie Android oder iPhone möglich.</p>
<p><strong>Welche technischen Voraussetzungen braucht es dafür?</strong></p>
<p>Kamera, GPS und Kompass im Handy. Daher ist AR erst ab dem iPhone 3GS möglich, das Vorgängermodell [3G <em>– Anm.</em>] hatte noch keinen Kompass integriert. Außerdem benötigt man einen Augmented Reality Browser, den man sich im Netz gratis herunterladen kann. Derzeit gibt es zwei international bedeutende Anbieter auf dem Gebiet: <a href="http://www.layar.com/">Layar</a>, eine niederländische Firma, und Mobilizy, eine Firma aus Salzburg, die mit <a href="http://www.wikitude.org/">Wikitude 4</a> den erste AR-Browser anbietet, bei dem jeder seine eigene Augmented Reality programmieren kann. Dafür muss man kein Techniker sein.</p>
<p><strong>Ich kann also eine Datenschicht für meine Wohnung programmieren und sehe dann, in welchem Küchenkastl ich Teller und in welchem ich Gläser habe?</strong></p>
<p>Noch nicht, weil die Satellitengenauigkeit für GPS-Daten noch nicht so präzise ist, aber das wird schon noch kommen. Derzeit wird zum Beispiel an einer Anwendung für IKEA gearbeitet, bei der man Möbelstücke aus dem Katalog auswählen und via Smartphone in der eigenen Wohnung platzieren kann, um zu sehen, wie das aussehen würde. Befindet sich noch in der Entwicklung, kommt aber ganz sicher.</p>
<p><strong>Welche AR Anwendungen nützen Sie denn selber?</strong></p>
<p><a href="http://itunes.apple.com/us/app/pocket-universe-virtual-sky/id306916838?mt=8">„Pocket Universe“</a> zum Identifizieren von Sternbildern. <a href="http://itunes.apple.com/de/app/sun-seeker/id330247123?mt=8">„Sun Seeker“</a> zeigt mir an, wo die Sonne aufgeht – das ist z.B. praktisch bei der Besichtigung von Wohnungen. Und dann hatte ich noch eine App zum Identifizieren von Bergen. Man muss aber auch lernen, mit der Überinformation zurecht zu kommen. Wie strukturiere ich all die Informationen? Verbunden mit einer permanenten Herausforderung, zu selektieren: Was brauche ich wirklich?</p>
<p><strong>Gute Frage: Braucht man das alles wirklich?</strong></p>
<p>Es kann eine Bereicherung sein; ein Anstoß, sich neue Sachen anzuschauen. Ich bin dadurch in Gegenden gekommen, in denen ich vorher nie war, weil man ja meistens nur seine bekannten Wege geht.<br />
Letztlich stellt sich die Frage aber nicht. Als das Fernsehen aufgekommen ist, hat es auch überall geheißen: „Wozu brauch man das? Wir haben doch Radio.“<br />
Aktuell passiert in de technischen Entwicklung im Wochentakt, nein täglich, soviel Neues und Spannendes&#8230; Klar, dass sich nicht alles durchsetzen wird. Nur weil es technisch möglich ist, heißt das noch lange nicht, dass es angenommen wird. Aber die Optionen sind unendlich.<br />
Und wenn die Systeme weiterhin offen gehalten werden, können Anwendungen entstehen, die wir uns noch gar nicht vorstellen können: Was wir heute sehen, ist nur der erste Schritt&#8230;</p>
<blockquote><p><strong>DIE FAKTEN</strong><br />
Mag. (FH) Robert Harm<br />
studierte Informationswirtschaft und –managment in Salzburg, arbeitet als Software Engineer für das Bundesrechenzentrum im Bereich Wissensmanagement, sowie als Freelancer (<a href="http://www.ihrwebprofi.at/">www.ihrwebprofi.at</a>), u.a. an Web-Projekten zum Thema eParticipation und Augmented Reality.</p></blockquote>
<p>Erschienen im WIENER Nr.343 / März 2010</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wienerpost.at/2010/02/wir-stehen-erst-am-anfang/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die wahre Revolution</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/02/die-wahre-revolution/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2010/02/die-wahre-revolution/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 11:44:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Kröß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesestoff]]></category>
		<category><![CDATA[Technik & Tools]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Tools]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wienerpost.at/?p=1091</guid>
		<description><![CDATA[Für die meisten Kritiker ist es nur ein überdimensionales iPhone. Wieviel im neuen iPad aber wirklich steckt und warum es eine neue Ära der Computer einleiten wird - Martin Kröß hat sich für den WIENER schlau gemacht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Für die meisten Kritiker ist es nur ein überdimensionales iPhone. Wieviel im neuen iPad aber wirklich steckt und warum es eine neue Ära der Computer einleiten wird &#8211; <a href="http://inshunyata.tumblr.com/">Martin Kröß</a> hat sich für den WIENER schlau gemacht.</p></blockquote>
<div id="attachment_1095" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/02/his-steveness.jpg"><img class="size-medium wp-image-1095" title="his steveness" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/02/his-steveness-300x199.jpg" alt="&quot;His Steveness&quot; bei der lang erwarteten Apple Keynote" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;His Steveness&quot; bei der lang erwarteten Apple Keynote</p></div>
<p>Der Aktienkurs steigt, die Glasfaserkabeln glühen. Es wird getwittert, gebloggt und gedruckt. Die Gerüchte überschlagen sich, der Puls der Medien steigt. Die Schlagzeilen verkünden die Ankunft des „Heiligen Grals“ der Technik und fantasieren über die eierlegende Wollmilchsau unter den Computern. Wie schon drei Jahre zuvor, bei der Vorstellung des iPhones, wächst der Hype ins Unermessliche bis <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Steve_Jobs">Steve Jobs</a> schließlich die Bühne betritt.</p>
<p>Es geht ein Raunen durch das Publikum, als der Konzernchef von Apple das Gerät unter einem schwarzen Tuch hervorzaubert &#8211; schließlich der erlösende Applaus. Ein biblischer Vergleich drängt sich auf. <a href="http://www.blogcdn.com/www.engadget.com/media/2010/01/apple-creation-0071-rm-eng.jpg">Wie Moses, der die Steintafeln mit den 10 Geboten</a> seiner Gefolgschaft präsentiert, hält Jobs das iPad in die Kameras dieser Welt.</p>
<p style="text-align: left;">Anschließend stürmen die Journalisten vor Ort die Präsentationshallen um das neue iPad in Händen halten zu können. Sie testen, drehen und wenden es. Sie surfen, spielen, tippen und etwas seltsames passiert. Stimmen der Entäuschung werden hörbar, die ersten Berichte, Tweets und Blogs sprechen von Enttäuschung. Die beschworene Revolution scheint abgeblasen. Doch eine Revolutionen kündigen sich nicht immer mit Pauken und Trompeten an, sondern verläuft oft schleichend und im Verborgenen.</p>
<p>Oberflächlich betrachtet wirkt das iPad wie ein großes iPhone inklusive Hometaste, 10 Zoll Touchscreen, Kopfhöreranschluss, Lautstärkenregelung und angebissener Apfel auf der Aluminium Rückseite.</p>
<p>Der Tablet PC verfügt über Internetzugang via WiFi und Mobilfunk. Es beherrscht Internet, E-Mails, Photos, Videos, Musik, E-Books und Spiele aus dem FF. Inhalte lassen sich auf das iPad übertragen oder direkt über den iTunes Store via Internet herunterladen.</p>
<p>Im Inneren schlummert ein brandneuer Chip aus dem Hause Apple. Das iPad ist durch ihn wesentlich schneller als das iPhone 3GS. Inhalte laden unmittelbar und die Funktionen reagieren im Sekundenbruchteil. Der Akku hält außerdem 10 Stunden im Betrieb und einen ganzen Monat im Standby. Damit übertrifft es jeden Laptop bei Weitem.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/02/ipad-iwork.jpg"><img class="size-full wp-image-1097 aligncenter" title="ipad-iwork" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/02/ipad-iwork.jpg" alt="Der heilige Gral: Kaum ein Produkt wurde in der Branche so sehnsüchtig erwartet wie das iPad von Apple." width="576" height="249" /></a>Dennoch sind die Kritiken harsch. Es gäbe keine physische Tastatur, kein auswechselbarer Akku, kein USB Anschluss und keine eingebaute Kamera. Deja-Vu? Dem iPhone erging es vor 3 Jahren genauso und heute ist es das erfolgreichste Handy am Markt. Dieser Fehler schein sich beim iPad zu wiederholen, denn die meisten Kritiker übersehen dabei die wahre Revolution, die im iPad steckt. Das Konzept des Computers und wie wir ihn benutzen steht an einem entscheidenden Wendepunkt und ist im Begriff sich neu zu erfinden.</p>
<p>Über die letzten 20 Jahre hatte sich das Konzept des Computers nicht wesentlich verändert. Die grafische Oberfläche, Eingaben via Tastatur und Maus, Ordner und Dateien. All diese Elemente bestimmen unseren Umgang mit Computern. Der Umfang und die Komplexität hat jedoch mit der Zeit zugenommen. Es müssen Programme und Treiber installiert sowie Einstellungen vorgenommen. PC&#8217;s stürzen ab, Funktionen verweigern ihren Dienst, Daten gehen verloren. Dabei sollten sie die Arbeit des Menschen erleichtern, schlicht dafür sorgen, das unser Alltag effizienter wird.</p>
<p>Computer sollten mehr wie Haushaltsgeräte sein. Einfach zu bedienen. Wer einen Tee kochen will sollte nicht wissen müssen, wie man einen Wasserkocher zusammenbaut. Der Mehrheit der Menschen braucht Computer um im Internet surfen zu können oder E-Mails zu versenden. Sie wollen ihre Photos Verwandten zeigen und Videos ansehen und nicht mit komplizierter Technik beschäftigen müssen und sollte es auch nicht.</p>
<p><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/02/ipad-photo.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1109" title="ipad-photo" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/02/ipad-photo-300x174.jpg" alt="ipad-photo" width="300" height="174" /></a>Das iPad ist ein erster Schritt hin zu einem neuen Konzept um Computer einfacher und damit effizienter zu machen. Von der 60 jährigen Großmutter bis zum 4 jährigen Schulkind kann jeder damit umgehen &#8211; ohne Vorkenntnisse und ohne mühsam erworbenes Wissen. Die Bedienung erfolgt mit den Fingern. Von Treibern und langwierigen Installationen keine Spur. Ordner und Dateien treten in den Hintergrund und machen Platz für Inhalte wie etwa Photos, Videos oder Musik. Das Chaos verschwindet. Schluss mit vielen offenen Fenstern und Programmen, die sich ein und ausblenden lassen, Taskleisten und komplizierten Funktionen. Einfach und intuitiv.</p>
<p>Zu einfach für diejenigen, die es gewohnt sind, an ihren Kisten herumzuschrauben und mit antrainierten Wissen ihren PC im Zaum zu halten. Aber für diese Minderheit ist das iPad auch nicht gedacht, sondern <a href="http://www.robertlender.info/blog/archives/3043-Meine-Bekannte-und-das-iPad">für die Mehrheit &#8211; für die, die sich damit nicht herumschlagen wollen</a>. Es ist kein Ersatz für den PC, sondern eine neue Art von PC. Einer für den Durchschnittsuser, der für seine Anwendung sorgenfrei und allzeitbereit zur Verfügung steht. Einfach zu bedienen und für 90 Prozent aller Aufgaben hinreichend gerüstet.</p>
<p>Der Computer als professionelles Arbeitsgerät, etwa zum Bearbeiten von Fotos und Grafik, erstellen von Videos und Aufnahme von Musik, wird nicht untergehen, aber seine Bedeutung für die Masse wird schwinden. Es ist ein Schritt weg von der heute selbstverständlichen Annahme, dass Technik nunmal kompliziert sei und ein Bekenntnis dazu, das Technik unser aller Leben einfacher machen sollte. Hier liegt die wahre Revolution.</p>
<p style="text-align: center;">
<blockquote><p><strong>DIE FAKTEN:</strong><br />
Ab April in Österreich<br />
Das Ipad wird als WiFi oder WiFi+3G Modell erhältlich sein mit einer Festplattengröße von 16, 32 oder 64 GB. Die Mobilnetzpartner und Preise stehen im Moment noch nicht fest.<br />
<a href="http://www.apple.at/ipad">www.apple.at/ipad</a></p></blockquote>
<p>Erscheint im WIENER Nr.343 / Februar 2010</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wienerpost.at/2010/02/die-wahre-revolution/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
