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	<title>WIENER &#187; Theater</title>
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		<title>Die Seele ist ein tiefer Sumpf</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 17:27:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Thomas Pesl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[OFF Theater]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-29643" href="http://www.wiener-online.at/2012/01/die-seele-ist-ein-tiefer-sumpf/weit_way_land_palffy/"><img class="size-full wp-image-29643 alignleft" title="weit_way_land_palffy" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2012/01/weit_way_land_palffy.jpg" alt="" width="255" height="300" /></a>Eine kurze, aber dringliche Theatergruselempfehlung: Das bernhard ensemble übertrifft sich selbst mit der Umsetzung eines aberwitzigen Projekts, das es – so der Anschein – sich seit Jahren erträumt haben muss.</p>
<p>Ernst Kurt Weigel und Grischka Voss verknüpfen in ihrer neuesten Arbeit „weit.way.land“ Schnitzlers derzeit in vielen deutschsprachigen Theatern besonders beliebten Klassiker „Das weite Land“ mit David Lynchs „Lost Highway“ – und mit der eigenen erbarmungslosen Sicht auf die Familienstrukturen der westlichen Gegenwart. Die Seele ist ein tiefer Sumpf, Hofreiter ein österreichischer „American Psycho“-Bateman mit unkontrolliertem Gesundheitssucht und seinem Freund Mauer als Coach (nicht als Arzt), Genia ein apathisches Luder im roten Kleid. Sie erhalten Videos des toten Korsakow, der mit Genia eben keine Affäre hatte.</p>
<p>Von den beiden Stoffen ausgehend wurde wild assoziiert, echte Textzitate sind nur eine Handvoll übriggeblieben, die Handlungen werden dennoch auf finsteren Nebenstraßen zusammengeführt. Alles ist möglich, und doch profiliert sich fast jede einzelne Szene, wenngleich weich gespielt und natürlichst gesprochen mit Ecken und Kanten, als müsste sie genau so sein.</p>
<p>„weit.way.land“ hat atmosphärisch viel Lynch, zwischenmenschlich viel Schnitzler. Aber das Beste ist, wenn man sich mit beiden nicht auskennt, keine Fragen stellt, sondern sich dem gänzlich eigenwilligen und auf seine Art furiosen Schauspiel hingibt, da alle fünf Akteure ihre wohl seit langem persönlichsten und besten Performances hinlegen, allen voran Ernst Kurt Weigel als erschreckend grotesker und doch so gar nicht übertriebener Hofreiter.</p>
<p>Weitere Termine: 13., 14., 17., 20., 21., 24., 27., 28. Jänner 2012, jeweils 19:30 Uhr im OFF-Theater (7., Kirchengasse 41).</p>
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		<title>Mensch genug</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Nov 2011 15:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Thomas Pesl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Wiegold]]></category>
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		<description><![CDATA[Wieder einmal erweist sich die kleinste Spielstätte des Burgtheaters als Geburtsstätte besonders inspirierter Theaterarbeit. Nach Bastian Krafts „Dorian Gray“ und Carina R&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/11/mensch-genug/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/11/Solaris.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-28954" title="Solaris" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/11/Solaris-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><strong>Wieder einmal erweist sich</strong> die kleinste Spielstätte des Burgtheaters als Geburtsstätte besonders inspirierter Theaterarbeit. Nach Bastian Krafts „Dorian Gray“ und Carina Riedls „Stroszek“ versucht nun Alexander Wiegold, seit 2009 Regieassistent am Haus, den technisch eingeschränkten Möglichkeiten des kleinen Raums an die Grenzen zu gehen, und zwar mit einer furiosen Adaption von Stanis?aw Lems berühmtem philosophischem Sci-Fi-Roman „Solaris“ (<a title="wiener-online: Solaris" href="http://www.wiener-online.at/2011/09/zum-90-geburtstag-von-stanislaw-lem-solaris/">vom WIENER bereits geblitzbildet</a>).</p>
<p>Aus einer schlicht aussehenden, aber technisch versierten Bühnenkonstruktion (Stefanie Grau) mit Spiegelwänden, Fernsehschirmen und raumfüllenden Projektionen erwächst eine schiere Weite des Alls. In über zwei Stunden, die unleugbar anstrengend sind, ein unterschwellig durch einen entsprechend subtilen, metallischen Soundtrack potenziertes Gefühl, wird die pessimistisch-düstere Essenz von Lems Vision definitiv präziser wiedergegeben als in den beiden bekanntesten, vom Autor selbst nicht besonders geschätzten Verfilmungen von Andrej Tarkowskij bzw. <a title="wiener-online: Contagion" href="http://www.wiener-online.at/2011/10/contagion/">Stephen Soderbergh</a>.</p>
<p>Das ist vor allem dem faszinierenden, brillant geführten Ensemble zu verdanken, dem die Zuschauer, längs im Raum verteilt, ziemlich auf der Pelle hocken. So hat man zum Beispiel endlich einen Blick aus der Nähe auf das undurchschaubare Gesicht des großen Ignaz Kirchner, der als Doktor Sartorius nicht nur deshalb perfekt besetzt ist, weil er mit Brille und weißem Kittel an diese eine Figur aus „Futurama“ erinnert. Den Snaut spielt Marcus Kiepe beklemmend ambivalent, eine Bebilderung der Romanfigur, wie sie beim Lesen unmöglich wirkt. Christiane von Poelnitz weint viel (wie immer), hält aber mit ihrer mädchenhaften Art in ihrem Bann. Als Projektion der Erinnerung ihres Mannes ist ihre Harey kein Mensch, aber doch Mensch genug, um damit zu hadern.</p>
<p>Aber wie menschlich ist er eigentlich selbst? Oliver Masucci in der Hauptrolle des Ich-Erzählers Kris Kelvin leistet Unglaubliches. Fast immer einen halben Meter vor der ersten Reihe trägt er, körperlich und stimmlich die wummernde Depressivität der Geschichte aufrechterhaltend, den Abend. Trotz des surrealen Settings sind Situation und Charakter bei ihm ständig präsent.</p>
<p>Diese Aufführung ist wie eine Expedition zu einem anderen Planeten: unter Dauerspannung, irgendwie irreal und doch, zwangsläufig, zeitlich ausgedehnt. Vor allem aber ziemlich aufregend. „Solaris“ im Vestibül: betörendes Theater-Slow-Food.</p>
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		<title>The glory days are over</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Nov 2011 19:13:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Thomas Pesl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/11/DieWette.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-28871" title="DieWette" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/11/DieWette-216x300.jpg" alt="" width="216" height="300" /></a>E</strong><strong>in slicker Anzugträger mit Kohle,</strong> der gar nicht versucht, seine Gönnerhaftigkeit unter Kontrolle zu bringen; ein dick bebrilltes Mauerblümchen, das seit Schulzeiten mit dem klein gewachsenen Pornodarsteller zusammenwohnt und eines dieser Dreißigerabkommen mit ihm hat („Wenn wir dreißig und single sind, heiraten wir“), obwohl zwischen ihnen viel knistert, aber noch nie was gelaufen ist; dann der Kost-nix-Laden-Mitarbeiter mit ganz kleinen Augen vom vielen Drogenkonsum: ein anarchischer Urwiener, der den Hippie-Traum verbrämt alleine träumt, weil alle anderen leider ein bisschen rausgewachsen sind; und seine aktuelle Lady, Katie Oh, Amerikanerin: Das heterogene Personal dieser neuesten Produktion der Schweizer Regisseurin Corinne Eckenstein, der im Dschungel Wien aktuell eine Retrospektive gewidmet ist, erklärt sich durch das bewährte Ensemble des Eckenstein-Teams, dem Autor Benedict Thill sein neuestes Stück „Die Wette“ auf den Leib schrieb.</p>
<p>Nach der melancholisch-verspielten Raymond-Carver-Paraphrase „Schwimmer im Treibsand“ und der Fußball-WM-assoziativen Collage „Fieberträume“ hat der seit seinem 15. Lebensjahr schreibende Thill sich für den <a title="Dschungel Wien" href="http://www.dschungelwien.a" target="_blank">Dschungel Wien</a>, das Theaterhaus für junges Publikum diesmal gleich an zwei Genres versucht, oder sagen wir drei: Formal ist „Die Wette“ ein Musical (in „Elisabeth“-Tonlage), inhaltlich ein Thriller (mit „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“-Grusel) und thematisch ein Abgesang auf die Jugend und die damit verbundene Freiheit. Das zehn Jahre nach Schulabschluss zusammenkommende Freundesteam gibt sich noch einmal zusammen einer Koksorgie hin, was sie in der Folge freilich eher entfremdet als zusammenbringt. Anlass ist das Wiederauftauchen eines tot geglaubten Freundes, der vor zehn Jahren auf Grund einer Wette mit dem Auto über einen zugefrorenen See fuhr, einbrach und – scheinbar – nie wieder gesehen ward.</p>
<p>Ja, auch die Tiere des Dschungels werden älter und gesetzter: Stephan Rabl, der das Haus vor sechs Jahren gründete und seitdem prägt, erhält 47-jährig einen Preis für sein Lebenswerk; altgedienten künstlerisch Mitwirkenden werden Retrospektiven gewidmet, und auch den zu Zeiten von „Schwimmer im Treibsand“ 2007 gerade maturierenden Thill interessieren mittlerweile natürlich andere Themen als damals. The glory days are over, das ist uns, die wir gegen Dreißig gehen, allzu schmerzlich bewusst. Ob das wirklich junge Publikum das hören will, steht auf einem anderen Blatt. Der Thill-Thrill will sich nicht so recht entfalten.</p>
<p>Die Regisseurin freilich geht hiervon erfrischend unbekümmert an die Sache ran. Ihre niemals versiegenden Inszenierungsideen geben den Schauspielern Schwung und sorgen dafür, dass sie nie Gelegenheit haben, allzu genau über das inhaltliche Chaos nachzudenken, in dessen Mitte sie sich befinden: Sehr körperorientiert choreographiert Eckenstein an im Raum verteilten funktionalen Autoteilen entlang, was dem Abend Energie und den Akteuren Raum verschafft, ihre sehr unterschiedlichen Figuren ansehnlich auf die Spitze zu treiben.</p>
<p>Besonders Alexandra Ava Koch und Helge Salnikau sind ein entzückendes Paar. Schade, dass eine überraschende Wende der Handlung am Schluss ihre Szenen im Nachhinein in ein etwas weniger identifikationsfähiges Licht taucht. Richard Schmetterer ist rührend darin, wie sein freiwillig vegetarischer, unfreiwillig als Fleischer arbeitender Charakter das Herz am rechten Fleck hat, und zwar wider alle Verkopftheit um ihn herum. Yap Sun Sun und Manuel Löwensberg, deren Figuren gewissermaßen die Handlungsebene vorantreiben, erstarren tapfer in einer gewissen Rätselhaftigkeit.</p>
<p>Das Premierenpublikum schaute bei manchem Songexzess (Musikalische Leitung: Sue-Alice Okukubo) verschämt zur Seite, runzelte bei dramaturgisch unglücklichen Entscheidungen in einer viel zu viel wollenden Geschichte, sah aber den Schauspielern gerne zu, verzieh am Ende auch Schwierigkeiten mit der Tonpegelung und jubelte hemmungslos. So jung komma nimma zam.</p>
<div id="attachment_28873" class="wp-caption aligncenter" style="width: 640px"><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/11/DieWette2.jpg"><img class="size-large wp-image-28873" title="DieWette2" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/11/DieWette2-630x454.jpg" alt="" width="630" height="454" /></a><p class="wp-caption-text">v.l.n.r.: Helge Salnikau, Manuel Löwensberg, Yap Sun Sun, Richard Schmetterer, Alexandra Ava Koch</p></div>
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		<title>Abgründe der Weiblichkeit</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 07:46:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Thomas Pesl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Christina Scherrer]]></category>
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		<description><![CDATA[Sie ist 24 und präsentiert schon ihr zweites Soloprogramm. Bildhübsch und selbstbewusst entwaffnet die junge Schauspielerin Christina Scherrer ihr geheimnisvolles Lächeln&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/11/abgrunde-der-weiblichkeit/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/11/barbiedoll2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-28511" title="barbiedoll2" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/11/barbiedoll2-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Sie ist 24 und präsentiert schon ihr zweites Soloprogramm.</strong> Bildhübsch und selbstbewusst entwaffnet die junge Schauspielerin Christina Scherrer ihr geheimnisvolles Lächeln, man weiß nicht recht, wo man sie einordnen soll. Eine Aura, die die Scherrerin auch im Laufe dieser Vorstellung nicht ablegt. Was die Neugier definitiv weckt. „Barbie, Doll and Bunny – funny? Eine musikalische Zustandsbeschreibung“ heißt der kurze Abend, den <a title="Christina Scherrer" href="http://www.christinascherrer.blogspot.com/" target="_blank">Christina Scherrer</a> zusammen mit der Regisseurin Anna Winkler erarbeitet hat.</p>
<p>Bezeichnungen, die sie offenbar für sich selbst abtestet, wenn sie die Einsamkeit und Verderbtheit des Showbusiness verhandelt, das weniger Talent und Charisma, als vielmehr einfach nur den Körper von der Frau verlangt. Wie wir ja alle wissen.</p>
<p>So geht der Abend los, um dann durch seltsam schräge Abgründe der Weiblichkeit zu mäandern, immer ein wenig unentschieden (oder auch nur uns hilflosen Zuschauern nicht verratend), wo man hin will, so dass auch die kokett im Titel gestellte Frage „Funny?“ nur teilweise mit einem festen Ja beantwortet werden kann, etwa wenn ein paar Zigaretten in einer Bar in verschiedenen Sprachen, hauptsächlich Wienerisch, Love Storys durchleben.</p>
<p>Insgesamt erwecken die Figuren, die wahrscheinlich alle Facetten im scherrerschen Identitätskosmos repräsentieren, den Anschein, schon so manchen Abgrund auf den Brettern, die die Welt bedeuten, erlebt zu haben und in der Theorie zwar abgebrüht drüberzustehen, in der Praxis aber eben nicht ganz. Aus den einzelnen, sympathisch-abseitigen Scherrer-Splittern setzt sich jedoch kein glasklares Bild zusammen.</p>
<p>Unmissverständlicher als das dramaturgische, schreibende legt die Künstlerin einerseits ihre schauspielerische Vielfalt (die Figur des tiafen Zuhälterschweins erster Güte ist der reinste, nein, der schmutzigste Genuss!), andererseits ihr musikalisches Können an den Tag. Oder besser gesagt ihr unmusikalisches Talent. Denn die Figuren, die sie darstellt (Handpuppen inklusive), lieben es zu singen, so wie man sich unter der Dusche dem grölenden Pathos hingibt: Hoch, tief, versifft, enthusiastisch – diese Bandbreite von grölend bis Musical, mit der Scherrer Hits unterschiedlichster Natur, wie &#8220;Toxic&#8221; oder &#8220;Für dich soll&#8217;s rote Rosen regnen&#8221;, in Begleitung des Pianisten Matthias Klausberger darbietet, dabei trotzdem immer den richtigen Ton treffend, macht wahrlich Freude. Famos gelungen Vanessa Riederers Kostümbild, das alle paar Minuten elegant wechselt und die vielseitige Akteurin jedes Mal neu zu erfinden scheint.</p>
<p>„Barbie, Doll and Bunny – funny?“: Wer sich von diesem sperrigen Titel nicht abschrecken lässt, bekommt ein verblüffendes Programm zu sehen, das die Sperrigkeit fortsetzt und daher schwer beschreibbar ist – aber ein gutes Gefühl hinterlässt: Befriedigt wird die Neugier nicht, sie bleibt wohlig kitzelnd aufrecht.</p>
<p>„Barbie, Doll and Bunny – funny?“ von und mit Christina Scherrer. <strong>4. und 5. 11. 2011, 20 Uhr,</strong> <a title="Drachengasse" href="http://www.drachengasse.at/" target="_blank">Drachengasse Bar &amp; Co</a>. Weitere Termine folgen 2012.</p>
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		<title>Schicksalsbegegnung</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Oct 2011 06:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Thomas Pesl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Manuel Rubey]]></category>
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		<category><![CDATA[Triest]]></category>

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		<description><![CDATA[Über die Band Mondscheiner und den Falco-Film ist Manuel Rubey zum Theater gekommen. Dort ist er nicht so ganz glücklich. Also versucht er sich doch lieber wieder in einem ganz neu&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/10/schicksalsbegegnung/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/10/triest.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-28298" title="triest" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/10/triest-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a><strong>Über die Band Mondscheiner</strong> und den Falco-Film ist Manuel Rubey zum Theater gekommen. Dort ist er nicht so ganz glücklich. Also versucht er sich doch lieber wieder in einem ganz neuen Genre: dem Kabarett. Ein junger, alter Hase auf dem Gebiet macht es möglich: Der steirische Kabarettist <a title="wiener-online: Thomas Stipsits" href="http://www.wiener-online.at/2011/09/gewinnen-bauernschach/">Thomas Stipsits</a> hat mit Manuel Rubey ein Programm geschrieben. Dabei ist eine große Freundschaft entstanden: eine „Bromance“ durch und durch, wie auch im Interview deutlich zu erkennen ist.</p>
<p><strong>Wieso könnt gerade ihr beide so gut zusammenarbeiten? Auf Manuel Rubeys Homepage ist von einer Schicksalsbegegnung beim Dreh zu David Schalkos <a title="wiener-online: Wie man leben soll" href="http://www.wiener-online.at/2011/10/kurzkritik-wie-man-leben-soll/">„Wie man leben soll“</a> die Rede.</strong></p>
<p><strong>TS:</strong> Der Manuel bläst das immer bissl groß auf! Nein, ich glaube, dass es durch die Unterschiedlichkeit der Charaktere so ist, die eine Mischung ausmacht. Es war ja wirklich eine Schicksalsbegegnung: Es gibt Momente im Leben, wo man jemanden trifft und – das klingt jetzt sehr pathetisch – das Gefühl hat, den kennt man schon sein Leben lang. Da gibt es ein Verständnis auf der ganzen Linie. In meinem Fall war das so, als wir uns getroffen haben.</p>
<p><strong>MR:</strong> Wenn man diesen Menschen einmal trifft, muss man zugreifen. Wir hatten das Glück, dass <a title="wiener-online: Maurer &amp; Schalko" href="http://www.wiener-online.at/2011/10/jugendsunden/">David Schalko</a> damals noch langsamer gedreht hat als heute und wir acht Stunden Stehzeit hatten. Das hat gereicht, um einander derart ins Herz zu schließen, dass wir dann tatsächlich drei Tage später mit dem Schreiben angefangen haben. Wir sind sehr unterschiedlich und haben trotzdem wahnsinnig viel gemeinsam.</p>
<p><strong>Worin bestehen denn die Gemeinsamkeiten?</strong></p>
<p><strong>MR:</strong> Da könnte man jetzt eine Liste erstellen. Ich fange einmal an, ganz frei: Wir sind beide leidenschaftliche Vinylschallplattensammler, wir nehmen die gleichen Medikamente, wir haben beide dieses Faible für eine Leichtigkeit, weil wir wissen, dass dieses Leben eben grundsätzlich nicht so einfach ist…</p>
<p><strong>TS:</strong> …wir haben beide ein Faible für ältere Frauen, …<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>MR:</strong> … wir haben beide eine Fußballvergangenheit, wobei meine eine rein fiktive ist und Thomas tatsächlich U15-Nationalgoalie war.</p>
<p><strong>Wenn zwei Menschen zusammen etwas produzieren, was normalerweise eine Person macht, kommt die Frage auf: Wie soll das gehen?</strong></p>
<p><strong>TS:</strong> Bei uns hat das sehr gut funktioniert. Wir haben nie so gearbeitet, dass wir gesagt haben: Jetzt schreibst du was, und ich schreib was, und wir schicken einander das per Mail hin und her.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>MR:</strong> Gesagt haben wir es, aber gemacht haben wir es nie.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TS:</strong> Gut, dass das nicht funktioniert hat. Ein Jahr lang haben wir uns einmal die Woche getroffen und versucht, das Programm gemeinsam zu erarbeiten. Einfach einmal anzuimprovisieren. Wir sind nämlich beide Bauchtypen. Wenn es aus dem Bauch kommt, ist es vielleicht rotziger, aber authentischer. Oft sind diese verkopften Sachen zwar irrsinnig super formuliert, aber es spreizt sich halt, wie wenn ein Tier raunzt.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>MR:</strong> Mir war halt wichtig, dass es nicht das nächste Soloprogramm vom Thomas ist, wo ein Sidekick dabeisteht. Das wäre für beide nach hinten losgegangen. Ich halte den Thomas ja auch für den besten Schauspieler unter den Kabarettisten. Es ist uns von Anfang an darauf angekommen, dass das, was alleine nicht geht, sprich: mit einem anderen zu spielen, hervorgekehrt wird. Davon lebt der Abend auch: permanente Statusgeschichten, immer einer, der den anderen fertig macht. Wir spielen die gleichen Figuren beide. Das geht solo nicht.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>TS:</strong> Wichtig war uns auch, dass es die klassische Struktur „Der G’scheite und der Blöde“ nicht gibt.</p>
<p><strong>Es sind also beide – g’scheit?</strong></p>
<p><strong>MR + TS:</strong> Und auch sehr blöd!</p>
<p><strong>Der Name „Triest“ bringt in Österreich die Assoziation mit: Mei, als wir noch groß waren, war dort unser Adriahafen, unsere Flotte. Da steckt was Melancholisches drin.</strong></p>
<p><strong>MR:</strong> Ich finde, das steckt in allem Österreichischen drinnen, in der Fußballnationalmannschaft genau wie im Kulturbetrieb: Wir wären alle gerne ein bisschen größer als wir sind! Ob das jetzt noch real empfunden oder genetisch über die Muttermilch mitgekommen ist, sei dahingestellt. Aber dieser Komplex, dass alles irgendwann einmal ein bisschen größer, schöner, stärker, erfolgreicher war, ist im Österreicher immanent, daher in uns beiden natürlich auch. Wir haben beide einen Hang zur Melancholie, vielleicht sogar – wobei ich großen Respekt vor Leuten habe, die wirklich an dieser Krankheit leiden – mit einem leicht depressiven Einschlag. Funktioniert aber ganz gut, wenn man sich dieser Geschichte über Humor nähert. </p>
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		<title>Jedem das eigene Gemälde</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Sep 2011 15:59:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Thomas Pesl</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn für ein Theaterstück eines produktiven, weltberühmten Autors, der aber seit fast dreißig Jahren tot ist, seine österreichische Erstaufführung angekündigt wird, wirkt d&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/09/jedem-das-eigene-gemalde/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/09/projekttheater1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-27032" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/09/projekttheater1-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Wenn für ein Theaterstück</strong> eines produktiven, weltberühmten Autors, der aber seit fast dreißig Jahren tot ist, seine österreichische Erstaufführung angekündigt wird, wirkt das erst einmal suspekt. „Vieux Carré“, Tennessee Williams’ autobiografisch gefärbte Geschichte über die Begegnungen eines jungen, mit seiner Homosexualität hadernden Autors in einer Mietspension in New Orleans, wurde von ihm in jungen Jahren begonnen, aber erst 1977 fertiggestellt und in den USA uraufgeführt, bald abgesetzt und seither kaum gespielt. Warum denn nicht, ist die sich aufdrängende Frage. Die nächste: Warum jetzt doch?</p>
<p>Beides lässt sich relativ sicher beantworten: Williams’ Panoptikum von einsamen, aussichtslosen Gestalten ist einfach weniger dicht und griffig und daher nicht so attraktiv für ein Theater wie andere Werke des Amerikaners und auch zu wenig allgemeingültig in seiner Botschaft, daher wird sonst wohl lieber zu „Endstation Sehnsucht“ oder „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ gegriffen. Für die eigenwillige Truppe des <a title="Projekttheater Vorarlberg" href="http://www.projekttheater.at/" target="_blank">Projekttheaters Vorarlberg</a> (Nestroy-Preisträger für die beste Off-Produktion 2006) und ihre Stammregisseurin <a title="Susanne Lietzow" href="http://www.projekttheater.at/lietzow.html" target="_blank">Susanne Lietzow</a> hingegen bietet das Setting der heruntergekommenen Pension mit allzu dünnen Wänden in Kombination mit darin hausenden Skurrilos die perfekte Basis für das Theater, mit dem sie schon etwa mit „Killer Joe“ (2007) vergnüglich und melancholisch mit ungeniert österreichischem Gestus in den Abgründen US-amerikanischer Unterschichten bohrten. Im März wurde „Vieux Carré“ also in Feldkirch erstaufgeführt, nun gastiert es im Wiener Schauspielhaus. Passend zur Struktur der vielen isolierten Comicfiguren, die auch im Zuge des Stückes zwar eifrig Dialoge führen, aber trotzdem seltsam wenig miteinander zu tun haben, hat die Malerin <a title="Mara Mattuschka" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mara_Mattuschka" target="_blank">Mara Mattuschka</a> die zehn Schauspielenden in ihren Rollen auf Einzelporträts gebannt, die im Theaterfoyer ausgestellt sind.</p>
<h4>Tennessee Williams meets Kaisermühlen</h4>
<p>Eines der Werke, das Bild der Vermieterin Hortense Wire (Martina Spitzer) aus der Vogelperspektive prangt bedrohlich in der Mitte der Bühne (brillante Ausstattung: Marie Luise Lichtenthal), in einem Vorzimmer zwischen über-, neben- und hintereinander aufgeschütteten und notdürftig aus knarrendem Holz gebauten Miniwohnungen, die praktisch nur Platz für je ein Bett oder, wie im Falle der beiden alten Kochbuchautorinnen Maude und Carrie (Maria Hofstätter, Sybil Urban), für zwei Lehnsessel bieten.</p>
<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/09/projekttheater2.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-27033" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/09/projekttheater2-630x418.jpg" alt="" width="630" height="418" /></a></p>
<p><strong>Und da sind sie dann also,</strong> mittellos und frustriert, an die Umsetzung ihrer bescheidenen Lebensentwürfe selbst nicht so recht glaubend: Rafael Schuchter (ab nächster Woche auch in einem Josefstadt-Nestroy zu sehen) als verzagter Schriftsteller; Markus Heinicke als koksender Stripper, der sich bei seiner Geliebten Jane (Sandra Bra) eingenistet hat, die trotzdem weiter mit sich selbst Schach spielen muss; Peter Badstübner als schwuler, rachitischer Maler oder Gwen Soba schwarz angemalt im Fettanzug in der Rolle der schwarzen Bediensteten Mammy, die glaubt, sich bald zur Ruhe setzen können. Niemand kann und will so recht mit dem anderen, Misstrauen und Neugier prägen das Zusammenleben. Allen voran: Martina Spitzers Vermieterin Mrs. Wire, hier laut Gewandung und Gestus eine äußerst kaisermühlnerische Hausmeisterin. Auch sie träumt ein bisschen, will in ihrem Schlafzimmer eine Imbissstube errichten.</p>
<h4>Einsame Theatermomente</h4>
<p>Halten sie sich in ihren Zimmern auf, sind alle Figuren auch außerhalb der zentralen Szenen stets zu sehen und nie untätig. Oft retardiert die Haltung im manischen Autismus von Tableaux vivants, die a<a title="wiener-online: Jaques Tati" href="http://www.wiener-online.at/2011/03/die-ruckkehr-des-jacques-tati/">n die Filme Jacques Tatis erinnern</a>. In gar nicht so wenigen Momenten blitzt dabei in Susanne Lietzows detailverliebter Regie die Genialität auf, die es so wichtig macht, dass es sie und das Projekttheater gibt und durch die auch dieser Theaterabend letztlich empfehlenswert ist: wenn nach der Pause alle Schauspieler mit ihrem jeweils eigenen Musikinstrument à la New Orleans einziehen (Musik: Martin Zrost) oder wenn das fragile Treppenkonstrukt von Tye hilflos torkelnd, von den alten Damen sehr bewusst Schritt für Schritt, begleitet von „Achtung“- und „Obacht“-Rufen, bewältigt wird. Aber wie die Figuren einsam bleiben, gilt das auch für diese Momente: Sie sind isoliert, zu klar voneinander abgegrenzt. Aus der Verspieltheit erwächst über den zweieinhalbstündigen Abend hinweg kein einheitliches Bild, stattdessen entstehen Längen und durch rhythmische Ungenauigkeiten verschenkte Momente. Die gegen Ende immer zentraler werdende Figur der Jane ertrinkt durch Sandra Bras arg minimalistische Rollengestaltung in einem Pathos, das zwar vonseiten der Regie karikiert und überhöht werden mag, sich aber doch als Notlösung zu erkennen gibt.</p>
<p><strong>Tennessee Williams zum 100. Geburstag</strong> eine Wiederbelebung seines formal ambitionierten, aber eben eher vernachlässigten Stückes zu schenken, dafür waren Lietzow und das Projekttheater die perfekten Kandidaten. Das Risiko war hoch, lohnend, wurde aber nicht restlos bewältigt. Es war eine allzu verführerische Falle.</p>
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		<title>Gewinnen: Bauernschach</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 18:20:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Bauernschach]]></category>
		<category><![CDATA[Kabarett]]></category>
		<category><![CDATA[Schach]]></category>
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		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Stipsits]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Winterthriller.  Dass es in einem kleinen Dorf Gerüchte gibt, liegt auf der Hand. In Stinatzerberg kreisen die meisten um das Haus des Schachgroßmeisters Nikolai Rachimov. I&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/09/gewinnen-bauernschach/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/09/bauernschach01.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-26826" title="bauernschach01" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/09/bauernschach01-216x300.jpg" alt="" width="216" height="300" /></a><strong>Ein Winterthriller</strong>.  Dass es in einem kleinen Dorf Gerüchte gibt, liegt auf der Hand. In Stinatzerberg kreisen die meisten um das Haus des Schachgroßmeisters Nikolai Rachimov. Im Rachimov Haus geschehen seltsame Dinge.</p>
<p>Die Leute erzählen sich, man höre dort Kinder lachen, hinter den alten Fenstern sehe man Gestalten. Der Meister selbst sei in diesem Haus während einer Schachpartie gestorben. Man sagt, er habe gegen den Teufel höchstpersönlich gespielt. Das war 1956. Seither hat niemand dieses Haus betreten.</p>
<p>Bis heute. Denn genau dieses Haus kauft Thomas Stipsits. Im Keller findet er ein verstaubtes Schachbrett mit einer Partie im Endspiel. Weiß ist am Zug. Jede Aktion ändert die Verhältnisse auf dem Brett; wie im Leben. Stipsits zieht und der Winter will nicht enden&#8230;</p>
<p>„Der Mensch ist eine 64. 32 Weiße, 32 Schwarze!“ (N. Rachimov 1931)</p>
<ul>
<li><strong>Wann?</strong> Jeden Sonntag im September, Oktober um Dezember (außer 25.12.)</li>
<li><strong>Wo?</strong> STADTSAAL, Mariahilfer Straße 81, 1060 Wien</li>
<li><strong>Web:</strong> <a title="www.stadtsaal.com" href="http://www.stadtsaal.com" target="_blank">www.stadtsaal.com</a></li>
</ul>
<h4>Gewinnen Sie Karten für den 11.9.2011!</h4>
<p>Unter allen Facebook-Fans des WIENER verlosen wir in den nächsten Tagen 2&#215;2 Karten für Thomas Stipsits&#8217; Bauernschach: <a title="wiener-online auf Facebook" href="http://www.facebook.com/wiener.online" target="_blank">www.facebook.com/wiener.online</a>. Stay tuned!</p>
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		<title>Kulturtipp: Herz.Kasperl</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2011/08/kulturtipp-herz-kasperl/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Aug 2011 21:57:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[3raum]]></category>
		<category><![CDATA[Herz.Kasperl]]></category>
		<category><![CDATA[Kabarett]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Volllmann]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Geburt, Leben, Sterben. Und dazwischen? Müssen, sollen, können.
Menschen. Druckkochtöpfe ohne Überdruckventil. Falls noch irgendetwas Sinn macht, dann ist es die Wut.
HERZ.&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/08/kulturtipp-herz-kasperl/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/08/vollmann.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-26506" title="vollmann" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/08/vollmann-300x168.jpg" alt="" width="300" height="168" /></a><strong>Geburt, Leben, Sterben.</strong> Und dazwischen? Müssen, sollen, können.<br />
Menschen. Druckkochtöpfe ohne Überdruckventil. Falls noch irgendetwas Sinn macht, dann ist es die Wut.</p>
<h4>HERZ.KASPERL</h4>
<p>Eine Reise durch Höhen und Tiefen eines Kasperllebens.</p>
<p><a title="Oliver Vollmann" href="http://www.olivervollmann.at/" target="_blank">Oliver Vollmann</a> durchwandert die Neurosenzuchtanstalten der modernen  Zivilisation. Er erzählt und singt vom Aufwachen im hellblauen  Gitterbett, der Entfremdung, dem Anpassungsdruck und der Liebe samt  obligatem Scheitern.</p>
<p>Eine nüchterne Erzählweise paart sich mit Nonsens zu feinsinniger Kritik  an den Fassaden einer Gesellschaft, die wenig Chance auf eine  individuelle Entwicklung zulässt. Dazwischen werden Klaviere erwachsen,  gestehen schräge Gestalten ihre Liebe und sterben Feinde einen  qualvollen Chansontod – all das eingeschunkelt in den unberechenbaren  Schmäh eines dilettierenden Klaviervirtuosen, der sein Handwerk bei  Gerhard Bronner erlernt hat.<br />
Den Ton alter Schule würzt der Vollblut-Schauspieler Vollmann mit seiner  skurrilen, bissigen Art und rückt so den HERZ.KASPERL in ein ganz  aktuelles Eck des österreichischen Kabaretts. Er beherrscht die große  Kunst der kleinen Form und so ist HERZ.KASPERL auch  totales Theater.</p>
<ul>
<li><strong>Wann? </strong>25. August &#8211; 10. September, jeweils 20h<strong><br />
</strong></li>
<li><strong>Wo? </strong><a title="wiener-online: 3Raum / Hubsi" href="http://www.wiener-online.at/2009/03/go-hubsi-go/">3Raum Anatomietheater</a>, Beatrixgasse 11, 1030 Wien</li>
<li><strong>Wer?</strong><strong> </strong>Oliver Vollmann ist Schauspieler und Autor. Er arbeitet für den ORF im Bereich Hörfunk. Nach seinem Abgang von der Radio-Legende „Guglhupf“, für die ihn Gerhard  Bronner 1982 engagiert hat und für die er rund 17 Jahre lang als Autor,  Komponist und Interpret gearbeitet hat, hat Oliver Vollmann  beschlossen, nie wieder Kabarett zu machen.</li>
<li><strong>Karten: </strong>18 Euro/ 12 Euro erm., reservieren unter: 0650 / 323 33 77</li>
</ul>
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		<title>&#8220;Ich bin eine gebratene Frühlingsrolle&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Aug 2011 06:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Eissner-Eissenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>
		<category><![CDATA[Elke Winkens]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>

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		<description><![CDATA[WIENER-Shooting , Treffpunkt Kettenbrückengasse. Sie trägt ein dekolletiertes Shirt mit der Aufschrift „The real Deal“, aufgekrempelte Jeans mit Löchern, Flip Flops, Sonne&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/08/ich-bin-eine-gebratene-fruhlingsrolle/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/08/winkens1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-26298" title="winkens1" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/08/winkens1-229x300.jpg" alt="" width="229" height="300" /></a><strong>WIENER-Shooting , Treffpunkt Kettenbrückengasse.</strong> Sie trägt ein dekolletiertes Shirt mit der Aufschrift „The real Deal“, aufgekrempelte Jeans mit Löchern, Flip Flops, Sonnenbrille. Zierlich ist sie, sehr, sehr schlank. Der stürmische Wind scheint sie zu verblasen. Ein schnelles Foto, dann verlegen wir den Set in einen Design-Shop, gleich beim Naschmarkt um die Ecke. Dort schlüpft sie ruckzuck in ein kesses Kleid und strahlt wie ein glückliches Kind.</p>
<p>Das Shooting macht Elke Winkens augenscheinlich Spaß – und man merkt auch, dass sie das kann. 2003 posierte sie für den Playboy, 2007 schon einmal für den WIENER. Und jetzt redet sie drauf los.</p>
<p><strong>Du lebst seit 20 Jahren meistens in Wien und manchmal in Berlin. Wo bist du noch Deutsche, wo schon Österreicherin?</strong></p>
<p>Beim Fußballspielen bin ich noch Deutsche. Wie soll man bitte zu den Österreichern halten? Und dass man immer noch mit Cordoba kommt, ist peinlich. Die Deutschen wissen nämlich gar nicht, was gemeint ist. Beim Essen gehen bin ich Österreicherin. In Berlin bestelle ich immer ein Obi g’spritzt.</p>
<p><strong>Was ist dein momentaner Aggregatzustand?</strong></p>
<p>Ich würde sagen, ich bin eine gebratene Frühlingsrolle. Ich werde warm gehalten. Es geht mir gut.</p>
<p><strong>Was gefällt dir an deinem neuen Film „Arschkalt“?</strong></p>
<p>Ich habe angefangen, das Drehbuch zu lesen und dann hat das plötzlich etwas mit mir gemacht. Es hat mich total reingezogen in die Geschichte. Die Geschichte hat mich tief berührt.</p>
<p><strong>Warum denn das?</strong></p>
<p>Vielleicht liegt es an der Off-Stimme, die immer von Aggregatzuständen erzählt. Das macht der Herbert Knaup mit einer unglaublichen Melancholie.</p>
<p><strong>Wie viel Spaß hattest du bei der Arbeit?</strong></p>
<p>Wahnsinnig viel, obwohl ich gleich am ersten Drehtag einen Unfall hatte. Ich bin einen Iglu runtergedonnert, hatte dann ziemliche Rückenschmerzen und die Sicherungen haben mich am Knie verletzt. Und der Regisseur hat Sachen von mir verlangt, wo ich gedacht habe, das kann ich nie. Er wollte, dass ich eine Szene spiele, in der ich komplett betrunken bin.</p>
<p><strong>Muss man das als Schauspieler nicht oft?</strong></p>
<p>Betrunken war nicht mein Lieblingsding. Aber jetzt nach dem Film sehe ich betrunken neu. Man muss sich volle Post reinlassen. In dem Moment, wo man am Gefühl zweifelt, kann es nicht funktionieren.</p>
<p><strong>In welchen Situationen bist du schockgefroren?</strong></p>
<p>Ich kann mich an eine Situation erinnern. Ich war 19 und lebte in London. Ich war gerade auf Urlaub, als ich erfahren habe, dass das Stipendium nicht verlängert wird. Ich bin in der Telefonzelle gestanden, mit dem Hörer in der Hand und hatte in dem Moment keine Zukunftsvision mehr. Aus einem schockgefrorenen Zustand entscheiden sich die Wege neu. Mit der Situation kannst du nicht weiterleben. Da musst du eine Entscheidung treffen. Meine war, nach London zu gehen und meine Sachen zu packen. Im Sommer habe ich ein Casting in Wien gemacht und im Herbst hier angefangen. Es war also ein guter Schockzustand.</p>
<p><strong>Im Film „Arschkalt“ geht es darum, dass im Scheitern auch Chancen liegen. Welche Chancen hattest du schon ausgelassen?</strong></p>
<p>Ich bin grundsätzlich ein sehr, sehr fauler Mensch. Ich würde alles so lassen, wie es gerade mal so läuft. Ich wäre die ideale Made im Speck. Ich würde mich durchfressen und so dahin leben und immer dicker werden, wenn mir nicht das Leben die Aufgaben zeigt. Im Scheitern habe ich mich immer weiterentwickelt. Wenn ich heute so lese, was ich vor 10 Jahren in Interviews gesagt habe, empfinde ich das als völligen Blödsinn. </p>
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		<title>Gert Voss ist kein Papagei</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 17:34:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Gert Voss]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinung]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Theaterreise]]></category>

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		<description><![CDATA[Gert Voss ist einer der ganz großen deutschsprachigen        Schauspieler der letzten Jahrzehnte. In der Zusammenarbeit mit        Regisseuren wie Claus Peymann, Luc Bondy, Peter Zadek, Ge&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/08/gert-voss-ist-kein-papagei/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/08/voss.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-26313" title="voss" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/08/voss-189x300.jpg" alt="" width="189" height="300" /></a>Gert Voss</strong> ist einer der ganz großen deutschsprachigen        Schauspieler der letzten Jahrzehnte. In der Zusammenarbeit mit        Regisseuren wie Claus Peymann, Luc Bondy, Peter Zadek, George Tabori oder        Thomas Ostermeier schuf und schafft er Bühnenfiguren, die        Publikum wie Kritik immer wieder in Begeisterung versetzen. Dieser        Erfolg ist hart erarbeitet.</p>
<p>In seiner soeben erschienenen        Autobiografie <strong>ICH BIN KEIN PAPAGEI – EINE THEATERREISE</strong> schildert er seine Arbeitsweise ebenso wie den        Kampf um das Publikum, gegen Konvention und schlechtes Theater. Er berichtet von        seinen Anfängen und seinen Sehnsüchten, von seinen Skrupeln und von den        Erfolgen, mit denen er Theatergeschichte geschrieben hat.</p>
<p>Er wurde        6x zum „Schauspieler des Jahres“ gewählt, er hat alle wesentlichen        Theaterpreise, ist Mitglied mehrerer Akademien        – und doch gelingt es Gert Voss, mit großer Neugier an        jede Rolle suchend, staunend, lernend heran zu gehen, „Kontinente“ wie        Shakespeare und <a title="wiener-online: Thomas Bernhard" href="http://www.wiener-online.at/2011/03/der-kunstpudel-mit-der-kunstnudel/">Thomas Bernhard</a> neu zu vermessen und nie gesehene Aspekte        großer Figuren der Weltliteratur freizulegen.</p>
<p>Gert Voss ist seit mehr als 45 Jahren mit der Dramaturgin Ursula Voss verheiratet – sie hat diese Erinnerungen        aufgezeichnet, mit denen Gert Voss zu seinem 70. Geburtstag im Oktober        2011 sein Publikum beschenkt: Reiches, zum Teil bisher        unveröffentlichtes Bildmaterial verzaubert ebenso wie sein        unverwechselbarer Erzählstil.<br />
Und so gelingt ihm mit dieser        Geschichte einer bemerkenswerten Künstlerkarriere ein Buch über das Theater,        über das Leben und über die Liebe.</p>
<h4>Der Autor:</h4>
<p><strong>Gert        Voss</strong>, geboren 1941 in Shanghai. Als        Schauspieler kam er nach Anfängerjahren an die großen Theater in        Stuttgart, Bochum, Wien, Berlin. Manche seiner Rolleninter­pretationen        haben Theatergeschichte geschrieben, in der Zusammenarbeit mit bedeutenden        Künstlern wurde er zu einem der stilprägenden Schauspieler der        Gegenwart.</p>
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		<title>Unterhaltsam: Der Pavillon</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2011/07/spannend-und-unterhaltsam-der-pavillon/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Jul 2011 09:57:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Alec Coppel]]></category>
		<category><![CDATA[Asparn]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Schleier]]></category>
		<category><![CDATA[Pavillon]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[WEIN4TEL]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch heuer steht wieder die Theaterproduktion im Mittelpunkt der FILMHOF Saison. Gezeigt wird die Krimi-Komödie „Der Pavillon“ von Alec Coppel (in der Übersetzung von Mischa B&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/07/spannend-und-unterhaltsam-der-pavillon/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-25451" title="pavillon" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/07/pavillon-e1311241970544-300x214.jpg" alt="" width="300" height="214" />Auch heuer steht wieder die Theaterproduktion im Mittelpunkt der FILMHOF Saison. Gezeigt wird die Krimi-Komödie „Der Pavillon“ von Alec Coppel (in der Übersetzung von Mischa Bach), vielen besser bekannt unter dem Film-Titel „Hasch mich, ich bin der Mörder“ aus dem Jahr 1971 mit dem französischen Komiker Louis de Funès.</p>
<h4>Inhalt</h4>
<p>Der Hauptdarsteller Elliot (Erich Schleier) versucht, eine Leiche aus dem Haus zu schaffen und scheitert an allen Widrigkeiten. Eine neurotische Ehefrau, ein durchgeknalltes Dienstmädchen, ein verzweifelter Baumeister dessen Pavillon zusammen fällt, bis hin zu einem ehrgeizigen Kommissar mit seinen inkompetenten Hilfspolizisten sorgen für eine turbulente  Theaterkomödie.</p>
<h4>Vorstellungs-Termine</h4>
<p>2. August (Premiere), 5. August, 6. August, 12. August, 13. August, 14. August, 18. August, 19. August, 20. August, 25.  August, 26. August und 27. August 2011</p>
<p>Beginn: jeweils 20:00 Uhr, Sonntag 19:00 Uhr<br />
Die Produktion ist Mitglied vom „Theaterfest Niederösterreich“.</p>
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		<title>Wie lacht Dr. Hades?</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jul 2011 21:44:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Wieser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Odyssee]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Mraz]]></category>

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		<description><![CDATA[Martina Ambach sitzt auf der Bühne des Stadttheater Berndorf, lässt die Beine baumeln und lutscht an einem Lolly, ganz wie im Stück vorgeschrieben. Lolly ist aber nicht Lolly, un&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/07/wie-lacht-dr-hades/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/08/berndorf.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-26283" title="berndorf" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/08/berndorf-203x300.jpg" alt="" width="203" height="300" /></a><strong>Martina Ambach sitzt auf der Bühne</strong> des Stadttheater Berndorf, lässt die Beine baumeln und lutscht an einem Lolly, ganz wie im Stück vorgeschrieben. Lolly ist aber nicht Lolly, und längst nicht alle sind für die Bühne geeignet: „Wir brauchen welche, wo sich die Kugel nicht vom Staberl löst“, sagt sie. Und meint das ganz ernst.</p>
<p>Ambach ist bereits ein Drittel der Gesamt-Besetzung des Mraz’schen Erstlings „Die Odyssee – eine Abkürzung“, der im Juli und August am Stadttheater Berndorf zu sehen ist. Für Regisseur Thomas Mraz, der die 12.200 Hexameterverse auf amüsante 90 Seiten gekürzt hat, schon vor der Premiere ein Erfolg. Eine weitere Frage, die das Schauspieler-Trio, das vereint 17 höchst unterschiedliche Rollen bewältigen muss, noch bewegt: „Wie lacht Dr. Hades?“</p>
<p>WIENER:  <strong>Auf <a title="Thomas Mraz" href="http://www.thomas-mraz.at/" target="_blank">deiner Homepage</a> schreibst du, dass „die Odyssee – Eine Abkürzung“ sehr wichtig für dich ist. Warum? </strong></p>
<p>Mraz: Weil es das erste Stück ist, das ich selber geschrieben habe.</p>
<p><strong>Wer hatte die Idee?</strong></p>
<p>Ich.</p>
<p><strong>Und warum gerade die Odyssee?</strong></p>
<p>Ich hatte immer schon den Wunsch, ein Stück zu schreiben, wo drei Leute mehrere Rollen spielen. Und dann habe ich mir gedacht, dass die Odyssee eine gute Geschichte wäre, weil sie sehr bunt ist, weil viel passiert.</p>
<p><strong>Das Stück ist am <a title="wiener-online: Sommertheater" href="http://www.wiener-online.at/2011/07/niemals-hitzefrei/">Stadttheater Berndorf</a> unter der Intendanz von <a title="wiener-online: Michael Niavarani" href="http://www.wiener-online.at/2009/05/bitte-raubkopiert-mich/">Michael Niavarani</a> zu sehen. Siehst du dich als seinen Protégé?</strong></p>
<p>In gewisser Weise schon. Wir verstehen einander gut. Er hat mir die Möglichkeit gegeben, dieses Stück umzusetzen. Er mag mich, und er glaubt an mich.</p>
<p><strong>„Die Odyssee – eine Abkürzung“ ist eine Komödie. Woher weißt du, dass das Stück lustig ist?</strong></p>
<p>Das weiß ich nicht. Aber es enthält viele Sachen, die ich lustig  nde. Doch der Zweifel ist immer präsent.</p>
<p><strong>Wie lange hast du am Buch geschrieben?</strong></p>
<p>Begonnen habe ich im Herbst des Vorjahres, im Mai war ich fertig.</p>
<p><strong>Ihr probt seit Wochen, kannst du das Stück mittlerweile auswendig?</strong></p>
<p>Fast, das nervt auch, vor allem, weil ich viele Sachen weiß, die bereits gestrichen wurden. Das nervt doppelt.</p>
<p><strong>Euer Bühnenbild ist für ein Sommertheater recht ungewöhnlich.</strong></p>
<p>Das war ein sehr langwieriger Prozess. Wie die Schauspieler spielt es auch mehrere Rollen. Es dient als Olymp, als Hades, als Schi – und wenn man eine Klappe aufmacht, sitzt man plötzlich im trojanischen Pferd. Auffälligster Teil ist aber ein rotes Telefon. Über das rote Telefon kann man mit den Geistern in der Unterwelt reden. Wir spielen ja auch mit diesen Anachronismen. Bei uns sind die Helden richtige Klassiker, während die Götter zeitlos sind. Die Hera (Zeus’ Frau, Anm.) schimpft zum Beispiel darüber, dass zuviel Geld ausgegeben wird und sagt: „Wir brauchen ein Sparpaket.“</p>
<p><strong>Das &#8220;Desaster-Dinner&#8221;, sozusagen das Hauptstück, in dem du auch mitspielst, ist bereits seit Wochen ausverkauft. Wann würdest du sagen, dass dein Stück ein Erfolg ist?</strong></p>
<p>Für mich ist es schon Erfolg, dass ich die Odyssee überhaupt machen kann. Dass der Rahmen unglaublich toll ist, dass es nicht in einem Kellertheater uraufgeführt wird, sondern unter eigentlich richtig luxuriösen Rahmenbedingungen. Alles, was jetzt noch dazu kommt, ist schon ein Glück.</p>
<p><strong>In einer der Proben habt ihr lange überlegt, wie Dr. Hades lacht. Wisst ihr das mittlerweile?</strong></p>
<p>Das wissen wir noch immer nicht, aber wir sind schon einen Schritt weiter.</p>
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		<title>Niemals hitzefrei</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jul 2011 06:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Thomas Pesl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Gregor Bloeb]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Niavarani]]></category>
		<category><![CDATA[Niederösterreich]]></category>
		<category><![CDATA[Sommertheater]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Theaterfest]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Böck]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>

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		<description><![CDATA[Die drei wichtigsten Gründe fürs Sommertheaterspielen? „Sommer,  Theater und Spielen“, sagt Gregor Bloéb, Schauspieler und Intendant des  Theatersommers Haag wie aus der Pi&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/07/niemals-hitzefrei/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/07/bloeb.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-25274" title="bloeb" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/07/bloeb-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a>Die drei wichtigsten Gründe fürs Sommertheaterspielen?</strong> „Sommer,  Theater und Spielen“, sagt Gregor Bloéb, Schauspieler und Intendant des  Theatersommers Haag wie aus der Pistole geschossen. Aber so einfach ist das auch wieder nicht. Schließlich sind viele Schauspieler zehn Monate im Jahr in festen Ensembles beschäftigt: Sie proben und spielen rund um die Uhr und verdienen genug, um in den Sommermonaten Energie tanken zu können. Warum tun sich dennoch so viele Publikumslieblinge das an: wochenlanges Exil auf dem Land, spritzer-seliges Sommerfrischepublikum und suboptimale Akustik auf Dorfplätzen und in Steinbrüchen bei jeder Witterung? Glamour gibt es gerade mal bei den Salzburger Festspielen. Kohle? Viel weniger als in TV oder Burgtheater. Was kann es also sein?</p>
<h4>1. Freunde</h4>
<p>Wer fix in einem Ensemble spielt, muss sich oft mit Kollegen herumschlagen, die er am liebsten &#8230; nun ja, die er sich halt nicht ausgesucht hat. <a title="wiener-online: Mehr Sommertheater" href="http://www.wiener-online.at/2011/07/mehr-sommertheater/">Im Sommertheater</a> hingegen, so Gregor Bloéb, gilt das Prinzip: „Keine Idioten! Wir können zwar nicht Gagen zahlen wie Salzburg, aber wir bieten eine familienfreundliche Atmosphäre. Ich engagiere schon zwei, drei Jahre im Voraus, so bin ich sicher, dass auf der Bühne lauter Amigos zusammenkommen.“ Auch der Obmann des Theaterfest-Vereins, Werner Auer, hat Spaß im amikalen Ambiente: „Keiner hat Allüren, alle ziehen an einem Strang. Drum ist auch wichtig, dass ich mich selbst besetze: Wenn bei Wind und Wetter der Kapitän durchhält, muckt auch das Ensemble nicht.“</p>
<h4>2. Urlaub</h4>
<p>„In die Karibik fährt man eh am Besten im Jänner“, meint <a title="wiener-online: Michael Niavarani" href="http://www.wiener-online.at/2009/05/bitte-raubkopiert-mich/">Michael Niavarani</a>, der heuer erstmals als Sommertheaterintendant tätig und in Berndorf auch selbst in der Komödie „Das perfekte Disaster-Dinner“ zu sehen ist. Und so sehr alle betonen, wie viel harte Arbeit hinter dem Theatersommer steckt – sobald das Stück mal geprobt ist, hat man „Ferien auf dem Bauernhof “, wie Gregor Bloéb assoziiert. Tagsüber in der Schwarza (Reichenau), im Herrensee (Litschau) oder im Freibad planschen, abends kurz Kultur und/oder Unterhaltung bieten und sich feiern lassen. Da ist man fast so nah am bezahlten Urlaub wie Kreuzfahrtmusikanten und wird weniger seekrank. Einen wesentlichen Faktor bringt Wolfgang Böck (Kobersdorf) aufs Tapet: „Das Publikum ist entspannter, was sich unter Umständen auch aufs Flirtverhalten auswirkt.”</p>
<h4>3. Traumrolle</h4>
<p>„2009 habe ich mir selbst ein Geschenk gemacht und den Zettel im ,Sommernachtstraum‘ gespielt“, gesteht Alexander Waechter, Intendant der Shakespeare-Festspiele auf der Rosenburg. Heuer beschenkt er seinen Kollegen, den nigerianisch-stämmigen Nikolaus Okonkwo mit dessen erstem Othello. „In Wien läuft gerade ein Othello mit schwarz angemaltem weißem Hauptdarsteller. Das gefällt mir nicht.” Ein bisschen machen können, was man will, und Rollen spielen, für die man in Wien umsonst kämpft, das ist für viele Schauspieler ein Anreiz, die Mühen der Sommerintendanz auf sich zu nehmen. Manche Chefs wiederum sind bewusst keine Rampensäue: Wolfgang Böck etwa genügt in Molières „Eingebildetem Kranken“ eine Nebenrolle als Arzt.</p>
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		<title>Mehr Sommertheater!</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jul 2011 06:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Thomas Pesl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Niederösterreich]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer]]></category>
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		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>

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		<description><![CDATA[„Du hast einen wichtigen Partner im Sommertheater: das Wetter. Aber wenn es mal ein bisserl kälter ist, teilen wir Decken aus. Das gibt eine Lagerfeueratmosphäre, das lieben die&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/07/mehr-sommertheater/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/07/moliere.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-25284" title="Kob_Sujet_2011_1010-RZ.indd" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/07/moliere-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a>„Du hast einen wichtigen Partner im Sommertheater: das Wetter. Aber wenn es mal ein bisserl kälter ist, teilen wir Decken aus. Das gibt eine Lagerfeueratmosphäre, das lieben die Leute“, sagt einer, der es wissen muss: <a title="wiener-online: Niemals hitzefrei" href="http://www.wiener-online.at/2011/07/niemals-hitzefrei/">Gregor Bloéb, Intendant des Niederösterreichischen Theatersommers</a>, der heuer Shakespeares Sommernachtstraum auf die Bühne bringt. Infos unter: <a title="www.theatersommer.at" href="http://www.theatersommer.at" target="_blank">www.theatersommer.at</a> &#8211; Was es sonst noch alles spielt, verraten wir Ihnen hier:</p>
<h4>Die Festspiele Reichenau</h4>
<p>sind nicht mehr Mitglied des Vereins, aber umso erfolgreicher. Seit 1988 findet sich hier unter der Ägide des Intendantenpaares Peter und Renate Loidolt in – meist gleich vier oder fünf – Klassikerproduktionen die größte Dichte an Burg-, Volkstheater- und TV-Stars ein: Regina Fritsch, Marcello De Nardo und Miguel Herz-Kestranek etwa, seit Jahren Stammgäste, sind auch 2011 wieder mit dabei. Erst zum zweiten Mal engagiert, aber jetzt schon besonders beliebt, ist der junge Shootingstar Claudius von Stolzmann als „Rosenkavalier“ – ihm zur Seite eine kleine Kuriosität: Ex-Staatsoperndirektor Ioan Holender! <a title="www.festspiele-reichenau.com" href="http://www.festspiele-reichenau.com" target="_blank">www.festspiele-reichenau.com</a></p>
<h4>Winnetou-Festspiele</h4>
<p>Eine Gratwanderung zwischen Theater und Themenpark sind Karl-May- oder Winnetou-Festspiele, die immer eine Story des alten Westernmärchenonkels dramatisieren: mit Pferden, Artisten und Pyrotechnik. Die spektakulärsten dieser Festivals sind in Deutschland, aber auch Niederösterreich ist auf den Gaul aufgesprungen: in Gföhl wird heuer „Unter Geiern“ gezeigt, in Winzendorf „Winnetou I“ mit Günter Tolar. <a title="www.karl-may-festpsiele.at" href="http://www.karl-may-festpsiele.at" target="_blank">www.karl-may-festpsiele.at</a> / <a title="www.winwi.at" href="http://www.winwi.at" target="_blank">www.winwi.at</a></p>
<h4>Kobersdorf</h4>
<p>liegt an der Grenze zu Niederösterreich, aber eben gerade noch im Burgenland. Sommertheater wird hier dennoch gespielt, und zwar traditionell seit 1972. Vor acht Jahren übernahm TV-Kommissar Wolfgang Böck die Intendanz. Dieses Jahr bietet Kobersdorf allein auf weiter Flur Molière: In der Hauptrolle des „eingebildeten Kranken“ ist der Linzer Fritz Hammel zu sehen. <a title="www.kobersdorf.at" href="http://www.kobersdorf.at" target="_blank">www.kobersdorf.at</a></p>
<h4>Enns (OÖ)</h4>
<p>schafft es geographisch ebenfalls nur knapp nicht nach Niederösterreich. Hier funktioniert der Schauspieler Christian Himmelbauer seit 2006 jeden Sommer die alte K&amp;K-Reithalle zum „Theater im Hof“ um. Gespielt werden – mit Unterstützung lokaler Schauspielgrößen – Klassiker, aber nicht immer nur Komödien: Dieses Jahr geht es zum Beispiel „Cyrano de Bergerac“ an den Kragen. <a title="www.theater-im-hof.at" href="http://www.theater-im-hof.at" target="_blank">www.theater-im-hof.at</a></p>
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		<title>Ran an die Nabelschnur!</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 08:13:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Thomas Pesl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Schäxpir-Festival]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Theaterfestival, das heißt viele Menschen, viel Input, viel Essen und Trinken, viel Herumfahren und ein Verlust des Zeitgefühls. Handelt es sich um das Schäxpir, das oberös&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/06/ran-an-die-nabelschnur/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_24868" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/06/millionen_tage.jpg"><img class="size-medium wp-image-24868" title="millionen_tage" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/06/millionen_tage-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Voll in der Rolle: das Ensemble von &quot;Für ewig und hundertmillionen Tage&quot;</p></div>
<p><strong>Ein Theaterfestival,</strong> das heißt viele Menschen, viel Input, viel Essen und Trinken, viel Herumfahren und ein Verlust des Zeitgefühls. Handelt es sich um das <a title="Schaexpir" href="http://www.schaexpir.at/" target="_blank">Schäxpir</a>, das oberösterreichische Theaterfestival für junges Publikum, dann potenziert sich vor allem der Input nochmal um Einiges, denn oft wird für Schulklassen gespielt, so dass die erste Vorstellung des Tages um zehn Uhr morgens beginnt und an einem einzigen Tag anhand von insgesamt fünf Stücken so was wie eine Momentaufnahme möglich ist.</p>
<p>Diese offenbart im Schnitt einen überraschend erwachsenen, ja abgebrühten Zugang zu dem schwer kategorisierbaren (wenn auch immer sorgfältig mit – oft von Eltern nicht gerade ernst genommenen – Altersempfehlungen versehenen) Kosmos des Theaters für junges Publikum. Gleich die erste Produktion des Tages verblüfft mit einer mutigen Aussage. In <strong>„Ein Gespenst namens Zukunft“</strong> lässt Valerie Kattenfeld, gefördert durch den Jungwild-Regiepreis 2011, die Studentin Melanie im Rahmen einer Familienaufstellung zu dem Schluss kommen, dass sie Freiraum von ihren Eltern braucht. Aber das ist nicht alles: Denn wenn Melanie, gespielt von Johanna Berger mit großen irren Augen und einem bitterböse gefrierenden Grinsen des Schreckens, in grotesk-energiereichen Szenen von ihren Erzeugern, die es eh gut meinen (Marius Schiener und Fabienne Küther), durch einen Marathon des Wahnsinns gepeitscht wird, dann stellt Kattenfeld das Konzept Kernfamilie an sich an den Pranger und legt nahe, was immer noch keiner laut zu sagen wagt: dass man sich seine Eltern nicht aussuchen kann und ihnen per se nichts schuldig ist. Frühmorgens ein krasser Tabubruch!</p>
<p>Etwas abgefedert wird dieser wohltuende Schlag ins Gesicht dadurch, dass Kattenfeld die komplizierte und höchst umstrittene Praxis der Familienaufstellung kritikfrei überstrapaziert. Bei der Zielgruppe (14+), der sie im besten Fall ein Jahr Psychoanalyse mit Dreißig hätte ersparen können, wird ihre Botschaft daher kaum landen.</p>
<p>Einen eher allgemein gehaltenen Angriff auf die Nabelschur schildert die niederländische Tanzproduktion <strong>„Strings – verwickelt“</strong> von Danstheater AYA.  Darin performen sich ein junger Breakdancer, eine ältere Tänzerin und ein ergrauter Sänger je nach Fachgebiet den Generationenkonflikt aus dem Leib. Während dem Abend die ihn thematisch oder formal zusammenhaltenden „Strings“ fehlen, löst immerhin Dietrich „DJ“ Pott mit akrobatischen Einlagen Begeisterungsstürme aus: bei einem ab 12 zugelassenen Publikum, dessen Schnitt hier aber deutlich eher Mitte 20 liegt. Klar, so ein Festival ist ja auch dazu da, dass die Künstler die Stücke der anderen Künstler besuchen. Man winkt einander zu, man diskutiert das Eigene und das Gesehene – der Diskurs ist rege, die Stimmung wie im Traum. Festivalfieber bleibt Festivalfieber.</p>
<h4>Deconstructing Pippi</h4>
<p>Gehen wir ein paar Altersstufen zurück. Im Zentrum von <strong>„<span style="text-decoration: line-through;">Efraims</span> Töchter“</strong>, einer Produktion der Hildesheimer Gruppe Pulk Fiktion für Kinder ab 10 steht Pippi Langstrumpf. Und auch dieses Stück zielt überraschend auf eine beinharte Abnabelung ab: nämlich unsere von Pippi Langstrumpf! Während alle drei Darstellerinnen (toll: Manuela Neudegger, Silvie Marks und Stefanie Mrachacz) anfangs noch die roten Zopfperücken tragen und unbedingt Pippi spielen wollen, mausert sich in 60 Minuten sturmfreier Bude, kecker Songs über Fantasiewelten und sehr, sehr süßer Marshmallowkuchen die schüchterne Annika zum realistischeren Star, nämlich für jene, die sich trauen, vor den Blicken aller Schwäche zu zeigen und die Leiter vom Zehn-Meter-Brett wieder runterzuklettern. Danke, Astrid Lindgren, sagen die Mädchen am Ende mit zu Tränen rührender Überzeugungskraft, danke, dass ich weiß, dass Pippi eine Lüge ist. Subtiler, schonender wurde selten eine Heldenfigur demontiert. Ein Einwand könnte von der großen Astrid Lindgren selbst kommen, die einst davor warnte, mit Kunst für Kinder über deren Köpfe hinweg den Erwachsenen zuzuzwinkern.</p>
<p>Über Lindgren führt die Brücke zu einer weiteren Jungwild-Siegerin, nämlich zu jener aus dem Vorjahr. Melika Ramic adaptiert mit <strong>„Zeensucht“</strong> ein Buch von Marit Törnqvist, die auch Illustratorin einiger Lindgren-Bilderbücher war. Nele van den Broeck spielt ein Mädchen, das auf einem Holzpflock im Meer (bestehend aus von ihr selbst angemalten blauen Blättern in einer gigantischen leeren Halle) sitzt, bis am Ende ein mysteriöser Musiker vorbeiwandelt und die Aura, die er hinterlässt, ihr den Mut gibt, sich von ihrer Insel, genau: abzunabeln. Zuvorderst ist sie aber damit beschäftigt, Langeweile zu vertreiben, was leider völlig misslingt, auch und vor allem aus Sicht des – beachtlich geduldigen – Publikums ab 6. Ein großer poetischer Wurf lässt sich aus dem Bühnenkonzept unendlicher Weiten herausahnen, in der Umsetzung bleibt die Leere aber einfach leer.</p>
<h4>Lange Socken, kurze Hosen</h4>
<p>Gegen so viel Konzept mutet die aus Bremen angereiste Produktion <strong>„Für ewig und hundertmillionen Tage“</strong> beinahe altmodisch an. Kindertheater wie damals wird da schon dadurch heraufbeschworen, dass vier Endzwanziger, ausgestattet mit langen Socken, kurzen Hosen und Rollern, sich dem Publikum 6+ als ihresgleichen präsentieren – was dank sensiblen Schauspiels nie wirklich ein Problem ist. Auch wirken diese Kinder von erwachsenem Gedankengut tatsächlich eher unbelastet. Spannend ist das Stück von Theo Fransz aber umso mehr: Anna-Lena Doll, Lisa Marie Fix, Christopher Ammann und Simon Zigah erzählen mit körperlicher Präzision und Humor auf einem durch vier Laternen beleuchteten Bühnenbildrund von einer besonderen Nacht. Drei Freunde „verheiraten“ sich anhand von fix herbeiimprovisierten Ritualen mit einem vierten, der offenbar an einer schweren Krankheit leidet, schwören ihm ewige Treue. Während kunstsinnige Erwachsene hier ihre Freude an gelungenem Timing, ästhetisch geglückter Ausstattung und vergnüglich verunglückten Erwachsenenritualen haben, ist in dieser Aufführung deutlich zu spüren, dass die Kids auf Augenhöhe angesprochen werden. Frau Lindgren zwinkert zufrieden.</p>
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