<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>WIENER &#187; Menschen</title>
	<atom:link href="http://www.wiener-online.at/tag/menschen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.wiener-online.at</link>
	<description>Die offizielle Webseite des Wiener</description>
	<lastBuildDate>Fri, 03 Feb 2012 23:25:11 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.4</generator>
<cloud domain='www.wiener-online.at' port='80' path='/?rsscloud=notify' registerProcedure='' protocol='http-post' />
		<item>
		<title>Perfektion ist langweilig</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2011/09/perfektion-ist-langweilig/</link>
		<comments>http://www.wiener-online.at/2011/09/perfektion-ist-langweilig/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 20:09:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>
		<category><![CDATA[Coverstory]]></category>
		<category><![CDATA[Dancing Stars]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Mirjam Weichselbraun]]></category>
		<category><![CDATA[MTV]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wiener-online.at/?p=26888</guid>
		<description><![CDATA[Tirolermadel, Naturmensch, Sonnenstrahlenlächeln. Das passt schon alles zu Mirjam Weichselbraun. Nur mit ihrer Lebenseinstellung hat ihr gängiges Image im Grunde wenig zu t&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/09/perfektion-ist-langweilig/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/09/mirjam.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-27312" title="mirjam" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/09/mirjam-197x300.jpg" alt="" width="197" height="300" /></a><strong>Tirolermadel, Naturmensch, Sonnenstrahlenlächeln.</strong> Das passt schon alles zu <a title="www.mirjamweichselbraun.com" href="http://www.mirjamweichselbraun.com" target="_blank">Mirjam Weichselbraun</a>. Nur mit ihrer Lebenseinstellung hat ihr gängiges Image im Grunde wenig zu tun. „Viele sehen mich eben gerne in einer bestimmten Rolle“, so die TV-Moderatorin. Festnageln lässt sich Weichselbraun deswegen noch lange nicht: „Ich bin so viele auf einmal“, sagt sie. Für den WIENER war die gebürtige Tirolerin und leidenschaftliche Wahlberlinerin anlässlich ihres 30. Geburtstags am 27. September einen Tag lang einfach Mirjam Weichselbraun. Eine junge Querdenkerin, die ihre funky MTV-Zeiten aufleben lässt, erzählt, wie sie ihre Selbstzweifel bewältigt und sagt, warum sie heute mehr Frau ist als früher.</p>
<p><strong>Stellen Sie sich vor: Eine Live-Show anlässlich Ihres runden Geburtstags. Mit welchen Worten würden Sie anmoderieren?</strong></p>
<p>Hilfe, bitte keine Live-Show zu irgendeinem meiner runden Geburtstage, es sei denn der 80. Und nachdem ich das Geburtstagskind wäre, soll da mal wer anderer moderieren.</p>
<p><strong>Der 30er ist ein markantes Datum. Welche Gedanken gehen Ihnen anlässlich Ihres Runden durch den Kopf?</strong></p>
<p>Ich mache mir da wirklich nicht so viele Gedanken. Es sind eher andere, die mich immer drauf ansprechen. Klar, auch ich empfinde, dass sich 30 ganz schön erwachsen anhört, aber ansonsten ist mir das relativ egal. Im Gegenteil, ich mag mich jetzt lieber als noch vor einigen Jahren.</p>
<p><strong>Was zum Beispiel?</strong></p>
<p>Ich geh’ entspannter mit meinem Job um, finde kleine Fehler während einer Sendung nicht mehr schlimm. Irgendwie relativieren sich mit der Zeit ein paar Dinge, das ist gut. Rein optisch mache ich mir auch nicht mehr so viele Gedanken. Ich mag mich einfach nur wohlfühlen.</p>
<p><strong>Sie haben eine beeindruckende Karriere im Entertainment- bzw. TV-Business hingelegt. Was empfinden Sie heute, wenn Sie sich auf YouTube Ihre ersten Moderationen bei VIVA plus anschauen?</strong></p>
<p>Ich schau’ mir die nicht an. Natürlich finde ich aber manche Sachen besser, manche schlechter. Ich hab eben früh mit der Moderation begonnen und den Entwicklungsprozess konnte man im Fernsehen auch sehen. Ich komme inzwischen besser mit meinen Fehlern klar.</p>
<p><strong>Was hat Sie da gestört und wie lernt man damit umzugehen?</strong></p>
<p>Das waren Kleinigkeiten, wie Versprecher oder einfach die falschen Interviewfragen. Man lernt gar nicht aktiv besser damit umzugehen, aber irgendwie erkennt man, dass solche Dinge auch überhaupt kein Problem sind und dass es nichts Langweiligeres gibt als Perfektion.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wiener-online.at/2011/09/perfektion-ist-langweilig/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mr. 11 Zentimeter</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2011/03/mr-11-zentimeter/</link>
		<comments>http://www.wiener-online.at/2011/03/mr-11-zentimeter/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 30 Mar 2011 06:02:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Wieser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
		<category><![CDATA[Autor]]></category>
		<category><![CDATA[Mini-Penis]]></category>
		<category><![CDATA[Penis]]></category>
		<category><![CDATA[Scheiblecker]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wiener-online.at/?p=19394</guid>
		<description><![CDATA[Stefan Scheiblecker ist ein höflicher junger Mann mit breiten Schultern, einem ansprechenden Äußeren und einem großen Problem. Sein Penis misst 11 Zentimeter. Und das war dem h&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/03/mr-11-zentimeter/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_19396" class="wp-caption alignleft" style="width: 233px"><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/03/Stefan-Scheiblecker.jpg"><img class="size-medium wp-image-19396" title="Stefan Scheiblecker" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/03/Stefan-Scheiblecker-223x300.jpg" alt="" width="223" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Schritt in die Öffentlichkeit: Stefan Scheiblecker traute sich – für den WIENER posierte der 25-Jährige mit seinem Buch auf dem Gürtel in Wien.</p></div>
<p>Stefan Scheiblecker ist ein höflicher junger Mann mit breiten Schultern, einem ansprechenden Äußeren und einem großen Problem. Sein Penis misst 11 Zentimeter. Und das war dem heute 25-Jährigen lange Zeit nicht genug. In einem autobiografischen Roman schrieb er sich seinen Frust von der Seele, wuchs geradezu über sich selbst hinaus – und erkannte, <a title="wiener-online: Ein großer Penis bringt überhaupt nichts" href="http://www.wiener-online.at/2011/02/ein-groser-penis-bringt-uberhaupt-nichts/">dass einem richtigen Mann auch 11 Zentimeter reichen</a>.</p>
<p><strong>Herr Scheiblecker, Sie haben sich als Mann mit einem 11 Zentimeter großen, oder – wie Sie selbst meinen – 11 Zentimeter kleinen Penis geoutet. Werden Sie seither nicht permanent verspottet?</strong></p>
<p>Eigentlich nicht. Natürlich kommen manche und sagen <a title="wiener-online: Penis Atlas" href="http://www.wiener-online.at/2011/03/der-penis-atlas/">„meiner ist größer“</a>, aber die meisten finden meinen Schritt schlicht cool.</p>
<p><strong>Wann haben Sie beschlossen, aus Ihrer Leidensgeschichte ein Buch zu machen?</strong></p>
<p>Erst als ich damit abgeschlossen hatte, als ich von meinem Problem befreit war. Das war vor rund zwei Jahren. Damals habe ich mich in eine Arbeitskollegin verliebt, die mir die Angst genommen hat. Sie war es auch, die gemeint hat, ich sollte ein Buch darüber schreiben.</p>
<p><strong>Angst vor den ersten öffentliche Auftritten?</strong></p>
<p>Ja. Aber es war dann sehr, sehr, sehr befreiend – das wird jetzt von Tag zu Tag noch besser. Ich bin richtig froh, darüber zu reden.</p>
<p><strong>Wie haben die Frauen reagiert?</strong></p>
<p>Die haben sehr interessiert zugehört. Ich glaube, die Frauen verstehen das sehr gut. Die meisten meinen auch, dass es nicht auf die Länge, sondern auf die Technik ankommt.</p>
<p><strong>Was würden Sie jemanden empfehlen, der dasselbe Problem hat wie Sie?</strong></p>
<p>Wenn er es wirklich so extrem und krankhaft hat wie ich, dann würde ich ihm empfehlen, mit einem Therapeuten oder einem Facharzt zu sprechen.</p>
<p><strong>Wie haben Ihre Eltern oder Ihre Großmutter – die auch im Buch immer wieder vorkommt – diese Geschichte aufgenommen?</strong></p>
<p>Die Großmutter ist eine rüstige Frau, die einem kaum Privatsphäre lässt. Sie hat von dem Problem nichts mitbekommen. Aber als das Buch gekommen ist und sie gewusst hat, worum es sich dreht, hat sie lachen müssen. Meine Eltern, vor allem meine Mutter, waren ein bisschen entsetzt darüber, dass sie während der Pubertät nichts mitbekommen haben. Jetzt sind alle sehr stolz.</p>
<p><strong>Jetzt ist Hainfeld nicht der größte Ort aller Zeiten. Gehen Sie noch auf die Straße, ohne dass Sie sich denken, dass Ihnen jeder auf den Schritt schaut?</strong></p>
<p>Momentan habe ich das Gefühl, dass das so ist. Gerade in Hainfeld, wo mich viele kennen, denke ich mir schon oft, dass ich besonders beobachtet werde. Aber ich habe nichts Schlimmes gemacht, im Gegenteil.</p>
<p><strong>Sie sagen immer wieder, Sie wollten der Erste sein, der sich mit einem 11 Zentimeter kleinen Penis outet. Warum?</strong></p>
<p>Damit ich mich selbst befreie. Das Buch war wirklich eine Motivation, dass ich sage: Ich rede da jetzt drüber. Ich, der Stefan Scheiblecker. Und bitte hört mir zu. Vielleicht wollte ich es einfach rausschreien.</p>
<p><strong>Sind Sie noch mit der Frau liiert, die Ihnen die Angst genomen hat?</strong></p>
<p>Wir haben zwar sexuellen Kontakt und irgendwo ist es auch Liebe, aber es ist doch eine On-Off Geschichte.</p>
<p><strong>Woran liegt das?</strong></p>
<p>Nicht an der Sexualität. Nicht an der Penislänge. Sondern wir haben verschiedene Vorstellungen darüber, wie unser Leben verlaufen soll.</p>
<p><strong>Lesen Sie auf der nächsten Seite: Scheibleckers Wissen. 7 Regeln, die ein Mann braucht.</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wiener-online.at/2011/03/mr-11-zentimeter/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>“Ich hab mich nie für Gesellschaftstanz interessiert”</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2011/03/ich-lebe-nicht-im-luxus-es-ist-ein-unsicherer-job/</link>
		<comments>http://www.wiener-online.at/2011/03/ich-lebe-nicht-im-luxus-es-ist-ein-unsicherer-job/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Mar 2011 09:04:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Wieser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Dancing Stars]]></category>
		<category><![CDATA[Kabarett]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Lottosieger]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhard Nowak]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wiener-online.at/?p=13964</guid>
		<description><![CDATA[Er spielt leidenschaftlich gerne Golf. Dafür bleibt momentan aber wenig Zeit. Reinhard Nowak ist gefragt: Für gleich drei Kabarettprogramme – Mama, in Urlaub (mit Rudi Roubine&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/03/ich-lebe-nicht-im-luxus-es-ist-ein-unsicherer-job/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/03/Reinhard-Nowak.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-13965" title="Reinhard Nowak" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/03/Reinhard-Nowak-300x298.jpg" alt="" width="300" height="298" /></a>Er spielt leidenschaftlich gerne Golf. Dafür bleibt momentan aber wenig Zeit. Reinhard Nowak ist gefragt: Für gleich drei Kabarettprogramme – <a title="Mama" href="http://www.reinhardnowak.at/mama" target="_blank">Mama</a>, <a title="Kurier: In Urlaub" href="http://kurier.at/kultur/2045378.php" target="_blank">in Urlaub</a> (mit <a title="wiener-online: Rudi Roubinek" href="http://www.wiener-online.at/2010/12/von-und-zu-rudi/">Rudi Roubinek</a>) und <a title="Presse: Menstrip" href="http://events.diepresse.com/cont/events/detail_usertipps.aspx?eventid=11250&amp;date=13.03.2011%2020:00:00" target="_blank">Menstrip</a> – steht er auf der Bühne. Ab 11.März tanzt er bei <a title="Dancing Stars" href="http://dancingstars.orf.at/" target="_blank">Dancing Stars</a>. Und dann gibt’s da noch seine kleine Tochter&#8230; Im WIENER sprach der 46-Jährige über Familie, Frauen, Aussehen und seine Rolle in „Menstrip“, das seit 1. März im Vindobona zu sehen ist. An der Seite von Dagmar Kutzenberger, Verena Scheitz und Bettina Soriat mimt Nowak einen vermeintlichen Stripper.</p>
<p><strong>Worum geht es in deinem neuen Programm?</strong></p>
<p>Das ist nicht mein neues Programm. Das ist ein Theaterstück, das der Fritz Schindlecker geschrieben hat, der auch 4 nach 40 geschrieben hat, wo ich dabei war. Es ist eine Boulevard-Komödie mit Tiefgang, die wir in einem Kabarettlokal spielen. Es ist auf jeden Fall lustig und mit einem leichten Krimi-Touch. Das Problem an der Geschichte ist, dass man echt nicht viel verraten darf. Was man sagen kann: Es geht um drei Frauen rund um die 40, die sich nach langer Zeit wiedersehen. Eine davon lädt ein paar Frauen ein, um ihre dritte Scheidung zu feiern. Zu diesem Zweck lädt sie einen Stripper ein. Es entwickelt sich alles anders als erwartet.</p>
<p><strong>Gibt es eine Message?</strong></p>
<p>Dass nichts so ist, wie es scheint. Es geht sehr stark um Sein, um Schein und um Vorspielen. Ein bisschen um Rache und um menschliche Gefühle.</p>
<p><strong>Die drei Kolleginnen konntest du dir nicht selbst aussuchen?</strong></p>
<p>Nein, aber ich bin sehr zufrieden. Das passt total.</p>
<p><strong>Womit punktest du bei Frauen?</strong></p>
<p>Keine Ahnung. Da müsste man die Frauen fragen. Humor. Das Aussehen wird’s ja wohl nicht so sein, oder vielleicht doch?</p>
<p><strong>Warum machst du bei Dancing Stars mit?</strong></p>
<p>Herausforderung und Spaß haben. Schauen, was die Tanztrainer aus einem völlig untalentierten, unrhythmischen, unmusikalischen Menschen, wie ich einer bin, herausholen können. Ich hab mich nie für Gesellschaftstanz interessiert, war nie in der Tanzschule, nie auf einem Ball. Meine Frau war die treibende Kraft, die gemeint hat, ich soll’s machen. Sie erhofft sich, dass ich jetzt vielleicht mit ihr öfters tanzen gehe, aber das werden wir noch sehen. Mein Ziel ist es, über die erste Runde zu kommen.</p>
<p><strong>Könnte es sein, dass du durch Dancing Stars zum leidenschaftlichen Tänzer wirst?</strong></p>
<p>Vielleicht. Ich hab mir vor 15 Jahren auch nicht gedacht, dass ich einmal ein leidenschaftlicher Golfer werde.</p>
<p><strong>Wie wirst du das alles schaffen: drei Kabarettprogramme, Dancing Stars, Familie?</strong></p>
<p>Die Familie wird’s in der Zeit nicht geben. Und ich mach jetzt schon ein bisschen Konditionstraining, setz’ mich auf den Hometrainer, sonst schaff’ ich das ja nicht. Ich werd’ dann doch hoffentlich endlich ein bissl was abnehmen.</p>
<p><strong>Was machst du in deiner Freizeit?</strong></p>
<p>Ich geh gern essen. Ich koch auch ganz gerne, thailändisch, indisch, klassisch österreichisch. Wir haben sehr viele Kochbücher. Musik habe ich eine zeitlang ganz intensiv gesammelt und gekauft. Ich habe zirka 3.000 CDs zu Hause. Aber das ist auch weniger geworden mit der Kleinen. Jetzt hör ich eigentlich nur mehr Kindermusik.</p>
<p><strong>Was hörst du gerne für Musik?</strong></p>
<p>Eher so in Richtung Alternative. Auf keinen Fall Mainstream. Ich hab eine zeitlang sehr viel Johnny Cash gehört und Cake, auch Beirut.</p>
<p><strong>Du bist seit vier Jahren Nichtraucher … </strong></p>
<p>Ja. Ich hab mindestens drei Packerl am Tag geraucht. Ich bin auch vorbelastet – mein Vater ist an Lungenkrebs gestorben. Es war geplant, dass ich aufhöre, wenn meine Frau schwanger ist. Ich war dann bei der praktischen Ärztin, bin aus der Praxis rausgegangen und hab mir gedacht, nein, aus, ich hör jetzt auf. Ich hab danach keine einzige mehr geraucht. Ich hab gewusst, weniger Rauchen funktioniert nicht. Man muss das im Kopf bestimmen. Es nützt nichts, wenn die Frau tausend mal sagt, du stinkst und die Wäsche stinkt. Im Endeffekt hab ich es mir schlimmer vorgestellt als es dann wirklich war.</p>
<p><strong>Machst du dir Sorgen um die Zukunft?</strong> Jetzt im Moment grad nicht. Aber es hat immer schon so Phasen gegeben, wo halt nichts reingekommen ist. Nach Dolce Vita hat’s ein paar Jahre Flaute gegeben. Seitdem ich Lottosieger gedreht habe und im Kabaraett auch etablierter bin, geht’s eigentlich. Ich leb’ jetzt nicht im Luxus. Es ist ein unsicherer Job. Und mit Familie und Kind hat man auch mehr Verantwortung.</p>
<p><strong>Wolltest du immer schon Familie und Kinder haben?</strong></p>
<p>Mit 40 hat’s bei mir begonnen, dass ich einen Kinderwunsch verspürt habe. Bis ich 40 war, hab ich gedacht, nein, ich brauch keins, ich will kein Kind. Ich hätt mich mit 25 einfach nicht reif gefühlt ein Kind zu haben. Da war ich selber noch zuviel Kind. Wie wir uns kennen gelernt haben, die Arzu und ich, haben wir gesagt, nein, wir wollen kein Kind. Wir wollen auch nicht zusammen ziehen. Das ist jetzt acht Jahre her …</p>
<p><strong>Ein Zweites wollt ihr aber nicht?</strong></p>
<p>Nein. Die Familienplanung ist zu 90 Prozent abgeschlossen. Ich mein, ich werd heuer 47. Wenn du dann im Kindergarten oder in der Schule als Großvater angeredet wirst! Wenn sie 16 ist, bin ich 60.</p>
<p><strong>Du bist mit <a title="wiener-online: Roland Düringer" href="http://www.wiener-online.at/2010/10/duringers-reise-zum-ich/">Roland Düringer</a> in die Schule gegangen. Wie war das? Wer war der Klassenkasperl?</strong></p>
<p>Der Roland war der Coolste von der Klasse, weil er Motorrad gefahren ist. Er hat damals schon ein Theaterstück geschrieben über Rocker und Popper. Da hab ich einen Vater gespielt. Das war irgendwie schon die Vorhut zu Muttertag. Er hat mich schon beeinflusst. Durch ihn bin ich auch zum Schlabarett gekommen. Klassenkasperl war eher ich, weil ich irgendwie meine mangelnde Körpergröße mit Witz kompensieren musste. Ich hab überall Einser gehabt außer im Betragen.</p>
<p><strong>Gibt’s schon Projekte nach Dancing Stars und Menstrip?</strong></p>
<p>Ich hoffe, dass wir noch heuer die dritte Staffel Lottosieger drehen. Es ist einfach eine lustige österreichische Geschichte – genau das, was die Leute sehen wollen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wiener-online.at/2011/03/ich-lebe-nicht-im-luxus-es-ist-ein-unsicherer-job/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Böse ist dort drin, wo “zuerst” draufsteht</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2011/03/das-bose-ist-dort-drin-wo-zuerst-draufsteht/</link>
		<comments>http://www.wiener-online.at/2011/03/das-bose-ist-dort-drin-wo-zuerst-draufsteht/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Mar 2011 07:01:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Wieser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>
		<category><![CDATA[Gregor Seeberg]]></category>
		<category><![CDATA[Kabarett]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Soko Donau]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wiener-online.at/?p=13955</guid>
		<description><![CDATA[Wer Gregor Seberg treffen will, denkt unwillkürlich daran, dass es am Wasser sein muss. Denn mit „Soko Donau“ fährt der Schauspieler regelmäßig Top-Quoten ein. Doch trotz aller&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/03/das-bose-ist-dort-drin-wo-zuerst-draufsteht/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/03/Gregor-Seeberg.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-13956" title="Gregor Seeberg" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/03/Gregor-Seeberg-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Wer <a title="www.gregorseberg.at" href="http://www.gregorseberg.at" target="_blank">Gregor Seberg </a>treffen will, denkt unwillkürlich daran, dass es am Wasser sein muss. Denn mit „Soko Donau“ fährt der Schauspieler regelmäßig Top-Quoten ein. Doch trotz aller TV-Erfolge: Seberg steht immer wieder gerne auf den Brettern, die die Welt bedeuten, im Theater, als Kabarettist – demnächst mit seinem neuen Programm „Oh du mein Österreich?!“. Dem WIENER sagte Seberg, dass er nicht plant, als Soko- Kieberer in Pension zu gehen, warum Männer eigentlich das schwache Geschlecht sind und welcher Beruf ihm ganz besondere Freude machen würde.</p>
<p><strong>Wie viele Menschen haben dir nach deinem Auftritt in „Die ARGE Talkshow“ gratuliert, weil sie geglaubt haben, dass du alles ernst meinst, was du sagst?</strong></p>
<p>Ich war gestern kicken und meine Freund’ haben alle gesagt: „Du bist schon komplett deppert geworden.“ Sie haben aber auch gesagt, dass sie es gut finden, wenn man jemand vermeintlich Sympathischem, wie zum Beispiel der Glawischnig, blöd kommt. Dass man den Unsympathischen nicht freundlich kommt, ist man eh gewöhnt.</p>
<p><strong>Kann Satire die Talkshow-Realität überhaupt toppen?</strong></p>
<p>Der <a title="wiener-online: Rudi Roubinek" href="http://www.wiener-online.at/2010/12/von-und-zu-rudi/">Rudi Roubinek</a> sagt: „Man kann es eigentlich nicht mehr toppen oder verarschen oder überhöhen, man kann es nur mehr komprimieren.“ Es wirklich auf die Spitze treiben, ist schwierig. Das machen die Talkshows selbst.</p>
<p><strong>Hat „Die ARGE Talkshow“ ein Anliegen oder ist das pure Unterhaltung, halt auf einer anderen Ebene?</strong></p>
<p>Für mich hat sie schon ein Anliegen. Ich fühle mich zugeschissen von Botschaften. Ich hab’ manches Mal das Gefühl, dass ich gar nicht mehr mitkrieg’, was das Gute ist. Das Böse ist meistens schnell zu erkennen – das ist da drin, wo „zuerst“ draufsteht. Eines meiner Anliegen ist es, darauf hinzuweisen, wie viel Zeit wir sinnlos verplappern. Ein anderes, aus Prominenten etwas rauszukitzeln, was ich sonst nicht hören würde. Menschliches, halt. Oder Verräterisches.</p>
<p><strong>In deinem neuen Kabarett-Programm „Oh du mein Österreich?!“ reist du durch die Bundesländer. Es scheint, als hättest du an jedem etwas auszusetzen.</strong></p>
<p>Naja, ich mache mich darüber lustig, dass sich die Bundesländer so ernst nehmen, als Land.</p>
<p><strong>Brauchen wir Bundesländer?</strong></p>
<p>Wir brauchen sie anders. Was ich super finde, sind die regionalen Eigenheiten, die Dialekte. Dass es aber neun kleine Österreichs gibt, finde ich nicht klasse.</p>
<p><strong>In deiner Biografie steht, dass du mit 14 zwangsweise von Graz nach Wien umgesiedelt worden bist. Was ist da passiert?</strong></p>
<p>Ich bin bei der Oma aufgewachsen. Und auf einmal hat es geheißen, dass wir – meine Schwester und ich – zu unserer Mutter nach Wien ziehen. Das war grauslich. Ich habe alles verloren. Ich habe meine Freunde verloren. Ich kannte nur Graz, und davon nur einen gewissen Teil. Und in einer Zeit, wo ich gerade die Arme ausgebreitet und „Hallo, Leben“ gesagt habe, musste ich nach Wien, musste mich wieder zusammenziehen. Das war mir zu groß und zu fremd.</p>
<p><strong>Warum? </strong></p>
<p>Familiäre Gründe.</p>
<p><strong>Du bist sehr zurückhaltend, was das Private anbelangt. Rührt das auch aus dieser Zeit? </strong></p>
<p>Es hat hauptsächlich damit zu tun,  dass ich nicht weiß, was daran so interessant sein sollte. Das klingt jetzt deppert, aber ich habe viel erlebt. Nicht nur Angenehmes. Aber manche Dinge in meinem Leben klingen so hanebüchen, dass jeder sagen würde: „Geh komm.“ Wenn ich von jemanden lese, dass er am liebsten Marillenmarmelade isst, dann denke ich mir, dass mir das wurscht ist. Es hat nichts zu bedeuten. Und dann denke ich mir, dass ich nicht auch so einer sein will.</p>
<p><strong>Was ist dir heute lieber: Wien oder Graz?</strong></p>
<p>Wien.</p>
<p><strong>Soko Donau, immer top bei den Quoten – woran liegt das?</strong></p>
<p>Wenn wir das wüssten, dann würden wir es das nächste Jahr genauso machen.</p>
<p><strong>Wenn du es nicht weißt, was vermutest du?</strong></p>
<p>Ich glaube, dass es die Mischung ist. Und dann gibt es auch noch dieses Klischee, dass Wien ein guter Platz für Morde ist. Das hat etwas. Das merke ich bei den Leuten, die bei uns mitspielen und sagen: „Der Zentralfriedhof, geil“.</p>
<p><strong>Kannst du dir vorstellen, als Helmuth Nowak in Pension zu gehen?</strong></p>
<p>Nein.</p>
<p><strong>Also, wie lang wird Soko Donau noch laufen?</strong></p>
<p>Die nächste Frage bitte.</p>
<p><strong>Warum bringt ein Mensch einen anderen Menschen um?</strong></p>
<p>Weil es geht.</p>
<p><strong>In einem Interview hast du gesagt, „Sterben ist sexy“. Was soll das heißen?</strong></p>
<p>Das Ärgste, was einem Menschen passieren kann, ist zu sterben. Sich damit auseinanderzusetzen, ist sexy. Mit 17 LSD zu nehmen, im Wissen, dass du dann dein ganzes Leben geistesgestört bis, ist sexy. Gefahr ist sexy. Das oberste Sexy ist dann die endgültige Auslöschung.</p>
<p><strong>Ein Schritt zurück, zu einem anderen deiner Kabarettprogramme, zu „Was Frauen wirklich wollen!“. Woher weißt du, was Frauen wollen? </strong></p>
<p>Ich bin nur mit Frauen aufgewachsen. Mit der Oma, mit meiner Schwester und mit der besten Freundin meiner Schwester.</p>
<p><strong>Was können Frauen besser als Männer?</strong></p>
<p>Sie können nichts besser als Männer, aber sie können alles, was Männer können – und noch ein bisschen mehr. Sie können dann das Ganze auch noch aufschreiben und sammeln und es sich merken. Und sie können auf Bewährtes zurückgreifen und müssen nichts Neues ausprobieren. Und sie können sich, wenn es nötig ist, plötzlich zusammenschließen gegen uns permanente Einzelkämpfer.</p>
<p><strong>Also ist eigentlich der Mann das schwache Geschlecht?</strong></p>
<p>Im Wesentlichen schon.</p>
<p><strong>Und wann ist dann ein Mann ein Mann?</strong></p>
<p>Wenn er versucht, im Sinne der oben angeführten Tugenden möglichst weiblich zu werden. Wenn er versucht, die Frauen mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.</p>
<p><strong>Nochmals zum neuen Programm. Nehmen wir an, du würdest – so wie der Held im Kabarettprogramm – für tot erklärt und müsstest von vorne beginnen. Wie würdest du leben?</strong></p>
<p>Dann würde ich Naturforscher werden.</p>
<p><strong>Weil?</strong></p>
<p>Weil das immer mein Traumberuf war. Ich war als Kind Naturforscher, bin aber durch diese Umsiedlung nach Wien zwangsliterarisiert worden.</p>
<p><strong>Warum ist die Natur so spannend für dich?</strong></p>
<p>Ich habe eine wahnsinnige Tierliebe. Warum, kann ich dir nicht sagen. Das war immer schon so.</p>
<p><strong>Hast du Tiere?</strong></p>
<p>Ich habe drei Katzen. Und ich liebe sie abgöttisch. Ich finde, dass sie mich auch abgöttisch lieben, bin mir aber manchmal nicht sicher, ob sie mich nicht nur verwenden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wiener-online.at/2011/03/das-bose-ist-dort-drin-wo-zuerst-draufsteht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kein Witz ist ganz ohne Schadenfreude</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2011/03/kein-witz-ist-ganz-ohne-schadenfreude/</link>
		<comments>http://www.wiener-online.at/2011/03/kein-witz-ist-ganz-ohne-schadenfreude/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 09 Mar 2011 06:45:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Wieser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kabarett]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Maurer]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wiener-online.at/?p=13919</guid>
		<description><![CDATA[Thomas Maurer hat es sich auf einem ausladenden Sofa im ersten Stock des Stadtsaales in der Wiener Mariahilfer Straße gemütlich gemacht. Er trinkt Kaffee, unterbricht das Gespr&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/03/kein-witz-ist-ganz-ohne-schadenfreude/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/03/Thomas-Maurer.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-13920" title="Thomas Maurer" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/03/Thomas-Maurer-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a><a title="Thomas Maurer" href="http://www.thomasmaurer.at/" target="_blank">Thomas Maurer</a> hat es sich auf einem ausladenden Sofa im ersten Stock des <a title="Stadtsaal" href="http://www.stadtsaal.com" target="_blank">Stadtsaales</a> in der Wiener Mariahilfer Straße gemütlich gemacht. Er trinkt Kaffee, unterbricht das Gespräch für eine Marlboro und hat ein sehr großes Glas Wasser vor sich stehen. Alles in allem macht er 41 Tage vor der Premiere seines neuen Programmes „Out of the Dark“ einen <a title="ZIB21: Thomas Maurer schreibt ein Programm" href="http://www.zib21.com/15854/heilis/an-der-seite-des-anderen-thomas-maurer-schreibt-ein-neues-programm/" target="_blank">höchst entspannten Eindruck</a>. Im WIENER-Interview spricht er über Glück und Krisen, ethisch korrektes Essen und das Gefühl supernackt auf der Bühne zu stehen.</p>
<p><strong>Dein neues Programm heißt <a title="wiener-online: Out of the Dark" href="http://www.wiener-online.at/2011/03/das-comeback-des-politischen-kabaretts/">„Out of the Dark“</a>, den Titel hast du doch von Falco gefladdert – was war deine Leistung?</strong></p>
<p>Ich bin noch am Arbeiten. Ich spiele einen Kabarettisten, einen verkrachten Promi, der mit einem „Best of “ ein Comeback probiert. Und ich fand den Doppelsinn von „Out of the Dark“ ganz interessant, weil es zu einem guten Teil aus Texten bestehen wird, die länger lichtgeschützt in der Schublade gelegen sind.</p>
<p><strong>Deine Managerin sagt, dass du noch einige Zeit brauchen wirst, bis das Programm steht. Premiere ist am 1. März – wird’s rechtzeitig fertig?</strong></p>
<p>Natürlich hat jeder Künstler, der so eine Art Best of macht, im Hinterkopf: Da tu ich mir jetzt ein bisschen leichter. Dieser Plan ist spektakulär fehlgeschlagen. Die erste Hälfte habe ich geschafft.</p>
<p><strong>Wie hast du die Wiederbegegnung mit den alten Sachen erlebt?</strong></p>
<p>Es war interessant. Ich hab’ ein paar Programme gemacht, wo ich mich wunder’, dass ich die gemacht habe. Nicht weil ich sie schlecht finde, sondern weil manches eine gewisse Fremdheit hat. Dass ich mir schon nach dem ersten Programm gedacht habe: „Das zweite Programm muss ganz anders werden, sonst muss ich mit 40 immer noch das Gleiche spielen.“ Das war – glaube ich – ein relativ cleverer Gedanke.</p>
<p><strong>Hast du, so wie deine aktuelle Figur, jemals so etwas wie eine Krise gehabt?</strong></p>
<p>Ich habe einen privilegierten Einstieg gehabt, weil damals das Kabarett Niedermair und vor allem der I Stangl mit sehr viel Nachdruck dafür gesorgt haben, dass ich überhaupt Kabarettist geworden bin. Aus einer Sauflaune heraus habe ich mich beim Nachwuchsbewerb angemeldet, und wenn die nicht so Gas gegeben hätten, hätte ich das vielleicht auch wieder bleiben lassen. Zum ersten Programm haben die mich dankenswerterweise fast gezwungen. Und ich habe schnell ein Publikum gehabt. Das war sehr viel kleiner als heute, aber ich konnte davon leben und trotzdem machen, was ich wollte. Einmal gab’s ein bissl eine Krise, weil mich ein damaliger Manager auf eine riesige Herbsttour geschickt hat, wo keine einzige Fixgage ausgemacht war und dann folgerichtig teilweise Pfarrheime gebucht waren, niemand mehr gewusst hat, dass überhaupt etwas ausgemacht war. Das war sehr erschöpfend, sehr ermüdend und auch finanziell ziemlich verheerend. Aber ich habe immer den Zins zahlen können, eine vernünftige Flasche Wein im Keller liegen gehabt und nie das Konto sehr stark überziehen müssen. Das war deutlich mehr, als ich mir ursprünglich erwartet hätte.</p>
<p><strong>Aber richtig weg warst du nie.</strong></p>
<p>Es hat in den 90ern auf gutem Niveau stagniert. Eine kleine Zäsur war dann sicher „Zwei Echte Österreicher“ mit dem Florian Scheuba. Da scheinen wir damals wirklich einen Nerv erwischt zu haben. Und hatten obendrein das kabarettistische Glück im gesamtpolitischen Unglück, dass Schwarz-Blau gekommen ist und wir fünf Tage nach der großen Heldenplatz- Demo Premiere gehabt haben. Die Blauen waren in der Regierung, die Leut sind mit aufgestellten Nackenhaaren herumgelaufen und haben das dann plötzlich in künstlerisch bewältigter Form auf der Bühne gesehen, das hat wahnsinnig reing’haut. In den vergangenen zehn Jahren ist noch ein bisschen Fernsehen dazugekommen. Wir haben immerhin Dinge machen können, wie „Die 4 da“.</p>
<p><strong>Das war meine Lieblingssendung. Als es vorbei war, habe ich mir gedacht: Scheiße. </strong></p>
<p>Ja, das haben wir uns auch gedacht.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wiener-online.at/2011/03/kein-witz-ist-ganz-ohne-schadenfreude/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Sex braucht Erfolg</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2011/02/sex-braucht-erfolg/</link>
		<comments>http://www.wiener-online.at/2011/02/sex-braucht-erfolg/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 21:29:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Wieser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kabarett]]></category>
		<category><![CDATA[Model]]></category>
		<category><![CDATA[Nina Hartmann]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wiener-online.at/?p=11938</guid>
		<description><![CDATA[Sie stolpert lachend ins Café Engländer, zieht sich die Pudelhaube mit der dicken Quaste vom Kopf, zupft zwei-, dreimal an ihren langen, braunen Haaren herum und lässt sich, nach&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/02/sex-braucht-erfolg/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/WIE354_hartmann-3.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-11941" title="Nina Hartmann" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/WIE354_hartmann-3-223x300.jpg" alt="Nina Hartmann" width="223" height="300" /></a>Sie stolpert lachend ins Café Engländer, zieht sich die Pudelhaube mit der dicken Quaste vom Kopf, zupft zwei-, dreimal an ihren langen, braunen Haaren herum und lässt sich, nachdem sie auch noch aus ihrem groben Pulli geschlüpft ist, mit einem leisen Seufzer auf den Sessel fallen. Nina Hartmann, 29, trägt Jeans und T-Shirt, hat ein Lächeln in ihrem Blick und erzählt Anekdoten aus ihrem Model-Leben. Vom Teddybären, den sie mit zwölf als erste Gage bekam, von den Partys in den Sommerferien, die sie als Gymnasiastin in Wien verbrachte, weil das nicht nur besser fürs Geschäft, sondern auch lustiger war, und von miesen Hotels, in denen sie mit ihren Model-Freundinnen in Athen lebte. Sie redet und redet und redet und ist dabei definitiv keine dieser Frauen, die bei jeder Gelegenheit ihren Auftritt überprüfen. Ihr ist jetzt entweder völlig egal, wie sie wirkt. Oder sie weiß, dass sie fabelhaft aussieht, auch ohne sich große Mühe zu geben. Oder – und das dürfte der Wahrheit wohl am nächsten kommen – beide Vermutungen treffen zu &#8230;</p>
<p>Aufsehen erregte Nina Hartmann erstmals, als sie sich für einen Tatort auszog, der Berliner Kurier schwärmte damals von der „schärfsten S Mörderjagd im deutschen TV“. Danach? Zahlreiche Nebenrollen in Film- und Fernseh-Produktionen. 2007 lernte sie bei den Dreharbeiten zu „Ex – eine romantische Komödie“ <a title="wiener-online: Michael Niavarani" href="http://www.wiener-online.at/2009/05/bitte-raubkopiert-mich/">Michael Niavarani</a> kennen und lieben. Sie spielte in der ZDF-Reihe „Ihr Auftrag, Pater Castell“ eine Gerichtsmedizinerin und stand 2010 bei der RTL-Produktion „Die Akte Golgatha“ als Sheba Yadin vor der Kamera. Tatsächlich war das vergangene Jahr das bisher erfolgreichste in der Karriere von Nina Hartmann. Mit „Gib dem Model Zucker – ein Abend ohne Retusche“ stand sie erstmals auch als Kabarettistin auf der Bühne. Und zwar gleich im „Simpl“. Darin verarbeitete sie auf höchst amüsante Art und Weise ihre Erlebnisse im Model-Business. Mit dem WIENER sprach Nina Hartmann über Sex, Intelligenz und gestohlene Pointen.</p>
<p><strong>Als du dich vor fünf Jahren für den Tatort ausgezogen hast, schwärmten alle von der – Zitat – „schärfsten Mörderjagd“. Braucht Erfolg Sex?</strong></p>
<p>Nein, aber der Sex braucht Erfolg.</p>
<p><strong>Würdest du dich noch einmal fürs Fernsehen ausziehen?</strong></p>
<p>Ziemlich sicher nicht mehr. Dass man sich in einer Szene ausziehen soll, wird oft damit begründet, dass es wichtig für die Geschichte ist oder weil es die Handlung verlangt. In Wirklichkeit wollen alle einfach nur deine Brüste sehen, nur traut sich das niemand so direkt sagen.</p>
<p><strong>Du hast lang als Model gearbeitet.</strong></p>
<p>Damit habe ich Geld verdient. Ich hab’ schon mit 14 durchschaut, dass das ein recht unspektakulärer Job ist. Für mich war das nie der große Traum. Ich war aber auch nie in Paris oder Mailand. Ich war in Athen. Mir war klar, dass ich nie ein Top- Model werde. Ich war immer schon rund, hab’ Busen und Hüften gehabt.</p>
<p><strong>Auf den Erfahrungen als Model basiert dein erstes Kabarett-Programm „Gib dem Model Zucker“.</strong></p>
<p>Das Hotel in Athen war schrecklich, eine Absteige, voll mit Models, alles andere als glamourös. Da kriegst du natürlich alles mit. Auch die schrägen Einstellungen zum Essen. Ich war eine Außenseiterin, weil ich jeden Tag eine Avocado gegessen hab.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wiener-online.at/2011/02/sex-braucht-erfolg/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Peter Alexander (1926 – 2011)</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2011/02/peter-alexander-1926-2011/</link>
		<comments>http://www.wiener-online.at/2011/02/peter-alexander-1926-2011/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 12 Feb 2011 23:54:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Alexander]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wiener-online.at/?p=11546</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Die Zeit, die ich erleben durfte, war eine bessere. Ich möchte nicht in der Zukunft leben müssen.&#8221;(Peter Alexander)
Eine kleine Hommage an Österreichs letzten gr&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/02/peter-alexander-1926-2011/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Die Zeit, die ich erleben durfte, war eine bessere. Ich möchte nicht in der Zukunft leben müssen.&#8221;(Peter Alexander)</p>
<p>Eine kleine Hommage an Österreichs letzten großer Entertainer:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="630" height="503" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/PbUgtHJ15RU?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="630" height="503" src="http://www.youtube.com/v/PbUgtHJ15RU?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="630" height="384" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/YiYugyT7HkM?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="630" height="384" src="http://www.youtube.com/v/YiYugyT7HkM?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="630" height="503" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/E4hMVpYuS0k?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="630" height="503" src="http://www.youtube.com/v/E4hMVpYuS0k?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Da kann man nur sagen: &#8220;Dankeschön&#8221;:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="630" height="384" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/OEMD82gMnAc?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="630" height="384" src="http://www.youtube.com/v/OEMD82gMnAc?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wiener-online.at/2011/02/peter-alexander-1926-2011/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Rastloser Ex-Knacki</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2011/01/rastloser-ex-knacki/</link>
		<comments>http://www.wiener-online.at/2011/01/rastloser-ex-knacki/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 13 Jan 2011 07:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anita Kattinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Einbrecherkönig]]></category>
		<category><![CDATA[Häftling]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wiener-online.at/?p=10274</guid>
		<description><![CDATA[Ist er denn seit seiner letzten Entlassung rückfällig geworden? „Kein Kommentar.“ Stummer lacht. Dem professionellen Einbrecher verrät man lieber nicht, wo man wohnt. Seit ba&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/01/rastloser-ex-knacki/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_10278" class="wp-caption alignleft" style="width: 237px"><img class="size-medium wp-image-10278" title="Ernst Stummer (Foto: David Payr)" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/01/stummer_c_payr-227x300.jpg" alt="Ernst Stummer (Foto: David Payr)" width="227" height="300" /><p class="wp-caption-text">Ernst Stummer (Foto: David Payr)</p></div>
<p><strong>Ist er denn seit seiner letzten Entlassung rückfällig geworden?</strong> „Kein Kommentar.“ Stummer lacht. Dem professionellen Einbrecher verrät man lieber nicht, wo man wohnt. Seit bald sieben Jahren hat Ernst Stummer die schwedischen Gardinen nicht mehr von innen gesehen. Am 29. Jänner 2004 verließ er die Haftanstalt Simmering hoch erhobenen Hauptes, die er zwei Jahre zuvor betreten hatte. In Summe saß Stummer 30 Jahre im Häfen. Aber Stummer ist nicht irgendein Häftling, sondern der international bekannteste Häfenbruder, den Österreich vorzuweisen hat. Seit Jahren kämpft der 72-Jährige um Pensionsmonate für die Arbeit, die er in den Gefängnissen geleistet hat. Er arbeitete als Drucker, Bäcker und im Expedit hinter den Gefängnismauern. Seit November läuft das Verfahren, das er gegen die Republik Österreich vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte initiiert hat. Das Urteil kann bis zu einem Jahr auf sich warten lassen. Bekommt der gebürtige Wiener Recht, könnten in Folge alle Gefangenen in der Europäischen Union einen Pensionsanspruch für ihre geleistete Arbeit hinter Gittern erhalten. Gerecht? In den Augen des so genannten Einbrecherkönigs schon. Er holt sich zurück, was ihm zusteht. In seinen Augen hat er das ein Leben lang so gemacht.</p>
<p><strong>Schon in den 1940ern</strong> lebte er mit seiner Mutter in einem Döblinger Gemeindebau. Heute haust er allein in der Ein-Zimmer-Wohnung. Nirgends hängen wertvolle Bilder oder stehen goldene Kerzenhalter. Das Wertvollste steht in derKüche: ein kleines, altes Aquarium mit Putzerfischen. In Summe hat Ernst Stummer einige Millionen Schilling erbeutet. Er brauchte die Beute aber stets auf: für Gauner-Kumpanen, Anwälte, einen Partnerkatalog, ein Hostessen- Service bzw. Callgirl-Ring, eine erotische Fotomodel- Agentur und Liebschaften. Fotos von Schönheiten zieren die Schlafzimmer-Wand. Zwei Ex-Ehefrauen sind auch zu sehen. Aber diese wollten stets das eine von ihm. Eine Aufenthaltsgenehmigung. Auch heute ist das so. Warum sucht er sich Frauen per Kontaktanzeige aus, die zu jung und zu hübsch für ihn sind? „Ich habe so viele Jahre meiner Jugend im Gefängnis verbracht. Vielleicht will ich das nachholen, was ich versäumt habe.“ Er wünscht sich eine Lebenspartnerin, mit der er ein Bett teilt und die ihm beim Aufziehen einer Singlebörse hilft. Stattdessen hört er vom weiblichen Geschlecht nur: „Sex after marry.“ Eine war nicht gekauft. Die Beziehung mit Caro, der großen Liebe seines Lebens, scheiterte an seinen Gefängnisaufenthalten.</p>
<p><strong>744 Euro Mindestsicherung</strong> 12 Mal erlauben ihm nur ein recht spartanisches Leben. 175 Euro kostet seine Wohnung. 220 Euro ein Mini-Büro, das er sich manchmal leistet. Sein Anwalt Armin Bammer rechnet mit der Mindestpension, falls der EGMR ihm Recht gibt. Das wären dann 783,99 Euro 14 Mal. Stummer aber träumt davon, die Republik rückwirkend auf ein höheres Gehalt für die Gefängnisarbeit zu klagen. Denn der unterdurchschnittliche Stundenlohn im Gefängnis sei ein Witz. All das Geld kann aber den Schaden, den Stummer angerichtet hat, nicht wiedergutmachen: „Ich weiß nicht, wie viele Schulden ich habe. Das interessiert mich nicht. Ein paar Millionen werden es schon sein.“</p>
<p><strong>All seine Einbrüche aufzuzählen,</strong> würde zu lange dauern. Zu viele Gelegenheits-Diebstähle waren darunter. In Österreich, Deutschland, Dänemark, Holland, Belgien und Luxemburg. Dem gelernten Bäcker kamen bei vielen seiner Coups die Usancen der 1960er, 1970er und 1980er zu Gute: keine Sicherheitstüren, kaum Alarmanlagen, keine DNA-Analysen. Mit 15 sah er zum ersten Mal eine Zelle von innen. Er war aus einem Jugendheim abgepascht, die Hollabrunner Gendarmerie hielt ihn kurz fest. Später erlernte er den Bäcker-Beruf, aber die frühen Arbeitszeiten machten ihm zu schaffen. Also „suchte“ er Geld. Die erste größere Strafe kassierte er mit 22 Jahren: verurteilt zu sechs Monaten schwerem Kerker. Das schönste Gefängnis? Jenes in Kopenhagen. In den 1960ern ging es in Österreich in den Gefängnissen anders zu als in den liberalen nordischen Staaten. Es blieb aber nicht nur bei Einbrüchen. Auch im Erotik Geschäft erprobte er sich: mit seinem <a title="Sewuz Partnervermittlung" href="http://www.sewuz.com">„Männermagazin Sewuz“</a>, in dem Männer Kontaktadressen für Prostituierte fanden, und mit einem Hostessen-Service, bei dem es ein Mädchen um 1.000 Schilling (ca. 70 Euro) für vier Stunden gab. Dass manche seiner Arbeitnehmerinnen mit ihren Kunden auch ins Bett gingen, wusste der damals 37-Jährige, aber er „konnte“ es nicht verhindern. Ein Jahr wegen Kuppelei. 1976 suchte ihn Eduard Zimmermann via „Aktenzeichen XY“. Zwei Mal brach er aus dem Polizeigewahrsam aus. Diese Liste ließe sich endlos weiterführen.</p>
<p><strong>Mit dem Wiederholungstäter</strong> über sein Gewissen zu diskutieren, ist kein leichtes Unterfangen. Mit Worten wie Gerechtigkeit und Moral kann Stummer nichts anfangen. „Was heißt das schon?“, kontert er. Gerne verweist er auf seine schwierige „Kindheit in den Kriegsjahren“. Damals sei er von seiner „Mutter gelobt worden“, wenn er Lebensmittel wie gestohlene Äpfel organisiert hatte. Freilich ging es damals ums nackte Überleben. Und nicht die ganze Kriegsgeneration entschied sich in den Aufbau-Jahren für eine kriminelle Laufbahn. Seine Logik: „Alle Menschen, die es zu einem akademischen Titel oder einem hohen Gehalt gebracht haben, sind Verbrecher und haben sich an der Gesellschaft bereichert. Wieso verdient der OMV-Chef so viel, wofür verdient der Bundespräsident so viel? Das sind legale Diebe.“ Wenn er diese Menschen bestiehlt, stiehlt er nur Geld, das sie selbst gestohlen haben und gar nicht besitzen dürften. Eine Art moralische Grenze sieht er bei rund 2.500 Euro brutto. Niemand sollte mehr verdienen dürfen. Klingt kommunistisch. „Stimmt, damit habe ich kein Problem. Allerdings hatte der Kommunismus mit den Millionen Toten fatale Auswirkungen.“ Im Grunde genommen ist Stummer ein Outlaw. Ein Außenseiter, der nicht in die Gesellschaft passt. Das Skurrile in dieser tragischen Geschichte: Der gelernte Bäcker hätte mangels Anpassungsfähigkeit längst aussteigen müssen. Ähnlich wie Hippie-Kommunen eine kleine Hütte suchen und sich der Gesellschaft entsagen. „Wenn ich das Geld hätte, hätte ich das ja eh gemacht.“ Weil aber das Geld fehlte, drehte er den Spieß um. Die Gesellschaft hat sich an ihn anzupassen. Und wenn nicht, bekämpft er sie mit diebischen Mitteln.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wiener-online.at/2011/01/rastloser-ex-knacki/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kinigadner, der bewegende Mann</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2011/01/kinigadner-der-bewegende-mann/</link>
		<comments>http://www.wiener-online.at/2011/01/kinigadner-der-bewegende-mann/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 07 Jan 2011 07:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerald Enzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bikes]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Engagment]]></category>
		<category><![CDATA[Kinigadner]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Motorrad]]></category>
		<category><![CDATA[Motorsport]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wiener-online.at/?p=10082</guid>
		<description><![CDATA[Die Nacht nach dem Tag, an dem er Weltmeister der Formel 1 geworden war, verbrachte Sebastian Vettel in einem weißen T-Shirt mit der Aufschrift Kini. Ein Tribut an einen Freund, de&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/01/kinigadner-der-bewegende-mann/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_10251" class="wp-caption alignleft" style="width: 236px"><strong><strong><img class="size-medium wp-image-10251" title="Heinz Kinigadner" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/01/kini-226x300.jpg" alt="Heinz Kinigadner" width="226" height="300" /></strong></strong><p class="wp-caption-text">Foto: Harald Wiesleitner, Sautnerfoto.com</p></div>
<p><strong>Die Nacht nach dem Tag</strong>, an dem er Weltmeister der Formel 1 geworden war, verbrachte Sebastian Vettel in einem weißen T-Shirt mit der Aufschrift Kini. Ein Tribut an einen Freund, der selbst Champion war, Motocross-Weltmeister der Jahre 1984 und 1985. Der Tiroler Heinz Kinigadner lebt seit 51 Jahren, aber die Geschichten, sie würden schon jetzt für mehr als nur ein Jahrhundert reichen. Seine Stärke ist, so sagt er selbst, sich selbst seelische Brücken zu bauen: „So habe ich mir gar nicht die Chance gelassen, an Misserfolgen zu lange herumzunagen.“ Heinz Kinigadner ist begnadet darin, Brücken zu bilden. Heute ist der Nationalheld der so freien frühen 1980er-Jahre die vielleicht am besten vernetzte Sportpersönlichkeit Österreichs. Dietrich Mateschitz nannte ihn in einem Sportmagazin-Interview „meinen besten Freund“, Niki Lauda ist sein Nachbar auf Ibiza, Gerhard Berger kommt gerne daheim im Zillertal mit dem Motorrad vorbei und Sebastian Vettel gehört, wie man von außen spürt, fast zur Familie.</p>
<p><strong>Doch der Mann, der von Menschen umringt ist</strong>, die Flügel verleihen, ist geerdet. Und die Brücke, die er jetzt baut, ist die wichtigste seines Lebens: er will Gelähmte wieder gehen lassen, ihnen eine Brücke bauen vom Rollstuhl hin in eine Zukunft auf zwei sich bewegenden Beinen. Es ist der große Kampf, seit jenem Samstag 2003, als sein Sohn Hannes gestürzt ist. Heinz Kinigadner hatte in seiner Karriere nahezu 50 Knochenbrüche, er war berüchtigt für seine wilden Stürze, für sein bedingungsloses Touchieren der Grenzen. Er hat alles überstanden. Und dann musste er miterleben, wie sein Sohn bei einem Allerwelts- Faller bei einem Hobbyrennen schwerst verletzt wurde. Motocross, das ist die Arbeiterklasse des Motorsports: Die Piloten haben Schwielen an den Händen, ihre Daumen sind offen. Wenn man hinter einem Konkurrenten herjagt, schießen einem Steine ins Gesicht, sie schlagen blutige Schrammen, der ganze Körper wird blau. Einmal, sagt Kinigadner, „hat es mich bei der <a title="Sport 10: Dakar Rallye - Es geht los" href="http://sport10.at/home/mehrsport/motorsport/622240/DakarRallye_Es-geht-los?from=rss">Dakar- Rallye</a> mit 150 km/h zerbröselt. Ich bin im Graben gelegen und habe meine Innereien schreien gehört. Mit letzter Kraft habe ich meinen Helm nach oben geworfen – und der Letzte, der an diesem Tag vorbeigekommen ist, hat ihn gesehen. Nur so bin ich gerettet worden.“</p>
<p><strong>Die Dakar-Rallye</strong>, die gefährlichste Motorrad-Veranstaltung der Welt, sie wurde zu seinem Schicksal: Immer wieder fuhr er den Gegnern auf dem langen Weg von Paris in die Hauptstadt Senegals auf und davon, doch jedes Mal scheiterte er. Und das meist in Führung liegend. Warum? „Weil ich immer einer war, der Improvisieren wollte, keiner der bedächtig plante. Ein Rivale hat mich mal als the opposite of organisation definiert.“ Improvisieren, das lernt man, wenn man in Uderns im Zillertal seine Kindheit verbringt, mit zwei Brüdern und drei Schwestern. Kini wächst in einer freien Welt auf, in der die Narreteien der Kinder noch nicht pädagogisch hinterfragt werden: „Beim Indianerspielen haben wir schon mal den Nachbarsbuben verkehrt an der Wäscheleine aufgehängt und erst nach dem Mittagessen wieder abgehängt.“ Oder „wir haben dem Kollegen des Vaters das Motorradfahren beigebracht – indem wir davor heimlich die Bremsen aus dem Moped ausgebaut haben.“ Ergebnis: „Es hat schön getuscht.“</p>
<p><strong>So verrückt die Kinis erscheinen mögen</strong>, so zielstrebig verfolgen sie – motiviert vom Vater – ihre Motocross-Karrieren: „Unser Traum war es, dass jeder von uns eine der drei WM-Klassen gewinnen würde.“ Heinz schafft es, als erster und bis heute einziger Österreicher. Der Empfang daheim in Uderns war, „als wenn der König heimkommt“ (sagt Bruder Klaus). Doch Tränen war längst Beigeschmack aller Triumphe: Zwei Jahre zuvor waren seine Mutter und seine Oma im Auto tödlich verunglückt, und jetzt sollte es nur mehr wenige Wochen dauern, bis sein Bruder Hans bei einem Rennen stürzte: „Ich bin nach einer eigenen Verletzung zu ihm hingehumpelt auf Krücken. Und da liegt er und sagt: Es ist aus, ich bin querschnittgelähmt.“ Der Rollstuhl, er ist oft das letzte „Zweirad“ im Leben eines Motocrossers. 2003 erwischt es Pit Beirer, den deutschen Superstar.</p>
<p><strong>Gemeinsam mit seinem Sohn Hannes</strong> besucht Heinz ihn in der Reha-Klinik. Bei der Rückfahrt ist Hannes tief betroffen. Zwei Tage später stürzt er selbst, als er einem Konkurrenten ausweichen will. Didi Mateschitz schickt einen Flieger zu Hilfe, Gerhard Berger organisiert einen Jet, damit Mutter Waltraud aus Ibiza einfliegen kann. Doch es wird rasch Gewissheit: Hannes ist gelähmt. Die Tragödie, die hat die zutiefst geerdete, herzliche Familie noch mehr zusammengeschweißt: Kein Problem, dass Heinz, seine Frau Waltraud und die Kinder Isabella und Hannes nicht gemeinsam in Angriff nehmen. Daneben aber hat der Sturz in den Rollstuhl das Leben im allgemeinen verändert. Heinz hat gemeinsam mit seinem Freund Mateschitz die Stiftung „Wings for Life“ gegründet. „Denn es wurde uns schnell klar, dass Querschnittlähmungen von der Pharmaindustrie vernachlässigt werden, weil es wirtschaftlich nicht rentabel ist.“ Und so packen sie an: „Unser Ziel ist es, die Forschung voranzutreiben, durch engen Kontakt mit Wissenschaftern und Ärzten in der ganzen Welt. Denn nur die Vernetzung der besten Köpfe bringt uns weiter.“ Menschen im Rollstuhl sollen wieder eine Chance haben, „aber ohne, dass wir mit falschen Hoffnungen spielen.“</p>
<p><strong>Doch es geht was weiter:</strong> „Früher war ich blauäugig optimistisch, jetzt bin ich wissend optimistisch.“ Auch wenn immer alles zu langsam geht: „Als Sportler denkst du in Metern und Sekunden, hier aber denken die Ärzte in Jahren.“ Dabei macht jeder Fortschritt, und ist er noch so klein, Sinn: Die Zahl der Menschen im Rollstuhl erhöht sich jährlich um 130.000, im Schnitt sind sie erst 33 Jahre jung, wenn es passiert. Das gilt es immer wieder zu sagen, um die Wissenschafter zu führen, um Geld einzutreiben („Jeder Cent geht in die Forschung“), aber auch um politische Rahmenbedingungen zu schaffen – wenn etwa die Stammzellenforschung wieder in den Fokus Ewig-Gestriger kommt. Bei aller Kraft in die Zukunft vergisst Kinigadner nicht auf die Gegenwart. Ist im Gegensatz zu früher immer bei seiner Familie, oder mit ihr auf Reisen. Hannes ist immer dabei, wenn man Vettel und Co. bei der Arbeit zusieht. Der Deutsche ist längst einer der Botschafter von Wings for Life. Es ist dieses „Life“, das bei Heinz Kinigadner an Bedeutung gewonnen hat.</p>
<p><strong>Auch weil es viele andere schmerzhafte Einschnitte</strong> gab: Als die Bäckerei des Vaters vor dem Ruin stand, als er Hodenkrebs hatte und kaum jemanden davon erzählte. Er fuhr heimlich Rennen in Amerika: „Die Konkurrenten lachten mich aus, weil ich zu wenig Kraft hatte, die Maschine bei 40 Grad aus dem Schlamm zu ziehen.“ Sie wussten ja auch nicht, dass er gerade seine zweite Chemotherapie hatte. Später, als es bekannt wurde, unkten viele „der Kinigadner fährt so verrückt, weil er dem Krebs davonfahren will und lieber auf der Maschine stirbt als an seinem Krebs. Aber da war was dran. Denn dort konnte ich die Tragödien meines Lebens vergessen.“ Die Kinigadners haben auch eine zweite Familie – KTM. Dort ist er Investor, besitzt einen großen Shop (siehe <a title="Kini.at" href="http://www.kini.at">www.kini.at</a>), ist Sportmanager. Im Jänner bei der Rallye Dakar kann die oberösterreichische Motorradschmiede zum zehnten Mal in Folge gewinnen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wiener-online.at/2011/01/kinigadner-der-bewegende-mann/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Dirty Dietmar</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2010/12/dirty-dietmar/</link>
		<comments>http://www.wiener-online.at/2010/12/dirty-dietmar/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 10 Dec 2010 07:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anita Kattinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärer]]></category>
		<category><![CDATA[Guggenbichler]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Skandal]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wiener-online.at/?p=9260</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Wie viel zahlt der WIENER für ein Interview?&#8221;, &#8220;Nichts!&#8221;. Schroff  fügt er hinzu: &#8220;Ich kann ganz schön ungemütlich werden, wenn man mich  versc&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/12/dirty-dietmar/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-9261" title="WIE352_guggenbichler_c_marcorossi" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/11/WIE352_guggenbichler_c_marcorossi-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /><strong>&#8220;Wie viel zahlt der WIENER für ein Interview?&#8221;</strong>, &#8220;Nichts!&#8221;. Schroff  fügt er hinzu: &#8220;Ich kann ganz schön ungemütlich werden, wenn man mich  verscheißert.&#8221; Wer mit dem Kärntner Privatdetektiv Dietmar  Guggenbichler telefoniert, kann sich nur wundern. Seine Stimme klingt  fest und bestimmt, sein Ton aggressiv. Nach dem Auflegen ruft  Guggenbichler zurück: Er muss den Anrufer kontrollieren. Der Grund?  Leichter Verfolgungswahn. Es gibt keinen Tag, an dem der Aufdecker  die Wohnung ohne Pistole, seine SIG Sauer, verlässt. Schließlich gab  es ein vereiteltes Sprengstoff-Attentat und einen Schuss-Anschlag auf  ihn. Einmal bekam seine Frau eine schwarze Rose in einem Sarg  zugeschickt: &#8220;Wenn ich mich und meine Familie schützen muss, frage  ich doch nicht, ob ich eine Waffe tragen darf.&#8221;</p>
<p><strong>Der erste Eindruck passt nicht mit dem Bild zusammen,</strong> wenn man vor  ihm steht. Ein alter freundlicher Mann, der seinen Gästen höflich  einen Kaffee anbietet. Wenn die Themen heikler werden, senkt er seine  Stimme, um seine entzückende Frau nicht aufzuregen. Es gibt keinen  Politiker, der den Namen Guggenbichler nicht kennt. Und keinen  Korrupten, der ihn nicht fürchtet. Es gibt kaum einen Skandal, den  der 68-Jährige nicht im Alleingang aufgedeckt hat oder zu dessen  Aufklärung er nicht maßgeblich beigetragen hätte. Ein Innenminister  musste seinetwegen den Hut nehmen, Lebemann Udo Proksch kam hinter  Gitter. Lucona, Noricum, Holz-Mafia, AKH-Skandal, Falschgeld-Skandal.  Die Liste ist lang. Dieses Jahr wurde sie um die Kärntner Hypo-Bank  länger.</p>
<p><strong>Guggenbichler ist ruhiger geworden.</strong> Zu viel Schmerz ist ihm  widerfahren. Mitte der 90er starb eine seiner Töchter an einer  Überdosis. Einen Tag vor ihrem 17. Geburtstag. Mord, glaubt er. Seine  Feinde hätten sich gerächt. Beweise gibt es nicht. &#8220;Danach drehte ich  durch. Ich verarbeitete jeden Tag einen Dealer zu Mus und lieferte  alle bei der Polizei ab. Die duldete das nicht und verwarnte mich.&#8221;  Er packte seine Sachen und stieg für ein paar Jahre aus. Ein  Restaurant in Dalmatien. Der Schmerz blieb.</p>
<p><strong>Einmal könnte er noch ungemütlich werden.</strong> Nächstes Jahr soll seine  Biografie auf der Frankfurter Buchmesse erscheinen. Im Sommer fand  eine Hausdurchsuchung anlässlich des Hypo-Skandals statt. Alles haben  sie nicht gefunden. Guggenbichler: &#8220;Ja, glauben Sie denn, dass ich  meine geheimen Unterlagen zu Hause lagernd habe? Im Buch werde ich  noch einiges veröffentlichen, das im Hypo-Fall strafrelevant sein  wird.&#8221; Er hat sich einen US-Verlag ausgesucht. Österreichische Klagen  werden wohl erfolglos bleiben. Der Detektiv verteidigt sich: &#8220;Jedes  Wort, das im Buch steht, kann ich beweisen.&#8221;</p>
<p><strong>Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer</strong> sitzt unter anderem wegen  Kreditvergaben ohne entsprechende Sicherheiten seit August in U-Haft.  Einer dieser Kredite ging an Guggenbichler. Die Eigentümer Bayerische  Landesbank, Grazer Wechselseitige und das Land Kärnten mussten die  Hypo 2009 um drei Euro an den österreichischen Staat verkaufen und  eine Milliarde drauflegen. Drei Jahre zuvor hatte die FPÖ den  Detektiv beauftragt, um politische Munition gegen ihren abtrünnigen  Übervater Jörg Haider aufzustellen. &#8220;Dann waren die Ergebnisse aber  nicht so, wie sie sich das vorgestellt hatten. Daraufhin haben sie  gesagt, am besten du erwischst den Haider in einer delikaten  Situation. Das habe ich abgelehnt. Was hat die FPÖ gemacht? Die sind  aufs Finanzamt und haben gesagt, ich hätte ihre 10.000 Euro nicht  ordentlich versteuert.&#8221;</p>
<p><strong>Zwar waren die 10.000 Euro verbucht.</strong> Dennoch wurde das Finanzamt  fündig. Ein Urteil muss Guggenbichler noch abwarten, dann befindet er  sich im 10-Prozent-Ausgleich. Schadenshöhe: eine Million Euro.  Steuernachzahlungen, ein nicht abbezahlter Hypo-Kredit und offene  Honorare brachen ihm das Genick. &#8220;Nennen Sie mich einen schlechten  Geschäftsmann, wenn Sie so wollen. Wissen Sie, was eine Woche  Ermittlungen in Serbien kosten? 150.000 Euro.&#8221;</p>
<p><strong>Serbien brachte ihn zu Fall.</strong> Nach dem unmoralischen Auftrag der  FPÖ erzählte der Detektiv Jörg Haider alles. Haider bot ihm Hilfe und  angeblich einen Job als Sicherheitschef beim BZÖ an. &#8220;Ich hab gesagt:  Du kannst mir meine 94.000 Euro Schulden beim Finanzamt zahlen.  Daraufhin hat er Kulterer angerufen und gesagt: Hilf dem Guggi, der  beginnt nämlich für mich zu arbeiten. Der Guggi kann auch dir  helfen.&#8221; Als Guggenbichler von Kulterer empfangen wird, bittet er um  einen Kredit in der Höhe von 150.000 Euro. Den Job beim BZÖ bekam er  aber nie. &#8220;Die haben sich angeschissen, weil sie dann ihre G&#8217;schäftln  nicht mehr hinter Haiders Rücken hätten machen können.&#8221; Den Kredit  bekam er. Und einen Job von Kulterer. Die Honorar-Vereinbarung für  Ermittlungen am Balkan lautete auf 250.000 Euro. Kulterer behauptete  nach Abschluss der Ermittlungen, keine brauchbaren Ergebnisse  erhalten zu haben und verweigerte die Zahlung. Mit dem Geld hätte  Guggenbichler den Kredit zurückzahlen wollen, sagt er. Seine  Gespräche mit Kulterer und anderen zeichnete Guggenbichler auf. Diese  Tonbänder liegen bei der Staatsanwaltschaft.</p>
<p><strong>Die Grenzen zwischen legalen und illegalen Ermittlungsmethoden</strong> verschwimmen bei Dietmar Guggenbichler. Rund 15 Anzeigen gab es gegen  ihn. Zwei Monate war Guggenbichler bei der Mafia untergetaucht, um  den Geldfälscher-Skandal aufzudecken. Und dort war er sicher auch  kein braver Bube. Mehrmals saß er in U-Haft. Er wurde nie verurteilt.  &#8220;Das Buberl von Jörg Haider hätte bei mir geredet wie ein  Springbrunnen, dem hätte ich die Ohren abgeschnitten.&#8221; Er glaubt,  dass bei Haiders Tod nachgeholfen wurde. Mit K.O.-Tropfen. Aber wie  alle Verschwörungstheorien hat auch diese einen Haken &#8211; sie ist nicht  zu beweisen. Er glaubt, dass sein Leben in Gefahr ist. 34 Jahre nach  Versenkung der Lucona, 25 Jahre nach Aufdecken des illegalen  Waffendeals der Firma Noricum.</p>
<p><strong>Heute nimmt er nur noch ruhige Beratungsaufträge</strong> in der  Sicherheitsbranche an. Aus Guggenbichler spricht Enttäuschung. Von  den Politikern würde er sich Dank erwarten. Die wollen nicht  anstreifen. Zu suspekt sind seine Methoden. Durch den Kredit bei der  Hypo gelangte er selbst ins Zwielicht. Dabei ist sein größter Wunsch  Anerkennung. Warten wir auf sein Buch.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wiener-online.at/2010/12/dirty-dietmar/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die zwei Gesichter des Michael M.</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2010/12/die-zwei-gesichter-des-michael-m/</link>
		<comments>http://www.wiener-online.at/2010/12/die-zwei-gesichter-des-michael-m/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 09 Dec 2010 07:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Ginzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Burma]]></category>
		<category><![CDATA[Comedy]]></category>
		<category><![CDATA[Courage]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentarfilm]]></category>
		<category><![CDATA[Kabarett]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Mittermeier]]></category>
		<category><![CDATA[Myanmar]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wiener-online.at/?p=9490</guid>
		<description><![CDATA[Gibt man die Worte „Deutscher Comedian Österreich“ bei Google ein, drehen sich die ersten fünf Treffer ausschließlich um ihn. Mag sein, dass auf den heimischen Stammtischen ein&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/12/die-zwei-gesichter-des-michael-m/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-9491" title="mittermeier_c_rossi" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/12/mittermeier_c_rossi-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /><strong>Gibt man die Worte „Deutscher Comedian Österreich“</strong> bei Google ein, drehen sich die ersten fünf Treffer ausschließlich um ihn. Mag sein, dass auf den heimischen Stammtischen eine gewisse Skepsis gegenüber Comedians aus unserem Nachbarland vorherrscht, aber den lustigen Herrn aus Bayern betrifft das kein bisschen. Michael Mittermeier hat mit österreichisch abgestimmten Programmen schon vor Jahren unser Comedy-Herz erobert und sich so auch hierzulande zu einem der erfolgreichsten Spaßmacher hochgearbeitet. Erst im vergangenen Sommer brachte er mit seinem Programm „Achtung Baby!“ vier Abende hintereinander die Wiener Stadthalle zum Bersten, seine CDs und DVDs – auch gerne in speziellen Austria Editions herausgebracht – gehen weg wie die warmen Semmeln und seine Wortschöpfungen à la Arschgeweih schafften es bis in den Duden.</p>
<p><strong>Dass der Bühnen-Kasperl</strong> aber auch ernst sein kann, beweist er mit seinem ständigen politischen und sozialen Engagement. In diesem Bereich geht er nun einen gänzlich neuen Weg. Für seine Kino-Dokumentation „The Prison where I live“ ist er mit Regisseur Rex Bloomstein nach Myanmar gereist, das Mittermeier konsequent als Burma bezeichnet [Anm. Die offizielle Umbenennung durch die Militärregierung erfolgte 1989. Als Zeichen der Missbilligung des Regimes halten einige Staaten und Organisationen an dem Namen Burma fest]. Der Film erzählt die Geschichte des burmesischen Volkshelden und Comedians Zarganar, der aufgrund irrwitziger Anschuldigungen zu 59 Jahren Haft verurteilt wurde. Im Zuge der Dreharbeiten versucht Michael Mittermeier die Persönlichkeit des Mannes zu erkunden, der sich als „Lautsprecher seiner Leute bezeichnet“ und erkennt dabei, wie sehr sich das Militärregime durch die Kunst der Komik bedroht fühlt.</p>
<p><strong>Wie sind Sie zu dem Projekt „The Prison where I live“ gekommen?</strong> Rex Bloomstein hat den Comedian Zarganar 2007 interviewt und als er ein Jahr später erfahren hat, dass Zarganar verhaftet wurde, wollte er einen Film daraus machen, es gab aber keinen Geldgeber dafür. Er war dann in Deutschland, wo die Organisation Cinema for peace vorgeschlagen hat, Comedians anzuschreiben, ob sie den Film finanzieren wollen. Ich habe sofort zugesagt.</p>
<p><strong>Sie waren schon vor dem Filmprojekt in Burma. Wie haben Sie das Land damals wahrgenommen? </strong>Als Tourist habe ich Burma als sehr tolles Land erlebt. Natürlich macht man sich bewusst, dass es eine Diktatur ist und kein gewöhnliches Urlaubsland, aber man sieht normalerweise kaum Militär in den Straßen. Die Leute sind wahnsinnig offen, freundlich und an jeder Ecke lächeln dich die Menschen an. Ich bin auch seit meinem Urlaub für Burma tätig und unterstütze Charity Organisationen. Das hat mich nie wieder losgelassen. Deshalb war für mich diese Anfrage eine Verbindung: Das Land, das ich ohnehin schon mag, wo ich mich auch schon viel engagiert habe und dann ein Comedian, der in Haft sitzt, das kann kein Zufall sein.</p>
<p><strong>Wie war die Rückkehr nach Burma für Sie, als Sie den Film gemacht haben?</strong> Es war schräg. Wir haben uns nicht so viele Gedanken über die Ängste gemacht, haben das immer ausgeblendet und gesagt: Wenn sie uns verhaften, dann schmeißen sie uns eh raus. Aber wenn man dann vor Ort ist, ist man unter Adrenalin, weil man weiß, man darf keinen falschen Schritt machen.</p>
<p><strong>Waren Sie in ständiger Angst?</strong> Wir hatten gar nicht die Zeit, dauernd Angst zu haben. Aber an den letzten zwei Tagen gab es eine nicht ungefährliche Situation, da wurden wir mit dem Auto verfolgt. Da wussten wir: Jetzt haben wir sie am Arsch, die Gehemindienstleute oder wer auch immer das war.</p>
<p><strong>Welche Rolle spielt Humor in Burma?</strong> Humor spielt generell eine große Rolle in Burma. Die Burmesen sind ein fröhliches Volk und lachen sehr gerne. Sie lieben Zarganar. Fragen Sie zehn Burmesen, neuneinhalb kennen ihn. Daran merkt man schon, welchen Stellenwert Humor für sie hat. Der ist dann auch sehr laut, plakativ und straight. Die Qualität von Zarganar ist, dass er mit seinem Humor immer wieder Politwitze macht. Das finde ich sehr interessant, ich bin ja auch nicht einer, der auf die Bühne geht und zwei Stunden über das spricht, was in der Tageszeitung steht. Bei mir ist das auch so eine Gratwanderung: Ich mache mal eine rein lustige Nummer und dann eine ganz harte Politnummer.</p>
<p><strong>Werden Sie jemals wieder nach Burma zurückkehren können?</strong> Beim aktuellen Stand der Dinge nicht. Höchstens, es ändert sich etwas am System, aber das weiß man nicht, ob das in absehbarer Zeit passiert. Auch die Tatsache, dass Aung San Suu Kyi freigelassen wurde, hat nichts damit zu tun, dass sie jetzt milder werden. Die Militärs haben das erreicht, was sie erreichen wollten. Es ist nichts über die Wahlen berichtet worden, weil sich die ganze Welt gefreut hat, dass sie freigelassen wurde.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wiener-online.at/2010/12/die-zwei-gesichter-des-michael-m/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zum Ableben von Kurt Rothschild</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2010/11/zum-ableben-von-kurt-rothschild/</link>
		<comments>http://www.wiener-online.at/2010/11/zum-ableben-von-kurt-rothschild/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 22 Nov 2010 10:41:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Wieser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Rothschild]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wiener-online.at/?p=8957</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Mit Kurt Rothschild verliert Österreich einen seiner bedeutendsten Wissenschaftler und Denker. Von seinen Erkenntnissen, werden noch viele Generationen profitier&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/11/zum-ableben-von-kurt-rothschild/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-8958" title="rothschild" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/11/rothschild.jpg" alt="" width="350" height="525" /><strong>&#8220;Mit Kurt Rothschild verliert Österreich</strong> einen seiner bedeutendsten Wissenschaftler und Denker. Von seinen Erkenntnissen, werden noch viele Generationen profitieren&#8221;, sagt Finanzstaatssekretär Andreas Schieder anlässlich des Todes von Kurt Rothschild. Mit seinen Arbeiten zu einem weiten wirtschaftswissenschaftlichen Themenspektrum &#8211; vom Wesen der Arbeitslosigkeit bis hin zur Analyse der zerstörerischen Kraft deregulierter Märkte &#8211; hat Kurt Rothschild in der ganzen Welt geglänzt.Der Großmeister der heimischen Wirtschaftswissenschaften hat bis ins hohe Alter gearbeitet und publiziert hat. Erst vergangenen Herbst schrieb er gemeinsam mit ZIB-Innenpolitik-Chef Hans Bürger ein Buch, in dem  sie erklärten, wie es zur globalen Krise kommen konnte.</p>
<p><strong>Der WIENER</strong> hat die beiden Autoren damals zu einem beeindruckenden Interview getroffen, das wir aus gegebenem Anlass hier noch einmal bringen. das Gespräch führten Helfried Bauer und Wolfgang Wieser.</p>
<p><strong>Im Vorwort des Buches heißt es, dass die Krise nicht aus dem Nichts gekommen ist. Warum waren dann aber trotzdem alle so überrascht oder haben zumindest so getan?</strong> <strong>Warum hat keiner der Ökonomen die Krise erkannt?</strong></p>
<p>Kurt Rothschild: Es hat schon welche gegeben. Dass eine Finanzkrise kommen kann, eine systembedrohende Finanzkrise, darüber ist schon geredet worden. Es hat auch Theorien gegeben, die gezeigt haben, dass das System als solches störungsanfällig ist.</p>
<p><strong>Also gut, man kann sagen, die Ökonomen haben die Krise, so wie sie gekommen ist, nicht vorhergesagt.  Wer trägt die Verantwortung an dieser Krise?</strong></p>
<p>KR: Schuld sind die einflussreichen wirtschaftlichen Kräfte. Und das sind heutzutage vor allem die Großkonzerne, die multinationalen Konzerne, die dank der neuen Technologien sehr große Organisationsformen schaffen konnten und so ein sehr starkes Drohpotenzial bekommen haben gegenüber Regierungen, gegenüber Gewerkschaften. Die haben natürlich ein starkes Verlangen nach möglichst wenig Hemmungen für ihre weltweiten Dispositionen. Das hat dazu geführt, dass eine neoliberale Ideologie, eine Globalisierungsideologie sehr stark wirksam werden konnte, politisch.</p>
<p><strong>Warum haben sich denn die Ökonomen davon so mitreißen lassen?</strong></p>
<p>KR: Jeder freut sich, wenn die Leute sagen, deine Theorie ist sehr interessant. Und natürlich kommt dem Bankensektor eine Schuld zu, der nach immer neuen Formen gesucht hat, durch Spekulationsgewinne zu höheren Profiten zu kommen, die in der Realität gar nicht möglich waren. Schuld ist natürlich auch die Öffentlichkeit. Die Kreditnehmer, die jetzt geschädigt sind, die muss man nicht alle bedauern.</p>
<p>Hans Bürger: Das Hauptproblem bei diesen Finanzprodukten ist, dass sich ganz wenige Experten, die meistens Mathematikexperten sind, auskennen und sich andere nicht mehr trauen, das zu verbieten, weil sie gar nicht wissen, worum es überhaupt geht. Wenn ich bestimmte Produkte nicht schlicht und einfach verbiete, dann wird das Ganze wieder kommen.</p>
<p><strong>Es gibt ja Ökonomen, die sagen, wir stehen schon vor dem nächsten Finanzcrash.  Um noch mal zurückzukommen auf die Spekulanten. Waren die einfach gescheiter?</strong></p>
<p>HB: Es war ihnen alles erlaubt. Ich glaube, dass es unter den Ökonomen und Volkswirten durchaus ebenso gescheite Menschen gäbe. Aber das ist eben ein anderer Beruf. Wenn ich als Jahresziel habe meine Anlagen mindestens um 25 Prozent pro Jahr zu erhöhen und es gibt Finanz- und Mathematikmodelle, mit denen ich das kann, dann bin ich nicht gescheiter, sondern dann wird es mir einfach erlaubt. Ich kann ja auch Lotto spielen. Das hat nichts mehr mit Ökonomie zu tun.</p>
<p>KR: Bei einer reinen Spekulation gibt es immer Gewinner und Verlierer. Für jeden Gewinn ist ein Verlierer da. Sie wissen, das ist unsicher. Das müsste derjenige ihnen sagen. Es steht auch ganz klein gedruckt, dass es riskant ist.</p>
<p><strong>Wie gefährlich oder wie bedenklich ist denn in diesem Zusammenhang die Arbeit wenn man das überhaupt so nennen darf der Ratingagenturen?</strong></p>
<p>HB: Die werden ja oft bezahlt von dem Unternehmen, über die sie das Rating abgeben. Das ist verrückt.</p>
<p><strong>Lange Zeit hat man gesagt, der Kommunismus ist gescheitert, kann man jetzt sagen, der Kapitalismus ist auch gescheitert?</strong></p>
<p>HB: Nein. Das kann man nicht sagen. Nein, eben nicht.</p>
<p>KR: Man kann auch nicht sagen, der Sowjetkommunismus ist gescheitert. Der neue Neokapitalismus ist gescheitert. Die Alternative ist ja, wenn Sie wollen, das was wir vorher hatten. Wenn die Banken sich so verhalten würden wie sie das früher getan haben, wäre ein Problem schon weg.</p>
<p>HB: Die machen ja genauso weiter wie vorher. Wahrscheinlich war der Casino-Kapitalismus klinisch tot, aber jetzt lebt er ja wieder.</p>
<p><strong>Wann steht uns dann die nächste Krise bevor?</strong></p>
<p>KR: Wenn Sie fragen, was sagen die Ökonomen dazu, können Sie jede Antwort haben, die Sie wollen. Weil das ist wirklich Spekulation. Man kann schon sehen, was die Banken wollen. Die Banken wollen mehr oder weniger zurück zu den früheren Bedingungen, also arbeiten möglichst ohne Staatseinfluss. Aber wie? Das Vertrauen war ja so stark gestört, dass das Finanzsystem auch vor allem deshalb zusammengebrochen ist, weil die Banken untereinander kein Vertrauen mehr gehabt haben.</p>
<p><strong>Große Frage: Welches Konzept halten Sie denn für geeignet, kommende Jahrzehnte wirtschaftlich zu bewältigen?</strong></p>
<p>HB: Wer das Buch liest, weiß, dass wir davon überzeugt sind, dass es eine Mischung aus Kapitalismus und Staat sein muss.</p>
<p><strong>Und das heißt, verständlich erklärt?</strong></p>
<p>HB: Irgendwer hat kürzlich gesagt, geht es den Menschen gut, geht es der Wirtschaft gut. Also der berühmte Ausspruch von Neoliberalen einfach umgedreht.</p>
<p>KR: Es gibt natürlich radikale Vorschläge. Ein radikaler Vorschlag ist, es darf keine großen Banken mehr geben. Es sind diese großen Banken, für die das gilt: Too big to fail. Ein anderer radikaler Vorschlag ist, viele kleine Banken zu schaffen. Die kann man ruhig in Konkurs gehen lassen und wenn die Angst vor dem Konkurs da ist, dann werden sie nicht mehr so riskant arbeiten.</p>
<p><strong> Was würde passieren, wenn wir einfach sagten, uns reicht&#8217;s, eigentlich brauchen wir gar nicht mehr?</strong></p>
<p>HB: Das ist der einzige Punkt, wo wir unterschiedlicher Meinung sind. Ich bin davon überzeugt, dass genau das eintreten wird, was Sie sagen.</p>
<p>KR: Aber der Mensch braucht offenbar Abwechslung. Diese idyllische Zufriedenheit befriedigt die Menschen scheinbar nicht.</p>
<p><strong>Was halten Sie von einem Grundeinkommen?</strong></p>
<p>KR: Mir gefällt die Idee. Ich glaube in den reichen Ländern könnte man so etwas schon machen.</p>
<p><strong>Darf ich noch einmal springen? Mir fällt was ganz Konkretes ein im Zusammenhang mit der Autoindustrie. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann ist das Wirtschaftssystem, das Sie so vor Augen haben als das bestmögliche, eine Mischform aus staatlicher Regulierung und doch viel freier Markt.</strong></p>
<p>KR: Ich glaube nicht, dass es das bestmögliche System ist, aber besser als vieles, das wir kennen.</p>
<p><strong>Und gleichzeitig bilde ich mir ein, ich habe gelesen, dass Sie die Interventionen in der Autoindustrie als Ökonom nicht so wunderbar finden oder irre ich mich da?</strong></p>
<p>KR: Nein. Es ist umstritten.  Es wird nicht Opel konkret angesprochen, aber sehr wohl die Autoindustrie als solches.</p>
<p><strong>Ist das dann kritisch zu sehen?</strong></p>
<p>HB: Es ist ja keine Zukunftsindustrie.</p>
<p><strong>Richtige Maßnahme, aber für den falschen Bereich?</strong></p>
<p>HB: Noch schlimmer finde ich die Abwrackprämie. Dass ich Menschen dazu ermuntere, Autos zu kaufen und ihnen dafür auch noch Geld gebe, ist doch absurd. Das ist ja keine Investition in die Zukunft. Wir wissen doch alle, dass in zehn Jahren ein Auto wahrscheinlich anders ausschauen wird als heute und vermutlich viel umweltfreundlicher ist. Ich glaube, da hätte es wirklich zukunftsträchtigere Möglichkeiten gegeben.</p>
<p><strong>Zum Beispiel?</strong></p>
<p>HB: Die ganze Energiefrage, beispielsweise.</p>
<p>KR: Das einzige was für die Autoindustrie gesprochen hat, war, dass sie auch viele andere Wirtschaftszweige einschließt.</p>
<p><strong>Wenn Sie, Herr Rothschild, jetzt Berater der österreichischen Regierung wären, was würden Sie denn empfehlen, wo die österreichische Regierung in der Wirtschaftspolitik die Akzente setzen sollte?</strong></p>
<p>KR: Sie könnte dafür sorgen, dass zumindest die Nachfrage nach Waren genügend groß ist, dass die Beschäftigung hoch ist. Wenn die Leute jetzt aus Angst alle sparen würden, weil es vielleicht noch schlimmer wird, dann würde es schlimmer werden, aber weil sie sparen. Das ist ja der Widersinn des Sparens. Wenn der Einzelne spart, ist das richtig. Wenn aber alle sparen, geht es allen schlechter, weil die Investitionen zurückgehen. Alles, was irgendwie dazu führt, dass die Nachfrage groß bleibt, würde helfen. Man könnte die Steuern verlagern. Unser Steuersystem ist so, dass es eher die mittleren und unteren Einkommen belastet. Die Mehrwertsteuer trifft natürlich ganz stark die kleinen Einkommen. Wenn man das Steuersystem ein bisschen umbauen würde, dass würde den Nachfragefaktor stärken.</p>
<p><strong>Wird es uns in Zukunft schlechter gehen?</strong></p>
<p>KR: Das ist vor allem die ökologische Frage nicht die ökonomische.</p>
<p><strong>Warum?</strong></p>
<p>KR: Ökonomisch gesehen gibt es keinen Grund, warum es uns schlechter gehen soll. Ich meine, es werden jetzt noch Schwierigkeiten kommen, aber da vertraue ich auf die Geschichte.</p>
<p>HB: Also ich glaube das nicht. Ich glaube, dass es auch ökonomisch weiteren Bevölkerungsschichten schlechter gehen wird. Nicht umsonst geht die Schere auseinander zwischen Reich und Arm. Ich glaube schon, dass in 20 Jahren mehr Menschen an der Armutsgrenze leben als heute.</p>
<p>KR: Das ist etwas, was man kurzfristig politisch ändern kann.</p>
<p>HB: Wenn man es will.</p>
<p>KR: Wenn man es will. Es ist nicht notwendig. Der Dahrendorf, der bekannte deutsche Soziologe, hat einmal gesagt: Das 20. Jahrhundert war das Jahrhundert der Sozialdemokratie. Da ist jetzt zu Ende gekommen. In dieser Zeit sind die Unterschiede zwischen arm und reich deutlich verringert worden.</p>
<p>HB: Aber jetzt?</p>
<p>KR: Jetzt gehen sie wieder auseinander.</p>
<p><strong>Werden die Sozialdemokraten für ihren Erfolg bestraft, den sie gehabt haben? Jetzt, wo es allen Leuten besser geht oder zumindest bis vor kurzem besser gegangen ist, verlieren die sozialdemokratischen Parteien europaweit. Liegen die Gründe für die Niederlagen in den Erfolgen des vergangenen Jahrhunderts?</strong></p>
<p>KR: Die Arbeiter und Angestelltenschaft sind heute natürlich besser dran. Das ist das, was Sie meinen. Aber es verschlechtert sich deren Lage auch durch die Instabilität der Arbeitsverhältnisse, durch die prekären Arbeitsverhältnisse. Da haben die Sozialdemokraten noch nicht den Weg gefunden oder ihn vielleicht auch noch gar nicht gesucht, sich auf diese Situation einzustellen. Sie haben ihre Klientel verloren. Aber ich würde sagen, die Misserfolge der Sozialdemokratie sind nicht nur die Verhältnisse, das sind die Sozialdemokraten schon auch selbst schuld.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wiener-online.at/2010/11/zum-ableben-von-kurt-rothschild/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Standfest</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2010/11/standfest/</link>
		<comments>http://www.wiener-online.at/2010/11/standfest/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 12 Nov 2010 07:51:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Eissner-Eissenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Ausnahme]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Paddeln]]></category>
		<category><![CDATA[Schicksal]]></category>
		<category><![CDATA[Weltmeister]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wiener-online.at/?p=8452</guid>
		<description><![CDATA[Der Mann, den sie Mendy nennen, nach einem Schloss in good old England, ist ein sympathischer Bursch’. Lässig lehnt er an seinem neuen VW Multivan Comfortline, er wirkt reifer, ei&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/11/standfest/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-medium wp-image-8454" title="WIE351_mendyswoboda1_c_payr" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/11/WIE351_mendyswoboda1_c_payr-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" />Der Mann, den sie Mendy nennen</strong>, nach einem Schloss in good old England, ist ein sympathischer Bursch’. Lässig lehnt er an seinem neuen VW Multivan Comfortline, er wirkt reifer, ein wenig älter, als es seine 20 Jahre erwarten lassen würden, vielleicht um einen Hauch entschlossener. Sonst ist da nichts, was ihn von seinen Altersgenossen unterscheiden würde. Zumindest nichts, was sofort erkennbar wäre. Er trägt Jeans und einen grauen Kapuzenpulli, alles also ganz normal. Bis er losgeht, humpelnd, das rechte Bein drehend, als ob es steif wäre. Wobei: „Bein“ stimmt nicht. Mendy hat keine Beine.</p>
<p><strong>Mendy ist sieben Jahre alt,</strong> als er in die Förderschnecke der elterlichen Hackschnitzelheizung gerät. Beide Beine müssen abgenommen werden. Das linke zwanzig Zentimeter unterhalb des Knies, das rechte knapp über dem Knie. An den Moment, als ihm dies in sein Bewusstein tritt, kann sich Mendy nicht wirklich erinnern. „Durch die Phantomschmerzen hab ich das zunächst gar nicht wahrgenommen.“</p>
<p><strong>Ein Jahr nach dem Unfall</strong> steht Markus schon wieder auf Schi, die speziell für ihn angefertig wurden, später aber aufgrund seines zunehmenden Körpergewichts zu aufwändig zu produzieren sind. Mit acht beginnt er zu schwimmen, mit zehn mit dem Kajakfahren, „weil beim Wasserski nichts gegangen ist“, erzählt der Sohn eines Wasserskispring-Europameisters und -Weltrekorders. Der Sport macht den BORG-Linz-Maturanten zu dem, was er heute ist: glücklich, unabhängig und erfolgreich. „Ein Leben ohne Sport kann ich mir nicht vorstellen. Er zwingt einen zur Selbständigkeit.“</p>
<p><strong>Das Schnecke-Linz-Vereinsmitglied</strong> tritt sowohl bei „normalen“ als auch bei Para-Bewerben an, die es erst seit zwei Jahren gibt. Seine Disziplin ist das Flachwasser: Kajakmarathon und Sprintregatta über 200, 500 und 1000 Meter. Drachenboot und Freestyle fährt er zum Spaß. Der Leistungssport verlangt diszipliniertes Training. Zehn Einheiten zu einer bis eineinhalb Stunden plus etwa drei Krafteinheiten pro Woche. Nur einen Ruhetag gönnt sich der Frühaufsteher. Im Winter stehen Paddel-Ergometertraining, Schwimmen und ebenfalls Krafttraining auf dem Programm. Die Erfolge können sich sehen lassen. Stolz ist der Schnecke-Linz-Paddler besonders auf den Vereinsmeister 2008, den 15. Platz bei der Junioren- EM 2008 und seine vier Staatsmeistertitel 2008 – ein erfolgreiches Jahr! Den Weltmeistertitel bei der Para-Canoe- WM heuer im August in Polen erwähnt Mendy nur am Rande. Dort siegte er auf 200 Meter quasi konkurrenzlos mit neun Sekunden Vorsprung. Auf seinen Lorbeeren ruht sich der Spitzensportler nicht aus und meint: „Ich muss an meiner Technik arbeiten.“</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Das tut er während des Sommers</strong> zum Beispiel auf dem Trainingslager in Florida, wo sich eines seiner drei Kajaks befindet. Ein weiteres 12-Kilo-Rennboot sowie ein Mannschaftsboot stehen in Linz. Denn Mendy ist nicht nur Einzelkämpfer, sondern auch Teamplayer und fährt in Mannschaftsbewerben zu zweit oder zu viert. Seine Boote sind mit kippbaren Fußmanschetten und Hüftgurt ausgestattet, um ihm einen guten Halt zu geben. „Wenn man Füße hat, drückt man im Boot und rutscht im Sitz hin und her. Ich bin fixer mit dem Boot verbunden als andere Fahrer.“ Das Steuer bedient er mit dem Knie. (Weiterlesen auf Seite 2)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wiener-online.at/2010/11/standfest/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mit Schubidu zur letzten Ruh’</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2010/11/mit-schubidu-zur-letzten-ruh%e2%80%99/</link>
		<comments>http://www.wiener-online.at/2010/11/mit-schubidu-zur-letzten-ruh%e2%80%99/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 08:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Barbara Ginzinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Allerheiligen]]></category>
		<category><![CDATA[Beerdigung]]></category>
		<category><![CDATA[Bestattung]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wiener-online.at/?p=8132</guid>
		<description><![CDATA[Der Sarg steht in der Mitte des bunt geschmückten Raumes. Felle, Federn, Cowboyhüte und Stiefel zieren die Wände. Heini Altbart hat alles perfekt vorbereitet und drückt die Play&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/11/mit-schubidu-zur-letzten-ruh%e2%80%99/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-8134" title="WIE351_heinialtbart_c_davidpayr" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/10/WIE351_heinialtbart_c_davidpayr-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /><strong>Der Sarg steht in der Mitte</strong> des bunt geschmückten Raumes. Felle, Federn, Cowboyhüte und Stiefel zieren die Wände. Heini Altbart hat alles perfekt vorbereitet und drückt die Play-Taste auf der Stereoanlage. Die eintretenden Gäste hören die leisen Trommelklänge der Navajo-Indianer und nehmen auf den im Kreis drapierten Stühlen Platz. Als die Trommeln verklingen, stimmt das Ensemble die Melodie der Winnetou- Filme an, und die Feier kann beginnen.</p>
<p><strong>Wer Begräbnisse als immer gleiche, graue</strong> Zeremonie mit schlichter Blumendekoration und trauriger Musik im Kopf hat, der hat noch nie eine von Heini Altbart organisierte Beerdigung miterlebt. Ein wenig schräg, aber immer mit dem gewissen Etwas und einer beachtlichen Portion Lebensfreude, präsentieren sich seine Trauerfeiern buchstäblich als Abbild seiner Selbst. Wir treffen den Mann mit den zerzausten Haaren und dem verschmitzten Lächeln zwischen den Särgen seines Bestattungsinstituts in Wien Penzing. Bei Kaffee und Zigarette erklärt uns der quirlige Enddreißiger seine Geschäfts- Philosophie, die da lautet, Dinge anders zu machen als die anderen. Und da gehören auch ungewöhnliche Beerdigungen dazu, die bei ihm durchaus öfter vorkommen dürfen, wie er erzählt: „Natürlich sind solche Bestattungen nicht für jeden geeignet. Aber wenn der Verstorbene ein großer Western- und Karl-May- Fan war, lasse ich mir gerne etwas einfallen.“</p>
<p><strong>Anders ist Heini Altbarts Bestattungsunternehmen</strong> auch deshalb, weil er nicht nur der Arbeit mit dem Tod nachgeht, sondern zwei Berufe kombiniert, die wohl unterschiedlicher nicht sein könnten. Seit dem zarten Alter von fünf Jahren schlägt sein Herz für das Trommeln. Heute ist er als professioneller Jazz-Schlagzeuger mit Größen wie Max Greger, Mungo Jerry und Bilgeri unterwegs und gibt im Schnitt 200 Konzerte im Jahr. Kritiker bezeichnen ihn als Showdrummer, Ausnahmekönner oder gar als besten Schlagzeuger Österreichs. Er selbst sagt dazu wie immer mit einem Augenzwinkern: „Ich spiele die Leute in den Himmel und bringe sie nachher unter die Erde.“</p>
<p><strong>Wie kommt man auf die Idee,</strong> ein Bestattungsunternehmen zu gründen, noch dazu als weltenbummelnder Musiker? Der 38-Jährige begründet seine Leidenschaft für das Geschäft damit, dass er schon in der Friedhofsgärtnerei seiner Eltern mit dem Hauch des Todes konfrontiert gewesen und buchstäblich hinter den Grabsteinen aufgewachsen sei. Dass er das Blumengeschäft und die Gärtnerei im 14. Bezirk einmal um ein Bestattungsinstitut erweitern würde, war nicht von Anfang an klar. Alleine schon deshalb, weil bis vor wenigen Jahren die Stadt Wien das Bestattungsmonopol inne hatte. Beim Begräbnis seines Vaters schwor sich Heini Altbart, ein eigenes Institut aufzumachen. Heute ist er einer der wenigen privaten Anbieter: „Ich bin der Asterix im kleinen gallischen Dorf des Bestattungswesens“, erklärt er die Situation wie immer mit seinem ausgeprägten schwarzen Humor. Obwohl ihm bei diesem Thema eigentlich nicht zum Lachen zu Mute ist, denn die rigide Gesetzgebung bringt Hürden mit sich, die ihm die Arbeit nicht gerade erleichtern.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wiener-online.at/2010/11/mit-schubidu-zur-letzten-ruh%e2%80%99/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Michael Douglas: Der Gigant wankt</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2010/10/michael-douglas-der-gigant-wankt/</link>
		<comments>http://www.wiener-online.at/2010/10/michael-douglas-der-gigant-wankt/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 Oct 2010 10:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Hollywood]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Douglas]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wiener-online.at/?p=7827</guid>
		<description><![CDATA[Manche Stories fallen einem Journalisten besonders schwer. Diese ist eine davon. Es geht um das Sterben. Um die schwindende Hoffnung. Es geht um Michael Douglas (66).   Die Welt we&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/10/michael-douglas-der-gigant-wankt/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_7830" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><img class="size-medium wp-image-7830" title="Michael Douglas am People Magazine Cover" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/10/people-magazine-225x300.jpg" alt="&quot;Der Kampf seines Lebens&quot; titelte das People Magazin. So gut wie da sieht Michael Douglas inzwischen leider nicht mehr aus..." width="225" height="300" /><p class="wp-caption-text">&quot;Der Kampf seines Lebens&quot; titelte das People Magazin. So gut wie da sieht Michael Douglas inzwischen leider nicht mehr aus...</p></div>
<p><strong>Manche Stories</strong> fallen einem Journalisten besonders schwer. Diese ist eine davon. Es geht um das Sterben. Um die schwindende Hoffnung. Es geht um Michael Douglas (66).   Die Welt weiß längst: Er hat Krebs. Aber kaum einer ahnte, wie schlimm es wirklich um ihn steht. Wir haben erlebt, wie er <a href="http://www.youtube.com/watch?v=z67gcf311KQ">Ende August bei US-Talker David Latterman saß</a>. So optimistisch. So amerikanisch. „Ich werde damit fertig werden“, verkündete er – und rang sich sogar einen Scherz ab: Seine beiden Kinder Carys (7) und Dylan (10) fänden es ganz praktisch, wenn er wegen des Kehlkopftumors nicht so viel sprechen könne.</p>
<p><strong>Das Lachen bleibt einem im Halse stecken</strong>, wenn <a href="http://www.wwtdd.com/2010/10/michael-douglas-doesnt-look-so-good/">man die Bilder betrachtet, die nun von Michael Douglas um die Welt gegangen sind</a>. Die Haut aschfahl und eingefallen, tiefe, schwarze Furchen unter den Augen – die grausamen Spuren von Strahlen- und Chemotherapie. So sieht keiner aus, bei dem die Ärzte demnächst Entwarnung geben…</p>
<p><strong>Man konnte es schon erahnen</strong>, als Douglas’ Frau Catherine Zeta-Jones (41) Ende Semptember den „Ryder Cup“ im britschen Cardiff besuchte. „Wir könnten nicht glücklicher sein über die Fortschritte, die mein Mann macht“, verkündete sie den Teilnehmern des hochkarätigen Golfturniers. Aber ihr Kinn zitterte, als sie es sagte, in ihren Augen standen Tränen. Catherine Zeta-Jones wartete nicht einmal das Ende des Turniers ab, sondern reiste überstürzt ab, um möglichst bald wieder bei Michael zu sein, „sie will keine Minute mehr mit ihm versäumen“, wurde ein Vertrauter zitiert.<br />
<a href="http://www.wwtdd.com/2010/10/michael-douglas-doesnt-look-so-good/">Auf den Fotos</a> sehen wir, warum. Der Kehlkopfkrebs hat Stadium 4 erreicht. Der Göttinger Krebs-Spezialist Dr.Christoph Matthias <a href="http://www.bunte.de/stars/michael-douglas-dieser-arzt-sagt-seine-chancen-stehen-nicht-gut_aid_20435.html">erklärte der Zeitschrift „Bunte“</a> dazu: „Das heißt, dass der Tumor weit fortgeschritten ist und bereits in die Lymphknoten am Hals gestreut hat.“ Seine Prognose: „Die Heilungschancen liegen bei 40 Prozent. Das Risiko, dass er es nicht übersteht, ist groß.“</p>
<p><strong>Was kann man tun?</strong> Nicht viel. Beten, wenn man daran glaubt. Eine Kerze anzünden, ihm positive Energie schicken. Vielleicht den Film <a href="http://www.wiener-online.at/2010/10/trailer-wall-street-2/ ">„Wall Street: Geld schläft nicht“</a> mit besonderer Andacht betrachten. Wir sehen darin einen Giganten, eine Hollywood-Legende allergrößten Kalibers. Noch zu Lebzeiten.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wiener-online.at/2010/10/michael-douglas-der-gigant-wankt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

