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	<title>WIENER &#187; Politik</title>
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		<title>Die Sache „Yasmin“</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 22:41:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia Margret Steinitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[AMS]]></category>
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		<description><![CDATA[Gelesen  hat den Comic inzwischen wohl fast jede, jeder. Die Episode „Yasmin&#8221;  aus der Reihe „Was geht?&#8221; des AMS, in der fünf Jugendliche sich Gedanken  um ihre Zukunft&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/10/die-sache-%e2%80%9eyasmin%e2%80%9c/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_28417" class="wp-caption alignleft" style="width: 222px"><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/10/yasmin1.jpg"><img class="size-medium wp-image-28417" title="yasmin1" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/10/yasmin1-212x300.jpg" alt="Version 1" width="212" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Version 1</p></div>
<p><strong>Gelesen  hat den Comic inzwischen</strong> wohl fast jede, jeder. Die Episode „Yasmin&#8221;  aus der Reihe <a title="Was geht?" href="http://www.arbeitszimmer.cc/2180.html" target="_blank">„Was geht?&#8221;</a> des AMS, in der fünf Jugendliche sich Gedanken  um ihre Zukunft machen. Yasmin, das Kopftuch tragende muslimische  Mädchen mit dem dunklen Teint, träumt in der<a title="Version 1" href="http://typischich.at/mediadb/pdf/AMS_story_Yasmin.pdf" target="_blank"><strong> </strong>ersten (inzwischen durch eine neue Fassung ersetzten)<strong> </strong>Version</a> des Comics davon, Zahnärztin zu werden: „Dann kauf ich mir jeden Tag  die neuesten CDs&#8221;, erklärt sie, während sie mit ihren Freunden im  Musikladen nach neuen Hits sucht. Ihre Freunde reden ihr das aus: „Du  willst noch über 12 Jahre auf gute Musik warten?&#8221;, fragt die Kumpanin  und zählt auf, was auf Yasmin noch zukäme: „Erst Matura, dann Uni,  danach Fachausbildung&#8230;&#8221; Yasmin ist aus irgendeinem Grund schockiert,  als hätte sie noch nie davon gehört, wie lange ein Studium so dauert:  „Bis dahin bin ich ja alt und grau! So genau habe ich mir das noch gar  nicht überlegt &#8230;&#8221; Die unzusammenhängende und reichlich kryptische  Antwort eines Kumpels: „Ja, aber Mama und Papa wollen doch stolz auf  dich sein!?&#8221; Am Ende wird Yasmin dann doch lieber Zahntechnikerin.</p>
<p>Der Comic entfachte, was man im Web 2.0 als veritablen <a title="wiener-online: Shitstorm" href="http://www.wiener-online.at/2010/07/wettervorhersage/">Shitstorm</a> bezeichnet: einen Riesenwirbel. Die Vorwürfe reichen von Rassismus über  Elitismus bis zu schierer Dummheit. Beim AMS zeigte man sich erst  bestürzt, dann einsichtig und <a title="Version 2" href="http://www.arbeitszimmer.cc/data_content/AMS_story_Yasmin.pdf" target="_blank">textete das Machwerk flugs um</a>. Ein guter  erster Schritt, denn &#8230;</p>
<h4>Der Comic bedient platte Vorurteile</h4>
<p>Für den zu transportierenden Inhalt &#8211; wozu Studieren, Lehre ist auch  ok &#8211; wurde ein konservativ-muslimisches Mädchen zur Protagonistin  gewählt. In einer Zeit, in der Aufklärungsarbeit und positive Motivation  nötiger sind denn je, hätte man diese Rolle einem Jugendlichen mit  weniger vorurteilsbehaftetem Hintergrund zuordnen müssen. Zudem: Die  Triebfeder, die Yasmin zugestanden wird, nämlich der Wunsch, dass „deine  Eltern stolz auf dich sind&#8221;, wie ihre Freunde meinen, ist eine auf  äußerst eindimensionalen Vorurteilen beruhende Annahme. Eigene  Vorstellungen, selbständig entwickelte Sehnsüchte? Nicht bei einem  Kopftuchmädchen, lautet die Botschaft.</p>
<h4>Der Comic transportiert eine unethische Botschaft.</h4>
<p>Die Art und Weise, in der Yasmin nahe gelegt wird, lieber ein  bisschen schnelles Geld (für den Kauf angesagter Musik-CDs!) als längere  Wartezeit auf ein hohes Einkommen anzustreben, ist im besten Fall  seltsam. Hier wird mit Konsumgeilheit argumentiert und werden neben  Yasmin auch die Betrachterin, der Betrachter auf billigste Weise  manipuliert &#8211; mit augenblicklichen Sehnsüchten. Und das in einer  Gesellschaft, in der wir gerade begreifen, dass Turbokapitalismus und  Konsumrausch weder glücklich machen noch die Welt verbessern.</p>
<p>Und: Angesichts eines drohenden massiven Facharbeitermangels mag  es legitim sein, Berufswegen südlich der akademischen Breitengrade eine  Imagepolitur zu verpassen. Einem jungen Mädchen seinen Traum vom Studium  auszureden, das in seinem Umfeld wahrscheinlich ohnehin (noch) in der  Minderheit ist, führt jedoch zu weit.</p>
<h4>Dieser Comic vermittelt ein elitistisches Weltbild.</h4>
<p>Junge Mädchen mit Migrationshintergund, speziell aus islamischen  Ländern, sollen ihren Traum von einer höheren Bildung, sozialem Aufstieg  für die eigene und die nächste Generation, von einem Platz im oberen  Drittel der Gesellschaft und nicht zuletzt den Traum vom Aufbrechen  patriarchaler Strukturen begraben und brav „unten&#8221; bleiben, wo sie  hingehören. Yasmin, einem engagierten jungen Mädchen, das Träume hat,  die möglicherweise als erste in ihrer Clique, ihrer Familie eine Uni  besuchen würde, wird suggeriert: Lass es und begnüge dich mit weniger.  Und zwar nicht in einem noch zu erstellenden Plan B, sondern von  vornherein.</p>
<p><strong>Was steckt dahinter?<br />
</strong>Blättern Sie weiter&#8230;</p>
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		<title>Deep Impact</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Sep 2011 20:41:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[9/11]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
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		<category><![CDATA[New York]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Hofeer]]></category>

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		<description><![CDATA[Normalerweise ist die tägliche politische Diskussion von unzulässigen Superlativen geprägt. Bald ist da eine Partei in der medialen Betrachtung in eine kaum lösbare Krise ges&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/09/deep-impact/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/09/thomas-hofer.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-26972" title="Thomas Hofer" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/09/thomas-hofer-234x300.jpg" alt="" width="234" height="300" /></a><strong>Normalerweise ist die tägliche politische Diskussion</strong> von unzulässigen Superlativen geprägt. Bald ist da eine Partei in der medialen Betrachtung in eine kaum lösbare Krise gestürzt, schnell ist ein minder begabter Politiker hochgejubelt und alsbald darauf wieder fallen gelassen. Selten treten Ereignisse ein, die mit Fug und Recht als echte „game changer“ bezeichnet werden können. Die Anschläge des 11. September 2001 waren so ein Ereignis. Kaum etwas ist heute auf der weltpolitischen Bühne noch so, wie es vor den katastrophalen Terrorakten vor genau zehn Jahren war. Das oft todernste politische „Spiel“ ist in vielerlei Hinsicht ein anderes geworden.</p>
<p>Vor allem haben sich natürlich die USA selbst gewandelt. Als einer, der bald nach den Attacken von 9/11 für einige Zeit in Washington, D.C. gelebt hat, kann ich bestätigen: Die Angst der Amerikaner vor weiteren Anschlägen war im Alltag immer und überall spürbar. Oft reichte schon der leiseste Verdacht, um die nächste Terror-Vorwarnstufe zu erklimmen. Der in regelmäßigen Abständen ausgerufene <a title="Wikipedia: Homeland Security" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Homeland_Security_Advisory_System" target="_blank">„Orange Alert“</a> etwa bedeutete, dass die U-Bahn-Stationen der Hauptstadt mit schwer bewaffneten Soldaten gesäumt waren. Aus der sicheren Distanz einer sich auf der Insel der Seligen wähnenden europäischen Metropole mag das unangemessen erscheinen. Im amerikanischen Alltag war es das nicht.</p>
<p>Die stolzen Vereinigten Staaten waren und sind verwundet und verunsichert. Am 11. September 2001 wurden sie erst das zweite Mal nach dem japanischen Angriff auf <a title="Wikipedia: Pearl Habor Attack" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Pearl_Harbor_attack" target="_blank">Pearl Harbor</a> auf ihrem eigenen Grund und Boden attackiert. Und 9/11 war nicht nur zeitlich, sondern auch geografisch viel näher als die Angriffe auf Hawaii. Vor zehn Jahren wurde also auch die Psyche der weltweit führenden Nation schwer ramponiert. Das musste Folgen für die ganze Welt haben.</p>
<p>Der 11. September 2001 beendete auch eine Zeit des Vakuums, zumindest aus Sicht der westlichen Welt. Seit den späten 1980ern waren die Auswirkungen des Zusammenbruchs der Sowjetunion zu beobachten. Der Westen durfte sich als Sieger fühlen. Doch der große, aber auch stabile Feind im Osten war plötzlich abhanden gekommen. Ab sofort schien es keinen „Außenfeind“ mehr zu geben, gegen den man sich positionieren und vor dessen Aktionen man die eigene Bevölkerung warnen konnte. An die Stelle des Kommunismus trat mit 9/11 der Islamismus. Seither kann man sich wieder am gewohnten weltpolitischen Gut-Böse-Koordinatensystem orientieren. Der Islamismus ist seither ein nicht minder bedrohlicher und jedenfalls noch schwieriger auszurechnender Kontrahent als ehedem der Kommunismus. Mit der daraus entstandenen neuen Verunsicherung wird seit dem 11. September 2001 politisches Kleingeld gewechselt. Kaum ein Monat vergeht ohne neue Forderungen nach einer Verschärfung der Sicherheitsgesetze. Dass das oft auf Kosten von Bürgerrechten geht, steht leicht hinter der angeblich präventiven Wirkung neuer Regelungen zurück. Der Höhepunkt der Debatte wurde wieder in den USA erreicht, wo Ex-Präsident George W. Bush unter dem Titel „Homeland Security“ auch so manches lange gehegte Wunschprojekt seiner republikanischen Falken umsetzte&#8230;</p>
<h4>Die vollständige Analyse des Polit-Experten Thomas Hofer lesen Sie im aktuellen WIENER (Nr. 360 / September 2011)!</h4>
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		<title>Friseurbesuch für die gesamte EU</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2011/05/friseurbesuch-fur-die-gesamte-eu/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 May 2011 19:37:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roman Huber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lassen Sie mich eine These erörtern, die vielleicht radikal klingt aber das Schuldenproblem Europas lösen könnte. Außerdem würde sie  Staatsanleihen als das entlarven, was sie&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/05/friseurbesuch-fur-die-gesamte-eu/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/05/euro_ambro.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-23957" title="euro_ambro" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/05/euro_ambro-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a><strong>Lassen Sie mich eine These erörtern, die vielleicht radikal klingt</strong> aber das Schuldenproblem Europas lösen könnte. Außerdem würde sie  Staatsanleihen als das entlarven, was sie sind: die unsicherste  Anlageform der Geschichte. Wovon ich spreche: ein Haircut für alle  EU-Staaten.</p>
<p>Allen politischen Beteuerungen zum Trotz  sollten die Verantwortlichen langsam einsehen, dass Griechenland die  Schuldenlast nicht tragen kann, Selbes gilt für Portugal. Nur Irland  traue ich zu, selbst aus der Schuldenkrise zu kommen. In einer  politischen Gemeinschaft wie der EU sollte das auch weiter kein Problem  sein.</p>
<h4>Die Schulden der anderen</h4>
<p>Warum es dennoch eines ist: In einem irregeleiteten Nationalgefühl  versuchen die Staatschefs – allen voran Merkel und Faymann – ihre Wähler  davor zu bewahren “die Schulden der anderen zu bezahlen”. Damit treffen  sie scheinbar auch den Zeitgeist der meisten Europäer. Längst ist nicht  mehr das Gemeinsame wichtig, sonder jeder Mitgliedstaat versucht für  sich selbst das Beste aus der EU zu ziehen.</p>
<p>Da gibt es einen Steuerwettbewerb, Länder wie Deutschland, Österreich  und die Niederlande versuchen alles um ihre Exportindustrie zu stützen,  ohne Rücksicht darauf, ob die weniger entwickelten Partnerstaaten da  mitkommen. Wenn diese dann in Schulen ersticken, will man damit nichts  zu tun haben.</p>
<p>Soweit zur aktuellen Stimmungslage. Etwas übersehen aber die  Exportnationen: Das Klammern an der exportorientierten Wirtschaft bringt  Probleme. Unternehmen lassen sich nicht so weiteres dazu überreden, im  Land zu bleiben. Da braucht es Förderungen und möglichst keine  Gehaltserhöhungen. So sinken die Realeinkommen in diesen Ländern seit  Jahren. Das wiederum belastet den Staatshaushalt, da er nicht so viel  Steuern eintreiben kann, wie es angesichts der Wirtschaftsleistung  möglich wäre. Die Überalterung tut ihr Übriges.</p>
<h4>Zukunftsszenario Griechenland</h4>
<p>Daraus folgt: In spätestens zehn bis 15 Jahren sind wir dort, wo  Griechenland jetzt ist. Warum aber sollten wir so lange warten? Wenn es  heute schon klar ist, dass wir in Zukunft die Staatsschulden nicht mehr  tilgen können, wäre es doch vernünftig, diese heute schon zu  egalisieren. <a title="wikipedia: Haircut" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Haircut_%28finance%29" target="_blank">Ein Haircut</a> von 70 Prozent in der gesamten EU würde den  Staaten und der Gemeinschaft wieder Handlungsspielraum verschaffen.</p>
<p>Für die Weltwirtschaft freilich wäre das ein gewaltiger Schlag.  Plötzlich würden nicht mehr die Staaten haften. Die zuvor  “verstaatlichten” Schulden der Finanzwirtschaft würden wieder auf diese  zurückfallen. Etliche Banken würde das in den Ruin treiben. Vermutlich  wäre die folgende Rezession härter, als das eine magere Jahr nach der  Subprime-Krise. Fiskalpolitische Maßnahmen wären nötig. Allerdings wäre  nun jenes Geld vorhanden, das zuvor als Zinsen abgeliefert werden  musste.</p>
<p>Das alles klingt sehr radikal und die Auswirkungen sind kaum  absehbar. Aber angesichts der Fundamentaldaten bin ich eher für das Ende  mit Schrecken als den Schrecken ohne Ende. Denn eines ist für mich  klar. Der Schuldenschnitt für Österreich und Deutschland wird kommen.  Entweder als Haircut oder als Inflation.</p>
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		<title>Diplomatie in 140 Zeichen</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2011/03/diplomatie-in-140-zeichen/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 09:30:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzleben]]></category>
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		<description><![CDATA[Carl Bildt versteht die Welt nicht mehr. In einer brenzligen Situation  hatte der schwedische Außenminister das Volk informiert: Ja, es gab  einen Selbstmordanschlag in Stockho&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/03/diplomatie-in-140-zeichen/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/03/twitplomacy.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-14492" title="twitplomacy" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/03/twitplomacy-300x191.jpg" alt="" width="300" height="191" /></a>Carl Bildt versteht die Welt nicht mehr. In einer brenzligen Situation  hatte der schwedische Außenminister das Volk informiert: Ja, es gab  einen Selbstmordanschlag in Stockholm. Nein, es kam niemand zu schaden.  Aber es hätte was passieren können. Man ist beunruhigt, wird das näher  untersuchen.</p>
<p>Klare Worte, staatsmännisch, direkt. Denn  Firlefanz und Herumgerede lässt Twitter nicht zu. Warum es daraufhin  Kritik und Schmähungen hagelte, warum die schwedische Presse von  „wirklich miesem Krisenmanagement“ sprach, geht Bildt (<a title="@carlbildt" href="http://twitter.com/carlbildt" target="_blank">@carlbildt</a>)  nicht in den Kopf. Er hätte erst die offizielle Stellungnahme der  Regierung abwarten müssen, hieß es. Man hätte die klassischen Kanäle  bespielen müssen: Eine Polizeimeldung, die via Presse verlautbart wird.  „Blödsinn“, meint Bildt, „Twitter ist Teil jener offenen Diplomatie, die  unsere moderne Welt kennzeichnet. Nicht jeder mag das. Manche mochten  ja auch das Internet nicht. Oder die Dampfmaschine.“</p>
<p>„Offene“  oder vielleicht treffender „öffentliche“ Diplomatie – damit ist Bildt  nicht alleine. Auch die Pressesprecherin des Weißen Hauses stellt ihre  Informationen auf Twitter, noch ehe es die dazugehörige Pressekonferenz  samt erforderlichem Brimborium gibt. „Das wird bald normal werden“, ist <a title="@Luefkens" href="http://twitter.com/#%21/luefkens" target="_blank">Matthias Lüfkens</a> überzeugt, „Regierungsinformationen, die früher über die Presse gingen,  gehen jetzt via Twitter direkt ans Volk. Die Welt ändert sich.”</p>
<p>Lüfkens ist Pressesprecher und Social Media Experte des <a title="@davos" href="http://twitter.com/#%21/davos" target="_parent">Weltwirtschaftsforums</a>.  Twitter ist ihm Brotberuf und Steckenpferd gleichermaßen – und das  zwitschernde Verhalten von Regierungen und Staatsmännern sein erklärtes  Untersuchungsobjekt. Über 60 Staatsoberhäupter sind auf Twitter  vertreten, weiß Lüfkens, von den G20-Staaten sind es zumindest mehr als  die Hälfte. Was das bedeutet? Wir können mit den führenden Staatsmännern  der Welt kommunizieren, indem wir ihnen eine simple @-Reply senden. Sie  werden sie vermutlich nicht lesen. Aber irgendjemand in ihrem Stab wird  es früher oder später tun.</p>
<h4>Heißer Glasfaserdraht nach Moskau</h4>
<p>Kommunikation wird einfacher; in jede Richtung. Königin Rania von Jordanien (<a title="@QueenRania" href="http://twitter.com/QueenRania" target="_blank">@QueenRania</a>)  etwa genießt ihre Twitter-Freiheit sehr: „Hi Bill Gates“, schreibt sie,  „Schön, dass du jetzt auch hier auf Twitter bist. Hoffe, dich in Davos  zu treffen!“ Was für unsereins alltäglich klingt, kommt einer kleinen  Sensation gleich: Die Königin verabredet sich via Twitter und  überspringt einfach den traditionellen Weg über Berater und Hofstaat.  „Und sie betreut ihren Account wirklich selber“, sagt Lüfkens, „Das kann  ich bezeugen.“</p>
<p>Die Führer der Welt merken, dass sie  untereinander kommunizieren können. Das ist wesentlich bedeutsamer als  die Frage, wer die meisten Follower hat. Gut, Obama hat 6 Millionen,  Sarkozy hat etwa 8.000. Alle anderen bewegen sich dazwischen. Aber was  wirklich zählt ist: Folgen sich die Staatsmänner gegenseitig? Denn dann,  und nur dann, können sie sich auch private Nachrichten („Direct  Messages“) schicken. Dann wird die <a title="Twitplomacy Vortrag von Matthias Luefkens" href="http://www.slideshare.net/luefkens/twitter-diplomacy-leweb-2010" target="_blank"><em>Twitplomacy</em></a> spannend. Dann kann Twitter das rote Telefon, den direkten Draht zwischen Washington und Moskau ersetzen.</p>
<p>Bloß: Wie <em>sicher</em> sind solche Direct Messages zwischen dem weißen Haus und dem Kreml  eigentlich? Lüfkens: “Nichts, was man ins Internet stellt ist je  wirklich sicher. Aber das sind die traditionellen diplomatischen  Depeschen &#8211; wie man gesehen hat &#8211; genauso wenig. Und das rote Telefon  hätte theoretisch auch abgehört werden können. Twitter ist einfach eine  neue Art, sich auszutauschen.”</p>
<p>Dimitri Medwedew (<a title="@MedvedevRussiaE" href="http://twitter.com/MedvedevRussiaE" target="_blank">@MedvedevRussiaE</a>) und Barack Obama (<a title="@BarackObama" href="http://twitter.com/BarackObama" target="_blank">@BarackObama</a>)  erkennen und nutzen das. Sie folgen dem Twitter Account des jeweils  anderen. Außerdem folgen sie beide dem britischen Premier David Cameron (<a title="@Number10gov" href="http://twitter.com/Number10gov" target="_blank">@Number10gov</a>),  aber Obama folgt weder dem kanadischen Premierminister, noch dem  Präsidenten von Mexiko, naja, sind ja bloß die direkten Nachbarstaaten,  ist vielleicht nicht so wichtig…</p>
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		<title>Protestsongcontest</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Feb 2011 14:14:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Groebchen</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
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		<category><![CDATA[Wolfgang Lorenz]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir erinnern uns: Wolfgang Lorenz, Egghead der ORF-Unterhaltung, wurde symbolisch abgewatscht,  weil er der Jugend empfahl, sich gefälligst nicht „im Scheiss-Internet  zu ver&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/02/protestsongcontest/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/Groebchen_neu.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-12706" title="Groebchen_neu" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/Groebchen_neu-140x300.jpg" alt="" width="140" height="300" /></a>Wir erinnern uns: Wolfgang Lorenz, Egghead der ORF-Unterhaltung, wurde symbolisch <a href="http://groebchen.wordpress.com/2009/01/20/scheiss-internet-revisited/">abgewatscht</a>,  weil er der Jugend empfahl, sich gefälligst nicht „im Scheiss-Internet  zu verkriechen“, wolle sie je  gesellschaftliche Relevanz erreichen. <a href="http://www.monochrom.at/wolfgang-lorenz-gedenkpreis/">Womit?</a> <a href="http://derstandard.at/1226250835949">Mit Recht</a>. Denn in Anbetracht der <a href="http://libya2011.kaizer.se/">Bilder</a> aus Tunesien, Ägypten, <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/arabischelaender106.html">Lybien</a>,  Iran et al – die uns freilich nicht die staatlichen arabischen  TV-Sender zur Verfügung stell(t)en – wirkt diese Aussage im Nachhinein  doppelt scheuklapprig. Wobei hier wahrscheinlich mehr Lust an der  Provokation im Spiel war als eine wirkliche intellektuelle Fehlleistung.  Andererseits: aktuell prahlt Lorenz via <a href="http://www.profil.at/articles/1105/560/288163/man-politik-tuer">„profil“</a> damit, fünf mechanische Schreibmaschinen zu besitzen und Computer im Alltag tunlichst zu meiden.</p>
<p>Darüber kann man lachen. Darob kann man den Kopf schütteln. Derlei  kann aber auch als Chance begreifen. Nämlich, mit diesem immer  irrelevanteren Teil der (Medien-)Gesellschaft keine Zeit und Energie  mehr verschwenden zu müssen. Auch wenn es hierzulande – noch? – nicht um  den Aufstand der Massen gegen eine saturierte und korrupte Nomenklatura  geht, ist die Lahmarschigkeit und Doppelzüngigkeit der Politik ein  ideales Biotop für <a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=164056190309952">Protestnoten 2.0</a>.  Die alte Brot- und Spiele-Ablenkungstaktik, als deren Kulissenmaler  sich manche Journalisten freiwillig oder unfreiwillig verdingen, hat in  den neuen Peer-to-Peer-Netzen einen vergleichsweise schweren Stand.</p>
<p>Man muss nicht gleich vermuten, dass der ORF <a href="http://www.helge.at/2011/02/karl-heinz-in-den-haefen-in-die-oe3-charts-und-auf-facebook/">Christoph &amp; Lollo</a> zum Songcontest schicken wird, weil z.B. deren YouTube-Hit „Karl-Heinz“  (erraten!, es handelt sich um ein höchst treffliches Liedlein um einen  Ex-Finanzminister) demnächst ganz oben in den <a href="http://www.facebook.com/karlheinz.platzeins">Ö3-Charts</a> landet. Auch ein forsches kulturpolitisches <a href="http://diepresse.com/home/panorama/wien/634700/Ursula-stress-ned_Protestsong-gegen-Sperrstunden">Statement</a> wie <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;v=yKI2T3ZLZAs">„Ursula Stressned“</a>, als <a href="http://fm4.orf.at/stories/1675997/?page=2">Parodie</a> auf den Duck Sauce-Hit <a href="http://www.youtube.com/watch?v=enlCmIG2C0M&amp;feature=watch_response">„Barbra Streisand“</a> gemünzt auf die Bezirksvorsteherin von Wien-Innenstadt, wird Ursula Stenzel nicht von ihrem Podest holen.</p>
<p>Aber die Lust am Protest wächst. Und wächst. Man muß keinen g’spassigen <a href="http://www.protestsongcontest.net/">„Protestsongcontest“</a> mehr inszenieren – der läuft schon tagtäglich in der Realität. Und wird  von ihr links überholt. Natürlich kann man die Situation auch so  verkennen wie der Anwalt des feschen Ex-Ministers, der meint, Facebook-<a href="http://www.facebook.com/UhKHG">Bastonaden</a>, YouTube-<a href="http://www.youtube.com/watch?v=oM6htqnRL4Q">Schmähorgien</a> und Twitter-<a href="https://twitter.com/#search?q=%23KHG">Fingerzeige</a> sonder Zahl (Hashtag: <a href="http://www.grassermovies.com/">#grassermovies</a>) seien nichts anderes als die Adelung seines Mandanten zur <a href="http://diepresse.com/home/kultur/news/626353/Posse-um-Kultfigur-Grasser?_vl_backlink=/home/kultur/news/625990/index.do&amp;direct=625990">„Kultfigur“</a>. Man kann auch, wie dieser Tage die US-Aussenministerin Hillary Clinton, ultimativ die <a href="http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/01/21/AR2010012101699.html">Freiheit</a> des World Wide Web einfordern – mit der kleinen Einschränkung, dass die für eine Plattform wie WikiLeaks nicht zu gelten habe.</p>
<p>Und, ja, man könnte sich im Netz eventuell auch verkriechen. Und ob einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/FarmVille">„Farmville“</a>-Marathonsitzung  die Revolution verschlafen. Aber das ist in etwa so wahrscheinlich wie  die Vorstellung, dass Wolfgang Lorenz demnächst von Julian Assange  abgelöst wird.</p>
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		<title>Map your data!</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Feb 2011 22:28:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Datamaps.eu (vormals: datenlandkarten.at, siehe hier) ist eine kleine, unscheinbare Website mit einem großen Ziel: Man will interessierten Usern ein Tool in die Hand geben, u&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/02/map-your-data/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/datamaps_eu.gif"><img class="alignleft size-medium wp-image-12255" title="datamaps_eu" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/datamaps_eu-300x205.gif" alt="datamaps_eu" width="300" height="205" /></a></strong></p>
<p><a title="datamaps.eu" href="http://datamaps.eu" target="_blank">Datamaps.eu</a> (vormals: datenlandkarten.at, <a title="wiener-online: Demokratie hoch 3" href="http://www.wiener-online.at/2011/02/demokratie-hoch-3/">siehe hier</a>) ist eine kleine, unscheinbare Website mit einem großen Ziel: Man will interessierten Usern ein Tool in die Hand geben, um riesige Datenmengen übersichtlich zu visualisieren. Dafür ist kein technisches Know-How von Nöten, jede/r soll das niederschwellige Angebot für seine eigenen Visualisierungen nutzen können. Das Ergebnis sind Datenlandkarten, die Zusammenhänge leichter erfassbar machen &#8211; sei es nun die Kraftfahrzeugverteilung in Wiener Gemeindebezirken oder die Kriminalitätsstatistik.</p>
<p>Der WIENER hat bei datamaps-Mastermind <a title="Robert Harm" href="http://www.harm.co.at/" target="_blank">Robert Harm</a> nachgefragt und sich das Konzept hinter der Initiative erklären lassen.</p>
<p><strong>Bei datamaps.eu geht es darum, Privatpersonen ein Tool zur Visualisierung großer Datenmengen in die Hand zu geben. Besteht da überhaupt Bedarf? Anders gefragt: Wer hat denn Interesse, seine Daten zu visualisieren? Was hab ich als Privatperson davon?</strong></p>
<p>DataMaps.eu ist ein kostenloses Service, mit dem nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen oder öffentliche Organisationen ihre ortsbezogenen Daten visualisieren können.  Europäische Staaten beginnen im Rahmen der <a title="wiener-online: Open Data" href="http://www.wiener-online.at/2010/07/daten-her/">openData-Bewegungen</a> zunehmend mit der Veröffentlichung von ortsbezogenen Daten in maschinenlesbarer Form. Damit können BürgerInnen z.B. auch für ihr unmittelbares Umfeld nützliche Informationen gewinnen, wie z.B. auf Bezirksebene die Kindergartenplätze, Anzahl der Autos,  Zahl der Einbrüche, Altersverteilung der Bevölkerung etc.</p>
<p>Die Veröffentlichung dieser Daten erfolgt meist in schwer erfassbaren Tabellen. DataMaps.eu ist ein Service, um diese Datentabellen verständlicher aufzubereiten und so z.B. zentrale Botschaften leichter transportieren zu können.</p>
<p><strong>Und was habt ihr davon?</strong></p>
<p>DataMaps.eu wurde von open3.at &#8211; dem Netzwerk zur Förderung von openSociety, openGovernment und openData in Österreich initiiert und konnte dank <a title="datamaps Team" href="http://www.datamaps.eu/impressum/" target="_blank">eines engagierten Teams</a> innerhalb kürzester Zeit online geschaltet werden. Der Kreis der Entwickler möchte mit diesem Service die Möglichkeiten aufzeigen, die in der Veröffentlichung von Daten in maschinenlesbarer Form für BürgerInnen und Verwaltung liegen.</p>
<p>Die derzeitigen <a title="Galerie" href="http://www.datamaps.eu/galerie/" target="_blank">Infografiken in unserer Galerie</a> wurden noch händisch übertragen &#8211; was bei z.B. 23 Wiener Gemeindebezirken noch leicht möglich ist. Möchte man jedoch z.B. Daten auf Gemeindeebene visualisieren, stößt man bei der manuellen Eingabe rasch an Grenzen &#8211; eine Erstellung einer Visualisierung von z.B. der Altersverteilung der Bevölkerung aller 2357 Gemeinden Österreichs ist manuell kaum bewältigbar. Würden diese Daten jedoch z.B. als Excel und nicht wie derzeit als PDF vorliegen, könnten auch mit geringerem technischen Kenntnissen derartige Visualisierungen erstellt werden.</p>
<p><strong>Woher stammen die Daten?</strong></p>
<p>Derzeit gibt es in Österreich noch keinen zentralen Datenkatalog wie z.B. <a title="data.gov.uk" href="http://data.gov.uk/" target="_blank">data.gov.uk</a> in Großbritannien, der ein Verzeichnis aller verfügbaren Datensätze der öffentlichen Verwaltung enthält.</p>
<p>Die Daten für die <a title="Infografiken" href="http://www.datamaps.eu/galerie/" target="_blank">Infografiken der Galerie</a> stammen aus verschiedenen Quellen, wie z.B. <a title="Statistik Wien" href="http://www.wien.gv.at/statistik/" target="_blank">Stadt Wien</a>, <a title="eurostat" href="http://ec.europa.eu/eurostat" target="_blank">eurostat</a>, <a title="Data UN" href="http://data.un.org/" target="_blank">UNdata</a> oder der <a title="Weltbank" href="http://data.worldbank.org/" target="_blank">Weltbank</a>.</p>
<p><strong>In welcher Form müssen die Daten vorliegen, damit ich euer Tool verwenden kann?</strong></p>
<p>Derzeit ist auf DataMaps.eu die Eingabe von Daten auf 4 Arten möglich:</p>
<ul>
<li>manuell via Formular</li>
<li>als Liste</li>
<li>als JSON-Array und</li>
<li>per Schlüssel-Wert-Zuordnung</li>
</ul>
<p>Auch die Erstellung von Visualisierungen über eine eigene API ist möglich.</p>
<p><strong>Was passiert danach mit den erstellten Landkarten? (Sind die Grafiken z.B. in Druckauflösung, damit man Infofolder etc. damit gestalten könnte?)</strong></p>
<p>Alle Visualisierungen werden als Vektorgrafik (SVG) erstellt und können daher in jede beliebige Auflösung transformiert werden. Weiters kann bei der Erstellung ausgewählt werden, ob die Daten mit einer <a title="Creative Commons Austria" href="http://www.creativecommons.at/" target="_blank">Creative Commons-Lizenz</a> versehen und <a title="Rohdatenverzeichnis" href="http://www.datamaps.eu/tool/list.php" target="_blank">im Rohdatenverzeichnis</a> öffentlich zugänglich gemacht werden sollen. Aus diesem Datenspeicher werden wir die interessantesten Visualisierungen auswählen und <a title="Galerie" href="http://www.datamaps.eu/galerie/" target="_self">in der Galerie</a> veröffentlichen.</p>
<p><strong>Danke für das Gespräch!</strong></p>
<p><strong><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/datamaps_grafik.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-12264" title="datamaps_grafik" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/datamaps_grafik-630x143.jpg" alt="" width="630" height="143" /></a><br />
</strong></p>
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		<title>Green Economy</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 13:30:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Insekten erbringen jährlich 110 Milliarden Euro an Bestäubungsleistungen. Die Korallenriffe erwirtschaften pro Jahr 127 Milliarden Euro, rechnet die Studie &#8220;Die Öko&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/02/green-economy/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/Blaue-Jungfer.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11883" title="Blaue Jungfer" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/Blaue-Jungfer-300x229.jpg" alt="Blaue Jungfer" width="300" height="229" /></a>Insekten erbringen jährlich 110 Milliarden Euro an Bestäubungsleistungen. Die Korallenriffe erwirtschaften pro Jahr 127 Milliarden Euro, rechnet die Studie &#8220;Die Ökonomie von Ökosystemen und Biodiversität&#8221; vor. Der Verlust der Artenvielfalt und die Zerstörung von Ökosystemen werden insbesondere Entwicklungsländer treffen, darüber sind sich die ExpertInnen einig. Mangelnder Umweltschutz verursache nicht nur wirtschaftliche Verluste für Unternehmen und Industriestaaten, sondern auch die fortschreitende Verarmung der Bevölkerung in Entwicklungsländern.</p>
<p>Von 16. bis 18. Februar 2011 diskutieren rund 80 internationale ExpertInnen in Wien den Mehrwert von Green Economy für Armutsminderung. Beim 16. Treffen des <a title="PEP" href="http://www.povertyenvironment.net/about_pep" target="_blank">&#8220;Poverty and Environment Partnership&#8221; (PEP)</a> in der Diplomatischen Akademie geht es darum herauszufinden, wie nationale Politiken aktiv zu grüner, menschen- und umweltfreundlicher Wirtschaft beitragen und die Millenniums-Entwicklungsziele zur Reduktion der weltweiten Armut erreicht werden können. Anhand von Green Economy-Beispielen aus Kenia, Indonesien oder Moldau wird gezeigt, wie Green Economy in der Praxis bereits funktioniert.</p>
<p>Green Economy wird auch für die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit immer wichtiger; der 2009 verabschiedete Strategische Leitfaden Umwelt und Entwicklung der österreichischen Entwicklungspolitik enthält dazu eine Reihe von Zielen und Aktivitäten. &#8220;Umweltschutz ist neben Armutsminderung und Friedenssicherung eines der drei großen Ziele der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit&#8221;, betont Brigitte Öppinger-Walchshofer, Geschäftsführerin der <a title="ADA" href="http://www.entwicklung.at/index.php?id=15" target="_blank">Austrian Development Agency </a>(ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. &#8220;Energieeffizienz, ökologische Landwirtschaft oder saubere Produktion sind nur drei wichtige Themen unseres Engagements in diesem Bereich&#8221;, so Öppinger-Walchshofer. Konkret fördert die ADA etwa über eine Wirtschaftspartnerschaft die Novella Afrika-Initiative von Unilever. Dabei geht es darum, den Allanblackia-Baum nachhaltig zu nutzen und für die BäuerInnen faire Abnahmepreise zu garantieren. [Wien - OTS]</p>
<h4>Termintipp</h4>
<p>Podiumsdiskussion: &#8221; Was kostet die (Um)Welt?&#8221;<br />
Joshua Bishop, Chef-Ökonom der Weltnaturschutzunion &#8211; International Union for Conservation of Nature (IUCN), und Haripriya Gundimeda, Professorin am Indian Institute of Technology Bombay, erklären, wie der wirtschaftliche Wert von Ökosystemen erhoben wird und was diese Berechnungen zu nachhaltiger Entwicklung betragen können.</p>
<ul>
<li><strong>Wann?</strong> Donnerstag, 17. Februar 2011, um 18.30 Uhr</li>
<li><strong>Wo?</strong> Diplomatische Akademie, Favoritenstraße 15a, 1040 Wien</li>
<li><strong>Einladung:</strong> <a title="Was kostet die (Um)Welt?" href="http://www.entwicklung.at/fileadmin/media/Termine/Einladung_DialogEntwicklung_Umwelt.pdf" target="_blank">PDF &#8211; hier</a></li>
</ul>
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		<title>Demokratie hoch 3</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Feb 2011 17:03:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das BarCamp Klagenfurt hat sich heuer nicht nur, wie die Kleine Zeitung bereits berichtete, der konkreten Umsetzung von Projekten verschrieben, es steht auch ganz im Zeichen st&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/02/demokratie-hoch-3/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_11249" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/euros_fundraisingnetz.jpg"><img class="size-medium wp-image-11249" title="Euros (CC-BY fundraisingnetz)" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/euros_fundraisingnetz-300x223.jpg" alt="Euros (CC-BY fundraisingnetz)" width="300" height="223" /></a><p class="wp-caption-text">Wohin verschwinden unsere Steuern? (CC-BY fundraisingnetz)</p></div>
<p>Das <a title="wiener-online: BarCamp Klagenfurt" href="http://www.wiener-online.at/2011/02/silicon-valley-am-worthersee/">BarCamp Klagenfurt</a> hat sich heuer nicht nur, wie die <a title="Kleine Zeitung: Create Camp" href="http://www.kleinezeitung.at/kaernten/klagenfurt/klagenfurt/2665261/kleine-zeitung-createcamp.story">Kleine Zeitung bereits berichtete</a>, der konkreten Umsetzung von Projekten verschrieben, es steht auch ganz im Zeichen stärkerer Demokratisierung und Transparenz. Im Rahmen des heutigen (ersten) BarCamp-Tages wurden drei Initiativen vorgestellt, die sich auf sehr unterschiedliche Art dem Thema annähern.</p>
<p><strong>01 Politinserate.at</strong></p>
<p>Wohin fließt eigentlich unser Steuergeld? In Bildung, Infrastruktur und medizinische Versorgung &#8211; oder doch eher in die Selbsterhaltung des Systems &#8220;Politik&#8221;? Diese Frage stellt sich die Website <a title="Politinserate.at" href="http://politinserate.at/" target="_blank">politinserate.at</a>. Sie sieht sich als Spesen-&#8221;Watchdog&#8221; für aus dem Ruder gelaufene Parteienwerbung und will, wenn sie die Horrorsummen auch nicht beeinflussen kann, zumindest für mehr Transparenz sorgen.</p>
<p>Natürlich ist Werbung nicht immer nur lästig, sie ist auch Information und dient der Entscheidungsfindung in Wahlkampfzeiten. Aber wer regelmäßig hohe (Steuer-)Summen verbrennt, soll das öffentlich nachvollziehbar machen, etwa in Kärnten, wo <a href="http://www.k2020.at/2011/02/01/bis-2014-112-millionen-euro-fur-politiker-reklame/">bis 2014 satte 11,2 Millionen Euro in Politiker-Reklame fließen</a> werden. Als Bürger hätte man diese Summe gerne erklärt und aufgeschlüsselt &#8211; da hilft <a title="politinserate.at" href="http://politinserate.at" target="_blank">politinserate.at</a>: User laden gefundene (Print-)Inserate hoch, die entsprechenen Kosten werden berechnet und veröffentlicht. Künftig soll das via Android- bzw. iPhone-App funktionieren.</p>
<p><strong>02 Datenlandkarten.at</strong></p>
<p>Im Rahmen von Verwaltungs- und Regierungsaufgaben werden große Mengen an Daten erhoben und produziert, dann aber oft unter Verschluss gehalten, wo sie für niemanden nutzbar sind. Jedoch: Werden diese Daten öffentlich zur Verfügung gestellt (wie etwa im beliebten Paradebeispiel Großbritannien), zeigt sich, dass in ihnen großer kommunaler Nutzen schlummert. Das wird auch immer mehr Gemeinden und Ländern bewusst. Sie beginnen sukzessive, ihre Daten zugänglich zu machen und tragen damit den Forderungen <a title="wiener-online über Open Data" href="http://www.wiener-online.at/2010/07/daten-her/">der weltweiten Open Data Bewegung</a> Rechnung.</p>
<p>Aber wohin mit den Unsummen an Material? Was tun damit? Ein erster Schritt ist, die Daten zu visulaieren und damit sinnlich erfassbar zu machen. &#8220;Das erfordert aber noch viel technisches Wissen&#8221;, sagt Robert Harm von der <a title="open3" href="http://www.open3.at" target="_blank">Initiative Open 3</a>. Sein Ziel: Die technische Hürde herabsetzen, damit auch der programmier-unkundige Otto Normalverbraucher Visualisierungen erstellen kann. Das Pilotprojekt ist unter <a title="Datenlandkarten" href="http://www.datenlandkarten.at" target="_blank">datenlandkarten.at</a> abrufbar.</p>
<p><strong>03 Schandfleck.in</strong></p>
<p>&#8220;Jeder stört sich hin und wieder bei etwas in seiner Gemeinde. Sei es nun  ein Straßenloch, ein verschmutzter Kinderspielplatz oder übergehende  Mistkübel&#8221;, meint <a title="Georg Holzer" href="http://www.georgholzer.at/" target="_blank">Georg Holzer</a>, umtriebiges Mastermind hinter schandfleck.in, &#8220;<a title="Schandlecken Blog" href="http://schandflecken.wordpress.com/2010/12/18/worum-es-bei-schandfleck-in-geht/" target="_blank">Die Idee von schandfleck.in ist es, genau solche Schandflecken  aufzuzeigen.</a> Die Gemeinde, das Land oder der Bund – je nach  Zuständigkeit – können ja auch nicht immer und überall sein.&#8221; Das System ist einfach (und übrigens auch nicht neu &#8211; bloß in Österreich noch nicht umgesetzt): Wenn Sie etwas sehen, dass sie stört, schnell per Handy ein Foto machen und samt Ortsangabe und Kommentar auf die &#8220;Schandfleck-Whistleblowerseite&#8221; hochladen. Straßenlöcher werden letztlich nur dann repariert, wenn jemand weiß, dass sie da sind. Somit hat sich schandfleck.in zwar nicht zum Ziel gesetzt, die Welt zu verändern, aber doch, sie in der unmittelbaren Umgebung ein kleines bißchen besser machen. Der Haken: Das Projekt <a title="Georg Holzer über schandfleck.in" href="http://www.georgholzer.at/blog/2010/12/20/codecamp-wahnsinn-am-wochenende/" target="_blank">ist bislang noch nicht fertig geworden</a>. Die Hoffnung: Das könnte sich dieses Wochenende ändern&#8230;</p>
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		<title>Geschlossene Gesellschaft</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Feb 2011 23:10:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit der Novellierung des Rundfunk-Gesetzes im Vorjahr darf der ORF keine Streaming-Angebote mehr betreiben. Bis dahin wurden Landtags- und Nationalratssitzungen live ins N&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/02/geschlossene-gesellschaft/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/ohneuns.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11168" title="ohneuns" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/ohneuns-300x156.jpg" alt="" width="300" height="156" /></a>Seit der <a title="wiener-online: ORF Gesetz" href="http://www.wiener-online.at/2010/06/diskussiondie-orf-novelle-und-die-zukunft-der-futurezone/">Novellierung des Rundfunk-Gesetzes</a> im Vorjahr darf der ORF keine Streaming-Angebote mehr betreiben. Bis dahin wurden Landtags- und Nationalratssitzungen live ins Netz übertragen – damit ist spätestens seit Oktober Schluss.</p>
<p>Wer sich also dafür interessiert, wie Gesetze beschlossen und Debatten geführt werden, muss schon höchstpersönlich in das jeweilige Gremium wandern und auf der Zuschauertribüne Platz nehmen. Kein Problem, schließlich sind alle Sitzungen öffentlich. &#8220;Das bedeutet aber, dass man entweder arbeitslos oder Pensionist sein muss, wenn man Interesse an demokratischen Prozessen zeigt&#8221;, <a title="Podcast mit Georg Holzer auf neuwal.at" href="http://neuwal.com/index.php/2010/12/16/ohne-uns-livestreaming-georg-holzer/" target="_blank">ärgert sich Georg Holzer</a>, „Oder man muss sich extra Urlaub nehmen.“ Holzer ist Journalist bei der Kleinen Zeitung und hat gemeinsam mit seinem Kollegen (und wiener-online-Blogger) <a title="Georg Lux auf wiener-online" href="http://www.wiener-online.at/author/georg-lux/">Georg Lux</a> die Initiative <a title="ohneuns.at" href="http://www.ohneuns.at/">ohneuns.at</a> ins Leben gerufen. Ihr Anliegen: „Wir fordern Live-Streams aus allen öffentlichen Sitzungen demokratischer Gremien: Österreichischer Nationalrat, Landtage, Gemeinderäte.&#8221; Warum? „Weil dort Gesetze und Regeln gemacht werden, die uns alle betreffen. Politik kann man nicht ohne uns machen!“</p>
<p>Die Reaktionen sind bisher abschlägig. Man ist froh, den lästigen ORF Stream los zu sein und will, so scheint es, lieber unbeobachtet bleiben. Offizielle Begründung der Kommunalpolitiker: &#8220;Interessiert eh niemanden&#8230;“</p>
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		<title>Wider die Ohnmacht</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 08:00:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weggabelungen erkennt man oft erst rückblickend. Wer dereinst auf das Jahr 2010 zurückblickt, wird sie vielleicht sehen, jene Abzweigung, an der ein Minderheitenprogramm meh&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/01/wider-die-ohnmacht/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-9926" title="Polizeigewalt bei der Demonstation gegen den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/01/stuttgart21_reuters-300x225.jpg" alt="Polizeigewalt bei der Demonstation gegen den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof" width="300" height="225" /><strong>Weggabelungen erkennt man oft erst rückblickend.</strong> Wer dereinst auf das Jahr 2010 zurückblickt, wird sie vielleicht sehen, jene Abzweigung, an der ein Minderheitenprogramm mehrheitsfähig wurde. Bilder flimmern durch den Kopf: Wasserwerfer gegen eine Schülerdemo, Quarzsandhandschuhe im Einsatz gegen Kinder. Und dann<a title="Spiegel: Stuttgart 21" href="http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-60015-7.html"> das Bild, das um die Welt ging</a>: Ein alter Mann mit ausgeschossenen Augen, gestützt auf Helfer, die sein Sohn und sein Enkel sein könnten. Ein Drei-Generationenbild der Fassungslosigkeit und der Ohnmacht. Man wünscht sich, die Bilder kämen aus einem totalitären Staat, möglichst weit weg, bei einer Revolte gegen die repressive Militärdiktatur, aber man weiß, es ist nicht so: Die Szenen spielen in Deutschland, bei einer Demonstration gegen den neuen Stuttgarter Bahnhof. Eine angemeldete Demonstration wohlgemerkt, ein demokratisch probates Protestmittel gegen ein demokratisch legitimiertes Bauvorhaben. Und man muss kein großer Polemiker sein, um zu spüren: Wenn das Demokratie ist, dann läuft was falsch.</p>
<p><strong>„Postdemokratie“</strong> nennt es der britische Autor <a title="Wikipedia: Colin Crouch" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Colin_Crouch">Colin Crouch</a> in seinem gleichnamigen Essay, ein System, bei dem die demokratischen Institutionen formal weiterhin vollkommen intakt sind, von Politikern und Bürgern aber nicht mehr mit Sinn gefüllt werden: „Der Einfluss privilegierter Eliten nimmt zu, in der Folge ist das egalitäre Projekt zunehmend mit der eigenen Ohnmacht konfrontiert.“</p>
<p><strong>Eine Ohnmacht</strong>, die nicht sein müsste, wenn man im Dialog bleibt, wenn das Volk als Korrektiv seiner Repräsentanten wirklich Stimme und Gehör hätte und zwar ständig, nicht bloß alle vier/fünf Jahre mittels Kreuzerl. Denn in einer Demokratie, das besagt auch die österreichische Verfassung, geht „alle Macht vom Volke aus“. Man muss die demokratisch-gewählten Vertreter bloß manchmal daran erinnern.</p>
<p><strong>In diese Bresche schlägt</strong> auch unser aller Lieblingspolitologe <a title="Donau-Uni: Peter Filzmaier" href="http://www.donau-uni.ac.at/de/universitaet/whois/05809/index.php?URL=/de/department/politischekommunikation">Peter Filzmeier</a>. „Es ist <a title="Salzburger Nachrichten: Demokratie zum Aushalten" href="http://mein.salzburg.com/blog/wirtschaft/2010/02/demokratie-zum-aushalten.html">Zeit, über eine Stärkung der Einbeziehung des Volkes nachzudenken</a>“, analysiert er, „Historisch gesehen hat Österreich gemeinsam mit Deutschland ein Defizit der Direktdemokratie. Aus guten Gründen. Weil das Volk von der Propagandamaschinerie der Nazis indoktriniert wurde, setzte man 1945 lieber auf Parteien und repräsentative Demokratie. Heute sind damals richtige Argumente überholt.“ &#8211; Zorniger Nachsatz: <a title="Peter Filzmaier: Der Zug der Lemminge" href="http://www.amazon.de/Zug-Lemminge-stehen-Abgrund-Schritt/dp/3902404914">„Die Parteien haben ihre Branche Politik ruiniert.“</a></p>
<p><strong>Wo jedoch die Führungselite</strong> einer Branche keine Ideen mehr hat, lohnt es sich, die Basis zu fragen. Gelernte Lektion: In Branchen, wo das bereits Usus ist, gibt der Erfolg dem System Partizipation recht. Fallbeispiel gefällig? Der IT-Consultant <a title="Klaus Hammermüller" href="http://klaus.hammermueller.at/">Klaus Hammermüller</a> hat jahrelang für IBM gearbeitet und dort hautnah erlebt, wie viel die direkte Beteiligung der Betroffenen bringen kann: „Ich hab in so einem großen multinationalen Konzern mehr Demokratie erlebt, als als Bürger in Österreich. Da werden alle 400.000 Mitarbeiter eingeladen, mitzudiskutieren.“ Wer global agiert, kommt um web-basiertes Handeln nicht herum. Bei IBM kommen interne Software-Lösungen zum Einsatz, die Raum für Meinungsaustausch und Entscheidungen bieten. Sämtliche Mitarbeiter können Vorschläge formulieren, über die dann abgestimmt wird. Oft mit unerwarteten Ergebnissen für die Führungsspitze.</p>
<p><strong>Hammermüller:</strong> „Wenn der erste Vorschlag des Managements auf Platz 7 aufscheint und der erste Vorschlag der Experten aus den Laboren auf Platz 5, während die obersten 4 Plätze an Vorschläge aus dem ‘Fußvolk’ gehen, dann zeigt das schon auf, welches Potential ungenutzt bleibt, wenn man immer nur ‘die Oberen’ oder ‘die G’scheiten’ entscheiden lässt.“</p>
<p><strong>Die Motivation,</strong> sich aktiv einzubringen ist groß unter IBM-Mitarbeitern. Sie entspringt dem glaubhaften Versprechen, dass sich etwas bewegt, dass tatsächlich etwas entschieden, nicht nur heiße Luft produziert wird. Im konkreten Fall ging es um die Veränderung der Managementstrukturen; ein anderes Mal um Fragen der Budget-Allokation: Was machen wir mit 11 Millionen Dollar? In beiden Fällen erzielte der partizipative Prozess innerhalb von 4 Wochen ein verbindliches Ergebnis – und das, obwohl mit ein paar hunderttausend Menschen umfangreich diskutiert wurde. Man denke nun ruhig ein wenig schadenfroh an Expertenräte und Sonderprojektgruppen, in denen sich knapp 10 Leute jahrelang nicht auf eine Lösung einigen können.</p>
<p><strong>Im Übrigen:</strong> Dass sich so ein System auch auf nationalstaatliche Ebene übertragen lässt, beweist das Paradebeispiel Schweiz seit einer halben Ewigkeit. Hier zeigt sich auch, dass Kantone mit mehr direkter Demokratie wirtschaftlich erfolgreicher sind, als Kantone mit weniger Bürgerbeteiligung. Den Unterschied möchte man Klavierspielen können: 15 Prozent (gerechnet am BIP/Kopf).</p>
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		<title>5 Fragen zu Liquid Democracy</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 07:59:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Direkte Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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		<description><![CDATA[Der WIENER traf Bernhard Reiter (Verein Liquid Democracy e.V.) zum Gespräch über Basisdemokratie, Mitbestimmung und die Technik, die heute bereits dahinter stecken könnte (s&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/01/5-fragen-zu-liquid-democracy/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_9937" class="wp-caption alignleft" style="width: 206px"><img class="size-medium wp-image-9937" title="Bernhard Reiter" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/01/bernhard-reiter-196x300.jpg" alt="Bernhard Reiter" width="196" height="300" /><p class="wp-caption-text">Bernhard Reiter (Foto: privat)</p></div>
<p><strong>Der WIENER</strong> traf <a title="Bernhard Reiters Blog" href="http://raz.or.at/blog/">Bernhard Reiter</a> (Verein <a title="Liquid Democracy" href="http://liqd.net/">Liquid Democracy</a> e.V.) zum Gespräch über Basisdemokratie, Mitbestimmung und die Technik, die heute bereits dahinter stecken könnte (siehe auch: <a title="wiener-online: Wider die Ohnmacht" href="http://www.wiener-online.at/2011/01/wider-die-ohnmacht/">WIENER Artikel zum Thema Direkte Demokratie 2.0</a>)<em><br />
</em></p>
<p><strong>01 Technik und Demokratie – wo ist da der Zusammenhang?</strong></p>
<p>Das hat sich aus der Beschäftigung mit Open Source entwickelt. Programme werden partizipativ entwickelt, da liegt der Gedanke nahe, das System auf andere Bereiche auszuweiten. Gerade Gesetzestexte haben viele Gemeinsamkeiten mit Source Code.</p>
<p><strong>02 Basisdemokratie gab es schon immer. Was soll daran jetzt anders sein?</strong></p>
<p>In der „Basisdemokratie 1.0“ gewinnen die, die Zeit haben, hinzugehen, sowie genug Sitzfleisch, um das Ende abzuwarten und am Schluss die Hand zu heben. Genau dieses Problem lösen <a title="Liqd.net: Über Adhocracy" href="http://wiki.liqd.net/Adhocracy">Systeme wie Adhocracy</a>: Es werden auch jene erreicht, die keine Zeit, aber trotzdem etwas zu sagen haben. Und der Prozess zwischen Vorschlägen und Abstimmungen wird transparenter.</p>
<p><strong>03 In Wien hatten wir 2010 ein paar Volksabstimmungen. Die Beteiligung war gering.</strong></p>
<p>Das ist eine Frage von Top-Down vs. Bottom-Up: Wird eine Volksabstimmung von einer Partei angesetzt oder kommt das Thema aus dem Volk selber?</p>
<p><strong>04 Erfordert all das nicht eine unglaubliche Mündigkeit der Bürger?</strong></p>
<p>Mündigkeit ist ein Lernprozess, weg von der Untertanenmentalität, hin zur Selbstermächtigung. Das kann man nicht von heute auf morgen erwarten.</p>
<p><strong>05 Wäre mehr Direktdemokratie in Österreich vorstellbar?</strong></p>
<p>Gemessen am Grad der Einflussnahme, den man z.B. mit einer Nationalratswahl realistisch bewirken kann, ist die Wahlbeteiligung in Österreich fantastisch hoch. Also sind wir im Endeffekt ein sehr idealistisches Volk. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es funktioniert.</p>
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		<title>Die zwei Gesichter des Michael M.</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Dec 2010 07:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Ginzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
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		<description><![CDATA[Gibt man die Worte „Deutscher Comedian Österreich“ bei Google ein, drehen sich die ersten fünf Treffer ausschließlich um ihn. Mag sein, dass auf den heimischen Stammtischen ein&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/12/die-zwei-gesichter-des-michael-m/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-9491" title="mittermeier_c_rossi" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/12/mittermeier_c_rossi-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /><strong>Gibt man die Worte „Deutscher Comedian Österreich“</strong> bei Google ein, drehen sich die ersten fünf Treffer ausschließlich um ihn. Mag sein, dass auf den heimischen Stammtischen eine gewisse Skepsis gegenüber Comedians aus unserem Nachbarland vorherrscht, aber den lustigen Herrn aus Bayern betrifft das kein bisschen. Michael Mittermeier hat mit österreichisch abgestimmten Programmen schon vor Jahren unser Comedy-Herz erobert und sich so auch hierzulande zu einem der erfolgreichsten Spaßmacher hochgearbeitet. Erst im vergangenen Sommer brachte er mit seinem Programm „Achtung Baby!“ vier Abende hintereinander die Wiener Stadthalle zum Bersten, seine CDs und DVDs – auch gerne in speziellen Austria Editions herausgebracht – gehen weg wie die warmen Semmeln und seine Wortschöpfungen à la Arschgeweih schafften es bis in den Duden.</p>
<p><strong>Dass der Bühnen-Kasperl</strong> aber auch ernst sein kann, beweist er mit seinem ständigen politischen und sozialen Engagement. In diesem Bereich geht er nun einen gänzlich neuen Weg. Für seine Kino-Dokumentation „The Prison where I live“ ist er mit Regisseur Rex Bloomstein nach Myanmar gereist, das Mittermeier konsequent als Burma bezeichnet [Anm. Die offizielle Umbenennung durch die Militärregierung erfolgte 1989. Als Zeichen der Missbilligung des Regimes halten einige Staaten und Organisationen an dem Namen Burma fest]. Der Film erzählt die Geschichte des burmesischen Volkshelden und Comedians Zarganar, der aufgrund irrwitziger Anschuldigungen zu 59 Jahren Haft verurteilt wurde. Im Zuge der Dreharbeiten versucht Michael Mittermeier die Persönlichkeit des Mannes zu erkunden, der sich als „Lautsprecher seiner Leute bezeichnet“ und erkennt dabei, wie sehr sich das Militärregime durch die Kunst der Komik bedroht fühlt.</p>
<p><strong>Wie sind Sie zu dem Projekt „The Prison where I live“ gekommen?</strong> Rex Bloomstein hat den Comedian Zarganar 2007 interviewt und als er ein Jahr später erfahren hat, dass Zarganar verhaftet wurde, wollte er einen Film daraus machen, es gab aber keinen Geldgeber dafür. Er war dann in Deutschland, wo die Organisation Cinema for peace vorgeschlagen hat, Comedians anzuschreiben, ob sie den Film finanzieren wollen. Ich habe sofort zugesagt.</p>
<p><strong>Sie waren schon vor dem Filmprojekt in Burma. Wie haben Sie das Land damals wahrgenommen? </strong>Als Tourist habe ich Burma als sehr tolles Land erlebt. Natürlich macht man sich bewusst, dass es eine Diktatur ist und kein gewöhnliches Urlaubsland, aber man sieht normalerweise kaum Militär in den Straßen. Die Leute sind wahnsinnig offen, freundlich und an jeder Ecke lächeln dich die Menschen an. Ich bin auch seit meinem Urlaub für Burma tätig und unterstütze Charity Organisationen. Das hat mich nie wieder losgelassen. Deshalb war für mich diese Anfrage eine Verbindung: Das Land, das ich ohnehin schon mag, wo ich mich auch schon viel engagiert habe und dann ein Comedian, der in Haft sitzt, das kann kein Zufall sein.</p>
<p><strong>Wie war die Rückkehr nach Burma für Sie, als Sie den Film gemacht haben?</strong> Es war schräg. Wir haben uns nicht so viele Gedanken über die Ängste gemacht, haben das immer ausgeblendet und gesagt: Wenn sie uns verhaften, dann schmeißen sie uns eh raus. Aber wenn man dann vor Ort ist, ist man unter Adrenalin, weil man weiß, man darf keinen falschen Schritt machen.</p>
<p><strong>Waren Sie in ständiger Angst?</strong> Wir hatten gar nicht die Zeit, dauernd Angst zu haben. Aber an den letzten zwei Tagen gab es eine nicht ungefährliche Situation, da wurden wir mit dem Auto verfolgt. Da wussten wir: Jetzt haben wir sie am Arsch, die Gehemindienstleute oder wer auch immer das war.</p>
<p><strong>Welche Rolle spielt Humor in Burma?</strong> Humor spielt generell eine große Rolle in Burma. Die Burmesen sind ein fröhliches Volk und lachen sehr gerne. Sie lieben Zarganar. Fragen Sie zehn Burmesen, neuneinhalb kennen ihn. Daran merkt man schon, welchen Stellenwert Humor für sie hat. Der ist dann auch sehr laut, plakativ und straight. Die Qualität von Zarganar ist, dass er mit seinem Humor immer wieder Politwitze macht. Das finde ich sehr interessant, ich bin ja auch nicht einer, der auf die Bühne geht und zwei Stunden über das spricht, was in der Tageszeitung steht. Bei mir ist das auch so eine Gratwanderung: Ich mache mal eine rein lustige Nummer und dann eine ganz harte Politnummer.</p>
<p><strong>Werden Sie jemals wieder nach Burma zurückkehren können?</strong> Beim aktuellen Stand der Dinge nicht. Höchstens, es ändert sich etwas am System, aber das weiß man nicht, ob das in absehbarer Zeit passiert. Auch die Tatsache, dass Aung San Suu Kyi freigelassen wurde, hat nichts damit zu tun, dass sie jetzt milder werden. Die Militärs haben das erreicht, was sie erreichen wollten. Es ist nichts über die Wahlen berichtet worden, weil sich die ganze Welt gefreut hat, dass sie freigelassen wurde.</p>
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		<title>Der gute Hirt</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Nov 2010 20:37:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Mohr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Was macht eigentlich Helmut Hirt? Der unerschrockene Landesrat hatte gewagt, das Wort Spitalsschließung im Landtagswahlkampf auszusprechen und für diese Unbotmäßigkeit ei&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/11/der-gute-hirt/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8970" class="wp-caption alignleft" style="width: 238px"><a rel="attachment wp-att-8970" href="http://www.wiener-online.at/2010/11/der-gute-hirt/bild-2/"><img class="size-medium wp-image-8970" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/11/Bild-2-228x300.png" alt="Helmut Hirt, steirischer Ex-Spitalslandesrat SPÖ. Quelle: APA" width="228" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Helmut Hirt (Foto: APA)</p></div>
<p><strong>Was macht eigentlich Helmut Hirt?</strong> Der unerschrockene Landesrat hatte gewagt, das Wort Spitalsschließung im Landtagswahlkampf auszusprechen und für diese Unbotmäßigkeit eine  Wählerwatschn kassiert. Die Gemeinde Bad Aussee, in der die chirurgische Abteilung zur Disposition stand, brachte der SPÖ mit 19,3 Prozentpunkten das zweitgrößte Stimmenminus aller 542 steirischen Gemeinden. <a href="http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/salzkammergut/art71,472217">Das schlimmste Minus fuhr Altausse ein</a>, wo wohl auch viele in der Expositur-Hauptstadt operiert werden wollen.</p>
<p><strong>Hirt ist, um die Eingangsfrage abzuhakeln</strong>, Landesamtsdirektor und nicht mehr Spitalslandesrat. Hirt ist aber auch Warnung für alle Zentralisten. Denn Österreicher zahlen eben gern ihr Spitalsbett (ihres, nicht das der Nachbargemeinde). Wäre derselbe Streit um ein Spital nicht im überschaubaren Ausseerland ausgebrochen, sondern in Graz, hätte ein Minus à la Aussee die Stadt-SPÖ 6.300 Stimmen gekostet. Und dann hätte Hermann Schützenhöfer mit kaum 2.000 Stimmen Restrückstand <a href="http://vimeo.com/15306826">sein jenseitiges Wahlabend-Interview</a> mit Berechtigung  geben können.</p>
<p><strong>Noch ein paar Hirts</strong> und die Wahl wäre weg ist die Lehre aus dem Spitalsbetten-Tauzug, die seither in Österreich unwiderlegt blieb.</p>
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		<title>Wählerfang im Netz</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Nov 2010 07:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Demokratie ist bekanntlich die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen. Besonders deutlich wird das vor (und nach) jeder Wahl: Worthülsen schallen zun&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/11/wahlerfang-im-netz/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-8812" title="WIE351_politik_c_payr" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/11/WIE351_politik_c_payr-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /><strong>Die Demokratie ist bekanntlich</strong> die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen. Besonders deutlich wird das vor (und nach) jeder Wahl: Worthülsen schallen zunehmend inhaltsleerer durch den Äther, auf Plakaten wird kampfgelächelt bis zum Erbrechen und der Gemüseeinkauf am Marktstand verkommt zum Spießrutenlauf zwischen Bärli-verteilenden Bezirkskandidaten.  Ja, das war schon immer so; spätestens als der erste Funktionär begriff, wie das Helium aus der Kartusche in den Ballon kommt. Aber Veränderung liegt in der Luft. Denn im Herbst 2010 heißen die Kampfzonen nicht mehr ausschließlich Brunnen- ,Yppen- oder Viktor-Adler-Markt. Sie heißen Facebook, Twitter und YouTube. Das Marktgebiet der Ideologien findet seine Erweiterung und Entsprechung im Social Web.</p>
<p><strong>„Spätestens seit dem Wahlerfolg</strong> Barack Obamas in den USA hat sich auch in die verstaubtesten Winkel der europäischen Parteizentralen herumgesprochen, dass ohne das WWW schlicht nichts mehr geht“, heißt es deshalb <a href="http://www.wiener-online.at/2010/09/buchtipp-politik-2-0/">in dem Buch „Politik 2.0“</a> von <a href="http://www.czernin-verlag.com/czerninverlag/authorshow.xml?id=283">Andrea Heigl</a> und <a href="http://www.czernin-verlag.com/czerninverlag/authorshow.xml?id=284">Philipp Hacker</a>. Doch nicht alles, was bei den Amis funktioniert, ist auch bei den Ösis von Erfolg gekrönt. Zu unterschiedlich sind die Mentalitäten und letztlich die politischen Strukturen. Hier gilt es, neue Konzepte zu finden. Und das passiert, schrittweise, stockend, aber durchaus mit der einen oder anderen Erfolgsstory made in Austria. „Dass die Parteien das Internet als echten Teil des Wahlkampfes betrachten, das gibt es noch gar nicht so lange“, attestiert Hacker im <a href="http://www.wiener-online.at">WIENER</a>-Interview, „Das war erstmals bei der Bundespräsidentenwahl der Fall und natürlich auch jetzt bei der Wienwahl. Unserer Meinung nach wird der nächste Nationalratswahlkampf der erste in Österreich sein, bei dem wirklich in großem Rahmen mit den neuen Möglichkeiten umgegangen wird.“</p>
<p><strong>Dem Fischer-Wahlkampf stellen die beiden Autoren</strong> ein gutes Zeugnis aus, schon allein deshalb, weil „HeiFi“ zwei grundlegende Web-Regeln beherzigt hat: Er war in seiner Webpräsenz authentisch und hat sich Leute an Bord geholt, die sich mit dem Medium auskennen. Man muss ja nicht alles selber machen. Twittern zum Beispiel. Das war nicht sein Ding, macht aber nichts: Der Zwitscher-Account der Präsidentschaftskanzlei hieß folgerichtig „BeiFi“ („Bei Fischer“) statt „HeiFi“. Man gab nie vor, jemand anderer zu sein. Das hat wunderbar funktioniert. Auch das Ziel, jüngere Wähler anzusprechen, die sich sonst wenig für den geruhsamen älteren Herren interessiert hätten, wurde klar erreicht. Na gut, halb Österreich lachte sich scheckig über das Packerl Mannerschnitten, das via YouTube am präsidialen Schreibtisch zu sehen war, aber so was bleibt eben hängen. Hacker: „Wir erinnern uns heute noch daran, wie Heinz Fischer seine Wiederkandidatur bekannt gegeben hat. Hätte er eine Pressekonferenz gemacht, wüsste es niemand mehr.“ HeiFi hatte somit nicht nur die Mannerschnitten-Retweets auf seiner Seite, sondern auch ein Medienecho, für das Konkurrent Gehring wohl drei Rosenkränze gebetet hätte.</p>
<p><strong>Aber auch der Koalitionspartner punktet.</strong> Erinnern Sie sich an die <a href="http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/519224/Proell-sucht-den-Superpraktikanten">Suche nach dem „Superpraktikanten“</a>, der/die eine Woche an der Seite Josef Prölls verbringen durfte? Klar, für Bobos und Feuilleton-Leser eher ein Brechmittel, aber, so Heigl, „Man darf nicht vergessen, dass es für viele junge Menschen ein positiver Erstkontakt mit Politik war. Die Seite hatte enorm viele Zugriffe und wurde zum Selbstläufer.“ – Hacker: „Die ÖVP hat das aufgesetzt und dann ist es einfach passiert! Und mit ein bissl Bauchweh, aber doch, haben sie es auch passieren lassen.“ Das Ergebnis: Eine fast geschenkte Image-Kampagne für den Vizekanzler. <a href="http://www.heute.at/news/politik/Reez-Wollner-ist-die-neue-Superpraktikantin;art422,199699,C?sts2186">Die Siegerin Reez Wollner</a> (26) war ein absoluter Glückstreffer. „Die war so sympathisch und quirrlig“, sagt Hacker, „Wenn die nicht für jung, dynamisch und ein bissl ausgeflippt steht, dann tut es keine.“ Ein derartiges Image hätte Josef Pröll alleine nur schwer projizieren können. Mit Frau Wollner an seiner Seite, war es plötzlich leicht.</p>
<p><strong>Solche Vorstöße der Parteien</strong> stellen dennoch die Ausnahme dar. Die meisten Online-Aktivitäten sind auf die Privatinitiative von www-affinen Politikern zurückzuführen. Es gibt noch keine Fraktion, die eine systematische, inner-parteiliche Guideline hätte, wie mit dem Thema Web umzugehen ist.  Am Aktivsten bloggen derzeit die Grünen, die hier ihre ganze (teils auch konträre) Meinungsvielfalt ins Netz tragen. Ihrem basisdemokratischen Selbstverständnis entsprechend, wird das auch nicht auf Parteilinie glattgebügelt. Hacker: „Dieses leicht Chaotische, das man den Grünen offline oft vorwirft, gerade im Wienwahlkampf, das spiegelt sich auch online.“ Bloß sind sie hier nicht die einzigen mit diesem Problem: Politblogs, Facebook-Pages aller Couleur und auch Flickr-Accounts für die gesammelten „Erinnerungsfotos mit meinem Landeshauptmann“ begannen allesamt aus urwüchsig verstreuter Triebkraft zu keimen. Nun gilt es, sie zu bündeln und ihnen „nachträglich, ein Mäntelchen umzuhängen.“</p>
<p><strong>Gleichermaßen hilfreich und hemmend</strong> wirkt sich dabei aus, dass in kaum einer Partei dezidierte Online-Profis am Werk sind. Die jeweils vorhandenen Kommunikationszentralen machen „das halt auch noch“. Und das ist nicht einmal das Schlechteste, denn so kommt es nicht zu widersprüchlicher Kommunikation on- und offline. Dass die linke Hand an der Mouse nicht weiß, was die flyer-verteilende rechte Hand tut, wird weitgehend vermieden. Hacker: „So wie die Kommunikationszentralen Presseaussendungen schreiben, schreiben sie allerdings dann auch Beiträge für die Homepage. Das merkt man.“ Es ist eben kaum etwas rasend kreativ, noch keine Partei hat das virtuelle Rad neu erfunden. Schon einmal, weil für den Webkampf auch nicht viel Budget locker gemacht wird. Dabei ist online, entgegen der vorherrschenden Meinung, nicht billig. Social Media Marketing bedeutet – im Idealfall &#8211; eine Verlagerung des Budgets von Marketing in Human Ressources. Und Arbeitskraft kostet. Heigel: „Die Verbreitung ist billig im Netz, aber man muss auch guten Content produzieren, wenn man will, dass er sich verbreitet.“ Klar ist es billiger, einen Spot auf YouTube zu stellen, als die entsprechenden Werbeminuten beim ORF zu buchen. Man sollte aber nicht unterschätzen, was es kostet, ein gutes virales Video zu drehen.  Heigl: „Die einzige Partei, die jetzt im Wienwahlkampf massiv Geld für dieses Thema in die Hand genommen hat, ist die SPÖ.“ Mit dem „Redbook“ (<a href="http://www.redbook.at">www.redbook.at</a>), das sich stark an <a href="http://mybarackobama.com">mybarackobama.com</a> anlehnt und mit „Team für Wien“ (<a href="http://www.mission2010.at">www.mission2010.at</a>). Hier können sich User vernetzen, die im Wahlkampf helfen wollen, etwa nach dem Muster: „Ich hab morgen am Nachmittag 10 Minuten Zeit und bin in der Innenstadt. Was kann ich für die SPÖ tun?“ – Antwort: „Beteilige dich an einer Verteilaktion, die in der Nähe deines Büros stattfindet“ Oder: „Rufe in der U-Bahn einen Freund an und erzähl ihm, wie super Michael Häupl ist.“</p>
<p><strong>Einladung zum Fremdschämen?</strong> Vielleicht. Aber man muss neidlos anerkennen, dass „Team für Wien“ gut gemacht ist. Natürlich hat sich die Wiener SPÖ hier leichter getan, Geld auszugeben. Einfach weil sie’s hat. Denn Internet ist, auch das muss gesagt werden, ein additives Tool. Man erspart sich ja deshalb noch keine Plakate oder Flyer. Man hat Zusatzausgaben.</p>
<p><strong>Und dann gibt es noch ihn.</strong> „Wir haben uns die Facebook-Seite von H.C. Strache sehr genau angeschaut, weil er der Politiker mit am Abstand den meisten Fans ist [59.631 – Anm.]“, sagen Hacker und Heigl, „Das schaffen Laura Rudas, Fritz Kaltenegger und Eva Glawischnig zusammen nicht.“ Dabei ist es ziemlich offensichtlich, dass Strache seine Seite nicht selber betreibt. Es ist schlicht eine Fanseite und nicht besonders persönlich. Auch Interaktion mit den Usern findet nicht statt, dafür Schmankerln wie „Gewinne einen Kinoabend mit H.C. und seinen Facebook-Freunden“. Hacker: „Das Phänomen Strache funktioniert online genauso wie offline: Er vermittelt den Leuten das Gefühl: Ich bin ein leiwander Kerl. Was er nicht vermittelt ist: Ich bin ein Politiker“.  Heigl: „Da posten unglaublich viele Mädels, wie fesch der H.C. ist, aber Inhalte kommen nicht zur Sprache. Er könnte genauso gut Popstar oder Schauspieler sein.“</p>
<p><strong>Wie sich Online-Aktivität</strong> von „Freunden“ oder Fans in Offline-Engagement übersetzen lässt, ist ein Problem, für das derzeit noch keine Partei eine nachhaltige Lösung gefunden hat. Ein Klick auf den „Gefällt mir“-Button ist noch lange kein Kreuzerl in der Wahlzelle. Was sich zeigt, ist, dass politische Aktivierung im Netz am besten themenspezifisch funktioniert, weil Menschen heute mit Parteien nicht mehr Lebens-, sondern Themenpartnerschaften eingehen. „Gerade was das anbelangt, kann man ganz viel vom amerikanischen Wahlkampf abschauen“ meinen Heigl und Hacker, wissen aber auch: „Aus Werner Faymann oder Josef Pröll wird in diesem Leben kein Barack Obama mehr.“</p>
<p><strong>Nachsatz:</strong> „Das Internet gibt es – und mit ihm ein großes Demokratisierungspotential. Das werden die Parteien auch nicht mehr abdrehen können. Die spannende Frage ist: Werden sie da mithalten?“  Warten wir auf 2013&#8230;</p>
<p>[Lesen Sie <a href="http://www.wiener-online.at/2010/11/wahlerfang-im-netz/2/">auf der nächsten Seite</a>: <strong>Die 10 wichtigsten Guidlines für Webwahlkämpfer</strong>]</p>
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		<title>Die Insel</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Oct 2010 06:00:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Wolf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mutig in die neuen Zeiten! Unser Beitrag zum Nationalfeiertag: Ein Comic-Special von Carla Müller (Text), Heinz Wolf (Zeichnungen) und Shooft (Farbe).

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