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	<title>WIENER &#187; Wirtschaft</title>
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		<title>Die Krise hinter der Krise</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 12:50:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roman Huber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Griechenland vor der Pleite, das europäische Bankensystem am Abgrund:  Die Negativmeldungen reißen nicht ab. Kein Grund, in Panik zu geraten.  In Zeiten des Markt-Wahnsinns loh&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/10/die-krise-hinter-der-krise/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-27948" title="euro-freedigi" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/10/euro-freedigi-300x218.jpg" alt="" width="300" height="218" /><strong>Griechenland vor der Pleite,</strong> das europäische Bankensystem am Abgrund:  Die Negativmeldungen reißen nicht ab. Kein Grund, in Panik zu geraten.  In Zeiten des Markt-Wahnsinns lohnt es sich, einen ruhigen Kopf zu  bewahren. <img title="Weiterlesen..." src="http://www.romanhuber.eu/wordpress/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /></p>
<p>Der Euro-Rettungsschirm war noch nicht beschlossen, als Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel Anfang der Woche ihre Gangart änderten. Das europäische Schattenkabinett sprach plötzlich offen von einem Haircut für Griechenland. Bis zu 60 Prozent der griechischen Schulden könnten nichtig gestellt werden.</p>
<p>Diese Lösungsidee ist nicht neu. Ich selbst habe sie <a title="wiener-online: Haircut für die EU?" href="http://www.wiener-online.at/2011/05/friseurbesuch-fur-die-gesamte-eu/">bereits vor einem halben Jahr gefordert</a>. Doch noch vor einigen Monaten warnten Banken und Ratingagenturen: Ein Haircut würde als Bankrotterklärung Griechenlands gewertet mit schweren Folgen für das Finanzsystem. In Folge waren die EU-Politiker stets bedacht, diese Lösung vehement auszuschließen. Jede gegenteilige Meldung wirkte sich sofort negativ auf den Eurokurs aus.</p>
<p>Doch zu meinem Erstaunen war das diesmal nicht so. Merkels Aussage zu einem Schuldenerlass folgte ein Kurssprung der Gemeinschaftswährung. Innerhalb eines Tages sprang der Euro von 1,34 US-Dollar auf 1,36 US-Dollar. Hintergrund dürften die hervorragenden Exportzahlen Deutschlands sein – die einzig plausible Erklärung.</p>
<p>Dieser Kurssprung hat aber eine zweite Bedeutung, die nicht zu unterschätzen ist: Die Märkte haben den Griechen-Bankrott offenbar bereits eingerechnet. Marktteilnehmer, die mit Euro handeln, sind sich längst bewusst, dass ein Schuldenschnitt kommen muss. Dementsprechend blieb der Schock aus, als diese Möglichkeit ernsthaft in Erwägung gezogen wurde.</p>
<p>Viel wichtiger war das Signal der Exportwirtschaft. Sie zeigt, dass Europas Wirtschaft zwar stottert, aber dennoch läuft. Auch eine weitere Ankündigung dürfte die Märkte beruhigt haben: Merkel und Sarkozy haben umfassende Bankhilfen angekündigt. Die werden auch nötig sein, denn bis zu 180 Milliarden Euro Schuldenerlass sind keine Kleinigkeit.</p>
<p>Für mich zeigt das immer mehr, dass die Eurokrise eigentlich ein Nebenschauplatz der seit 2008 tobenden Bankenkrise ist. Denn es sind die Geldinstitute, die einen Haircut bisher verhindert haben und damit die Eurokrise künstlich in die Länge gezogen haben. Zu groß war die Angst vor weiteren Milliardenverlusten, zu groß die Zahl der Leichen im Keller.</p>
<p>Der Haircut für Griechenland wird kommen. Doch entgegen aller düsteren Szenarien wird es den Euro danach noch immer geben. Nur bei einigen Banken bin ich mir da nicht so sicher.</p>
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		<title>Wir verändern die Welt</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jul 2011 22:40:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Wieser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feature]]></category>
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		<description><![CDATA[Nachdem Martin Essl mehrere Nächte schlecht geschlafen hatte, beschloss er eines Morgens dem Tod nicht länger das Feld zu überlassen. Ein verzweifelter Hilferuf hatte ihn über&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/07/wir-verandern-die-welt/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/07/essl.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-25239" title="essl" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/07/essl-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a>Nachdem Martin Essl mehrere Nächte schlecht geschlafen hatte, beschloss er eines Morgens dem Tod nicht länger das Feld zu überlassen. Ein verzweifelter Hilferuf hatte ihn über Umwege erreicht und ihm die Ruhe geraubt: „Wir haben kein Geld, um die Minen wegzuräumen!“, klagten die Bewohner von Karlovac. Fünf Jahre später war die kroatische Stadt frei von den versteckten, lebensbedrohenden Relikten des langen, blutigen Balkankrieges. Was in dieser Zeit geschehen war, umschreibt der bauMax-Chef so: „Wir haben mit Hilfe vieler Freunde und Geschäftspartner von bauMax, internationaler Hilfsfonds und durch die Einbeziehung der Politik eine Hebelwirkung erzielt …“</p>
<p>Martin Essl sitzt in seinem Büro in der bauMax-Zentrale in Klosterneuburg. Seine Sätze formuliert er mit Bedacht, zurückgelehnt, mit offenem Blick. Der vierfache <a title="wiener-online: Väter" href="http://www.wiener-online.at/2011/05/nr-3-liebt/">Familienvater</a> erzählt, dass er jeden Tag um fünf Uhr früh aufsteht, um in der Bibel zu lesen; und er sagt, dass ihm seine persönliche Beziehung zu Gott wichtig ist. Weil Gott „mich durchträgt, durch schöne, aber auch durch schwierige Zeiten“. Wenn Essl über Gott spricht, lässt die Klarheit seiner Aussagen keinen Spielraum für Interpretationen. Wenn er über „die Einbeziehung der Politik spricht“, klingen manche seiner Sätze so, als hätte er zuvor im Handbuch für fortgeschrittene Diplomatie nachgeschlagen.</p>
<p>Was in Kroatien tatsächlich passiert ist, will Essl im Detail nicht erzählt wissen. Diese Geschichte handelt von martialisch auftretenden Geschäftsleuten; seltsamen Gestalten, für die mit der Krise in Karlovac Goldgräberzeiten angebrochen schienen, und einer sehr, sehr intensiven Beschäftigung mit dem Thema Entminung. Denn: „Nach dem ersten Fund Raising-Event mussten wir feststellen, dass die bisherigen Entminungsaktivitäten unprofessionell und überteuert umgesetzt wurden“, sagt Essl. Tatsächlich spricht der bauMax-Chef über Kroatien nur, weil er erklären will, wodurch eine der einschneidendsten Änderungen seines Lebens ausgelöst wurde. Kroatien war der Anlassfall für einen Beschluss, den Essl ganz und gar undiplomatisch formuliert: „Meine Frau und ich haben vor fünf Jahren die Entscheidung getroffen, einen wesentlichen Teil unseres bisher erarbeiteten Vermögens der Gesellschaft zurückzugeben.“</p>
<h4>Das Prinzip Empathie</h4>
<p>Warum aber, und diese Frage ist bisher nicht beantwortet, kann jemand nicht schlafen, wenn es Menschen, die in einer hunderte Kilometer entfernten, knapp 60.000 Einwohner zählenden Stadt leben, schlecht geht? „Das ist im Prinzip ein normales Verhalten von uns Menschen“, sagt Essl, „nämlich das Prinzip der Nächstenliebe. Mir ist es nicht egal, wenn es anderen nicht gut geht.“ Was Essl als „Prinzip der Nächstenliebe“ beschreibt, scheint – nicht zwingend vom göttlichen Funken erfasst – als „Prinzip Empathie“ zum Trend-Thema des 21. Jahrhunderts zu werden.</p>
<p>In einem WIENER-Interview (Ausgabe 355) sagte der deutsche Rock-Star Herbert Grönemeyer: „Wenn man die Welt als seine Familie betrachtet, dann müssen die, denen es gut geht, für die sorgen, denen es schlecht geht. … Ich denke, wir rücken langsam näher zusammen.“ </p>
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		<title>Ohne Investition zum Scheitern verurteilt</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2011/06/ohne-investition-zum-scheitern-verurteilt/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Jun 2011 06:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roman Huber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Durch den Bologna-Prozess gibt es seit mehreren Jahren in Österreich  Universitätsabsolventen mit einem Bachelor als Abschluss. Doch die  Akzeptanz bei Wirtschaft und Student&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/06/ohne-investition-zum-scheitern-verurteilt/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/06/Hoersaal.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-23972" title="Hoersaal" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/06/Hoersaal-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><strong>Durch den Bologna-Prozess</strong> gibt es seit mehreren Jahren in Österreich  Universitätsabsolventen mit einem Bachelor als Abschluss. Doch die  Akzeptanz bei Wirtschaft und Studenten für den neuen Titel ist gering  bis gar nicht vorhanden. Das liegt vor allem an einem grundlegenden  Fehler bei der Einführung der Bologna-Struktur.</p>
<p>Denn die  Politiker haben etwas nicht bedacht: Der Bachelor ist als neuer Titel  auch eine Art neues „Produkt“ am Arbeitsmarkt. Wenn man nun vergleicht,  wie viel Geld Unternehmen in die Innovation neuer Waren, Artikel oder  Dienstleistungen stecken, wird schnell klar, warum die Einführung des  Bachelors nicht von Erfolg gekrönt war.</p>
<h4>Stümperhafte Produkteinführung</h4>
<p>Will ein Unternehmen ein  neues Produkt auf den Markt bringen, sind Investitionen in die  Entwicklung des Angebotes der erste Schritt. Nach ersten Prototypen und  Tests ist die Ware dann marktreif. Es folgt Schritt 2: die Einführung.  Auch hier muss kräftig in Werbung und PR investiert werden, um das  Produkt beim Kunden bekannt zu machen und Käufer zu begeistern. Erst  nach diesen beiden Schritten kommt eine Wachstumsphase und das  Unternehmen beginnt, mit dem neuen Angebot Geld zu verdienen.</p>
<p>Und  wie ist die Bundesregierung vorgegangen, als das neue „Produkt“  Bachelor eingeführt wurde? Erst hat sich die Regierung Schüssel nicht  dazu bekannt und der EU die Schuld für die Änderungen in die Schuhe  geschoben. Dann wollte man unbedingt die Magistertitel und  Diplom-Ingenieure behalten, Mastertitel waren zu anglizistisch.  Gleichzeitig kam man auf die glorreiche Idee, die Unis neu zu  strukturieren und ihre Finanzierung auf Rahmenpläne umzustellen – das  Universitätsgesetz 2002 war geboren. Ziel der Aktion waren allerdings  nicht Investitionen in die Bildung sondern die Kürzung der Ausgaben für  den tertiären Sektor. Als Draufgabe wurden die Studiengebühren nicht zur  Finanzierung der Unis verwendet, sondern zum Stopfen von Budgetlöchern.</p>
<p>Alle diese Punkte sind das Gegenteil davon, was man  Investition nennen könnte. Der Bachelor stand also von vornherein unter  einem schlechten Stern. Dementsprechend war das „Produkt“ Bachelor auch  alles andere als marktreif, als es schließlich eingeführt wurde.  Vielfach wurde ein achtsemestriges Studium einfach auf sechs Semester  zusammengestrichen oder aus dem ersten Abschnitt eines Diplomstudiums  wurde ein Bachelorstudium.</p>
<h4>Nicht arbeitsmarktfähig</h4>
<p>Die Reaktion der Öffentlichkeit  entsprach genau dieser Entwicklung. Weder Wirtschaft <a title="wiener-online: Interview zu #unibrennt" href="http://www.wiener-online.at/2009/12/luca-hammer/">noch Studenten  akzeptieren</a> diesen Abschluss. Er bietet keine vernünftige  Berufsausbildung. Selbst die Mehrzahl europäischer <a title="Presse: WU-Klage als Vorbild?" href="http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/669773/UniPolitik_WUKlage-als-Vorbild-fuer-andere-Unis?_vl_backlink=/home/bildung/universitaet/index.do" target="_blank">Universitätsrektoren</a> hält den Titel nicht für arbeitsmarktfähig. Nicht einmal die  Bundesregierung, die den Bologna-Prozess vorantreibt, sieht den  Abschluss als gleichwertig zum Magister an. <a title="Presse: Bachelor nicht gleichwertig" href="http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/649548/BachelorGehalt_Bund-kein-Vorbild" target="_blank">Im Staatsdienst kann man als  Bachelor kein A-Beamter werden</a> und ist damit einem Maturanten  gleichgestellt.</p>
<p>Heute hat der Bachelorabschluss ein Renommee,  das nicht einmal die beste PR-Strategie verbessern könnte. Das Einzige,  was helfen würde, wäre zurück zum Start. Die Studienpläne müssen  überarbeitet werden und der Staat muss viel Geld in diese neue  Ausbildung und damit in die Universitäten investieren. Denn nur gut  ausgebildete Bachelorabsolventen können das Ansehen des Titels noch  retten. Leider macht die österreichische Bundesregierung genau das  Gegenteil – das Scheitern dieser Uni-Politik ist so gut wie sicher.</p>
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		<title>Friseurbesuch für die gesamte EU</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2011/05/friseurbesuch-fur-die-gesamte-eu/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 May 2011 19:37:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roman Huber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lassen Sie mich eine These erörtern, die vielleicht radikal klingt aber das Schuldenproblem Europas lösen könnte. Außerdem würde sie  Staatsanleihen als das entlarven, was sie&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/05/friseurbesuch-fur-die-gesamte-eu/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/05/euro_ambro.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-23957" title="euro_ambro" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/05/euro_ambro-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a><strong>Lassen Sie mich eine These erörtern, die vielleicht radikal klingt</strong> aber das Schuldenproblem Europas lösen könnte. Außerdem würde sie  Staatsanleihen als das entlarven, was sie sind: die unsicherste  Anlageform der Geschichte. Wovon ich spreche: ein Haircut für alle  EU-Staaten.</p>
<p>Allen politischen Beteuerungen zum Trotz  sollten die Verantwortlichen langsam einsehen, dass Griechenland die  Schuldenlast nicht tragen kann, Selbes gilt für Portugal. Nur Irland  traue ich zu, selbst aus der Schuldenkrise zu kommen. In einer  politischen Gemeinschaft wie der EU sollte das auch weiter kein Problem  sein.</p>
<h4>Die Schulden der anderen</h4>
<p>Warum es dennoch eines ist: In einem irregeleiteten Nationalgefühl  versuchen die Staatschefs – allen voran Merkel und Faymann – ihre Wähler  davor zu bewahren “die Schulden der anderen zu bezahlen”. Damit treffen  sie scheinbar auch den Zeitgeist der meisten Europäer. Längst ist nicht  mehr das Gemeinsame wichtig, sonder jeder Mitgliedstaat versucht für  sich selbst das Beste aus der EU zu ziehen.</p>
<p>Da gibt es einen Steuerwettbewerb, Länder wie Deutschland, Österreich  und die Niederlande versuchen alles um ihre Exportindustrie zu stützen,  ohne Rücksicht darauf, ob die weniger entwickelten Partnerstaaten da  mitkommen. Wenn diese dann in Schulen ersticken, will man damit nichts  zu tun haben.</p>
<p>Soweit zur aktuellen Stimmungslage. Etwas übersehen aber die  Exportnationen: Das Klammern an der exportorientierten Wirtschaft bringt  Probleme. Unternehmen lassen sich nicht so weiteres dazu überreden, im  Land zu bleiben. Da braucht es Förderungen und möglichst keine  Gehaltserhöhungen. So sinken die Realeinkommen in diesen Ländern seit  Jahren. Das wiederum belastet den Staatshaushalt, da er nicht so viel  Steuern eintreiben kann, wie es angesichts der Wirtschaftsleistung  möglich wäre. Die Überalterung tut ihr Übriges.</p>
<h4>Zukunftsszenario Griechenland</h4>
<p>Daraus folgt: In spätestens zehn bis 15 Jahren sind wir dort, wo  Griechenland jetzt ist. Warum aber sollten wir so lange warten? Wenn es  heute schon klar ist, dass wir in Zukunft die Staatsschulden nicht mehr  tilgen können, wäre es doch vernünftig, diese heute schon zu  egalisieren. <a title="wikipedia: Haircut" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Haircut_%28finance%29" target="_blank">Ein Haircut</a> von 70 Prozent in der gesamten EU würde den  Staaten und der Gemeinschaft wieder Handlungsspielraum verschaffen.</p>
<p>Für die Weltwirtschaft freilich wäre das ein gewaltiger Schlag.  Plötzlich würden nicht mehr die Staaten haften. Die zuvor  “verstaatlichten” Schulden der Finanzwirtschaft würden wieder auf diese  zurückfallen. Etliche Banken würde das in den Ruin treiben. Vermutlich  wäre die folgende Rezession härter, als das eine magere Jahr nach der  Subprime-Krise. Fiskalpolitische Maßnahmen wären nötig. Allerdings wäre  nun jenes Geld vorhanden, das zuvor als Zinsen abgeliefert werden  musste.</p>
<p>Das alles klingt sehr radikal und die Auswirkungen sind kaum  absehbar. Aber angesichts der Fundamentaldaten bin ich eher für das Ende  mit Schrecken als den Schrecken ohne Ende. Denn eines ist für mich  klar. Der Schuldenschnitt für Österreich und Deutschland wird kommen.  Entweder als Haircut oder als Inflation.</p>
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		<title>Jobs Teilung</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 07:30:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Kröß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Apple und Steve Jobs – oder besser Steve Jobs’ Apple. Kein anderes Unternehmen ist so mit seinem Chef verbunden wie er. Tatsächlich ist Apple ohne Jobs für viele nicht vorstellbar&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/03/jobs-teilung/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/Jobs_Teilung.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-13373" title="Jobs_Teilung" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/Jobs_Teilung-300x261.jpg" alt="" width="300" height="261" /></a>Apple und <a title="wiener-online: Steve Jobs" href="http://www.wiener-online.at/2010/07/der-begnadete-mistkerl/">Steve Jobs</a> – oder besser Steve Jobs’ Apple. Kein anderes Unternehmen ist so mit seinem Chef verbunden wie er. Tatsächlich ist Apple ohne Jobs für viele nicht vorstellbar, weshalb es auch nicht erstaunt, dass die Nachricht über seinen erneuten krankheitsbedingten Rückzug Mitte Jänner hohe Wellen schlug. In einer E-Mail (siehe unten) an alle Mitarbeiter verkündete er seinen breits dritten Rückzug in den vergangenen zehn Jahren – diesmal auf unbestimmte Zeit. Der Aktienkurs sank, trotz der Veröffentlichung von Rekordumsätzen am Vortag, binnen weniger Minuten um knapp acht Prozent. Viele Analysten sehen für die Zukunft Apples schwarz, sollte er nicht zurückehren, schließlich sei Jobs zu komplex, als dass ihn eine Person ersetzen könnte. Seit geraumer Zeit jedoch bildet sich um Jobs ein Vierergespann, dass sein Vermächtnis weiterführen kann.</p>
<h4>Die Vier aus dem Hintergrund</h4>
<p>Angeführt wird es von Tim Cook, der als Chief Operating Officer seit 13 Jahren im Hintergrund für den effizienten Ablauf und den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens sorgt. Er schrumpfte die Lagerkapazitäten, erhöhte den Umsatz und stabilisierte Apples Finanzen. Er war auch maßgeblich für große Verträge mit der Musikindustrie und Hollywood verantwortlich und sicherte so den Aufbau von iTunes als Medienplattform. Der preisgekrönte Chefdesigner Jonathan Ive ist der Kopf hinter den kreativen Designs von Apple. Er kreierte den ersten iPod und seine Design- Ideen werden von der gesamten Konkurrenz beneidet und kopiert. Softwareentwickler Scott Forstall ist hauptverantwortlich für die Entwicklung der iOS-Software, die im iPhone, dem iPad und den neuen iPods zum Einsatz kommt und das Kernstück zukünftiger Produkte bildet. Der letzte im Bunde ist Marketingchef Phil Schiller, der Apple innerhalb weniger Jahre aus einem zunehmend tristen Nischendasein auf den Massenmarkt katapultiert hat.</p>
<h4>Überlebt die Inspiration?</h4>
<p>Gemeinsam verkörpern diese vier Manager verschiedene Aspekte Jobs’ – Cook als verhandlungsstarker, effizienter und autoritärer Manager, Ive als begnadeter Designer, Forstall als pragmatischer Entwickler und Schiller als charismatischer Verkäufer. Nur die Inspiration Jobs’, die ist schwer ersetzbar – auch durch diese vier.</p>
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		<title>Green Economy</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 13:30:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Insekten erbringen jährlich 110 Milliarden Euro an Bestäubungsleistungen. Die Korallenriffe erwirtschaften pro Jahr 127 Milliarden Euro, rechnet die Studie &#8220;Die Öko&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/02/green-economy/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/Blaue-Jungfer.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11883" title="Blaue Jungfer" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/Blaue-Jungfer-300x229.jpg" alt="Blaue Jungfer" width="300" height="229" /></a>Insekten erbringen jährlich 110 Milliarden Euro an Bestäubungsleistungen. Die Korallenriffe erwirtschaften pro Jahr 127 Milliarden Euro, rechnet die Studie &#8220;Die Ökonomie von Ökosystemen und Biodiversität&#8221; vor. Der Verlust der Artenvielfalt und die Zerstörung von Ökosystemen werden insbesondere Entwicklungsländer treffen, darüber sind sich die ExpertInnen einig. Mangelnder Umweltschutz verursache nicht nur wirtschaftliche Verluste für Unternehmen und Industriestaaten, sondern auch die fortschreitende Verarmung der Bevölkerung in Entwicklungsländern.</p>
<p>Von 16. bis 18. Februar 2011 diskutieren rund 80 internationale ExpertInnen in Wien den Mehrwert von Green Economy für Armutsminderung. Beim 16. Treffen des <a title="PEP" href="http://www.povertyenvironment.net/about_pep" target="_blank">&#8220;Poverty and Environment Partnership&#8221; (PEP)</a> in der Diplomatischen Akademie geht es darum herauszufinden, wie nationale Politiken aktiv zu grüner, menschen- und umweltfreundlicher Wirtschaft beitragen und die Millenniums-Entwicklungsziele zur Reduktion der weltweiten Armut erreicht werden können. Anhand von Green Economy-Beispielen aus Kenia, Indonesien oder Moldau wird gezeigt, wie Green Economy in der Praxis bereits funktioniert.</p>
<p>Green Economy wird auch für die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit immer wichtiger; der 2009 verabschiedete Strategische Leitfaden Umwelt und Entwicklung der österreichischen Entwicklungspolitik enthält dazu eine Reihe von Zielen und Aktivitäten. &#8220;Umweltschutz ist neben Armutsminderung und Friedenssicherung eines der drei großen Ziele der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit&#8221;, betont Brigitte Öppinger-Walchshofer, Geschäftsführerin der <a title="ADA" href="http://www.entwicklung.at/index.php?id=15" target="_blank">Austrian Development Agency </a>(ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. &#8220;Energieeffizienz, ökologische Landwirtschaft oder saubere Produktion sind nur drei wichtige Themen unseres Engagements in diesem Bereich&#8221;, so Öppinger-Walchshofer. Konkret fördert die ADA etwa über eine Wirtschaftspartnerschaft die Novella Afrika-Initiative von Unilever. Dabei geht es darum, den Allanblackia-Baum nachhaltig zu nutzen und für die BäuerInnen faire Abnahmepreise zu garantieren. [Wien - OTS]</p>
<h4>Termintipp</h4>
<p>Podiumsdiskussion: &#8221; Was kostet die (Um)Welt?&#8221;<br />
Joshua Bishop, Chef-Ökonom der Weltnaturschutzunion &#8211; International Union for Conservation of Nature (IUCN), und Haripriya Gundimeda, Professorin am Indian Institute of Technology Bombay, erklären, wie der wirtschaftliche Wert von Ökosystemen erhoben wird und was diese Berechnungen zu nachhaltiger Entwicklung betragen können.</p>
<ul>
<li><strong>Wann?</strong> Donnerstag, 17. Februar 2011, um 18.30 Uhr</li>
<li><strong>Wo?</strong> Diplomatische Akademie, Favoritenstraße 15a, 1040 Wien</li>
<li><strong>Einladung:</strong> <a title="Was kostet die (Um)Welt?" href="http://www.entwicklung.at/fileadmin/media/Termine/Einladung_DialogEntwicklung_Umwelt.pdf" target="_blank">PDF &#8211; hier</a></li>
</ul>
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		<title>Der Puffvater</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2010/11/der-puffvater/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Nov 2010 07:02:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Ginzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Bordell]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäft]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Puff]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmer]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses Bild zeigt Alexander Gerhardinger an seinem Arbeitsplatz. Ja, normalerweise räkelt er sich nicht acht Stunden in einem Meer  nackter Schönheiten; wir haben da &#8211; ok&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/11/der-puffvater/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-medium wp-image-9061" title="WIE352_goldentime_c_payyr" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/11/WIE352_goldentime_c_payyr-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" />Dieses Bild zeigt Alexander Gerhardinger an seinem Arbeitsplatz.</strong> Ja, normalerweise räkelt er sich nicht acht Stunden in einem Meer  nackter Schönheiten; wir haben da &#8211; okay, zugegeben &#8211; ein wenig  nachgeholfen, um die Basis seines Business-Plans unzweifelhaft zu  enthüllen. Herr Gerhardinger, pardon, Dr. Gerhardinger ist Puffvater.  P-u-f-f-v-a-t-e-r. Ihm gehört der Saunaclub &#8220;Goldentime&#8221; in  Wien-Simmering. Ein Traumjob? Routine eher, so reizvoll unsere  knappe, neun Buchstaben umfassende Job-Description seinen beruflichen  Alltag auch erscheinen lassen mag. Der ist aber natürlich nicht frei  von Höhepunkten: In seinem Buch &#8220;Pufferzone &#8211; Wie man ein Bordell  betreibt&#8221; berichtet er von seinen Erlebnissen im Rotlichtmilieu: dem  knallharten Konkurrenzkampf der großen Bordelle, den bizarren  Wünschen mancher Kunden und den Trends im Sex-Business.</p>
<p><strong>Mit Sicherheit ist Dr. Gerhardinger im Geschäft mit dem Sex</strong> eine  Ausnahmeerscheinung. Er verkörpert das genaue Gegenteil des Zuhälters  aus unserer Fantasie. Mit einem Doktortitel in Betriebswirtschaft und  einigen Erfahrungen in der Immobilienbranche ist er vor zehn Jahren  in die Tiefen der Rotlicht-Branche eingedrungen. Den im Zuge der  Sauna-Affäre (der ehemalige Betreiber des &#8220;Goldentime&#8221; wurde 2006  wegen Verdacht auf Menschenhandel festgenommen. Zwei Jahre später  starb er an einem Herzinfarkt, Anm. ) in Verruf geratenen Club  &#8220;Goldentime&#8221; verwandelte er buchstäblich in ein Vorzeigepuff, in dem  heute 60 Prostituierte auf eigene Rechnung arbeiten und durch das  Eintrittsgeld einen Monatsumsatz von 300.000 Euro erwirtschaften. Zum  Interview begrüßt uns ein stattlicher Mann in elegantem Anzug, einer,  der einen geradezu konservativen Eindruck hinterlässt.</p>
<p><strong>Herr Gerhardinger, ist ein Bordellbesitzer wie Sie eigentlich  verheiratet?</strong> Nein. Ich habe eine Bekanntschaft, aber keine enge  Beziehung.</p>
<p><strong>Ist das Konzept der Ehe mit Ihrem Beruf nicht vereinbar?</strong> Ich würde  prinzipiell viel vom Konzept der Ehe halten. Ich sehe nur, dass es  leider häufig nicht funktioniert. Obwohl ich denke, dass ein  Bordellbesuch gut für die Ehe ist. Es ist viel schlechter eine  Freundin zu haben, denn eine Prostituierte würde nie eine Ehe  zerstören. Frauen, die sagen: &#8220;Mein Mann soll gefälligst gar nichts  tun&#8221;, sind komplett am falschen Dampfer. Das ist eine Illusion.</p>
<p><strong>Wie stellen sich die Menschen Ihren Job vor?</strong> Mir werden immer die  abenteuerlichsten Fragen gestellt, weil sich keiner ausmalen kann,  was ich mache. Die einen sagen, es sei fürchterlich und halten mich  für einen Sklavenhändler. Auf der anderen Seite glauben viele  Bekannte und Gäste, ich sei im Paradies und hätte den besten Job der  Welt, was natürlich auch nicht stimmt.</p>
<p><strong>Haben Sie das Buch geschrieben, um sich nicht ständig erklären zu  müssen?</strong> Ja, auch. Das Buch beantwortet viele Fragen, ich kann ja  nicht ständig einen Tag der offenen Türe machen.</p>
<p><strong>Gab es denn schon einmal einen Tag der offenen Tür bei Ihnen?</strong> Ja,  bei meinem ersten Projekt, dem Napoleonhof in Linz, habe ich das  einmal gemacht. Ich habe aus Höflichkeit die Frau des Bürgermeisters  und ein paar Damen der Gesellschaft eingeladen und hätte nie gedacht,  dass sie wirklich kommen. Sie haben uns gestürmt und tausende Fragen  gestellt.</p>
<p><strong>Ihr Buch beginnt mit den Schattenseiten des Berufs: Sie kommen in  gefährliche Situationen und tragen zwei Waffen bei sich. Warum tun  Sie sich das an?</strong> Viele Leute glauben, man macht es nur wegen des  Geldes, aber es ist auch sehr viel Abenteuerlust dabei. Würde ich  nicht diesen Job machen, wäre ich womöglich Kriegsberichterstatter  geworden. Das Gefährliche hat mich immer gereizt, zuerst im  sportlichen und dann im beruflichen Bereich.</p>
<p><strong>Welche positiven Seiten hat die Arbeit in der Rotlichtbranche?</strong> Es  ist rasant, man hat enorm viel mit Menschen zu tun und lernt diese in  einer Sondersituation kennen. Beispielsweise den Top-Manager, der vor  den Damen ganz anders agiert als im richtigen Leben. Draußen  verstellt sich jeder &#8211; hier ziehen alle einen Bademantel an und sind  gleich.</p>
<p><strong>Warum funktioniert das Modell des Saunaclubs besser als ein  gewöhnliches Puff? </strong>Die üblichen Bordelle laufen nach dem System des  Champagnerverkaufs. Das heißt, der Gast muss einen überteuerten  Piccolo zahlen, damit das Mädchen erst einmal zu ihm kommt. Im  Saunaclub gibt es Alkohol nur in Ausnahmefällen. Hier kann sich der  Kunde die Mädchen selbst aussuchen, da stürzt sich keine auf ihn und  will Geschäfte machen. Der Mann hat viel mehr das Gefühl der freien  Wildbahn.</p>
<p><strong>Sind Fremdgehbörsen und andere Internet Sex-Angebote eine  Konkurrenz für Sie?</strong> Momentan nicht, weil im Internet viel gelogen  wird. Typisches Beispiel sind Escortservices. Sie gehen auf eine  Homepage und sehen dort tolle Fotos. Wenn sie die Dame dann treffen,  ist sie zehn Jahre älter, schaut anders aus und macht nicht das  Service, das im Internet angeboten wurde.</p>
<p><strong>Sie beschäftigen Mitarbeiter im Management, Empfang, Security,  etc. Nach welchen Kriterien wählen Sie diese aus?</strong> Erstens bevorzuge  ich für Management und Security Frauen, weil ich glaube, dass sie das  bessere Einfühlungsvermögen haben. Dann ist mir wichtig, dass die  Mitarbeiter noch keine Erfahrung in der Branche haben, weil sie sonst  womöglich negativ geprägt sind. Und schließlich gehört Kommunikation,  Durchsetzungsfähigkeit und Geduld dazu.</p>
<p><strong>Wie kann man sich ein Vorstellungsgespräch mit einer  Prostituierten vorstellen?</strong> Gleich vorweg: Besonders nervig finde ich  die Behauptung, dass ich alle Mädchen persönlich testen würde. Sex  zwischen mir beziehungsweise den Mitarbeitern und Prostituierten ist  natürlich tabu. Wenn sich eine Dame vorstellt, gehe ich zuerst nach  Sympathie und überlege mir, ob ich mich mit ihr unterhalten würde.  Erst danach kommt das Aussehen.</p>
<p><strong>Welche Probleme entstehen noch in der Gruppe?</strong> Vor allem  Konkurrenzkampf und Stutenbissigkeit. Das heißt, ich muss mich leider  oft mit Banalitäten wie einem verlegten Fön oder gestohlenen Schuhen  auseinandersetzen.</p>
<p><strong>Im Buch sprechen Sie auch die mangelhafte Gesetzeslage im  Rotlichtmilieu an&#8230; </strong>Das ist derzeit mein größtes Problem &#8211; ein  richtiges Damoklesschwert. Eine Anzeige nach dem  Ausländerbeschäftigungsgesetz unterstellt mir, dass die Mädchen in  einem getarnten Angestelltenverhältnis zu mir stehen. Die Strafe:  398.000 Euro. Dagegen versuche ich gerade zu kämpfen.</p>
<p><strong>Was haben Sie in Zukunft vor?</strong> Es gibt schöne Projekte in Tirol und  München, und ich habe viele Anfragen nach Consulting. Ein Bordell für  Frauen zu machen, interessiert mich. Es gäbe genug Damen, die es in  Anspruch nehmen würden, aber das Hauptproblem ist die Häufigkeit. Der  Stammgast im Goldentime kommt dreimal in der Woche. Eine Frau würde  nicht so oft ins Puff gehen.</p>
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		<title>Zum Ableben von Kurt Rothschild</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Nov 2010 10:41:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Wieser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Rothschild]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Mit Kurt Rothschild verliert Österreich einen seiner bedeutendsten Wissenschaftler und Denker. Von seinen Erkenntnissen, werden noch viele Generationen profitier&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/11/zum-ableben-von-kurt-rothschild/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-8958" title="rothschild" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/11/rothschild.jpg" alt="" width="350" height="525" /><strong>&#8220;Mit Kurt Rothschild verliert Österreich</strong> einen seiner bedeutendsten Wissenschaftler und Denker. Von seinen Erkenntnissen, werden noch viele Generationen profitieren&#8221;, sagt Finanzstaatssekretär Andreas Schieder anlässlich des Todes von Kurt Rothschild. Mit seinen Arbeiten zu einem weiten wirtschaftswissenschaftlichen Themenspektrum &#8211; vom Wesen der Arbeitslosigkeit bis hin zur Analyse der zerstörerischen Kraft deregulierter Märkte &#8211; hat Kurt Rothschild in der ganzen Welt geglänzt.Der Großmeister der heimischen Wirtschaftswissenschaften hat bis ins hohe Alter gearbeitet und publiziert hat. Erst vergangenen Herbst schrieb er gemeinsam mit ZIB-Innenpolitik-Chef Hans Bürger ein Buch, in dem  sie erklärten, wie es zur globalen Krise kommen konnte.</p>
<p><strong>Der WIENER</strong> hat die beiden Autoren damals zu einem beeindruckenden Interview getroffen, das wir aus gegebenem Anlass hier noch einmal bringen. das Gespräch führten Helfried Bauer und Wolfgang Wieser.</p>
<p><strong>Im Vorwort des Buches heißt es, dass die Krise nicht aus dem Nichts gekommen ist. Warum waren dann aber trotzdem alle so überrascht oder haben zumindest so getan?</strong> <strong>Warum hat keiner der Ökonomen die Krise erkannt?</strong></p>
<p>Kurt Rothschild: Es hat schon welche gegeben. Dass eine Finanzkrise kommen kann, eine systembedrohende Finanzkrise, darüber ist schon geredet worden. Es hat auch Theorien gegeben, die gezeigt haben, dass das System als solches störungsanfällig ist.</p>
<p><strong>Also gut, man kann sagen, die Ökonomen haben die Krise, so wie sie gekommen ist, nicht vorhergesagt.  Wer trägt die Verantwortung an dieser Krise?</strong></p>
<p>KR: Schuld sind die einflussreichen wirtschaftlichen Kräfte. Und das sind heutzutage vor allem die Großkonzerne, die multinationalen Konzerne, die dank der neuen Technologien sehr große Organisationsformen schaffen konnten und so ein sehr starkes Drohpotenzial bekommen haben gegenüber Regierungen, gegenüber Gewerkschaften. Die haben natürlich ein starkes Verlangen nach möglichst wenig Hemmungen für ihre weltweiten Dispositionen. Das hat dazu geführt, dass eine neoliberale Ideologie, eine Globalisierungsideologie sehr stark wirksam werden konnte, politisch.</p>
<p><strong>Warum haben sich denn die Ökonomen davon so mitreißen lassen?</strong></p>
<p>KR: Jeder freut sich, wenn die Leute sagen, deine Theorie ist sehr interessant. Und natürlich kommt dem Bankensektor eine Schuld zu, der nach immer neuen Formen gesucht hat, durch Spekulationsgewinne zu höheren Profiten zu kommen, die in der Realität gar nicht möglich waren. Schuld ist natürlich auch die Öffentlichkeit. Die Kreditnehmer, die jetzt geschädigt sind, die muss man nicht alle bedauern.</p>
<p>Hans Bürger: Das Hauptproblem bei diesen Finanzprodukten ist, dass sich ganz wenige Experten, die meistens Mathematikexperten sind, auskennen und sich andere nicht mehr trauen, das zu verbieten, weil sie gar nicht wissen, worum es überhaupt geht. Wenn ich bestimmte Produkte nicht schlicht und einfach verbiete, dann wird das Ganze wieder kommen.</p>
<p><strong>Es gibt ja Ökonomen, die sagen, wir stehen schon vor dem nächsten Finanzcrash.  Um noch mal zurückzukommen auf die Spekulanten. Waren die einfach gescheiter?</strong></p>
<p>HB: Es war ihnen alles erlaubt. Ich glaube, dass es unter den Ökonomen und Volkswirten durchaus ebenso gescheite Menschen gäbe. Aber das ist eben ein anderer Beruf. Wenn ich als Jahresziel habe meine Anlagen mindestens um 25 Prozent pro Jahr zu erhöhen und es gibt Finanz- und Mathematikmodelle, mit denen ich das kann, dann bin ich nicht gescheiter, sondern dann wird es mir einfach erlaubt. Ich kann ja auch Lotto spielen. Das hat nichts mehr mit Ökonomie zu tun.</p>
<p>KR: Bei einer reinen Spekulation gibt es immer Gewinner und Verlierer. Für jeden Gewinn ist ein Verlierer da. Sie wissen, das ist unsicher. Das müsste derjenige ihnen sagen. Es steht auch ganz klein gedruckt, dass es riskant ist.</p>
<p><strong>Wie gefährlich oder wie bedenklich ist denn in diesem Zusammenhang die Arbeit wenn man das überhaupt so nennen darf der Ratingagenturen?</strong></p>
<p>HB: Die werden ja oft bezahlt von dem Unternehmen, über die sie das Rating abgeben. Das ist verrückt.</p>
<p><strong>Lange Zeit hat man gesagt, der Kommunismus ist gescheitert, kann man jetzt sagen, der Kapitalismus ist auch gescheitert?</strong></p>
<p>HB: Nein. Das kann man nicht sagen. Nein, eben nicht.</p>
<p>KR: Man kann auch nicht sagen, der Sowjetkommunismus ist gescheitert. Der neue Neokapitalismus ist gescheitert. Die Alternative ist ja, wenn Sie wollen, das was wir vorher hatten. Wenn die Banken sich so verhalten würden wie sie das früher getan haben, wäre ein Problem schon weg.</p>
<p>HB: Die machen ja genauso weiter wie vorher. Wahrscheinlich war der Casino-Kapitalismus klinisch tot, aber jetzt lebt er ja wieder.</p>
<p><strong>Wann steht uns dann die nächste Krise bevor?</strong></p>
<p>KR: Wenn Sie fragen, was sagen die Ökonomen dazu, können Sie jede Antwort haben, die Sie wollen. Weil das ist wirklich Spekulation. Man kann schon sehen, was die Banken wollen. Die Banken wollen mehr oder weniger zurück zu den früheren Bedingungen, also arbeiten möglichst ohne Staatseinfluss. Aber wie? Das Vertrauen war ja so stark gestört, dass das Finanzsystem auch vor allem deshalb zusammengebrochen ist, weil die Banken untereinander kein Vertrauen mehr gehabt haben.</p>
<p><strong>Große Frage: Welches Konzept halten Sie denn für geeignet, kommende Jahrzehnte wirtschaftlich zu bewältigen?</strong></p>
<p>HB: Wer das Buch liest, weiß, dass wir davon überzeugt sind, dass es eine Mischung aus Kapitalismus und Staat sein muss.</p>
<p><strong>Und das heißt, verständlich erklärt?</strong></p>
<p>HB: Irgendwer hat kürzlich gesagt, geht es den Menschen gut, geht es der Wirtschaft gut. Also der berühmte Ausspruch von Neoliberalen einfach umgedreht.</p>
<p>KR: Es gibt natürlich radikale Vorschläge. Ein radikaler Vorschlag ist, es darf keine großen Banken mehr geben. Es sind diese großen Banken, für die das gilt: Too big to fail. Ein anderer radikaler Vorschlag ist, viele kleine Banken zu schaffen. Die kann man ruhig in Konkurs gehen lassen und wenn die Angst vor dem Konkurs da ist, dann werden sie nicht mehr so riskant arbeiten.</p>
<p><strong> Was würde passieren, wenn wir einfach sagten, uns reicht&#8217;s, eigentlich brauchen wir gar nicht mehr?</strong></p>
<p>HB: Das ist der einzige Punkt, wo wir unterschiedlicher Meinung sind. Ich bin davon überzeugt, dass genau das eintreten wird, was Sie sagen.</p>
<p>KR: Aber der Mensch braucht offenbar Abwechslung. Diese idyllische Zufriedenheit befriedigt die Menschen scheinbar nicht.</p>
<p><strong>Was halten Sie von einem Grundeinkommen?</strong></p>
<p>KR: Mir gefällt die Idee. Ich glaube in den reichen Ländern könnte man so etwas schon machen.</p>
<p><strong>Darf ich noch einmal springen? Mir fällt was ganz Konkretes ein im Zusammenhang mit der Autoindustrie. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann ist das Wirtschaftssystem, das Sie so vor Augen haben als das bestmögliche, eine Mischform aus staatlicher Regulierung und doch viel freier Markt.</strong></p>
<p>KR: Ich glaube nicht, dass es das bestmögliche System ist, aber besser als vieles, das wir kennen.</p>
<p><strong>Und gleichzeitig bilde ich mir ein, ich habe gelesen, dass Sie die Interventionen in der Autoindustrie als Ökonom nicht so wunderbar finden oder irre ich mich da?</strong></p>
<p>KR: Nein. Es ist umstritten.  Es wird nicht Opel konkret angesprochen, aber sehr wohl die Autoindustrie als solches.</p>
<p><strong>Ist das dann kritisch zu sehen?</strong></p>
<p>HB: Es ist ja keine Zukunftsindustrie.</p>
<p><strong>Richtige Maßnahme, aber für den falschen Bereich?</strong></p>
<p>HB: Noch schlimmer finde ich die Abwrackprämie. Dass ich Menschen dazu ermuntere, Autos zu kaufen und ihnen dafür auch noch Geld gebe, ist doch absurd. Das ist ja keine Investition in die Zukunft. Wir wissen doch alle, dass in zehn Jahren ein Auto wahrscheinlich anders ausschauen wird als heute und vermutlich viel umweltfreundlicher ist. Ich glaube, da hätte es wirklich zukunftsträchtigere Möglichkeiten gegeben.</p>
<p><strong>Zum Beispiel?</strong></p>
<p>HB: Die ganze Energiefrage, beispielsweise.</p>
<p>KR: Das einzige was für die Autoindustrie gesprochen hat, war, dass sie auch viele andere Wirtschaftszweige einschließt.</p>
<p><strong>Wenn Sie, Herr Rothschild, jetzt Berater der österreichischen Regierung wären, was würden Sie denn empfehlen, wo die österreichische Regierung in der Wirtschaftspolitik die Akzente setzen sollte?</strong></p>
<p>KR: Sie könnte dafür sorgen, dass zumindest die Nachfrage nach Waren genügend groß ist, dass die Beschäftigung hoch ist. Wenn die Leute jetzt aus Angst alle sparen würden, weil es vielleicht noch schlimmer wird, dann würde es schlimmer werden, aber weil sie sparen. Das ist ja der Widersinn des Sparens. Wenn der Einzelne spart, ist das richtig. Wenn aber alle sparen, geht es allen schlechter, weil die Investitionen zurückgehen. Alles, was irgendwie dazu führt, dass die Nachfrage groß bleibt, würde helfen. Man könnte die Steuern verlagern. Unser Steuersystem ist so, dass es eher die mittleren und unteren Einkommen belastet. Die Mehrwertsteuer trifft natürlich ganz stark die kleinen Einkommen. Wenn man das Steuersystem ein bisschen umbauen würde, dass würde den Nachfragefaktor stärken.</p>
<p><strong>Wird es uns in Zukunft schlechter gehen?</strong></p>
<p>KR: Das ist vor allem die ökologische Frage nicht die ökonomische.</p>
<p><strong>Warum?</strong></p>
<p>KR: Ökonomisch gesehen gibt es keinen Grund, warum es uns schlechter gehen soll. Ich meine, es werden jetzt noch Schwierigkeiten kommen, aber da vertraue ich auf die Geschichte.</p>
<p>HB: Also ich glaube das nicht. Ich glaube, dass es auch ökonomisch weiteren Bevölkerungsschichten schlechter gehen wird. Nicht umsonst geht die Schere auseinander zwischen Reich und Arm. Ich glaube schon, dass in 20 Jahren mehr Menschen an der Armutsgrenze leben als heute.</p>
<p>KR: Das ist etwas, was man kurzfristig politisch ändern kann.</p>
<p>HB: Wenn man es will.</p>
<p>KR: Wenn man es will. Es ist nicht notwendig. Der Dahrendorf, der bekannte deutsche Soziologe, hat einmal gesagt: Das 20. Jahrhundert war das Jahrhundert der Sozialdemokratie. Da ist jetzt zu Ende gekommen. In dieser Zeit sind die Unterschiede zwischen arm und reich deutlich verringert worden.</p>
<p>HB: Aber jetzt?</p>
<p>KR: Jetzt gehen sie wieder auseinander.</p>
<p><strong>Werden die Sozialdemokraten für ihren Erfolg bestraft, den sie gehabt haben? Jetzt, wo es allen Leuten besser geht oder zumindest bis vor kurzem besser gegangen ist, verlieren die sozialdemokratischen Parteien europaweit. Liegen die Gründe für die Niederlagen in den Erfolgen des vergangenen Jahrhunderts?</strong></p>
<p>KR: Die Arbeiter und Angestelltenschaft sind heute natürlich besser dran. Das ist das, was Sie meinen. Aber es verschlechtert sich deren Lage auch durch die Instabilität der Arbeitsverhältnisse, durch die prekären Arbeitsverhältnisse. Da haben die Sozialdemokraten noch nicht den Weg gefunden oder ihn vielleicht auch noch gar nicht gesucht, sich auf diese Situation einzustellen. Sie haben ihre Klientel verloren. Aber ich würde sagen, die Misserfolge der Sozialdemokratie sind nicht nur die Verhältnisse, das sind die Sozialdemokraten schon auch selbst schuld.</p>
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		<title>Ausgeschlafen</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Oct 2010 14:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anita Kattinger</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Hedgefonds]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Douglas]]></category>
		<category><![CDATA[Superfund]]></category>
		<category><![CDATA[Wall Street]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist nicht leicht, Superfund-Chef Christian Baha für ein Gespräch zu gewinnen – der Mann ist ein Rastloser, pendelt in Permanenz zwischen der Schweiz, Monaco, New York und Öste&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/10/ausgeschlafen/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-7884" title="Christian Baha" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/10/Christian-Baha1-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /><strong>Es ist nicht leicht,</strong> Superfund-Chef Christian Baha für ein Gespräch zu gewinnen – der Mann ist ein Rastloser, pendelt in Permanenz zwischen der Schweiz, Monaco, New York und Österreich. Nachgesagt wird dem Ex-Polizisten und Selfmade-Millionär viel: Er habe einen autoritären Führungsstil, er sei ein cleverer Verkäufer und ein Egomane. Über sein Privatleben will Baha partout nichts sagen – bekannt ist zumindest, dass ihm Ex-Athletin und Lebensgefährtin Steffi Graf vor kurzem eine Tochter gebar. Tatsache ist auch, dass Superfund derzeit keine gute Performance zeigt. Im Vergleich dazu hätte man in den vergangenen Monaten mit durchschnittlichen Aktien aus dem DAX oder Dow Jones sehr wohl Geld gemacht. Im Interview mit dem <strong>WIENER</strong> verweist Baha auf ein Fondsvolumen von 1,2 Milliardem US-Dollar, das er derzeit verwaltet. Diese Summe dürfte mit ein Grund sein, warum er sich im Sequel des 1980er-Jahre Kassenhits Wall Street (<a title="Wall Street 2 Trailer anschauen" href="http://www.wiener-online.at/2010/10/trailer-wall-street-2/">„Wall Street 2 Geld schläft nicht“</a>) selbst spielen darf.</p>
<p><strong>Ende September war die Premiere von Wall Street 2 in New York. Wie war es, das erste Mal am roten Teppich zu stehen?</strong></p>
<p>(überlegt lange) Ich war sprachlos. Natürlich macht so ein Erlebnis viel Spaß, und es war einzigartig, aber ich war dort keine wichtige Person. Ich hatte in dem Film schließlich nur eine Nebenrolle. Die Stars waren die anderen. Ich habe auch keine Ambitionen, ins Filmsgeschäft einzusteigen.</p>
<p><strong>Gab es am Filmset Kontakt zu den Schauspielern? Haben Sie Catherine Zeta-Jones, die Ehefrau von Michael Douglas, kennen gelernt? </strong></p>
<p>Am Set waren wir alle wie eine große Familie, und es gab hervorragende Stimmung und keine Starallüren. Jeder hat mit jedem gesprochen. Mit Shia LaBeouf habe ich viel Zeit am Set verbracht, und er war sehr interessiert, wie die Finanzmärkte funktionieren. <a title="Zum WIENER Bericht" href="http://www.wiener-online.at/2010/10/michael-douglas-der-gigant-wankt/">Michael Douglas</a> hat mich nach der Premiere auf einen Tee zu sich nach Hause eingeladen. Am Set hat man sehr viel Zeit, und nachdem meine erste Szene gut funktioniert hat, wollten sie mich für weitere Szenen haben. Dadurch habe ich an sechs verschiedenen Locations gedreht, obwohl ursprünglich nur eine Szene geplant war.</p>
<p><strong>Haben Sie am Set neue Superfund-Kunden gewonnen?</strong></p>
<p><strong> </strong>Ich habe meine Firma nicht beworben. Aber die Leute haben natürlich gewusst, dass ich ein echter Hedgefonds-Manager bin und ihn nicht nur spiele, dadurch bin ich auf Superfund angesprochen worden. Ein paar neue Kunden haben investiert, unter anderem Regisseur Oliver Stone. Und der hat auch mit seinen Investments bisher ganz gut verdient.</p>
<p><strong>In den vergangenen Jahren waren Hedgefonds als Heuschrecken verschrien. Stört Sie das schlechte Image Ihrer Profession? </strong></p>
<p>Die Diskussion ist veraltet. Mittlerweile weiß jeder, dass Hedgefonds nicht verantwortlich für die Krise waren. Genauso sind wir nicht dafür verantwortlich, wenn die Öl-Preise oder die Nahrungsmittel- Preise sinken. Hedgefonds verwalten weltweit ein viel zu kleines Vermögen im Vergleich zum globalen Kapital, nur rund 0,3 Prozent. Schuld waren die aufgeblasenen Kredite. Ich bin kein böser Bube!</p>
<p><strong>Wie lange wird die Wirtschaftskrise noch dauern?</strong></p>
<p>Das kann niemand sagen, aber ich würde beim Anlegen noch immer vorsichtig sein. Geld sollte nicht in Papierwerten angelegt werden. Ich habe schon mehrmals betont, dass ich seit 2003 neben meinen eigenen Fonds vor allem in physische Edelmetalle wie Gold, Silber und Palladium, sowie in biologische Landwirtschaften investiere. Bis auf die Aktien meiner Firma Tele Trader, die an der Wiener Börse notieren, habe ich keine Aktien.</p>
<p><strong>Die 20 erfolgreichsten US -Hedgefonds-Manager und Private-Equity-Manager des Jahres 2006 haben im selben Jahr 675 Millionen Dollar verdient. Moralisch einwandfrei?</strong></p>
<p>(zögert kurz) Naja, diese Summen betreffen nur eine kleine Elite. Das ist ja kein Gehalt, sondern eine Gewinnbeteiligung von 20 bis 30 Prozent bei Erfolg. Warum sollten nicht die Besten dieser Erde so viel verdienen? Ich hätte kein Problem damit, wenn man den Kapitalismus abschaffen würde und dann alle das gleiche verdienen würden. Dann hätten wir eine Planwirtschaft. Aber wer wird dann noch Firmen aufbauen und Jobs anbieten?</p>
<p><strong>In einer Planwirtschaft gäbe es keinen Luxus.</strong></p>
<p>Ich führe kein luxuriöses Leben, sondern ein ganz normales. Ich trage meistens eine 100-Euro- Uhr, und zu Hause fahre ich einen Smart.</p>
<p><strong>Derzeit wird diskutiert, Spekulationen auf fallende Kurse einzuschränken. Das macht auch Ihr Hedgefonds.</strong></p>
<p>Ich hätte kein Problem damit, wenn das kommt. Aber so eine Regelung würde die Funktionsweise der Kapitalmärkte ruinieren. Die Fluglinien könnten sich dann nicht mehr Sprit in großen Mengen absichern, der Großbäcker würde bei seinen Mehl-Einkäufen nicht von niedrigen Kursen profitieren und die Bauern oder Nahrungsmittelproduzenten könnten sich dann gegen Wertschwankungen von Getreide oder Rindern nicht absichern. Ich glaube, dass eine Beschränkung oder Abschaffung von Spekulation zu einem Aufblühen von Schwarzmarkthandel führen würde.</p>
<p><strong>Ihrem Hedgefonds ging es zu Beginn der Krise ausgezeichnet, derzeit ist die Performance weniger gut. Sie haben den Abbau von Mitarbeitern und die Reduktion von Sportsponsoring eingeräumt. Werden Sie noch Maßnahmen ergreifen?</strong></p>
<p>Nein, unsere Umstrukturierungen sind abgeschlossen. Wir haben Büros im Ausland geschlossen, die nicht rentabel waren. Das Einsparen von Mitarbeitern tut weh, war aber notwendig. Ich habe noch nie Schulden gemacht. Diese Schritte waren notwendig, um unsere Produkte unseren Kunden günstiger anbieten zu können: Wir haben für viele unserer Kunden die Gebühren um über 20 Prozent gesenkt. Bevor wir uns von weiteren Mitarbeitern trennen müssen, verzichte ich lieber auf Sponsoring. Wir überdenken auch derzeit unser Kultur- Sponsoring und werden einige Verträge auslaufen lassen, aber nicht alle.</p>
<p><strong>Wie schauen die Pläne bei der Bio-Kette Supergood, Schloss Sonnenberg und der Formel 1 aus?</strong></p>
<p>Wir werden Supergood zuerst in Berlin ausbauen. Ich möchte das erste Supergood-Restaurant in Österreich Anfang 2012 eröffnen. Ich suche bereits einen Standort in Wien. Gesunde Ernährung ist mir ein großes Anliegen. Ich wollte in die Formel 1 einsteigen, aber im Nachhinein bin ich froh, dass ich die Lizenz nicht bekommen habe. Die Formel 1 ist ad acta gelegt! Schloss Sonnenberg ist ein Landwirtschaftsunternehmen. Wir beliefern künftig mit unserem dort angebauten Getreide Supergood. Auf Sonnenberg habe ich ein Restaurant geplant. Möglicherweise eröffne ich dort auch ein Bio-Hotel.</p>
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		<title>Hey, Big Spender!</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 08:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Eissner-Eissenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[„Viel Geld schmerzt, also spende ich es“
US-Investmentlegende Warren Buffett, einer der reichsten Männer der Welt (geschätzte 47 Milliarden Dollar), verblüfft mit einer für N&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/07/hey-big-spender/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4577" class="wp-caption alignleft" style="width: 350px"><a rel="attachment wp-att-4577" href="http://www.wiener-online.at/2010/07/hey-big-spender/warren-buffet/"><img class="size-full wp-image-4577   " title="warren buffet" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/07/warren-buffet.jpg" alt="" width="340" height="257" /></a><p class="wp-caption-text">Warren Buffet ist CEO des von ihm aufgebauten Unternehmens Berkshire Hathaway und laut „Forbes“ (2010) drittreichster Mann der Welt.</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p><strong>„Viel Geld schmerzt, also spende ich es“</strong><br />
US-Investmentlegende Warren Buffett, einer der reichsten Männer der Welt (geschätzte 47 Milliarden Dollar), verblüfft mit einer für Normalsterbliche kaum nachvollziehbaren Erkenntnis: „Es ist schmerzlich auf so viel Geld zu sitzen. Aber noch schmerzlicher ist es, etwas Dummes damit anzustellen.“ 2006 ging er deshalb mit gutem Beispiel voran und begann, einen Großteil seines Vermögens – kolportiert wird eine Summe von bis zu 38 Milliarden Dollar – diversen Stiftungen zu vermachen. Am Hungertuch nagen muss der 79-Jährige dennoch nicht. Bei feinen Diners mit den wohlhabendsten Familien Amerikas starten er und sein Freund Bill Gates nun den Aufruf, doch ebenfalls mindestens 50 Prozent ihres Geldes für karitative Zwecke herzugeben. Vier Milliardäre sollen ihrem Vorschlag zugestimmt haben.</p>
<p>Weiterlesen? Fortune: <a href="http://features.blogs.fortune.cnn.com/2010/06/16/gates-buffett-600-billion-dollar-philanthropy-challenge/">The $600 billion challenge</a></p>
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		<title>Der begnadete Mistkerl</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 18:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastkommentar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon mal von dem Management-Buch „The No Asshole Rule“ gehört? Der Autor Robert Sutton landete damit in den USA einen Bestseller. Und er war ganz erstaunt, wie sehr sich die Leute&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/07/der-begnadete-mistkerl/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/07/iSteve.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-13381" title="iSteve" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/07/iSteve.jpg" alt="" width="197" height="262" /></a>Schon mal von dem Management-Buch „The No Asshole Rule“ gehört?</strong> Der Autor Robert Sutton landete damit in den USA einen Bestseller. Und er war ganz erstaunt, wie sehr sich die Leute für Mistkerle interessieren. „Sobald bekannt wurde, dass ich über Arschlöcher schreibe“, so der Professor der renommierten kalifornischen Stanford-Universität, „erzählten mir die Leute aus dem Silicon Valley freiwillig fürchterliche Geschichten über Steve Jobs. Diese Menschen hatten echt Angst vor ihm. Sie weinten und schrien. Jobs hat sie in einen grauenvollen Zustand versetzt. Vor allem in den frühen Jahren seiner Apple-Zeit.“</p>
<p><strong>Etwa so:</strong> Jobs feuert einen jungen Mitarbeiter, weil er ihm das falsche Mineralwasser bringt. Jobs überrascht ein Entwicklungsteam in einer Sitzung, da ihm etwas nicht passt, fragt willkürlich nach Namen, und wirft die Hälfte der Leute im Angesicht der restlichen Kollegen hinaus. Alle verstehen diese Botschaft – und hackeln daraufhin rund um die Uhr.</p>
<p><strong>Wenn man dem mittlerweile verstorbenen Jef Raskin</strong>, der an der Erfindung des Apple-Macintosh-Computers beteiligt war, glaubt, war Jobs auch ein lausiger Manager.<br />
In einem internen Memo schrieb er zusammen gefasst, dass Jobs …</p>
<p>… dauernd wichtige Meetings verpasse;<br />
… ohne nachzudenken wirre, absurde Entscheidungen fälle;<br />
… niemandem zuhöre und Entscheidungen – einmal so, einmal so – ex cathedra treffe</p>
<p><strong>„Heute findet er die Farbe Weiß super“</strong>, berichtet ein Apple-Manager, „also arbeitet das Design-Team mit dieser Vorgabe. Zwei Wochen später wirft er alles über den Haufen und das Team hinaus, weil er plötzlich Schwarz für toll hält“.</p>
<p><strong>Überdies war und ist Jobs offenbar</strong> ein nahezu manischer Geheimnistuer und Kontroll-Freak. Die Anekdoten darüber sind Legion. Apple-Leute fürchten sich immer noch vor dem „One Infinite Loop“, dem Antreten in Jobs’ Büro. Um das zu vermeiden, werden selbst von hochrangigen Mitarbeitern nicht nur (sowieso irreführende) Presseaussendungen, sondern auch interne E-Mails an Kollegen vor dem Versenden peinlichst kontrolliert und privat abgesprochen: ob man etwas so oder so sagen, dies oder das schreiben könne. Im Unternehmen gibt es ein geflügeltes Wort: „Du kannst alles machen, was du willst. An deinem letzten Tag bei Apple.“</p>
<p><strong>Nicht umsonst hängt in Steve Jobs Büro</strong> bis heute ein US-Plakat aus dem Zweiten Weltkrieg. Titel: „Loose lips might sink ships“, was soviel heißt wie: Ein unachtsames Wort kann Schiffe zum Sinken bringen. Für jeden der weltweit knapp 40.000 Apple-Mitarbeiter und tausende Lieferanten ist damit klar: Wehe, es dringt irgendwas Unerwünschtes oder zum falschen Zeitpunkt nach außen. Dieses Gesetz ist erbarmungslos.</p>
<p><strong>Denn Steve Jobs denkt in anderen Kategorien.</strong> Seine Vorbilder sind Leonardo da Vinci, Albert Einstein oder Isaac Newton. Sein Wunsch ist es, wie diese die Welt zu verändern. Das ist ihm mit erstaunlichem Erfolg gelungen. Und zwar in einer affenartigen Geschwindigkeit – eine Story wie von einem anderen Stern:</p>
<p><strong>Geboren 1955 im kalifornischen San Francisco</strong> als uneheliches Kind eines unvorsichtigen Studentenpärchens, das ihn sofort zur Adoption freigab. Aufgewachsen im kalifornischen Mountain View als Sohn von Clara und Paul Jobs, einem Automechaniker. Das College bereits nach einem Semester geschmissen. Lieber im Homebrew Computer Club herumgehangen, genauso wie der extrem talentierte Nerd Steve Wozniak. Einen Auftrag von Atari für die Entwicklung des Computerspiels „Breakout“ an Land gezogen, das Wozniak in nur vier Tagen programmierte. 5000 Dollar abgecasht, seinem Kumpel aber nur 500 bezahlt. Jobs flunkerte, er hätte nur 1000 Dollar bekommen. Aber er hatte seine wahre Bestimmung gefunden – Computer und Marketing.</p>
<p><strong>1976 gründete er gemeinsam mit</strong> Wozniak und Ronald Wayne die Apple Computer Company. Jobs hatte dafür seinen VW-Bus, Wozniak einen Texas-Instruments-Taschenrechner verhökert. Bald darauf kam mit dem „Apple I“ der erste Heimcomputer der Welt unter dem Logo mit dem angebissenen Apfel (bite) für 666,66 Dollar auf den Markt. Das war die Grundlage für Steven Paul Jobs’ Werdegang zum absoluten Säulenheiligen der Computerindustrie, überflügelt nur von seinem befreundeten Erzrivalen, Microsoft-Boss Bill Gates.</p>
<p><strong>Ein paar Jahre lang experimentierten</strong> die High-Tech-Pioniere mehr oder weniger erfolgreich (immerhin gelang 1980 die Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft) mit verschiedenen Apple-Versionen herum. Bis diese Produktlinie 1984 zugunsten des vorrangig von Jef Raskin entwickelten Macintosh – der erste kommerziell erfolgreiche Heimcomputer mit einer grafischen Benutzeroberfläche – aufgegeben wurde. Für mehr als eine Generation von Menschen sind die Dutzenden von Mac-Versionen zum unverzichtbaren Bestandteil ihres täglichen Lebens geworden wie die Morgentoilette oder der Gang aufs Klo.</p>
<p><strong>Längst ist Apple mit Produkten wie</strong> „iTunes“, „iPods“, „iPads“ oder „iPhones“ in fast alle Bereiche der Kommunikationsindustrie vorgedrungen. Mit bemerkenswerter Fortune: 2009 verzeichnete das inzwischen börsenotierte Unternehmen einen Umsatz von rund 43 Milliarden Dollar und einen Gewinn von etwa 8,3 Milliarden. Laut der US-Marktforschungsgruppe Milward Brown liegt der Wert von Apple bei 83,15 Milliarden Dollar. Steve Jobs hält als größter Einzelaktionär 5,5 Millionen Aktien oder 0,64 Prozent der Anteile der Firma.</p>
<p><strong>Doch nicht bei allem, wo Apple draufsteht,</strong> steckt auch Jobs dahinter. Bereits 1985 musste er das Unternehmen nach einem internen Machtkampf verlassen und gründete die „NeXT Computer Company“. Die NeXT-Workstation – ein eleganter schwarzer Kubus – war zwar technisch ihrer Zeit voraus. Immerhin programmierte der Internet-Pionier Tim Berners Lee auf so einem Ding die ersten World-Wide-Web-Versionen. Aber kommerziell war ihm damit kein rasender Erfolg beschieden. Es sei denn, man sieht von der Tatsache, ab, dass Jobs den Laden im Jahr 1996 um 402 Millionen Dollar an Apple verscherbelte und damit wieder in die Führungsetage seiner alten Firma einzog.</p>
<p>(Weiterlesen auf Seite 2)</p>
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		<title>Trendmodell “Coworking”: Arbeit sucht (Frei-)Raum!</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 20:42:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Netzleben]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Boheme]]></category>
		<category><![CDATA[Gastkommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
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		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Digitale Boheme hat ein neues Steckenpferd: Coworking. Ein Hype aus Amerika oder eine echte Alternative zu herkömmlichen Arbeits(raum)konzepten? Spätestens im August we&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/07/coworking/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die Digitale Boheme hat ein neues Steckenpferd: Coworking. Ein Hype aus Amerika oder eine echte Alternative zu herkömmlichen Arbeits(raum)konzepten? Spätestens im August werden wir es wissen: Da eröffnet in Wien <a href="http://www.sektor5.at/wp/?page_id=619">&#8220;Sektor 5&#8243;</a>, ein Coworking Space nach internationalem Modell. Yves Schulz ist einer der Betreiber. Was Coworking für ihn bedeutet, hat er für <strong>wienerpost</strong> in einem Gastbeitrag zusammengefasst. (Text: <a href="http://twitter.com/yvendive">Yves Schulz</a> / Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/coworkcentral/">CoworkCentral</a>, Flickr)</p></blockquote>
<p><a rel="attachment wp-att-4257" href="http://www.wiener-online.at/2010/07/coworking/cowork-central/"><img class="alignleft size-medium wp-image-4257" title="Cowork Central" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/07/Cowork-Central-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Coworking">Coworking</a> entstand in Amerika</strong> als Antwort auf die sich geänderten Anforderungen einer stetig steigenden Anzahl  von mobilen Arbeitern. Hochflexible Fachkräfte, die sich nicht festlegen können oder wollen, ein Büro zu mieten und für die eine Bürogemeinschaft ebenso nicht in Frage kommt, weil diese die geforderte Flexibilität nicht erfüll kann. Dazu kommt der Aspekt des „Allein-Daheim-Arbeiten“, bei dem der soziale Kontakt, das Reden, kurz der persönliche Austausch fehlt.</p>
<p><strong>Auf der Suche nach Alternativen</strong> führte dies zu dem Versuch in öffentlichen Räumen wie Kaffeehäusern (<a href="http://www.helge.at/wlan/">mit freiem WLAN</a>) zu arbeiten. Dort ist man dann zwar nicht mehr allein, aber doch wieder für sich, da dort kein Austausch stattfindet, die soziale Interaktion fehlt. So entstanden aus den Notwendigkeiten Tisch, Stuhl, Laptop, WLAN und soziale Interaktion im Kontext des gemeinsamen Arbeitens <a href="http://coworking.de/">die ersten Coworking Spaces</a>, um eine funktionale Umgebung anzubieten. Coworking im Sinne von „Gemeinsam-Arbeiten“ ist aber nicht nur auf Coworking Spaces beschränkt. Coworking kann in jedem Raum stattfinden, der diese Bedürfnisse erfüllt. Das heisst: Es finden sich beliebig viele, mobile Arbeiter zusammen und vereinbaren einen Zeitpunk und einen Ort (Kaffeehaus, Wohnung etc.), um dort den ganzen Tag gemeinsam zu arbeiten, jeder an seinem eigenen Projekt, abschließend mit einem gemeinsam verbrachten Abend.</p>
<p><strong>Diese Treffen nennen sich &#8220;Jellies&#8221;</strong> und stellen die ursprünglichste Form des Coworkings dar. Bei Jellies finden Leute aller Bereiche zusammen, Journalisten, Blogger oder Tennislehrer, die an diesem Tag einfach ihre Buchhaltung machen wollen. Das spiegelt auch den Anspruch von Coworking wieder: Jeder kann teilnehmen; keiner wird ausgeschlossen. Die Diversifikation aus so vielen Bereichen wie möglich schafft eine inspirierende und kreative Atmosphäre für jeden und es entstehen Synergien, die auf ‚normalem’ Wege nicht entstehen würden. Coworking ist darauf angewiesen, viele Menschen aus verschiedenen Sparten für gemeinsames Arbeiten zu begeistern. Außerdem spiegelt diese Form des Arbeitens viel der eigenen Einstellung zu Arbeit und Leben der jeweiligen &#8220;Coworker&#8221; wider.</p>
<p><strong>Coworking Spaces</strong> sind sogenannte <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Third_place">&#8220;3rd Places&#8221;</a>, an denen soziales Leben mit Arbeit verbunden wird. Sie sind die konsequenteste Antwort auf die Ansprüche von flexiblen Arbeitern in einer sich verändernden Arbeitswelt. So sind aktuell 60% aller Unternehmen in Europa Einzelunternehmen ohne eigene Angestellte; ein Trend, der sich zeichnet seit einiger Zeit auch in Österreich abzeichnet. Tendenz wachsend. Die ‚Finanzkrise’ hat diese Entwicklung katalytisch beeinflusst, Unternehmen sind mehr und mehr bestrebt, ihren Mitarbeiterstamm zu verkleinern und Tätigkeiten auf flexible Arbeiter auszulagern.</p>
<p><strong>Das alles ist nur ein kleiner Ausschnitt</strong> aus dem, was Coworking ist, was es bedeutet, welchen Stellenwert es einnehmen wird. Er lässt vermuten und hoffen, dass Coworking nicht nur ein Trend ist, sondern zu einem festen Bestandteil in unserer Arbeitswelt wird. An dieser Stelle bleibt mir nur noch, das Buch <a href="http://wirnennenesarbeit.de/index.html?nr=20060928113212">„Wir nennen es Arbeit“ von Holm Friebe und Sascha Lobo</a> zu empfehlen, das die Hintergründe der sich abzeichnenden Änderungen der Arbeitswelt sehr gut beleuchtet. Mehr Informationen finden sich auf <a href="http://www.sektor5.at/wp/?page_id=619">unserer Website</a>! <em>[Anm.: und vielleicht im September-WIENER ;)]</em></p>
<p><code><script src="http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;MarketPlace=DE&amp;ID=V20070822/DE/wwwwienerpost-21/8001/59891bdc-bffc-424c-9292-0f4694f088cd" type="text/javascript"> </script> <noscript><A HREF="http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&#038;MarketPlace=DE&#038;ID=V20070822%2FDE%2Fwwwwienerpost-21%2F8001%2F59891bdc-bffc-424c-9292-0f4694f088cd&#038;Operation=NoScript" mce_HREF="http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;MarketPlace=DE&amp;ID=V20070822%2FDE%2Fwwwwienerpost-21%2F8001%2F59891bdc-bffc-424c-9292-0f4694f088cd&amp;Operation=NoScript">Amazon.de Widgets</A></noscript></code></p>
<p><strong>Weiterlesen?</strong></p>
<ul>
<li>FOCUS (21.6.2010): <a href="http://www.focus.de/finanzen/karriere/existenzgruendung/tid-18375/coworking-spaces-zehnerkarte-fuers-buero_aid_511859.html">&#8220;Zehnerkarte fürs Büro&#8221;</a></li>
<li>Financial Times Deutschland (30.6.2010): <a href="http://www.ftd.de/karriere-management/management/:coworking-einsame-freiberufler-arbeiten-zusammen/50132996.html">&#8220;Einsame Freiberufler arbeiten zusammen&#8221;</a></li>
<li>ZDF (20.2.2010): <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/1/0,3672,8037985,00.html">&#8220;Der gemietete Kollege&#8221;</a></li>
<li>The new York Times (20.2.2008): <a href="http://www.nytimes.com/2008/02/20/business/businessspecial2/20cowork.html?_r=2&amp;ex=1361250000&amp;en=dbd589ebb73df147&amp;ei=5090&amp;partner=rssuserland&amp;emc=rss&amp;oref=slogin">&#8220;They&#8217;re Working on Their Own, Just Side by Side&#8221;</a></li>
<li>Read Write Web (14.6.2010): <a href="http://www.readwriteweb.com/start/2010/06/co-working-sites-in-your-city.php">&#8220;Co-Working Sites in Your City&#8221;</a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>Bei Freud am Sofa</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2010/06/bei-freud-am-sofa/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 09:17:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Familienbetrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Leiner]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Koch]]></category>
		<category><![CDATA[Söhne]]></category>
		<category><![CDATA[Vater]]></category>
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		<description><![CDATA[Paul Koch ist 33 Jahre alt. Als er geboren wurde,  war es gerade vier Jahre her, dass sein Vater Herbert sich von  Schwiegerpapa Rudolf Leiner 100.000 Schilling geliehen hatte, um da&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/06/bei-freud-am-sofa/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_23228" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/05/koch-am-sofa.jpg"><img class="size-medium wp-image-23228" title="koch-am-sofa" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/05/koch-am-sofa-300x249.jpg" alt="" width="300" height="249" /></a><p class="wp-caption-text">Chefredakteur Helfried Bauer lädt Paul Koch zur Therapiesitzung. In der Berggasse, versteht sich.</p></div>
<p><strong>Paul Koch ist 33 Jahre alt.</strong> Als er geboren wurde,  war es gerade vier Jahre her, dass sein Vater Herbert sich von  Schwiegerpapa Rudolf Leiner 100.000 Schilling geliehen hatte, um damit  die erste kika-Filiale zu eröffnen – ein Cash &amp; Carry-Markt mit  Möbeln zum selbst Zusammenbauen, IKEA war damals noch ein ferner Exot  aus Schweden und das Geschäftsmodell für Österreich revolutionär.  Mittlerweile sind die beiden Möbelketten kika und Leiner zu einem  Konzern verschmolzen, IKEA ein respektierter Mitbewerber anderer  Größenordnung und die Unternehmensführung eine Top-Managementaufgabe.  Paul Koch ist der, der sie künftig schultern soll. Uns gab er Einblicke  in seine Familiengeschichte.</p>
<p><strong>Sie haben im April von Ihrem Vater die Führung der kika/  Leiner-Gruppe übernommen. Eine große Aufgabe für einen Mann mit gerade  mal 33 Jahren Lebens- und Geschäftserfahrung. Ist Sohn dafür schon  Qualifikation genug? </strong></p>
<p>Mit diesem Vorurteil muss ich noch eine Weile leben. Aber das ist  Unfug, so läuft das in unserer Familie nicht. Wie also sind Sie in Ihre  Position gekommen? Es war nicht geplant, dass ich in die Firma  einsteige. Ich wollte ursprünglich etwas mit Film und Werbung machen,  deshalb bin ich mit Anfang 20 auch in die USA gegangen. Meine Eltern  haben das auch unterstützt.</p>
<p><strong>Auch Ihr Vater?</strong></p>
<p>Der hatte wohl doch eine andere Erwartungshaltung, wobei auch er  gesagt hat: „Geh nach Amerika, aber mach zuerst ein Wirtschaftsstudium,  dann kannst du studieren, was du willst“…</p>
<p><strong>Letztlich hat er sich mit seinen Plänen für den Sohn offenbar durchgesetzt … </strong></p>
<p>So geradlinig ist es nicht gelaufen. Im Jahr 2000 bin ich von Boston  nach Südspanien gezogen. Mit einigen Leuten von dort habe ich dann in  Wien eine Firma für digitale Medienproduktion aufgebaut. Wir haben auch  damals schon kika/Leiner betreut – dabei wurde mir klar, dass mir doch  viel an dieser Firma liegt, dass mein Herz dort sehr mitgeht mit allem.  Also habe ich 2002 meinen Vater gefragt, ob ich eine Chance bekomme.</p>
<p><strong>Eine Chance – oder seine Position?</strong></p>
<p>Eins nach dem anderen. Ich sage dazu gerne, ich habe als Assistent  vom Fotokopierer angefangen. Ganz so schlimm war es zwar nicht – aber  nahe dran. Ich habe erst im Merchandising gearbeitet, im Einkauf und im  Vertrieb, zwei Jahre lang. Und in dieser Zeit ging Gott sei Dank mehr  gut als daneben. Der nächste Schritt war dann der MBA, den hab ich in  Barcelona gemacht. Da war schon ganz klar das Ziel: Ich komme in die  Firma zurück. 2006 bin ich wieder eingestiegen, seit 2007 bin ich in der  Geschäftsführung. Die Firmenleitung offiziell übernommen hab ich jetzt  im April. Es war also ein langer Prozess und fließender Übergang, in dem  sich mein Vater allmählich zurückgezogen hat. Ich glaube, mir ist es in  dieser Zeit gelungen, eine Veränderung der Unternehmenskultur  einzuleiten und das Management zu stärken.</p>
<p><strong>Wie genau darf man sich das vorstellen?</strong></p>
<p>Bei der Größe, die wir mittlerweile erreicht haben, ist es wichtig,  dass die Verantwortung nicht mehr in den Händen einer einzigen Person  liegt. Ich habe heute ein Top-Führungsteam in der Geschäftsführung, das  perfekt zusammenspielt, sowohl auf menschlicher wie auch auf  geschäftlicher Ebene. Außerdem wurde die erste und zweite Führungsebene  ausgebaut und ein Team zusammengeschweißt, das mittlerweile sehr wichtig  ist sowohl für das operative Geschäft als auch bei der  Entscheidungsfindung hinsichtlich interner Abläufe.</p>
<p><strong>Dass Ihr Vater schließlich Sie an die Spitze der Firma setzen würde, war aber wohl klar?</strong></p>
<p>So eine Entscheidung hätte er nicht im Alleingang treffen können –  und auch nicht wollen. Ich musste mich natürlich dem Aufsichtsrat  präsentieren und dort überzeugen. Es ist bei uns nicht Usus, dass  Familienmitglieder in die Firma kommen. Das ist „ka g’mahte Wies’n“ Es  gilt: Der beste Mann oder die beste Frau für den Job muss her. Wenn das  jemand aus der Familie ist – gut. Aber selbstverständlich ist es nicht.</p>
<p><strong>Und Ihr Vater gibt inzwischen die graue Eminenz im Hintergrund?</strong></p>
<p>Nein, ich habe im April die Firmenleitung uneingeschränkt und  vollständig übernommen. Mein Vater hat sich nach 40 Jahren wirklich  zurückgezogen. Was niemand glauben will. Kein Lieferant, kein  Journalist. Aber ich habe da sehr großes Glück. In anderen  Familienunternehmen gibt es ganz andere Horrorgeschichten in diesem  Zusammenhang.</p>
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		<title>Lechts &amp; Rinks</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 07:30:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastkommentar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Polemik]]></category>
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		<description><![CDATA[Aus dem Archiv gekramt, aber immer noch aktuell:
Am 1. Mai marschiert die Sozialdemokratie &#8211; aber wohin? Gewerkschaf­ten und Arbeitnehmerverbände schützen eine Welt, d&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/04/lechts-rinks/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Aus dem Archiv gekramt, aber immer noch aktuell:</p>
<p><strong>Am 1. Mai marschiert die Sozialdemokratie &#8211; aber wohin?</strong> Gewerkschaf­ten und Arbeitnehmerverbände schützen eine Welt, die nicht mehr existiert. Inzwischen zerstört der schrankenlose Finanzmarkt unsere Gesellschaf­t. Es ist Zeit f­ür eine neue Linke. <em>Eine WIENER-Polemik von <a href="http://www.be24.at/blog/author/manfred_klimek">Manfred Klimek</a>. </em>(Ursprünglich erschienen im WIENER 311 / Mai 2007)</p></blockquote>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_2053" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><strong><strong><img class="size-medium wp-image-2053" title="adamr_stone" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/05/adamr_stone-225x300.jpg" alt="cc by admr.stone" width="225" height="300" /></strong></strong><p class="wp-caption-text">cc by admr.stone</p></div>
<p><strong>Frankfurt, etwas abseits des Bankenviertels.</strong> Vor dem Italiener, bei dem auch lebenslustige Intellektuelle wie Michel Friedmann oder die Suhrkamp-Clique gerne Platz nehmen, feiert eine Gemeinschaft von Dreißigjährigen ihre Erfolge. Vierzehn Männer und zwei Frauen. Sie sind Mitte Dezember aus London eingeflogen, allesDeutsche, die bei großen Banken im Fonds- und Investementsektor arbeiten, bei Deutsche Bank und Dresdner-Kleinwort- Wasserstein, bei Merrill-Lynch und bei der Commerzbank beispielsweise, anerkannte Konzerne, die das Geld von Millionen verwalten. Die Banker haben ihre Boni ausbezahlt bekommen, Schecks, die meist sechsstellig sind. Zuzüglich zum fünfstelligen Gehalt. Flaschen werden geöffnet: Moet-Chandon Rosé 1995 und Sassicaia 1999. Beides in der Doppelmagnum, King Size. Es wird über Ausgaben gesprochen, darüber, wie man diese Beträge der Volkswirtschaft wieder einverleiben könne. „Schließlich“, so einer der Banker, „soll der Girokontobesitzer auch was von haben.“ Also wird der neue 911er angeschafft und dann nach London verfrachtet. Auch das zehnte Le-Corbusier-Möbel wird geordert und der Weinkeller erweitert. Ein Haus soll gebaut werden, südlich von Stuttgart, nur beste Architektur; ein Ferrari schwebt jemandem vor – doch dafür gibt es Gelächter. Diese Phase, so wird dem Jüngsten der Runde signalisiert, haben die meisten hier schon hinter sich. Und das rote Rennvehikel wieder verkauft. Derart Dreistes darf man sich nur noch in New York leisten, im egalistischen und neidzerfressenen Deutschland sehen es die Bosse nicht so gerne, wenn ihre erfolgreichen Mitarbeiter mit Gewinnen protzen.</p>
<p><strong>Tja, und was war das Schwerste</strong>, das sie zuletzt entscheiden mussten? „Als ich dazu riet, diese Firma zu schließen“, sagt einer, „den Zweigbetrieb in Hessen, also hier um die Ecke, wo ich aufgewachsen bin.“ Man hat die Manufaktur nicht einmal nach Fernost verlagert, sie war in den Sanierungsmaßnahmen generell als unnötig aufgefallen, als Kostenfaktor, den man samt und sonders ausgliedern konnte. Die Rendite der belgischen Mutter hat sich dadurch um eineinhalb Prozentpunkte verbessert. Von 8,4 Prozent auf 9,9 Prozent, also knapp vor der magischen Zehn, die eine Investmentbank dieser Größe von ihrer Beteiligung erwartet. Wie viele Arbeitsplätze das gekostet hat? „Nicht allzu viele, so etwa hundertvierzig.“ Noch gut versteckbar im Sozialstaat. Aber es hat wehgetan, weil es um die Ecke war, weil man auch ein paar der Entlassenen entfernt kannte. Und weil man weiß, dass deren Kredit für Haus und Auto wohl jetzt nicht so schnell zurückgezahlt werden kann. Aber dann ist das auch schon wieder vergessen, man denkt an seinen Porsche und freut sich der eigenen Leistung. Schulterzuckend. So geht Kapitalismus: Sterben und neues Leben. So ging Kapitalismus über Jahre: Strukturkrisen, Wirtschaftskrisen, Firmenpleiten, Arbeitslosigkeit, diesen folgend Förderprogramme, Innovation, Aufschwung, Beschäftigung. Dann fielen die Schranken und in den Achtzigern schritt man zu den ersten großen Filetierungen und Fusionen, durchgeführt von Investmentbankern à la Gordon Gekko (Michael Douglas im Film „Wall Street“), die Betriebe zu Tode sanieren und Mitarbeiter auf die Straße jagen. Doch aus der Asche entstand Neues, neue Beschäftigung wurde kreiert, neue Technik geboren. Auch heute entsteht Neues. Aber nicht mehr dort, wo das Alte weggeräumt wurde. Und das ist nicht unbedingt ungerecht. Ungerecht ist aber, dass man die Leute, die auf dem Schutt des Alten sitzen, weiter von Stabilität träumen lässt.</p>
<p><strong>Zurück zu den fröhlichen Bankern</strong> beim Frankfurter Italiener. Wer sind für sie die erfolgreichsten Menschen dieser Tage? „Steve Jobs“, sagt einer, „weil er bei Apple seine Idee von Company realisiert und Kohle einfährt.“ „Diese YouTube-Typen“, sagt ein anderer, „die nun irre Kohle für ihr Portal kassiert haben.“ „Martin Bower“, ein Dritter, „der verstorbene Wirtschaftsideologe von McKinsey, der Beraterfirma. Denn der hat den Weg für uns freigeschaufelt.“ Wer hat an jemanden gedacht, der Soziales statt Ökonomisches leistet? Keiner. „Soziales“, sagt einer, „dafür ist doch der Staat da, oder?“ Jetzt nur raus hier und weiter. Knapp vierhundert Meter zu Fuß, an einem der Bankentürme, liegen die Verlierer im warmen Eingang herum. Schlafsack und Alkohol. Was haben sie früher gearbeitet? „Drechsler“, sagt der eine, „drüben im Osten.“ Arbeitslos. Dann in den Westen übersiedelt, Job in der Maschinenbauindustrie, Arbeitsplätze aus Kostengründen ab nach Tschechien, Frau weg, Wohnung weg. Dazwischen noch ein bisschen schlecht bezahlter Wachdienst. Jetzt hier vor der Bank. „Ist doch was“, sagt er, „immerhin schlafe ich im Eingang meines Instituts.“ Das Konto hat er immer noch und zeigt die EC-Karte. „Wenn mir einer blöd kommt, dann zieh ich die raus und sage, ich bin Kunde.“ Der Selbstbedienungsbereich hat 24 Stunden geöffnet. Krass, wie nahe sich die beiden Lebenswelten gekommen sind. Hier reich, dort arm. Dicht an dicht. Und niemand wundert sich, dass diese Wange-an-Wange-Situation keine Spannungen auslöst, keine Unruhen provoziert – ja nicht einmal eine Zunahme derKriminalität. Die Gesellschaft hat sich mit diesen Verhältnissen abgefunden, ist zugerichtet. Vor zwanzig Jahren stand noch ein Puffer zwischen den Extremen, zu dem sich auch schlecht verdienende Arbeitnehmer zählen durften: die Mittelschicht, die heute erodiert. Es ist eine Gemengelage wie geschaffen für die Linke. Ihre eigentliche Klientel, jene, die zwischen den Stühlen stehen, wächst ständig. Jede Menge „neue Verlierer“, „Working Poor“, „Prekaristen“, „Kreative Einkommenslose“, „Ausgesteuerte“, „Unterschicht“. Diesen stehen zur Konfrontation die Gewinner der Globalisierung und des Finanzmarktkapitalismus gegenüber. Und jene dazwischen, die abgesichert wohlerworbene Arbeitsrechte genießen, werden rasch weniger. Das merken diese und wähnen sich im Abstieg. Ein bedrohlich starkes Heer von Ruhiggestellten, das nur auf einen Aufruf wartet. Doch Links macht keinen Mucks.</p>
<p><strong>Links kann nicht aufmucken</strong>, denn die Funktionäre der klassischen Linken und ihrer Parteien wissen, dass Umverteilung und soziale Gerechtigkeit diesmal auch ihre Klientel zur Kasse bitten würde, jene, die in den abgesicherten Sektoren arbeiten. Jene unter Kündigungsschutz, jene mit garantieren Lohnerhöhungen, jene mit Bonuszahlungen, jene mit Gratis-Kuraufenthalten, jene mit Sonderurlauben und jene mit extra bezahlten, monatlichen Gender-Mainstreaming-Seminaren (um nur eine Idiotie unter hunderten aufzuzählen). Und auch jene, die es sich im ökonomischen Systemerhalter-Sektor bequem gemacht haben, z.B. Trainer und Berater. All jenen droht die Beschneidung ihrer Errungenschaften, sollte eine linke Partei – ihrer Pflicht gemäß – die Ungerechtigkeiten der Gesellschaft innerhalb dieses Systems und mit den Mitteln dieses Systems ausgleichen wollen. Deswegen stellt die Linke die „neuen Verlierer“ außerhalb ihres Systems, diskreditiert sie – wie etwa die Freiberufler des kreativen Sektors – als unsolidarisch, wenn sie sich aus der brutal unsolidarischen Sozialversicherung ausklinken wollen. Die alte sozialdemokratische Linke ist Teil der Reaktion geworden. Zeit für eine neue Linke. Doch wer soll sich dort einfinden? Welche Ziele soll sie haben? Was bleibt Fundament, wer wird Architekt des neuen Hauses? Die alte Linke entstand aus der Arbeiterbewegung und speiste sich aus den Gewerkschaften. Die Protestbewegung der 68er spülte auch jede Menge junge Bürgerliche unter die Kernwählerschaft und in den folgenden Siebzigerjahren wurde es schick, links zu wählen. Große Kanzlerfiguren (Brandt, Palme, Kreisky) schufen stabile Mehrheiten, „a working class hero was something to be“ (Lennon). Die ökologisch orientierte, bürgerlich-linke Wertegemeinschaft der Grünen zog zudem Wähler aus dem christlichbürgerlichen Spektrum zu den Linken ab, die wiederum von den zunehmend Verunsicherten der bröselnden Kernwählerschaft in Richtung rechtsaußen verlassen wurde. Das Wahlvolk war in Bewegung geraten. Und ist bis heute nicht gewillt stehen zu bleiben. Mit der wirtschaftlichen Globalisierung, der Flexibilisierung der Arbeitnehmerheere und der Entregionalisierung des Individuums hat sich auch wieder eine neue Protestbewegung formiert, eine Generation ohne bestimmendes Jahr, deren beste Zeiten auch schon vorüber scheinen. Sie arbeiten in NGOs und bei Attac, sie sind Teil einer neuen digitalen Geringverdiener-Elite. Doch zur Unterwanderung der traditionellen Linken und ihrer Parteien waren sie nicht in der Lage. Das liegt auch daran, dass die Linken der Achtziger- und Neunzigerjahre bei den Medien oder in der Werbung Karierre machten, anstatt weiter ihrer Partei zu dienen, die sie nun – wenn überhaupt – nur mehr als Wähler unterstützen. An ihre Stelle traten zweitklassige Diener des Sozialismus, die außerhalb der Organisation wohl nirgendwo Karriere machen würden. Sie sind schwach und könnten vom Sockel gestoßen werden. Doch das geschieht nicht.</p>
<p><strong>Die verwundete und siechende Sozialdemokratie</strong>, diezunehmend zur Bürgerlichkeit tendierenden Grünen (die sich gleichfalls von den neuen Miserablen abwenden), warten auf einen Dolchstoß der Befruchtung. Doch die Generation Linke, die diese Erneuerung traditionell durchführen soll, wendet sich von der gängigen Politik ab und sucht ihr Heil in bewusst außenstehenden Bünden und Organisationen. Eine Partei ist bislang nicht daraus entstanden. Es ist auch schwer, die neue Klientel in ihrer Mannigfaltigkeit unter einen Hut zu bringen. Einerseits entpolitisierteModernitätsverlierer, andererseits akademische Praktikanten, beide ohne Zukunftsaussichten. Achtundsechzig fanden Arbeiterschaft und Studenten noch leicht zusammen. Die einen wollte am Ertrag des Kapitalismus partizipieren, die anderen die Gesellschaft liberalisieren. Die Regel war einfach: Zuerst wurden die Futtertröge der Working- Class gefüllt, dann sagte diese auch zu jeder Erneuerung (Feminismus, sexuelle Befreiung, Antiautorität, Pazifismus) Ja und Amen. Erst das Fressen, dann die Moral.</p>
<p><strong>Die Regel wäre heute die gleiche.</strong> Erst muss man wieder die Bedürfnisse der Massen nach Sicherheit decken (Arbeitsplatzbeschaffung und arbeitslose Grundsicherung) und danach mit ihrem Einverständnis die vor dreißig Jahren begonnenenReformen der Gesellschaft weg vom Kollektiven hin zum Individuellen zu Ende bringen. Und es wird notwendig, den Sozialismus wieder mit seinen Anfängen zu konfrontieren, mit dem Eigentlichen der Bewegung, den Verkündungen der Bergpredigt im Neuen Testament, der Gleichheit des Individuums im Sinne der amerikanischen Verfassung und der Deklaration der Menschenrechte in der Französischen Revolution. Der alte Sozialismus ist tot, denn er hat alles erreicht, was zu erreichen war (Aufstieg des Vierten Standes und Wohlstand der Massen im Sozialstaat), der archaische Sozialismus aber lebt – denn seine Ziele sind stets aufs Neue zu erreichen, da sie unausweichlich mit den Interessen der Mächtigen kollidieren.</p>
<p><strong>Wer ist der Feind des neuen Sozialismus</strong>, wer profitiert von den global liberalisierten Strukturen des Kapitalismus? Es sind erstaunlich viele. War es früher der Firmenpatriarch oder der Großgrundbesitzer, der sich als Teil des Adels oder des Bürgertums mit dem Segen der Kirche das Recht der Knechtung herausnahm, so ist heute jeder Arbeitnehmer, der in abgesicherter Position für seine Altersvorsorge in einen Hedge-Fonds einzahlt, am Untergang einst sicher scheinender Gesellschaftsstrukturen beteiligt – also Frau und Mann von nebenan. Auch wider eigenes Wissen. Denn so sehr ein Kapitalmarkt eine offene Gesellschaft, die ihre Risiken kennt, bereichern kann, so sehr zerstört der absichtlich von der Leine gelassene (wiewohl durchwegs demokratisierte) Finanzmarkt das Soziale unserer Kultur. Kurzfristige Erträge und fast irreale Renditevorschreibungen machen jedes nachhaltige und vernünftige Wirtschaften unmöglich.Währungsspekulationen zwingen Volksgemeinschaften zwar oft zu schmerzhaften, wenngleich sinnvollen Reformen, zerstören mithin aber auch gewachsene Kulturen und fördern das Aggressionspotenzial innerhalb der Gemeinschaften. Ein neuer Sozialismus hat also viele Aufgaben. Er muss denLeuten Brot geben und Sinn vermitteln, er muss Arbeit sichern, so weit dies noch möglich ist, er muss die Gesellschaft befrieden und das Spirituelle des Ideologischen auf positive Weise wiederbeleben. Er muss das Individuum in seiner Ausprägung stützen und dennoch seine kollektivistische Ader anzapfen. Ein neuer Sozialismus kann sich viele Namen geben, etwa „Kooperativismus“, oder „Basisdemokratie“, er muss es nur schaffen, den in das kranke System stützend eingebundenen Mittelstand auf seine Seite zu ziehen. Dann wird es ein paar Banker weniger geben, die abends in Frankfurt darüber nachdenken, wie man die Arbeitslosigkeit Dritter in einen eigenen Porsche verwandelt. Unabhängig davon scheint es möglich, dass auch der Finanzmarkt an die Wand fährt und die Globalisierung von anderen Kräften als jenen des Kapitalismus (dessen Dynamik aber immerbahnbrechend bleibt) beherrscht wird. Die eine Ordnung geht, eine andere Ordnung kommt: die Französische Revolution 1789, der bürgerlichnationale Aufstand 1848, die Oktoberrevolution 1917, die nationalsozialistische Machtübernahme 1933, die angloamerikanische Zwangsdemokratisierung 1945-48, der Fall des Kommunismus 1989. Der sich beschleunigende Zeitlauf weist für die entwickelten Gesellschaften auf eine schnelle Abfolge von kurzer, heftiger Instabilität und gleichfalls kurzer Stabilität hin. Augenblicklich drängen neue Volkswirtschaften – ehemals Dritte Welt – in unsere einst gesicherten Schlüsselindustrien und vernichten Teile des Arbeitsmarktes. Den Profit dieses ungleichen Wettbewerbs nehmen die Konzerne mit, die, wie schon erwähnt, von den Finanzmärkten zu immer höheren Renditen gedrängt werden. Ein neuer Sozialismus muss also auch ein internationaler Sozialismus sein, denn gleiche Sozialstandards lassen sich nur mehr auf transnationaler Ebene herstellen. Für diese Standards werden die neuen Volkswirtschaften Teile ihrer Lohnflexibilität opfern müssen. Und wir werden auf Teile unserer Errungenschaften verzichten, vor allem auf die „wohlerworbenen Rechte“. Das wird jene, die auf diesen wohlerworbenen Rechten ein zurückgelehntes und gesichertes Leben führen, am härtesten treffen; von ihnen – darunter auch nicht wenige Sozialdemokraten und Grüne – ist Widerstand gegen einen neuen Sozialismus zu erwarten, sie werden ihre alte Klienten-Solidarität gegen einen gerechten Egalismus mit Krallen und Klauen verteidigen. So ist es auch nicht absurd, dass ein neuer Sozialismus einen Spruch wie „Weniger Staat und mehr privat“ auf seine Fahnen schreiben kann, wenn der Staat doch nur eine systemerhaltende Gruppe und einige Profiteure bedient. Und nicht mehr seiner Aufgabe nachkommt, durch die Subvention von Bildung und der Herstellung von echter Chancengleichheit für eine Befreiung aus miserablen Umständen zu sorgen.</p>
<p><strong>So ist es gleichfalls nicht absurd</strong>, dass ein neuer Sozialismus die Freiheit vor die Gleichheit stellt, und die Brüderlichkeit vor die Solidarität. Die Gleichheit der Bessergestellten und die Solidarität der Abgesicherten war immer schon eine Selbstverständlichkeit. Der neue Sozialismus wird den Fünften Stand vertreten, jene, die heute überraschend oder erwartet, unschuldig oder selbst verschuldet zwischen den Stühlen stehen. Das ist inzwischen etwa ein Viertel der Bevölkerung (und gefühlt noch etwa zehn Prozent mehr). Jene warten nur auf Ideologie und Zündfunke. Die Sozialdemokratie, das hat man gerade wieder gesehen, hat für diese Leute nur alte Westen im Schrank. Sie selbst trägt neue Kleider, wer schneidert nun den Blaumann der Bettelmönche?</p>
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		<title>Gepflegte Beziehungen</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Dec 2009 06:30:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Netzleben]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[„Tarte ist gut, Crème brûlée ist gut, Nougat ist gut. Wie gut muss dann erst eine Nougat-Crème-brûlée-Tarte sein? In zwei Stunden werden wir es wissen.“ twittert Michael Vesely.&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2009/12/gepflegte-beziehungen/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_7018" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-7018" title="socialmedia" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2009/12/socialmedia2-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /><p class="wp-caption-text">Beziehungspflege online (Grafik: vi knallgrau / Marketing Review St. Gallen)</p></div>
<p>„Tarte ist gut, Crème brûlée ist gut, Nougat ist gut. Wie gut muss dann erst eine Nougat-Crème-brûlée-Tarte sein? In zwei Stunden werden wir es wissen.“ twittert <a href="https://www.xing.com/profile/Michael_Vesely">Michael Vesely</a>. Und um ganz sicher zu gehen, dass nun wirklich jeder seiner <a href="http://twitter.com/reisingers">600 Follower</a> auf die Tastatur sabbert, stellt er noch rasch einen Schnappschuss auf Facebook: <a href="http://twitpic.com/bsoo8">„Das Warten der Schokopuddinge auf die Mittagsgäste“</a>. Mehr kann man wirklich nicht tun.</p>
<p><a href="http://www.cafe-reisinger.at/">Reisinger’s</a> ist ein winziges Lokal im Textilviertel. Mit zwanzig Gästen ist es bereits überfüllt. Dass sich diese zwanzig hier regelmäßig einfinden, dafür sorgt Wirt Vesely mit Charme, Humor und Social Media Marketing. „Wer, wenn nicht Lokale sollen twittern?“, sagt er, „Wir twittern unser Mittagsmenü und haben so zumindest einmal täglich etwas Sinnvolles mitzuteilen. Das ist mehr als viele andere.“</p>
<p>Veselys Geheimnis? Authentizität, denn glatt gebügelte Corporate-Speak-Ergüsse interessieren niemanden: Social Media Marketing ist Dialog, nicht Keilerei. Das klar definierte Ziel: Kundenbindung vor Kundengewinnung. Wer das beherzigt, knackt nicht gleich den Jackpot, hat aber zumindest mal einen Fuß in der Tür.</p>
<p>„Durch Twitter, Facebook und Co. haben wir einen konstanten Dialog mit unseren Gästen. Wir forcieren das auch, etwa durch Abstimmungen bezüglich Speiseplan oder Veröffentlichen von Rezepten auf Gästewunsch.“</p>
<p>Gerade für Klein- und Mittelunternehmen, für Nahversorger wie Reisinger’s ist Social Media Marketing attraktiv: es kostet nichts, ist aber – richtig genutzt – effektiv.</p>
<p>Ja klar, oft grenzt es an Selbstausbeutung, was Zeit und persönliches Engagement anbelangt, aber die Ergebnisse können sich sehen lassen. In Schulungen zum Thema wird an dieser Stelle dann immer gerne auf das Bilderbuch-Beispiel <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Gary_Vaynerchuk">Gary Vaynerchuk</a> verwiesen. Tun wir hiermit auch: Herr Vaynerchuk leitet einen Online Weinhandel (<a href="http://winelibrary.com/">winelibrary.com</a>). Keine sonderlich originelle Idee, denn das Netz beheimatet Millionen zunächst hoffnungsvoller, dann hoffnungsloser Weinhändler. Aber die „Wine Library“ ist anders: Sie hat innerhalb der letzten fünf, sechs Jahre den Umsatz verzehnfacht. Wie? Durch <a href="http://tv.winelibrary.com/">Wine Library TV</a>, einem weinseligen Video-Podcast, der Dank seiner täglichen Updates zum Community-Magneten avancierte. Kostenpunkt? Null. Bilanz: 50 Millionen Dollar.</p>
<p>„Das Potential ist enorm“, weiß Social Media Profi <a href="http://www.sierralog.com">Dieter Rappold</a> (siehe untenstehendes Interview bzw. Videointerview <a href="http://www.wiener-online.at/2009/11/interview-mit-dieter-rappold-teil-2/">hier</a>), „Aber der deutschsprachige Raum ist da sehr konservativ und zurückhaltend.“ Das Problem liegt jedoch weniger darin, dass Facebook und Konsorten hier unbekannt wären, als in einer Scheu, sich in diesem neuartigen Ökosystem zu bewegen. Das Tool muss letztlich auch zur Unternehmenskultur und zum Selbstverständnis eines Betriebs passen. Wer versucht, im Web 2.0 auf die gleiche Art und Weise zu kommunizieren, wie in der „alten Welt“, in der Welt des klassischen Marketings wird scheitern. Denn das ist nicht mehr, was Konsumenten wollen. Dialog auf Augenhöhe heißt die Zauberformel – und daran beißen sich oft gerade die Werbe-Yuppies und PR-Tussen die gebleachten Zähne aus. Rappold: „Wenn ich aber möchte, dass sich jemand für meine Arbeit interessiert, muss ich mich grundlegend verändern.“</p>
<p>Eine platte, massenmediale Botschaft, mittels Hilti in Zielgruppenhirne gebohrt, wird von Webcommunities im besten Fall ignoriert. Gesucht wird Content statt Slogans. Will ich als Firma im Social Web mitspielen, muss ich bereit und fähig sein, diesen relevanten Content anzubieten: <em>Something to talk about.</em> Das ist der Anfang; der Rest ist Beziehungspflege.</p>
<p>Beziehungen sind es, die Content Gehör verschaffen.</p>
<p>Denn tatsächlich steht Content (und durchaus auch relevanter) im Netz unbegrenzt zur Verfügung. War früher der mediale Platz zur Vermittlung von Botschaften eng und entsprechend umkämpft, so lässt der Onlinebereich aufatmen: Platzprobleme unbekannt. Begrenzt ist hingegen die Aufmerksamkeit der User &#8211; rar und ausschließlich durch Beziehungspflege zu erreichen.</p>
<div id="attachment_830" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2009/12/himbeertarte.jpg"><img class="size-medium wp-image-830   " title="himbeertarte" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2009/12/himbeertarte-300x225.jpg" alt="Himbeertarte auf Facebook. Das ist irgendwie.... gemein... " width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Himbeertarte auf Facebook. Das ist irgendwie.... gemein...  (Foto: ©Reisingers)</p></div>
<p>„Sollen wir dir ein Stück Himbeer-Tarte samt Prosecco für heute Abend reservieren, Kerstin?“ fragt Vesely via Facebook einen Stammgast und liefert gleich den Augenzeugenbericht aus Reisingers Küche: „Noch wabbelt die heiße Füllung ein bisserl, aber in einer knappen Stunde ist sie schnittfest.“ Beziehungspflege in Reinkultur. Ein Händchen dafür braucht es halt. Es liegt nicht jedem.</p>
<p>Gegenbeispiel gefällig?</p>
<p><a href="http://www.jack-wolfskin.com">Jack Wolfskin</a>, Hersteller von Outdoor- und Trekking-Bekleidung, wurde jüngst zum Buhmann der Szene. Ein Elefant im Glasfaserleitungsladen. Was war geschehen? Einige User hatten ihre selbstgestrickten Mützen und Co. auf einem Amateur-Handarbeitsportal zum Verkauf angeboten. Dabei war das Strickmuster ein Tierpfotenabdruck, in dem Jack Wolfskins Rechtsanwälte meinten, das Firmenlogo wiederzuerkennen. Mehr war nicht nötig, um die geballte Maschinerie an <a href="http://www.werbeblogger.de/2009/10/17/jack-wolfskin-eroeffnet-den-abmahn-herbst/">Abmahnungen, Klagdrohungen und anderen Grauslichkeiten</a> loszutreten. Sprich: So ziemlich das Gegenteil von Dialog auf Augenhöhe.</p>
<p>Das Ergebnis fiel jedoch etwas anders aus, als von der Anwaltsarmee erwartet: Schneller als man „tweet this“ sagen kann, organisierte sich ein breit angelegter Protest. Wer „Jack Wolfskin“ in Google eingab, erhielt auf den ersten Ergebnisseiten Dutzende sehr negative Meldungen über die Marke und den Umgang mit Kunden. Am Ende des Tages sah sich Jack Wolfskin gezwungen, zurückzurudern und sich mit den Betroffenen zu einigen.</p>
<p>Tja, Pech: Kunden, die sich organisieren können, haben Macht. Interaktionen, die nicht auf Hausverstand und Menschlichkeit basieren, können im Netz entsprechend viel Schaden für eine Marke anrichten. Aber getreu dem Sprichwort „one man&#8217;s trash is another man&#8217;s treasure“: wo abmahnen versagt, funktioniert mitspielen.</p>
<p>„Fight H1N1 &#8211; esst mehr Schweinefleisch!“, twittert Vesely. Und kann sich darauf  verlassen, dass die Kunden dieser Aufforderung nachkommen werden. In <a href="http://www.cafe-reisinger.at">seinem Lokal</a>.</p>
<p>Weiter auf Seite 2: Interview mit New-Media-Profi Dieter Rappold</p>
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