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	<title>wienerpost &#187; Web20</title>
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		<title>Heute Facebook, morgen die Welt</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 22:07:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir rücken alle näher zusammen: Mit der universellen Verfügbarkeit des „Gefällt mir“-Knopfes revolutioniert Facebook-Gründer Mark Zuckerberg das Web. Zum Guten?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Wir rücken alle näher zusammen: Mit der universellen Verfügbarkeit des „Gefällt mir“-Knopfes revolutioniert Facebook-Gründer Mark Zuckerberg das Web. Zum Guten?</p></blockquote>
<div id="attachment_4485" class="wp-caption aligncenter" style="width: 580px"><a rel="attachment wp-att-4485" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/heute-facebook-morgen-die-welt/like-button/"><img class="size-full wp-image-4485" title="like button" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/like-button.jpg" alt="" width="570" height="340" /></a><p class="wp-caption-text">© Renate Stoica</p></div>
<p style="text-align: left;"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Zuckerberg">Mark Zuckerbergs</a> allabendlichen Gute-Nacht-Dialog</strong> mit seinem <a href="http://www.flickr.com/photos/96575205@N00/4360682759/in/set-72157623241489811/">selbstgenähten Kuschel-Darth-Vader</a> stelle ich mir in etwa so vor wie die berühmten Schlussworte aus der<a href="http://www.youtube.com/watch?v=U4Rl83wK1VE"> Serie „Pinky &amp; Brain“</a>:<br />
&#8220;Komm jetzt“, sagt der Zuckerbub vor dem Zu-Bett-Gehen, „Wir müssen uns auf morgen Abend vorbereiten.&#8221; – „Was machen wir denn morgen Abend, Mark?&#8221;, fragt Darth Vader, der die Antwort eigentlich kennen müsste. – „Dasselbe wie jeden Abend, Darth. Wir versuchen, die Weltherrschaft an uns zu reißen.&#8221;<br />
Dann legt der Zuckerbub den schwarzen Kapuzenpulli feinsäuberlich ans Fussende seines Bettes (ich stell mir da ein hübsches Geek-Bettzeug vor, vielleicht mit einem Todesstern drauf) und entschlummert mit kindlichem Seufzer in die Welt seiner Träume.<br />
Unter Facebook-blauem Himmel grasen dort die Farmville Schafe und fragen “Welche Seifensorte bist du?“. Rasch einen Glückskeks geöffnet, ah da steht es ja: „Das ganze Web <span style="text-decoration: line-through;">gehört</span> gefällt dir!“</p>
<p style="text-align: left;"><strong>So ähnlich muss es wohl gewesen sein</strong>, in der Nacht bevor Zuckerberg beschloss, seinen „Gefällt mir“-Knopf aus den facebook-basierten Fesseln zu befreien und als Applikation wwweltweit zur Verfügung zu stellen. Aber lasst uns einen Schritt zurück gehen: Was ist dieser Knopf und was kann er?</p>
<p><strong>Wer auf Facebook ist</strong> – das sind inzwischen <a href="http://digitalaffairs.at/facebook-userzahlen-oesterreich/">fast 2 Millionen Österreicher</a> – kennt ihn längst: Ein kleiner blauer Daumen, eine „Thumbs-Up“-Geste, die symbolisiert: Mir gefällt das! „Das“ kann dabei recht vielfältig ausfallen, sei es eine gewitzte Wortmeldung, ein Video, ein Urlaubsfoto, kurz: Ich kann jeder Art von Content durch einen simplen Klick meine Wertschätzung ausdrücken. Aber warum eigentlich nur auf Facebook? Was, wenn mir ein Artikel in der <a href="http://www.huffingtonpost.com/">Huffington Post</a> oder der <a href="http://www.faz.net/s/homepage.html">FAZ</a> oder  – um es mal eine Nummer kleiner zu geben – im Blog meiner Schwester gefällt? Eben dafür hat Zuckerberg eine Lösung gebastelt: Seit Ende April bietet eine kleine Erweiterung jedem User die Möglichkeit, den identen „Gefällt mir“-Knopf auf seiner eigenen Website oder dem eigenen Blog zu integrieren. Ja mehr noch, wird der Knopf dort geklickt, sendet er ein Signal an Facebook, sodass auch innerhalb der Facebook-Community jeder sehen kann, wie super beliebt meine Website ist!</p>
<p><strong>Die Euphorie war entsprechend groß. </strong>Das Leben im Web funktioniert, wie es so schön heißt, über Liebe und Links. Das ist die Währung der <a href="http://garyvaynerchuk.com/post/226157962/the-thank-you-economy-the-world-of-content-is">„Thank You“-Economy</a>: Ich verlinke dich, du verlinkst mich. Ich empfehle dich weiter, du erwiderst den Gefallen. Nur so kann es gelingen, Oberwasser im unfasslich großen Datenmeer zu erlangen, nur so kann meine Website überhaupt wahrgenommen werden – von Menschen ebenso wie Suchmaschinen.<br />
Und nun stieg er also herab, Gott Zuckerberg, teilte das Datenmeer und drückte jedem Nutzer einen Kompass in die Hand. Endlich Schluss mit der Orientierungslosigkeit! Endlich Schluss mit dem mühevollen Jappeln um Liebe und Links. Voilà, der „Gefällt mir“-Knopf!<br />
Dass die Nadel dieses Kompasses unweigerlich gen Facebook zeigt, muss uns nicht weiter bekümmern&#8230; Oder doch?</p>
<p><strong>Noch ein Schritt zurück:</strong> Was macht Facebook da eigentlich? Facebook sammelt Daten. Logisch, ist ja sein Kerngeschäft. Bislang innerhalb der eigenen vier Wände, aber das reicht längst nicht mehr. Man will nicht bloß das größte Social Network sein. Man will der größte Player im Netz sein und schickt vorsorglich schon mal eine Warnung an Google: <a href="http://www.wired.com/epicenter/2009/10/facebook-social-2/">„The future is social, not search!”</a></p>
<p><strong>Für die User bedeutet das, vieles wird einfacher.</strong> Das Netz rückt näher zusammen. Es wird leichter seine Aktivitäten und Vorlieben mit Freunden zu teilen. Es wird leichter, sich zu vernetzen.<br />
Schwieriger wird es, auf seine Privatsphäre zu achten, die entsprechenden Vorkehrungen lassen sich zwar auf Facebook einstellen, dies jedoch zunehmend komplexer und undurchschaubarer. Den meisten Usern – und das ist ja auch die Absicht dahinter – ist das zu anstrengend. Die versuchen’s erst gar nicht.</p>
<p><strong><a href="http://www.google.com/corporate/tenthings.html">„Do no evil“</a> mag zwar Googles Firmenphilosophie sein</strong>, die von Facebook ist es aber garantiert nicht. Milchgesicht Zuckerberg glaubt nicht an Privatsphäre, das hat er wieder und wieder bewiesen. Dennoch: Die Apokalypse droht nicht. “In der häufig die Gemüter erhitzenden Datenschutzdebatte wird eines ganz gerne übersehen“, meint Web-Profi <a href="http://blog.datenschmutz.net/bio/#toc-ich-uber-mich">Ritchie Pettauer</a>, „Ohne Datenaustausch keine Kommunikation.“ (<a href="http://blog.datenschmutz.net/2010-04/und-schon-ist-man-nicht-mehr-herr-seiner-daten/">Originalzitat: hier</a>) Sprich: Vorsicht, ja; Panik, bitte nicht!</p>
<p><strong>Für die Werber bedeutet der webweite „Gefällt mir“-Knopf</strong> ein Eldorado der Präferenz-Analyse! Personalisierte Werbung ohne Ende. Da liegt das Geld, das weiß Zuckerberg – und die werbetreibende Wirtschaft weiß es ebenso. „Personalized media“ ist das Gebot der Stunde. Das bedeutet nicht nur Werbung, sondern auch Websites, die sich je nach Besucher anders aufbauen. Franz mit Heimwerker-Vorlieben bekommt ein anderes Layout und andere Inhalte serviert als Karl, der auf Hardrock steht. Dafür braucht Franz nicht einmal auf den „Gefällt mir“-Knopf bei <a href="http://www.hilti.at/holat/">Hilti</a> klicken, denn ist der Knopf bei Hilti einmal installiert, kann Facebook auch das „Vorbeigehen“ daran erfassen. Klicken ist Kür, längst nicht mehr Pflicht. Franz hinterlässt seine Duftmarkierung unbewusst auf jeder mit Knopf versehenen Seite. Und Milliarden an Firmen scharen in den Starlöchern um ihre Werbe-Dollar an den punktgenau anvisierten Mann zu bringen. Zuckerberg muss nur die Hand aufhalten.</p>
<p><strong>Wir werden alle verfacebooked.</strong> Was das konkret für die Zukunft des Webs bedeutet, lässt sich schwer abschätzen. Aus einem Netz der Vielen wird, das zeichnet sich ab, ein Netz einiger weniger. Eine Daten-Oligarchie.<br />
<a href="http://www.wired.com/">WIRED</a>, Leitmedium in Sachen Netzkultur, bringt es auf den Punkt: „Die Frage der Zukunft wird sein, ob du Facebook benützt oder ob Facebook dich benützt.“</p>
<div>
<hr /></div>
<p><strong>Weiterlesen?</strong> <a href="http://www.wired.com/epicenter/2010/05/facebook-rogue/">&#8220;Facebook’s Gone Rogue; It’s Time for an Open Alternative&#8221;</a> (WIRED, 7.5.2010)</p>
<blockquote><p>Erschienen im WIENER 347 / Juli 2010</p></blockquote>
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		<title>Digitale Wolken</title>
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		<pubDate>Sat, 22 May 2010 20:18:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Kröß</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Netzleben]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
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		<description><![CDATA[Web 2.0 war gestern. Die Vorhersage für die Zukunft des Netzes lautet: stark bewölkt. Was Ihnen die Cloud bringt und worauf Sie achtgeben sollten, sagt Ihnen der WIENER.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align: left;">Web 2.0 war gestern. Die Vorhersage für die Zukunft des Netzes lautet: stark bewölkt. Was Ihnen die Cloud bringt und worauf Sie achtgeben sollten, sagt Ihnen der WIENER. (Text: <a href="http://www.wienerpost.at/author/martin-kroess/">Martin Kröß</a> / Illustration: <a href="http://www.wienerpost.at/2010/05/donnerstag-ist-kunsttag/">Renate Stoica</a>)</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter size-full wp-image-3432" title="wiener_cloud1" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/wiener_cloud12.jpg" alt="wiener_cloud1" width="532" height="309" /></p>
<p><strong>Die Marketingexperten dieser Welt </strong>können sich auf die Schulter klopfen. Nach längerer Durststrecke haben sie es wieder geschafft. Ein neues Buzzword hat sich gefunden: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cloud_Computing">Die Cloud.</a> Wie schon bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0">Web 2.0</a> weiß keiner so genau was es ist, aber man trifft es überall an. Wer etwas auf sich hält, begibt sich nun in höhere Sphären um am Puls der Zeit zu bleiben. Schließlich verspricht man uns, dass die Zukunft in der Wolke liegen soll. Doch was genau hat es mit der Cloud auf sich? Ist sie nur ein weiterer Geniestreich der Technologiebranche um Marketing-Kampagnen zu pushen, Absätze anzukurbeln und Unternehmen aller Größen, Farben und Formen zittern zu lassen, aus Angst, dass sie den Einstieg verpassen könnten?</p>
<p><strong>Der WIENER hat sich schlau gemacht</strong> und soviel vorweg: Das Rad wurde mit der Cloud nicht neu erfunden. Wie schon beim Begriff Web 2.0 mangelt es auch bei der Cloud nicht an Definitionen, die sich allesamt erheblich unterscheiden. Klar ist, dass es sich dabei um keine neue Technologie handelt. Vielmehr ist die Cloud ein neues Synonym dafür, wie bereits gängige Technologien miteinander verknüpft werden.</p>
<p><strong>Das Wort selbst hat seinen Ursprung</strong> in den Flipchart- und Powerpointpräsentationen der IT-Techniker. Wann immer Datenübertragungen von PCs, Smartphones, Laptops und anderen Geräten in das Internet und vom Internet wieder zurück grafisch dargestellen werden, kommt das Symbol der Wolke zum Einsatz. Es steht stellvertretend für einen virtuellen, nicht greifbaren Ort. Das neue Modewort Cloud umschreibt nicht eine fundamentale Revolution der Technik, sondern ein neues Prinzip der Verwendung. Fungierte das Internet bei der Datenübertragung bislang nur als Leitung und Vermittler zwischen lokalen Rechnern, so wandern die Daten künftig auf Dauer in die Cloud – das Internet wird also zum Super-Speichermedium für alles, was gestern noch mehr oder weniger sicher auf dem Home-PC abgelegt war. In der Cloud, so die Verheißung, sind Daten nicht nur einfach und bequem zu verwalten, sie können auch von jedem Endgerät und jedem Ort der Welt aus abgerufen werden.</p>
<p><strong>Gut veranschaulichen lässt sich dieses Prinzip</strong> anhand einer der ältesten Services im Internet – der E-Mail. Früher wurden E-Mails üblicherweise von Rechner zu Rechner übertragen – gespeichert (und gelesen) wurden sie lokal. Wer Zugang zu seinen E-Mails wollte, musste seinen Computer aufdrehen und das eigene E-Mail Programm öffnen. Die Cloud aber speichert alle E-Mails zur Gänze im Internet. Dort warten sie auf unseren Zugrifffacher, ein einfacher <a href="http://www.youtube.com/watch?v=o4MwTvtyrUQ">Web-Browser</a> (Link bitte nur klicken, wenn Sie hart im Nehmen sind) reicht dafür. Wenn wir sie lesen, müssen ihre Daten keine Sekunde mit der Festplatte unseres PC in Berührung kommen.</p>
<p><strong>E-Mails sind aber nur der Anfang.</strong> Dokumente, Bilder, Videos – praktisch alles was wir digital speichern – ziehen von unseren Rechnern in die Cloud um. Damit sind der Mobilität keine Grenzen mehr gesetzt. Ob über das Netbook in der Wartehalle auf dem Flughafen, auf dem Handy in der S-Bahn oder dem PC zu Hause. Unser gesamtes digitales Leben lässt sich permanent und aktuell aus dem Äther fischen. Solange wir einen Zugang zum Netz haben, begleitet uns die Cloud.</p>
<p><strong>Die Vorteile liegen auf der Hand.</strong> Lokale Datensicherungen sind nur mehr begrenzt notwendig. Weder der Diebstahl unserer Gadgets, noch Fehlfunktionen unserer Hardware beeinträchtigen die Sicherheit unserer Daten. Umständliche Zusatzprogramme werden in vielen Fällen obsolet, denn ein einfacher Web-Browser ermöglich uns bereits den Zugriff. Wer auf mehreren Computern – im Büro, auf Geschäftsreise oder zu Hause – an Dokumenten arbeitet, hat immer die aktuellste Version in der Cloud parat. Da die Daten bereits im Netz sind, können sie auch problemlos mit anderen geteilt werden. Das umständliche Versenden von Fotos und Videos ist passé – ein Knopfdruck genügt und anderen wird der Zugang gewährt. Auch die Kosten sinken, denn durch die Auslagerung der Daten in die Cloud wird weniger Speicherplatz benötigt und das spart Festplattenkapazität. Für Unternehmen erhöht sich zusätzlich die Flexibilität und erleichert etwa die Telearbeit oder das Arbeiten im Außendienst.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Aber auch die Nachteile der Cloud</strong> haben es in sich, denn unsere Daten verlassen zwangsläufig unsere eigene Obhut und müssen anderen Anbietern übergeben werden. Dieser Kontrollverlust behagt nicht jedem. Gerade bei sensiblen Daten kann sich sehr schnell ein Sicherheitsproblem ergeben. Ein weiteres großes Fragezeichen ist auch die Zuverlässigkeit der Cloud. Gestörte Internetverbindungen oder Zusammenbrüche von Servern können dafür sorgen, dass man vom Zugang zu seinen Daten abgeschnitten wird. Selbst große Webservices wie Twitter oder Facebook erleiden immer wieder massive Ausfälle. <img class="aligncenter size-full wp-image-3434" title="wiener_cloud2" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/wiener_cloud22.jpg" alt="wiener_cloud2" width="336" height="493" /></p>
<p><strong>Trotz der Schwächen des Systems</strong> ist der Trend zur Cloud jedoch enorm und viele User verlagern ihr digitales Hab und Gut ins Netz. Das Angebot dafür steht bereit und wird noch massiv ausgebaut. Analysten schätzen, dass der Markt für Cloud Computing im Jahr 2016 ganze 100 Milliarden Dollar wert sein wird. Einer der großen Vorreiter auf diesem Markt ist natürlich Google mit seinen vielen Cloud Applications. Google Docs etwa bietet Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation direkt im Web an. Dabei eignet es sich nicht nur als Alternative zu Microsofts Office, sondern ermöglicht es auch, kollaborativ mit mehreren Nutzern an ein und demselben Dokument gleichzeitig zu arbeiten, Verbesserungen vorzunehmen und zu kommentieren.</p>
<p><strong>Der populäre Cloud E-Maildienst GoogleMail</strong> wurde 2007 gestartet und bietet aktuell 7,5 Gigabyte Speicherplatz gratis an. Webmail-Dienste wie Hotmail, GMX oder Yahoo, die das Prinzip schon seit Jahren fahren, sind mit ihren Speicherplatz-Angeboten nachgezogen. Mit AdobePhotoshop Express können Fotos online direkt bearbeitet werden. Über Acrobat lassen sich Texte verfassen, verwalten und in Pdf-Dokumente umwandeln. Mit <a href="https://www.dropbox.com/">DropBox</a> hat sich ein System für Datenspeicherung und -verwaltung in der Cloud hervorgetan: Eine automatische Synchronisierung sorgt dafür, dass auf jedem Rechner, von dem aus man zugreift, stets die aktuellste Version der Datei zur Verfügung steht. Via Evernote schaffen sie sich ein virtuelles Gedächtnis in der Cloud: fotografieren, scannen, schreiben und speichern – <a href="http://www.evernote.com/">Evernote</a> merkt sich, was wir gleich wieder vergessen würden. Mit Pandora kann man seine persönlichen Musikdateien und im Internet gestreamte Radiosender aus der Wolke empfangen. Das Pendant im Videobereich kommt von den Anbietern <a href="http://www.netflix.com/">Netflix</a> und <a href="http://www.hulu.com/">Hulu</a>.</p>
<p><strong>Das Rad wurde also nicht neu erfunden</strong>, aber die Straße auf der es fährt, modernisiert. Die lokale Datenver- waltung gehört immer mehr der Vergangenheit an. Wir ziehen in die Wolke, sie ermöglich uns in Zukunft alleine mit einer Internetverbindung den Zugriff auf unser gesamtes digitales Leben, von jedem Ort aus und zu jeder Zeit. Die ständige Anbindung an das Web über Laptops, Smartphones und drahtloses Internet macht es möglich. Doch was, wenn sich plötzlich die Wolken verdunkeln, was, wenn der Datenstrom versiegt? Wer hat dann noch die Kontrolle? Wer übernimmt die Verantwortung für unsere Daten, falls das System kollabiert? Wie bekommen wir dann unser digitales Leben zurück? Für ein solches Szenario gibt es bislang keine überzeugende Schönwetterprognose &#8230;</p>
<div>
<hr /></div>
<p><strong>DIE FAKTEN:</strong></p>
<p>Die 4 besten Cloud Applications</p>
<ul>
<li><a href="http://docs.google.com">Google Docs</a> – Textverarbeitung und Tabellenkalkulation im Web</li>
<li><a href="http://gmail.google.com">GMail</a> &#8211; Online Mailverwaltung leicht gemacht</li>
<li><a href="http://getdropbox.com">Dropbox</a> &#8211; Datensynchronisation leicht gemacht</li>
<li><a href="http://evernote.com">Evernote</a> &#8211; Das digitale Gedächtnis in der Cloud</li>
</ul>
<p>Verwandte Artikel: <a href="http://www.wienerpost.at/2010/01/umfrage-organize-your-life/">Organize your life!</a></p>
<blockquote><p>Erschienen im WIENER 346 / Juni 2010</p></blockquote>
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		</item>
		<item>
		<title>YouTube erreicht 2 Millarden Views pro Tag (Video)</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/05/youtube-erreicht-2-millarden-views-pro-tag/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 May 2010 08:20:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Und mehr als in dieser Überschrift steht, kann man dazu auch gar nicht sagen. Außer vielleicht: Wow. Erst unlängst feierte as Online-Videoportal seinen fünften Geburtstag, gestern fiel die 2 Millarden Hürde. (...)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-3272" title="youtube-logo" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/youtube-logo1-300x198.png" alt="youtube-logo" width="162" height="107" /></p>
<p>Und mehr als in dieser Überschrift steht, kann man dazu auch gar nicht sagen. Außer vielleicht: Wow. Erst unlängst feierte as Online-Videoportal <a href="http://mashable.com/2010/02/14/youtube-birthday/">seinen fünften Geburtstag</a>, gestern fiel die 2 Millarden Hürde. (Anmerkung: Liebe Medien-Kollegen: Wer hier wieder &#8220;billion&#8221; mit Billion übersetzt, wird eingehändig von mir an der Nase gezogen!)<br />
Fünf Jahre YouTube &#8211; das bedeutet eine Erfolgsgeschichte und eine Veränderung unseres Medienverhaltens wie sie grundlegender kaum vorstellbar ist.</p>
<p>YouTube in Zahlen (mit Dank an <a href="http://techcrunch.com/2010/05/16/five-years-in-youtube-is-now-streaming-two-billion-videos-per-day/">Techcrunch</a>, die brav Statistik recherchiert haben):</p>
<ul>
<li>2 Billion views a day</li>
<li>3rd most visited website (Alexa)</li>
<li>Localized in 23 countries across 24 different languages</li>
<li>15 The average number of minutes people spend on the site each day</li>
<li>24  Hours of video uploaded to YouTube every minute</li>
<li>45 Million home page impressions every day</li>
<li>70% of YouTube traffic comes from outside the U.S.</li>
<li>100  Years of video scanned by copyright managent technology, Content ID, every day</li>
<li>1700  Years it would take you to watch the hundreds of millions of videos on YouTube</li>
</ul>
<p>Zur Feier des Tages hat YouTube einen <a href="http://www.youtube.com/user/FiveYear">Jubiläumskanal</a> ins Leben gerufen (<a href="http://www.youtube.com/user/FiveYear">hier anschauen</a>). Und ich, rührseelige Trantüte, die ich nun mal bin, hab schon das eine oder andere Tränchen verdrückt bei ihrem offiziellen Geburtstagsvideo. Deshalb will ich Ihnen das nicht vorenthalten:</p>
<div></div>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Tlmho7SY-ic&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="340" src="http://www.youtube.com/v/Tlmho7SY-ic&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Jössas, Twitterparade!</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/05/jossas-twitterparade/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 May 2010 07:15:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Geek]]></category>
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		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
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		<description><![CDATA[Ok, es ist wirklich bloß eine blöde Spielerei. Aber wozu glauben Sie haben wir die Kategorie Geek Stuff ins Leben gerufen? Exakt. Für blöde Spielereien. Hier also unsere Twitterparade. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ok, es ist wirklich bloß eine blöde Spielerei.</strong> Aber wozu glauben Sie haben wir die Kategorie Geek Stuff ins Leben gerufen? Exakt. Für blöde Spielereien. Hier also unsere <a href="http://isparade.jp/108883">Twitterparade</a>. Anbei leider nur ein Screenshot möglich, aber wenn Sie den japanischen Animations-Wahnsinn in seiner vollen epischen Breite erleben wollen, folgen sie einfach <a href="http://isparade.jp/108883">dem Link</a>. (Sie wollen Ihre eigene machen? Das geht hier: <span> </span><a href="http://isparade.jp/">isparade.jp</a>)</p>
<div>
&lt;</div>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3320" title="isparade" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/isparade1.jpg" alt="isparade" width="440" height="330" /></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Jagdsaison ist eröffnet: WM-Panini-Album 2010</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/05/die-jagdsaison-ist-eroffnet-wm-panini-album-2010/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 May 2010 12:35:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Torwart fehlt Ihnen noch? Wenn Sie Buffons Nummer wissen, kann Ihnen geholfen werden! Eine neue Facebook-Applikation bringt den Sticker-Tausch ins Social Web.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2503" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><img class="size-medium wp-image-2503" title="Buffon_panini" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/Buffon_panini1-225x300.jpg" alt="Gianluigi Buffon, nicht gerade vorteilhaft portraitiert im Panini-Album" width="225" height="300" /><p class="wp-caption-text">Gianluigi Buffon, nicht gerade vorteilhaft portraitiert im Panini-Album</p></div>
<p>Der Torwart fehlt Ihnen noch? Wenn Sie Buffons Nummer wissen, kann Ihnen geholfen werden! Nein, das ist keine Aufforderung zu Telefon-Stalking. Die Rede ist von seiner Panini-Pickerl-Nummer. Die ist 412 &#8211; und diese Information sollte bereits reichen, um die jüngste Facebook-Applikation genussvoll nützen zu können.</p>
<p><a href="http://www.facebook.com/apps/application.php?id=112312658804257">Stickerexchange.at</a> befördert den Tauschbazar direkt in Ihr Facebookprofil.<br />
&#8220;Einfach Nummern der doppelten oder fehlenden Sticker eingeben und schon kann getauscht werden was das Stickerbook hergibt&#8221;, schreibt  <a href="http://digitalaffairs.at/2010/05/04/sticker-tauschen-mit-stickerexchange/">Digital Affairs</a>, &#8220;Kleiner Tipp: Wer seine Chancen verbessern will, sollte seine gesuchten oder auch doppelten Sticker auf jeden Fall direkt im Newsfeed seines Profil veröffentlichen.&#8221;</p>
<p>Auf geht&#8217;s &#8211; die Jagdsaison ist eröffnet!</p>
<p>P.S. Und vergessen Sie nicht, dass dieser Eintrag von einer Frau geschrieben wurde, die das Tier im Italo-Goalie nicht gänzlich kalt lässt. Wenn Sie also neben seiner Pickerl-Nummer tatsächlich über seine Telefonnummer verfügen, schicken Sie mir eine Mail!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Interaktivität erfüllt die Versprechungen der Moderne und der Erleuchtung&#8221;: Christa Sommerer über Interfaces und Kunst</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 13:01:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit der rasanten Entwicklung allgegenwärtiger Telekommunikationstechnologien nimmt die Interfacetechnologie immer mehr Einfluss auf unser Leben. Von der Gesichtserkennung, Fingerabdruckauswertung bis hin zum Nacktscanner und der Vorratsdatenspeicherung, unser Leben wird immer mehr messbar und damit auch kontrollierbar. Die Reaktion von Meinungsmachern in Politik, Feuilleton und Boulevard sind hinlänglich bekannt. Im Rahmen des Ernst Mach Forums ergriff Christa Sommerer das Wort für die KünstlerInnen-Perspektive. Ihre Positionsbestimmung hat sie freundlicher Weise dem WIENER zur Verfügung gestellt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der rasanten Entwicklung allgegenwärtiger Telekommunikationstechnologien nimmt die Interfacetechnologie immer mehr Einfluss auf unser Leben. Von der Gesichtserkennung, Fingerabdruckauswertung bis hin zum Nacktscanner und der Vorratsdatenspeicherung, unser Leben wird immer mehr messbar und damit auch kontrollierbar. Die Reaktion von Meinungsmachern in Politik, <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,661307,00.html">Feuilleton</a> und <a href="http://www.wienerpost.at/2010/04/maybrit-illner-wie-gefahrlich-ist-das-internet/">Boulevard</a> sind hinlänglich bekannt. Im Rahmen des <a href="http://www.wienerpost.at/2010/04/wissenschaft-im-dialog-media-brain/">Ernst Mach Forums</a> ergriff <a href="http://www.interface.ufg.ac.at/christa-laurent/">Christa Sommerer</a> das Wort für die KünstlerInnen-Perspektive. Ihre Positionsbestimmung hat sie freundlicher Weise dem WIENER zur Verfügung gestellt.</p>
<blockquote><p>Dr. Christa Sommerer, Professor for Interface Culture Institute for Media University of Art and Design / Linz: <strong>&#8220;Statement für das Ernst Mach Forum in der Akademie der Wissenschaften in Wien am  28.4.2010&#8243;</strong></p></blockquote>
<div id="attachment_2144" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-2144" title="sommerer eselat" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/sommerer-eselat-300x199.jpg" alt="cc by eSel.at" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">cc by eSel.at</p></div>
<p><strong>Mit der rasanten Entwicklung</strong> mobiler Telekommunikations-Technologien, ubiquitärer und verteilter Computersysteme, intelligenter Räume sowie tragbarer und versteckter Sensorik, nimmt die Interfacetechnologie immer mehr Einfluss auf unser Leben. Von der Gesichtserkennung, Fingerabdruckauswertung bis hin zum Nacktscanner und der Vorratsdatenspeicherung, unser Leben wird immer mehr messbar und damit auch kontrollierbar. Soziale Netze und der daraus entstehende soziale Druck beeinflussen verstärkt unseren Tagesablauf und unsere Kommunikationsformen.</p>
<p><strong>KünstlerInnen beschäftigten sich schon seit den 1960er Jahren</strong> mit Kommunikation und sozialer Interaktion. Sie untersuchten kritisch wie z.B. das Film und Fernsehen unsere Leben veränderte und welche neuen Formen der Interaktion und auch Machtstrukturen dadurch entstanden[1]. Künstlergruppen wie etwa Ant Farm [2] thematisieren die zunehmende Kommerzialisierung durch das Fernsehen, z.B. in der Performance “Media Burn&#8221; von 1975 wo ein umgebauter Cadillac in eine Wand brennender Fernsehgeräte rast (zu sehen derzeit als Dokumentation in der ausgezeichneten Ausstellung Changing Channels – Kunst und Fernsehen1963-1987 im <a href="http://www.mumok.at/programm/ausstellungen/">Museum Moderner Kunst, </a>Stiftung Ludwig in Wien). Zahlreiche KünstlerInnen der 1960er Jahre, wie etwa Yoko Ono, Peter Weibel und Valie Export, experimentierten mit partizipatorischen Systemen, wo die BesucherInnen als TeilnehmerInnen des Kunstwerkes dies massgeblich mitbeeinflussen konnten.</p>
<p><strong>Auch heute sind KünstlerInnen gefragt</strong> sich mit der verstärkten Technisierung und Überwachbarkeit unsere Welt auseinanderzusetzen. Im Bereich der Medienkunst und speziell der interaktiven Kunst untersuchen KünstlerInnen seit Jahren wie Interfacetechnologien sich auf unsere Leben auswirken, welche sozialen Interaktionsformen daraus entstehen und wie dies künstlerisch dargestellt und umgewandelt werden kann. Von interaktiven Installationen, zu tragbarer Mode, von künstlerischen Spielen bis hin zu interaktiven Räumen und Oberflächen, das Spektrum des Einsatzgebietes von interaktiven Gestaltungsmöglichkeiten scheint schier unerschöpflich. [3,4]</p>
<p><strong> Im Jahr 2001 meinte Lev Manovich</strong>, ein bekannter Medientheoretiker, in seinem Buch „The Language of New Media,“ [5] dass sich eine neue Sprache des <strong>Kulturellen Interface</strong> entwickeln wird, so wie die Sprache des Kinos vor etwa 100 Jahren entstand.  Heute gestalten KünstlerInnen z.B. interaktive Szenarios wo durch das Berühren echter Pflanzen künstliche Pflanzen an Projektionsflächen wachsen, wo medienarchäologische Geräte wie Schreibmaschinen oder alte Radiogräte durch interaktive Technologien neu adaptiert werden, wo interaktive Kleidung verwendet wird um dadaistische Tonlandschaften und Performances zu kreieren, Installationen wo Gehirnstrommessungen als Kontroller für ein Ping-Pongspiel fungieren, wo neuartige taktile und multimodale Musikinstrumente gestaltet werden, Filmsequenzen durch das Interagieren mit verschiedenen Schnittstellen neu zusammengesetzt werden, telematische Arbeiten Raum und Zeitverbindungen auflösen oder Arbeiten die die ständig steigende Überwachung durch ubiquitäre Sensorsysteme thematisieren [6].</p>
<p><strong>Wir leben in einer Welt der ständigen Erreichbarkeit</strong>, der ständig verfügbaren Informationen und des konstanten Reagieren-müssens. Die Geschwindigkeit mit der Aktionen und Reaktionen vom Individuum gefordert werden nimmt stetig zu und die in der Moderne begonnene Beschleunigung unseres Lebens durch technische Hilfsmittel erreicht immer neue Höhepunkte.  Die soziale und gesellschaftliche Revolution die diese neuen Interfaces und neuen Kommunikationsformen hervorrufen, verlangen also eine dringende künstlerisch kritische Auseinandersetzung, um diese Technologien auch emotional verdaubar zu machen und um uns die Chance zu geben sich diesen neuen Anforderungen zu stellen.</p>
<p><strong>Gijs van Oonen</strong>, ein dänischer Medienphilosoph, konstatiert dass die neuen technologischen Prozesse sich auch physisch auf unsere Körper auswirken, er nennt dies die „Interactive Metal Fatique“ [7]. Er bezieht sich dabei auch auf Walter Benjamin der schon vor Jahren konstatierte dass mit der Beschleunigung auch ein Verlust an Konzentration einhergeht (die Erfahrung wird zum Erlebnis).</p>
<p><strong>Die in der industriellen Revolution</strong> begonnene und in den 1960er Jahren weitergeführten Beschleunigungstendenzen werden in den 1990er Jahren technisch ausgebaut und Hochgeschwindigkeitsinteraktivität wird nun die allgemeine Norm. Auch durch die neuen partizipatorischen Systeme und Sozialen Netwerke, wie etwa Twitter oder Facebook,  ergeben sich weitere Phasenverschiebungen: nun kann jeder seine Meinung demokratisch kundtun oder durch soziale-kreative Softwares auch selbst zum potenziellen Co-Produzenten werden. Weibel sagt: „Im Zeitalter des Youtube.com, Flickr.com, MySpace.com, and Second Life verlieren KünstlerInnen ihr Monopol auf Kreativität. Durch neueste Medien kann heute jeder künstlerisch kreativ sein.“ [8]</p>
<p><strong> Interaktivität erfüllt damit die Versprechungen der Moderne und der Erleuchtung</strong>, da Emanizipation, Partizipation und Aktion als generelle Prinzipien von sozialer Anerkennung und Verantwortung gehandelt werden. Der Preis dieser Befreiung ist laut Gijs van Oonen jedoch ein „Overburdening of the Senses“, also eine Sensorielle Überforderung, da wir nicht mehr Herr alle dieser komplexen Entscheidungen und Konsequenzen sein können. Dadurch dass der Mensch die von ihm geschätzten Ideale nach Emanzipation, Meinungsäusserung und konstanter Beteiligung erfüllen möchte, dies jedoch aufgrund der geforderten Geschwindigkeit und ansteigenden Fülle zeitlich nicht mehr schafft, ergibt sich laut Gijs van Oonen eine Tendenz des Resignierens und der „Interactive Metal Fatique.“ „Too much of a good thing becomes bad for us,“ sagt Gijs van Oonen. Oder wie Hartmund Rosa schreibt, die Modernität ist charakterisiert durch die Veränderungen der Zeitstruktur, wo Bewegung, Geschwindigkeit und Effizient zu vorangingen Qualitäten werden (Ausschöpfungsgrad).</p>
<p><strong> Wo stehen jedoch hier die KünstlerInnen ?</strong> Auf der einen Seite leben wir in einer Welt die es uns erlaubt diese neue Interaktionsformen entscheidend mitzugestalten und mitzuprägen, auf der anderen Seite muss eine kritische Auseinandersetzung mit den  neuen Kommunikationsformen und dem Einmarsch der Sensortechnologie in unser tägliches Leben mit einer gewissen Distanz und einem künstlerischen Blick begegnet werden. Auch die derzeit vorherrschenden Ideale von Effizienz und maximaler Geschwindigkeit verlangen eine kritische künstlerische Durchleuchtung.</p>
<p><strong> Das Gehirn ist ein sozial formbares Organ</strong>, eine erfahrungsgesteuerte Gefühls- und Wertezentrale mit rationaler Teilkontrolle. Es verarbeitet ständig Sinnenswahrnehmungen und ist als ultimatives Interfaces für unser soziales Handeln verantwortlich. Als KünstlerInnen entscheiden wir mit, welche Formen der Sinnenswahrnehmungen wir anbieten und hoffen auf den Austausch und den Feeback unseres Publikums. Im Sinne der Memetheorie von Blackmoore [9] und Dawkins, geben wir Kunstmeme weiter und hoffen dass diese weitreichend kopiert werden und das einen oder andere <a href="http://www.wienerpost.at/2009/12/memes/">neue kulturelle Meme</a> erzeugen.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Referenzen: </span></p>
<ol>
<li>Matthias Michalka (ed.), Changing Channels, Art and Television 1963-1987, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien, 2010</li>
<li>i.d. p.215 ff.</li>
<li>Christa Sommerer, Laurent Mignonneau, Dorothée King (eds.) Interface Cultures- Artistic Aspects of Interaction, August 2008, Transcript Verlag</li>
<li> Christa Sommerer, Lakhmi C. Jain, Laurent Mignonneau,(Eds.) The Art and Science of Interface and Interaction Design, 2008. Springer Verlag, XIV, 190 p. 69 illus. Hardcover, Studies in Computational Intelligence, Volume 141</li>
<li> Lev Manovich, The Language of New Media (Cambridge, MA: The MIT Press, 2001) 93.</li>
<li>Interface Cultures Lab an der Kunstuniversität Linz, http://www.interface.ufg.ac.at und Sommerer&amp;Mignonneau’s Webseite: http://www.interface.ufg.ac.at/christa-laurent/index.html</li>
<li>Gijs van Oenen, Interactieve metaalmoeheid. In: Filosofie &amp; Praktijk, 30/1, 2009, 5-18</li>
<li>Peter Weibel, YOU_niverse, exhibition catalogue, Sevilla: Bienal de Arte Contemporaneo de Sevilla,, Fundacionbiacs, 2008, pp. 16-26</li>
<li>Susan Blackmore, Die Macht der Meme. Die Evolution von Kultur und Geist,” Spektrum Akademischer Verlag.</li>
</ol>
<p><strong>Radiotipp: Die Diskussion &#8220;Media Brain&#8221; im Rahmen des Ernst Mach Forums ist heute abend auch auf Ö1 zu hören: <a href="http://oe1.orf.at/programm/235937">&#8220;Dimensionen&#8221;, 19.06h</a></strong></p>
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		<title>Her mit den Moneten!</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 20:14:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Tool]]></category>
		<category><![CDATA[Web20]]></category>

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		<description><![CDATA[Natürlich ist er toll, der Facebook Button. Und wir waren ja gerade noch sehr stolz auf ihn: So ein freundlicher lichtblauer Daumenzeig, der Liebe und Links im Leben unserer sonst so einsam frierenden Blogger-Seelen verbreitet.
Die clickbar gewordene Manifestation der Bussi-Bussi-Gesellschaft im Web2.0 - und, nein, das ist nicht so fies gemeint, wie's jetzt vielleicht klingt: Liebe und Links - danach streben wir alle! Keep it coming - wir brauchen das! :)
Dennoch, Hand aufs BloggerInnen-Herz: Die Miete hat's bislang nicht bezahlt. Und die Domain-Gebühr auch nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1993" class="wp-caption alignleft" style="width: 270px"><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/i-want-you1.jpg"><img class="size-medium wp-image-1993" title="i-want-you" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/i-want-you1-260x300.jpg" alt="&quot;I want you to flattr us!&quot;" width="260" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;I want you to flattr us!&quot;</p></div>
<p>Natürlich ist er toll, der <a href="http://www.wienerpost.at/2010/04/kuscheln-mit-facebook/">Facebook Button</a>. Und wir waren ja gerade noch sehr stolz auf ihn: So ein freundlicher lichtblauer Daumenzeig, der Liebe und Links im Leben unserer sonst so einsam frierenden Blogger-Seelen verbreitet.<br />
Die clickbar gewordene Manifestation der Bussi-Bussi-Gesellschaft im Web2.0 &#8211; und, nein, das ist nicht so fies gemeint, wie&#8217;s jetzt vielleicht klingt: Liebe und Links &#8211; danach streben wir alle! Keep it coming &#8211; wir brauchen das! :)</p>
<p>Dennoch, Hand aufs BloggerInnen-Herz: Die Miete hat&#8217;s bislang nicht bezahlt. Und die Domain-Gebühr auch nicht.</p>
<p>Das soll anders werden: Wenn Sie uns in Zukunft mögen, dann dürfen Sie auch unsere Miete, unsere Domain und unseren Urlaub in der Domenikanischen Republik bezahlen! Wohlgemerkt, Sie <em>müssen</em> nicht (Hat da gerade jemand <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paid_Content">Paid Content</a> gesagt? Also, wir waren das sicher nicht!) &#8211; aber Sie haben ab jetzt die <em>Möglichkeit</em> dazu.</p>
<p>Diese Möglichkeit gibt Ihnen <a href="http://flattr.com/">flattr</a> (siehe auch WIENER Ausgabe 345 / S.69). Flattr wurde von <a href="http://www.wienerpost.at/2009/06/tortuga-digital/">Pirate-Bay</a>-Gründer <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Sunde">Peter Sunde</a> erfunden und ist ein Micropayment Dienst für Online-Kreativität. Wenn man so will: Die clickbar gewordene Manifestation der <a href="http://blog.owengreaves.com/the-thank-you-economy-gary-vaynerchuk">Thank-You-Economy</a>. Und jetzt ist dann auch wieder Schluss mit den blumigen Vergleichen! (Das Wort selber ist allerdings auch einer &#8211; nämlich ein Neologismus aus <a href="http://www.wienerpost.at/2009/06/grassmuck/">&#8220;Flatrate&#8221;</a> und &#8220;flattery&#8221;, sprich: &#8220;bauchpinseln&#8221;.)</p>
<p>Flattr funktioniert nach dem bekannten Prinzip &#8220;Auch Kleinvieh macht Mist&#8221;. Jeder Click ist ein paar Cent Wert, das belastet kaum das Spender-Börserl, aber wenn ein paar Tausend Visitor jeweils ein paar Cents hinterlassen, kommt am Ende des Monats schon die eine oder andere Teetasse für uns BloggerInnen heraus. Derzeit ist das System noch Beta und es braucht eine Einladung, um mitspielen zu dürfen. Aber Peter Sunde und seine Jungs (Mädels?) sind ja auch nicht auf der schwedischen Nudelsuppe dahergeschwommen. Die werden das Ding schon zum Laufen bringen.</p>
<p>Auf der <a href="http://re-publica.de/10/">re:publica</a> war Flattr jedenfalls der Publikumshit und die Medien &#8211; allesamt schon lange auf der Suche nach brauchbaren Modellen der Online-Refinanzierung &#8211; haben sich vor Begeisterung überschlagen.</p>
<p>Nachlesen kann man ein paar Berichte in unserer Link-Sammlung:</p>
<ul>
<li><a href="http://futurezone.orf.at/stories/1645327/">Futurezone</a>: Flattr: Pirate-Bay-Gründer startet Bezahlsystem</li>
<li><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/re-publica-Pirate-Bay-Gruender-will-Kuenstler-und-Netzaktive-entlohnen-978043.html">Heise Online</a>: re:publica: Pirate-Bay-Gründer will Künstler und Netzaktive entlohnen</li>
<li><a href="http://netzwertig.com/2010/02/11/flattr-neuer-micropaymentdienst-setzt-auf-die-thank-you-economy/">Netzwertig</a>: Neuer Micropayment Dienst setzt auf die Thank-You-Economy</li>
<li><a href="http://www.netzpiloten.de/2010/04/13/flattr-geld-verdienen-ist-kein-recht-sondern-eine-moglichkeit/">Netzpiloten</a>: Geld verdienen ist kein Recht, sondern eine Möglichkeit</li>
</ul>
<p>&#8230; und wenn Sie wollen (bzw. wenn Sie im glücklichen Besitz eines flattr-Invites sind), lassen Sie doch gleich ein paar der Bauchpinsel-Taler rüberwachsen. Das erste flattr-finanzierte Achterl trinken wir auf Sie!</p>
<p>P.S. Ja, optisch wird man sich was einfallen lassen müssen. Der Knopf ist schiarch. Er ist riesig. Und überhaupt: Dieses inflationäre Button-Chaos am Fußende jedes Postings kann keine Dauerlösung sein. Aber fürs Erste darf&#8217;s einmal so bleiben. That&#8217;ll do, pig, that&#8217;ll do.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wissenschaft im Dialog: &#8220;Media Brain&#8221;</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/04/wissenschaft-im-dialog-media-brain/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 08:59:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[Events]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Web20]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Veranstaltung: 'Media Brain' - Verändern neue Medien und Technologien unser Gehirn?
Die intensive Verwendung neuer Medien bewirkt kontinuierlich Veränderungen in der Funktion des menschlichen Gehirns. Für die Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts verheißt die multimediale Vernetzung vielfältige Formen der Kommunikation und die Ausbildung neuer Fertigkeiten. Für den Einzelnen könnte diese Entwicklung aber auch Gefahren bergen, wenn sich Wirklichkeitsbezug und Beziehungsfähigkeit dadurch verändern. Sind diese Auswirkungen nur vorübergehend oder ist sogar eine neue Kluft zwischen den digitalen "Medien-Generationen" zu befürchten?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>15. Ernst Mach Forum. Wissenschaften im Dialog:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>&#8216;Media Brain&#8217; &#8211; Verändern neue Medien und Technologien unser Gehirn?</strong></p>
<p><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/öaw1.gif"><img class="alignleft size-full wp-image-1971" title="öaw" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/öaw1.gif" alt="öaw" width="200" height="191" /></a>Die intensive Verwendung neuer Medien bewirkt kontinuierlich Veränderungen in der Funktion des menschlichen Gehirns. Für die Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts verheißt die multimediale Vernetzung vielfältige Formen der Kommunikation und die Ausbildung neuer Fertigkeiten. Für den Einzelnen könnte diese Entwicklung aber auch Gefahren bergen, wenn sich Wirklichkeitsbezug und Beziehungsfähigkeit dadurch verändern. Sind diese Auswirkungen nur vorübergehend oder ist sogar eine neue Kluft zwischen den digitalen &#8220;Medien-Generationen&#8221; zu befürchten?</p>
<p><strong>Termin:</strong> 28.04.2010, 18:00<br />
<strong>Ort: </strong>Theatersaal der <a href="http://www.oeaw.ac.at/deutsch/home.html">ÖAW</a>, Sonnenfelsgasse 19, 1. Stock, 1010 Wien</p>
<p><strong>Es diskutieren</strong><br />
<a href="http://www.kinderpsychologie-bergmann.de/">Wolfgang Bergmann</a> / Erziehungswissenschaftler, Hannover<br />
<a href="http://www.medienphilosophie.net/">Frank Hartmann</a> / Medienphilosoph, Weimar<br />
Jochen Oehler / Neuro- und Verhaltensbiologe, Dresden<br />
<a href="http://www.welt.de/kultur/article5272862/Das-Internet-macht-unser-Hirn-kaputt.html">Frank Schirrmacher</a> / Buchautor &amp; FAZ-Herausgeber, Berlin/Frankfurt am Main<br />
<a href="http://www.interface.ufg.ac.at/christa-laurent/">Christa Sommerer</a> / Medienwissenschaftlerin &amp; Künstlerin, Linz</p>
<p>Moderation<br />
Martin Bernhofer / ORF (Ö1)</p>
<p>Veranstalter<br />
<a href="http://www.oeaw.ac.at/ikt/">Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte</a> (ÖAW) in Kooperation mit den <a href="http://www.wien.gv.at/kultur/abteilung/vorlesungen/">Wiener Vorlesungen</a> (MA 7 &#8211; Wissenschafts- und Forschungsförderung der Stadt Wien) und dem ORF (<a href="http://oe1.orf.at/wissen/">Wissenschaft, Ö1</a>)</p>
<p><a href="http://www.oeaw.ac.at/deutsch/aktuell/veranstaltungen/veranstaltung_12163.html">[Direkter Link zur Veranstaltung</a>]</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ziegel gegen Strache</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/04/ziegel-gegen-strache/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2010/04/ziegel-gegen-strache/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 19:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[04 Digital World]]></category>
		<category><![CDATA[Digital World]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Web20]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wienerpost.at/?p=1838</guid>
		<description><![CDATA[Slacktivism revisited: "Kann dieser seelenlose Ziegelstein mehr Freunde haben als H.C. Strache?" fragt eine Facebook Gruppe. 160.000 Slacktivisten – ich inklusive - nahmen sich ein Herz. (...)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;Kann dieser seelenlose Ziegelstein mehr Freunde haben als H.C. Strache?&#8221; fragt eine Facebook Gruppe. 160.000 Slacktivisten – ich inklusive &#8211; nahmen sich ein Herz.</p></blockquote>
<p><strong><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/nicole1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1782" title="nicole" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/nicole1.jpg" alt="nicole" width="192" height="239" /></a>Das heißt, sie wurden Fans</strong> des Facebook-Ziegels, der den blau-gelackten Populisten (zum Stichtag gerade mal 29.000 Fans) damit locker zementierte.</p>
<p><strong>H. (ohne C.) sagt,</strong> er mag sonst auch keine Facebook Gruppen, aber dieser muss man einfach beitreten, denn sie setzt ein Zeichen. Hmmm, denke ich. Ein Zeichen wofür? Dafür, dass die politisch Interessierten zu viel Zeit auf Facebook verbringen? Dafür, dass sich das aktivistische Potential der Digital Natives auf den Mausklick „Gefällt mir“ beschränkt? Gibt übrigens einen eigenen Ausdruck dafür: Slacktivism.</p>
<p><strong>Zugegeben, die beiden Worte</strong> „slacker“ und „activism“ scheinen unvereinbar. Manifestiert sich in ersterem doch die reinste Form des Nichtstuns, des chilligen Abhängens am Sofa, jener von Fernbedienungen und Bierflaschen gesäumten Insel der Seeligen. Zweiteres stellt hierzu den antithetischen Lebensentwurf dar. Wer also bestrebt ist, sich mit einem denkbaren Minimum an Aktivität den denkbar größten Anschein von Engagement zu verleihen, darf nunmehr stolz den Titel „Slacktivist“ tragen. Und der Ziegelstein war bei Gott nicht der erste, an den man vor Verzweiflung den Kopf  knallen wollte.</p>
<p><strong>Wir erinnern uns an den „Sea of Green“? </strong>An jene grünen Welle, die im Vorjahr durch sämtliche sozialen Netzwerke schwappte und Profilbilder entsprechend einfärbte? Um Solidarität mit der „Green Revolution“ im Iran ging’s da. „Ich finde es zutiefst rätselhaft“, schreibt ein bekannter australischer Blogger, „Dass die Leute tatsächlich denken, diese grünen Avatare hätten irgendeine Auswirkung auf das Leben von Menschen, mal abgesehen von ihrem eigenen und dem flauschig-warmen Gefühl der politischen Korrektheit: Oh yeah, ich bin Teil der iranischen Revolution! Zeit für einen Latte Macchiato mit Sojamilch.“</p>
<p><strong>„Slacktivism“</strong> – das ist der Terminus für das Lippenbekenntnis 2.0, für – so meinen zumindest die Gegner – jenen Feel-Good-Online-Aktivismus, der genau null politische oder soziale Folgen hat. Ist ja auch wesentlich komfortabler, mal schnell einer „Rettet den Baum“-Gruppe beizutreten, als sich an selbigen zu ketten und die Bekanntschaft mit polizeilichen Gummiknüppeln zu riskieren. Die Mama hat so was ja angeblich 1984 gemacht. Irgendwo in Niederösterreich nahe Hainburg. Wahrscheinlich nur, weil sie kein Internet und somit keine Alternative hatte.</p>
<p><strong>Heute macht man das schicker.</strong> Man trägt ein Armband, ein sogenanntes „Awareness bracelet“ (sic!) gegen all die Armut auf der Welt. Oh jetzt wäre es leicht, den Verfall der politischen Sitten und die schnöde Schein-Demokratie der schönen neuen Online-Welt anzuprangern. Mach ich nicht. Es reicht völlig, dass <a href="http://ichkandidiere.at/person/kandidatur/korbei/">Robert Korbei</a>, der Geschäftsführer der Wiener Grünen, in diese Falle getappt ist, als er sinngemäß meinte, online kann jeder, erst wer auf Märkten Flyer verteilt, hat das Recht, mitzureden.</p>
<p><strong>Und dann kam jene Lichterkette</strong> ums Parlament, die ihre Existenz einzig und allein Facebook schuldete. Gefolgt von #unibrennt – einer Organisation, die gezeigt hat, welch handfeste Auswirkungen Online-Aktivismus in der Praxis haben kann. Ach, und <a href="http://www.freerice.com">www.freerice.com</a>, der wahrgewordene feuchte Traum jedes Slacktivisten: Eine Website, die es schafft, 7000 Menschen täglich zu ernähren – nur dadurch, dass ein paar Nerds dort ihr Englisch aufbessern. Das Prinzip ist genial. Surfen Sie hin und überzeugen Sie sich selbst. Bringt jedenfalls mehr, als Welthunger auf Facebook zu „bekämpfen“. Und wenn Sie schon dabei sind: Tätigen Sie ihre mazonkäufe doch einfach über <a href="http://www.laafi.at/amazon">www.laafi.at/amazon</a>. Ist zur Abwechslung mal eine österreichische Initiative und bringt wirklich was.</p>
<p><strong>So eindeutig ist das</strong> halt nicht mit dem Slacktivism. Von jeder Wahrheit ist das Gegenteil genauso wahr, sprach Hesses Siddharta. Aber das muss man eben erst einmal aushalten&#8230;</p>
<blockquote><p>Erschienen im WIENER Nr.345 / Mai 2010</p></blockquote>
<p><strong>Mehr zum Thema gesellschaftspolitischer Impact sozialer Netzwerke gibt&#8217;s bei der gleichnamigen <a href="http://www.wienerpost.at/2010/04/social-networks-2-0-gesellschaftspolitischer-impact-sozialer-netzwerke/">Podiumsdiskussion am 27. April (siehe &#8220;Events&#8221;)</a>.</strong></p>
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		<title>Social Networks 2.0: Gesellschaftspolitischer Impact Sozialer Netzwerke</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 07:19:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[Events]]></category>
		<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
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		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Podiumsdiskussion "Social Networks 2.0 – Gesellschaftspolitischer Impact Sozialer Netzwerke" - mit einer Grußnote des „Seelenlosen Ziegelsteins“.
Diesmal liegt der Schwerpunkt auf zivilgesellschaftlichen Initiativen und Projekten. Es diskutieren Romy Grasgruber (Organisatorin der Lichterkette), Sibylle Summer (Sprecherin des Republikanischen Clubs), Michael Eisenriegler (Media Clan) und Erich König (BSA-Medienberufe).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/ziegel1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1953" title="ziegel" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/ziegel1-269x300.jpg" alt="ziegel" width="188" height="210" /></a>Podiumsdiskussion &#8220;Social Networks 2.0 – Gesellschaftspolitischer Impact Sozialer Netzwerke&#8221; &#8211; mit einer Grußnote des <a href="http://www.wienerpost.at/2010/04/ziegel-gegen-strache/">„Seelenlosen Ziegelsteins“</a>.</p>
<blockquote><p>Wann? 27. April, 18.30 bis 21.30h<br />
Wo? <a href="http://www.bsa.at/">BSA</a>, Landesgerichtsstraße 16 (<a href="http://maps.google.com/maps?f=q&amp;hl=en&amp;q=Landesgerichtsstrasse%2016%2C%20Wien%2C%20Austria">Lageplan</a>)<br />
<a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=112575365441283">Anmeldung via Facebook</a></p></blockquote>
<p>Es diskutieren <a href="http://www.welt-der-frau.at/index.htm?http://www.welt-der-frau.at/viewcat.asp?ID=3539&amp;cat=1">Romy Grasgruber</a> (Organisatorin der Lichterkette), Sibylle Summer (Sprecherin des <a href="http://www.repclub.at/">Republikanischen Clubs</a>), <a href="http://mediaclan.at/me.html">Michael Eisenriegler</a> (Media Clan) und Erich König (BSA-Medienberufe).</p>
<p>Diesmal liegt der Schwerpunkt auf zivilgesellschaftlichen Initiativen und Projekten.<br />
Fragestellungen sind u.a.:</p>
<ol>
<li> Was können zivilgesellschaftliche Initiativen oder Initiativen von Einzelpersonen erreichen?</li>
<li> Kooperieren &#8220;neue&#8221; und &#8220;traditionelle&#8221; Zivilgesellschaft?</li>
<li> Korrespondieren virtuelle und reale Politik?</li>
<li> Was könnten Transmissionsriemen sein?</li>
<li> Wie ist das Verhältnis zwischen Zivilgesellschaft und Parteipolitik?</li>
</ol>
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		<title>Kuscheln mit Facebook</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 17:36:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internes]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Web20]]></category>
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		<description><![CDATA[Das war sie also, die mit Spannung erwartete F8, die Developer-Konferenz von Facebook. In Turnschuhen, Jeans und Kapuzenjacke trat Mark "Milchgesicht" Zuckerberg auf die Bühne und legte dem versammelten Publikum (live und vor den Empfangsgeräten) seinen Plan dar, die Online-Weltherrschaft zu übernehmen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>&#8230; und was wir daraus machen:</strong></p></blockquote>
<div id="attachment_1848" class="wp-caption alignleft" style="width: 280px"><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/f81.jpg"><img class="size-medium wp-image-1848 " title="f8" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/f81-300x199.jpg" alt="(CC) Brian Solis" width="270" height="179" /></a><p class="wp-caption-text">(CC) Brian Solis</p></div>
<p>Das war sie also, die mit Spannung erwartete F8, die Developer-Konferenz von Facebook. In Turnschuhen, Jeans und Kapuzenjacke trat <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Zuckerberg">Mark &#8220;Milchgesicht&#8221; Zuckerberg</a> auf die Bühne und legte dem versammelten Publikum (live und vor den Empfangsgeräten) seinen Plan vor, die Online-Weltherrschaft zu übernehmen. Oder so ähnlich.</p>
<p>Gehen Sie getrost davon aus, dass das in den nächsten Wochen noch ein heißes Thema wird. Wir überlassen die Debatte aber vorerst einmal anderen und kümmern uns um die praktische Umsetzung der Zuckerberg&#8217;schen Neuerungen. Allem voran &#8211; tadatata! &#8211; <strong>der &#8220;Like-Button&#8221; fürs World Wide Web</strong>.</p>
<p>Haben wir gleich ausprobiert: Ab sofort können Sie jeden Artikel, der Ihnen auf <strong>wienerpost </strong>gefällt, mit dem bekannten Daumen honorieren. Machen Sie davon Gebrauch, wir freuen uns! (Was es sonst noch für Ankündigungen und Neuerungen gab, können Sie übrigens bei Digirati nachlesen &#8211; dort liefert Hausherr Georg Holzer <a href="http://www.digirati.eu/digirati/2010/04/21/neu-bei-facebook">eine praktische Zusammenfassung</a> der F8.)</p>
<p>Aber wenn schon mit Facebook kuscheln, dann volle Wäsche! Seit heute gibt es <strong>wienerpost</strong> deshalb auch als <a href="http://www.networkedblogs.com/">Networked Blog</a> auf Facebook. War schon lange überfällig und soll es Ihnen künftig erleichtern, Up-To-Date zu bleiben: Sie finden uns entweder unter &#8220;Blog&#8221; auf der <a href="http://www.facebook.com/wiener.online">WIENER-Facebookpage</a> oder <a href="http://apps.facebook.com/blognetworks/blog/wienerpost/">via direktem Link hier</a>. Einfach &#8220;FOLLOW&#8221; klicken und keinen Artikel mehr verpassen.</p>
<p><strong>Viel Vergnügen!</strong></p>
<blockquote><p>Eine kleine Danksagung geht an: <a href="http://twitter.com/dareiner">Reiner Kapeller</a> (für den Tipp) und an <a href="http://www.loadblog.de/author/frank/">Frank</a> (Load Blog) für die Einbauhilfe.</p></blockquote>
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		<title>Unsere kleine Farm</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/04/unsere-kleine-farm/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 06:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesestoff]]></category>
		<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Fun]]></category>
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		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Web20]]></category>

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		<description><![CDATA[Besser ein Cyner-Schaf, als gar kein Zuspruch: Der Massen Exodus ins virtuelle Dörflein FarmVille ist in vollem Gange. Aber ist das so schlecht?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em> </em></p>
<blockquote><p>Besser ein Cyner-Schaf, als gar kein Zuspruch: Der Massen Exodus ins virtuelle Dörflein FarmVille ist in vollem Gange. Aber ist das so schlecht?</p></blockquote>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_1828" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><strong><strong><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/Farmville-tarikgore1.jpg"><img class="size-medium wp-image-1828" title="Farmville tarikgore1" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/Farmville-tarikgore1-300x229.jpg" alt="Bild: cc by tarikgore1" width="300" height="229" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">Bild: cc by tarikgore1</p></div>
<p><strong>Irgendjemand hat schon wieder eine Kuh verloren.</strong> Die gurkt jetzt herrenlos auf meiner Facebook-Seite herum und hofft, dass ich sie zurück zu ihrem Bauernhof bringe. Bislang habe ich der Versuchung immer widerstanden. Da konnte das Rindsviech noch so treuherzig dreinschauen. Es ist mir auch egal, ob ich dann eine Kürbis-Medaille oder gar ein Zitronenbäumchen als Belohnung ausfassen würde. Kühe, Schafe, Sojabohnen, sowie andere Einwohner des idyllischen Örtchens FarmVille haben bei mir Hausverbot. Ja, auch die neuerdings animierten Golden Retriever müssen ihr Lackerl anderswo hinterlassen. Nicht, weil ich sie als das sehe, was sie sind, Schwachsinn nämlich, sondern weil ich panische Angst hätte, von dem Schwachsinn nicht mehr loszukommen.</p>
<p><strong>„Eine wirklich körperliche Suchtgefährdung</strong> entsteht nicht“, beruhigt mich Medienpsychologe <a href="http://www.univie.ac.at/Publizistik/Vitouch.htm">Univ. Prof. Peter Vitouch</a>. Er sieht das Ganze denkbar gelassen: „Alle paar Monate kommen Leute wie Sie – also irgendwelche Journalisten – und wollen wissen, ob wegen einem aktuellen Trend jetzt die Welt zugrunde geht. Das tut sie nie. Niemand bleibt bis ans Lebensende auf seiner Farm sitzen. Wenn es erst einmal genug Leute gespielt haben, überholt sich das wieder.“</p>
<p><strong>Aber natürlich ist es verführerisch.</strong> Nicht umsonst werden derzeit drei Milliarden Stunden pro Woche (!) mit Online Spielen verbracht, nicht umsonst gibt es 82,7 Millionen aktive Landwirte auf FarmVille, nicht umsonst machen die Einwohner der virtuellen Agrar-Idylle bereits 1% der tatsächlichen Weltbevölkerung aus.</p>
<p><strong>Der Reiz ist leicht erklärt:</strong> „Social Games“ &#8211; wie all diese Spiele so schön heißen -  bieten die Möglichkeit, einen Kosmos aufzubauen, über den man Kontrolle hat. Stets behält man den Überblick, kann sich gestaltend einbringen und &#8211; innerhalb des geschlossenen Systems wohlgemerkt! &#8211; tatsächlich etwas bewirken. Waterloo und Robinson steuern im Hinterkopf den Soundtrack bei: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Dmek9dIldLs&amp;feature=related">„Das ist meine kleine Welt&#8230;“</a></p>
<p><strong>Überschau- und Kontrollierbarkeit</strong> – das sind auch für Vitouch die Schlüsselbegriffe der FarmVille-Mania. Wer seine Farm bewirtschaftet, erntet neben Erbsenschoten auch die sichtbaren Konsequenzen des eigenen Handelns. „Das ist etwas, das in unserer Gesellschaft verloren gegangen ist“, so der Psychologe. Beispiel gefällig? Ein Betrieb – die Deutsche Bank etwa – kann klare Gewinne und Umsatzsteigerungen erzielen, wird aber dennoch Filialen schließen und reihenweise Mitarbeiter „freisetzen“. Lineare Schlüsse à la „Umsatzsteigerung bedeutet Jobsicherheit, Umsatzeinbußen bedeuten Kurzarbeit“ sind längst Mangelware geworden. Wer bewohnt da nicht lieber so einen kleinen Kosmos, in dem die eigenen Aktivitäten logisch vorhersagbare Konsequenzen erzielen? Sprich: Wenn ich gieße, wächst mein Zitronenbaum. Wenn nicht: Selber schuld.</p>
<div id="attachment_1831" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/Farmville-RJBailey1.jpg"><img class="size-medium wp-image-1831" title="Farmville RJBailey" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/Farmville-RJBailey1-300x300.jpg" alt="Bild: cc by RJBailey" width="300" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: cc by RJBailey</p></div>
<p><strong>Darüber hinaus</strong> wird jegliches Säen und Ernten durch simple lernpsychologische Kniffe versüßt – durch direkte Belohnung und positives Feedback. Vitouch: „Auch das kommt in der Wirtschaft mittlerweile nicht mehr vor, da dort hauptsächlich mit Bestrafungen operiert wird.“ Fazit: Ökonomen sprechen bereits von einem „Massen Exodus“, denn Mitarbeiter flüchten scharenweise vom materiellen hin zum virtuellen Arbeitsplatz.</p>
<p><strong>Arbeitsscheu sind dabei keineswegs</strong>, vielmehr hochmotiviert! So eine Farm ist kein Zuckerschlecken. Sie verlangt Hingabe und (teilweise sogar finanziellen) Einsatz, aber die Früchte dieses Einsatzes sind, wenn nicht greif-, so doch klar sichtbar. Und allemal sinnstiftender als dubiose Exceltabellen auf denen sich nicht minder dubiose Abstraktionen des wirtschaftlichen Alltags manifestieren.</p>
<p><strong>Geben wir’s also einfach zu:</strong> FarmVille ist die bessere Welt, die täglich frustrierende Tretmühle bloß ein matter Abklatsch.</p>
<p><strong>Warum also verteufeln,</strong> was doch so viel vorteilhafter ist als das Leben? Eher gilt es, das Leben so gestalten werden, dass es mithalten kann. Das zumindest ist <a href="http://www.ted.com/talks/jane_mcgonigal_gaming_can_make_a_better_world.html">die Philosophie von Jane McGonigal</a>. Sie forscht am Zukunftsinstitut des Silicon Valleys und ist als Game-Entwicklerin seit Jahren damit beschäftigt, Spielern zunehmend immersivere Welten anzubieten, „bessere“ Alternativen zur Wirklichkeit. Nun schlägt sie vor, den Spieß umzudrehen: „Wir alle sind dafür verantwortlich, der Welt eine zunehmend bessere und immersivere Wirklichkeit zu verpassen!“</p>
<p><strong>Was wie die durchgeknallte Vision</strong> einer Blondine auf Droge klingt, ist bei näherer Inspektion derart charmant, dass man es zumindest in Betracht ziehen muss. McGonigal geht davon aus, dass soziale Spiele auch einen sozialen Lernprozess auslösen. Etwa durch die online gelebte Erfahrung von unzähligen Helfern umgeben zu sein und durch diese weltweite Unterstützung bei den eigenen „Aufgaben“ zu erfahren. Gerade junge Spieler durchlaufen hier einen beeindruckenden Sozialisationsprozess: Spielend wandelt sich der Mensch zum kollaborativen Wesen, zur hilfsbereiten Spezies, ungeachtet von nationalen oder sozialen Grenzziehungen.</p>
<p><strong>„Gamer entwickeln eine Virtuosität</strong> im Knüpfen engmaschiger sozialer Netze“, weiß McGonigal. Darüber hinaus wissen sie um die Bedeutung von allgemeingültigen Regeln. Sie zeichnen sich durch unerschütterlichen Optimismus aus, da sie gelernt haben: Selbst, wenn das Spiel verloren scheint, ein Überraschungserfolg ist prinzipiell immer möglich. Last but not least: Sie legen eine wahnwitzige Produktivität an den Tag, vorausgesetzt die gestellte Aufgabe scheint lohnenswert: Baum pflanzen, Schafe hüten, verlorene Kuh einfangen&#8230;</p>
<p><strong>Unterm Strich formen</strong> und formieren sich hier also Menschen, die all das in sich vereinen, wonach sich Nationalökonomen so verzweifelt sehnen. Und das durchaus nicht erst seit Anbeginn der Wirtschaftskrise. O, lasset sie alle in die Farmville-Lehre gehen und dann auf den Rest der Welt los&#8230; Ich verspreche auch, die nächste Kuh, die mein Facebook-Profil kreuzt, eigenhändig zurück zu bringen.</p>
<blockquote><p><strong>DIE FAKTEN: </strong>DER EXPERTE UND DAS KULT-GAME<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Univ.-Prof. Dr. Peter Vitouch</strong> (63), Autor diverser Bücher zum Themenbereich Medienpsychologie und Kommunikationsforschung, ausgebildeter Psychotherapeut. Vitouch ist Leiter des Ludwig Boltzmann-Instituts für empirische Medienforschung und Vize-Dekan der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Wien.</p>
<p><strong>FarmVille</strong> ist ein Browserspiel, das auf Facebook und MSN Games verfügbar ist. Es wurde Ende Juni 2009 lanciert und ist bis heute das beliebteste Social Game weltweit, mit über 80 Millionen Usern. Herstellerfirma Zynga verbuchte im Vorjahr einen Umsatz von mehr als 150  Millionen Dollar. <a href="http://www.farmville.com">www.farmville.com</a></p></blockquote>
<p><em>Erschienen im WIENER Nr.345 / Mai 2010</em></p>
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		<title>Zeig dein Online-Profil</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Apr 2010 20:12:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
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		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
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		<description><![CDATA[„Sie können das Internet ignorieren. Aber das heißt noch lange nicht, dass es auch Sie vergisst.“ – Kommunikationsberater Klaus Eck spricht im WIENER-Interview über Reputations-Managment im Internet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>„Sie können das Internet ignorieren. Aber das heißt noch lange nicht, dass es auch Sie vergisst.“ – Kommunikationsberater Klaus Eck über Reputations-Managment im Internet.</p></blockquote>
<div id="attachment_1601" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/klaus-eck1.jpg"><img class="size-full wp-image-1601" title="klaus eck" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/klaus-eck1.jpg" alt="klaus eck" width="250" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Karola Riegler</p></div>
<p><strong>Man tut es ja selber:</strong> Wenn ein neuer Kollege ins Büro kommt, wird erst einmal gegoogelt. Oder man versucht über Xing und Facebook herauszufinden, mit wem man es da künftig zu tun hat. Das ist nicht Cyber-Stalking – das ist stinknormale Neugierde.</p>
<p><strong>Was aber, wenn man auf Informationen stößt, die der Betroffene lieber unter den Teppich gekehrt hätte? </strong>„Selbst wenn Sie kaum oder gar nicht im Netz aktiv sind, können Sie nicht davon ausgehen, dass es dort keine Inhalte zu ihrer Person gibt“, schreibt der Karriereberater <a href="http://www.pr-blogger.de/">Klaus Eck</a>. Sein Tipp: Kümmern Sie sich um Ihren Online Ruf. Managen Sie Ihre Reputation, bevor es andere tun! Wie man&#8217;s macht, hat er dem WIENER verraten.</p>
<p><strong>Wie kann ich herausfinden, was man im Netz alles über mich weiß?</strong></p>
<p>Klaus Eck: Das kann man sehr einfach durch so genanntes &#8220;ego-googeln&#8221;, sprich: indem man bei Google den eigenen Namen eingibt und sich ansieht, was unter den ersten 10 bis 30 Treffern zu finden ist.<br />
Die Variante für &#8220;Fortgeschrittene&#8221; wäre, einen <a href="http://www.google.de/alerts">Google Alert</a> zu setzen, sodass man jedes Mal automatisch darüber informiert wird, wenn etwas Neues über die eigene Person veröffentlicht wurde. Dasselbe geht auch bei Twitter [<em>via <a href="http://tweetbeep.com/">"Tweet Beep"</a> - Anmerkung</em>], da wird man dann darüber informiert, wenn der eigene Name oder eben relevante Schlagworte, die einen selbst betreffen, von anderen getwittert werden.</p>
<p><strong>Fehlinformationen halten sich im Netz ewig&#8230;</strong></p>
<p>Informationen sind im Netz für die Ewigkeit geparkt. Sie können keinen Inhalt wirklich löschen. Das kann ihnen auch kein noch so seriöser Dienstleister versprechen. Aber man kann erreichen, dass man unliebsame Inhalte so weit verdrängt, dass sie nicht sofort gefunden werden. Man macht sich zu Nutze, dass es im Netz sehr viel mehr Information gibt als Aufmerksamkeit. Die Frage ist also: Wie sehr recherchieren die Interessenten überhaupt, wenn sie herausfinden wollen, wer ich bin? In der Regel ist es so, dass die erste Ergebnisseite von Google durchgesehen wird, maximal noch die zweite oder dritte – aber weiter nicht. Das heißt: Wenn die negativen Meldungen über mich nicht auf Anhieb unter den ersten zehn Treffern sind, dann ist das nicht besonders dramatisch.</p>
<p><strong>Wie verhalte ich mich dann?</strong></p>
<p>Zuerst überlegen: Handelt es sich um Kritik, die ich durchaus verkrafte und aushalten kann – oder soll ich etwas dagegen tun? Die beste Art, etwas zu tun, ist, Online-Profile anzulegen: auf Google, auf Xing, auf Facebook und verschiedenen anderen Seiten. Das ist alles nicht kostenpflichtig, aber ich erreiche dadurch, dass ich selbst das Bild bestimme, das andere sehen.</p>
<p><strong>Das heißt ORM (Online Reputation Management) ist eine Form von persönlicher Suchmaschinenoptimierung?</strong></p>
<p>Nicht im klassisches Sinne, aber es ist „Social Media Optimization“: Ich lege viele Profile an, die ich gut miteinander verlinke. Das führt dazu, dass diese Profile unter den ersten zehn Treffern zu finden sind, und dadurch das Bild bestimmen, das man sich von mir im Netz machen kann. Ich liefere mich nicht der Beschreibung anderer aus, sondern werde selber aktiv.</p>
<p><strong>In dem Zusammenhang ist oft die Rede von dem Schaden, den exzessive Partybildern auf Facebook anrichten&#8230;</strong></p>
<p><script src="http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;MarketPlace=DE&amp;ID=V20070822/DE/wwwwienerpost-21/8001/e8a63036-f1f8-40d2-adda-f6c1276831f5" type="text/javascript"> </script> <noscript>&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;A HREF=&#8221;http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;MarketPlace=DE&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;ID=V20070822%2FDE%2Fwwwwienerpost-21%2F8001%2Fe8a63036-f1f8-40d2-adda-f6c1276831f5&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;Operation=NoScript&#8221; mce_HREF=&#8221;http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;MarketPlace=DE&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;ID=V20070822%2FDE%2Fwwwwienerpost-21%2F8001%2Fe8a63036-f1f8-40d2-adda-f6c1276831f5&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;Operation=NoScript&#8221;&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;Amazon.de Widgets&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/A&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;</noscript></p>
<p>Die spielen überhaupt keine Rolle für den Bewerbungsprozess! Zumindest nicht so eine große, wie ihnen zugeschrieben wird, weil jeder Personalverantwortliche auf den Kontext schaut, in dem diese Bilder online gestellt wurden. Wenn er nur Partyfotos findet, ist das nicht besonders geschickt, aber es reicht in der Regel schon, Profilfotos online zu stellen und mit dem eigenen Namen zu „taggen“: Zehn Fotos, die deutlich mit meinem Namen gekennzeichnet sind, haben im Netz eine deutlich stärkere Wirkung als Partybilder, bei denen der Name oft gar nicht darunter steht. Daher sind Profilfotos, die gut verlinkt sind, sehr, sehr wichtig im Internet. Und man sollte möglichst immer das selbe Bild nehmen, um einen guten Wiedererkennungswert zu erzielen.</p>
<p><strong>Gibt es Inhalte, die mir ernsthaft Schaden können?</strong></p>
<p>Rechtsradikale Äußerungen oder andere unflätige Ausreißer. Die sind viel schlimmer als Partybilder – schon einmal, weil Text im Netz viel besser gefunden wird als Fotos. Und wenn ich mich intolerant gegenüber dritten verhalte, hat das eine größere Bedeutung für den Bewerbungsprozess als ein Foto, auf dem ich zeige, dass ich Student bin und feiern kann.</p>
<p><strong>Für den Ernstfall gibt es viele Anbieter, die &#8220;Online Image Control&#8221; versprechen. Was machen solche Firmen?</strong></p>
<p>Sie bieten Dienstleistungen an, die bis hin zum juristischen Bereich gehen, d.h. es wird durchaus versucht, Beiträge, die vom Klienten als schädlich empfunden werden, mittels Verfügungen aus dem Netz nehmen zu lassen. Das macht natürlich in einzelnen Fällen auch Sinn, aber man muss sehr viel Geld in die Hand nehmen, damit etwas bewirkt wird. Es ist für den Kunden schwer kontrollierbar und es gibt keine Garantie, dass es funktioniert. Vor allem muss man gegebenenfalls auch damit rechnen, dass es nach hinten losgeht und das z.B. juristische Schritte nur noch mehr öffentliche Aufmerksamkeit auf solche Negativmeldungen lenken. Da gab es gerade in der jüngsten Zeit viele Beispiele, wo juristisches Vorgehen zum Bumerang-Effekt wurde.</p>
<p><strong>Und was ist dran, an der Binsenweisheit: „You won’t get the job, if they can’t find you on the internet”?</strong></p>
<p>In den USA wird man bei Bewerbungsgesprächen bereits gefragt, ob man die letzten drei Jahre im Knast war, wenn man im Netz nichts über eine Person findet. Bei uns fängt dieser Zugang langsam erst an&#8230;</p>
<blockquote><p><strong>Klaus Eck (45)</strong></p>
<p>Kommunikationsberater und Reputation Manager der Agentur Eck Kommunikation, bloggt unter <a href="http://www.pr-blogger.de/">http://www.pr-blogger.de/</a><br />
Sein Buch <a href="http://www.amazon.de/Karrierefalle-Internet-Managen-Online-Reputation-andere/dp/3446416285?&amp;camp=2474&amp;linkCode=wey&amp;tag=wwwwienerpost-21&amp;creative=9006">„Karrierefalle Internet“</a> (Hanser Verlag) ist ein Bestseller.</p>
<p>Interview erschienen im WIENER Nr. 344 / April 2010</p></blockquote>
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		<item>
		<title>Geocaching &#8211; Die smarte Art, einen Schatz zu jagen</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Apr 2010 09:02:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesestoff]]></category>
		<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Fun]]></category>
		<category><![CDATA[Games]]></category>
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		<category><![CDATA[Web20]]></category>

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		<description><![CDATA[Spazieren Sie noch oder geocachen Sie schon? Geocaching verbindet coole Gadgets mit Outdoor-Aktivitäten und modernen Möglichkeiten der Vernetzung. Die Mischung macht's!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>SPOILERWARNUNG. Wer Rätsel verrät, ist ein Spielverderber. Daher hat sich der WIENER bemüht, heikle (Versteck-)Informationen abzufälschen. Geübte Geocacher werden dennoch ihre Schlüsse daraus ziehen können. Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.</p></blockquote>
<p><strong><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/geocaching1.htm"></a></strong></p>
<div id="attachment_1560" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><strong><strong><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/geocaching11.jpg"><img class="size-medium wp-image-1560 " title="geocaching1" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/geocaching11-300x224.jpg" alt="Foto: Michael Jastremski" width="300" height="224" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">Foto: Michael Jastremski</p></div>
<p><strong>Ist ja nicht so, dass Geocaching etwas Neues wäre.</strong> Die High-Tech-Schnitzeljagd findet weltweit bereits seit 10 Jahren statt. Damals nämlich, als sich – Clinton sei Dank – die US Regierung entschloss, die „künstliche Verfälschung“ von GPS-Koordinaten abzuschalten. Genaue Ortung von Positionen war bis dato ausschließlich fürs US-Militär reserviert, Navigationsgeräte für Otto Normalverbraucher wurden mittels Störtechnik blind und blöd gehalten. Genau damit machte der allentscheidende Knopfdruck Bill Clintons Schluss, die Präzision der Ortung machte einen Quantensprung – und das für jeden, der sich im glücklichen Besitz eines „Navis“ befand.</p>
<p><strong>Der Homo Ludens jedoch definiert sich über das Spiel.</strong> „Wir spielen mit milliardenschwerer Technik des US-Militärs, und was macht ihr so bei euren Hobbies?“, heißt es gerne in Geocache-Kreisen. In der Tat: Am 2. Mai fiel die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Selective_Availability">„selective availability“</a> &#8211; am 3. Mai, erraten, wurde die neugewonnene GPS-Freiheit erstmals zur Schnitzeljagd Deluxe genutzt. <a href="http://www.geocaching.com/">Geocaching</a> ward geboren. Aber zum Breiten-Hype ist es erst jetzt herangewachsen. Warum? Wegen der plötzlichen Niederschwelligkeit dank moderner Smartphones; die brechen die Vorherrschaft der Tech-Elite und liefern GPS-Ortung für die Hosentasche. Voilà, ein veritables Schnitzeljagd-Revival!</p>
<p><strong>„Geocaching“ </strong>– die Wortschöpfung setzt sich zusammen aus „Geo“ (für Erde) und aus „Cache“ für Lager oder Versteck. Letzteres vielleicht ungewöhnlich, aber bereits bei Karl May gut eingeführt. Um was es dabei geht, hat der deutsche Komiker <a href="http://www.bernhard-hoecker.de/">Bernhard („Genial daneben“) Hoëcker</a>, selbst Schnitzeljäger aus Passion, definiert: „Irgendjemand bewegt sich irgendwohin und versteckt irgendwo irgendwie irgendwas. Er notiert sich das irgendwo in Form von GPS-Koordinaten und setzt diese dann ins Internet.“</p>
<p><strong>Konkreter:</strong> Es werden Schätze, sogenannte „Caches“, versteckt und ihre geographischen Daten auf einer Internetplattform veröffentlicht. Somit hat eine weltweite Community die Möglichkeit, sich auf die Suche zu machen: Einer für alle, alle für einen. Im Mittelpunkt steht nicht der Wert des Caches, sondern der Thrill der Jagd, die exklusive Gefinkeltheit des Verstecks. Denn es braucht eine Mischung aus Kombinationsgabe und Adlerblick, um Caches aufzustöbern: Das können fingernagelgroße, magnetische Döschen sein, die auf der Rückseite von Verkehrsschildern angebracht sind. Oder Filmdosen, die derart in Astlöchern stecken, dass nur der Deckel sichtbar ist. Beliebt sind – will man Hoëcker Glauben schenken – auch Stuhlproberöhrchen. Weil sie so schön wasserdicht sind. Das selbe gilt für jede Art von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tupperware">Tupperware</a>, welche wohl die weitverbreitetste Art von Cache konstituiert. Im Prinzip geht alles, solang es wetterfest ist und Platz für ein Logbuch bietet, in das der stolze Finder sich eintragen kann. Der Fantasie sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt: Unterwassercaches für Taucher gibt es ebenso wie solche, für die man eine Kletterausrüstung braucht. Es  gibt Caches in der Antarktis und gar einen im 7000 Meter Höhe am Mount Everest.</p>
<p><strong>„Mich fasziniert Geocaching“</strong>, sagt High Tech-Pfadfinder G. (42), „Es verbindet neue Medien – sprich die Web 2.0-Möglichkeiten der sozialen Interaktion – mit elektronischen Gadgets, die lustig und interessant sind, weil es auf diesem Gebiet auch ständig Innovationen gibt. Und das ganze in der Natur bzw. in der Stadt.“  G. ist erst seit kurzem dabei. Gemeinsam mit seiner Frau übrigens – denn auch das ist ein Merkmal des Games: Kaum jemand betreibt es alleine. Geocacher sind oft Paare oder Gruppen, viele Familien nutzen es um ihre renitenten Lendensprosse zum Sonntagsausflug zu motivieren&#8230;</p>
<p><strong>„Was wirklich verblüfft“</strong>, berichtet G., „Ist mit welch anderen Augen man durch die Stadt geht. Plötzlich achtet man auf Details, denn alles könnte ein Hinweis sein, um (d)einen Schatz zu finden.“ Das betrifft vor allem sogenannte „Multicaches“: klassische Schnitzeljagden, bei denen man sich von Station zu Station vorarbeitet, wobei nur die GPS-Daten der ersten Station bekannt sind. Da gilt es Buchstaben in Ornamenten zu erspähen oder die Quersumme aus einer Hausnummer mit Pi multiplizieren, man dechiffriert die Farbcodes von elektrischen Widerständen, zählt Marmorstatuen an Hausfassaden ab und liest sich ein in Binärcodes, Runen und chemische Elemente. Indiana Jones meets DaVinci-Code am Karlsplatz. Nach Schiller ist das Spiel jene menschliche Leistung, die allein in der Lage ist, die Ganzheitlichkeit der menschlichen Fähigkeiten hervorzubringen. Beweisführung hiermit angetreten.</p>
<p><strong>Unterdessen ist aber auch</strong> jenes eherne Gebot zu achten, das schon Harry Potter Kopfzerbrechen bereitete: Nicht von Muggles erwischen lassen! Gerade an sehr öffentlichen Plätzen (Strudelhofstiege, Hochstrahlbrunnen, Johann Strauß Denkmal) will man kein Aufsehen erregen, will die Mission nicht gefährden. Flughafen-Caches sind aus dem selben Grund verboten. Sonst hätte wohl schon manch unschuldige Tupperdose die Anti-Terroreinheit auf den Plan gerufen&#8230;</p>
<p><strong>Apropos Schiller.</strong> Der war auch davon überzeugt, dass der Mensch nur da ganz Mensch ist, wo er spielt. Also spazieren Sie noch oder geocachen Sie schon?<br />
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<blockquote><p>Links:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.geocaching.com">www.geocaching.com</a></li>
<li>I-Phone App (Download Link): <a href="http://www.geocaching.com/iphone/">Geocaching</a></li>
<li>Speziell für Österreich: <a href="http://www.geocache.at">www.geocache.at</a></li>
</ul>
</blockquote>
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		<title>FTW!</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/03/ftw/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 18:57:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[04 Digital World]]></category>
		<category><![CDATA[Digital World]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
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		<description><![CDATA[Szenejargon, heißt es, sei effizient und pointiert. Vor allem aber stellt er „Sprachkomplizenschaft“ her. Na kommen Sie schon, werden Sie mein Komplize!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Szenejargon, heißt es, sei effizient und pointiert. Vor allem aber stellt er „Sprachkomplizenschaft“ her. Na kommen Sie schon, werden Sie mein Komplize!</p></blockquote>
<p><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/wiener-klein.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1513" title="wiener-klein" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/wiener-klein.jpg" alt="wiener-klein" width="192" height="239" /></a>Wir erinnern uns: Im Sommer 2003 ging der Schulaufsatz einer 13jährigen Engländerin um die Welt. Und mit diesem ein Aufschrei. Die seit Urzeiten tradierte Aufgabenstellung, ihr „schönstes Ferienerlebnis“ zu beschreiben, hatte Klein-Lindsay nämlich so umgesetzt:</p>
<p>&#8220;My smmr hols wr CWOT. B4, we used 2go2 NY 2C my bro, his GF &amp; thr 3 :- kids FTF. ILNY, it&#8217;s a gr8 plc&#8221;. (Das dürfen Sie sich jetzt selber übersetzen, viel Spaß…)</p>
<p>Mit sofortiger Wirkung wurde der siebenhundertachtzigste Untergang des Abendlandes ausgerufen, Verfall der Sitten inklusive. Wo die Elterngeneration nur Bahnhof versteht, ist man ja schnell dabei, die Generation Y und Z zu verteufeln, diese Killerspiel-sozialisierten Gfrasta, die nicht mehr wissen, wie man einen Federkiel in Tinte taucht, um handgeschöpfte Bütten mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Troch%C3%A4ischer_Vers_%28Akzentmetrik%29">trochäischen Versen</a> zu schmücken.</p>
<p>Dabei wird leicht übersehen, dass es kaum etwas gibt, woran sich das Herz mehr erfreut als an hausgemachter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vernakularsprache">Vernakularsprache</a>. So nennt die Sprachwissenschaft das nämlich: „eine gewissermaßen urwüchsige Sprachvarietät innerhalb eines Sprachgebiets“. Sie haben da oben problemlos über die <a href="http://www.ostarrichi.org/wort-3294-at-Gfrasta.html">„Gfrasta“</a> hinweggelesen, nicht wahr? Und für das Recht, einen Topfen statt einem Quark zu reden, würden Sie auf die Barrikaden gehen.</p>
<p>Eben. Ich tue selbiges für das Recht, meine Freunde Tweeps zu nennen und ihnen ein empörtes WTF! zuzurufen, wenn mir was gegen den Strich geht. Mein „Sprachgebiet“ ist online, meine „urwüchsige Sprachvarietät“ nennt sich Netlingo.</p>
<p>Nicht, weil ich was gegen trochäische Verse habe. Aber ich hab was gegen Leute, die sich hinter selbigen verschanzen , samt ihrem bildungsbürgerlichen Snobismus, und die den Charme, die Vielfältigkeit und die konkrete Poesie negieren, welche die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kollektive_Intelligenz">Schwarmintelligenz</a> hier vor unseren Augen ausgetwittert hat. In 140 Zeichen pro Haiku.</p>
<p>Unsereins würde jedoch nicht von Snobs sprechen, sondern von Trollen, also von Wesen, mit denen Diskussionen fruchtlos und frustrierend sind. Reine Flamewars; CWOT.<br />
Was tut man mit Trollen? Richtig. „Nicht füttern!“ lautet die Devise, die ich mit einem überzeugten „full ack“ quittiere. Besser man steckt sie in ein Killfile, da machen sie immer so nett *plonk *.<br />
Und weil ich bis hierher vermutlich die Hälfte aller LeserInnen abgehängt habe (waren wohl n00bs), mache ich das, was sich der Herr Chefredakteur schon ewig wünscht: Ein Glossar zu meinen Texten.</p>
<p>Also zurück auf Los.</p>
<ul>
<li><strong>CWOT</strong> = complete waste of time (totale Zeitverschwendung)</li>
<li><strong>FTF</strong> = face to face (in direktem Gespräch, also IRL = „in real life“, nicht online)</li>
<li><strong>Tweep</strong> = jemand, dem ich auf Twitter folge – und vice versa.</li>
<li><strong>WTF</strong> = What the fuck; also in etwa: “Was zum Teufel soll denn der Schas schon wieder?“), nicht zu verwechseln mit <strong>FTW</strong> = „For the win!“, sprich: super!</li>
<li><strong>Troll</strong> = Person, die nur auf Provokation und Stunk aus ist</li>
<li><strong>Flamewar</strong> = heftige, untergriffige Diskussion</li>
<li><strong>„Don’t feed the troll“</strong> = gängige Anweisung, die sich darauf bezieht, sich mit Trollen nicht auf Flamewars einzulassen</li>
<li><strong>full ack</strong> = kurz für “full acknowledgement” (“Ich stimme vollends zu”)</li>
<li><strong>Killfile</strong> = Filter eines Newsreaders, der Nachrichten, die ich nicht lesen möchte, von mir fernhält (also etwa. zu bestimmten Themen oder von bestimmten Absendern)</li>
<li><strong>*plonk *</strong> = lautmalerisch; das Geräusch, das ein Troll macht, wenn er auf dem Boden eines Killfiles aufschläg<strong>t</strong></li>
<li><strong>n00b</strong> = “Newbie”, Neuling, Anfänger</li>
</ul>
<p>Noch Fragen?<br />
<a href="http://www.netlingo.com">www.netlingo.com</a><br />
<a href="http://www.urbandictionary.com">www.urbandictionary.com</a></p>
<blockquote><p>Erschienen im WIENER Nr.344 / April 2010</p></blockquote>
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