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	<title>WIENER &#187; Schauspiel</title>
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	<description>Die offizielle Webseite des Wiener</description>
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		<title>Liebe und Leid, Leak und Like</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Jun 2011 10:02:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Thomas Pesl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Garage X]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Drei junge Paarungen aus AutorInnen und Regisseurinnen werden vom Theater Garage X in die Produktionsschlacht geschickt. Thema: Facebook und die Revolution. Und los!
Like: Di&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/06/liebe-und-leid-leak-und-like/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_24101" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/06/garagex-1.jpg"><img class="size-medium wp-image-24101" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/06/garagex-1-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Clark Griswold entdeckt das Internet. Thomas Gross in &quot;Vernetzt&quot; von Stephan Lack</p></div>
<p><strong>Drei junge Paarungen</strong> aus AutorInnen und Regisseurinnen werden vom Theater <a title="wiener-online: Garage X Interview (Video)" href="http://www.wiener-online.at/2010/04/mailath-pokorny-und-harald-posch/">Garage X</a> in die Produktionsschlacht geschickt. Thema: Facebook und die Revolution. Und los!</p>
<p><strong><em>Like: </em></strong>Die Garage X buttert das, was sie am Ende vom Budget noch übrig hat, in die Förderung von NachwuchsautorInnen und -regisseurinnen (Alter: 27 bis 35).</p>
<p><strong><em>Dislike:</em></strong> Viel Budget ist es nicht, daher gibt es nur zwei Vorstellungen. Mittwoch Premiere, Donnerstag Derniere.</p>
<p><strong><em>Like:</em></strong> Pro Vorstellung gibt es gleich drei Uraufführungen zu sehen.</p>
<p><strong><em>Dislike:</em></strong> Jede Paarung Text/Regie hat genau drei SchauspielerInnen, zwei bis drei Wochen Schreib- und zwei Wochen Probenzeit zur Verfügung, was insgesamt recht einschränkend ist. Ebenfalls einschränkend, aber auch &#8230;</p>
<p><strong><em>Like:</em></strong> &#8230; einen roten Faden schaffend die thematische Vorgabe: „Gefällt mir (nicht)“ heißt der Abend: Es soll um intervention und Internet, Facebook und Revolution gehen. Brandheiß, topaktuell, eh klar.</p>
<p><strong><em>Dislike:</em></strong> Die Vorgabe ist eher nur als Kreativitätsimpuls gedacht. Die Teams machen es „the way (aha aha) <em>they</em> like it.“ Es zeigt sich, dass alle drei es vorgezogen haben, ein bisschen am Thema vorbei zu arbeiten. Schade. Ägypten ist doch verdammt weit weg.</p>
<p><strong><em>Like:</em></strong> Die Stücke dauern alle nur etwa je eine halbe Stunde, was den Abend insgesamt sehr kurzweilig macht.</p>
<p><strong><em>Dislike:</em></strong> Warum führt Facebook eigentlich trotz regelmäßiger Forderungen der User nie den Dislike-Button ein? Oder zumindest einen Ich-stehe-dem-indifferent-gegenüber-Button? Lebt Mark Zuckerberg positives Denken als Lebensphilosophie pädagogisch vor?</p>
<p>Der Autor, die Autorinnen und die Regisseurinnen des Abends scheinen das jedenfalls alle anders zu sehen. Sozialen Netzwerken stehen sie offensichtlich sehr distanziert gegenüber, mit süffisantem Hohn und Verdacht auf ein bisschen Desinteresse. Das Bühnenbild von Thea Hoffmann-Axthelm ist ein erhöhter Guckkasten mit Neonröhren, begrenzt hinten von einem halbdurchsichtigen Vorhang und vorne von einer (wenn auch eher umständlich) abnehmbaren Folie. Da kann man thematische Bezüge reininterpretieren (Außenwelt und Innenwelt. virtuell und real und so weiter), muss man aber nicht. Stefanie Muthers Kostüme wiederum zielen stilsicher und sehr individuell auf das optische Optimum der neun TrägerInnen ab. Da gibt es gar nicht viel zu like-n oder dislike-n. Was aber okay ist. Denn ein bunter Abend zur Feier der Imperfektion lässt per se viel zu wünschen übrig, legt die Latte aber auch sehr niedrig an. Gefällt mir. Gefällt mir nicht. Betrachte ich differenziert.</p>
<p><strong><em>Stück Nummer 1: „Vernetzt“</em></strong></p>
<p>Autor: Stephan Lack, Regie: Danielle Strahm, mit: Thomas Gross, Claudia Kottal, Anna Rot.</p>
<p>Plot: Karl lernt Elsa im Chat kennen, will sie dann aber nach sieben Jahren betrügen und kauft sich zu diesem Zweck ein Alibi bei einer professionellen Alibibeschaffungsfirma.</p>
<p>Kommentar: Ein seltsam anachronistisches Erlebnis. Das liegt einerseits daran, dass hier saubere Dialoge versuchen, Figuren zu kreieren, andererseits an dem Gesicht des Hauptdarstellers Thomas Gross, das, meist in Frontalansicht und Nachdenkpose beleuchtet, ein anderes Jahrzehnt heraufbeschwört und so einen permanenten Link zu den Filmen über den biederen Familienvater Clark Griswold herstellt. Es lebe Chevy Chase! Es lebe die absolute Anti-Revolution! Was das brave und auch recht konventionell in Szene gesetzte Stück mit echter Schlusspointe erzählt, ist lediglich, dass man kein Internet braucht, um vernetzt zu sein.</p>
<div id="attachment_24103" class="wp-caption aligncenter" style="width: 640px"><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/06/garagex-2.jpg"><img class="size-large wp-image-24103" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/06/garagex-2-630x420.jpg" alt="" width="630" height="420" /></a><p class="wp-caption-text">Googeln den heiligen Gral: Dennis Cubic, Thomas Stolzeti und Emily Cox in &quot;Monad&#039;s Likes&quot; von Claudia Tondl</p></div>
<p><strong><em>Stück Nummer 2: „Monad’s Likes. Ein revolutionäres Jump’n’Run der Einsamkeit“</em></strong></p>
<p>Autorin: Claudia Tondl, Regie: Carina Riedl, mit: Emily Cox, Dennis Cubic, Thomas Stolzeti.</p>
<p>Plot: Zwei ziehen aus, um das Buch der Bücher (das Facebook?) zu finden.</p>
<p>Kommentar: Claudia Tondl hat sich hier über weite Strecken eher als Dramaturgin denn als Autorin bemüht. In ihren Rahmen eines satirischen Märchens (von Stolzeti mit rauer Märchenonkelstimme und E-Gitarren-Atmo stimmungsvoll vorgetragen) hat sie bekannte Zitate aus der Mindmap „Wandel“ zusammengestückelt: Marx, Stéphane Hessel, Bob Dylan, Martin Luther King etc. Große Reden, hier ganz klein und niedlich. In Carina Riedls ebenfalls sehr reduzierter, frontaler Regie fügen sich die Fragmente zu einer unterhaltsamen und zunehmend dichter werdenden Melodie. Mal werden Songtexte bierernst gesprochen, mal Pamphlettitel („Empört euch!“) leichthin in die Menge geworfen und so oft wiederholt, bis sie sich ihrer Absurdität selbst preisgegeben haben. Ein gefinkeltes Collagierkunststück.</p>
<div id="attachment_24104" class="wp-caption aligncenter" style="width: 640px"><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/06/garagex-3.jpg"><img class="size-large wp-image-24104" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/06/garagex-3-630x411.jpg" alt="" width="630" height="411" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Alles was sie jetzt posten kann vor Gericht gegen Sie verwendet werden.&quot; Florian Carove, Karin Enzler und Julia Jelinek in &quot;Die Totalvernutzung der Welt&quot; von Sandra Gugic</p></div>
<p><strong><em>Stück Nummer 3: „Die Totalvernutzung der Welt“</em></strong></p>
<p>Autorin: Sandra Gugic, Regie: Julia Burger, mit: Florian Carove, Karin Enzler, Julia Jelinek.</p>
<p>Plot: unbekannt.</p>
<p>Kommentar: Es ist kompliziert. In der Ankündigung steht, die Protagonisten seien namenlos, auf der Bühne nennen sie einander dann bei ihren richtigen Namen: Karin, Julia und Florian. Selbstreferenz macht immer Spaß, hier wurde sie wohl hineinimprovisiert. Gugics Text ist Netikette-Poesie, eine virtuelle Schlagwort-Oper, eine abstrakte Wühlkiste dramatischer Möglichkeiten für das World Wide Web. Der naheliegende Output eines derartigen Stückauftrags. Das Ensemble ist engagiert und energetisch, dennoch erwächst die Dynamik auf der Bühne aus wechselseitiger Aggression und Hysterie, wenn Florian nicht aufhören kann, nach dem aktuellen Beziehungsstatus zu fragen und Karin manisch alles und jeden nach Leaks absucht. Formal und inhaltlich sind Gugic und die ideenreiche Regisseurin Burger einer nachhaltigen Investition ihres Startguthabens wohl am nächsten gekommen.</p>
<p><em>„Startguthaben: Gefällt mir (nicht)“. Eine Produktion der Garage X in Zusammenarbeit mit Thomas Sessler Verlag, <a title="Gleichzeit" href="http://www.gleichzeit.at/cms/index.php?id=9" target="_blank">gleichzeit Verlagtheater</a> und Kaiser Verlag. </em></p>
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		<title>Michael Ostrowski: Blöd zu bleiben, ist ein Privileg</title>
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		<pubDate>Wed, 04 May 2011 05:40:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Eissner-Eissenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Ostrowski]]></category>
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		<category><![CDATA[Schauspieler]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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		<description><![CDATA[Gutgelaunt kommt er aus der Theaterprobe und ist sogleich für jede Schandtat zu haben – legt sich unserem Fotografen sogar zu Füßen. Zwar nicht nackt, wie in seinem Film „Nacktsch&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/05/michael-ostrowski-blod-zu-bleiben-ist-ein-privileg/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/05/Michael-Ostrowski.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-21843" title="Michael Ostrowski" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/05/Michael-Ostrowski-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a>Gutgelaunt kommt er aus der Theaterprobe und ist sogleich für jede Schandtat zu haben – legt sich unserem Fotografen sogar zu Füßen. Zwar nicht nackt, wie in seinem Film „Nacktschnecken“ oder am Theater in „Ladies Night“, aber das macht nichts. Was nicht ist, kann ja noch werden&#8230;</p>
<p>Der Magister der Geisteswissenschaften und Sohn zweier Lehrer rutschte mit 19 während des Studiums zufällig in die Schauspielerei – und blieb dabei. Ostrowski wirkt mit seinem steirischen Slang authentisch, lässt auch privat kein Scherzchen aus. Genau wie der Typ, den er in seinen Filmen so gerne verkörpert – und trotzdem ganz anders.</p>
<p><strong>Bist du im neuen Stück „Run for your wife“ nackt zu sehen?</strong></p>
<p>Wer weiß, wie sich die Proben entwickeln. Wir sind erst im ersten Teil des Stückes. Derzeit noch nicht.</p>
<p><strong>Ziehst du dich gerne aus?</strong></p>
<p>Vor dem Schlafengehen gerne. Privat. Bei sonstigen Anlässen nicht so gerne.</p>
<p><strong>Hemmungen hast du keine?</strong></p>
<p>Doch, sicher. Jeder hat Hemmungen sich vor anderen Leuten auszuziehen. Wenn ein guter Grund, ein gutes Publikum und eine gute Bezahlung dazu kommen, dann fallen die Hemmungen, wie wir auch aus dem Fernsehen wissen.</p>
<p><strong>Lässt du lieber die Hosen runter als dich seelisch zu entblättern?</strong></p>
<p>Das kommt auf den Kontext an. Nur weil mein Beruf Autor oder Schauspieler ist, muss ich doch nicht über mein Privatleben reden.</p>
<p><strong>Du hast Englisch und Französisch auf Lehramt studiert. Hast du auch unterrichtet?</strong></p>
<p>Zwei oder drei Jahre hab’ ich im Sommer in Slowenien eine Woche Englisch unterrichtet. Und später auf der TU in Graz für Architekten Creative Writing. Irgendwann hat’s bei mir den Punkt gegeben, wo ich ehrlich zu mir hab’ sagen müssen, ich kann es nicht vereinbaren, in der Schule diese Position des Lehrers einzunehmen, der alles weiß und die Position des künstlerisch arbeitenden Menschen, der nicht alles wissen, sondern eher suchen, zweifeln und hinterfragen muss. Diese Diskrepanz hat mich dann dazu geführt so ehrlich zu sein und zu sagen: Lehrer sein geht derzeit nicht.</p>
<p><strong>Hast du es jemals bereut, dass du den soliden Lehramts-Beruf gegen den des freien Schauspielers gewechselt hast?</strong></p>
<p>Ich komme aus einem Elternhaus, das sehr bedacht darauf war, eine Absicherung zu haben. Und ich bin auch in gewisser Weise ein sehr sicherheitsbedürftiger Mensch. Aber ich habe es bis jetzt nie bereut, einen anderen Weg gegangen zu sein. Die großen Vorteile überwiegen derzeit.</p>
<p><strong>Wofür/wogegen hast du während deiner Studienzeit demonstriert?</strong></p>
<p>Das Studium ist eine verdammt wichtige Zeit, um eine andere Form von Leben kennen zu lernen. Die Einschränkung des Studierens auf eine reine Leistungserbringung, auf einen Bachelor nach drei Jahren, empfinde ich teilweise als gesellschaftlich echt problematisch, weil du nicht mehr geöffnet wirst für Dinge und keine Zeit mehr hast. Ich kann mich sehr gut an eine Demonstration mit Freunden vom Theater im Bahnhof erinnern. Da war der Jörg Haider in Graz beim Vorklinik-Fest. Wir waren zuerst draußen demonstrieren und sind dann zum Fest reingegangen und haben versucht mit ihm zu reden. Das war ein unglaublich erschreckendes Beispiel, wie Politik funktioniert. Wie der Typ dorthin kommt und bei einem Jung-FPÖ-Fest agiert und Runden schmeißt. Da haben wir gefunden, dass ist ein sehr guter Grund gegen so jemanden zu demonstrieren. Würde ich jederzeit wieder machen.</p>
<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/05/Michael-Ostrowski-2.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-21850" title="Michael Ostrowski 2" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/05/Michael-Ostrowski-2-630x338.jpg" alt="" width="630" height="338" /></a></p>
<p><strong>Im Film „Wie man leben soll“ geht es darum, dass unsere Gesellschaft nicht erwachsen werden kann. Bist du schon erwachsen geworden?</strong></p>
<p>Es gibt sehr viele Aspekte, durch die ich erwachsen geworden bin und warum ich mich auch erwachsen fühle. Aber es gibt auch sehr viele Gründe das sogenannte Erwachsensein ein bisschen abzulehnen. Blöd zu bleiben, ist auch ein Privileg. Ich glaube schon, dass das ein bissl ein Traum ist, immer Kind zu sein, weil das ein naiver Zustand der Freude ist, wo man was ausprobieren kann, ohne, dass man sofort beurteilt wird. Diesen Zustand zu bewahren, empfinde ich als befreiend.</p>
<p><strong>In Filmen spielst du meistens den Trottel. Was hast du noch auf Lager?</strong></p>
<p>Gute Frage. Bis jetzt hab ich schon sehr viel gespielt. Ich selber gab mir das Gefühl, es ist durch diese Rollen mehr an Narrischheit zu holen, als bei einem Familienzweiteiler, der im Vorweihnachtsprogramm ausgestrahlt wird, wo ich den Ehemann geb’, der gestresst ist durch seine Frau, seine drei Kinder und den Hund. Wenn’s geile Angebote gibt für gute Rollen, die ernsthaft sind, jawoll, aber wo sind die? Ich schreib lieber selber eine Komödie. Aber ich hab auch bei einem Liebesfilm bei der Letztfassung vom Drehbuch mitgeschrieben.</p>
<p><strong>Boomt der österreichische Film?</strong></p>
<p>Ich hab das Gefühl, er wird langsam ein bisschen anders wahrgenommen. Das ist wie immer in Österreich. Wenn’s im Ausland Erfolge gibt, dann gilt’s was. Ob der österreichische Film boomt, kann ich dir nicht sagen. Aber ich finde, der österreichische Film hat immer schon unglaublich coole Sachen hervorgebracht. Wirklich ganz spezielle, interessante, lässige Filme. Ich glaube auch, dass das weiter passiert.</p>
<p><strong>Der Film „Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott“ war sehr erfolgreich. Wird es einen zweiten Teil geben?</strong></p>
<p>Es wird sicher wieder eine Zusammenarbeit von ähnlichen Leuten geben. Aber ich glaube, so eine Geschichte kann man nicht wiederholen. Das ist mein Gefühl.</p>
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		<title>Die Vielseitige</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 19:15:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Eissner-Eissenstein</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Julia Hartmann]]></category>
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		<description><![CDATA[In einem Moment posiert sie selbstbewusst vor der Kamera, um sich im nächsten in ihrer nackten Vollkommenheit dem stillen Betrachter hingebungsvoll auszuliefern. In manchen i&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/02/die-vielseitige/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/WIE352_pictorial_c_rafaelaproell.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11416" title="Julia Hartmann (Foto: Rafaela Pröll)" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/WIE352_pictorial_c_rafaelaproell-300x200.jpg" alt="Julia Hartmann (Foto: Rafaela Pröll)" width="300" height="200" /></a>In einem Moment posiert sie selbstbewusst vor der Kamera, um sich im nächsten in ihrer nackten Vollkommenheit dem stillen Betrachter hingebungsvoll auszuliefern. In manchen ihrer Blicke schimmert eine gewisse Unverdorbenheit, so als müsse sie erst ihren Platz im Leben finden. Dann ist sie wieder ganz Grande Dame, eine Frau, die das Leben stark gemacht hat. Und dennoch, eine gewisse Melancholie schwingt immer mit, als hätte sie mit ihren jungen Jahren schon so manchen Schmerz ertragen. Die deutsche Schauspielerin Julia Hartmann ist sexy Vamp und Unschuldsengel zugleich &#8211; keine Frau, die sich so einfach kategorisieren lässt.</p>
<p>Als Kind wollte Hartmann Tänzerin werden, so wie ihre Mutter. Mit 11 erhielt sie ihre erste Rolle. Mit 16 verließ sie die verhasste Schule und ging zunächst als Hospitantin nach Hamburg ans Theater, anschließend auf die Schauspielschule. Beim sechsten Anlauf wurde sie in Bochum genommen. „Man darf sich auf keinen Fall entmutigen lassen. Ich kenne Leute, die sprechen 20 mal vor.&#8221;</p>
<p>Vorbild hat die 25-Jährige keines, aber sie ist ein großer Fan von Sophie Rois und Birgit Minichmayr. Nicht verwunderlich, wenn man weiß, dass sie eine bekennende Österreich-Liebhaberin ist und sich bei jeder Gelegenheit mit ihrer Freundin im Wiener Slang unterhält. „Vor Wienern wär’s peinlich, aber vor den Deutschen funktioniert es super.“ Hartmann kommt so gerne hierher, dass sie sich vorgenommen hat mindestens einmal im Jahr eine Produktion bei uns zu machen. Mit dem Kinofilm „3faltig“ (mit <a title="wiener-online: Düringers Reise zum Ich" href="http://www.wiener-online.at/2010/10/duringers-reise-zum-ich/">Roland Düringer</a>) ist ihr im Vorjahr schon gelungen. Mit ihrer Rolle als GoGo- Tänzerin Mona kann sich Julia gut identifizieren. Beide genießen das Singen und Tanzen vor Publikum – so sehr, dass sie einer Popstarkarriere nicht abgeneigt wäre, unter Augenzwinkern. Presseberichte verschlingt sie, auch die negativen. „Es interessiert mich, wie die Leute von mir denken. Ich hab das Gefühl, ich geh an sowas nicht kaputt. Es ist eh alles so vergänglich.“</p>
<p>In Wien spielte Hartmann vor drei Jahren an der Burg in „Romeo und Julia“ die Julia – ihre bisher größte Rolle, wie sie meint. Was ihr liegt? „Ich bediene sehr gerne Extreme, große Emotionen.“ Offen gibt sie zu, dass eine große Traurigkeit in ihr steckt. Vielleicht, weil sie mit 15 ihre Mutter verlor. Oder weil vor kurzem ihre fünfjährige Beziehung – „meine erste große Liebe“ – in die Brüche ging. Dennoch hat die Berlinerin nicht verlernt, die Dinge heiter zu nehmen – ein Grund, warum sie uns Österreichern so sympathisch ist. „Ich will niemals meinen Humor verlieren. Er hat mir schon so oft ‚das Leben gerettet‘.“ Julia Hartmann ist facettenreich: stark, kämpferisch und gleichzeitig so zerbrechlich. Und Shakespeare würde sagen: „Leidenschaft gibt Kraft, Zeit weist die Wege.“</p>
<p><strong>Unsere Begegnung mit Julia Hartmann sehen Sie auf den nächsten Seiten.</strong></p>
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		<title>Düringers Reise zum Ich</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Oct 2010 06:05:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Eissner-Eissenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Düringer]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-10191" title="WIE351_dueringer_c_davidpayr" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/10/WIE351_dueringer_c_davidpayr.jpg" alt="" width="300" height="224" /><strong>Roland Düringer sieht aus</strong> wie eine Leiche. Sagt er selber. Das Gesicht ist schmal geworden, die Oberarme dünn. Er hat abgenommen. Auffällig schnell. Statt 77 Kilo wog er plötzlich nur noch 64. Sein Gewichtsverlust wurde zum Tuschel- Thema: „Der Düringer hat Krebs – so wie der ausschaut“. Selbst seine Mutter war verwundert: „Die glaubt, ich hab’ jetzt komplett einen Schuss, ich bin bei einer Sekte und die Welt geht unter.“ Tut sie natürlich nicht, die Welt, die dreht sich nach wie vor. Nur hat der Düringer sein Tempo verändert.</p>
<p><strong>Der einst autonarrische Benzinbruder</strong> hat sich zum bekennenden Autoholiker inklusive geglücktem Entzug gewandelt. Und er hat, ähm ja, gelernt, mit Pflanzen zu sprechen. „Du lebst auf einer Wiese, umgeben von Wald. Irgendwann nimmst du einmal ein Samenkorn und steckst es in die Erde. Und auf einmal hast du eine reiche Ernte. Alle anderen Dinge enden irgendwann, aber ein Garten ist in gewisser Form für die Ewigkeit, weil er in einen großen Kreislauf eingebunden ist.“ Gedanken wie von Mahatma Gandhi, eine völlig neue Facette des Kabarettisten und Schauspielers.</p>
<p><strong>Erkenntnisse wie diese setzten</strong> etwas in Bewegung und inspirierten den Düringer, der seit 19 Jahren in der Nähe von Böheimkirchen lebt, zu der kabarettistisch angehauchten Gartensendung „Der wilde Gärtner“. Die schlummert beim ORF schon geraume Zeit in den Schubladen (mutierte auf Video bereits zum Hit), wird aber im Frühjahr 2011 nun endlich doch ausgestrahlt. Zum Jamie Oliver des Gärtnerns will er nicht werden. Das wär’ zu fad, zu bequem – zu einfach. Düringer hat sich schlicht entschlossen, nicht mehr nur auf den breiten, bequemen Autobahnen des Lebens zu fahren, sondern auch auf schmale Feldwege abzubiegen, sich überraschen zu lassen, den Moment zu genießen, den Moment zu leben.</p>
<p><strong>Er schläft lieber im Tipi</strong> oder im Wohnwagen vor seinem Haus, um der Natur ein Stückchen näher zu sein. Er genießt es, seine Arbeit flexibel zu gestalten und sich bei Schönwetter aufs Motorrad zu schwingen. Früher liebte Düringer es, über Straßen und Wiesen zu fetzen. An die 200 Motorräder hat er in seinem Leben schon „verbraucht“. Heute tuckert er genussvoll durch die Gegend, um sich an den Schönheiten der Natur zu erfreuen. „Ich fahr mit langsamen, schwerfälligen Motorrädern, was ich mir früher nie hab vorstellen können. Da hats nur das Rennleder gegeben.“ Fragt man ihn nach der Anzahl seiner heißen Eisen, erhält man nur ein verschmitztes: „Es sind wahnsinnig viele!“</p>
<p><strong>Seine zahreichen Autos</strong> hat der trockene „Autoholiker“ fast alle hergegeben, versteigert für einen guten Zweck. Für den Besitzer eines Daihatsu Sirion und eines Fiat Scudo ist das „Wohnzimmer auf vier Rädern“ ein Virus, der die Gesellschaft befallen hat. Er findet es krank, dass Städte für sie und nicht für Menschen gebaut werden. „Ganze Ortsstrukturen haben sich durch das Auto zerstören lassen.“ Er hatte immer größte Freude mit „Fetzenautos“: verbeult, eingehaut und rostig. „Das ist Freiheit. Da ist dir alles wurscht. Mit einem nigelnagelneuen, polierten Auto hast du nur Feinde. Wir haben die Gabe, uns das Leben schwer zu machen. Es sind nie die Dinge, die böse sind, sondern immer nur unsere Vorstellung davon, dass diese Dinge nicht so sein dürfen.“</p>
<p><strong>Während Roland Düringer selbst</strong> gerne zu Fuß geht oder mit dem Rad fährt, sieht er die Auswirkungen des Autos auf die Umwelt fatalistisch. „Wir leben in einer Zeit der Mobilität und einer Zeit, wo wir die Ressourcen des Planeten aufbrauchen. Jeder kann für sich bestimmen, wieviel er davon verwenden möchte, aber letztendlich schaden wir damit nicht dem Planeten, sondern uns selbst, weil wir uns damit unserer Lebensgrundlage berauben.“ So bedeutungslos wie – Geburtstage: „Ich feiere kein Datum, sondern Ereignisse. Würde ich einen Kalender machen, würden wir Neujahr im Frühjahr feiern. Den Tag, wo du das erste Mal nur mit dem Leiberl irgendwo im Kaffeehaus sitzt oder im Wald und dir denkst: Jetzt ist der Winter vorbei. Da müssen wir anstoßen und sagen: Prost, ein gutes neues Jahr! Aber nicht am 31. Dezember, wo’s g’schissen und kalt ist und es am nächsten Tag genauso g’schissen und kalt ist und sich nichts geändert hat, außer dass man einen Kater hat und einem schlecht ist.“</p>
<p><strong>Als Kind wollte Düringer</strong> Feuerwehrmann werden, Bauer oder – ganz klar, Motocross-Rennfahrer. Über einen Freund seines Vaters entdeckte er das Interesse an der Schauspielerei. Schon in der Schule haben ihm die Kinder gerne zugehört – heute begeistert er sein Publikum. Der Vater einer neunjährigen Tochter macht das, was er gut kann: Geschichten erzählen. Nervös vor seinen Auftritten war er nie. Und wieviel Düringer steckt in seinen Rollen? „Das ist alles in mir abgespeichert. Es geht gar nicht anders. Du kannst nur rausholen, was in dir steckt.“ Düringer behauptet, er habe in seinem Leben noch nie etwas angestrebt und tue dies auch heute nicht. Wünsche hat er keine, auch nicht den Gedanken, aus dem Berufsleben auszusteigen. „Woraus soll ich aussteigen? Ich bin ja nirgends eingestiegen. Ich habe einen Beruf, der mir Spaß macht und somit immer Freizeit.“ Allerdings: Der Hobbygärtner ist selbst noch nicht soweit, nur wolkenbeobachtend im Garten zu sitzen und das Denken einfach auszuschalten, aber „am langsamen Weg dorthin.“</p>
<p><strong>Noch aber gibt es viel zu tun.</strong> Ende Oktober startet der Kinofilm „3faltig“ (mit <a title="Julia Hartmann im WIENER Portrait" href="http://www.wiener-online.at/2011/02/die-vielseitige/">Julia Hartmann</a>) in Österreich, mit Düringer als Nachtclubbetreiber. Seit Oktober steht er mit seinem neuen Programm „ICHEinleben“ auf der Bühne. „Es ist ein Vortrag über das Leben. Da kann niemand sagen: Das hat nichts mit mir zu tun.“ Darin philosophiert der Kabarettist nach dem Prinzip: Kein Selbst – kein Problem. „Unser Geist braucht die Phase, wo einmal diese Denkmaschine im Kopf odraht wird.“ Er erzählt, dass es diese perfekten Momente ganz im Jetzt gibt, in denen das ICH einfach weg ist, beim Extremsport etwa oder bei der Meditation. „Da ist es bedeutungslos, wer du bist, was für eine Geschichte du hast, wie du heißt. Da lebst du einfach nur, und das ganz intensiv.“</p>
<p><strong>So klar sieht Düringer</strong> sein Leben, seit er vor 14 Monaten eine Entschlackungskur gemacht und seine Ernährung grundlegend verändert hat. Beim regelmäßigen energetischen Austesten hieß es, Borrelien hätten seinen Körper befallen. Ein schulmedizinischer Bluttest bestätigte die Diagnose. Und bei diesen Bakterien bedankt sich der Freund der Homöopathie jetzt auch noch. Sie waren der Auslöser für seine Ernährungsumstellung, denn die empfohlene Antibiotika-Kur lehnte er strikt ab. „Das, was ich 47 Jahre in meinem Körper abgelagert habe, leite ich jetzt schön langsam aus. Wenn der Körper ein Tümpel ist, tun sich alle schlechten Dinge viel leichter.“ So lebt er nun seit über einem Jahr ohne tierisches Eiweiß. „Ich bin sozusagen Vegetarier.“</p>
<p><strong>Die Umstellung erfolgte</strong> Schritt für Schritt. „Ich habe in der Sekunde gemerkt, dass mir alles leichter fällt.“ Frisch und munter wacht er um sechs Uhr auf, härtet sich ganzjährig in seinem Schwimmteich ab und legt zwischen den Mahlzeiten sechs- bis siebenstündige Pausen ein, damit der Körper die Giftstoffe besser ausscheiden kann. Der eigene Tod lässt ihn trotzdem kalt: „Wenn wir sterben, ist ja immer noch Leben in unserem Körper. Die Mikroorganismen in uns warten nur darauf, bis sie uns kompostieren können.“ Oder etwas weniger schaurig, ähnlich wie es Sir Peter Ustinov schon tat: „Angst vor dem Sterben habe ich keine. Ich hatte ja auch keine Angst vor dem Geborenwerden, obwohl ich da auch nicht wusste, ob es ein Leben nach der Geburt gibt.“</p>
<p><strong>Das klingt fatalistisch</strong>, ist es aber nicht – es ist schlicht bewusstes Sein. Und das gilt auch fürs Essen, slow statt fast food. Der mehrfache Romy-Preisträger nimmt seine Mahlzeiten heute nicht mehr während des Fernsehens ein, sondern kaut jeden Bissen mit genussvoller Hingabe. Auch die einst heiß geliebte Playstation hat er weggeräumt, „Ich hab jetzt eine andere Geisterwelt gefunden.“ Und ist – auch wenn er ausschaut wie eine Leich’ – alles andere als untot. Er ist quicklebendig.</p>
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		<title>Gemeines Volk, tragödientauglich</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Oct 2010 09:13:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Thomas Pesl</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_7606" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><strong><strong><img class="size-medium wp-image-7606 " title="Die_Ratten" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/10/Die_Ratten-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></strong></strong><p class="wp-caption-text">Das Unheil naht auf leisen Sohlen: Claudia Sabitzer und Simon Mantei beeindrucken in &quot;Die Ratten&quot;.</p></div>
<p><strong>Langsam und bedrohlich</strong> hebt sich der Vorhang im <a href="http://www.volkstheater.at/home/aktuell">Volkstheater </a>zu einer Musik, die ebenfalls nahendes Unheil suggeriert. Sichtbar wird ein großer, gerne sich drehender Bretterverschlag, ein riesiger Käfig mit vielen, vielen Kisten darin, der den Speicher des geschaßten, nun vorläufig Kostüme verleihenden Theaterdirektors verkörpert, aber auch die Bleibe seiner im selben Haus wohnenden Raumpflegerin Frau John und ihres Mannes. Dem hölzernen Braun ist das Szenenbild (Damian Hitz) ebenso verpflichtet wie die Kostüme (Kathrin Stadeler), was die in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhart_Hauptmann">Gerhart Hauptmanns</a> Tragikomödie „Die Ratten“ stark thematisierte Divergenz der sozialen Schichten betont, aber auch subtil  verwischt. Wir sehen sofort: Mit der Ästhetik hat man sich hier gründlich auseinandergesetzt. Auch sehr stylisch die in der ersten Hälfte die Aktwechsel überbrückenden, elektrisierenden 3D-Videoprojektionen, die zwar eher nichts zu erzählen haben, im Kampf mit dem Lattenzaun aber flashig-schaurig die Sehnerven herausfordern. Es ist klar zu erkennen: Regisseur <a href="http://www.ingoberk.com/">Ingo Berk</a> versucht sich am Gesamtkunstwerk.</p>
<p><strong>Zudem hat das Volkstheater</strong> eine neue Stückfassung in Auftrag gegeben, die sich im Großen und Ganzen schön in den berkschen Gesamtkunstwerkversuch fügt, besonders in den Passagen, in denen sich die Schauspieler die Sprache nahtlos einverleiben. Ein schöner Zug, dass ausgerechnet der gebürtige Bulgare Dimitré Dinev das hierzulande praktisch unles- und -spielbare Stück gewissermaßen „ins Deutsche übersetzen“ durfte. Dinev ist ein prä-postdramatischer Autor. Er will Geschichten erzählen, somit ist er für das Volkstheater genau der Richtige. Mit einigen künstlichen Schnörkeln spielt sich der Bearbeiter zeitweise zwar zu auffällig in den Vordergrund: Wiener Ausdrücke wie „deppert“ deutschen Ensemblemitgliedern in den Mund zu legen, war noch nie eine gute Idee; denn Namen und Orte sind weiterhin klar Berlin zuzuordnen; der Hausmeister (Thomas Bauer) greift zu den gewähltesten Ausdrücken („Enigmatisch!“), während „die Ausländerin“ (das polnische Mädchen Pauline Piperkarcka, gespielt von der aus dem Schauspielhaus Graz wegengagierten Andrea Wenzl) sich in einer undefinierbaren Kunstsprache zurechtfinden muss. Insgesamt hat Dinev uns aber einen Gefallen getan, denn seine Fassung bleibt weitgehend behutsam poetisch und macht berlinfernen Spielplänen einen Klassiker zugänglich, der sich mit tolldreistem Zynismus mit der berühmten Frage auseinandersetzt, ob denn das Leben wichtiger sei als die Kunst.</p>
<p><strong>In „Die Ratten“</strong> (ein ironischer Hinweis auf die Bewohner des Zinshauses: Tiere wie viehische Menschen) passieren nämlich ganz schreckliche Dinge auf Grund niederer Instinkte. Es finden aber auch hochtrabende Dialoge über das Wesen der Kunst und die Überlegenheit diverser Theaterformen gegenüber anderen statt. Nur durch äußerst wendige Verschraubungen führt Hauptmann diese beiden Stränge irgendwie zusammen. Spätestens, als sie am Ende darin kulminieren, dass der Theaterdirektor angesichts von Selbstmord, Kindesverkauf und -verwahrlosung, Mord und Vergewaltigung im Dunstkreis seines eigenen Hauses stolz seine Theorie von der Tragödientauglichkeit des gemeinen Volkes bestätigt sieht, vermeint man das zynische Blitzen im Auge des Verfassers zu erkennen und freut sich, dass dieses Stück in der dialektbefreiten Fassung eine gewisse Zeitlosigkeit erlangt hat.</p>
<p><strong>Zurück zum Gesamtkunstwerkversuch.</strong> Zumindest sein Handwerk scheint der 35-jährige Regisseur zu verstehen, und das auch auf der großen Bühne – obwohl seine Homepage ihn eingangs als Liebhaber „des kleinen Formats“ zitiert. Unter seiner Führung kommen die Volkstheater-Akteure auf den Punkt. Allen voran die Schweizerin Claudia Sabitzer, eine konstante Größe im hiesigen Ensemble; sie wird durch diese Hauptrolle wohl hoffentlich die verdiente Würdigung erfahren. Fahrig an der Kante des Wahnsinns entlangbalancierend zieht ihre starrsinnige Frau John den Plan durch, mit einem gekauften Kind den (aus Verzweiflung?) geliebten Mann zu halten, der ihr, da viel auf Montage unterwegs, ständig zu entgleiten droht. Er (Dominik Warta, ebenfalls Neuzugang aus Graz) fällt drauf rein: ein grader Michel, sympathisch und erfrischend. Nur am Ende, als die Wahrheit auffliegt, will man ihm den Zusammenbruch nicht so ganz glauben. Zu ebener Erde treibt dann noch Frau Johns unberechenbarer Bruder Bruno sein Unwesen. Der junge Riese Simon Mantei nutzt seine Schlaksigkeit, um der Rolle Profil zu verleihen: Dieser Bruno wird erst durch seine Naivität furchterregend. Eine der positiven Überraschungen dieses Abends.</p>
<p><strong>Die andere große Überraschung</strong> findet sich am ersten Stock des sozialen Stiegenhauses in diesem Drama. Erich Schleyer, berüchtigter Altstar, findet in der Rolle des theatralen Künstlers Harro Hassenreuter zu einem pointierten Nuancenreichtum im Detail (während er im Groben passenderweise einfach den Schmierentragöden gibt), was Spaß macht, anzusehen. Seinen Gegenspieler in den Wortgefechten um das Wahre auf der Bühne gibt der unterhaltsame Matthias Mamedof als Erich Spitta, Theologiestudent und Möchtegernschauspieler. Wer hätte gedacht, dass diese beiden ungleichen Mimen so ein Dream-Team abgeben könnten? Auch das übrige Ensemble (insgesamt 12 Darstellende) hält fleißig, einige Niveauunterschiede nicht verschleiernd, die Geschichte zusammen.</p>
<p><strong>Immerhin eine Annährung</strong> an das Gesamtkunstwerk ist Ingo Berk bei seinem Wien-Debüt wohl geglückt. Was für das Haus aber wichtiger ist: Er verantwortet einen dichten, dramatischen Schauspielerabend – der erst ganz am Schluss einer gewissen Überdramatisierung nicht entkommt. Da ist der Käfig nämlich geleert, die Kisten zum Aufbruch sind gepackt, und das von Anfang an unbarmherzig sehenden Auges angepeilte Unheil vermag nicht mehr zu überraschen.</p>
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		<title>Ausgesprochen gut ausgesprochen</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Oct 2010 10:57:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Thomas Pesl</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_7261" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><img class="size-medium wp-image-7261" title="pygmalion_gp_0082" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/10/pygmalion_gp_0082-199x300.jpg" alt="Zeynep Buyrac und Alexander Rossi in &quot;Pygmalion 2.0&quot;" width="199" height="300" /><p class="wp-caption-text">Zeynep Buyrac und Alexander Rossi in &quot;Pygmalion 2.0&quot;</p></div>
<p><strong>Ein Meister erschafft ein Werk</strong>, es gewinnt Überhand über ihn. Der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pygmalion">Mythos des Pygmalion</a> zieht sich in den unterschiedlichsten Abwandlungen durch die Kulturgeschichte. In der Version des irisch-britischen Dramatikers <a href="http://nobelprize.org/nobel_prizes/literature/laureates/1925/shaw-bio.html">George Bernard Shaw</a> ist der Bildhauer Phonetikprofessor Henry Higgins, der sich ein simples Blumenmädchen mit krassem Cockney-Dialekt und dem sprechenden Namen Eliza Doolittle („too little“ = zu wenig) hernimmt und es innerhalb von sechs Monaten auf eine Lady trimmt, deren wahre Herkunft auf einer exklusiven Gartenparty niemand enttarnt. Da es sich um eine Komödie handelt, verlieben sie sich ineinander. Da Shaw aber ein eingefleischter Zyniker war, fehlt das ausgewiesene Happyend, denn das einst arme Mädchen ohne soziale Kompetenzen kommt nun alleine klar und lässt sich von ihrem „Schöpfer“ nicht mehr herumkommandieren.</p>
<p><strong>Der vor sechzig Jahren verstorbene</strong> Literaturnobel- und Oscarpreisträger Shaw wird im deutschsprachigen Raum heutzutage kaum noch gespielt. Gerade „Pygmalion“ hat den Kampf um den Verbleib innerhalb der allgemeinen Wahrnehmungsgrenze gegen seine Musicalbearbeitung „My Fair Lady“ längst verloren. Dabei ist in Zeiten von Interviewcoachings, Rhetorik- und Sprechtrainings und Castingshows das Thema Manipulation hin zur Präsentierbarkeit heute in ganz neuer Weise brisant. Umso schöner, dass Bruno Max, Prinzipal des <a href="http://www.theaterzumfuerchten.at/">Stadttheaters Mödling und des Wiener Theater Scala</a> Shaws Klassiker auf den Spielplan gesetzt hat – unter der Bezeichnung „Pygmalion 2.0“.</p>
<p><strong>Das Label „2.0“</strong> ist so vielversprechend wie riskant, stellt also einigen Anspruch. So wird der Plot, wo es geht, modernisiert: Der Professor hat ein mit Monitoren top ausgestattetes Sprachlabor; sein Freund Pickering ist Modedesigner; die Mutter hat keinen Salon zuhause, sondern moderiert eine Society-Radiosendung; und Eliza Doolittle heißt jetzt Elisha Dolulan, hat einen türkischen Migrationshintergrund und einen kleinen Hund.</p>
<p><strong>All diese einzelnen Unternehmungen</strong> schaffen jedoch kein durchgezogenes Bild. Sowohl der Radiostudio- als auch der Kanak-Sprak-Vergleich hinken von der ersten Sekunde an, so dass keinerlei Gedanken über die verordnete Falschheit der heutigen Zeit aufgemacht werden und das Projekt „2.0“ gezwungen ist, die etwas altmodische Salonkomödie an die Oberfläche durchzulassen.</p>
<p><strong>Die funktioniert dafür bestens als das</strong>, was sie ist. Nach jedem Akt geht für Umbauten der Vorhang zu – eine Seltenheit heutzutage! Auf den Vorhang projizierte Videosequenzen dokumentieren die Entwicklung des Elisha-Experiments. Bruno Max führt seine Schauspieler mit sicherer Hand durch die ebenfalls von ihm erdachten, funktionellen und sympathischen Raumlösungen (zugegeben, auch das Radiostudio hat Charme) und lässt sie die Geschichte spannend und unterhaltsam erzählen. <a href="http://ko000228.host.inode.at/index.php?PHPSESSID=619771b9d6c56e008024e6853289746a&amp;setcard=5&amp;sub1=1&amp;sub2=2&amp;sub3=65&amp;sub4=329">Zeynep Buyraç</a> als Elisha kanakt vergnüglich pointiert, und als sie später ihre Damenhaftigkeit an Higgins auslässt, strahlt sie dabei so viel Würde und Stolz aus, dass man erschauert. Nicht umsonst ist ihr Name im Programmheft besonders groß gedruckt. Auch <a href="http://www.kinsky.info/">Karl Maria Kinsky</a> als ihrem Vater kommt der Akzent hervorragend unpeinlich über die Lippen. Mit perfekt geschulter Aussprache, eitlem Gestus und einer gewissen Scheu vor Emotionen ist <a href="http://www.schauspielervideos.de/profilecard/schauspieler-alexander-rossi.html">Alexander Rossi</a> als Henry Higgins wunderbar aufgehoben. Seine Sekretärin gibt <a href="http://www.saginth.at.tf/">Christina Saginth</a> mit der modernen PAs eigenen  professionellen Angestrengtheit. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bernie_Feit">Bernie Feit</a> untermalt die tuntige Exzentrik seines Modedesignerdaseins mit austriakisch gefärbter feuchter Aussprache. <a href="http://www.floriangraf.at/">Florian Graf</a> spielt Freddy Hill, den Society-Schnösel, der an Elisha interessiert ist. Mit Aufmachung (Kostüme: Alexandra Fitzinger), Frisur und Grinser trifft er mühelos das Klischee des Döblinger Jägerballschönlings. Wenn er spricht, will er allerdings ein bisschen zu viel.</p>
<p><strong>Sprechen, Sprache, Aussprache.</strong> Gerade im Zusammenhang mit „Pygmalion“ – und gerade in der heutigen Zeit – sind sie verräterisch und von unermesslicher Bedeutung. Und siehe da, jetzt haben wir ja doch ein bisschen nachgedacht.</p>
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		<title>Porträt: David Oberkogler</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Sep 2010 20:30:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Catherine Gottwald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Österreichischer Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer belohnt eigentlich junge, österreichische Schauspieler für ihr idealistisches Engagement in Low-Budget-Projekten? Wir natürlich! Und treffen Schauspieler David Ober&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/09/portrat-david-oberkogler/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6962" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-6962" title="oberkogler" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/09/oberkogler-300x180.jpg" alt="Bild: Sam Dopona" width="300" height="180" /><p class="wp-caption-text">Bild: Sam Dopona</p></div>
<p><strong>Wer belohnt eigentlich junge, österreichische Schauspieler</strong> für ihr idealistisches Engagement in Low-Budget-Projekten? Wir natürlich! Und treffen Schauspieler David Oberkogler zwischen zwei Premierenfeiern zum Gespräch im Café Stein. Zu sehen ist David derzeit im Kino in Caspar Pfaundlers Spielfilm <a href="http://www.wiener-online.at/2010/09/schottentor/">Schottentor </a>und im unkonventionellen Theaterstück <a href="http://www.khm.at/khm/ganymed-boarding/">Ganymed Boarding</a> im Kunsthistorischen Museum. &#8220;Es macht mir eben Spaß&#8221;, erklärt Oberkogler &#8220;Hier kann ich Beruf und Freude verbinden.&#8221;</p>
<p><strong>Wie lautet das Rezept für einen elektrisierenden Theaterabend</strong> oder einen Film, der nachhaltig bewegt? Ist es wirklich so einfach? Man nehme &#8230; ein paar Schauspieler von Rang und Namen und schon klappt&#8217;s mit Kritik und Abendkassa? &#8220;Gute Schauspieler sind wie die Spitzenlegionäre von Real Madrid,&#8221; erfahren wir von David aus erster Hand, &#8220;Mit ihnen kann man nur gewinnen.&#8221; Dabei steht der 35-Jährige weder seinem Beruf noch seinen Kollegen unkritisch gegenüber: &#8220;Schauspiel und Regie sind NIE demokratisch.&#8221; Und Oberkogler muss es wissen. Hat er doch seit seiner Zeit als Schauspieleleve und den darauffolgenden sieben Jahren am Wiener Burgtheater mit der Creme de la Creme aus Theater und Film gearbeitet: Michael Schottenberg, Klaus-Maria Brandauer, Luc Bondy, Sebastian Hartmann, Wolfgang Murnberger, Robert Dornhelm u.v.a.</p>
<p><strong>Den meisten Spaß bei der Arbeit</strong> hatte David mit dem Schweizer Komponisten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ruedi_H%C3%A4usermann">Ruedi Häusermann</a> und seiner Inszenierung von <a href="http://www.rowohlt-theaterverlag.de/sixcms/detail.php?id=616702">Elfriede Jelineks &#8220;Über Tiere&#8221;</a>. &#8220;Häusermann ist Musiker. Er hat ein Konzept mit 12 Klavieren für dieses Stück entwickelt. Großartig. Hat aber eigentlich mit Schauspielerei nichts zu tun.&#8221;</p>
<p><strong>Grenzen zwischen Kunst und Unterhaltung</strong> gibt es für den Schauspieler keine. Den erhobenen Bildungszeigefinger lehnt er ab. Dennoch treffen wir mit der Frage nach der Rolle des Theaters in der heutigen Gesellschaft Davids wunden Punkt: &#8220;Theater soll nicht nur unterhalten, sondern Geschichten erzählen, die bewegen und berühren. Verklärung darf heutzutage im Theater nicht mehr stattfinden. Dabei gehört gerade das dazu.&#8221;</p>
<p><strong>&#8220;Der Begriff Kunst wird immer dann ins Spiel gebracht</strong>, wenn irgendjemand irgendetwas nicht versteht,&#8221; erklärt uns David bevor er sich auf seine Vespa schwingt und zur Premierenfeier abrauscht. Wo hat er das wieder her? Etwa von seinem Philosophiestudium, das er seit fünf Semestern betreibt &#8230;</p>
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		<title>Ein Punk erobert die Hochkultur</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Sep 2010 06:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Schiller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Salzburger Festspiele]]></category>
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		<description><![CDATA[Er bretterte mit Rockerlegende Lemmy Kilmister in einem schrottigen Amischlitten durch Berlin. Punkikone Blixa Bargeld ist ein gern gesehener Gast in seinem privaten Domizil&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/09/ein-punk-erobert-die-hochkultur/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-6345" title="ben becker_rossi" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/09/ben-becker_rossi-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /><strong>Er bretterte mit Rockerlegende</strong> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lemmy_Kilmister">Lemmy Kilmister</a> in einem schrottigen Amischlitten durch Berlin. Punkikone <a href="http://www.blixa-bargeld.com/">Blixa Bargeld</a> ist ein gern gesehener Gast in seinem privaten Domizil. Und auch Songwritergröße <a href="http://www.nickcaveandthebadseeds.com/home">Nick Cave</a> kennt er nicht nur vom beiläufigen Händeschütteln.  Ob dieses einschlägigen Freundeskreises könnte Ben Becker problemlos als Frontman einer arrivierten Rock`n`Roll-Combo durchgehen. Mit Betonung auf könnte. Denn obwohl der tätowierte Barde bei Aufführungen immer wieder zum Gesangs-Mikro greift und seine aufrührerischen Punk-Attitüden im Zuge schneidiger Öffentlichkeitsauftritte auf humorvolle Art und Weise zu inszenieren versteht (er verkündete in einer Radioshow glaubhaft den Tod Franz Beckenbauers), ist er vorrangig als Berufsmime ein Begriff.</p>
<p><strong>Seit nunmehr 15 Jahren</strong> zählt Ben Becker zu der erlauchten Gruppe der renommiertesten Theater- und Filmschauspieler Deutschlands. Kinostreifen wie <a href="http://www.youtube.com/watch?v=j8rHtWO6T-0">„Schlafes Bruder“</a> oder <a href="http://www.comedian-harmonists.de/film.htm">„Comedian Harmonists“</a> machten ihn zum gefeierten Star. Spätestens mit dem Engagement bei den Salzburger Festspielen ist das Berliner Enfant Terrible nun auch in der Hochkultur angekommen. Als sicher gilt, dass der Stiefsohn Otto Sanders die Festspiele – oder wie er zu sagen pflegt: „Disney World“ – nächstjährig erneut im Kostüm des Sensenmanns beehren wird. „Ich habe meinen Handschlag darauf gegeben.“, so der Schauspieler.</p>
<p><strong>Die Absicht, zum dritten Mal das Abenteuer Jedermann einzugehen,</strong> bedurfte laut eigenen Angaben keinen langwierigen Entscheidungsprozess: zum einen fand er in Nicolas Ofczarek einen kongenialen Partner, zum anderen konnte er dem Rummel abseits der Bühnenbretter viel Unterhaltsames abgewinnen.  Auch wenn ihn das substanzlose Promigelärme nicht selten bis ans Limit seiner nervlichen Belastungskapazität pushte, gefiel sich der Berliner mit einem Faible für traditionelle Trachten im hysterischen Treiben der Reichen und Schönen. „Ich mag den Trubel. Und ich kann versichern: so mancher steife Aristokrat wird nach dem Abmarsch der Medien erfrischend direkt. Auch wenn es dann mal furchtbar anstrengend wird, bin ich letztlich doch Entertainer und genieße die Selbstdarstellung. Egal ob ich auf der Bühne stehe oder in einem Cafe sitze. Ich sehe mich als Gesamtkunstwerk und lasse mich spontan auf Situationen ein. Die Trennung zwischen Kunst und Leben ist in meinem Fall nicht klar zu ziehen. Dass ist sicher eine Eigenart von mir.“, erläutert Ben Becker mit gewohnt rauchiger Stimme.  Und gerade diese Eigenarten sind es, die den mehrfach ausgezeichneten Darsteller in der oftmals medioker erscheinenden deutschsprachigen Schauspiellandschaft unverwechselbar machen.</p>
<p><strong>Eine dieser markanten Singularitäten</strong> ergibt sich da zum Beispiel aus seinem unverschleierten Hang zur Ambivalenz.  So kommuniziert er einerseits seine Abneigung gegen den geschmacklosen Größenwahn, den eine Massenveranstaltung wie die Salzburger Festspiele mit sich bringt, kontradiktorisch dazu genießt er genau diesen trivialen Pomp in vollen Zügen. Demgleich forciert er mit seinem künstlerischen Tun den Widerstand in Richtung traditionalistischer Tendenzen. Andererseits präsentiert der Großstädter mit Stolz eine Krachlederne. In diesem Sinn firmiert Ben Becker sein Dasein als „Tanz am Trapez“, den er als „Spieler“ intensiv und jenseits von abgeschmackten Schubladen impulsiv zu praktizieren versucht.  Dass dieser geradlinige Way of Life nicht immer auf Verständnis stößt versteht sich von selbst. Speziell von Seiten der Medien wurde sein unkonventionelles Auftreten begierig notiert und sorgte bei der Boulevard-lastigen Journaille für Auflagen fördernde Headlines. „Ich habe des Öfteren eine auf die Kappe bekommen. Da wird man einfach vorsichtiger.“, erklärt Ben Becker bezüglich seiner zwiespältigen Erfahrungen mit den Medien.</p>
<p><strong> Unliebsame Bekanntschaft</strong> mit seiner kritischen Einstellung gegenüber Journalisten durfte kurz vor der Premiere des Jedermann Ö3-Moderatorin Barbara Stöckl machen. In ihrer <a href="http://itunes.apple.com/us/podcast/o3-fruhstuck-bei-mir/id80942559">sonntäglichen Radioshow „Frühstück bei mir“</a> titulierte ein hörbar aufgebrachter Ben Becker ihre Fragen wiederholt als „dumm“ und verweigerte mehrmals eine Antwort. Dazu der Schauspieler: „Frau Stuckl. Pardon. Frau Stöckl kam mir einfach blöd. Eine durch und durch überhebliche Person. Sie hat gedacht, sie kann mich verbal von hinten ficken. Mit mir geht das aber nicht. Ich denke, der Medienskandal war letztlich nicht so groß. Es gab von meiner Seite eine gewisse Direktheit. Wahrscheinlich hat sich die Moderatorin darüber sogar gefreut, denn Skandale fördern die Einschaltquoten. Insgesamt hätte ich bei einer so spießigen und konservativen Dame wie Frau Stöckl einfach gleichmütiger reagieren sollen. Ich habe das ganze Theater eigentlich gar nicht nötig. Aber aus Fehlern kann man ja bekanntlich lernen.“</p>
<p><strong>Gelernt hat der für seine exzessive Lebensweise bekannte Akteur </strong>auch aus einer beinahe tödlichen Partynacht. Vor ca. zwei Jahren setzte sich der Vater einer damals gerade fünfjährigen Tochter im Anschluss an eine feucht-fröhliche Lokaltour eine Heroinüberdosis. „An dem Abend hielt ich mich für unschlagbar. Ein fataler Irrglaube. Ich war Erstkonsument und das Zeug hat mich einfach umgehauen. Am Tag nachdem ich in letzter Sekunde ins Leben zurückgeholt wurde, machte ich mir vorrangig um meine Lieben Sorgen. Ich war voller Scham gegenüber meiner Tochter und meiner Lebensgefährtin. Klar, man kann auch mal auf die Zwölf hauen. Aber man muss auch wissen, wann Schluss ist. Meine Neigung zu Extremen federt meine Familie diese Tage sehr, sehr gut ab.“ Hinsichtlich seiner familiären Situation lässt Ben Becker im WIENER-Interview dann doch noch ungewöhnlich tief blicken: „Ich werde heiraten. Und zwar in Österreich. Der Termin für die Hochzeit ist am 1. Mai kommenden Jahres festgelegt. Es wird das volle Programm geben: Blasmusik, eine Kutschenfahrt und natürlich Böllerschützen. Die Örtlichkeit bleibt noch geheim.“ Getreu seiner unkonventionellen Wesensart gestaltete sich der Heiratsantrag nicht ganz nach den üblichen Usancen. „Ich hab meiner Freundin, die mich schon lange ehelichen wollte per Telefon einen Antrag gemacht. Anders wäre das zur Zeit meines Engagements in Salzburg nicht möglich gewesen“ (lacht).</p>
<p><strong>Neben seiner extrovertierten Schauspielernatur</strong> schlummert in Ben Becker jedoch auch noch ein anderer, von Nachdenklichkeit, Empathie und philosophischen Fragen angereicherter Wesensteil. Dieser, mit dem lauten „Big Ben“ nur teilweiser korrelierender, Charakterzug war es auch, aus dem die Idee zu einer musikalisch gestalteten Bibellesung entsprang.  Unterstützt von einem vielköpfigen Orchester versuchte der Bibelfan jenseits platter Dogmen die heilige Schrift als hochpoetisches Werk mit Hilfe seiner sonoren Erzählstimme in Szene zu setzen. Der Erfolg gab ihm Recht. Höhepunkt war eine Aufführung vor über 25.000 Menschen im Rahmen des deutschen Katholiken Tages. Angst, mit der krisengebeutelten Institution Kirche in Verbindung gebracht zu werden, hatte der frühere Marxist keine: „Ich habe es tunlichst vermieden, mich vor den Karren der Kirche spannen zu lassen. Die Bibel spricht für sich. Es bedarf keiner Amtskirche, um die bewegenden Sätze des heiligen Buches zu verstehen. Letztlich wollte ich das Publikum unterhalten.“</p>
<p><strong>Und das ist es auch, was Ben Becker am besten kann.</strong> Egal in welchem Kontext, wie und wann. Er beherrscht die hohe Kunst der Unterhaltung. Oder wie er es lapidar formuliert: „Ich bin Entertainer.“</p>
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		<title>PREMIERE: Otaku</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 07:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für den WIENER verfasste er das Dramulett &#8220;Tränen aus Blut&#8221;, das wir eigens für Ausgabe Nr. 345 inszeniert haben. Jetzt meldet sich Jung-Autor Holger Schober mit ei&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/04/premiere-otaku/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
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<div>Für den WIENER verfasste er das Dramulett <a href="../2010/04/making-of-tranen-aus-blut/">&#8220;Tränen aus Blut&#8221;</a>, das <a href="../2010/04/wiener-ensemble-die-protagonisten/">wir</a> eigens für Ausgabe Nr. 345 inszeniert haben. Jetzt meldet sich Jung-Autor Holger Schober mit einer Premiere zurück, die für Gesprächsstoff sorgt.</div>
</blockquote>
<div><strong>Guerilla Gorillas &amp; DSCHUNGEL WIEN:</strong> &#8220;Otaku&#8221;</div>
<div>Schauspiel / ca. 90 Minuten / ab 15 Jahren</div>
<p>„Ein Blick in die Welt beweist, dass HORROR nichts anderes ist als Realität.“<br />
(Alfred Hitchcock)</p>
<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/04/otaku1.jpeg"><img class="alignleft size-full wp-image-1985" title="otaku" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/04/otaku1.jpeg" alt="otaku" width="196" height="261" /></a>Der Begriff <strong>„Otaku“</strong> bezeichnet in Japan extreme Fans von Mangas oder Horrorfilmen und wird ähnlich dem englischen „Nerd“ gebraucht.<br />
Freddy und Michael sind solche Otaku. Sie lieben Horrorfilme, nicht nur weil sie wie zwei der größten Serienslasher der Filmgeschichte heißen, sondern weil sie mit diesen Filmen aufgewachsen sind. Sie kennen hunderte Filme auswendig und reden nur noch in Zitaten. Seit einiger Zeit drehen sie selbst Filme. Aber irgendwann haben sie genug von „so-tun-als-ob“, denn Realität ist das einzige Abenteuer, das es noch gibt. Also entführen sie Laurie, die schon aufgrund ihres Namens die perfekte „Scream Queen“ ist. Sie wollen sie vor laufender Kamera umbringen, denn Snuff ist das einzige, was wirklich real ist. Ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel beginnt.</p>
<p><strong>Holger Schober</strong> taucht nach seinem Erfolgsstück „Clyde und Bonnie“ (STELLA 09 Darstellender.Kunst.Preis für junges Publikum) wieder tief ein in die Welt der B-Movies, Slasherfilme und kruden Horrorfilme. Er erzählt von einer Generation, die vor dem Fernseher und dem Videorecorder aufgewachsen ist und ihre „Eltern“ jetzt stolz machen möchte.</p>
<p>Ein Stück für Horrorfans und Horrorhasser und solche, die eines von beiden werden wollen.</p>
<p><strong>AUTOR:</strong> Holger Schober / <strong>REGIE:</strong> Christian Strasser / <strong>REGIEASSISTENZ:</strong> Gernot Kauer / <strong>DARSTELLERINNEN:</strong> Sebastian Pass, Sönke Schnitzer, Marion Reiser</p>
<div>Informationen über Beginnzeiten, Kartenreservierung etc. finden sich auf der <a href="http://www.dschungelwien.at/">Seite des DSCHUNGEL WIEN</a>.</div>
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		<title>Making of… “Tränen aus Blut”</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 17:17:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Kröß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein ungewöhnliches  Pictorial entsteht: Martin Kröß hat die Produktion unserer WIENER Welt-Uraufführung &#8220;Tränen aus Blut&#8221; hinter den Kulissen dokumentiert.
(&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/04/making-of-tranen-aus-blut/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein ungewöhnliches  Pictorial entsteht: <a href="http://www.wiener-online.at/author/martin-kroess/">Martin Kröß</a> hat die Produktion unserer WIENER Welt-Uraufführung <a href="http://www.wiener-online.at/2010/04/wiener-ensemble-die-protagonisten/">&#8220;Tränen aus Blut&#8221;</a> hinter den Kulissen dokumentiert.<br />
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<div class="flickr-photos"><a class="tt-flickr tt-flickr-Thumbnail" href="http://www.flickr.com/photos/wienerpost/4595916679/" rel="album-72157624034661702" id="photo-4595916679" title="Making Of &quot;Tr&auml;nen aus Blut&quot; - ©Martin Kröß
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www.wiener-online.at/2010/04/wiener-ensemble-die-protagonisten/"><img src="http://farm2.static.flickr.com/1431/4596536408_5496a565e2_t.jpg" width="67" height="100" alt="Making Of &quot;Tr&auml;nen aus Blut&quot;" /></a> <a class="tt-flickr tt-flickr-Thumbnail" href="http://www.flickr.com/photos/wienerpost/4596536564/" rel="album-72157624034661702" id="photo-4596536564" title="Making Of &quot;Tr&auml;nen aus Blut&quot; - ©Martin Kröß
Hintergrundinformationen unter:
www.wiener-online.at/2010/04/wiener-ensemble-die-protagonisten/"><img src="http://farm2.static.flickr.com/1309/4596536564_3fc808a39c_t.jpg" width="67" height="100" alt="Making Of &quot;Tr&auml;nen aus Blut&quot;" /></a> <a class="tt-flickr tt-flickr-Thumbnail" href="http://www.flickr.com/photos/wienerpost/4595920437/" rel="album-72157624034661702" id="photo-4595920437" title="Making Of &quot;Tr&auml;nen aus Blut&quot; - ©Martin Kröß
Hintergrundinformationen unter:
www.wiener-online.at/2010/04/wiener-ensemble-die-protagonisten/"><img src="http://farm2.static.flickr.com/1011/4595920437_3c9ef5f1ff_t.jpg" width="67" height="100" alt="Making Of &quot;Tr&auml;nen aus Blut&quot;" /></a> <a class="tt-flickr tt-flickr-Thumbnail" href="http://www.flickr.com/photos/wienerpost/4596537118/" rel="album-72157624034661702" id="photo-4596537118" title="Making Of &quot;Tr&auml;nen aus Blut&quot; - ©Martin Kröß
Hintergrundinformationen unter:
www.wiener-online.at/2010/04/wiener-ensemble-die-protagonisten/"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4062/4596537118_98fe943b43_t.jpg" width="100" height="67" alt="Making Of &quot;Tr&auml;nen aus Blut&quot;" /></a> <a class="tt-flickr tt-flickr-Thumbnail" href="http://www.flickr.com/photos/wienerpost/4595920987/" rel="album-72157624034661702" id="photo-4595920987" title="Making Of &quot;Tr&auml;nen aus Blut&quot; - ©Martin Kröß
Hintergrundinformationen unter:
www.wiener-online.at/2010/04/wiener-ensemble-die-protagonisten/
"><img src="http://farm2.static.flickr.com/1084/4595920987_0001734bc2_t.jpg" width="67" height="100" alt="Making Of &quot;Tr&auml;nen aus Blut&quot;" /></a> </div>
<blockquote><p>Die Produktion &#8220;Tränen aus Blut&#8221; ist im WIENER Ausgabe 345 / Mai 2010 erschienen.</p></blockquote>
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		<title>WIENER Ensemble: Die Protagonisten</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 16:48:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Internes]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
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		<category><![CDATA[Volkstheater]]></category>
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		<description><![CDATA[Selten war eine Fotoproduktion so aufwändig wie unser aktuelles Pictorial. Damit Sie auch wissen, wer dahinter steckt, holt der WIENER  seine Stars vor den Vorhang.
&#8220;Trä&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/04/wiener-ensemble-die-protagonisten/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Selten war eine Fotoproduktion so aufwändig wie unser aktuelles Pictorial. Damit Sie auch wissen, wer dahinter steckt, holt der WIENER  seine Stars vor den Vorhang.</p></blockquote>
<div id="attachment_1719" class="wp-caption alignleft" style="width: 253px"><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/04/WIENER_MakingOf_TraenenAusBlut061.jpg"><img class="size-medium wp-image-1719  " title="WIENER_MakingOf_TraenenAusBlut06" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/04/WIENER_MakingOf_TraenenAusBlut061-300x200.jpg" alt="Kathi Straßer und Sandra Keplinger am Set (Foto: Martin Kröß)" width="243" height="162" /></a><p class="wp-caption-text">Kathi Straßer und Sandra Keplinger am Set (Foto: Martin Kröß)</p></div>
<p><strong>&#8220;Tränen aus Blut&#8221;</strong><br />
Ein Theater Noir von Holger Schober</p>
<p>Photography: Sandra Keplinger<br />
Medusa: Katharina Straßer<br />
Doc: Philipp Bierbaum @ Tempo Models<br />
Styling: Nina Kepplinger @ Perfect Props<br />
Make up &amp; hair: Sophie Chudzikowski @ Perfect Props<br />
Setdesign: Grulka</p>
<p>Die Cast:</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Katharina_Stra%C3%9Fer">KATHARINA STRASSER</a><br />
Die blonde Tirolerin ist der Jungstar der österreichischen Theaterszene. Seit ihrer Schauspielausbildung ist sie erfolgreich am Volkstheater, am Theater in der Josefstadt und an der Volksoper im Einsatz. Dem TV-Publikum ist sie als übereifrige &#8220;Maja&#8221; in der Serie &#8220;Schnell ermittelt&#8221; bekannt. Derzeit spielt die 26-jährige noch bis 27. Mai in Liliom am Volkstheater.</p>
<p><a href="http://www.derschober.de.tl/">HOLGER SCHOBER</a><br />
Das Multitalent ist als Bühnen- und Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseut im Einsatz. Nach seiner Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar stand er auf der Bühne und vor der Kamera &#8211; unter anderem in &#8220;Die Fälscher&#8221;. Als Autor hat er sich vor allem dem Jugendtheater verschrieben, sein neuestes Stück &#8220;Otaku&#8221; ist ab 3.Mai im <a href="http://www.dschungelwien.at/">Dschungel Wien</a> zu sehen.</p>
<p><a href="http://diepresse.com/schaufenster/salon/495296/index.do">PHILIPP BIERBAUM</a><br />
Der 22-jährige Niederösterreicher ist Österreichs Shootingstar im Modelbusiness. Nach der HTL-Matura bewarb er sich auf gut Glück bei einer Modelagentur und startete gleich mit den ganz großen Shows in Paris und Mailand. Mittlerweile ist Bierbaum für sämtliche Top-Labels von Prada über Gucci bis Versace im Einsatz.</p>
<p><a href="http://www.stagedweb.com/Stagedweb.com/HOME.html">SANDRA KEPLINGER</a><br />
konnte schon mit fünf Jahren besser fotografieren als ihre Mutter. Sie arbeitete als Fotografin, Regisseurin und Art Direktorin am Theater in London und Wien, wo sie unter anderem Shakespeares &#8220;Titus Andronicus&#8221; inszenierte und für <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sarah_Kane">Sarah Kanes</a> &#8220;4.48 Psychose&#8221; im Künstlerhaus eine Ausstellung zeigte. Seit 2008 ist sie Fotochefin des WIENER.</p>
<blockquote><p>Die Produktion &#8220;Tränen aus Blut&#8221; ist im WIENER Ausgabe 345 / Mai 2010 erschienen.</p></blockquote>
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		<title>Ein HOCH der neuen KULTUR</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 08:15:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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		<description><![CDATA[Man kann eine Menge Ideen zu den Aufgaben und dem sozialen Stellenwert des Theaters haben. Claus Peymann, heutzutage Intendant des Berliner Ensembles und so etwas wie der Großva&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/04/ein-hoch-der-neuen-kultur/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1678" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/04/cover132.jpg"><img class="size-full wp-image-1678" title="cover13" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/04/cover132.jpg" alt="WIENER, Ausgabe 345 / Mai 2010" width="200" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">WIENER, Ausgabe 345 / Mai 2010</p></div>
<p>Man kann eine Menge Ideen zu den Aufgaben und dem sozialen Stellenwert des Theaters haben. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claus_Peymann">Claus Peymann</a>, heutzutage Intendant des Berliner Ensembles und so etwas wie der Großvater aller kontroversen Bühnenschlachten, wünscht es sich in die Mitte der Gesellschaft und beklagt, dass es,  unpolitisch und ohne große Themen, derzeit nur am Rand derselben dümple. <a href="http://diepresse.com/home/kultur/news/533374/index.do">Stefanie Carp</a> dagegen, die Schauspieldirektorin der Wiener Festwochen, findet diesen Platz gar nicht so übel und mahnt die Intendanten deutscher Bühnen, dort ganz bewusst die Rolle des Künstlers und Intellektuellen zu geben und sich nicht auf das vulgäre Vokabular der Machtorientierten einzulassen. Beiden kann man applaudieren, wenn die Stimmung danach ist.</p>
<p>Wo man sie in ihrer Bedeutung auch suchen mag, die Bretter, die die Welt bedeuten – ein eigener Kompass ist zur Orientierung sichtlich unabdingbar. Wir beim WIENER haben auch einen, den wir Ihnen gerne zur Verfügung stellen. Er zeigt in Richtung Vergnügen, Originalität und Leidenschaft – also jener Facetten der Lebendigkeit, die in der Herzkammer wohnen und dort leider viel zu oft schlafen.</p>
<p>Wenn Sie der Kompassnadel beim Gang durch die Seiten dieser Ausgabe folgen, entdecken Sie den aufregenden Bühnenautor <a href="http://www.derschober.de.tl/">Holger Schober</a>, die große österreichische Nachwuchshoffnung seiner Zunft, der exklusiv für den WIENER das Dramolett „Tränen aus Blut“ verfasste, das wir (ab Seite 52) mit Volkstheater-Star <a href="http://www.fuhrmannmanagement.com/damen/katharina_strasser/">Katharina Straßer</a> in der weiblichen Hauptrolle welturaufführen; den <a href="http://www.gleichzeit.at/">Bühnenverlag „gleichzeit“</a>, den vier junge Theater-Enthusiasten buchstäblich mit Nichts aus dem Hut zauberten und damit eine 50 Jahre lang klaffende Lücke in der österreichischen Verlagslandschaft füllten (ab Seite 42); Edith Draxl, die Mutter Courage aller Autorentalente (ab Seite 46).</p>
<p>Ab Seite 32 liefern die renommiertesten Kritiker ihren Befund zur Theaterszene und das ist jedenfalls ein professioneller Maßstab. Und der <a href="http://www.schauspielhaus.at/jart/prj3/schauspielhaus/main.jart?rel=de&amp;content-id=1186139484012">Leiter des Schauspielhauses</a>, Andreas Beck,erklärt den Theater-Alltag (ab Seite 38).</p>
<p>Man könnte sagen, wir haben die Wiener Festwochen (zu denen es auf Seite 30 ebenfalls einen aufregenden Beitrag gibt) nicht nur ernst genommen, sondern einfach um ein paar Wochen vorverlegt. Wir hatten keine Geduld mehr. Denn es ist auch im gemeinen Medientheater höchste Zeit, Nestroy zu hören und dessen Anspruch an alles Schaffen Genüge zu tun: Das Interregnum der Langeweile beenden – und den Geist wieder auf den Thron setzen. Tun Sie sich den Gefallen, knien Sie mit uns vor ihm nieder, das junge österreichische Theater ist dafür ein würdiger Palast.</p>
<p>Herzlichst,</p>
<p><a href="http://www.wiener-online.at/author/wieneu/">Helfried Bauer</a>, Chefredakteur</p>
<p>P.S. Wundern Sie sich nicht, dass so mancher WIENER-Autor in der einen oder anderen Story als aktiver Theater-Mensch auftaucht: Der WIENER schreibt nicht nur über das Theater-Geschehen, er lebt es.</p>
<blockquote><p>Erschienen als Editorial im WIENER Ausgabe 345 / Mai 2010</p></blockquote>
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		<item>
		<title>Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und Harald “Garage X” Posch im WIENER-Interview (Video)</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2010/04/mailath-pokorny-und-harald-posch/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 07:19:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Kröß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Harald Posch, Leiter des Koproduktionshauses Garage X am Petersplatz und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny im WIENER-Interview über die Situation der freien Theaters&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/04/mailath-pokorny-und-harald-posch/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.theaterpetersplatz.at/portal/hersteller/regie/44-haraldposch.html">Harald Posch</a>, Leiter des Koproduktionshauses <a href="http://www.theaterpetersplatz.at/portal/">Garage X</a> am Petersplatz und Kulturstadtrat <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Mailath-Pokorny">Andreas Mailath-Pokorny</a> im WIENER-Interview über die Situation der freien Theaterszene in Wien. (Foto: Tsui / Garage X)</p>
<p>Interview: <a href="http://www.wiener-online.at/author/martin-kroess/">Martin Kröß</a><br />
Kamera &amp; Schnitt: <a href="http://www.wiener-online.at/author/nacaseven/">Dominik Gubi</a></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="640" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/mx_fW4IZAwY&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="640" height="385" src="http://www.youtube.com/v/mx_fW4IZAwY&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<blockquote><p>Die Print-Version erscheint im WIENER Nr.245 / Mai 2010</p></blockquote>
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		<item>
		<title>Rashomon, Wiener Fassung</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2009/11/rashomon-wiener-fassung/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 16:32:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Palka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Wieder ein Theaterabend nach einem Meisterwerk der Filmkunst. Eine der Theatermoden, von denen wir in jüngster Zeit vermehrt heimgesucht werden. Rashomon, die Wiener Fassung&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2009/11/rashomon-wiener-fassung/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Wieder ein Theaterabend nach einem Meisterwerk der Filmkunst. Eine der Theatermoden, von denen wir in jüngster Zeit vermehrt heimgesucht werden. Rashomon, die Wiener Fassung im Theater an der Gumpendorfer Straße, ist indes nicht einfach eine Theaterfassung des Films, sondern eine sehr interessante Aneignung, auch methodisch, und es ist ein spannender, vor allem schauspielerisch intensiver Theaterabend dabei herausgekommen.<br />
</em></p>
<div id="attachment_394" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2009/11/TAG_rashomon_hoch_13x18.jpg"><img class="size-medium wp-image-394 " title="TAG_rashomon_hoch_13x18" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2009/11/TAG_rashomon_hoch_13x18-199x300.jpg" alt="TAG_rashomon_hoch_13x18" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Georg Schubert (Foto: © Anna Stöcher)</p></div>
<p>Die berühmte Geschichte, in der ein Ereignis von vier Personen je ganz anders, aber in sich jeweils völlig plausibel, erzählt wird, sodass die Wirklichkeit als objektiv wahr nicht erkennbar wird, hat in der Folge des <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Rashomon_%28film%29">Films von Akira Kurosawa von 1950</a> sogar einen Begriff (Rashomon-Effekt) geprägt, der die subjektive Wahrnehmung als von Eigeninteressen bestimmt radikal konstruktivistisch beschreibt. Dies nun wird im <a href="http://www.dastag.at/home/">TAG</a> auch in der Entwicklung des „Stücks“ und der Aufführung umgesetzt, insofern zwei Regisseure und zwei Regisseurinnen (Paola Aguilera, Andreas Erstling, John F. Kutil, Margit Mezgolich) je eine der vier Erzählungen inszenieren und textlich gestalten. Der Programmfalter lässt uns darüber im Unklaren, wer nun welchen Teil inszeniert hat, was mir nicht gefallen mag, insofern ich nicht jemand konkret bewundern oder angiften kann, aber auch dies wird man als eine der Uneindeutigkeiten, der Geschichte entsprechend, gelten lassen müssen.</p>
<h4>Wien der Gegenwart</h4>
<p style="text-align: left;">Die Geschichte ist aus dem japanischen Samuraizeitalter schlüssig ins Wien der Gegenwart verlegt. In seinem Garten in Wienerwald ein Polizist (Georg Schubert) mit seiner (ausländischen) Gattin (Maya Henselek) im gelben Bikini, die er herumkommandiert, die er devot umschmeichelt, die vom hinzukommenden Kleinkriminellen Manfred (Horst Heiß) vergewaltigt wird, der von ihr verführt wird, der in einer komödiantisch-comic-haften ehetherapeutischen Sitzung Beziehungsarbeit leistet, der den Polizisten erschießt, welcher von seiner Suzie erschossen wird, sich selbst tötet, wie er bei Gericht mittels eines Mediums (Petra Strasser) selbst aussagt, was der einzig vermeintlich unbeteiligte Zeuge (Julian Loidl) zuletzt völlig anders berichtet …</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><img src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2009/11/rashomon2.jpg" alt="" width="450" height="300" /><p class="wp-caption-text">Maya Henselek, Horst Heiß (Foto © Anna Stöcher)</p></div>
<p>In der Mitte der Spielfläche, die zu schweben scheint und an allen vier Seiten von Zuschauerreihen umgeben ist, ein Kanaldeckel, der sich zu drehen beginnt, wenn der jeweilige Zeuge, die Zeugin sich drauf stellt, um die Aussage vor Gericht zu beginnen, die sich dann ins Spiel auflöst: eine bestechende Bühnenlösung (Alexandra Burgstaller), die auch dem Publikum je einen von vier Blickwinkeln zuweist, unterstützt von einer unaufdringlich-schönen Lichtführung (Hans Egger).</p>
<h4>Hervorragendes Ensemble-Spiel</h4>
<p>Diese Bühne als Spielfläche in der Mitte des Publikums fördert den Realismus des Spiels, das anders als beim Guckkasten nicht in <em>eine</em> Richtung geht, dessen Intensität das so voyeuristisch angeordnete Publikum allerdings gleichsam ansaugt, trotz konsequenter Beibehaltung von vier <em>vierten Wänden. </em>Die Figuren verändern sich gemäß der veränderten Perspektive, sind einmal widerlich, das andere Mal sanft und anschmiegsam, machistisch und romantisch, aggressiv und verständnisvoll-vernünftig, komisch und todernst, attraktiv-verführerisch und kalt-abweisend, mörderisch, lächerlich, höchst sympathisch und zutiefst unsympathisch: eine hervorragende Ensemble-Leistung.</p>
<p>Nun sind die vier Autoren-Regisseur/innen nicht unbedingt Theaterdichter (was sie im reformierten Wiener Theaterwesen wohl auch gar nicht sein sollen), aber die Texte, Dialoge sind feines Gebrauchstheater-Material. Warum indes Horst Heiß als Wiener Kleinkrimineller, den er glänzend spielt, sein Hochdeutsch, wie mit verstellter Stimme, deutlich bundesdeutsch färbt (er stammt aus Hallein bei Salzburg und hat seine Schauspiel­ausbildung in Wien absolviert), ist unklar. Zumal im ersten Teil, in dem Georg Schubert sein feines Hochdeutsch in einigen Momenten durch Registerwechsel zum Dialekt hin authentisch auspendeln lässt. Irritierend auch, dass im zweiten Teil die Intensität des Spiels durch Lautstärke versucht wird zu vergrößern, was zum Gegenteil hin tendiert. Äußerst unangenehm dann, im vierten Teil, der sprachlich am überzeugendsten ist, die Entscheidung, den kraftvoll-bohrenden Dialektmonolog Franz Deibls (Julian Loidl) durch das durchaus affige Herumhüpfen in Tütüs von Schubert und Heiß (mit nacktem Oberkörper) und Henselek (zum Bikini) zu konterkarieren. Ironisierung, um sich etwa einem <em>Postdramatismus</em> (dessen Irrlichtern wir einer vagen, sinnlosen Begriffsbildung durch einen allzu ehrgeizigen Theater­wissenschaftler verdanken) zum Zwecke formaler Innovationserfüllung anzuschmiegen? Kann sein, ich verstehs einfach nicht, aber jedenfalls saugt es Energie ab und schwächt so die Wirkung dieser Aufführung.</p>
<p>Dennoch: Rashomon im TAG ist ein spannender Theaterabend, dessen thematisch und methodisch bedingten Stilunterschiede (um nicht gar Regie-Handschriften zu sagen) als besonderer Reiz erscheinen und der vor allem als Schauspieler-Theater überzeugt.</p>
<p><a href="http://www.inszenierung.at/2009/11/rashomon-wiener-fassung/">Erstveröffentlicht am 11. November 2009 auf inszenierung.at</a></p>
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		<item>
		<title>Kaum verführerisch</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2009/11/kaum-verfuhrerisch/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 08:32:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Palka</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Volkstheater inszeniert Stephan Müller Molières ‹Don Juan› mit viel aufgesetzt-eifriger, dennoch kaum komischer Komödiantik in einem grau-blau-düsteren Bühnenbild von&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2009/11/kaum-verfuhrerisch/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Am <a href="http://www.volkstheater.at/home/aktuell">Volkstheater</a> inszeniert Stephan Müller Molières ‹Don Juan› mit viel aufgesetzt-eifriger, dennoch kaum komischer Komödiantik in einem grau-blau-düsteren Bühnenbild von Hyun Chu und mit wunderschönen Kostümen von Birgit Hutter.</em></p>
<p>Im <a href="http://www.volkstheater.at/home/spielplan/190/Don+Juan">Standard hat Ronald Pohl</a> die Aufführung als einen Theateressay bezeichnet, was mich vermuten lässt, er habe sich im Vorhinein mit Stephan Müller, dem Regisseur, über Bedeutungen verständigt, denn ohne eine solche Voraus­information erschließen sie sich nicht. Es sei denn, die Distanziertheit und Leidenschaftslosigkeit, die als Standpunkt des Regisseurs sichtbar werden, soll als etwa intellektueller Zugriff zu gelten haben. Wobei Stephan Müllers dramaturgische Brillanz, seine Belesenheit, sein Theater-Wissen, von dem berichtet wird und das er in Interviews immer auch präsentiert, damit gar nicht in Frage gestellt sind. Aber solches ist für einen konzeptionell arbeitenden Regisseur zwar ein solides künstlerisches Fundament, reicht aber nicht aus, um die Vision des sinnlichen Theaters, die hier beabsichtigt scheint, in einer Aufführung auch konkret zu entfalten.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px;"><img src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2009/11/juan11.jpg" alt="Nanette Waidmann, Claudius von Stolzmann (Foto @ Wolfgang Palka)" width="450" height="337" />Nanette Waidmann, Claudius von Stolzmann (Foto © Wolfgang Palka)</div>
<p>Alles gebändigt, alles ausgedacht und straff organisiert, die Aufführung weiß ununterbrochen irgendetwas, das sich nicht zeigt, ein Regisseur, in sicherer Entfernung, in keiner Weise verstrickt, nie in Gefahr, die Kontrolle zu verlieren, über alles erhoben und erhaben, gibt das Spiel nicht frei, seine Präzision und die, die er mit seinem Ensemble erreicht, ist kalt und lässt kalt, und die Schauspieler und Schauspielerinnen, die mit ihrem ganzen Können, das ja keinesfalls unbeträchtlich ist, um Intensität ringen, zappeln und kreischen und hüpfen und sind nichts als eifrig. Mit Ausnahme von Nanette Waidmann als Charlotte, der Jüngsten, die alle Eifrigkeiten, die ihr aufgetragen sind, durchaus erfüllt, und dennoch ihre Grazie, ihre Spontaneität bewahren und vermitteln kann. Warum das so ist? Und warum die übrigen, die ja nuanciert und präzis gearbeitet haben und ihre Energien bündeln und loslassen, den Eindruck von Gliederpuppen, die von einem besonders lieblosen Marionettenspieler bewegt werden, vermitteln? Oder es ist doch Absicht, und Stephan Müller hat gar keine Vision sinnlichen Theaters im Kopf, sondern will einen zynischen Blick auf Welt, Menschen und Theater als Blick auch des Zuschauers organisieren?</p>
<p>Jedenfalls ist es ein Versuch zu zwingen: diesen Blick zu erzwingen, seine Theaterbilder in den Kopf des Zuschauers zu brennen, so kalt diese Bilder auch sind, die so sehr Leidenschaft, Verrat, Schmerz, Grausamkeit, Verderben und Angst vermitteln wollen. Oder wollen sie das gar nicht, wollen sie die großen Gefühle, die Triebhaftigkeit, die Grenzerfahrungen, Todesangst nur zeigen als sinnloses Strampeln, das eingebunden ist in den trägen Fluss des Verfalls?</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px;"><img src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2009/11/juan2.jpg" alt="Heike Kretschmer, Denis Petkovic (Foto @ Wolfgang Palka)" width="450" height="337" />Heike Kretschmer, Denis Petkovic (Foto © Wolfgang Palka)</div>
<p>Molières ‹Dom Juan›, Vorlage für den ‹Don Giovanni› und mit ihm verwandt, zeigt den rastlosen Verführer als Zyniker und Nihilisten, der völlig skrupellos gesellschaftliche Ordnung oder gar Moral ablehnt und bekämpft. Dabei mag eine moralisierende Interpretation Juan als die Verkörperung des Bösen deuten, aber er kann selbstverständlich auch als Held von Freiheit und Individualität und sexueller Befreiung gelten, der sich Grenzen nicht setzen lässt und Gemeinschafts- und Biedersinn, soziale Verantwortlichkeit als Untertanentugenden ablehnt und von der Ordnungsmacht unerbittlich vernichtet wird. Auch bürgerliche Kritik an adeligem Schmarotzertum lässt sich herauslesen, genauso wie Verachtung der tödlichen Dumpfheit patriarchaler Anmaßung, die nichts Besseres verdient, als ihre domestizierten Frauen an den zynischen Stecher zu verlieren, was allerdings nicht heißt, dass dem Feminismus mit diesem Stück zu dienen wäre.</p>
<p>Die Aufführung im Volkstheater ist nun nachgerade antifeministisch: sie zeigt den Verführer in der Endphase des Verfalls, und es mag eine eklatante Fehlbesetzung sein oder eine seltsame Konzeption, aber der Juan, wie ihn Denis Petkovic spielt, ist so weit entfernt von einem irgend verführerischen Glanz, auch einem vergangenen, so sehr ausschließlich damit beschäftigt, Worthülsen abzusondern, so abgeschlafft und langweilig, dass man sich nicht nur fragt, wie dieser abgeschlaffte Typ es zustandebringt, in einem Duell zu bestehen, sondern vor allem, wie dämlich und blind die Frauen sein müssen, die auf so was auch nur eine Sekunde lang hereinfallen. Auch ist er so gänzlich sauber, so sehr gewaschen, schwitzt nicht und stinkt selbst dann nicht, wenn er auf dem Clo sitzt, und dass der Banquier Monsieur Dimanche (Erwin Ebenbauer) sich, am Clo zu einem Geschäftsgespräch empfangen, die Nase zuhält, ist pure Outrage. Auch Heike Kretschmer als Donna Elvira outriert heftig, schreit, wälzt sich auf dem Bühnenboden herum und auch sie macht sich nicht schmutzig dabei. Niemand macht sich schmutzig. Auch die Kämpfe, hier als Zitate asiatischer Kampfsportarten als Hüpf- und Wachelchoreographien organisiert, kommen ohne Berührungen aus, und alle Aufwallung, alle Aufregung sind leere Behauptungen. Als Verrenkungen eines Turnvereins auf Abwegen erscheinen auch die Übungen, die Juan und Charlotte (Nanette Waidmann) und Mathurine (Claudia Sabitzer), von Sganarelle (Raphael von Bargen) unterstützt, in ihrer Verführungsklamotte durchführen, wobei es sogar zu Berührungen kommt – je nun …</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px;"><img src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2009/11/juan3.jpg" alt="Denis Petkovic, Raphael von Bargen, Erwin Ebenbauer (Foto © Wolfgang Palka)" width="450" height="337" />Denis Petkovic, Raphael von Bargen, Erwin Ebenbauer<br />
(Foto © Wolfgang Palka)</div>
<p>Es soll auch komisch sein. Es wird oft etwas als (oder auf) komisch gestemmt, deutlich absichtsvoll, immer als Kraftakt, es wird Eleganz signalisiert, Leichtigkeit, aber nichts ist leicht, nichts ist komisch. Und nein, es hat keine Tiefe. Und irgendwie ist auch alles weit weg und ziemlich gleichgültig. Dass der abgehalfterte Held sich auf sein Ende zuquält, dass die Sexsucht von ihm abfällt und der Todessehnsucht weicht, die womöglich sowieso als der eigentliche Antrieb gemeint sein soll, dass der in sich zusammensinkende Juan am Ende abgeschossen wird (und dann doch möglicherweise überlebt oder nicht): es regt nicht auf. Dieser Juan hat nicht nur nichts Verführerisches, sondern auch überhaupt nichts Bedrohliches, kein unbehauster Anarchist, kein sexuelles Raubtier, und er war es auch nie, keiner, der eine Ordnung radikal in Frage stellt und die Todesdrohung mit schallendem Gelächter quittiert, irgendjemand, fern, irgendetwas, weit weg. Behauptung von Theater …</p>
<p>Wobei ausdrücklich: an den Schauspielerinnen und Schauspielern liegt es nicht, die ihr Bestes versucht, die in die Falle dieser Inszenierung gegangen sind, Erfüllungsgehilfen eines Konzepts, das vermutlich auch gescheit und auf eine schöne Aufführung hin gut gemeint war. Sonst? Die schönen Kostüme von Birgit Hutter.  Ja, und der Zauber von Nanette Waidmann, das immerhin.</p>
<p><a title="Erstveröffentlichung auf inszenierung.at" href="http://www.inszenierung.at/2009/11/kaum-verfuehrerisch/">Erstveröffentlichung am 9. November 2009 auf inszenierung.at</a><br />
<a title="Weitere Fotos auf theaterphotographie.at" href="http://theaterphotographie.at/produktionen/juan/index.shtml">Weitere Fotos auf theaterphotographie.at</a></p>
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