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	<title>wienerpost &#187; Politik</title>
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		<title>Daten her!</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 06:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured.Today]]></category>
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		<description><![CDATA[Regierungen schreien weltweit nach einem „transparenten Bürger“. Dann sollen sie aber erst mal selber Transparenz vorleben! „Open Government Data“ lautet die Devise.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Regierungen schreien weltweit nach einem „transparenten Bürger“. Dann sollen sie aber erst mal selber Transparenz vorleben! „Open Government Data“ lautet die Devise.</p></blockquote>
<div id="attachment_4792" class="wp-caption aligncenter" style="width: 640px"><a rel="attachment wp-att-4792" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/daten-her/opendata1/"><img class="size-full wp-image-4792" title="opendata1" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/opendata1.jpg" alt="" width="630" height="348" /></a><p class="wp-caption-text">Illustration: Renate Stoica</p></div>
<p>Am Tag als das Wasser kam, ging Jerry Kennedy gleich drei Mal in die Badewanne. Wir schreiben das Jahr 2004 und Kennedy, amerikanischer Staatsbürger, hatte die ersten 54 Jahre seines Lebens ohne Anschluss an das Wasserleitungsnetz verbracht. Nicht, weil es in <a href="http://maps.google.at/maps?hl=&amp;q=Zanesville,+Ohio&amp;rlz=1B3GGIC_de___AT340&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;hq=&amp;hnear=Zanesville,+OH,+USA&amp;gl=at&amp;ei=xXJBTJaCB9-TOISr0ZoN&amp;sa=X&amp;oi=geocode_result&amp;ct=title&amp;resnum=1&amp;ved=0CBkQ8gEwAA">Zanesville, Ohio</a> keine Leitungen gab – es gab sie bloß nicht für Schwarze. Während Kennedys weiße Nachbarn längst eine Waschmaschine ihr eigen nannten, wartete Kennedy mit dem Wäschewaschen immer auf den nächsten Regenguss. Sie haben richtig gelesen: 2004.</p>
<p>Das sollte sich ändern, als ein Anwalt aus Washington einen Blick auf die Stadtdaten warf: Welche Häuser der Stadt hatten Leitungen? Wo hatten sich schwarze, wo weiße Bewohner angesiedelt? Die Korrelationen waren zu aussagekräftig, um länger ignoriert zu werden. Die Folge: Ein Gerichtsurteil, das die Stadt zwang, endlich Wasser für alle zur Verfügung zu stellen. Plus 10,9 Millionen Dollar Schmerzensgeld.</p>
<p>Dieser Erfolg lässt sich auf ein simples amerikanisches Gesetz zurückführen. Nein, nicht Bürgerrechte oder Gleichbehandlung, sondern auf den<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Freedom_of_Information_Act_%28United_States%29"> <em>Freedom of Information Act</em></a>, der jedem Bürger das Recht gibt, sämtliche Regierungsdaten einzusehen. Sobald Daten erhoben werden, müssen sie der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, seien es nun Wasserleitungsdaten, Ethnizitäten oder bloß die Anzahl von McDonalds Restaurants in Schulnähe.</p>
<p>„Das ist auch richtig so“, bekräftigt Open-Data-Experte <a href="http://wissenbelastet.com">Max Kossatz</a>, „Alle Informationen, die von einer Regierung gesammelt werden, sind durch öffentliche Gelder finanziert. Im Gegenzug müssen sie der Öffentlichkeit auch uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Diese Daten betreffen uns alle: Umweltdaten, Verkehrsdaten, Finanzdaten, Parteienförderung, Luftfahrtsdaten etc.“</p>
<p>Dabei geht es gar nicht um das Veröffentlichen von Staatsgeheimnissen. Im Grunde <span style="text-decoration: underline;">sind </span>alle diese Daten bereits öffentlich. Die Geodaten von Wien etwa sind ja keine Verschlusssache. Sie werden jedoch nicht gratis zur Verfügung gestellt, sondern an Firmen verkauft, die Karten herstellen. Diese erwerben dadurch das Recht, sie weiterzuverkaufen und die Stadt Wien verdient dabei ein bisschen Taschengeld. „Als Bürger zahle ich dann aber zweimal für die Daten; erst durch mein Steuergeld für ihre Erhebung und dann muss ich sie kaufen, wenn ich sie nutzen will“, sagt Kossatz.</p>
<p>Damit keine Missverständnisse aufkommen: Niemand ist der Stadt ihre Einkünfte neidig. Es hat sich nur gezeigt, dass Daten, die der Öffentlichkeit gratis und ohne Copyright-Einschränkungen zur Verfügung stehen, über Umwegrentabilität weitaus mehr Geld in die Stadtkassa fließen lassen, als jene, die eifersüchtig gehortet und nur an ausgewählte Geschäftspartner verkauft werden. Das belegen Erfahrungen aus England, wo seit kurzem sämtliche erhobenen Daten öffentlich zugänglich sind. „Daten sind in ihrer reinen Form stinklangweilig“, sagt Internet-Erfinder <a href="http://www.w3.org/People/Berners-Lee/">Tim Berners-Lee</a>, der gemeinsam mit dem damaligen Premierminister Gordon Brown das Projekt <a href="http://data.gov.uk/">„Data Government U.K.“</a> auf Schiene brachte, „Aber sie tragen ganz wesentlich dazu bei, was in unserem Leben geschieht. Und wenn man Daten kreativ miteinander in Beziehung setzt, öffnet man die Schleuse für eine ungeahnte Vielfalt von Projekten. Genau an diesem Punkt stehen wir gerade: Wir fordern alle Regierungen auf, ihre unbearbeiteten Rohdaten zur Verfügung zu stellen. Es gibt genug Leute da draußen, die damit arbeiten wollen – auch wenn es keine unmittelbare Rendite für sie gibt.“</p>
<p>Beispiel gefällig? Einer der ersten Datensätze, die in England online gingen war eine Statistik über Fahrradunfälle. Unnötig und uninteressant könnte man meinen. Weit gefehlt. Innerhalb weniger Stunden (!) nach der Veröffentlichung hatte bereits jemand eine Integration dieser Daten mit Google Maps programmiert, sodass die Strecken mit der größten und jene mit der geringsten Unfallwahrscheinlichkeit klar sichtbar wurden. Und Menschen begannen ihre tägliche Arbeitsroute danach zu richten.</p>
<p>Kossatz: „Man weiß im Vorhinein nie, welche Daten im herkömmlichen Sinne »sinnvoll« sind. Aber je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto mehr kann man damit anfangen. Auch bei Wikipedia hat am Anfang niemand geglaubt, dass das sinnvoll ist&#8230;“</p>
<p>Gerade mit Geodaten gibt es inzwischen die unglaublichsten Beispiele. Vor allem, weil die USA unter dem Motto <a href="http://www.appsfordemocracy.org/">„Apps for Democracy“</a> einen Innovations-Wettbewerb ausgerufen hat – Projekte über Hygienestandards in Restaurants (<a href="http://eat.clean.ly">http://eat.clean.ly</a>) bis zur ökonomischeren Parkplatzsuche (<a href="http://www.parkshark.mobi">www.parkshark.mobi</a>) waren die Folge. Und in New York finden Sie seither auch leichter einen Hundepark, wenn sie mit Bonzo Gassi gehen wollen (<a href="http://www.heywalkies.com">www.heywalkies.com</a>).</p>
<p>Wenn Geodaten der Anfang sind, so sind Finanzdaten die Ausbaustufe. Gerade hier zeigt das Parade-Beispiel der englischen Regierung, was bei vorhandenem politischen Willen alles möglich ist. „Ich glaube, dass das Offenlegen von Finanzdaten einen großen Impact hat!“ meint Kossatz, „Momentan ist es so, dass ich Steuern einzahle, aber wohin mein Geld fließt und was damit passiert, ist nicht nachvollziehbar. Mit der Offenlegung der Daten wird all das transparenter. Für die Politik, für den Staat ist das wichtig, um seine Existenz zu berechtigen, um wieder einmal zu zeigen, warum es ihn eigentlich gibt und was er tut.“</p>
<p>Kein Wunder also, dass sich die britische Seite <em>Where does my money go?</em> (<a href="http://www.wheredoesmymoneygo.org">www.wheredoesmymoneygo.org</a>) regen Interesses erfreut. „Wenn sich das auch nicht auf das Wahlergebnis auswirkt, so wirkt es sich mittelfristig auf die Politikverdrossenheit, auf die Wurschtigkeit der Bevölkerung aus.“</p>
<p>In Österreich kann man davon nur träumen. Zwar gibt es Initiativen, die sich um Datenfreigabe bemühen, die Beharrungswiderstände sind aber enorm. Diese Erfahrung schildert auch Berners-Lee: „Leute in staatlichen Einrichtungen sind oft versucht, ihre Daten für sich zu behalten. Wir nennen das Datenbank-Umarmung (<a href="http://www.ted.com/talks/tim_berners_lee_on_the_next_web.html">&#8220;database hugging&#8221;</a>). Sie umarmen Ihre Datenbank und möchten sie nicht gehen lassen, bevor Sie eine wunderschöne Website dafür erstellt haben. Auf einer schönen Website sind die Daten aber meist nicht für andere Anwendungen verwertbar. Erstellen Sie ruhig eine schöne Website, aber zunächst geben Sie uns die unverfälschten Daten!“ Hierzulande möchte man diese Aufforderung gerne der Apothekerkammer zurufen. Die haben zwar schön säuberlich alle Nachtapotheken auf ihrer Website, aber die Daten sind nicht maschinenlesbar, sprich, nicht verwertbar, wenn jemand beispielsweise eine iPhone Applikation über Nachtapotheken programmieren will. Letzteres ist möglicherweise auch nicht im Interesse der Apothekerkammer, da man ja Traffic auf der eigenen Website haben möchte: Ein klassischer Fall von wirtschaftlichem versus öffentlichem Interesse&#8230;</p>
<p>Natürlich würde die völlige Freigabe der Daten in Österreich Geld kosten. Sie könnte aber Innovationen und völlig neue Geschäftsfelder ermöglichen.  „Daten“, so Berners-Lee, „sind unerschlossenes Potential. Die Zukunft des Internets heißt nicht mehr verknüpfte Dokumente, sie heißt verknüpfte Daten. Und diese Zukunft wird größer als wir uns heute vorstellen können.“</p>
<div>
<hr /></div>
<p><strong>DIE FAKTEN</strong></p>
<p>Unter <strong>Open Data</strong> versteht man die Copyright-freie Veröffentlichung, in maschinenlesbarer Form, von nicht personenbezogenen Daten eines Staates/einer Stadt/etc., deren Erfassung durch öffentliche Gelder finanziert wird. (<a href="http://wissenbelastet.com/2010/06/01/opendata-anwendungen/">Definition: Max Kossatz</a>)</p>
<p><strong>Open Data Initiativen in Österreich:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://gov.opendata.at/site/">Open Government Data Austria</a></li>
<li><a href="http://www.open3.at ">Open 3</a></li>
</ul>
<p><strong>Max Kossatz</strong> (<a href="http://wissenbelastet.com">http://wissenbelastet.com</a>)</p>
<p>War Mitte der 90er Jahre in New York federführend am Aufbau eines Internetproviders für Kulturschaffende beteiligt. Seit seiner Rückkehr nach Österreich in verschiedenen Aufsichtsrats-, Management- und Geschäftsführungspositionen im Bereich Internet, Mobile Services tätig, sowie Markt und Meinungsbeobachtung durch Analyse von Foren, Blogs, Webseiten und Social Communities.</p>
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		<title>Linksammlung: ORF-Novelle, Futurezone &#8211; und wie geht es weiter?</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/06/linksammlung-orf-novelle-futurezone-und-wie-geht-es-weiter/</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 10:51:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Futurezone]]></category>
		<category><![CDATA[ORF]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Thema wird langsam zu umfangreich, um es in der Fußnote eines Veranstaltungshinweises zu verstecken. Hier also unsere täglich aktualisierte Linkliste zum Konflikt-Thema Futurezone. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Liste unvollständig ist.  Ergänzungen wie immer gewünscht &#038; willkommen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema wird langsam zu umfangreich, um es in der Fußnote eines <a href="http://www.wienerpost.at/2010/06/diskussiondie-orf-novelle-und-die-zukunft-der-futurezone/">Veranstaltungshinweises</a> zu verstecken. Hier also unsere täglich aktualisierte Linkliste zum Konflikt-Thema Futurezone. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Liste unvollständig ist.  Ergänzungen wie immer gewünscht &amp; willkommen!</p>
<ul>
<li>Quartier für digitale Kultur: <a href="http://qdk.blogsome.com/2010/06/14/die-futurezone-ein-opfer-der-jungsten-orf-novelle/">Veranstaltungslink</a></li>
<li>Pressetext.at: <a href="http://pte.at/news/100615030/aus-fuer-orf-futurezone-durchsichtiges-begehren-der-privaten/">Aus für ORF Futurezone: &#8220;Durchsichtiges Begehren der Privaten&#8221;</a></li>
<li>Christoph Chorherr: <a href="http://chorherr.twoday.net/stories/6376015/">Verrückt: futurezone bei orf.at soll abgedreht werden</a></li>
<li>Der Standard: <a href="http://derstandard.at/1276043592603/Aenderungen-im-Ueberblick-Das-neue-ORF-Gesetz-von-A-bis-Z">Das neue ORF-Gesetz von A bis Z</a></li>
<li>DATUM: <a href="http://www.datum.at/0610/stories/godany-bloggt-die-futurezone-der-voez-und-die-politik/">Godany bloggt: Die Futurezone, der VÖZ und die Politik.</a></li>
<li>Die Presse: <a href="http://diepresse.com/home/kultur/medien/573827/index.do?_vl_backlink=/home/index.do">Facebook-Initiative will &#8220;Futurezone&#8221; retten</a></li>
<li>Walter Gröbchen: <a href="http://groebchen.wordpress.com/2009/11/21/zukunftszone-ohne-zukunft/">Zukunftszone ohne Zukunft</a> (November 2009, sic!)</li>
<li>Der Standard: <a href="http://derstandard.at/1276043566237/ORF-Aus-fuer-Futurezone">Aus für Futurezone?</a></li>
<li>Kooptech: <a href="http://blog.kooptech.de/2010/06/orf-schiesst-futurezone-ab/">ORF schießt Futurezone ab</a></li>
<li>Der Standard: <a href="http://derstandard.at/1276413045649/Aus-fuer-ORF-Futurezone-in-ihrer-heutigen-Form">Aus für ORF-Futurezone in ihrer heutigen Form</a></li>
<li>APA OTS: <a href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100615_OTS0273/offener-brief-an-orf-und-staatssekretaer-josef-ostermayer-pr-experten-fuer-das-weiterbestehen-der-orf-futurezone">Offener Brief an ORF und Staatssekretär Josef Ostermayer: PR-Experten für das Weiterbestehen der ORF Futurezone</a></li>
<li>Gerald Bäck (be24.at): <a href="http://www.be24.at/blog/entry/641967">Retten wir die Futurezone!</a></li>
<li>Der Standard (15.6.2010): <a href="http://derstandard.at/1276413166642/ORF-Gesetz-Einigung-auf-TV-Regionalwerbung">ORF-Gesetz: Einigung auf TV-Regionalwerbung</a></li>
<li>Der Standard (16.6.2010): <a href="http://derstandard.at/1276413039625/Nationalrat-auf-Draht-fuer-ORF-Parteien-einig-ueber-Web-Regeln">Parteien einig über Web-Regeln</a> (&#8220;Die Futurezone ist Verlegern als Präzedenzfall für Special-Interest-Portale des ORF ein Dorn im Auge.&#8221;)</li>
<li>Yucca Tree Post (15.6.2010): <a href="http://yuccatree.de/2010/06/orf-will-futurezone-dichtmachen/">ORF will Futurezone dichtmachen</a> (interessant, einmal eine Meinung aus dem benachbarten Ausland zu lesen)</li>
<li>HEISE Online (15.6.2010): <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Oesterreichischer-Rundfunk-Mehr-Geld-und-Werbung-dafuer-weniger-Online-Inhalte-1023227.html">Österreichischer Rundfunk: Mehr Geld und Werbung – dafür weniger Online-Inhalte</a></li>
<li>ZurPolitik.com (15.6.2010): <a href="http://zurpolitik.com/2010/06/15/werbung-frisst-journalismus/">Werbung frisst Journalismus</a> (Dank an Michael Moser!)</li>
<li>Beate Firlinger (16.6.2010): <a href="http://www.beatefirlinger.at/2010/06/16/orf-gesetz-neu/">Email an Staatssekretär Ostermayer</a> für Weiterbestand der Futurezone (UPDATE: Und hier die <a href="http://www.beatefirlinger.at/2010/06/18/futurezone/">Antwort aus seinem Büro</a>, 18.6.2010)</li>
<li>Unterm Hund (Blog, 16.6. 2010): <a href="http://www.bettel.at/blog/mail-stefan-petzner-wegen-neuem-orf-gesetz">Mail an Stefan Petzner wegen neuem ORF-Gesetz</a></li>
<li>Der Standard (17.6.2010): <a href="http://derstandard.at/1276413334508/Aus-fuer-die-ORF-Futurezone-beschlossen">Aus für die ORF Futurezone beschlossen</a></li>
<li>Einladung zum Tweet-Up im <a href="http://www.wienerpost.at/2009/10/urban-hacking-im-metalab/">Metalab</a>: Let&#8217;s talk #fuzo! <a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=127276093972760">(</a>Infos &amp; Anmeldung: <a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=127276093972760">Facebook Page</a> oder <a href="http://twtvite.com/yk0lgq">Twtvite</a>)</li>
<li>Datenschmutz Blog (17.6.2010): <a href="http://blog.datenschmutz.net/2010-06/das-futurezone-drama-ein-oeffentlich-rechtliches-missverstaendnis/">Das FutureZone Drama: ein öffentlich-rechtliches Missverständnis</a></li>
<li>Facebook-Gruppe: <a href="http://www.facebook.com/?ref=logo#!/group.php?gid=116069241770475&amp;v=wall&amp;ref=ts">&#8220;Retten wir die Futurezone!&#8221;</a></li>
<li>Für &#8220;Bastler&#8221; ;) &#8211; <a href="http://soup.natano.net/post/61451688/Get-you-own-fuzo">&#8220;Get your own #fuzo&#8221;</a> (Shell Script)</li>
<li>Online Petition: <a href="http://rettenwirdiefuzo.at/petition/">RETTEN WIR DIE FUTUREZONE</a></li>
<li>Christian Krotzer (17.6.2010): <a href="Ende der Futurezone besiegelt – ORF-Gesetz im Nationalrat beschlossen">Ende der Futurezone besiegelt</a></li>
<li>Gulli.com (17.6.2010): <a href="http://www.gulli.com/news/orf-ohne-zukunft-im-netz-aus-f-r-futurezone-2010-06-17">ORF ohne Zukunft im Netz: Aus für „Futurezone“</a></li>
<li>Sonja Bettel (18.6.2010): <a href="http://www.bettel.at/blog/medienpolitik-made-austria">Medien|Politik made in Austria</a></li>
<li>Radio Fritz (19.6.2010). &#8220;Trackback&#8221; &#8211; <a href="http://trackback.fritz.de/2010/06/19/trb-184-zoeleela-gauck-hype-futurezone-ohrenblicke/">Michael Eisenriegler über Zukunftsperspektiven der Futurezone</a></li>
<li>Wirtschaftsblatt (17.6.2010): <a href="http://www.wirtschaftsblatt.at/home/425583/index.do">Neues ORF-Gesetz bringt dem Unternehmen 160 Millionen € zusätzlich</a></li>
<li>ZEIT ONLINE (18.6.2010): <a href="http://blog.zeit.de/kulturkampf/2010/06/18/no-futurezone/">No-Futurezone</a></li>
<li>TAZ (20.6.2010): <a href="http://www.taz.de/1/netz/netzkultur/artikel/1/retten-wir-die-futurezone/">&#8220;Retten wir die Futurezone&#8221;</a></li>
<li>Notitzen aus der Neidbranche (21.6.2010): Die Zukunft hat schon <span style="text-decoration: line-through;">begonnen</span> aufgehört: <a href="http://schreibenfuergeld.wordpress.com/2010/06/21/die-zukunft-hat-schon-begonnen-aufgehort-orf-futorezone-ist-bald-vergangenheit/">ORF Futurezone ist bald Vergangenheit</a>.</li>
<li>Der Blogger (14.6.2010): <a href="http://www.derblogger.eu/?p=213">No-future-Zone</a></li>
<li>Pressetext.at (21.6.2010): <a href="http://www.pressetext.at/news/100621011/aus-fuer-orf-futurezone-pressetext-schliesst-luecke/">Aus für ORF-Futurezone: pressetext schließt Lücke</a></li>
<li>Der Standard (22.6.2010): <a href="http://derstandard.at/1276413751675/ORF-ON-Chef-kuendigt-Erhalt-der-Futurezone-Inhalte-an">ORF ON-Chef kündigt Erhalt der &#8220;Futurezone&#8221;-Inhalte an</a></li>
<li>HORIZONT (22.6.2010): <a href="http://www.horizont.at/newsdetail/news/inhalte-der-futurezone-bleiben.html">Inhalte der &#8220;Futurezone&#8221; bleiben</a></li>
<li>Techbanger.de (21.6.2010): <a href="http://www.techbanger.de/2010/06/21/stammleser-mochten-die-orf-futurezone-retten/">Stammleser möchten die ORF Futurezone retten</a></li>
<li>www.kobuk.at (24.6.2010): <a href="http://www.kobuk.at/2010/06/tschuess-das-war-die-futurezone/">Tschüss – das war die Futurezone!</a></li>
<li>Der Standard (25.6.2010): <a href="http://derstandard.at/1277336751569/ORF-Wrabetz-Neues-Massnahmenpaket-schon-in-naechsten-Tagen">Wrabetz: Neues Maßnahmenpaket schon in nächsten Tagen</a></li>
<li>Pressetext.com (16.7.2010): <a href="http://pressetext.com/news/100716011/orf-verkauft-futurezone/">ORF verkauft Futurezone:  Bewerbungsfrist für Interessenten bis 30. Juli</a></li>
<li>Amtsblatt / Wiener Zeitung (16.7.2010): <a href="http://www.wzonline.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4140&amp;Alias=amtsblatt&amp;abClass=Ausschreibungen&amp;abKategorie=INTERESSENBEKUNDUNG">Interessensbekundung</a></li>
</ul>
<div id="attachment_3738" class="wp-caption aligncenter" style="width: 586px"><a rel="attachment wp-att-3738" href="http://www.wienerpost.at/2010/06/diskussiondie-orf-novelle-und-die-zukunft-der-futurezone/orf_at/"><img class="size-full wp-image-3738" title="orf_at" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/06/orf_at.jpg" alt="" width="576" height="286" /></a><p class="wp-caption-text">(Screenshot by Sonja Bettel)</p></div>
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		<title>#unibrennt &#8211; reloaded??</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/05/unibrennt-reloaded/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 18:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internes]]></category>
		<category><![CDATA[#unibrennt]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute Abend, etwa gegen 17.00, wurde zunächst das Rektorat, dann das AudiMax der Universität von Studierenden besetzt. Da der WIENER sich im vergangenen Herbst recht intensiv mit den Studentenprotesten und dem Phänomen #unibrennt auseinandergesetzt hat, ist es für uns nur logisch, auch die aktuellen Entwicklungen zu beobachten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute Abend, etwa gegen 17.00, wurde zunächst das Rektorat, dann das AudiMax der Universität von Studierenden besetzt. Da der WIENER sich im vergangenen Herbst recht intensiv mit den Studentenprotesten und dem Phänomen <a href="http://unsereuni.at/">#unibrennt</a> auseinandergesetzt hat (siehe <a href="http://www.wienerpost.at/tag/unibrennt/">HIER</a>), ist es für uns nur logisch, auch die aktuellen Entwicklungen zu beobachten. Mag sein, dass sich &#8211; auch durch das diesmal von der Universitätsleitung forcierte Einschreiten der Exekutive &#8211; die heutigen Proteste nicht lange halten werden. Am späteren Abend war das AudiMax bereits geräumt, es wurde niemand mehr hineingelassen, die Protestierenden sammelten sich davor &#8211; bei strömendem Regen.</p>
<p>Ein paar Impressionen der (kurzzeitigen) Besetzung haben wir auf unserem <a href="http://www.flickr.com/photos/wienerpost/sets/72157624034366288/">flickr-Photostream</a> gesammelt:</p>
<div class="flickr-photos"><a class="tt-flickr tt-flickr-Thumbnail" href="http://www.flickr.com/photos/wienerpost/4595801319/" rel="album-72157624034366288" id="photo-4595801319" title="Polizei vor der Hauptuni"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4044/4595801319_e33cb0073a_t.jpg" width="75" height="100" alt="Polizei vor der Hauptuni" /></a> <a class="tt-flickr tt-flickr-Thumbnail" href="http://www.flickr.com/photos/wienerpost/4595801525/" rel="album-72157624034366288" id="photo-4595801525" title="#unibrennt?"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3184/4595801525_d8a8cafe2f_t.jpg" width="100" height="75" alt="#unibrennt?" /></a> <a class="tt-flickr tt-flickr-Thumbnail" href="http://www.flickr.com/photos/wienerpost/4596417962/" rel="album-72157624034366288" id="photo-4596417962" title="&quot;Jetzt kannst DU was ver&auml;ndern&quot;"><img src="http://farm2.static.flickr.com/1303/4596417962_0ae1bc6e85_t.jpg" width="100" height="75" alt="&quot;Jetzt kannst DU was ver&auml;ndern&quot;" /></a> <a class="tt-flickr tt-flickr-Thumbnail" href="http://www.flickr.com/photos/wienerpost/4596418156/" rel="album-72157624034366288" id="photo-4596418156" title="&quot;Wir sind hier und wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut&quot;"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3551/4596418156_42fe1ee82d_t.jpg" width="100" height="75" alt="&quot;Wir sind hier und wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut&quot;" /></a> <a class="tt-flickr tt-flickr-Thumbnail" href="http://www.flickr.com/photos/wienerpost/4595802125/" rel="album-72157624034366288" id="photo-4595802125" title="&quot;Der n&auml;chste Vorschlag w&auml;re, gemeinsam einen Spaziergang zur Frau Karl zu machen.&quot; "><img src="http://farm2.static.flickr.com/1227/4595802125_786351c723_t.jpg" width="100" height="75" alt="&quot;Der n&auml;chste Vorschlag w&auml;re, gemeinsam einen Spaziergang zur Frau Karl zu machen.&quot; " /></a> <a class="tt-flickr tt-flickr-Thumbnail" href="http://www.flickr.com/photos/wienerpost/4595802287/" rel="album-72157624034366288" id="photo-4595802287" title="Dieser H&ouml;rsaal ist besetzt!"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4026/4595802287_c235b372c2_t.jpg" width="100" height="75" alt="Dieser H&ouml;rsaal ist besetzt!" /></a> <a class="tt-flickr tt-flickr-Thumbnail" href="http://www.flickr.com/photos/wienerpost/4595802421/" rel="album-72157624034366288" id="photo-4595802421" title="&quot;Education is not for Sale&quot;"><img src="http://farm2.static.flickr.com/1311/4595802421_b83c90fc5d_t.jpg" width="100" height="100" alt="&quot;Education is not for Sale&quot;" /></a> <a class="tt-flickr tt-flickr-Thumbnail" href="http://www.flickr.com/photos/wienerpost/4595802681/" rel="album-72157624034366288" id="photo-4595802681" title="&quot;...aber da drau&szlig;en ist irgendwie ganz viel Exekutive...&quot;"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3314/4595802681_c50b3befc2_t.jpg" width="100" height="75" alt="&quot;...aber da drau&szlig;en ist irgendwie ganz viel Exekutive...&quot;" /></a> <a class="tt-flickr tt-flickr-Thumbnail" href="http://www.flickr.com/photos/wienerpost/4596418992/" rel="album-72157624034366288" id="photo-4596418992" title="&quot;Unsere Uni&quot;"><img src="http://farm2.static.flickr.com/1348/4596418992_b545f85c12_t.jpg" width="100" height="100" alt="&quot;Unsere Uni&quot;" /></a> <a class="tt-flickr tt-flickr-Thumbnail" href="http://www.flickr.com/photos/wienerpost/4596419160/" rel="album-72157624034366288" id="photo-4596419160" title="Audimax, Seiteneingang"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3205/4596419160_3e984a8ba4_t.jpg" width="100" height="75" alt="Audimax, Seiteneingang" /></a> </div>
<p><strong>Aber </strong><strong>wienerpost ist natürlich</strong> &#8211; <a href="http://www.wienerpost.at/2010/05/neue-kategorie-featured-today/">wie erst unlängst angemerkt</a> &#8211; keine Tageszeitung. Sollte sich aus dem neuerlichen Flämmchen wieder ein Flächenbrand entwickeln, so sind wir um regelmäßige Updates bemüht. Und wir werden den Berichten mit Sicherheit jenen WIENER-spezifischen Twist verpassen, den Sie auf dieser Seite suchen.<br />
Wenn Sie aber (annähernde) Echtzeit-Informationen wollen, dann wenden Sie sich bitte an ein tagesaktuelles Medium Ihrer Wahl &#8211; oder noch direkter: Folgen Sie einem der Twitterer aus dem AudiMax:</p>
<ul>
<li><a href="http://twitter.com/unibrennt">http://twitter.com/unibrennt</a></li>
<li><a href="http://twitter.com/unibrenntTV">http://twitter.com/unibrenntTV</a></li>
<li><a href="http://twitter.com/socialhack">http://twitter.com/socialhack</a></li>
</ul>
<p>Zum <a href="http://www.ustream.tv/channel/unsereuni2010/v3">Livestream geht es hier</a>.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>UPDATE / 22:55</strong></p>
<p>Die Studierenden haben die Hauptuni inzwischen verlassen. Hier die Ereignisse im Wortlaut der Presseaussendung:</p>
<blockquote><p>&#8220;Nachdem am Samstag die Aula am  Campus, der letzte Rückzugsort der Bildungsbewegung,  vom Rektorat  versperrt wurde, ist heute spontan zuerst das Rektorat der Uni Wien, und nachdem  die Polizei und Wega diese räumen wollten, das Audimax besetzt worden. Immer  noch funktionieren die SMS-Ketten und die Kommunikation über Social-Networks so  gut, dass die Nachricht von den Besetzungen sich wie ein Lauffeuer verbreitete  und die Reihen des Audimax sich innerhalb kürzester Zeit füllten. Zusätzlich  verfolgten mehrere Hundert Menschen das Plenum via Live-Stream, der umgehend  wieder installiert wurde.</p>
<p>Um die Proteste im Keim zu  ersticken, wurden postwendend nicht nur die Pressesprecherin des Rektorats,  sondern auch Verfassungsschutz und Polizei ins Audimax geschickt. Manager  Winkler verweist seine Studierenden mit Polizeigewalt aus ihrem Hörsaal, die  eine spontane Demonstration am Ring abhalten, um sich anschließend geordnet in  die Akademie der Bildenden Künste zurückziehen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ein empfehlenswerter Bericht findet sich <a href="http://zurpolitik.com/2010/05/10/fotostrecke-rektorat-der-universitat-wien-kurzzeitig-besetzt/">bei Tom Schaffer</a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Vernissage: 24 Stunden Comics gegen Rechts</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/05/vernissage-24-stunden-comics-gegen-rechts/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 07:16:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[Comics]]></category>
		<category><![CDATA[Events]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>

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		<description><![CDATA[Als 24-Stunden-Comic bezeichnet man ein internationales Format, bei dem die TeilnehmerInnen innerhalb von 24 Stunden eine komplette - im Idealfall 24-seitige! - Comic-Story zeichnen und erzählen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3063" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-3063" title="24h" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/24h-300x201.jpg" alt="cc by Werner-Lobo" width="300" height="201" /><p class="wp-caption-text">cc by Werner-Lobo</p></div>
<p>Als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/24-Stunden-Comic">24-Stunden-Comic</a> bezeichnet man ein internationales Format, bei dem die TeilnehmerInnen innerhalb von 24 Stunden eine komplette &#8211; im Idealfall 24-seitige! &#8211; Comic-Story zeichnen und erzählen.</p>
<p>Zusammen mit der Initiative <a href="http://www.comicsgegenrechts.at/">www.comicsgegenrechts.at</a> wurde daraus: Das erste 24-Stunden-Comic-Zeichnen-gegen-Rechts! Gezeichnet wurde vergangenes Wochenende in kräfteraubendem Bleistift- und Tusche-Marathon.<br />
Ok, nicht alle haben die 24 Seiten geschafft, aber entstanden ist doch eine beachtliche Menge &#8211; außerdem: Dabei sein ist alles! Und die Ergebnisse sprechen für sich.<br />
Davon kann man sich ab Dienstag in der entstandenen Ausstellung überzeugen. Und Dienstag Abend gibt&#8217;s die Vernissage dazu.</p>
<ul>
<li><strong>Wann?</strong> 11. Mai 2010, 19 Uhr</li>
<li><strong>Wo?</strong> <a href="http://experimentaltheater.com/">Fleischerei</a>, Kirchengasse 44, 1070 Wien (<a href="http://maps.google.at/maps?hl=&amp;q=kirchengasse+44&amp;sourceid=navclient-ff&amp;rlz=1B3GGIC_de___AT340&amp;ie=UTF-8">Lageplan</a>)</li>
<li>Alle Infos zum 24h-Event zum Nachlesen <a href="http://www.comicsgegenrechts.at/?page_id=682">FINDEN SICH HIER</a></li>
</ul>
<p>Fotosets der Veranstaltung:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.flickr.com/photos/31915875@N04/sets/72157624030136700/">von Jana Herwig auf Flickr</a></li>
<li><a href="http://www.flickr.com/photos/clows/sets/72157623894131877/">von Klaus Werner-Lobo auf Flickr</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>ISPA Forum &#8220;Netzneutralität &#8211; Wie neutral ist das Internet?&#8221;</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/05/ispa-forum-netzneutralitat-wie-neutral-ist-das-internet/</link>
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		<pubDate>Mon, 03 May 2010 11:30:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[Events]]></category>
		<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Google-Steuer, Internet Freedom, Deep-Packet-Inspection und Netzwerkmanagement, sind nur einige Schlagwörter zur aktuellen und weltweit geführten Diskussion rund um Netzneutralität – die neutrale Datenübermittlung. Was aber steckt hinter dem Schlagabtausch zum Thema Netzneutralität?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--  Text: [begin] --></p>
<blockquote><p><strong>Netzneutralität – Was steckt dahinter?</strong></p></blockquote>
<div id="attachment_2333" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><img class="size-medium wp-image-2333 " title="internet-strangulation" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/internet-strangulation-300x224.jpg" alt="(cc) David Baldinger" width="240" height="179" /><p class="wp-caption-text">(cc) David Baldinger</p></div>
<p>Google-Steuer, Internet Freedom, Deep-Packet-Inspection und Netzwerkmanagement, sind nur einige Schlagwörter zur aktuellen und weltweit geführten Diskussion rund um Netzneutralität – die neutrale Datenübermittlung. Was aber steckt hinter dem Schlagabtausch zum Thema Netzneutralität? Dass NutzerInnen im Internet die Inhalte abrufen, die Dienste verwenden können, die sie wollen? Ist es genug, dass KonsumentInnen darüber Bescheid wissen, wie ihr Internet Provider seine Netze managt? Was haben die Demokratiebewegung im Iran oder die anstehenden Investitionen in die Breitbandnetze der Zukunft mit dem neutralen Netz zu tun? Ist Netzneutralität nicht in erster Linie eine Frage des Wettbewerbs? &#8211; Diese und weitere Fragen werden im Rahmen des ISPA Forums mit ExpertInnen diskutiert:</p>
<ul>
<li><span> </span>Begrüßung: <strong>Andreas Koman</strong> (ISPA Präsident / Tele2)</li>
<li>Keynote: <strong>Ivan Brincat</strong> (Europäische Kommission)</li>
<li><strong>Andreas Krisch</strong> (Obmann des Vereins für Internet-Benutzer Österreichs  &#8211; Vibe!at, Technischer Experte für das Europäische Datenschutzgütesiegel, Präsident European Digital Rights &#8211; EDRi)</li>
<li><strong>Annette Kroeber-Riel</strong> (Google / Lobbyistin für Österreich, Deutschland, Schweiz)</li>
<li><strong>Andreas Peya</strong> (Verizon Business / Leiter Regulierung Deutschland, Österreich, Schweiz)</li>
<li><strong>Christian Singer</strong> (Bundesministerium für Verkehr Innovation und Technologie &#8211; BMVIT / Leiter juristischer Dienst Telekommunikation)</li>
<li>Moderation: <strong>Andreas Wildberger</strong> (ISPA Generalsekretär)</li>
</ul>
<blockquote><p><strong>Wann?</strong> 4. Mai 2010, 17.00-19.00<br />
<strong>Wo?</strong> Media Tower, Taborstraße 1-3, 15. Stock, 1020 Wien <a href="http://maps.google.at/maps?hl=&amp;q=Taborstra%C3%9Fe+1-3&amp;rlz=1B3GGIC_de___AT340&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;hq=&amp;hnear=Taborstra%C3%9Fe+1-3,+1020+Wien&amp;gl=at&amp;ei=V2DdS4iCGoqHOPzroP8G&amp;sa=X&amp;oi=geocode_result&amp;ct=title&amp;resnum=1&amp;ved=0CAcQ8gEwAA">(Lageplan)</a></p></blockquote>
<p><a href="http://www.ispa.at/nc/events/ueberblick/events/495/caltype/1/date/20100504/view/event/lastview/list-20/">Zur Veranstaltungsseite</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Lechts &amp; Rinks</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/04/lechts-rinks/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2010/04/lechts-rinks/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 07:30:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesestoff]]></category>
		<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Polemik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[WIENER]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus dem Archiv gekramt, aber immer noch aktuell:
Am 1. Mai marschiert die Sozialdemokratie - aber wohin? Gewerkschaf­ten und Arbeitnehmerverbände schützen eine Welt, die nicht mehr existiert. Inzwischen zerstört der schrankenlose Finanzmarkt unsere Gesellschaf­t. 
Es ist Zeit f­ür eine neue Linke. Eine WIENER-Polemik von Manfred Klimek. (Ursprünglich erschienen im WIENER 311 / Mai 2007)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Aus dem Archiv gekramt, aber immer noch aktuell:</p>
<p><strong>Am 1. Mai marschiert die Sozialdemokratie &#8211; aber wohin?</strong> Gewerkschaf­ten und Arbeitnehmerverbände schützen eine Welt, die nicht mehr existiert. Inzwischen zerstört der schrankenlose Finanzmarkt unsere Gesellschaf­t. Es ist Zeit f­ür eine neue Linke. <em>Eine WIENER-Polemik von <a href="http://www.be24.at/blog/author/manfred_klimek">Manfred Klimek</a>. </em>(Ursprünglich erschienen im WIENER 311 / Mai 2007)</p></blockquote>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_2053" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><strong><strong><img class="size-medium wp-image-2053" title="adamr_stone" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/adamr_stone-225x300.jpg" alt="cc by admr.stone" width="225" height="300" /></strong></strong><p class="wp-caption-text">cc by admr.stone</p></div>
<p><strong>Frankfurt, etwas abseits des Bankenviertels.</strong> Vor dem Italiener, bei dem auch lebenslustige Intellektuelle wie Michel Friedmann oder die Suhrkamp-Clique gerne Platz nehmen, feiert eine Gemeinschaft von Dreißigjährigen ihre Erfolge. Vierzehn Männer und zwei Frauen. Sie sind Mitte Dezember aus London eingeflogen, allesDeutsche, die bei großen Banken im Fonds- und Investementsektor arbeiten, bei Deutsche Bank und Dresdner-Kleinwort- Wasserstein, bei Merrill-Lynch und bei der Commerzbank beispielsweise, anerkannte Konzerne, die das Geld von Millionen verwalten. Die Banker haben ihre Boni ausbezahlt bekommen, Schecks, die meist sechsstellig sind. Zuzüglich zum fünfstelligen Gehalt. Flaschen werden geöffnet: Moet-Chandon Rosé 1995 und Sassicaia 1999. Beides in der Doppelmagnum, King Size. Es wird über Ausgaben gesprochen, darüber, wie man diese Beträge der Volkswirtschaft wieder einverleiben könne. „Schließlich“, so einer der Banker, „soll der Girokontobesitzer auch was von haben.“ Also wird der neue 911er angeschafft und dann nach London verfrachtet. Auch das zehnte Le-Corbusier-Möbel wird geordert und der Weinkeller erweitert. Ein Haus soll gebaut werden, südlich von Stuttgart, nur beste Architektur; ein Ferrari schwebt jemandem vor – doch dafür gibt es Gelächter. Diese Phase, so wird dem Jüngsten der Runde signalisiert, haben die meisten hier schon hinter sich. Und das rote Rennvehikel wieder verkauft. Derart Dreistes darf man sich nur noch in New York leisten, im egalistischen und neidzerfressenen Deutschland sehen es die Bosse nicht so gerne, wenn ihre erfolgreichen Mitarbeiter mit Gewinnen protzen.</p>
<p><strong>Tja, und was war das Schwerste</strong>, das sie zuletzt entscheiden mussten? „Als ich dazu riet, diese Firma zu schließen“, sagt einer, „den Zweigbetrieb in Hessen, also hier um die Ecke, wo ich aufgewachsen bin.“ Man hat die Manufaktur nicht einmal nach Fernost verlagert, sie war in den Sanierungsmaßnahmen generell als unnötig aufgefallen, als Kostenfaktor, den man samt und sonders ausgliedern konnte. Die Rendite der belgischen Mutter hat sich dadurch um eineinhalb Prozentpunkte verbessert. Von 8,4 Prozent auf 9,9 Prozent, also knapp vor der magischen Zehn, die eine Investmentbank dieser Größe von ihrer Beteiligung erwartet. Wie viele Arbeitsplätze das gekostet hat? „Nicht allzu viele, so etwa hundertvierzig.“ Noch gut versteckbar im Sozialstaat. Aber es hat wehgetan, weil es um die Ecke war, weil man auch ein paar der Entlassenen entfernt kannte. Und weil man weiß, dass deren Kredit für Haus und Auto wohl jetzt nicht so schnell zurückgezahlt werden kann. Aber dann ist das auch schon wieder vergessen, man denkt an seinen Porsche und freut sich der eigenen Leistung. Schulterzuckend. So geht Kapitalismus: Sterben und neues Leben. So ging Kapitalismus über Jahre: Strukturkrisen, Wirtschaftskrisen, Firmenpleiten, Arbeitslosigkeit, diesen folgend Förderprogramme, Innovation, Aufschwung, Beschäftigung. Dann fielen die Schranken und in den Achtzigern schritt man zu den ersten großen Filetierungen und Fusionen, durchgeführt von Investmentbankern à la Gordon Gekko (Michael Douglas im Film „Wall Street“), die Betriebe zu Tode sanieren und Mitarbeiter auf die Straße jagen. Doch aus der Asche entstand Neues, neue Beschäftigung wurde kreiert, neue Technik geboren. Auch heute entsteht Neues. Aber nicht mehr dort, wo das Alte weggeräumt wurde. Und das ist nicht unbedingt ungerecht. Ungerecht ist aber, dass man die Leute, die auf dem Schutt des Alten sitzen, weiter von Stabilität träumen lässt.</p>
<p><strong>Zurück zu den fröhlichen Bankern</strong> beim Frankfurter Italiener. Wer sind für sie die erfolgreichsten Menschen dieser Tage? „Steve Jobs“, sagt einer, „weil er bei Apple seine Idee von Company realisiert und Kohle einfährt.“ „Diese YouTube-Typen“, sagt ein anderer, „die nun irre Kohle für ihr Portal kassiert haben.“ „Martin Bower“, ein Dritter, „der verstorbene Wirtschaftsideologe von McKinsey, der Beraterfirma. Denn der hat den Weg für uns freigeschaufelt.“ Wer hat an jemanden gedacht, der Soziales statt Ökonomisches leistet? Keiner. „Soziales“, sagt einer, „dafür ist doch der Staat da, oder?“ Jetzt nur raus hier und weiter. Knapp vierhundert Meter zu Fuß, an einem der Bankentürme, liegen die Verlierer im warmen Eingang herum. Schlafsack und Alkohol. Was haben sie früher gearbeitet? „Drechsler“, sagt der eine, „drüben im Osten.“ Arbeitslos. Dann in den Westen übersiedelt, Job in der Maschinenbauindustrie, Arbeitsplätze aus Kostengründen ab nach Tschechien, Frau weg, Wohnung weg. Dazwischen noch ein bisschen schlecht bezahlter Wachdienst. Jetzt hier vor der Bank. „Ist doch was“, sagt er, „immerhin schlafe ich im Eingang meines Instituts.“ Das Konto hat er immer noch und zeigt die EC-Karte. „Wenn mir einer blöd kommt, dann zieh ich die raus und sage, ich bin Kunde.“ Der Selbstbedienungsbereich hat 24 Stunden geöffnet. Krass, wie nahe sich die beiden Lebenswelten gekommen sind. Hier reich, dort arm. Dicht an dicht. Und niemand wundert sich, dass diese Wange-an-Wange-Situation keine Spannungen auslöst, keine Unruhen provoziert – ja nicht einmal eine Zunahme derKriminalität. Die Gesellschaft hat sich mit diesen Verhältnissen abgefunden, ist zugerichtet. Vor zwanzig Jahren stand noch ein Puffer zwischen den Extremen, zu dem sich auch schlecht verdienende Arbeitnehmer zählen durften: die Mittelschicht, die heute erodiert. Es ist eine Gemengelage wie geschaffen für die Linke. Ihre eigentliche Klientel, jene, die zwischen den Stühlen stehen, wächst ständig. Jede Menge „neue Verlierer“, „Working Poor“, „Prekaristen“, „Kreative Einkommenslose“, „Ausgesteuerte“, „Unterschicht“. Diesen stehen zur Konfrontation die Gewinner der Globalisierung und des Finanzmarktkapitalismus gegenüber. Und jene dazwischen, die abgesichert wohlerworbene Arbeitsrechte genießen, werden rasch weniger. Das merken diese und wähnen sich im Abstieg. Ein bedrohlich starkes Heer von Ruhiggestellten, das nur auf einen Aufruf wartet. Doch Links macht keinen Mucks.</p>
<p><strong>Links kann nicht aufmucken</strong>, denn die Funktionäre der klassischen Linken und ihrer Parteien wissen, dass Umverteilung und soziale Gerechtigkeit diesmal auch ihre Klientel zur Kasse bitten würde, jene, die in den abgesicherten Sektoren arbeiten. Jene unter Kündigungsschutz, jene mit garantieren Lohnerhöhungen, jene mit Bonuszahlungen, jene mit Gratis-Kuraufenthalten, jene mit Sonderurlauben und jene mit extra bezahlten, monatlichen Gender-Mainstreaming-Seminaren (um nur eine Idiotie unter hunderten aufzuzählen). Und auch jene, die es sich im ökonomischen Systemerhalter-Sektor bequem gemacht haben, z.B. Trainer und Berater. All jenen droht die Beschneidung ihrer Errungenschaften, sollte eine linke Partei – ihrer Pflicht gemäß – die Ungerechtigkeiten der Gesellschaft innerhalb dieses Systems und mit den Mitteln dieses Systems ausgleichen wollen. Deswegen stellt die Linke die „neuen Verlierer“ außerhalb ihres Systems, diskreditiert sie – wie etwa die Freiberufler des kreativen Sektors – als unsolidarisch, wenn sie sich aus der brutal unsolidarischen Sozialversicherung ausklinken wollen. Die alte sozialdemokratische Linke ist Teil der Reaktion geworden. Zeit für eine neue Linke. Doch wer soll sich dort einfinden? Welche Ziele soll sie haben? Was bleibt Fundament, wer wird Architekt des neuen Hauses? Die alte Linke entstand aus der Arbeiterbewegung und speiste sich aus den Gewerkschaften. Die Protestbewegung der 68er spülte auch jede Menge junge Bürgerliche unter die Kernwählerschaft und in den folgenden Siebzigerjahren wurde es schick, links zu wählen. Große Kanzlerfiguren (Brandt, Palme, Kreisky) schufen stabile Mehrheiten, „a working class hero was something to be“ (Lennon). Die ökologisch orientierte, bürgerlich-linke Wertegemeinschaft der Grünen zog zudem Wähler aus dem christlichbürgerlichen Spektrum zu den Linken ab, die wiederum von den zunehmend Verunsicherten der bröselnden Kernwählerschaft in Richtung rechtsaußen verlassen wurde. Das Wahlvolk war in Bewegung geraten. Und ist bis heute nicht gewillt stehen zu bleiben. Mit der wirtschaftlichen Globalisierung, der Flexibilisierung der Arbeitnehmerheere und der Entregionalisierung des Individuums hat sich auch wieder eine neue Protestbewegung formiert, eine Generation ohne bestimmendes Jahr, deren beste Zeiten auch schon vorüber scheinen. Sie arbeiten in NGOs und bei Attac, sie sind Teil einer neuen digitalen Geringverdiener-Elite. Doch zur Unterwanderung der traditionellen Linken und ihrer Parteien waren sie nicht in der Lage. Das liegt auch daran, dass die Linken der Achtziger- und Neunzigerjahre bei den Medien oder in der Werbung Karierre machten, anstatt weiter ihrer Partei zu dienen, die sie nun – wenn überhaupt – nur mehr als Wähler unterstützen. An ihre Stelle traten zweitklassige Diener des Sozialismus, die außerhalb der Organisation wohl nirgendwo Karriere machen würden. Sie sind schwach und könnten vom Sockel gestoßen werden. Doch das geschieht nicht.</p>
<p><strong>Die verwundete und siechende Sozialdemokratie</strong>, diezunehmend zur Bürgerlichkeit tendierenden Grünen (die sich gleichfalls von den neuen Miserablen abwenden), warten auf einen Dolchstoß der Befruchtung. Doch die Generation Linke, die diese Erneuerung traditionell durchführen soll, wendet sich von der gängigen Politik ab und sucht ihr Heil in bewusst außenstehenden Bünden und Organisationen. Eine Partei ist bislang nicht daraus entstanden. Es ist auch schwer, die neue Klientel in ihrer Mannigfaltigkeit unter einen Hut zu bringen. Einerseits entpolitisierteModernitätsverlierer, andererseits akademische Praktikanten, beide ohne Zukunftsaussichten. Achtundsechzig fanden Arbeiterschaft und Studenten noch leicht zusammen. Die einen wollte am Ertrag des Kapitalismus partizipieren, die anderen die Gesellschaft liberalisieren. Die Regel war einfach: Zuerst wurden die Futtertröge der Working- Class gefüllt, dann sagte diese auch zu jeder Erneuerung (Feminismus, sexuelle Befreiung, Antiautorität, Pazifismus) Ja und Amen. Erst das Fressen, dann die Moral.</p>
<p><strong>Die Regel wäre heute die gleiche.</strong> Erst muss man wieder die Bedürfnisse der Massen nach Sicherheit decken (Arbeitsplatzbeschaffung und arbeitslose Grundsicherung) und danach mit ihrem Einverständnis die vor dreißig Jahren begonnenenReformen der Gesellschaft weg vom Kollektiven hin zum Individuellen zu Ende bringen. Und es wird notwendig, den Sozialismus wieder mit seinen Anfängen zu konfrontieren, mit dem Eigentlichen der Bewegung, den Verkündungen der Bergpredigt im Neuen Testament, der Gleichheit des Individuums im Sinne der amerikanischen Verfassung und der Deklaration der Menschenrechte in der Französischen Revolution. Der alte Sozialismus ist tot, denn er hat alles erreicht, was zu erreichen war (Aufstieg des Vierten Standes und Wohlstand der Massen im Sozialstaat), der archaische Sozialismus aber lebt – denn seine Ziele sind stets aufs Neue zu erreichen, da sie unausweichlich mit den Interessen der Mächtigen kollidieren.</p>
<p><strong>Wer ist der Feind des neuen Sozialismus</strong>, wer profitiert von den global liberalisierten Strukturen des Kapitalismus? Es sind erstaunlich viele. War es früher der Firmenpatriarch oder der Großgrundbesitzer, der sich als Teil des Adels oder des Bürgertums mit dem Segen der Kirche das Recht der Knechtung herausnahm, so ist heute jeder Arbeitnehmer, der in abgesicherter Position für seine Altersvorsorge in einen Hedge-Fonds einzahlt, am Untergang einst sicher scheinender Gesellschaftsstrukturen beteiligt – also Frau und Mann von nebenan. Auch wider eigenes Wissen. Denn so sehr ein Kapitalmarkt eine offene Gesellschaft, die ihre Risiken kennt, bereichern kann, so sehr zerstört der absichtlich von der Leine gelassene (wiewohl durchwegs demokratisierte) Finanzmarkt das Soziale unserer Kultur. Kurzfristige Erträge und fast irreale Renditevorschreibungen machen jedes nachhaltige und vernünftige Wirtschaften unmöglich.Währungsspekulationen zwingen Volksgemeinschaften zwar oft zu schmerzhaften, wenngleich sinnvollen Reformen, zerstören mithin aber auch gewachsene Kulturen und fördern das Aggressionspotenzial innerhalb der Gemeinschaften. Ein neuer Sozialismus hat also viele Aufgaben. Er muss denLeuten Brot geben und Sinn vermitteln, er muss Arbeit sichern, so weit dies noch möglich ist, er muss die Gesellschaft befrieden und das Spirituelle des Ideologischen auf positive Weise wiederbeleben. Er muss das Individuum in seiner Ausprägung stützen und dennoch seine kollektivistische Ader anzapfen. Ein neuer Sozialismus kann sich viele Namen geben, etwa „Kooperativismus“, oder „Basisdemokratie“, er muss es nur schaffen, den in das kranke System stützend eingebundenen Mittelstand auf seine Seite zu ziehen. Dann wird es ein paar Banker weniger geben, die abends in Frankfurt darüber nachdenken, wie man die Arbeitslosigkeit Dritter in einen eigenen Porsche verwandelt. Unabhängig davon scheint es möglich, dass auch der Finanzmarkt an die Wand fährt und die Globalisierung von anderen Kräften als jenen des Kapitalismus (dessen Dynamik aber immerbahnbrechend bleibt) beherrscht wird. Die eine Ordnung geht, eine andere Ordnung kommt: die Französische Revolution 1789, der bürgerlichnationale Aufstand 1848, die Oktoberrevolution 1917, die nationalsozialistische Machtübernahme 1933, die angloamerikanische Zwangsdemokratisierung 1945-48, der Fall des Kommunismus 1989. Der sich beschleunigende Zeitlauf weist für die entwickelten Gesellschaften auf eine schnelle Abfolge von kurzer, heftiger Instabilität und gleichfalls kurzer Stabilität hin. Augenblicklich drängen neue Volkswirtschaften – ehemals Dritte Welt – in unsere einst gesicherten Schlüsselindustrien und vernichten Teile des Arbeitsmarktes. Den Profit dieses ungleichen Wettbewerbs nehmen die Konzerne mit, die, wie schon erwähnt, von den Finanzmärkten zu immer höheren Renditen gedrängt werden. Ein neuer Sozialismus muss also auch ein internationaler Sozialismus sein, denn gleiche Sozialstandards lassen sich nur mehr auf transnationaler Ebene herstellen. Für diese Standards werden die neuen Volkswirtschaften Teile ihrer Lohnflexibilität opfern müssen. Und wir werden auf Teile unserer Errungenschaften verzichten, vor allem auf die „wohlerworbenen Rechte“. Das wird jene, die auf diesen wohlerworbenen Rechten ein zurückgelehntes und gesichertes Leben führen, am härtesten treffen; von ihnen – darunter auch nicht wenige Sozialdemokraten und Grüne – ist Widerstand gegen einen neuen Sozialismus zu erwarten, sie werden ihre alte Klienten-Solidarität gegen einen gerechten Egalismus mit Krallen und Klauen verteidigen. So ist es auch nicht absurd, dass ein neuer Sozialismus einen Spruch wie „Weniger Staat und mehr privat“ auf seine Fahnen schreiben kann, wenn der Staat doch nur eine systemerhaltende Gruppe und einige Profiteure bedient. Und nicht mehr seiner Aufgabe nachkommt, durch die Subvention von Bildung und der Herstellung von echter Chancengleichheit für eine Befreiung aus miserablen Umständen zu sorgen.</p>
<p><strong>So ist es gleichfalls nicht absurd</strong>, dass ein neuer Sozialismus die Freiheit vor die Gleichheit stellt, und die Brüderlichkeit vor die Solidarität. Die Gleichheit der Bessergestellten und die Solidarität der Abgesicherten war immer schon eine Selbstverständlichkeit. Der neue Sozialismus wird den Fünften Stand vertreten, jene, die heute überraschend oder erwartet, unschuldig oder selbst verschuldet zwischen den Stühlen stehen. Das ist inzwischen etwa ein Viertel der Bevölkerung (und gefühlt noch etwa zehn Prozent mehr). Jene warten nur auf Ideologie und Zündfunke. Die Sozialdemokratie, das hat man gerade wieder gesehen, hat für diese Leute nur alte Westen im Schrank. Sie selbst trägt neue Kleider, wer schneidert nun den Blaumann der Bettelmönche?</p>
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		<title>Ziegel gegen Strache</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 19:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[04 Digital World]]></category>
		<category><![CDATA[Digital World]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Web20]]></category>

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		<description><![CDATA[Slacktivism revisited: "Kann dieser seelenlose Ziegelstein mehr Freunde haben als H.C. Strache?" fragt eine Facebook Gruppe. 160.000 Slacktivisten – ich inklusive - nahmen sich ein Herz. (...)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;Kann dieser seelenlose Ziegelstein mehr Freunde haben als H.C. Strache?&#8221; fragt eine Facebook Gruppe. 160.000 Slacktivisten – ich inklusive &#8211; nahmen sich ein Herz.</p></blockquote>
<p><strong><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/nicole1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1782" title="nicole" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/nicole1.jpg" alt="nicole" width="192" height="239" /></a>Das heißt, sie wurden Fans</strong> des Facebook-Ziegels, der den blau-gelackten Populisten (zum Stichtag gerade mal 29.000 Fans) damit locker zementierte.</p>
<p><strong>H. (ohne C.) sagt,</strong> er mag sonst auch keine Facebook Gruppen, aber dieser muss man einfach beitreten, denn sie setzt ein Zeichen. Hmmm, denke ich. Ein Zeichen wofür? Dafür, dass die politisch Interessierten zu viel Zeit auf Facebook verbringen? Dafür, dass sich das aktivistische Potential der Digital Natives auf den Mausklick „Gefällt mir“ beschränkt? Gibt übrigens einen eigenen Ausdruck dafür: Slacktivism.</p>
<p><strong>Zugegeben, die beiden Worte</strong> „slacker“ und „activism“ scheinen unvereinbar. Manifestiert sich in ersterem doch die reinste Form des Nichtstuns, des chilligen Abhängens am Sofa, jener von Fernbedienungen und Bierflaschen gesäumten Insel der Seeligen. Zweiteres stellt hierzu den antithetischen Lebensentwurf dar. Wer also bestrebt ist, sich mit einem denkbaren Minimum an Aktivität den denkbar größten Anschein von Engagement zu verleihen, darf nunmehr stolz den Titel „Slacktivist“ tragen. Und der Ziegelstein war bei Gott nicht der erste, an den man vor Verzweiflung den Kopf  knallen wollte.</p>
<p><strong>Wir erinnern uns an den „Sea of Green“? </strong>An jene grünen Welle, die im Vorjahr durch sämtliche sozialen Netzwerke schwappte und Profilbilder entsprechend einfärbte? Um Solidarität mit der „Green Revolution“ im Iran ging’s da. „Ich finde es zutiefst rätselhaft“, schreibt ein bekannter australischer Blogger, „Dass die Leute tatsächlich denken, diese grünen Avatare hätten irgendeine Auswirkung auf das Leben von Menschen, mal abgesehen von ihrem eigenen und dem flauschig-warmen Gefühl der politischen Korrektheit: Oh yeah, ich bin Teil der iranischen Revolution! Zeit für einen Latte Macchiato mit Sojamilch.“</p>
<p><strong>„Slacktivism“</strong> – das ist der Terminus für das Lippenbekenntnis 2.0, für – so meinen zumindest die Gegner – jenen Feel-Good-Online-Aktivismus, der genau null politische oder soziale Folgen hat. Ist ja auch wesentlich komfortabler, mal schnell einer „Rettet den Baum“-Gruppe beizutreten, als sich an selbigen zu ketten und die Bekanntschaft mit polizeilichen Gummiknüppeln zu riskieren. Die Mama hat so was ja angeblich 1984 gemacht. Irgendwo in Niederösterreich nahe Hainburg. Wahrscheinlich nur, weil sie kein Internet und somit keine Alternative hatte.</p>
<p><strong>Heute macht man das schicker.</strong> Man trägt ein Armband, ein sogenanntes „Awareness bracelet“ (sic!) gegen all die Armut auf der Welt. Oh jetzt wäre es leicht, den Verfall der politischen Sitten und die schnöde Schein-Demokratie der schönen neuen Online-Welt anzuprangern. Mach ich nicht. Es reicht völlig, dass <a href="http://ichkandidiere.at/person/kandidatur/korbei/">Robert Korbei</a>, der Geschäftsführer der Wiener Grünen, in diese Falle getappt ist, als er sinngemäß meinte, online kann jeder, erst wer auf Märkten Flyer verteilt, hat das Recht, mitzureden.</p>
<p><strong>Und dann kam jene Lichterkette</strong> ums Parlament, die ihre Existenz einzig und allein Facebook schuldete. Gefolgt von #unibrennt – einer Organisation, die gezeigt hat, welch handfeste Auswirkungen Online-Aktivismus in der Praxis haben kann. Ach, und <a href="http://www.freerice.com">www.freerice.com</a>, der wahrgewordene feuchte Traum jedes Slacktivisten: Eine Website, die es schafft, 7000 Menschen täglich zu ernähren – nur dadurch, dass ein paar Nerds dort ihr Englisch aufbessern. Das Prinzip ist genial. Surfen Sie hin und überzeugen Sie sich selbst. Bringt jedenfalls mehr, als Welthunger auf Facebook zu „bekämpfen“. Und wenn Sie schon dabei sind: Tätigen Sie ihre mazonkäufe doch einfach über <a href="http://www.laafi.at/amazon">www.laafi.at/amazon</a>. Ist zur Abwechslung mal eine österreichische Initiative und bringt wirklich was.</p>
<p><strong>So eindeutig ist das</strong> halt nicht mit dem Slacktivism. Von jeder Wahrheit ist das Gegenteil genauso wahr, sprach Hesses Siddharta. Aber das muss man eben erst einmal aushalten&#8230;</p>
<blockquote><p>Erschienen im WIENER Nr.345 / Mai 2010</p></blockquote>
<p><strong>Mehr zum Thema gesellschaftspolitischer Impact sozialer Netzwerke gibt&#8217;s bei der gleichnamigen <a href="http://www.wienerpost.at/2010/04/social-networks-2-0-gesellschaftspolitischer-impact-sozialer-netzwerke/">Podiumsdiskussion am 27. April (siehe &#8220;Events&#8221;)</a>.</strong></p>
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		<title>Social Networks 2.0: Gesellschaftspolitischer Impact Sozialer Netzwerke</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/04/social-networks-2-0-gesellschaftspolitischer-impact-sozialer-netzwerke/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 07:19:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[Events]]></category>
		<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
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		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Podiumsdiskussion "Social Networks 2.0 – Gesellschaftspolitischer Impact Sozialer Netzwerke" - mit einer Grußnote des „Seelenlosen Ziegelsteins“.
Diesmal liegt der Schwerpunkt auf zivilgesellschaftlichen Initiativen und Projekten. Es diskutieren Romy Grasgruber (Organisatorin der Lichterkette), Sibylle Summer (Sprecherin des Republikanischen Clubs), Michael Eisenriegler (Media Clan) und Erich König (BSA-Medienberufe).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/ziegel1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1953" title="ziegel" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/ziegel1-269x300.jpg" alt="ziegel" width="188" height="210" /></a>Podiumsdiskussion &#8220;Social Networks 2.0 – Gesellschaftspolitischer Impact Sozialer Netzwerke&#8221; &#8211; mit einer Grußnote des <a href="http://www.wienerpost.at/2010/04/ziegel-gegen-strache/">„Seelenlosen Ziegelsteins“</a>.</p>
<blockquote><p>Wann? 27. April, 18.30 bis 21.30h<br />
Wo? <a href="http://www.bsa.at/">BSA</a>, Landesgerichtsstraße 16 (<a href="http://maps.google.com/maps?f=q&amp;hl=en&amp;q=Landesgerichtsstrasse%2016%2C%20Wien%2C%20Austria">Lageplan</a>)<br />
<a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=112575365441283">Anmeldung via Facebook</a></p></blockquote>
<p>Es diskutieren <a href="http://www.welt-der-frau.at/index.htm?http://www.welt-der-frau.at/viewcat.asp?ID=3539&amp;cat=1">Romy Grasgruber</a> (Organisatorin der Lichterkette), Sibylle Summer (Sprecherin des <a href="http://www.repclub.at/">Republikanischen Clubs</a>), <a href="http://mediaclan.at/me.html">Michael Eisenriegler</a> (Media Clan) und Erich König (BSA-Medienberufe).</p>
<p>Diesmal liegt der Schwerpunkt auf zivilgesellschaftlichen Initiativen und Projekten.<br />
Fragestellungen sind u.a.:</p>
<ol>
<li> Was können zivilgesellschaftliche Initiativen oder Initiativen von Einzelpersonen erreichen?</li>
<li> Kooperieren &#8220;neue&#8221; und &#8220;traditionelle&#8221; Zivilgesellschaft?</li>
<li> Korrespondieren virtuelle und reale Politik?</li>
<li> Was könnten Transmissionsriemen sein?</li>
<li> Wie ist das Verhältnis zwischen Zivilgesellschaft und Parteipolitik?</li>
</ol>
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		<title>Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und Harald &#8220;Garage X&#8221; Posch im WIENER-Interview (Video)</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/04/mailath-pokorny-und-harald-posch/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 07:19:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Kröß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Harald Posch, Leiter des Koproduktionshauses Garage X am Petersplatz und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny im WIENER-Interview über die Situation der freien Theaterszene in Wien. (Foto: Tsui / Garage X)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.theaterpetersplatz.at/portal/hersteller/regie/44-haraldposch.html">Harald Posch</a>, Leiter des Koproduktionshauses <a href="http://www.theaterpetersplatz.at/portal/">Garage X</a> am Petersplatz und Kulturstadtrat <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Mailath-Pokorny">Andreas Mailath-Pokorny</a> im WIENER-Interview über die Situation der freien Theaterszene in Wien. (Foto: Tsui / Garage X)</p>
<p>Interview: <a href="http://www.wienerpost.at/author/martin-kroess/">Martin Kröß</a><br />
Kamera &amp; Schnitt: <a href="http://www.wienerpost.at/author/nacaseven/">Dominik Gubi</a></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="640" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/mx_fW4IZAwY&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="640" height="385" src="http://www.youtube.com/v/mx_fW4IZAwY&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<blockquote><p>Die Print-Version erscheint im WIENER Nr.245 / Mai 2010</p></blockquote>
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		<title>Maybrit Illner: &#8220;Wie gefährlich ist das Internet?&#8221;</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/04/maybrit-illner-wie-gefahrlich-ist-das-internet/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Apr 2010 07:44:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA["Wie gefähtlich ist das Internet?" - Diese Frage stellte Maybrit Illner gestern in ihrer ZDF-Talkshow einer Reihe illustrer Gäste. Man könnte auch sagen: Die üblichen Verdächtigen... Einen weiterführenden - und, wie wir meinen, etwas weniger manipulativen - Link zum Thema finden sie jedenfalls hier.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1627" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/google-streetview1.jpg"><img class="size-medium wp-image-1627" title="Google Maps Street View Camera" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/google-streetview1-300x201.jpg" alt="Umstrittene Kamera von Google Streetview: Spioniert Google uns aus? (Bild: freefoto)" width="300" height="201" /></a><p class="wp-caption-text">Umstrittene Kamera von Google Streetview: Spioniert Google uns aus? (Bild: freefoto)</p></div>
<p>&#8220;Wie gefähtlich ist das Internet?&#8221; &#8211; Diese Frage stellte Maybrit Illner gestern in ihrer <a href="http://maybritillner.zdf.de/">ZDF-Polit-Talkshow</a> einer Reihe illustrer Gäste. Man könnte auch sagen: Den üblichen Verdächtigen, wie etwa der deutschen Bundesverbraucherschutzministerin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ilse_Aigner">Ilse Aigner</a> (CSU), die erst unlängst damit <a href="http://kress.de/tagesdienst/detail/beitrag/103411-aigner-fordert-von-facebook-mehr-datenschutz-sonst-beende-ich-meine-mitgliedschaft.html">gedroht hatte</a>, ihre Facebook Mitgliedschaft zu kündigen, sollte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Zuckerberg">Mark Zuckerberg</a> seine Vorstellungen von Datenschutz nicht überdenken.</p>
<p>Außerdem im Studio: Unser aller Liebling (und PAYBACK-Autor) <a href="http://www.welt.de/kultur/article5272862/Das-Internet-macht-unser-Hirn-kaputt.html">Frank Schirrmacher</a>, sowie Sevenload-Gründer <a href="http://www.ibrahimevsan.de">Ibrahim &#8220;Ibo&#8221; Evsan</a> (haben wir für den WIENER übrigens auch schon mal interviewt. <a href="http://www.wienerpost.at/2009/11/evsan/">Hier nachzulesen &amp; zu hören.</a>)</p>
<p>Ach, und dann noch <a href="http://kress.de/kresskoepfe/kopf/profil/10309-kay-oberbeck.html">Kay Oberbeck</a>, Chef von Google Deutschland. Den mag ich ja eigentlich, weil ich ihm mein Google Wave Invite verdanke ;) &#8211; aber das ist, wie Michael Ende sagen würde,  eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden&#8230; (Beziehungsweise: Ist ja <a href="http://www.wienerpost.at/2009/11/googlewave/">hier bereits erzählt</a> worden.)</p>
<p>Nicht zu vergessen natürlich: Constanze Kurz war dort, Hackerin und Sprecherin des <a href="http://www.ccc.de/">Chaos Computer Clubs</a>.</p>
<p>Wie es solche Sendungen zu tun pflegen, brachte sie (abseits von einen gewissen Unterhaltungswert und dem kuscheligen Gefühl, beim Zuschauen etwas für die eigene Bildung zu tun) wenig neue Erkenntnisse. Für beide Seiten galt ein wenig das Goethe-Zitat: &#8220;Gegner glauben uns zu widerlegen, wenn sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsrige nicht achten.&#8221;</p>
<p>Wie dem auch sei: Falls Sie die Sendung verpasst haben &#8211; in der ZDF-Mediathek (<a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1015684/Ausgespaeht-und-abgezockt-im-Internet%253F#/beitrag/video/1015684/Ausgespaeht-und-abgezockt-im-Internet%3F">hier</a>) gibt es sie mittlerweile zum Ansehen.</p>
<p>Auffällig manipulativ waren jedoch die vorproduzierten Einspielungen. Vor allem jene über Neonazis, islamischen Terror und Kinderpornographie, sowie Ilse Aigners Reaktion darauf, sie wisse jetzt auch nicht so genau, ob bei letzterem &#8220;löschen oder sperren&#8221; die angebrachte Lösung sei&#8230;</p>
<p>Liebe Frau Aigner:  Dürfen wir Ihnen aus gegebenem Anlass <a href="http://www.wienerpost.at/2009/11/netzsperren-der-kinderporno-bluff/">diesen Link</a> ans Herz legen? Extra für Sie aus dem Archiv gesucht:</p>
<blockquote><p>Andreas Wildberger (ISPA) im WIENER über <a href="http://www.wienerpost.at/2009/11/netzsperren-der-kinderporno-bluff/">Netzsperren gegen Kinderpornographie</a></p></blockquote>
<p>Vielleicht wirds dann weniger peinlich bei der nächsten Diskussionsrunde&#8230;<br />
MfG,<br />
Nicole Kolisch<br />
<script src="http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;MarketPlace=DE&amp;ID=V20070822/DE/wwwwienerpost-21/8001/1e3920f7-bea8-44a2-80bf-d011c17e3047" type="text/javascript"> </script> <noscript>&amp;amp;amp;amp;amp;lt;A HREF=&#8221;http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;amp;amp;amp;amp;amp;MarketPlace=DE&amp;amp;amp;amp;amp;amp;ID=V20070822%2FDE%2Fwwwwienerpost-21%2F8001%2F1e3920f7-bea8-44a2-80bf-d011c17e3047&amp;amp;amp;amp;amp;amp;Operation=NoScript&#8221; mce_HREF=&#8221;http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;MarketPlace=DE&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;ID=V20070822%2FDE%2Fwwwwienerpost-21%2F8001%2F1e3920f7-bea8-44a2-80bf-d011c17e3047&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;Operation=NoScript&#8221;&amp;amp;amp;amp;amp;gt;Amazon.de Widgets&amp;amp;amp;amp;amp;lt;/A&amp;amp;amp;amp;amp;gt;</noscript><noscript>&amp;lt;br /&amp;gt;</noscript></p>
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		<title>#unibrennt revisited: Die Media-Revolution</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2009/12/luca-hammer/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2009/12/luca-hammer/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 18 Dec 2009 20:48:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
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		<description><![CDATA[Er brachte den Uni-Protest ins Netz und damit in unsere Hirne. Blogger Luca Hammer im WIENER-Interview über die unaufhaltbare digitale Revolution.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Er brachte den Uni-Protest ins Netz und damit in unsere Hirne. Blogger <a href="http://www.2-blog.net/2009/was-macht-luca-hammer/">Luca Hammer</a> im WIENER-Interview über die unaufhaltbare digitale Revolution.</p></blockquote>
<div id="attachment_773" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2009/12/luca2.jpg"><img class="size-full wp-image-773" title="Luca2" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2009/12/luca2.jpg" alt="Luca und #unibrennt (Foto: © Sandra Keplinger)" width="200" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Luca und #unibrennt (Foto: © Sandra Keplinger)</p></div>
<p>Revolutionen werden ganz wesentlich von Medien geprägt – besser gesagt: Sie  prägen ihre eigenen Medien. Im revolutionären Frankreich der Wende vom 18. zum  19. Jahrhundert waren das Papierzeitungen, die sich zwischen Sturm auf die  Bastille und Napoleon sprunghaft entwickelten, ihre Erscheinungsweise von  monatlich auf wöchentlich umstellten (den Speed der Nachrichtenvermittlung also  vervielfachten), mit neuen Ausdrucksformen der Bildpublizistik wie Vignetten und  Karikaturen verschmolzen und so ein informationsoptimiertes Mashup verschiedener  Stilmittel bildeten.</p>
<p>Seither ist viel Zeit vergangen, und man kann alles  über die französische Mutter aller Schlachten um Freiheit und Bürgerrechte  online <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zeittafel_zur_Franz%C3%B6sischen_Revolution">auf Wikipedia nachlesen</a>, ohne Geld dafür bezahlen zu müssen. Damit wären  wir auch schon bei der Revolution des 21. Jahrhunderts. Die hat sich nicht damit  begnügt, Medien zu prägen – sie hat das Medium Web gleich ganz zur Revolution  gemacht. Und jetzt frisst sie zusammen mit ihren Kindern alle Großväter aus  Wirtschaft, Kultur und alten Medien, die sich ihr in den Weg  stellen.</p>
<p>Seit einiger Zeit nennt sich die Revolution Studentenprotest –  und knabbert sogar die Politik an. Mit nichts weiter als Twitter, Facebook und  ein paar spezialisierten Infrastruktur-Anbietern im digitalen Raum, die kein  Geld verlangen für das, was sie anbieten: Datenmanagement und Speichervolumen.  Mehr braucht es offenbar nicht, um Informationen annähernd in Echtzeit an ihr  Zielpublikum zu bringen, in Dialog mit relevanten Massen an Bürgern zu treten  und soziale Wellenbewegungen zu erzeugen.</p>
<p>Das lässt viele erstmal  schaudern, wie es Neuerungen oft so an sich haben. In ein paar Jahrzehnten, wenn  sich die Gänsehaut wieder gelegt hat, wird man vielleicht entspannt erklärende  Beiträge und Links dazu auf Wikipedia finden. Der WIENER hat für die Zeit  dazwischen schon mal den jungen Mann ausfindig gemacht, der dem Studentenprotest  in Österreich die ersten Weichen gestellt hat: <a href="http://www.2-blog.net/2009/was-macht-luca-hammer/">Luca Hammer</a> (21), Blogger,  Student der Publizistik und Initiator des schon legendären Video-Livestreams aus  dem Wiener Audimax, der innerhalb weniger Stunden zur Nachrichtenquelle Nr. 1  für Tausende wurde, die authentische Informationen zu den Geschehnissen der  Hochschulrevolte 2009 suchten.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Das Interview </span>(<em>Anm.:</em> <a href="http://www.wienerpost.at">wienerpost</a> veröffentlichte vor kurzem das <a href="../2009/12/unibrennt/">Videointerview zu #unibrennt</a>, die Printversion lesen Sie hier.)</p>
<div id="attachment_770" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2009/12/luca11.jpg"><img class="size-medium wp-image-770 " title="Luca Hammer (Foto: © Sandra Keplinger)" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2009/12/luca11-200x300.jpg" alt="Luca Hammer (Foto: © Sandra Keplinger)" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Luca Hammer (Foto: © Sandra Keplinger)</p></div>
<p><strong>Wie bist du zur  Protestbewegung gekommen?</strong><br />
Über Twitter habe ich von der Audimax-Besetzung  erfahren und bin am nächsten Tag hin.<br />
Es wurde geraucht, getrunken, laute  Musik gemacht – ich war ziemlich enttäuscht. Dann habe ich selbst getwittert,  Fotos gemacht und online gestellt – und einen ersten Livestream mit dem Handy  verbreitet.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Der Protest hat sich dann rapide entwickelt.</strong>..<br />
Im ersten  Plenum hab ich dann begriffen, was der Protest will. Mittlerweile waren  Arbeitsgruppen eingerichtet – es gab Kampfredner, die zu radikal waren, aber es  war auch viel Gutes dabei. Das habe ich wieder getwittert und sehr schnell  gemerkt, dass die Leute mitgehen und großes Interesse zeigen. So bin ich am  nächsten Tag mit Kamera und Laptop wiedergekommen und habe einen richtigen  Livestream angefangen, mit einer eigenen Site.<br />
Innerhalb weniger Minuten  hatten wir mehrere hundert Zuseher und über Twitter hat es sich wahnsinnig  schnell verbreitet. Am selben Abend gab es dann ständig an die 1000 Zuseher, die  den Video-Stream vom Plenum verfolgt haben. Ich war selbst überrascht, wie viele  Leute das interessiert hat. Damals hat es ja in den klassischen Medien noch kaum  Berichte darüber gegeben.</p>
<p><strong>Livestream, Twitter, Facebook – auch eure  Website war blitzschnell da&#8230;</strong><br />
Ich hab mich in der Nacht von Samstag auf  Sonntag an den Laptop gesetzt und die Vorgaben der Arbeitsgruppe Website  umgesetzt. Ein Uni-Institut hat uns einen Server zur Verfügung gestellt,  irgendeiner hat die URL gekauft &#8211; das war’s.</p>
<p><strong>unsereuni.at ist jetzt  sozusagen das Zentralorgan des Protests. Wer gibt eigentlich die Inhalte frei,  die dort veröffentlicht werden?</strong><br />
Grundsätzlich steht das allen offen. Es gibt  eine Arbeitsgruppe Presse und eine Arbeitsgruppe IT, die haben je einen  Administratoren-Account, mit dem sie neue User hinzufügen können. Derzeit sind  ca. 260 User-Accounts angemeldet, von denen um die 100 schreiben. Dadurch  bekommt man viel mehr Informationen, die viel schneller nach außen gehen. Wir  machen es wie Wikipedia: Schlechte oder falsche Inhalte hören zwar nicht auf zu  existieren, aber sie gehen unter, weil sie durch die Masse korrigiert  werden.</p>
<p><strong>Was macht für dich den medialen Erfolg des Protestes aus?</strong><br />
Die  Vielzahl an Säulen, auf denen er steht. Es geht darum, alle, die mitmachen zu  informieren über das, was passiert. Und diese Informationen gehen  selbstverständlich auch nach außen. Man könnte es gleichzeitig als PR  bezeichnen. Es werden ja auch Presseaussendungen online gestellt oder  Solidaritätserklärungen. Es ist die Kombination aus Kommunikation und  Organisation. Und die komplette Sache ist transparent – das ist ganz wichtig. Es  ist sozusagen öffentliches Lobbying, Menschen zuammenzubringen und zugleich  dafür zu sorgen, dass es nach außen dringt.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Kann man euch abdrehen?</strong><br />
Da  es keine Hierarchie gibt, ist es schwer, der Schlange den Kopf abzuschlagen.  Natürlich könnte man die Websites abdrehen, aber dann gäbe es immer noch  studiVZ, Facebook, twitter. Da kommt man nicht so einfach dran. Selbst wenn –  wir wären sofort auf einer anderen Plattform. Das ist der Vorteil unserer  Flexibilität.</p>
<p><strong>Was ist deine persönliche Meinung zum Protest?</strong><br />
Meine  persönliche Meinung – ich glaube nicht, dass man die Bewegung so einfach stoppen  kann. Auch das Audimax als physischer Ort spielt keine so große Rolle. Ich  hoffe, dass die Bewegung nicht mehr auf diesen Raum fixiert ist, sondern dass  sie als solche lebt und stark genug vernetzt bleibt, um unabhängig davon  aktivierbar zu sein – dass sie durch spontane Besetzungen zusammentrifft, dass  sie breiter wird, nicht nur auf Studenten beschränkt bleibt und letzten Endes  das ganze politische System verändert.</p>
<p>Das Video zum Interview <a href="../2009/12/unibrennt/">findet sich hier</a>.<br />
<em>Feedback und Kommentare auf Twitter bitte taggen: #WIENER342/054</em></p>
<blockquote><p>DIE FAKTEN<br />
Luca Hammer (21) ist Blogger (<a href="http://www.2-blog.net">http://www.2-blog.net</a>), Strategieberater und  Autor. Er studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Uni in  Wien, arbeitet bei <a href="http://www.mehrblick.at">Mehrblick &#8211; Studio für Ideenarchitektur</a>, hält Vorträge über  die Medienzukunft und kümmert sich um <a href="http://www.bloegger.at/">Blögger</a>, eine Initiative zur Vernetzung  und Stärkung österreichischer Blogs.</p>
<p>#UNIBRENNT ONLINE IN ZAHLEN:</p>
<ul>
<li>Unsereuni.at Website: Über 1 Million Zugriffe, CMS: Wordpress, Dedicated Server (3 verschiedene Server über die Zeit)</li>
<li>Unsereuni-Wiki: 842 Seiten</li>
<li>Facebook &amp; studiVZ: ebenfalls je etwa 1 Million Zugriffe</li>
<li>Twitter: 66.000 Tweets (potentiell 21 Millionen Menschen erreicht) &#8211; Eine genaue Analyse dazu gibt es bei <a href="http://www.baeck.at/blog/2009/11/27/unibrennt-215-millionen-reichweite-in-4-wochen/">Gerald Bäck</a> bzw. <a href="http://wissenbelastet.com/2009/11/27/unibrennt-auf-twitter-eine-analyse/">Max Kossatz</a></li>
</ul>
<p>DER LIVESTREAM:</p>
<ul>
<li>Verwendeter Streaming-Dienst: Ustream.com</li>
<li>Der  unibrennt-Livestream wurde &#8211; hochgerechnet &#8211; bereits 33 Jahre lang  abgerufen.</li>
<li>Archivierte Aufnahmen: 229</li>
<li>Maximale gleichzeitige Zugriffe:  3000 Zuschauer</li>
<li>Gesamt-Sendezeit: 21 Tage, 41 Minuten, 36 Sekunden</li>
</ul>
</blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline;">Weiterlesen?</span></p>
<ol>
<li>Luca beschreibt auf seinem Blog recht eindrucksvoll seine Erlebnisse mit #unibrennt<em>: </em><a href="http://www.2-blog.net/2009/unsereuni-und-das-social-web/">&#8220;#unsereuni und das Social Web&#8221;</a></li>
<li>Kristina Pilz / Michael Reimon: <a href="http://www.scribd.com/doc/24141689/Unibrennt-INTOR-PilzReimon2009">&#8220;#unibrennt &#8211; Über die Organisation und interne Kommunikation der Studierendenproteste im Herbst 2009&#8243;</a></li>
</ol>
<p><em><br />
</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Grenzen setzen: Die Lehre aus der Krise</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2009/12/nowotny/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 18:36:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Havas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Er will sich nicht darauf verlassen, dass die Banken-Bosse aus der Krise gelernt haben. Er will sie an die Kandare nehmen - mit neuen, scharfen Regeln. Der Gouverneur der Nationalbank, Ewald Nowotny, im WIENER-Interview.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_586" class="wp-caption alignleft" style="width: 245px"><strong><strong><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2009/12/nowotny.jpg"><img class="size-medium wp-image-586" title="nowotny" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2009/12/nowotny-235x300.jpg" alt="Univ.-Prof. Dr. Ewald Nowotny (Foto: Ingo Pertramer)" width="235" height="300" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">Univ.-Prof. Dr. Ewald Nowotny (Foto: Ingo Pertramer)</p></div>
<p><strong>Ist die Krise vorbei, sind wir noch mittendrin oder stehen wir doch erst am Anfang?</strong></p>
<p>Nun, es war eine wirklich schwere und gefährliche Krise mit Ausgangspunkt auf der Finanzseite. Mit einer Reihe von Ursachen wie Fehlentwicklungen im Bankenbereich durch mangelnde Regulierung. Das hat bis zur Gefahr einer Funktionsunfähigkeit des ganzen Bankwesens geführt. Durch einen Massiveinsatz der Notenbanken und der Finanzpolitik ist es gelungen, diese gefährliche Situation zu überwinden. Die Finanzkrise dürfte heute überstanden sein. Die Krise hat sich aber in den realwirtschaftlichen Sektor verlagert, mit einem weltweiten Rückgang des Wirtschaftswachstums. Da dürfte jetzt aber auch der Tiefpunkt erreicht sein, und wir stehen nun am Beginn eines – sehr langsamen – Aufschwungs. Das heißt, dass etwa Arbeitslosigkeit und Budgetdefizite noch weiter steigen werden. Das Ärgste dürfte jedoch überstanden sein, aber bis zu einer kompletten Normalisierung wird es noch einige Zeit dauern.</p>
<p><strong>Was meinten Sie mit gefährlicher Situation?</strong></p>
<p>Eine Weltwirtschaftskrise wie in den 1930er Jahren.<br />
Damals haben Notenbanken und Finanzwesen falsch reagiert und massenweise Bankenzusammenbrüche zugelassen. Das hat zu einem massiven Einbruch der Wirtschaft und zu Massenarbeitslosigkeit geführt. Im aktuellen Krisenfall war das Grundthema aller Finanzpolitiker jenes, dass wir eine Krise wie in den  1930er Jahren um jeden Fall verhindern müssen.<br />
Das ist auch gelungen. Insofern war das vergangene Jahr eines der wenigen Beispiele, wo die Wirtschaftspolitik aus der Vergangenheit gelernt hat.</p>
<p><strong>Aber hat sie wirklich gelernt? Es sieht so aus, als würde man jetzt einfach weitermachen wie vorher.</strong></p>
<p>Ich glaube, die Wirtschaftspolitik hat gelernt.<br />
Ob die Banker gelernt haben, das wird sich erst zeigen. Wobei man nicht zu sehr auf einen Lernprozess der Banker vertrauen sollte, sondern es braucht eine bessere, umfassendere Regulierung.</p>
<p><strong>Kann die Politik oder können Regierungen das überhaupt? Oder sind die nicht alle sowieso in der Geiselhaft der Konzerne und Großunternehmen?</strong></p>
<p>Natürlich gibt es Lobbys. Aber es wäre zu pessimistisch gedacht, dass wir wirklich nur mehr fremdgesteuert wären. Es gibt auch schon konkrete Vorschläge für neue Regulierungen, für bessere Aufsichtsverfahren. Aber das sind natürlich alles mühsame Prozesse. Wir werden als Ergebnis keine perfekte Welt haben, aber doch eine bessere.</p>
<p><strong>Im letzten WIENER meinte Kurt Rothschild, man könne durchaus auch radikalere Dinge andenken. Wie die Rückkehr zu reinen Regionalbanken, das Verstaatlichen von Banken&#8230;</strong></p>
<p>Das sind interessante Gedanken. Aber ich halte sie ehrlich gesagt nicht für sehr realistisch. In der Krise ist es ja auch tatsächlich zum Teil zu massiven Verstaatlichungen gekommen, gerade auch in den USA. Aber das ist kein Dauerinstrument, es ist ein Kriseninstrument. Auf Dauer wären starke Regulierungsmechanismen wichtiger.</p>
<p>Es scheint derzeit so, wenn Institutionen schlechter funktionieren, wenn sie sich zu sehr vom Staat abkoppeln, siehe ÖBB .</p>
<p><strong>Ist in der letzten Zeit vielleicht zu stark privatisiert worden?</strong></p>
<p>Es gibt in der wirtschaftshistorischen Welt in Sachen Verstaatlichung Wellenbewegungen. In den letzten Jahren war die Tendenz zur Deregulierung und Privatisierung in manchen Bereichen überzogen. Gerade im Bankensektor. Je nachdem hat sich die Bankenkrise in den einzelnen Ländern durchaus unterschiedlich ausgewirkt.<br />
Die USA hatten als Folge einer massiven Deregulierungspolitik, die verbunden war mit ideologischen Vorstellungen, eine massive Krise. Schon das Nachbarland Kanada hat eine wesentlich stärkere Regulierungspolitik und eine wesentlich geringere Krise erlebt. Diese Dinge sind nicht quasi wie Naturgewalten, sondern haben schon zu tun mit wirtschaftspolitischer Gestaltung.</p>
<p><strong>War das alles wirklich so unvorhersehbar? Es gab doch immer wieder Warner etwa aus Nicht-Regierungsorganisationen, zum Beispiel Attac&#8230; Haben die, die es wissen hätten sollen, es nicht gewusst?</strong></p>
<p>Es hat warnende Stimmen gegeben, dass sich hier Ungleichgewichte und Blasen entwickeln. Der Punkt war eben der, welche Schlussfolgerungen ziehe ich daraus. Gerade in einem sehr profitgesteuerten System, wie dem amerikanischen Bankensystem, hat natürlich die Tendenz bestanden es quasi zu weit zu treiben. Der damalige Generaldirektor der Citibank Charles Prince sagte: Solange die Musik spielt, muss man tanzen. Das hat sich als Fehler erwiesen. Sein Argument war, hätte ich es nicht gemacht, wären meine Gewinne geringer gewesen und meine Aktionäre hätten mich verjagt. Das Problem war daher, dass überzogene Gewinnerwartungen das Handeln der Manager bestimmten. Das ist sicherlich eine der Lehren, die wir aus dieser Krise ziehen müssen.</p>
<p><strong>Hilft diese Krise dem scheinbar unaufhaltsamen Vormarsch von neuen Wirtschaftsmächten wie China?</strong></p>
<p>Asien hat sich aktuell sicherlich sehr viel besser geschlagen und hat daher einen Wettbewerbsvorteil, und der wird auch genutzt. Es gibt einen unübersehbaren Bedeutungszuwachs der ostasiatischen Staaten, auch einen entsprechenden Zuwachs an Selbstbewusstsein. Von den zehn größten Banken der Welt sind vier bereits chinesische Banken. Da ist schon ein Strukturwandel unterwegs, den wir in den einzelnen Auswirkungen wahrscheinlich derzeit noch gar nicht abschätzen können.</p>
<p><strong>War die Krise in Österreich so stark wie in anderen Ländern? Oder hat man sich mehr zu Tode gefürchtet?</strong></p>
<p>Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen haben uns vergleichsweise weniger getroffen. Die österreichischen Banken waren nicht so stark in sogenannte „toxic assets” engagiert, waren aber natürlich betroffen von den allgemeinen Auswirkungen. Hier haben wir als Notenbank massiv und rasch reagiert und de facto eine Zeit lang den<br />
Geldmarkt ersetzt und die Banken gestützt. Dadurch hat in Österreich kein einziger Sparer auch nur einen Euro verloren. Für Österreich war es auch von enormem Vorteil, dass wir Mitglied der Eurozone sind. Weil wir damit nicht Opfer spekulativer Attacken sein können. Gerade jetzt hat sich gezeigt, dass selbst Staaten, die eine gesunde Wirtschaftspolitik betreiben, wie zum Beispiel Dänemark oder Schweden, auch massiven Attacken ausgesetzt waren und letztlich auch unterstützt werden<br />
mussten. Hier hat sich für Österreich als kleines Land der Euro als Schutzschild enorm bewährt.</p>
<p><strong>Werden diese ganzen undurchsichtigen Finanzmodelle wieder aufblühen?</strong></p>
<p>Es gibt immer eine Art Spiel zwischen Regulatoren und sehr findigen und gut bezahlten Investmentbankern, die neue Modelle entwickeln. Unser Weg wird jener sein, zu erzwingen, dass, je komplexer und je schwieriger solche Modelle sind, eine umso höhere Kapitalhinterlegung erforderlich ist. Damit es nicht mehr möglich ist bei geringem Eigenkapital große Räder zu drehen.</p>
<p><strong>Wer bezahlt die Krise? Sollte das nicht die Finanzwirtschaft tun, etwa durch Tranksaktionssteuern anstelle im Nachhinein den unschuldigen Steuerzahler zu belasten, um die Defizite auszugleichen?</strong></p>
<p>Hätte man nicht interveniert, wäre es eine Weltwirtschaftskrise geworden, die alle mitgerissen hätte. Daher lautet die Frage eher: Wer zahlt für die Krisenvermeidung? Denn die war im Interesse aller. Wir sehen in allen Staaten, dass als Folge der Krise die Staatsdefizite massiv hinaufgehen. Das ist in der Krise auch notwendig, aber nicht als Dauerzustand. Die Fragen nach dem Bezahlen für die Krise wird dann eintreten, wenn es darum geht, diese Budgetdefizite abzubauen. Und da geht’s letztendlich um die Entscheidung, inwieweit man das über die Ausgabenseite, bzw. inwieweit man das über die Eingabenseite macht.</p>
<p><strong>Was soll ein normaler Sparer oder auch Anleger tun? Gold kaufen? Sparbücher anlegen? Oder trotzdem wieder am Aktienmarkt oder in andere Formen investieren?</strong></p>
<p>Es steht mir nicht zu, als Notenbankgouverneur Anlagetipps zu geben. Allerdings habe ich eine sehr klare Meinung, dass die Inflationsfurcht, die von manchen genährt wird, zumindest im Euro-Raum nicht berechtigt ist. Die Zielsetzung der europäischen Zentralbank ist breite Stabilität.</p>
<p><strong>Wo legen Sie selbst Ihr Geld an?</strong></p>
<p>Ich bin vor kurzem erfreulicherweise Großvater geworden und habe meiner Familie beim Erwerb einer Wohnung geholfen. Das ist die schönste Geldanlage, die man sich überlegen kann.</p>
<p><strong>Sie haben einen bekannt wechselvollen Werdegang, vom Universitäts- bis zum Bankensektor und politischem Engagement. Sie konnten die Wirtschaft von ganz verschiedenen Seiten sehen und mitgestalten. Was war am interessantesten?</strong></p>
<p>Man muss Unterscheiden zwischen Spaß und interessant. Persönlich am wohlsten habe ich mich immer in meiner Arbeit als Wissenschafter gefühlt. Am interessantesten ist sicherlich die Aufgabe, die ich jetzt hier habe. Es natürlich schon faszinierend, eine solche makroökonomische Herausforderung hautnah zu erleben. Insbesondere, weil ich ja eben nicht nur Gouverneur der Österreichischen Nationalbank bin, sondern in dieser Funktion auch Mitglied des Rates der Europäischen Zentralbank und daher in einem der wichtigsten geldpolitischen Entscheidungsgremien der Welt mitwirken kann. Das ist schon eine sehr faszinierende Aufgabe. Es ist zwar nicht so, dass ich unbedingt das Abenteuer suche, aber wenn es kommt, bin ich bereit, mich damit auseinanderzusetzen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Die BAWAG-Aufgabe war ja sicher auch nicht unspannend.</strong></p>
<p>Ja. Aber auch da habe ich die Spannung nicht gesucht, aber man kann es sich nicht immer aussuchen.</p>
<p><strong>Es gibt ja immer wieder Leute, die sagen, das mit dem Geldmarkt kann überhaupt nie wirklich gut funktionieren. Kehren wir doch zurück zum Tauschhandel.</strong></p>
<p>Das sind zwar liebenswerte Ideen, aber sie sind meines Erachtens völlig unrealistisch und auch nicht wünschenswert. Geschichtlich gesehen sind Hochkulturen immer mit entwickelten Geldmärkten verbunden. Nur durch den Geldmarkt ist eine arbeitsteilige Wirtschaft in größerem Maße möglich. Ich würde sagen, Geldmärkte sind ein wichtiger Teil der Kulturleistung, aber sie müssen eben kontrolliert werden.</p>
<p><strong>Ihre Funktion läuft bis 2013. Planen Sie darüber hinaus Gouverneur zu bleiben? Oder gibt es andere politische oder sonstige Funktionen, die Sie noch anstreben würden?</strong></p>
<p>Historischgesehen haben Notenbanker eine erfreulich hohe Lebenserwartung. Aber wie ich das nutze, dafür habe ich noch Zeit zu überlegen. Aber Ich fühle mich jetzt hier sehr wohl und zähle im internationalen Vergleich eher zu den jüngeren Zentralbankern.</p>
<blockquote><p><strong>DIE FAKTEN</strong><br />
Univ.-Prof. Dr. Ewald Nowotny, 65, geboren in Wien, verheiratet, ein Sohn, ist seit September 2008 Gouverneur der <a href="http://www.oenb.at">Österreichischen Nationalbank</a> und Mitglied des Rats der Europäischen Zentralbank. Davor war er (unter anderem) Generaldirektor der BAWAG P.S.K.-Gruppe, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank, Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat und Vorsitzender des Finanzausschusses, ordentlicher Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien sowie deren Vizerektor.</p></blockquote>
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		</item>
		<item>
		<title>Web für alle</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2009/11/web-fur-alle/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 12:45:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesestoff]]></category>
		<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Das österreichische E-Government Gesetz kennt keine faulen Kompromisse: Freier Zugang zur Information muss ausnahmslos für alle Gruppen der Bevölkerung ermöglicht werden. Die Realität sieht freilich anders aus. Accessible Media. Das klingt wie eins dieser ach-so-coolen Buzzwörter, welche die Werbebranche gern im Mund führt. Ist es aber nicht. Vielmehr geht es darum, Grundrechte durchzusetzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2009/11/93571524_43b1e4070f.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-356" title="93571524_43b1e4070f" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2009/11/93571524_43b1e4070f-300x199.jpg" alt="93571524_43b1e4070f" width="300" height="199" /></a>Das österreichische E-Government Gesetz kennt keine faulen Kompromisse: Freier  Zugang zur Information muss ausnahmslos für alle Gruppen der Bevölkerung  ermöglicht werden. Die Realität sieht freilich anders aus.<br />
</em><br />
<strong>Accessible  Media.</strong> Das klingt wie eins dieser ach-so-coolen Buzzwörter, welche die  Werbebranche gern im Mund führt. Ist es aber nicht. Vielmehr geht es darum,  Grundrechte durchzusetzen: Das Recht auf Information zum Beispiel. Und das Recht  auf Chancengleichheit.</p>
<blockquote><p>„So wichtig es wäre, jede Gehsteigkante abzuschrägen,  so wichtig ist es auch, dass Information, unabhängig von den körperlichen oder  technischen Gegebenheiten zugänglich ist“</p></blockquote>
<p>sagt <a href="http://www.alexandra-steiner.at/">Alexandra Steiner</a>. Als  Webdesignerin, die selber im Rollstuhl sitzt, hat sie sich auf Barrierefreiheit  im Netz spezialisiert. Wo im Netz Barrieren sind? Für das Auge kaum erkennbar.  Für Ausgabegeräte allerdings schon. So verwenden etwa blinde User einen  Screenreader, der ihnen Inhalte von Webseiten vorliest. Das Gerät interessiert  sich nicht für das schicke Design, sondern ausschließlich für den Quellcode, aus  dem eine Seite gestrickt ist. Dafür ist es unumgänglich, dass dieser Quellcode  sauber geschrieben wurde. Programmiertechnische Schnitzer und „Grammatikfehler“  in der Hypertext Markup Language wird ein sehender User nie merken. Und jeder,  der schon einmal eine Website selbst gepfuscht hat, ist heilfroh, wenn ihm  niemand in den zugehörigen Quellcode schaut.</p>
<p>Tja, bad news: Ein Screenreader  schaut da sehr wohl. Und leider bringt ihn jede Schlamperei dazu, zu stolpern  und unbrauchbare Informationen auszuspucken. Folgerichtig liest das Gerät  entweder das wirre Durcheinander des Codes vor – oder im schlimmsten Fall  einfach gar nichts, womit im Handumdrehen eine ganze Bevölkerungsgruppe vom  Konsum der Website ausgeschlossen ist.</p>
<p>Steiner:</p>
<blockquote><p>„Das mag noch angehen, wenn  es sich um einen privaten Webauftritt handelt. Geschäfte und Dienstleister  sollten aber noch einmal drüber nachdenken, ob sie wirklich auf ein ganzes  Kundensegment verzichten wollen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zumal – das sei hier nur am Rande erwähnt -   auch alte Browser vor Quellcode-Schwampf kapitulieren: Wer mit Internet Explorer  6 unterwegs ist, ist de facto auch ein behinderter User, dem viele Seiten  verwehrt bleiben.</p>
<p>Schon Kleinigkeiten könnten die Situation verbessern.  Etwa, wenn man jedem Bild eine (nur hinter den Kulissen, im sogenannten Backend  sichtbare) Beschreibung beifügt, damit ein Screenreader die Bilder lesen kann.  Dabei geht es nicht nur darum, dass auch blinde Menschen das Foto „Urlaub mit  Wuffi in Böheimkirchen“ genießen können. Vielmehr sind Bedienungselemente auf  Webseiten oft in Bilddateien versteckt. Beispiel gefällig? Hübsch gemalte Pfeile  mit Vorwärts/Rückwärts Funktion, die eben nicht Text, sondern graphisches  Element sind und die Navigation für Screenreader unmöglich machen. Bilder sind  für ihn einfach nicht dechiffrierbar, die Seite in Folge nicht nutzbar für  blinde Menschen.</p>
<p>Für Google übrigens auch nicht. „Google ist der  bekannteste blinde User“, sagt <a href="http://www.bizeps.or.at/person.php?wer=lam">Markus Ladstätter</a>, IT-Fachmann eines  Behindertenberatungszentrums. Suchmaschinen lieben barrierefreie Seiten – alle  anderen kapieren sie nämlich nicht gut.<br />
Conclusio: Wer  „Suchmaschinenoptimierung“ sagt, sollte auch „Accessibility“  sagen.</p>
<p>Okay, kapiert. Sauber arbeiten. Das kommt ohnehin jedem Nutzer,  jeder Suchanfrage zugute. Was aber sollte darüber hinaus bei einer  barrierefreien Webseite beachtet werden?  Tabellen (in HTML) und  wenn möglich auch Flash sind NO-GOs.</p>
<p>Blinde Menschen bewegen sich online  ausschließlich mittels Tastatur. No na: Einen Mauszeiger können sie schließlich  am Bildschirm nicht lokalisieren.</p>
<p><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2009/11/2705451575_4c3bc2c25b_m.jpg"><img class="size-full wp-image-358 alignleft" title="2705451575_4c3bc2c25b_m" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2009/11/2705451575_4c3bc2c25b_m.jpg" alt="2705451575_4c3bc2c25b_m" width="240" height="180" /></a></p>
<p>Tastaturen sind cool. Es gibt sie auch in  Brailleschrift (siehe Bild), aber das ist für die meisten gar nicht nötig. Letztlich hat  nämlich jede 08/15-Tastatur ein Nubsi  unter dem F und dem J (schon mal  aufgefallen?). Das erleichtert die Orientierung via Tastsinn ungemein. Navigiert wird mit der Tabulator-Taste, mit der man gänzlich mausfrei, von  Link zu Link hüpfen kann.<br />
Blöd wird’s halt, wenn Bedienungselemente partout  nur per Maus anzusteuern sind. Wie eben Flash-Animationen, aus denen man ohne  Maus einfach nicht mehr raus kommt&#8230;</p>
<p>Oder auch Formulare. Erwähnt sei  z.B. eine Bank, bei deren Online-Banking der TAN-Code ausschließlich mit der  Maus eingegeben werden kann. Fazit: Blinde Nutzer haben nicht einmal Zugriff auf  ihr eigenes Konto.</p>
<p>Dabei wäre vieles möglich. Wie so oft geht es nur ums  Wollen der Betreiber, nicht um die Hürden technischer Realisierbarkeit. Will man  es blinden Menschen vereinfachen, eine Seite zu bedienen, kann man  beispielsweise auch „Sprunglinks“ einbauen.</p>
<p>Steiner:</p>
<blockquote><p>„Sprunglinks werden auf der  Seite nicht offen angezeigt, im Quellcode aber schon. Es sind somit Links, die  nur für Blinde sichtbar sind.“</p></blockquote>
<p>Sie dienen dazu, die Navigation zu  überspringen und direkt zum Inhalt zu kommen. Ein Vorlesesystem muss dann nicht  jedes mal aufs neue den ganze Navigationssermon runterratschen, der User spart  Zeit und Nerven.</p>
<p>Und wer denkt beim Webdesignen daran, dass es  farbenblinde Menschen gibt? Dass daher rote Schrift auf grünem Grund, abgesehen  von potthässlich, auch für viele nicht erkennbar ist? Eben. Kleine Änderung im  Style Sheet  – große Wirkung!</p>
<p>Grundsätzlich gilt: je übersichtlicher  eine Seite gestaltet ist, desto besser.</p>
<p>Ladstätter:</p>
<blockquote><p>„Das ist von Vorteil für  alle, besonders wichtig allerdings für Menschen mit Lernbehinderungen, die vor  überfrachteten Seiten einfach kapitulieren müssen.“</p></blockquote>
<p>Für sie wurde deshalb  auch ein Easy Youtube Player entwickelt – mit großen, simplen  Bedienungselementen. Kein Gschistigschasti. Nur: ein-aus; laut-leise.<br />
Denn –  das muss auch gesagt werden –  Youtube ist kein barrierefreies Portal. Auch  Amazon ist es nicht. Und Ebay schon gar nicht. Die Großen kümmern sich derzeit  leider einen feuchten Kehricht darum. Steiner: „Aber es wird immer besser. Es  gibt bereits wesentlich mehr barrierefreie Seiten als man denkt!“</p>
<p>Und es  wird auch von technischer Seite her viel getan: Mund-Joysticks für Menschen, die  ihre Arme nicht bewegen können. Eye Tracking oder Blinzel-Systeme für noch  schwerere Arten der motorischen Einschränkung.</p>
<p>Aber all das funktioniert nur,  wenn die Links groß genug sind, um „angeblinzelt“ werden zu können. „More-Tags“  in Blogs, also diese in elender 6-Punkt-Schrift gehaltene Aufforderung zum  Weiterlesen, wird hier zur Hürde. Übrigens auch für ältere Menschen, die  feinmotorisch nicht mehr so fit sind wie ein 17jähriger Digital Native.</p>
<p>Dabei zeigen Studien, dass gerade behinderte Menschen  überdurchschnittlich oft das Web nützen. Nicht nur, weil es viele Amtswege  erleichtert.<br />
Man ist auch freier, da bei computervermittelter Interaktion  statusbezogene Zeichen (Alter, Geschlecht, körperliche Einschränkungen) nicht  mitgeliefert werden. Viele Behinderungen sind keine mehr, sobald man virtuellen  Raum betritt.<br />
Web 2.0  bietet darüber hinaus auch eine große Chance, aktiv  zu werden: Durch die Vernetzung findet man Gleichgesinnte, Probleme werden  sichtbarer und letztlich – davon ist auch Ladstätter überzeugt – finden „mehrere  Leute leichter eine Lösung als einer alleine“.</p>
<p>Also alles Eitelwonne in  Facebookhausen &amp; Co.? Mitnichten.</p>
<p>Gerade Facebook pfeift auf die  Barrierefreiheit. Guter Trick: Das Portal via I-Phone nutzen. Nur dort ist es  für Vorlesesoftware zugänglich. Das neue I-Phone 3GS hat nämlich eine  Vorlesesoftware in seiner Standardausrüstung integriert. Zwar gab es die bislang  auch, aber nur für ca. 300 Euro Aufpreis. Nun ist sie Teil der Erstausstattung  und somit gratis, womit auch fast alle Apps für blinde Nutzer verwendbar werden.  Klar: Apple legt eben großen Wert auf flächendeckende Ver-I-Phonung der  Gesellschaft. Man will keine Zielgruppe aussparen.</p>
<p>Andere sind da nicht  so konsumentenorientiert. Gegen den ORF läuft derzeit eine Klage wegen Verstoßes  gegen das Behindertengleichstellungsgesetz.<br />
Ein gehörloser Konsument fühlte  sich diskriminiert, weil auf der Website des ORF zwar die ZIB 2 on Demand  angeboten wird, allerdings nicht untertitelt und daher unbrauchbar für  Gehörlose. Es kam – wie in solchen Fällen üblich – zunächst zu einer  Schlichtung, bei der beide Seiten ihren Standpunkt darlegten und der ORF sich  verpflichtete, die fehlenden Untertitel nachzureichen. Ist ja wirklich  easy-peasy. Auf Youtube untertiteln die meisten (hörenden) User ihre Videos  selber. Bloß der ORF bringt es offenbar nicht zusammen. Entweder das oder es ist  ihm schlicht wurscht. Trotz Zusage wurde nämlich noch gar nichts in der Sache  unternommen. Daher auch die Klage&#8230;</p>
<p>„Ach, der ORF“, sagt Alexandra  Steiner, „Der hat überhaupt <a href="http://www.orf.at/">einen grauenvollen Webauftritt</a>. Ich verwende diese  Seite immer als negatives Beispiel für meine Schüler. Unübersichtlich – und  natürlich in keiner Weise barrierefrei.“<br />
Und das ist, sagen wir es  unumwunden, einfach nur dumm. Auch wirtschaftlich.<br />
Barrierefreie Seiten sind  auf Netbooks und Smart Phones besser darstellbar, sie funktionieren mit jedem  Browser, sie bieten optimale Nutzerführung für behinderte und nichtbehinderte  Menschen – kurz: Man erreicht mehr Publikum an den unterschiedlichsten  Endgeräten. Steiner:</p>
<blockquote><p>„Barrierefrei bedeutet: Ich mache mein Geschäft ohne  Stufen, weil ich will, dass ALLE zu mir kommen.“</p></blockquote>
<p>Dort, wo tatsächlich  alle betroffen sind, auf den öffentlichen Seiten der Bundesländer und Gemeinden,  spricht auch das Gesetz Klartext: Diskriminierung von Behinderten darf es im  Netz nicht geben. Wie die Vorgabe in der Praxis exekutiert wird, steht auf einem  anderen Blatt.</p>
<blockquote><p><strong>Die Fakten:</strong></p>
<p>Markus Ladstätter (27),  IT-Manager des Behindertenberatungszentrum BIZEPS, setzt sich ein für  Webstandards und Barrierefreiheit im Internet, Studium der Medieninformatik an  der TU Wien<br />
<a href="http://www.bizeps.or.at/">http://www.bizeps.or.at/</a></p>
<p>Alexandra Steiner (35), geboren  in der Steiermark, arbeitet als selbstständige Webdesignerin und Spezialistin  für Accessibility in  Wien<br />
<a href="http://www.alexandra-steiner.at">http://www.alexandra-steiner.at</a></p></blockquote>
<blockquote><p><strong>&#8220;Die Republik bekennt sich dazu, die Gleichbehandlung in allen Bereichen des täglichen Lebens zu gewährleisten.&#8221; (BV-G, Art. 7)</strong></p></blockquote>
<p><span style="text-decoration: underline;">Weiterführende Links:</span></p>
<ul>
<li> <a href="http://www.accessible-media.at/">http://www.accessible-media.at/</a> &#8211; – Infos, Schulungen, Tools zum Thema  “barrierefreies Webdesign”</li>
<li><a href="http://validator.w3.org/">http://validator.w3.org/</a> &#8211; Checkt, ob Sie  Ihren Quellcode sauber geschrieben haben</li>
</ul>
<p>(Text: erschienen im WIENER #341); Foto cc-by-nc <a href="http://www.flickr.com/people/ppym1/">Prescott</a> &amp; <a href="http://www.flickr.com/people/jpasden/">Sinosplice</a>)</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Menschmaschine und der #wolo09</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 15:17:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Web20]]></category>

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		<description><![CDATA[Der lang erwartete und heiß diskutierte #wolo09, sprich: der &#8220;Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten&#8220;, wurde gestern Abend im Lilarum Figurentheater überreicht.
Die hochkarätige Fachjury, bestehend aus

Jana Herwig,  Medienwissenschaftlerin
Manfred Bruckner, Wissensmanager, Inhouse GmbH der  Wirtschaftskammern Österreich
Ingrid Brodnig, Journalistin/Falter
Thomas Thurner, Quartier für digitale Kultur

musste sich zwischen  realitätsfremden Leitartiklern, angeblichen Basisdemokratlern und auch sonst  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der lang erwartete und heiß diskutierte #wolo09, sprich: der &#8220;<a href="http://www.monochrom.at/wolfgang-lorenz-gedenkpreis/">Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten</a>&#8220;, wurde gestern Abend im <a href="http://lilarum.at/">Lilarum</a> Figurentheater überreicht.<span id="more-153"></span></p>
<blockquote><p>Die hochkarätige Fachjury, bestehend aus</p>
<ul>
<li>Jana Herwig,  Medienwissenschaftlerin</li>
<li>Manfred Bruckner, Wissensmanager, Inhouse GmbH der  Wirtschaftskammern Österreich</li>
<li>Ingrid Brodnig, Journalistin/Falter</li>
<li>Thomas Thurner, Quartier für digitale Kultur</li>
</ul>
<p>musste sich zwischen  realitätsfremden Leitartiklern, angeblichen Basisdemokratlern und auch sonst  allerlei denkwürdigen Meinungen entscheiden.</p></blockquote>
<p>Letztlich ging die wenig begehrte Trophäe an die Wiener Grünen &#8220;für ihre missglückte politische Kommunikation im Netz und das Verpassen einer einmaligen Chance&#8221; und <a href="http://chorherr.twoday.net/">Christoph Chorherr</a> besaß ausreichend Größe und Selbstironie, die kreischbunte Scheußlichkeit (sorry, <a href="http://www.monochrom.at/">monochrom</a>!) auch tatsächlich entgegen zu nehmen.</p>
<p>Dass die Jury-Entscheidung gerecht, nein, eine zwingende Notwendigkeit war, steht für mich außer Frage. Jeder, der/die in den vergangenen Monaten die <a href="http://www.gruenevorwahlen.at/">Vorwahl-Diskussion</a> (bzw. die mangelnde Bereitschaft zu einer solchen) miterlebt hat, wird das begrüßen. Wer darüber hinaus noch eine Begründung braucht, kann bei <a href="http://wissenbelastet.com/2009/11/15/meine-laudatio-beim-wolfgang-lorenz-gedenkpreis-fuer-internetfreie-minuten/">Max Kossatz</a> jene der Jury nachlesen.</p>
<p>Aber es zahlt sich auch aus, einen Blick auf die Nominierungsliste zu werfen, auf jene Anwerter des #wolo09, die gerade noch einmal Glück hatten. Zum Beispiel die Theaterproduktion <a href="http://groebchen.wordpress.com/2009/07/20/menschmaschine/">&#8220;Menschmaschine&#8221;</a>, mit der am 1. September 2009 die Saison im <a href="http://www.rabenhof.at">Rabenhof</a> eröffnet wurde.</p>
<p>Gröbchens Brainchild. Ein &#8220;bunter Abend 2.0&#8243; hätte das werden sollen. Ich war dort. Ich weiß noch genau, wie schlecht es war. Und sollte ich es je vergessen, so kann ich es in meinen eigenen verzweifelten Tweets nachlesen. Es war &#8211; da gibt es nichts zu beschönigen &#8211; ein epischer <a href="http://images.google.at/images?hl=de&amp;q=facepalm&amp;sourceid=navclient-ff&amp;rlz=1B3GGIC_de___AT340&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;ei=iVsAS7GmAY2C_AaRsoyRCw&amp;sa=X&amp;oi=image_result_group&amp;ct=title&amp;resnum=1&amp;ved=0CBMQsAQwAA">&#8220;facepalm moment&#8221;</a> &#8211; vereinzelte Highlights ausgenommen: <a href="http://www.wienerpost.at/2009/07/forcher/">Forcher</a> etwa. Der ist ja immer eines. Und seine Filmeinspielungen haben den Preis der Eintrittskarte gerechtfertigt. (Abgesehen davon, dass ich nichts bezahlen musste&#8230;)</p>
<p>Dann war da noch die Skype-Lifeschaltung in die Ukraine, wo Los Colorados für das Rabenhofpublikum aufgeigten. (Dringende <a href="http://www.youtube.com/watch?v=1upZz3a-7iM">Youtube Empfehlung</a>!) Aber wie gesagt: Die Highlights waren rar, das krampfige Gefühl in der Magengegend omnipräsent.</p>
<p><strong>Aber: </strong>Nominiert für den #wolo09?</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" title="Menschmaschine im Rabenhof" src="http://farm3.static.flickr.com/2561/3881955715_2eee9937f4.jpg" alt="" width="500" height="334" /></p>
<blockquote><p>&#8220;3. Nominierung: der Bühnenabend &#8220;Menschmaschine&#8221; im Rabenhof in der Kategorie  fehlgeleitetes Infotainment für die Leistung, das Web 2.0 auf die Formel  &#8220;Beidlwitze&#8221; zu reduzieren.&#8221;</p></blockquote>
<p>Kann ich nicht nachvollziehen. Finde ich auch nicht gerecht.</p>
<p>Beidelwitze hin oder her. Die Menschmaschine war ein Versuch. Kein geglückter, aber immerhin ein ambitionierter und &#8211; ich denke für die Beteiligten auf beiden Seiten der Rampe ein sehr lehrreicher, der nach Abklingen des Protestgezwitschers auch viel Reflexion nach sich gezogen hat. Wäre dem nicht so, so sei den Menschmaschinlern der #wolo09 von Herzen vergönnt.</p>
<p>Aber das Web nährt sich von lebendigem Beta. Vom Auf-die-Nase-fallen und noch einmal versuchen. Gerade die #wolo09-Jury müsste das wissen und honorieren.</p>
<blockquote><p>&#8220;Sagen wir so: der Ausgangspunkt (ev. ein Nullpunkt) ist gegeben, ab sofort wird  die Maschine mit Inhalten, Feedback, Kritik gefüttert, um sich von der Stelle zu  bewegen. Wenn nicht, darf man sie in wenigen Monaten getrost als  Fehlkonstruktion bezeichnen.&#8221;</p></blockquote>
<p>schrieb Gröbchen noch am selben Abend auf Facebook (beschloss infolge aber dennoch, &#8220;<span class="UIStory_Message">bußfertig zur neunschwänzigen Katze&#8221; zu greifen)<br />
</span></p>
<p>Und <a href="http://betathoughts.wordpress.com/">Michel Reimon</a>, pointiert wie von ihm zu erwarten, quittierte:</p>
<blockquote><p>Kasteiung ist gar nicht angebracht &#8211; wenn irgendein Publikum damit umgehen kann,  dass der erste Wurf noch nicht perfekt war, dann ja wohl die Nerds.<br />
Also:  patchen. nochmal machen. patchen. nochmal machen. patchen&#8230;</p>
<p>Und Gratulation  dazu, dass du es überhaupt angepackt hast. Das muss auch mal gesagt werden.</p></blockquote>
<p>Und? Können die Nerds damit umgehen? Ja oder nein? Wie ist es bestellt um die hochgelobte Ambiguitätstoleranz?</p>
<p>Beim #wolo09 hat sich eine Jury voller Nerds von ein paar lauen Beidelwitzen den Blick auf die Grundsätze der eigenen Netzkultur verdecken lassen. Eine Jury, die es echt besser könnte (und das in den anderen Nominierungen ja auch eindeutig bewiesen hat)</p>
<p>Dafür hätte sie fast einen #wolo verdient&#8230; Gibt&#8217;s schon Einreichungen für nächstes Jahr?</p>
<p>(Foto: ©<a href="http://www.flickr.com/people/karola/">Karola Riegler</a> / Johannes Grenzfurthner<em></em>)</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Sound of Silence</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 20:58:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[01 Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[#unibrennt]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Web20]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die letzten Wochen haben zu sehr bewegenden Momenten in unserer Redaktion geführt. Zu Ergriffenheit über eine Neuentdeckung, die unseren Berufsstand in seinen Grundfesten anrührt, und das ist keine Übertreibung. Wir haben den Zauber des Schweigens entdeckt, was für Journalisten nach traditioneller Auffassung naturgemäß einige Fußangeln birgt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-48" title="wiener_tweet" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2009/11/wiener_tweet1-300x175.jpg" alt="wiener_tweet" width="300" height="175" />Die letzten Wochen haben zu sehr bewegenden Momenten in unserer Redaktion  geführt. Zu Ergriffenheit über eine Neuentdeckung, die unseren Berufsstand in  seinen Grundfesten anrührt, und das ist keine Übertreibung. Wir haben den Zauber  des Schweigens entdeckt, was für Journalisten nach traditioneller Auffassung  naturgemäß einige Fußangeln birgt.<span id="more-46"></span>Aber in der Berichterstattung über die  Studentenproteste dieses angenehm warmen, jedenfalls geschichtsträchtigen  Herbstes 2009 konnte man nichts Besseres tun, und gegen das vergleichsweise  trantütige Geschnatter, das darüber in alten Medien zu vernehmen war, waren die  Tweets auf Twitter, die selbstorganisierte Online-Berichterstattung auf  <a href="http://www.unsereuni.at">www.unsereuni.at</a>, der <a href="http://www.ustream.tv/channel/unsereuni">Livestream</a> aus dem besetzen Audimax und die  blitzartig wuchernde <a href="http://www.facebook.com/unsereuni">Facebook-Community</a> der Unterstützer und Sympathisanten ein  Stück aufgeklärter und aufklärender Informationsvermittlung zum Niederknien.  Offen und transparent wie der Quellcode des Linux-Kernels und die Schnittstellen  einer Open-Source-Applikation. Kollaborativ und von permanenter  Selbstüberprüfung und Fehlerbehebung getragen wie Wikipedia. Dabei schnell wie  Bits beim Speed Race auf dem Glasfaser-Highway.</p>
<p>Wir können das nicht  besser und schon gar nicht schneller. Das Ehrbarste, was Journalisten tun  können, ist, nicht zu stören, wenn der Audimaxismus für sich selbst spricht.  Weil er das derart machtvoll tat, schwoll er zu dem an, was er ist. Ohne  Anschubhilfe einer Partei oder einer Zeitung. Zur Verwirrung nicht nur der  Regierenden, sondern auch der völlig überrumpelten Studentenvertretung ÖH. Mit  sich stetig anschleichender Sympathie und Solidarität von so ziemlich jedem, den  neoliberaler Umverteilungsungeist und globalisiertes Raubrittertum allmählich  erbrechen lassen.</p>
<p>Vielleicht noch ein paar Klarstellungen, damit sie am  Ende nicht womöglich einmal zu wenig irgendwo gestanden haben: Es gab in den  Geburtsstunden der Bewegung nicht einmal im Ansatz Krawalle, es gab  Arbeitsgruppen für gewaltfreie Kommunikation; es gab keine Party-Müllhalden in  den Hörsälen, es gab selbstorganisierte Putztrupps und Spendensammlungen für das  wegen der Proteste über Normalmaß belastete Reinigungspersonal der Universität;  es gab keinen Vandalismus – vereinzelte Graffitis an den Wänden wurden von  Freiwilligen in Eigeninitiative (und ziemlicher Mühsal) wieder entfernt. Es gab  noch unendlich viel mehr: Kriseninterventionsteams. Bis zur totalen Übermüdung  geduldige Basisdemokratie mit all ihren Nebenwirkungen. Arbeitsgruppen zu so  ziemlich jedem Krisenthema unserer Zeit. Man könnte sagen: eine Generation hat  sich in Klausur begeben, um ihre Standpunkte, ihre Perspektiven und ihre Gefühle  für die Gesellschaft, die sie umgibt, zu klären. En passant hat sie dabei ihren  ersten Umverteilungserfolg gelandet:<br />
34 Millionen Euro, sozusagen aus der  Handkasse des in die Enge getriebenen Wissenschaftsministers Gio Hahn.  Natürlich, ein Tropfen auf den heißen Stein, gemessen an den Forderungen und  wohl auch Erfordernissen. Aber vergessen wir nicht: Die Bewegung begann mit ein  paar Handvoll Studenten vor der Wiener Votivkirche, und die 34 Millionen wurden  ihnen schon nach einer Woche gönnerhaft zugesteckt – das lässt Potenzial  vermuten.</p>
<p>Was Sie nun dazu tun sollen? Das gleiche wie wir. Lernen Sie  die lebendige, wache Schwester des Schweigens kennen: das Zuhören. Lassen Sie  den Audimaxismus arbeiten und beobachten Sie ihn. Warmherzig. Respektvoll.  Wachsam für jene Momente, in denen er ihre Unterstützung brauchen  könnte.</p>
<p>Davon, wie das geht und wie es sich anfühlt, können wir hier  bestenfalls eine Geschmacksprobe geben. Riechen Sie wenigstens einmal an der  Trüffel-Mühle: Wir haben ein paar Original-Tweets für Sie über die unteren  Seitenränder dieser Ausgabe gerieben. Immerhin lesen Sie sich auf  Qualitätspapier immer noch leichter als auf schlecht auflösenden  Computer-Monitoren.</p>
<p style="text-align: left;">Das ist unser Gruß aus dem Walhall der toten Bäume.  Hier sitzen wir und prosten den Audimaxisten zu; die unter uns, die jenseits der  40 sind, erkennen etwas wieder; das Match scheint immer noch das gleiche, aber  ihr habt die Regeln verändert – und das Spiel dadurch um ein paar Quantensprünge  verbessert.</p>
<p style="text-align: left;">Noch ein Nachsatz in eigener Sache: Ein schmerzhaft  verkrusteter Chefredakteur nannte mit der Bewegung sympathisierende Politiker  und Journalisten in seinem Blog <a href="http://diepresse.com/blog/politikerbeschimpfung/entry/studentenschleimer">„Studentenschleimer“</a> und gab seinem immer wieder  gerne dahin gezwitscherten Leerwort vom Qualitätsjournalismus damit eine  erstaunliche Fülle: Sektenhafte Ignoranz sei zelebriert, solange aus der alten,  schrumpfenden Karawane noch ein allerletzter mitblökt.</p>
<p>Damit über unsere  Positionsbestimmungen erst gar keine Missverständnisse aufkommen: Solange wir  willkommen sind, schleimen wir mit. Was wir sonst noch können und mitmachen  werden, wird sich finden. Und wenn wir nur zu ein paar der immer wieder  stattfindenden Partys kommen, hat es sich schon gelohnt. Dann war es &#8211; bei aller  Friedlichkeit, Rücksichtnahme und Konstruktivität &#8211; eben doch auch ein heißer  Herbst 2009. Heiß wie Samba.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Helfried Bauer (Chefredakteur), Editorial, erschienen im WIENER, Printausgabe Nr.341/Dez.09</p>
</blockquote>
<p><a href="http://www.wienerpost.at/2009/10/der-wiener-solidarisiert-sich-mit-den-studierenden-im-audimax/">Link: Infos über die WIENER Tweet-Aktion</a></p>
<p><em>Kommentieren auf Twitter? Bitte taggen #WIENER341/008.</em></p>
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