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	<title>wienerpost &#187; Internet</title>
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		<title>Daten her!</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 06:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Regierungen schreien weltweit nach einem „transparenten Bürger“. Dann sollen sie aber erst mal selber Transparenz vorleben! „Open Government Data“ lautet die Devise.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Regierungen schreien weltweit nach einem „transparenten Bürger“. Dann sollen sie aber erst mal selber Transparenz vorleben! „Open Government Data“ lautet die Devise.</p></blockquote>
<div id="attachment_4792" class="wp-caption aligncenter" style="width: 640px"><a rel="attachment wp-att-4792" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/daten-her/opendata1/"><img class="size-full wp-image-4792" title="opendata1" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/opendata1.jpg" alt="" width="630" height="348" /></a><p class="wp-caption-text">Illustration: Renate Stoica</p></div>
<p>Am Tag als das Wasser kam, ging Jerry Kennedy gleich drei Mal in die Badewanne. Wir schreiben das Jahr 2004 und Kennedy, amerikanischer Staatsbürger, hatte die ersten 54 Jahre seines Lebens ohne Anschluss an das Wasserleitungsnetz verbracht. Nicht, weil es in <a href="http://maps.google.at/maps?hl=&amp;q=Zanesville,+Ohio&amp;rlz=1B3GGIC_de___AT340&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;hq=&amp;hnear=Zanesville,+OH,+USA&amp;gl=at&amp;ei=xXJBTJaCB9-TOISr0ZoN&amp;sa=X&amp;oi=geocode_result&amp;ct=title&amp;resnum=1&amp;ved=0CBkQ8gEwAA">Zanesville, Ohio</a> keine Leitungen gab – es gab sie bloß nicht für Schwarze. Während Kennedys weiße Nachbarn längst eine Waschmaschine ihr eigen nannten, wartete Kennedy mit dem Wäschewaschen immer auf den nächsten Regenguss. Sie haben richtig gelesen: 2004.</p>
<p>Das sollte sich ändern, als ein Anwalt aus Washington einen Blick auf die Stadtdaten warf: Welche Häuser der Stadt hatten Leitungen? Wo hatten sich schwarze, wo weiße Bewohner angesiedelt? Die Korrelationen waren zu aussagekräftig, um länger ignoriert zu werden. Die Folge: Ein Gerichtsurteil, das die Stadt zwang, endlich Wasser für alle zur Verfügung zu stellen. Plus 10,9 Millionen Dollar Schmerzensgeld.</p>
<p>Dieser Erfolg lässt sich auf ein simples amerikanisches Gesetz zurückführen. Nein, nicht Bürgerrechte oder Gleichbehandlung, sondern auf den<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Freedom_of_Information_Act_%28United_States%29"> <em>Freedom of Information Act</em></a>, der jedem Bürger das Recht gibt, sämtliche Regierungsdaten einzusehen. Sobald Daten erhoben werden, müssen sie der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, seien es nun Wasserleitungsdaten, Ethnizitäten oder bloß die Anzahl von McDonalds Restaurants in Schulnähe.</p>
<p>„Das ist auch richtig so“, bekräftigt Open-Data-Experte <a href="http://wissenbelastet.com">Max Kossatz</a>, „Alle Informationen, die von einer Regierung gesammelt werden, sind durch öffentliche Gelder finanziert. Im Gegenzug müssen sie der Öffentlichkeit auch uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Diese Daten betreffen uns alle: Umweltdaten, Verkehrsdaten, Finanzdaten, Parteienförderung, Luftfahrtsdaten etc.“</p>
<p>Dabei geht es gar nicht um das Veröffentlichen von Staatsgeheimnissen. Im Grunde <span style="text-decoration: underline;">sind </span>alle diese Daten bereits öffentlich. Die Geodaten von Wien etwa sind ja keine Verschlusssache. Sie werden jedoch nicht gratis zur Verfügung gestellt, sondern an Firmen verkauft, die Karten herstellen. Diese erwerben dadurch das Recht, sie weiterzuverkaufen und die Stadt Wien verdient dabei ein bisschen Taschengeld. „Als Bürger zahle ich dann aber zweimal für die Daten; erst durch mein Steuergeld für ihre Erhebung und dann muss ich sie kaufen, wenn ich sie nutzen will“, sagt Kossatz.</p>
<p>Damit keine Missverständnisse aufkommen: Niemand ist der Stadt ihre Einkünfte neidig. Es hat sich nur gezeigt, dass Daten, die der Öffentlichkeit gratis und ohne Copyright-Einschränkungen zur Verfügung stehen, über Umwegrentabilität weitaus mehr Geld in die Stadtkassa fließen lassen, als jene, die eifersüchtig gehortet und nur an ausgewählte Geschäftspartner verkauft werden. Das belegen Erfahrungen aus England, wo seit kurzem sämtliche erhobenen Daten öffentlich zugänglich sind. „Daten sind in ihrer reinen Form stinklangweilig“, sagt Internet-Erfinder <a href="http://www.w3.org/People/Berners-Lee/">Tim Berners-Lee</a>, der gemeinsam mit dem damaligen Premierminister Gordon Brown das Projekt <a href="http://data.gov.uk/">„Data Government U.K.“</a> auf Schiene brachte, „Aber sie tragen ganz wesentlich dazu bei, was in unserem Leben geschieht. Und wenn man Daten kreativ miteinander in Beziehung setzt, öffnet man die Schleuse für eine ungeahnte Vielfalt von Projekten. Genau an diesem Punkt stehen wir gerade: Wir fordern alle Regierungen auf, ihre unbearbeiteten Rohdaten zur Verfügung zu stellen. Es gibt genug Leute da draußen, die damit arbeiten wollen – auch wenn es keine unmittelbare Rendite für sie gibt.“</p>
<p>Beispiel gefällig? Einer der ersten Datensätze, die in England online gingen war eine Statistik über Fahrradunfälle. Unnötig und uninteressant könnte man meinen. Weit gefehlt. Innerhalb weniger Stunden (!) nach der Veröffentlichung hatte bereits jemand eine Integration dieser Daten mit Google Maps programmiert, sodass die Strecken mit der größten und jene mit der geringsten Unfallwahrscheinlichkeit klar sichtbar wurden. Und Menschen begannen ihre tägliche Arbeitsroute danach zu richten.</p>
<p>Kossatz: „Man weiß im Vorhinein nie, welche Daten im herkömmlichen Sinne »sinnvoll« sind. Aber je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto mehr kann man damit anfangen. Auch bei Wikipedia hat am Anfang niemand geglaubt, dass das sinnvoll ist&#8230;“</p>
<p>Gerade mit Geodaten gibt es inzwischen die unglaublichsten Beispiele. Vor allem, weil die USA unter dem Motto <a href="http://www.appsfordemocracy.org/">„Apps for Democracy“</a> einen Innovations-Wettbewerb ausgerufen hat – Projekte über Hygienestandards in Restaurants (<a href="http://eat.clean.ly">http://eat.clean.ly</a>) bis zur ökonomischeren Parkplatzsuche (<a href="http://www.parkshark.mobi">www.parkshark.mobi</a>) waren die Folge. Und in New York finden Sie seither auch leichter einen Hundepark, wenn sie mit Bonzo Gassi gehen wollen (<a href="http://www.heywalkies.com">www.heywalkies.com</a>).</p>
<p>Wenn Geodaten der Anfang sind, so sind Finanzdaten die Ausbaustufe. Gerade hier zeigt das Parade-Beispiel der englischen Regierung, was bei vorhandenem politischen Willen alles möglich ist. „Ich glaube, dass das Offenlegen von Finanzdaten einen großen Impact hat!“ meint Kossatz, „Momentan ist es so, dass ich Steuern einzahle, aber wohin mein Geld fließt und was damit passiert, ist nicht nachvollziehbar. Mit der Offenlegung der Daten wird all das transparenter. Für die Politik, für den Staat ist das wichtig, um seine Existenz zu berechtigen, um wieder einmal zu zeigen, warum es ihn eigentlich gibt und was er tut.“</p>
<p>Kein Wunder also, dass sich die britische Seite <em>Where does my money go?</em> (<a href="http://www.wheredoesmymoneygo.org">www.wheredoesmymoneygo.org</a>) regen Interesses erfreut. „Wenn sich das auch nicht auf das Wahlergebnis auswirkt, so wirkt es sich mittelfristig auf die Politikverdrossenheit, auf die Wurschtigkeit der Bevölkerung aus.“</p>
<p>In Österreich kann man davon nur träumen. Zwar gibt es Initiativen, die sich um Datenfreigabe bemühen, die Beharrungswiderstände sind aber enorm. Diese Erfahrung schildert auch Berners-Lee: „Leute in staatlichen Einrichtungen sind oft versucht, ihre Daten für sich zu behalten. Wir nennen das Datenbank-Umarmung (<a href="http://www.ted.com/talks/tim_berners_lee_on_the_next_web.html">&#8220;database hugging&#8221;</a>). Sie umarmen Ihre Datenbank und möchten sie nicht gehen lassen, bevor Sie eine wunderschöne Website dafür erstellt haben. Auf einer schönen Website sind die Daten aber meist nicht für andere Anwendungen verwertbar. Erstellen Sie ruhig eine schöne Website, aber zunächst geben Sie uns die unverfälschten Daten!“ Hierzulande möchte man diese Aufforderung gerne der Apothekerkammer zurufen. Die haben zwar schön säuberlich alle Nachtapotheken auf ihrer Website, aber die Daten sind nicht maschinenlesbar, sprich, nicht verwertbar, wenn jemand beispielsweise eine iPhone Applikation über Nachtapotheken programmieren will. Letzteres ist möglicherweise auch nicht im Interesse der Apothekerkammer, da man ja Traffic auf der eigenen Website haben möchte: Ein klassischer Fall von wirtschaftlichem versus öffentlichem Interesse&#8230;</p>
<p>Natürlich würde die völlige Freigabe der Daten in Österreich Geld kosten. Sie könnte aber Innovationen und völlig neue Geschäftsfelder ermöglichen.  „Daten“, so Berners-Lee, „sind unerschlossenes Potential. Die Zukunft des Internets heißt nicht mehr verknüpfte Dokumente, sie heißt verknüpfte Daten. Und diese Zukunft wird größer als wir uns heute vorstellen können.“</p>
<div>
<hr /></div>
<p><strong>DIE FAKTEN</strong></p>
<p>Unter <strong>Open Data</strong> versteht man die Copyright-freie Veröffentlichung, in maschinenlesbarer Form, von nicht personenbezogenen Daten eines Staates/einer Stadt/etc., deren Erfassung durch öffentliche Gelder finanziert wird. (<a href="http://wissenbelastet.com/2010/06/01/opendata-anwendungen/">Definition: Max Kossatz</a>)</p>
<p><strong>Open Data Initiativen in Österreich:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://gov.opendata.at/site/">Open Government Data Austria</a></li>
<li><a href="http://www.open3.at ">Open 3</a></li>
</ul>
<p><strong>Max Kossatz</strong> (<a href="http://wissenbelastet.com">http://wissenbelastet.com</a>)</p>
<p>War Mitte der 90er Jahre in New York federführend am Aufbau eines Internetproviders für Kulturschaffende beteiligt. Seit seiner Rückkehr nach Österreich in verschiedenen Aufsichtsrats-, Management- und Geschäftsführungspositionen im Bereich Internet, Mobile Services tätig, sowie Markt und Meinungsbeobachtung durch Analyse von Foren, Blogs, Webseiten und Social Communities.</p>
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		<title>Der begnadete Mistkerl</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 18:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein lumpiger Dollar Jahresgehalt... Der wahrscheinlich am schlechtesten bezahlte Chef der Welt ist gleichzeitig auch der erfolgreichste. Und der fieseste sowieso. Apple-Gründer Steve Jobs, eine Nahaufnahme. (Text: Rainer Himmelfreundpointner / Illustrationen: Blagovesta Bakardjieva)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Ein lumpiger Dollar Jahresgehalt&#8230; Der wahrscheinlich am schlechtesten bezahlte Chef der Welt ist gleichzeitig auch der erfolgreichste. Und der fieseste sowieso. Apple-Gründer Steve Jobs, eine Nahaufnahme. (Text: <a href="http://www.be24.at/blog/author/rainer_himmelfreundpointner">Rainer Himmelfreundpointner</a> / Illustrationen: <a href="http://www.blagovesta.net/">Blagovesta Bakardjieva</a>)</p></blockquote>
<div id="attachment_4557" class="wp-caption aligncenter" style="width: 640px"><a rel="attachment wp-att-4557" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/der-begnadete-mistkerl/steve-jobs/"><img class="size-full wp-image-4557" title="steve jobs" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/steve-jobs.jpg" alt="" width="630" height="840" /></a><p class="wp-caption-text">Marketing Genie: Was Jobs auch anfasst - es produziert Gold. WIENER-Illustratorin Blagovesta Bakardjieva hat ihn mit seinen schillerndsten Produkten dargestellt.</p></div>
<p><strong>Schon mal von dem Management-Buch „The No Asshole Rule“ gehört?</strong> Der Autor Robert Sutton landete damit in den USA einen Bestseller. Und er war ganz erstaunt, wie sehr sich die Leute für Mistkerle interessieren. „Sobald bekannt wurde, dass ich über Arschlöcher schreibe“, so der Professor der renommierten kalifornischen Stanford-Universität, „erzählten mir die Leute aus dem Silicon Valley freiwillig fürchterliche Geschichten über Steve Jobs. Diese Menschen hatten echt Angst vor ihm. Sie weinten und schrien. Jobs hat sie in einen grauenvollen Zustand versetzt. Vor allem in den frühen Jahren seiner Apple-Zeit.“</p>
<p><strong>Etwa so:</strong> Jobs feuert einen jungen Mitarbeiter, weil er ihm das falsche Mineralwasser bringt. Jobs überrascht ein Entwicklungsteam in einer Sitzung, da ihm etwas nicht passt, fragt willkürlich nach Namen, und wirft die Hälfte der Leute im Angesicht der restlichen Kollegen hinaus. Alle verstehen diese Botschaft – und hackeln daraufhin rund um die Uhr.</p>
<p><strong>Wenn man dem mittlerweile verstorbenen Jef Raskin</strong>, der an der Erfindung des Apple-Macintosh-Computers beteiligt war, glaubt, war Jobs auch ein lausiger Manager.<br />
In einem internen Memo schrieb er zusammen gefasst, dass Jobs …</p>
<p>… dauernd wichtige Meetings verpasse;<br />
… ohne nachzudenken wirre, absurde Entscheidungen fälle;<br />
… niemandem zuhöre und Entscheidungen – einmal so, einmal so – ex cathedra treffe</p>
<p><strong>„Heute findet er die Farbe Weiß super“</strong>, berichtet ein Apple-Manager, „also arbeitet das Design-Team mit dieser Vorgabe. Zwei Wochen später wirft er alles über den Haufen und das Team hinaus, weil er plötzlich Schwarz für toll hält“.</p>
<p><strong>Überdies war und ist Jobs offenbar</strong> ein nahezu manischer Geheimnistuer und Kontroll-Freak. Die Anekdoten darüber sind Legion. Apple-Leute fürchten sich immer noch vor dem „One Infinite Loop“, dem Antreten in Jobs’ Büro. Um das zu vermeiden, werden selbst von hochrangigen Mitarbeitern nicht nur (sowieso irreführende) Presseaussendungen, sondern auch interne E-Mails an Kollegen vor dem Versenden peinlichst kontrolliert und privat abgesprochen: ob man etwas so oder so sagen, dies oder das schreiben könne. Im Unternehmen gibt es ein geflügeltes Wort: „Du kannst alles machen, was du willst. An deinem letzten Tag bei Apple.“</p>
<p><strong>Nicht umsonst hängt in Steve Jobs Büro</strong> bis heute ein US-Plakat aus dem Zweiten Weltkrieg. Titel: „Loose lips might sink ships“, was soviel heißt wie: Ein unachtsames Wort kann Schiffe zum Sinken bringen. Für jeden der weltweit knapp 40.000 Apple-Mitarbeiter und tausende Lieferanten ist damit klar: Wehe, es dringt irgendwas Unerwünschtes oder zum falschen Zeitpunkt nach außen. Dieses Gesetz ist erbarmungslos.</p>
<p><strong>Denn Steve Jobs denkt in anderen Kategorien.</strong> Seine Vorbilder sind Leonardo da Vinci, Albert Einstein oder Isaac Newton. Sein Wunsch ist es, wie diese die Welt zu verändern. Das ist ihm mit erstaunlichem Erfolg gelungen. Und zwar in einer affenartigen Geschwindigkeit – eine Story wie von einem anderen Stern:</p>
<p><strong>Geboren 1955 im kalifornischen San Francisco</strong> als uneheliches Kind eines unvorsichtigen Studentenpärchens, das ihn sofort zur Adoption freigab. Aufgewachsen im kalifornischen Mountain View als Sohn von Clara und Paul Jobs, einem Automechaniker. Das College bereits nach einem Semester geschmissen. Lieber im Homebrew Computer Club herumgehangen, genauso wie der extrem talentierte Nerd Steve Wozniak. Einen Auftrag von Atari für die Entwicklung des Computerspiels „Breakout“ an Land gezogen, das Wozniak in nur vier Tagen programmierte. 5000 Dollar abgecasht, seinem Kumpel aber nur 500 bezahlt. Jobs flunkerte, er hätte nur 1000 Dollar bekommen. Aber er hatte seine wahre Bestimmung gefunden – Computer und Marketing.</p>
<p><strong>1976 gründete er gemeinsam mit</strong> Wozniak und Ronald Wayne die Apple Computer Company. Jobs hatte dafür seinen VW-Bus, Wozniak einen Texas-Instruments-Taschenrechner verhökert. Bald darauf kam mit dem „Apple I“ der erste Heimcomputer der Welt unter dem Logo mit dem angebissenen Apfel (bite) für 666,66 Dollar auf den Markt. Das war die Grundlage für Steven Paul Jobs’ Werdegang zum absoluten Säulenheiligen der Computerindustrie, überflügelt nur von seinem befreundeten Erzrivalen, Microsoft-Boss Bill Gates.</p>
<p><strong>Ein paar Jahre lang experimentierten</strong> die High-Tech-Pioniere mehr oder weniger erfolgreich (immerhin gelang 1980 die Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft) mit verschiedenen Apple-Versionen herum. Bis diese Produktlinie 1984 zugunsten des vorrangig von Jef Raskin entwickelten Macintosh – der erste kommerziell erfolgreiche Heimcomputer mit einer grafischen Benutzeroberfläche – aufgegeben wurde. Für mehr als eine Generation von Menschen sind die Dutzenden von Mac-Versionen zum unverzichtbaren Bestandteil ihres täglichen Lebens geworden wie die Morgentoilette oder der Gang aufs Klo.</p>
<p><strong>Längst ist Apple mit Produkten wie</strong> „iTunes“, „iPods“, „iPads“ oder „iPhones“ in fast alle Bereiche der Kommunikationsindustrie vorgedrungen. Mit bemerkenswerter Fortune: 2009 verzeichnete das inzwischen börsenotierte Unternehmen einen Umsatz von rund 43 Milliarden Dollar und einen Gewinn von etwa 8,3 Milliarden. Laut der US-Marktforschungsgruppe Milward Brown liegt der Wert von Apple bei 83,15 Milliarden Dollar. Steve Jobs hält als größter Einzelaktionär 5,5 Millionen Aktien oder 0,64 Prozent der Anteile der Firma.</p>
<p><strong>Doch nicht bei allem, wo Apple draufsteht,</strong> steckt auch Jobs dahinter. Bereits 1985 musste er das Unternehmen nach einem internen Machtkampf verlassen und gründete die „NeXT Computer Company“. Die NeXT-Workstation – ein eleganter schwarzer Kubus – war zwar technisch ihrer Zeit voraus. Immerhin programmierte der Internet-Pionier Tim Berners Lee auf so einem Ding die ersten World-Wide-Web-Versionen. Aber kommerziell war ihm damit kein rasender Erfolg beschieden. Es sei denn, man sieht von der Tatsache, ab, dass Jobs den Laden im Jahr 1996 um 402 Millionen Dollar an Apple verscherbelte und damit wieder in die Führungsetage seiner alten Firma einzog.</p>
<p><strong>Dazwischen hat er 1986</strong> – so im Vorbeigehen, wie es den Anschein hat – die „Pixar Inc.“ (ursprünglich ein Teil der Grafik-Abteilung von Lucas-Film, für die er George Lucas läppische fünf Millionen Dollar über den Tisch rieb) ins Leben gerufen. Keine zehn Jahre später landete Pixar mit dem Animationsfilm „Toy Story“ einen Welthit. Es folgten Blockbuster wie „Find Nemo“, „Ratatouille“ oder der Oscar-prämierte Streifen „Oben“. Kurzum: 2006 wurde das Studio für satte 7,4 Milliarden Dollar an den Unterhaltungsmulti Walt Disney weitergereicht. Seither ist der fast fanatische Vegetarier und bekennende Zen-Buddhist Jobs mit sechs Prozent der größte Einzelaktionär von Disney.</p>
<p><strong>Dieser Mann hat etwas von Howard Hughes</strong>, dem legendären Pionier der Luftfahrt-Industrie. Wenn er will, kann Jobs mit seinem Charme und schauspielerischem Markteting-Talent ein weltweites Publikum in seinen Bann ziehen. Berühmt sind seine Auftritte bei diversen Branchen-Messen, um persönlich ein neues Apple-Trum vorzustellen. Ein Ereignis, dem die globale Apple-Fan-Gemeinde wochenlang entgegen fiebert. Jobs schafft es immer wieder mühelos, jeden Hollywood-Star an die Wand zu spielen. Er macht das so: Eine Bühne mit XXXL-Screen wie für einen Rolling-Stones-Auftritt. Ein Presenter – besser: Einpeitscher – mit Scientology-Rhetorik. Eine Light-Show, die sich gerade mal Michael Jackson leisten konnte. Und nun kommt – gottgleich – ER. Lockerer Schritt. Coole Levis 501, leicht ausgewaschen. Dunkelblaues T-Shirt. Drei-Tage-Bart. Zahnarzt-Zähne. Gejohle, das zeitgleich auf You Tube zu hören und sehen ist. Dann nimmt ER das Mikro und sagt: „I have some really great stuff to show you today!“ Oder so. Und die Menge flippt aus, rennt zum nächsten Apple-Store und legt wie auf Befehl erhebliche Summen für ein neues „Kultteil“ mit dem Apfel-Logo ab. So geschehen am letzten Juni-Wochenende dieses Jahres, als innerhalb von drei Tagen nicht weniger als 1,7 Millionen iPhones4 über den Tresen gingen.</p>
<p><strong>Solche Shows gibt ER allerdings nicht mehr so oft.</strong> Beobachter meinen, dass sich sein unberechenbares Temperament seit der Heirat mit Laurene Powell und dank seiner drei Kinder, die er mit ihr aufzieht, gekühlt habe. Außerdem hätte ihn sein Gesundheitszustand demütiger gestimmt. 2004 wurde Jobs ein Tumor an der Bauchspeicheldrüse entfernt. Voriges Jahr wurde ihm wegen einer Hormonerkrankung die Leber transplantiert. John Warnock, ein langjähriger Freund, fast eine Vater gur für Jobs, meint hingegen: „Ich dachte, Steve wäre nach seinem Misserfolg mit NeXT deutlich verträglicher geworden. Aber inzwischen sehe ich das nicht mehr so.“</p>
<p><strong>Vieles deutet darauf hin</strong>, dass Steve Jobs im Grunde – abgesehen seiner Familie und engsten Freunden gegenüber – nach wie vor ein außergewöhnlicher, stinkreicher Mistkerl ist. Jüngstes Indiz dafür: Die Markteinführung des iPhones4 Ende Juni. Die Version dieses smarten Handys wurde um etliche Features und technische Spielereien erweitert. Coolstes Gadged: die Empfangsantenne, im Grunde nichts anderes als ein Stück Metall. Statt es im Gehäuse des hippen Teils – wie üblich – zu platzieren, hat es Apple silbrig glänzend an den schlanken Randbereichen appliziert. Das sieht zwar ziemlich cool aus, hat aber einen blöden Nachteil. Die meisten Menschen greifen Handys immer noch mit Daumen und wenigstens ein, zwei Fingern auf beiden Seiten an. Sobald sie leicht schwitzen, was im Sommer o vorkommt, berühren sie unabsichtlich das gar so lässige Antennen-Material. Folge eins: deutlicher Abfall der Empfangsqualität. Folge zwei: jede Menge aufgebrachter E-Mails und negative Schlagzeilen.</p>
<p><strong>Am 28. Juni 2010</strong> äußerte ER sich angeblich per E-Mail mit der lapidaren Auforderung: „Haltet das Ding einfach anders rum. Es gibt kein Empfangsproblem. Stay tuned.“ Auch wenn nicht bewiesen ist, das Jobs tatsächlich hinter der Mail steckt – ähnlich schauen würde es ihm.</p>
<p>P.S: Mittlerweile hat Apple auch offiziell reagiert und ein Problem eingestanden. Was genau die Ursache sein könnte, ist noch Gegenstand von Tests – und wilder Diskussionen unter Fans und Kritikern von legendary Mr. Jobs …</p>
<div>
<hr /></div>
<p><strong>DIE FAKTEN: Steve Paul Jobs</strong></p>
<ul>
<li>Geburtstag: 24. Februar 1955</li>
<li>Geburtsort: San Francisco</li>
<li>Leibliche Eltern: Joanne Simpson und (vermutlich)<br />
Abdulfattha Jandali, Politikprofessor aus Syrien</li>
<li>Adoptiveltern: Paul und Clara Jobs, beide verstorben</li>
<li>Ausbildung: High School, ein Semester Reed Colllege</li>
<li>Familienstand: Verheiratet seit 1991 mit Laurene Powell<br />
(geboren 1964)</li>
<li>Kinder: Lisa Brennan-Jobs (geboren 1978, gemeinsam mit<br />
seiner früheren Freundin Chris-Ann Brennan), Reed (geboren<br />
1991), Erin-Siena (geboren 1995) und Eve (geboren 1998)<br />
mit seiner Frau Laurene</li>
<li>Beruf: Vorstandsvorsitzender von Apple,<br />
Aufsichtsrat von Walt Disney</li>
<li>Vermögen: 5,6 Milliarden Dollar laut Forbes-Ranking 2010.136-reichster Mensch der Welt</li>
<li>Jahresgehalt: 1 Dollar</li>
<li>Politische Orientierung: Demokrat</li>
<li>Religion: Zen Buddhismus</li>
<li>Lieblingsorte: Yosemite, Paris, Route I-280 bei Stanford</li>
<li>Lieblingsmusiker: Bob Dylan, Joan Baez, Beatles,<br />
Grateful Dead</li>
<li>Lieblingsmöbel: eine 100.000-Dollar Stereoanlage</li>
<li>Lieblingskunst: Fotografie, japanische Drucke</li>
<li>Lieblingsessen: rohe Karotten, Sushi</li>
</ul>
<blockquote><p>Erschienen im WIENER 348 / August 2010</p></blockquote>
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		<title>Heute Facebook, morgen die Welt</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 22:07:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir rücken alle näher zusammen: Mit der universellen Verfügbarkeit des „Gefällt mir“-Knopfes revolutioniert Facebook-Gründer Mark Zuckerberg das Web. Zum Guten?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Wir rücken alle näher zusammen: Mit der universellen Verfügbarkeit des „Gefällt mir“-Knopfes revolutioniert Facebook-Gründer Mark Zuckerberg das Web. Zum Guten?</p></blockquote>
<div id="attachment_4485" class="wp-caption aligncenter" style="width: 580px"><a rel="attachment wp-att-4485" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/heute-facebook-morgen-die-welt/like-button/"><img class="size-full wp-image-4485" title="like button" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/like-button.jpg" alt="" width="570" height="340" /></a><p class="wp-caption-text">© Renate Stoica</p></div>
<p style="text-align: left;"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Zuckerberg">Mark Zuckerbergs</a> allabendlichen Gute-Nacht-Dialog</strong> mit seinem <a href="http://www.flickr.com/photos/96575205@N00/4360682759/in/set-72157623241489811/">selbstgenähten Kuschel-Darth-Vader</a> stelle ich mir in etwa so vor wie die berühmten Schlussworte aus der<a href="http://www.youtube.com/watch?v=U4Rl83wK1VE"> Serie „Pinky &amp; Brain“</a>:<br />
&#8220;Komm jetzt“, sagt der Zuckerbub vor dem Zu-Bett-Gehen, „Wir müssen uns auf morgen Abend vorbereiten.&#8221; – „Was machen wir denn morgen Abend, Mark?&#8221;, fragt Darth Vader, der die Antwort eigentlich kennen müsste. – „Dasselbe wie jeden Abend, Darth. Wir versuchen, die Weltherrschaft an uns zu reißen.&#8221;<br />
Dann legt der Zuckerbub den schwarzen Kapuzenpulli feinsäuberlich ans Fussende seines Bettes (ich stell mir da ein hübsches Geek-Bettzeug vor, vielleicht mit einem Todesstern drauf) und entschlummert mit kindlichem Seufzer in die Welt seiner Träume.<br />
Unter Facebook-blauem Himmel grasen dort die Farmville Schafe und fragen “Welche Seifensorte bist du?“. Rasch einen Glückskeks geöffnet, ah da steht es ja: „Das ganze Web <span style="text-decoration: line-through;">gehört</span> gefällt dir!“</p>
<p style="text-align: left;"><strong>So ähnlich muss es wohl gewesen sein</strong>, in der Nacht bevor Zuckerberg beschloss, seinen „Gefällt mir“-Knopf aus den facebook-basierten Fesseln zu befreien und als Applikation wwweltweit zur Verfügung zu stellen. Aber lasst uns einen Schritt zurück gehen: Was ist dieser Knopf und was kann er?</p>
<p><strong>Wer auf Facebook ist</strong> – das sind inzwischen <a href="http://digitalaffairs.at/facebook-userzahlen-oesterreich/">fast 2 Millionen Österreicher</a> – kennt ihn längst: Ein kleiner blauer Daumen, eine „Thumbs-Up“-Geste, die symbolisiert: Mir gefällt das! „Das“ kann dabei recht vielfältig ausfallen, sei es eine gewitzte Wortmeldung, ein Video, ein Urlaubsfoto, kurz: Ich kann jeder Art von Content durch einen simplen Klick meine Wertschätzung ausdrücken. Aber warum eigentlich nur auf Facebook? Was, wenn mir ein Artikel in der <a href="http://www.huffingtonpost.com/">Huffington Post</a> oder der <a href="http://www.faz.net/s/homepage.html">FAZ</a> oder  – um es mal eine Nummer kleiner zu geben – im Blog meiner Schwester gefällt? Eben dafür hat Zuckerberg eine Lösung gebastelt: Seit Ende April bietet eine kleine Erweiterung jedem User die Möglichkeit, den identen „Gefällt mir“-Knopf auf seiner eigenen Website oder dem eigenen Blog zu integrieren. Ja mehr noch, wird der Knopf dort geklickt, sendet er ein Signal an Facebook, sodass auch innerhalb der Facebook-Community jeder sehen kann, wie super beliebt meine Website ist!</p>
<p><strong>Die Euphorie war entsprechend groß. </strong>Das Leben im Web funktioniert, wie es so schön heißt, über Liebe und Links. Das ist die Währung der <a href="http://garyvaynerchuk.com/post/226157962/the-thank-you-economy-the-world-of-content-is">„Thank You“-Economy</a>: Ich verlinke dich, du verlinkst mich. Ich empfehle dich weiter, du erwiderst den Gefallen. Nur so kann es gelingen, Oberwasser im unfasslich großen Datenmeer zu erlangen, nur so kann meine Website überhaupt wahrgenommen werden – von Menschen ebenso wie Suchmaschinen.<br />
Und nun stieg er also herab, Gott Zuckerberg, teilte das Datenmeer und drückte jedem Nutzer einen Kompass in die Hand. Endlich Schluss mit der Orientierungslosigkeit! Endlich Schluss mit dem mühevollen Jappeln um Liebe und Links. Voilà, der „Gefällt mir“-Knopf!<br />
Dass die Nadel dieses Kompasses unweigerlich gen Facebook zeigt, muss uns nicht weiter bekümmern&#8230; Oder doch?</p>
<p><strong>Noch ein Schritt zurück:</strong> Was macht Facebook da eigentlich? Facebook sammelt Daten. Logisch, ist ja sein Kerngeschäft. Bislang innerhalb der eigenen vier Wände, aber das reicht längst nicht mehr. Man will nicht bloß das größte Social Network sein. Man will der größte Player im Netz sein und schickt vorsorglich schon mal eine Warnung an Google: <a href="http://www.wired.com/epicenter/2009/10/facebook-social-2/">„The future is social, not search!”</a></p>
<p><strong>Für die User bedeutet das, vieles wird einfacher.</strong> Das Netz rückt näher zusammen. Es wird leichter seine Aktivitäten und Vorlieben mit Freunden zu teilen. Es wird leichter, sich zu vernetzen.<br />
Schwieriger wird es, auf seine Privatsphäre zu achten, die entsprechenden Vorkehrungen lassen sich zwar auf Facebook einstellen, dies jedoch zunehmend komplexer und undurchschaubarer. Den meisten Usern – und das ist ja auch die Absicht dahinter – ist das zu anstrengend. Die versuchen’s erst gar nicht.</p>
<p><strong><a href="http://www.google.com/corporate/tenthings.html">„Do no evil“</a> mag zwar Googles Firmenphilosophie sein</strong>, die von Facebook ist es aber garantiert nicht. Milchgesicht Zuckerberg glaubt nicht an Privatsphäre, das hat er wieder und wieder bewiesen. Dennoch: Die Apokalypse droht nicht. “In der häufig die Gemüter erhitzenden Datenschutzdebatte wird eines ganz gerne übersehen“, meint Web-Profi <a href="http://blog.datenschmutz.net/bio/#toc-ich-uber-mich">Ritchie Pettauer</a>, „Ohne Datenaustausch keine Kommunikation.“ (<a href="http://blog.datenschmutz.net/2010-04/und-schon-ist-man-nicht-mehr-herr-seiner-daten/">Originalzitat: hier</a>) Sprich: Vorsicht, ja; Panik, bitte nicht!</p>
<p><strong>Für die Werber bedeutet der webweite „Gefällt mir“-Knopf</strong> ein Eldorado der Präferenz-Analyse! Personalisierte Werbung ohne Ende. Da liegt das Geld, das weiß Zuckerberg – und die werbetreibende Wirtschaft weiß es ebenso. „Personalized media“ ist das Gebot der Stunde. Das bedeutet nicht nur Werbung, sondern auch Websites, die sich je nach Besucher anders aufbauen. Franz mit Heimwerker-Vorlieben bekommt ein anderes Layout und andere Inhalte serviert als Karl, der auf Hardrock steht. Dafür braucht Franz nicht einmal auf den „Gefällt mir“-Knopf bei <a href="http://www.hilti.at/holat/">Hilti</a> klicken, denn ist der Knopf bei Hilti einmal installiert, kann Facebook auch das „Vorbeigehen“ daran erfassen. Klicken ist Kür, längst nicht mehr Pflicht. Franz hinterlässt seine Duftmarkierung unbewusst auf jeder mit Knopf versehenen Seite. Und Milliarden an Firmen scharen in den Starlöchern um ihre Werbe-Dollar an den punktgenau anvisierten Mann zu bringen. Zuckerberg muss nur die Hand aufhalten.</p>
<p><strong>Wir werden alle verfacebooked.</strong> Was das konkret für die Zukunft des Webs bedeutet, lässt sich schwer abschätzen. Aus einem Netz der Vielen wird, das zeichnet sich ab, ein Netz einiger weniger. Eine Daten-Oligarchie.<br />
<a href="http://www.wired.com/">WIRED</a>, Leitmedium in Sachen Netzkultur, bringt es auf den Punkt: „Die Frage der Zukunft wird sein, ob du Facebook benützt oder ob Facebook dich benützt.“</p>
<div>
<hr /></div>
<p><strong>Weiterlesen?</strong> <a href="http://www.wired.com/epicenter/2010/05/facebook-rogue/">&#8220;Facebook’s Gone Rogue; It’s Time for an Open Alternative&#8221;</a> (WIRED, 7.5.2010)</p>
<blockquote><p>Erschienen im WIENER 347 / Juli 2010</p></blockquote>
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		<title>Sag mir, wo die Domains sind&#8230;</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/06/sag-mir-wo-die-domains-sind/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 20:51:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internes]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[WIENER]]></category>

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		<description><![CDATA["Gestern abend", schreibt der Börse Express, "ist am Styria-Standort Geiselbergstrasse (...) ein schweres Problem mit Domains aufgetaucht."
Betroffen davon waren und sind (!) zum aktuellen Zeitpunkt nicht nur die BE Seiten selber, sondern auch das Wirtschaftsblatt und praktisch alle Magazin-Seiten aus dem Lifestyle-, Sport-, Mode-Bereich etc. 
Erraten, der WIENER natürlich auch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-3460" href="http://www.wienerpost.at/2010/06/sag-mir-wo-die-domains-sind/fehler/"><img class="size-full wp-image-3460 aligncenter" title="fehler" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/06/fehler1.jpg" alt="" width="558" height="252" /></a>&#8220;Gestern abend&#8221;, schreibt der <a href="http://www.boerse-express.com/pages/884396">Börse Express</a>, &#8220;ist am Styria-Standort Geiselbergstrasse (&#8230;) ein schweres Problem mit Domains aufgetaucht.&#8221;<br />
Betroffen davon waren und sind (!) zum aktuellen Zeitpunkt nicht nur die BE Seiten selber, sondern auch das Wirtschaftsblatt und praktisch alle Magazin-Seiten aus dem Lifestyle-, Sport-, Mode-Bereich etc. Erraten, der WIENER natürlich auch.</p>
<p>Wer versucht, auf www.wiener-online.at zu klicken, bekommt wahlweise obige Fehlermeldung serviert oder allerhand andere nette Überraschungen à la &#8220;Domain no longer supported&#8221;.</p>
<p>Der Hintergrund: &#8220;Die Domain styria-multi-media.com wurde (aus noch unbekannten Gründen) gesperrt. Mit der Auswirkung, dass alle Domains, die von styria-multi-media eingetragen wurden, somit nicht auffindbar sind und Zugriffe meist auf einer Domain-Parking Seite landen.&#8221; (Quelle: <a href="http://www.be24.at">be24.at</a>)</p>
<p>Klar, dass sowas am Abend vor einem Feiertag passiert. Klar, dass der Domainserver (domainName.at) auch am Fenstertag nicht erreichbar ist (&#8220;Aufgrund des Feiertags am Do. 03.06.2010 steht unsere Support-Hotline am Fr. 04.06.2010 nicht zur Verfügung&#8221;).</p>
<p>Da das Wochenende sonnig wird, nehmen wir&#8217;s gelassen und empfehlen Outdoor statt Online. Fast alle betroffenen Seiten sind alternativ über den jeweiligen Facebook-Auftritt kontaktierbar. Und: Wienerpost ist ja nicht betroffen :)<br />
Also lasset uns Falco und den <a href="http://twitter.com/noxvobiscum/status/15274889017">Kollegen Roland B. Seper</a> vom Wirtschaftsblatt paraphrasieren: Hurra, wir leben noch!<br />
(Und wir halten Sie auf dem Laufenden.)</p>
<p><strong>UPDATE:</strong> Das Problem ist behoben. Seit gestern früh sind wieder alle Domains online. Danke für die Geduld!</p>
<p style="text-align: left;">
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		<title>Digitale Wolken</title>
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		<pubDate>Sat, 22 May 2010 20:18:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Kröß</dc:creator>
				<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Netzleben]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Web20]]></category>

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		<description><![CDATA[Web 2.0 war gestern. Die Vorhersage für die Zukunft des Netzes lautet: stark bewölkt. Was Ihnen die Cloud bringt und worauf Sie achtgeben sollten, sagt Ihnen der WIENER.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align: left;">Web 2.0 war gestern. Die Vorhersage für die Zukunft des Netzes lautet: stark bewölkt. Was Ihnen die Cloud bringt und worauf Sie achtgeben sollten, sagt Ihnen der WIENER. (Text: <a href="http://www.wienerpost.at/author/martin-kroess/">Martin Kröß</a> / Illustration: <a href="http://www.wienerpost.at/2010/05/donnerstag-ist-kunsttag/">Renate Stoica</a>)</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter size-full wp-image-3432" title="wiener_cloud1" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/wiener_cloud12.jpg" alt="wiener_cloud1" width="532" height="309" /></p>
<p><strong>Die Marketingexperten dieser Welt </strong>können sich auf die Schulter klopfen. Nach längerer Durststrecke haben sie es wieder geschafft. Ein neues Buzzword hat sich gefunden: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cloud_Computing">Die Cloud.</a> Wie schon bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0">Web 2.0</a> weiß keiner so genau was es ist, aber man trifft es überall an. Wer etwas auf sich hält, begibt sich nun in höhere Sphären um am Puls der Zeit zu bleiben. Schließlich verspricht man uns, dass die Zukunft in der Wolke liegen soll. Doch was genau hat es mit der Cloud auf sich? Ist sie nur ein weiterer Geniestreich der Technologiebranche um Marketing-Kampagnen zu pushen, Absätze anzukurbeln und Unternehmen aller Größen, Farben und Formen zittern zu lassen, aus Angst, dass sie den Einstieg verpassen könnten?</p>
<p><strong>Der WIENER hat sich schlau gemacht</strong> und soviel vorweg: Das Rad wurde mit der Cloud nicht neu erfunden. Wie schon beim Begriff Web 2.0 mangelt es auch bei der Cloud nicht an Definitionen, die sich allesamt erheblich unterscheiden. Klar ist, dass es sich dabei um keine neue Technologie handelt. Vielmehr ist die Cloud ein neues Synonym dafür, wie bereits gängige Technologien miteinander verknüpft werden.</p>
<p><strong>Das Wort selbst hat seinen Ursprung</strong> in den Flipchart- und Powerpointpräsentationen der IT-Techniker. Wann immer Datenübertragungen von PCs, Smartphones, Laptops und anderen Geräten in das Internet und vom Internet wieder zurück grafisch dargestellen werden, kommt das Symbol der Wolke zum Einsatz. Es steht stellvertretend für einen virtuellen, nicht greifbaren Ort. Das neue Modewort Cloud umschreibt nicht eine fundamentale Revolution der Technik, sondern ein neues Prinzip der Verwendung. Fungierte das Internet bei der Datenübertragung bislang nur als Leitung und Vermittler zwischen lokalen Rechnern, so wandern die Daten künftig auf Dauer in die Cloud – das Internet wird also zum Super-Speichermedium für alles, was gestern noch mehr oder weniger sicher auf dem Home-PC abgelegt war. In der Cloud, so die Verheißung, sind Daten nicht nur einfach und bequem zu verwalten, sie können auch von jedem Endgerät und jedem Ort der Welt aus abgerufen werden.</p>
<p><strong>Gut veranschaulichen lässt sich dieses Prinzip</strong> anhand einer der ältesten Services im Internet – der E-Mail. Früher wurden E-Mails üblicherweise von Rechner zu Rechner übertragen – gespeichert (und gelesen) wurden sie lokal. Wer Zugang zu seinen E-Mails wollte, musste seinen Computer aufdrehen und das eigene E-Mail Programm öffnen. Die Cloud aber speichert alle E-Mails zur Gänze im Internet. Dort warten sie auf unseren Zugrifffacher, ein einfacher <a href="http://www.youtube.com/watch?v=o4MwTvtyrUQ">Web-Browser</a> (Link bitte nur klicken, wenn Sie hart im Nehmen sind) reicht dafür. Wenn wir sie lesen, müssen ihre Daten keine Sekunde mit der Festplatte unseres PC in Berührung kommen.</p>
<p><strong>E-Mails sind aber nur der Anfang.</strong> Dokumente, Bilder, Videos – praktisch alles was wir digital speichern – ziehen von unseren Rechnern in die Cloud um. Damit sind der Mobilität keine Grenzen mehr gesetzt. Ob über das Netbook in der Wartehalle auf dem Flughafen, auf dem Handy in der S-Bahn oder dem PC zu Hause. Unser gesamtes digitales Leben lässt sich permanent und aktuell aus dem Äther fischen. Solange wir einen Zugang zum Netz haben, begleitet uns die Cloud.</p>
<p><strong>Die Vorteile liegen auf der Hand.</strong> Lokale Datensicherungen sind nur mehr begrenzt notwendig. Weder der Diebstahl unserer Gadgets, noch Fehlfunktionen unserer Hardware beeinträchtigen die Sicherheit unserer Daten. Umständliche Zusatzprogramme werden in vielen Fällen obsolet, denn ein einfacher Web-Browser ermöglich uns bereits den Zugriff. Wer auf mehreren Computern – im Büro, auf Geschäftsreise oder zu Hause – an Dokumenten arbeitet, hat immer die aktuellste Version in der Cloud parat. Da die Daten bereits im Netz sind, können sie auch problemlos mit anderen geteilt werden. Das umständliche Versenden von Fotos und Videos ist passé – ein Knopfdruck genügt und anderen wird der Zugang gewährt. Auch die Kosten sinken, denn durch die Auslagerung der Daten in die Cloud wird weniger Speicherplatz benötigt und das spart Festplattenkapazität. Für Unternehmen erhöht sich zusätzlich die Flexibilität und erleichert etwa die Telearbeit oder das Arbeiten im Außendienst.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Aber auch die Nachteile der Cloud</strong> haben es in sich, denn unsere Daten verlassen zwangsläufig unsere eigene Obhut und müssen anderen Anbietern übergeben werden. Dieser Kontrollverlust behagt nicht jedem. Gerade bei sensiblen Daten kann sich sehr schnell ein Sicherheitsproblem ergeben. Ein weiteres großes Fragezeichen ist auch die Zuverlässigkeit der Cloud. Gestörte Internetverbindungen oder Zusammenbrüche von Servern können dafür sorgen, dass man vom Zugang zu seinen Daten abgeschnitten wird. Selbst große Webservices wie Twitter oder Facebook erleiden immer wieder massive Ausfälle. <img class="aligncenter size-full wp-image-3434" title="wiener_cloud2" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/wiener_cloud22.jpg" alt="wiener_cloud2" width="336" height="493" /></p>
<p><strong>Trotz der Schwächen des Systems</strong> ist der Trend zur Cloud jedoch enorm und viele User verlagern ihr digitales Hab und Gut ins Netz. Das Angebot dafür steht bereit und wird noch massiv ausgebaut. Analysten schätzen, dass der Markt für Cloud Computing im Jahr 2016 ganze 100 Milliarden Dollar wert sein wird. Einer der großen Vorreiter auf diesem Markt ist natürlich Google mit seinen vielen Cloud Applications. Google Docs etwa bietet Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation direkt im Web an. Dabei eignet es sich nicht nur als Alternative zu Microsofts Office, sondern ermöglicht es auch, kollaborativ mit mehreren Nutzern an ein und demselben Dokument gleichzeitig zu arbeiten, Verbesserungen vorzunehmen und zu kommentieren.</p>
<p><strong>Der populäre Cloud E-Maildienst GoogleMail</strong> wurde 2007 gestartet und bietet aktuell 7,5 Gigabyte Speicherplatz gratis an. Webmail-Dienste wie Hotmail, GMX oder Yahoo, die das Prinzip schon seit Jahren fahren, sind mit ihren Speicherplatz-Angeboten nachgezogen. Mit AdobePhotoshop Express können Fotos online direkt bearbeitet werden. Über Acrobat lassen sich Texte verfassen, verwalten und in Pdf-Dokumente umwandeln. Mit <a href="https://www.dropbox.com/">DropBox</a> hat sich ein System für Datenspeicherung und -verwaltung in der Cloud hervorgetan: Eine automatische Synchronisierung sorgt dafür, dass auf jedem Rechner, von dem aus man zugreift, stets die aktuellste Version der Datei zur Verfügung steht. Via Evernote schaffen sie sich ein virtuelles Gedächtnis in der Cloud: fotografieren, scannen, schreiben und speichern – <a href="http://www.evernote.com/">Evernote</a> merkt sich, was wir gleich wieder vergessen würden. Mit Pandora kann man seine persönlichen Musikdateien und im Internet gestreamte Radiosender aus der Wolke empfangen. Das Pendant im Videobereich kommt von den Anbietern <a href="http://www.netflix.com/">Netflix</a> und <a href="http://www.hulu.com/">Hulu</a>.</p>
<p><strong>Das Rad wurde also nicht neu erfunden</strong>, aber die Straße auf der es fährt, modernisiert. Die lokale Datenver- waltung gehört immer mehr der Vergangenheit an. Wir ziehen in die Wolke, sie ermöglich uns in Zukunft alleine mit einer Internetverbindung den Zugriff auf unser gesamtes digitales Leben, von jedem Ort aus und zu jeder Zeit. Die ständige Anbindung an das Web über Laptops, Smartphones und drahtloses Internet macht es möglich. Doch was, wenn sich plötzlich die Wolken verdunkeln, was, wenn der Datenstrom versiegt? Wer hat dann noch die Kontrolle? Wer übernimmt die Verantwortung für unsere Daten, falls das System kollabiert? Wie bekommen wir dann unser digitales Leben zurück? Für ein solches Szenario gibt es bislang keine überzeugende Schönwetterprognose &#8230;</p>
<div>
<hr /></div>
<p><strong>DIE FAKTEN:</strong></p>
<p>Die 4 besten Cloud Applications</p>
<ul>
<li><a href="http://docs.google.com">Google Docs</a> – Textverarbeitung und Tabellenkalkulation im Web</li>
<li><a href="http://gmail.google.com">GMail</a> &#8211; Online Mailverwaltung leicht gemacht</li>
<li><a href="http://getdropbox.com">Dropbox</a> &#8211; Datensynchronisation leicht gemacht</li>
<li><a href="http://evernote.com">Evernote</a> &#8211; Das digitale Gedächtnis in der Cloud</li>
</ul>
<p>Verwandte Artikel: <a href="http://www.wienerpost.at/2010/01/umfrage-organize-your-life/">Organize your life!</a></p>
<blockquote><p>Erschienen im WIENER 346 / Juni 2010</p></blockquote>
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		</item>
		<item>
		<title>YouTube erreicht 2 Millarden Views pro Tag (Video)</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/05/youtube-erreicht-2-millarden-views-pro-tag/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 May 2010 08:20:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
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		<category><![CDATA[Web20]]></category>
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		<description><![CDATA[Und mehr als in dieser Überschrift steht, kann man dazu auch gar nicht sagen. Außer vielleicht: Wow. Erst unlängst feierte as Online-Videoportal seinen fünften Geburtstag, gestern fiel die 2 Millarden Hürde. (...)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-3272" title="youtube-logo" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/youtube-logo1-300x198.png" alt="youtube-logo" width="162" height="107" /></p>
<p>Und mehr als in dieser Überschrift steht, kann man dazu auch gar nicht sagen. Außer vielleicht: Wow. Erst unlängst feierte as Online-Videoportal <a href="http://mashable.com/2010/02/14/youtube-birthday/">seinen fünften Geburtstag</a>, gestern fiel die 2 Millarden Hürde. (Anmerkung: Liebe Medien-Kollegen: Wer hier wieder &#8220;billion&#8221; mit Billion übersetzt, wird eingehändig von mir an der Nase gezogen!)<br />
Fünf Jahre YouTube &#8211; das bedeutet eine Erfolgsgeschichte und eine Veränderung unseres Medienverhaltens wie sie grundlegender kaum vorstellbar ist.</p>
<p>YouTube in Zahlen (mit Dank an <a href="http://techcrunch.com/2010/05/16/five-years-in-youtube-is-now-streaming-two-billion-videos-per-day/">Techcrunch</a>, die brav Statistik recherchiert haben):</p>
<ul>
<li>2 Billion views a day</li>
<li>3rd most visited website (Alexa)</li>
<li>Localized in 23 countries across 24 different languages</li>
<li>15 The average number of minutes people spend on the site each day</li>
<li>24  Hours of video uploaded to YouTube every minute</li>
<li>45 Million home page impressions every day</li>
<li>70% of YouTube traffic comes from outside the U.S.</li>
<li>100  Years of video scanned by copyright managent technology, Content ID, every day</li>
<li>1700  Years it would take you to watch the hundreds of millions of videos on YouTube</li>
</ul>
<p>Zur Feier des Tages hat YouTube einen <a href="http://www.youtube.com/user/FiveYear">Jubiläumskanal</a> ins Leben gerufen (<a href="http://www.youtube.com/user/FiveYear">hier anschauen</a>). Und ich, rührseelige Trantüte, die ich nun mal bin, hab schon das eine oder andere Tränchen verdrückt bei ihrem offiziellen Geburtstagsvideo. Deshalb will ich Ihnen das nicht vorenthalten:</p>
<div></div>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Tlmho7SY-ic&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="340" src="http://www.youtube.com/v/Tlmho7SY-ic&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Jössas, Twitterparade!</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/05/jossas-twitterparade/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 May 2010 07:15:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geek Stuff]]></category>
		<category><![CDATA[Geek]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Spielerei]]></category>
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		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
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		<description><![CDATA[Ok, es ist wirklich bloß eine blöde Spielerei. Aber wozu glauben Sie haben wir die Kategorie Geek Stuff ins Leben gerufen? Exakt. Für blöde Spielereien. Hier also unsere Twitterparade. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ok, es ist wirklich bloß eine blöde Spielerei.</strong> Aber wozu glauben Sie haben wir die Kategorie Geek Stuff ins Leben gerufen? Exakt. Für blöde Spielereien. Hier also unsere <a href="http://isparade.jp/108883">Twitterparade</a>. Anbei leider nur ein Screenshot möglich, aber wenn Sie den japanischen Animations-Wahnsinn in seiner vollen epischen Breite erleben wollen, folgen sie einfach <a href="http://isparade.jp/108883">dem Link</a>. (Sie wollen Ihre eigene machen? Das geht hier: <span> </span><a href="http://isparade.jp/">isparade.jp</a>)</p>
<div>
&lt;</div>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3320" title="isparade" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/isparade1.jpg" alt="isparade" width="440" height="330" /></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>ISPA Forum &#8220;Netzneutralität &#8211; Wie neutral ist das Internet?&#8221;</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/05/ispa-forum-netzneutralitat-wie-neutral-ist-das-internet/</link>
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		<pubDate>Mon, 03 May 2010 11:30:08 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Events]]></category>
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		<description><![CDATA[Google-Steuer, Internet Freedom, Deep-Packet-Inspection und Netzwerkmanagement, sind nur einige Schlagwörter zur aktuellen und weltweit geführten Diskussion rund um Netzneutralität – die neutrale Datenübermittlung. Was aber steckt hinter dem Schlagabtausch zum Thema Netzneutralität?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--  Text: [begin] --></p>
<blockquote><p><strong>Netzneutralität – Was steckt dahinter?</strong></p></blockquote>
<div id="attachment_2333" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><img class="size-medium wp-image-2333 " title="internet-strangulation" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/internet-strangulation-300x224.jpg" alt="(cc) David Baldinger" width="240" height="179" /><p class="wp-caption-text">(cc) David Baldinger</p></div>
<p>Google-Steuer, Internet Freedom, Deep-Packet-Inspection und Netzwerkmanagement, sind nur einige Schlagwörter zur aktuellen und weltweit geführten Diskussion rund um Netzneutralität – die neutrale Datenübermittlung. Was aber steckt hinter dem Schlagabtausch zum Thema Netzneutralität? Dass NutzerInnen im Internet die Inhalte abrufen, die Dienste verwenden können, die sie wollen? Ist es genug, dass KonsumentInnen darüber Bescheid wissen, wie ihr Internet Provider seine Netze managt? Was haben die Demokratiebewegung im Iran oder die anstehenden Investitionen in die Breitbandnetze der Zukunft mit dem neutralen Netz zu tun? Ist Netzneutralität nicht in erster Linie eine Frage des Wettbewerbs? &#8211; Diese und weitere Fragen werden im Rahmen des ISPA Forums mit ExpertInnen diskutiert:</p>
<ul>
<li><span> </span>Begrüßung: <strong>Andreas Koman</strong> (ISPA Präsident / Tele2)</li>
<li>Keynote: <strong>Ivan Brincat</strong> (Europäische Kommission)</li>
<li><strong>Andreas Krisch</strong> (Obmann des Vereins für Internet-Benutzer Österreichs  &#8211; Vibe!at, Technischer Experte für das Europäische Datenschutzgütesiegel, Präsident European Digital Rights &#8211; EDRi)</li>
<li><strong>Annette Kroeber-Riel</strong> (Google / Lobbyistin für Österreich, Deutschland, Schweiz)</li>
<li><strong>Andreas Peya</strong> (Verizon Business / Leiter Regulierung Deutschland, Österreich, Schweiz)</li>
<li><strong>Christian Singer</strong> (Bundesministerium für Verkehr Innovation und Technologie &#8211; BMVIT / Leiter juristischer Dienst Telekommunikation)</li>
<li>Moderation: <strong>Andreas Wildberger</strong> (ISPA Generalsekretär)</li>
</ul>
<blockquote><p><strong>Wann?</strong> 4. Mai 2010, 17.00-19.00<br />
<strong>Wo?</strong> Media Tower, Taborstraße 1-3, 15. Stock, 1020 Wien <a href="http://maps.google.at/maps?hl=&amp;q=Taborstra%C3%9Fe+1-3&amp;rlz=1B3GGIC_de___AT340&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;hq=&amp;hnear=Taborstra%C3%9Fe+1-3,+1020+Wien&amp;gl=at&amp;ei=V2DdS4iCGoqHOPzroP8G&amp;sa=X&amp;oi=geocode_result&amp;ct=title&amp;resnum=1&amp;ved=0CAcQ8gEwAA">(Lageplan)</a></p></blockquote>
<p><a href="http://www.ispa.at/nc/events/ueberblick/events/495/caltype/1/date/20100504/view/event/lastview/list-20/">Zur Veranstaltungsseite</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>AUSTROPOPS im KELLER, reloaded</title>
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		<pubDate>Sun, 02 May 2010 06:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[Events]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Lesung]]></category>
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		<description><![CDATA[AUSTROPOPS im KELLER ist der Titel einer neuen Musik-Revue von Jimmy Deix. Wie schon beim letzten Mal trifft man sich im Souterrain des Café Aera in der Wiener Innenstadt zu Lesung, Konzert und Happening. Diesmal mit dabei: WIENER-Autor Harald Havas, der Einschlägiges zum Thema vorzutragen hat. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>AUSTROPOPS im KELLER ist der Titel einer neuen Musik-Revue von Jimmy Deix. Wie schon <a href="http://www.wienerpost.at/2010/04/austropops-im-keller/">beim letzten Mal</a> trifft man sich im Souterrain des Café Aera in der Wiener Innenstadt zu Lesung, Konzert und Happening. Diesmal mit dabei: WIENER-Autor <a href="http://www.havas.at">Harald Havas</a>, der Einschlägiges zum Thema vorzutragen hat.</p></blockquote>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2796" title="austropops2" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/05/austropops21.jpg" alt="austropops2" width="180" height="254" /></p>
<p><strong>Wann?</strong> Donnerstag, 27 Mai 2010, 20h<br />
<strong>Wo?</strong> Café Aera, Gonzagagasse 11, 1010 Wien (<a href="http://maps.google.com/maps?f=q&amp;hl=en&amp;q=Gonzagagasse%2011%2C%20Wien%2C%20Austria">Lageplan</a>)<br />
<strong>Website:</strong> <a href="http://www.austropops.at/">www.austropops.at</a></p>
<p>Live auf der Showbühne: Die authentische Top-Band <a href="http://www.lichtwaerts.at">LICHTWÄRTS</a> aus dem tiefen Herzen der Industriezone Simmerings. Zwischen dem Gaswerk, dem Alberner Hafen, der Hauptkläranlage der Stadt, einer Panzerfabrik, der Müllverbrennungsanlage Pfaffenau sowie den unermesslichen Weiten des Wiener Zentralfriedhofes, dort sind LICHTWÄRTS zu Hause. Diese Umgebung hat ihre Musik nachhaltig geprägt, doch die Band erkennt stets den Silberstreif am Horizont.<br />
Mit angenehm klingenden Pop-Melodien, ihren direkten Texten und einer fulminanten Lichtshow, wird das Sextett Wege aus der Krise aufzeigen. Bei dieser Gelegenheit stellen sie dem Publikum auch gleich ihr Debüt-Album &#8220;Austro-Pop 2.0&#8243; vor.</p>
<p>Den literarischen Teil des Abends bestreitet diesmal der Cartoonist und Erfolgsautor <a href="http://www.havas.at">Harald Havas</a> (&#8220;Kurioses Wien&#8221;, &#8220;Wickie, Slime &amp; Paiper&#8221; etc.). Er wird aus seiner Geschichtensammlung <a href="http://www.havas.at/archives/235">&#8220;Das Austropop-Sammelsurium&#8221;</a> lesen, einem Standard-Nachschlagewerk der österreichischen Musikszene.</p>
<p>Der junge Liedermacher <a href="http://www.myspace.com/chrismusicvienna">Chris Jan</a> aus Brigittenau bringt seine eigenen Songs im Wiener Dialekt. Diese handeln – wie könnte es anders sein – von der Realität des Lebens vor der Haustüre sowie den eigenen Befindlichkeiten. In packenden Geschichten erzählt er von aufgelassenen Tramway-Linien (&#8220;21er&#8221;) oder von Frauen, die nie zurück rufen. Der Sound der Band <a href="http://www.myspace.com/chrismusicvienna">CHRIS JAN &amp; IN PETTO</a> besticht durch die dichte Athmosphäre des ganz frühen Austropop der 70er Jahre, als die Dialektwelle ihre Anfänge nahm.</p>
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		<title>&#8220;Interaktivität erfüllt die Versprechungen der Moderne und der Erleuchtung&#8221;: Christa Sommerer über Interfaces und Kunst</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 13:01:40 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit der rasanten Entwicklung allgegenwärtiger Telekommunikationstechnologien nimmt die Interfacetechnologie immer mehr Einfluss auf unser Leben. Von der Gesichtserkennung, Fingerabdruckauswertung bis hin zum Nacktscanner und der Vorratsdatenspeicherung, unser Leben wird immer mehr messbar und damit auch kontrollierbar. Die Reaktion von Meinungsmachern in Politik, Feuilleton und Boulevard sind hinlänglich bekannt. Im Rahmen des Ernst Mach Forums ergriff Christa Sommerer das Wort für die KünstlerInnen-Perspektive. Ihre Positionsbestimmung hat sie freundlicher Weise dem WIENER zur Verfügung gestellt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der rasanten Entwicklung allgegenwärtiger Telekommunikationstechnologien nimmt die Interfacetechnologie immer mehr Einfluss auf unser Leben. Von der Gesichtserkennung, Fingerabdruckauswertung bis hin zum Nacktscanner und der Vorratsdatenspeicherung, unser Leben wird immer mehr messbar und damit auch kontrollierbar. Die Reaktion von Meinungsmachern in Politik, <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,661307,00.html">Feuilleton</a> und <a href="http://www.wienerpost.at/2010/04/maybrit-illner-wie-gefahrlich-ist-das-internet/">Boulevard</a> sind hinlänglich bekannt. Im Rahmen des <a href="http://www.wienerpost.at/2010/04/wissenschaft-im-dialog-media-brain/">Ernst Mach Forums</a> ergriff <a href="http://www.interface.ufg.ac.at/christa-laurent/">Christa Sommerer</a> das Wort für die KünstlerInnen-Perspektive. Ihre Positionsbestimmung hat sie freundlicher Weise dem WIENER zur Verfügung gestellt.</p>
<blockquote><p>Dr. Christa Sommerer, Professor for Interface Culture Institute for Media University of Art and Design / Linz: <strong>&#8220;Statement für das Ernst Mach Forum in der Akademie der Wissenschaften in Wien am  28.4.2010&#8243;</strong></p></blockquote>
<div id="attachment_2144" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-2144" title="sommerer eselat" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/sommerer-eselat-300x199.jpg" alt="cc by eSel.at" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">cc by eSel.at</p></div>
<p><strong>Mit der rasanten Entwicklung</strong> mobiler Telekommunikations-Technologien, ubiquitärer und verteilter Computersysteme, intelligenter Räume sowie tragbarer und versteckter Sensorik, nimmt die Interfacetechnologie immer mehr Einfluss auf unser Leben. Von der Gesichtserkennung, Fingerabdruckauswertung bis hin zum Nacktscanner und der Vorratsdatenspeicherung, unser Leben wird immer mehr messbar und damit auch kontrollierbar. Soziale Netze und der daraus entstehende soziale Druck beeinflussen verstärkt unseren Tagesablauf und unsere Kommunikationsformen.</p>
<p><strong>KünstlerInnen beschäftigten sich schon seit den 1960er Jahren</strong> mit Kommunikation und sozialer Interaktion. Sie untersuchten kritisch wie z.B. das Film und Fernsehen unsere Leben veränderte und welche neuen Formen der Interaktion und auch Machtstrukturen dadurch entstanden[1]. Künstlergruppen wie etwa Ant Farm [2] thematisieren die zunehmende Kommerzialisierung durch das Fernsehen, z.B. in der Performance “Media Burn&#8221; von 1975 wo ein umgebauter Cadillac in eine Wand brennender Fernsehgeräte rast (zu sehen derzeit als Dokumentation in der ausgezeichneten Ausstellung Changing Channels – Kunst und Fernsehen1963-1987 im <a href="http://www.mumok.at/programm/ausstellungen/">Museum Moderner Kunst, </a>Stiftung Ludwig in Wien). Zahlreiche KünstlerInnen der 1960er Jahre, wie etwa Yoko Ono, Peter Weibel und Valie Export, experimentierten mit partizipatorischen Systemen, wo die BesucherInnen als TeilnehmerInnen des Kunstwerkes dies massgeblich mitbeeinflussen konnten.</p>
<p><strong>Auch heute sind KünstlerInnen gefragt</strong> sich mit der verstärkten Technisierung und Überwachbarkeit unsere Welt auseinanderzusetzen. Im Bereich der Medienkunst und speziell der interaktiven Kunst untersuchen KünstlerInnen seit Jahren wie Interfacetechnologien sich auf unsere Leben auswirken, welche sozialen Interaktionsformen daraus entstehen und wie dies künstlerisch dargestellt und umgewandelt werden kann. Von interaktiven Installationen, zu tragbarer Mode, von künstlerischen Spielen bis hin zu interaktiven Räumen und Oberflächen, das Spektrum des Einsatzgebietes von interaktiven Gestaltungsmöglichkeiten scheint schier unerschöpflich. [3,4]</p>
<p><strong> Im Jahr 2001 meinte Lev Manovich</strong>, ein bekannter Medientheoretiker, in seinem Buch „The Language of New Media,“ [5] dass sich eine neue Sprache des <strong>Kulturellen Interface</strong> entwickeln wird, so wie die Sprache des Kinos vor etwa 100 Jahren entstand.  Heute gestalten KünstlerInnen z.B. interaktive Szenarios wo durch das Berühren echter Pflanzen künstliche Pflanzen an Projektionsflächen wachsen, wo medienarchäologische Geräte wie Schreibmaschinen oder alte Radiogräte durch interaktive Technologien neu adaptiert werden, wo interaktive Kleidung verwendet wird um dadaistische Tonlandschaften und Performances zu kreieren, Installationen wo Gehirnstrommessungen als Kontroller für ein Ping-Pongspiel fungieren, wo neuartige taktile und multimodale Musikinstrumente gestaltet werden, Filmsequenzen durch das Interagieren mit verschiedenen Schnittstellen neu zusammengesetzt werden, telematische Arbeiten Raum und Zeitverbindungen auflösen oder Arbeiten die die ständig steigende Überwachung durch ubiquitäre Sensorsysteme thematisieren [6].</p>
<p><strong>Wir leben in einer Welt der ständigen Erreichbarkeit</strong>, der ständig verfügbaren Informationen und des konstanten Reagieren-müssens. Die Geschwindigkeit mit der Aktionen und Reaktionen vom Individuum gefordert werden nimmt stetig zu und die in der Moderne begonnene Beschleunigung unseres Lebens durch technische Hilfsmittel erreicht immer neue Höhepunkte.  Die soziale und gesellschaftliche Revolution die diese neuen Interfaces und neuen Kommunikationsformen hervorrufen, verlangen also eine dringende künstlerisch kritische Auseinandersetzung, um diese Technologien auch emotional verdaubar zu machen und um uns die Chance zu geben sich diesen neuen Anforderungen zu stellen.</p>
<p><strong>Gijs van Oonen</strong>, ein dänischer Medienphilosoph, konstatiert dass die neuen technologischen Prozesse sich auch physisch auf unsere Körper auswirken, er nennt dies die „Interactive Metal Fatique“ [7]. Er bezieht sich dabei auch auf Walter Benjamin der schon vor Jahren konstatierte dass mit der Beschleunigung auch ein Verlust an Konzentration einhergeht (die Erfahrung wird zum Erlebnis).</p>
<p><strong>Die in der industriellen Revolution</strong> begonnene und in den 1960er Jahren weitergeführten Beschleunigungstendenzen werden in den 1990er Jahren technisch ausgebaut und Hochgeschwindigkeitsinteraktivität wird nun die allgemeine Norm. Auch durch die neuen partizipatorischen Systeme und Sozialen Netwerke, wie etwa Twitter oder Facebook,  ergeben sich weitere Phasenverschiebungen: nun kann jeder seine Meinung demokratisch kundtun oder durch soziale-kreative Softwares auch selbst zum potenziellen Co-Produzenten werden. Weibel sagt: „Im Zeitalter des Youtube.com, Flickr.com, MySpace.com, and Second Life verlieren KünstlerInnen ihr Monopol auf Kreativität. Durch neueste Medien kann heute jeder künstlerisch kreativ sein.“ [8]</p>
<p><strong> Interaktivität erfüllt damit die Versprechungen der Moderne und der Erleuchtung</strong>, da Emanizipation, Partizipation und Aktion als generelle Prinzipien von sozialer Anerkennung und Verantwortung gehandelt werden. Der Preis dieser Befreiung ist laut Gijs van Oonen jedoch ein „Overburdening of the Senses“, also eine Sensorielle Überforderung, da wir nicht mehr Herr alle dieser komplexen Entscheidungen und Konsequenzen sein können. Dadurch dass der Mensch die von ihm geschätzten Ideale nach Emanzipation, Meinungsäusserung und konstanter Beteiligung erfüllen möchte, dies jedoch aufgrund der geforderten Geschwindigkeit und ansteigenden Fülle zeitlich nicht mehr schafft, ergibt sich laut Gijs van Oonen eine Tendenz des Resignierens und der „Interactive Metal Fatique.“ „Too much of a good thing becomes bad for us,“ sagt Gijs van Oonen. Oder wie Hartmund Rosa schreibt, die Modernität ist charakterisiert durch die Veränderungen der Zeitstruktur, wo Bewegung, Geschwindigkeit und Effizient zu vorangingen Qualitäten werden (Ausschöpfungsgrad).</p>
<p><strong> Wo stehen jedoch hier die KünstlerInnen ?</strong> Auf der einen Seite leben wir in einer Welt die es uns erlaubt diese neue Interaktionsformen entscheidend mitzugestalten und mitzuprägen, auf der anderen Seite muss eine kritische Auseinandersetzung mit den  neuen Kommunikationsformen und dem Einmarsch der Sensortechnologie in unser tägliches Leben mit einer gewissen Distanz und einem künstlerischen Blick begegnet werden. Auch die derzeit vorherrschenden Ideale von Effizienz und maximaler Geschwindigkeit verlangen eine kritische künstlerische Durchleuchtung.</p>
<p><strong> Das Gehirn ist ein sozial formbares Organ</strong>, eine erfahrungsgesteuerte Gefühls- und Wertezentrale mit rationaler Teilkontrolle. Es verarbeitet ständig Sinnenswahrnehmungen und ist als ultimatives Interfaces für unser soziales Handeln verantwortlich. Als KünstlerInnen entscheiden wir mit, welche Formen der Sinnenswahrnehmungen wir anbieten und hoffen auf den Austausch und den Feeback unseres Publikums. Im Sinne der Memetheorie von Blackmoore [9] und Dawkins, geben wir Kunstmeme weiter und hoffen dass diese weitreichend kopiert werden und das einen oder andere <a href="http://www.wienerpost.at/2009/12/memes/">neue kulturelle Meme</a> erzeugen.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Referenzen: </span></p>
<ol>
<li>Matthias Michalka (ed.), Changing Channels, Art and Television 1963-1987, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien, 2010</li>
<li>i.d. p.215 ff.</li>
<li>Christa Sommerer, Laurent Mignonneau, Dorothée King (eds.) Interface Cultures- Artistic Aspects of Interaction, August 2008, Transcript Verlag</li>
<li> Christa Sommerer, Lakhmi C. Jain, Laurent Mignonneau,(Eds.) The Art and Science of Interface and Interaction Design, 2008. Springer Verlag, XIV, 190 p. 69 illus. Hardcover, Studies in Computational Intelligence, Volume 141</li>
<li> Lev Manovich, The Language of New Media (Cambridge, MA: The MIT Press, 2001) 93.</li>
<li>Interface Cultures Lab an der Kunstuniversität Linz, http://www.interface.ufg.ac.at und Sommerer&amp;Mignonneau’s Webseite: http://www.interface.ufg.ac.at/christa-laurent/index.html</li>
<li>Gijs van Oenen, Interactieve metaalmoeheid. In: Filosofie &amp; Praktijk, 30/1, 2009, 5-18</li>
<li>Peter Weibel, YOU_niverse, exhibition catalogue, Sevilla: Bienal de Arte Contemporaneo de Sevilla,, Fundacionbiacs, 2008, pp. 16-26</li>
<li>Susan Blackmore, Die Macht der Meme. Die Evolution von Kultur und Geist,” Spektrum Akademischer Verlag.</li>
</ol>
<p><strong>Radiotipp: Die Diskussion &#8220;Media Brain&#8221; im Rahmen des Ernst Mach Forums ist heute abend auch auf Ö1 zu hören: <a href="http://oe1.orf.at/programm/235937">&#8220;Dimensionen&#8221;, 19.06h</a></strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Her mit den Moneten!</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 20:14:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
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		<description><![CDATA[Natürlich ist er toll, der Facebook Button. Und wir waren ja gerade noch sehr stolz auf ihn: So ein freundlicher lichtblauer Daumenzeig, der Liebe und Links im Leben unserer sonst so einsam frierenden Blogger-Seelen verbreitet.
Die clickbar gewordene Manifestation der Bussi-Bussi-Gesellschaft im Web2.0 - und, nein, das ist nicht so fies gemeint, wie's jetzt vielleicht klingt: Liebe und Links - danach streben wir alle! Keep it coming - wir brauchen das! :)
Dennoch, Hand aufs BloggerInnen-Herz: Die Miete hat's bislang nicht bezahlt. Und die Domain-Gebühr auch nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1993" class="wp-caption alignleft" style="width: 270px"><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/i-want-you1.jpg"><img class="size-medium wp-image-1993" title="i-want-you" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/i-want-you1-260x300.jpg" alt="&quot;I want you to flattr us!&quot;" width="260" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;I want you to flattr us!&quot;</p></div>
<p>Natürlich ist er toll, der <a href="http://www.wienerpost.at/2010/04/kuscheln-mit-facebook/">Facebook Button</a>. Und wir waren ja gerade noch sehr stolz auf ihn: So ein freundlicher lichtblauer Daumenzeig, der Liebe und Links im Leben unserer sonst so einsam frierenden Blogger-Seelen verbreitet.<br />
Die clickbar gewordene Manifestation der Bussi-Bussi-Gesellschaft im Web2.0 &#8211; und, nein, das ist nicht so fies gemeint, wie&#8217;s jetzt vielleicht klingt: Liebe und Links &#8211; danach streben wir alle! Keep it coming &#8211; wir brauchen das! :)</p>
<p>Dennoch, Hand aufs BloggerInnen-Herz: Die Miete hat&#8217;s bislang nicht bezahlt. Und die Domain-Gebühr auch nicht.</p>
<p>Das soll anders werden: Wenn Sie uns in Zukunft mögen, dann dürfen Sie auch unsere Miete, unsere Domain und unseren Urlaub in der Domenikanischen Republik bezahlen! Wohlgemerkt, Sie <em>müssen</em> nicht (Hat da gerade jemand <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paid_Content">Paid Content</a> gesagt? Also, wir waren das sicher nicht!) &#8211; aber Sie haben ab jetzt die <em>Möglichkeit</em> dazu.</p>
<p>Diese Möglichkeit gibt Ihnen <a href="http://flattr.com/">flattr</a> (siehe auch WIENER Ausgabe 345 / S.69). Flattr wurde von <a href="http://www.wienerpost.at/2009/06/tortuga-digital/">Pirate-Bay</a>-Gründer <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Sunde">Peter Sunde</a> erfunden und ist ein Micropayment Dienst für Online-Kreativität. Wenn man so will: Die clickbar gewordene Manifestation der <a href="http://blog.owengreaves.com/the-thank-you-economy-gary-vaynerchuk">Thank-You-Economy</a>. Und jetzt ist dann auch wieder Schluss mit den blumigen Vergleichen! (Das Wort selber ist allerdings auch einer &#8211; nämlich ein Neologismus aus <a href="http://www.wienerpost.at/2009/06/grassmuck/">&#8220;Flatrate&#8221;</a> und &#8220;flattery&#8221;, sprich: &#8220;bauchpinseln&#8221;.)</p>
<p>Flattr funktioniert nach dem bekannten Prinzip &#8220;Auch Kleinvieh macht Mist&#8221;. Jeder Click ist ein paar Cent Wert, das belastet kaum das Spender-Börserl, aber wenn ein paar Tausend Visitor jeweils ein paar Cents hinterlassen, kommt am Ende des Monats schon die eine oder andere Teetasse für uns BloggerInnen heraus. Derzeit ist das System noch Beta und es braucht eine Einladung, um mitspielen zu dürfen. Aber Peter Sunde und seine Jungs (Mädels?) sind ja auch nicht auf der schwedischen Nudelsuppe dahergeschwommen. Die werden das Ding schon zum Laufen bringen.</p>
<p>Auf der <a href="http://re-publica.de/10/">re:publica</a> war Flattr jedenfalls der Publikumshit und die Medien &#8211; allesamt schon lange auf der Suche nach brauchbaren Modellen der Online-Refinanzierung &#8211; haben sich vor Begeisterung überschlagen.</p>
<p>Nachlesen kann man ein paar Berichte in unserer Link-Sammlung:</p>
<ul>
<li><a href="http://futurezone.orf.at/stories/1645327/">Futurezone</a>: Flattr: Pirate-Bay-Gründer startet Bezahlsystem</li>
<li><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/re-publica-Pirate-Bay-Gruender-will-Kuenstler-und-Netzaktive-entlohnen-978043.html">Heise Online</a>: re:publica: Pirate-Bay-Gründer will Künstler und Netzaktive entlohnen</li>
<li><a href="http://netzwertig.com/2010/02/11/flattr-neuer-micropaymentdienst-setzt-auf-die-thank-you-economy/">Netzwertig</a>: Neuer Micropayment Dienst setzt auf die Thank-You-Economy</li>
<li><a href="http://www.netzpiloten.de/2010/04/13/flattr-geld-verdienen-ist-kein-recht-sondern-eine-moglichkeit/">Netzpiloten</a>: Geld verdienen ist kein Recht, sondern eine Möglichkeit</li>
</ul>
<p>&#8230; und wenn Sie wollen (bzw. wenn Sie im glücklichen Besitz eines flattr-Invites sind), lassen Sie doch gleich ein paar der Bauchpinsel-Taler rüberwachsen. Das erste flattr-finanzierte Achterl trinken wir auf Sie!</p>
<p>P.S. Ja, optisch wird man sich was einfallen lassen müssen. Der Knopf ist schiarch. Er ist riesig. Und überhaupt: Dieses inflationäre Button-Chaos am Fußende jedes Postings kann keine Dauerlösung sein. Aber fürs Erste darf&#8217;s einmal so bleiben. That&#8217;ll do, pig, that&#8217;ll do.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wissenschaft im Dialog: &#8220;Media Brain&#8221;</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/04/wissenschaft-im-dialog-media-brain/</link>
		<comments>http://www.wienerpost.at/2010/04/wissenschaft-im-dialog-media-brain/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 08:59:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[Events]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Web20]]></category>
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		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Veranstaltung: 'Media Brain' - Verändern neue Medien und Technologien unser Gehirn?
Die intensive Verwendung neuer Medien bewirkt kontinuierlich Veränderungen in der Funktion des menschlichen Gehirns. Für die Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts verheißt die multimediale Vernetzung vielfältige Formen der Kommunikation und die Ausbildung neuer Fertigkeiten. Für den Einzelnen könnte diese Entwicklung aber auch Gefahren bergen, wenn sich Wirklichkeitsbezug und Beziehungsfähigkeit dadurch verändern. Sind diese Auswirkungen nur vorübergehend oder ist sogar eine neue Kluft zwischen den digitalen "Medien-Generationen" zu befürchten?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>15. Ernst Mach Forum. Wissenschaften im Dialog:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>&#8216;Media Brain&#8217; &#8211; Verändern neue Medien und Technologien unser Gehirn?</strong></p>
<p><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/öaw1.gif"><img class="alignleft size-full wp-image-1971" title="öaw" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/öaw1.gif" alt="öaw" width="200" height="191" /></a>Die intensive Verwendung neuer Medien bewirkt kontinuierlich Veränderungen in der Funktion des menschlichen Gehirns. Für die Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts verheißt die multimediale Vernetzung vielfältige Formen der Kommunikation und die Ausbildung neuer Fertigkeiten. Für den Einzelnen könnte diese Entwicklung aber auch Gefahren bergen, wenn sich Wirklichkeitsbezug und Beziehungsfähigkeit dadurch verändern. Sind diese Auswirkungen nur vorübergehend oder ist sogar eine neue Kluft zwischen den digitalen &#8220;Medien-Generationen&#8221; zu befürchten?</p>
<p><strong>Termin:</strong> 28.04.2010, 18:00<br />
<strong>Ort: </strong>Theatersaal der <a href="http://www.oeaw.ac.at/deutsch/home.html">ÖAW</a>, Sonnenfelsgasse 19, 1. Stock, 1010 Wien</p>
<p><strong>Es diskutieren</strong><br />
<a href="http://www.kinderpsychologie-bergmann.de/">Wolfgang Bergmann</a> / Erziehungswissenschaftler, Hannover<br />
<a href="http://www.medienphilosophie.net/">Frank Hartmann</a> / Medienphilosoph, Weimar<br />
Jochen Oehler / Neuro- und Verhaltensbiologe, Dresden<br />
<a href="http://www.welt.de/kultur/article5272862/Das-Internet-macht-unser-Hirn-kaputt.html">Frank Schirrmacher</a> / Buchautor &amp; FAZ-Herausgeber, Berlin/Frankfurt am Main<br />
<a href="http://www.interface.ufg.ac.at/christa-laurent/">Christa Sommerer</a> / Medienwissenschaftlerin &amp; Künstlerin, Linz</p>
<p>Moderation<br />
Martin Bernhofer / ORF (Ö1)</p>
<p>Veranstalter<br />
<a href="http://www.oeaw.ac.at/ikt/">Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte</a> (ÖAW) in Kooperation mit den <a href="http://www.wien.gv.at/kultur/abteilung/vorlesungen/">Wiener Vorlesungen</a> (MA 7 &#8211; Wissenschafts- und Forschungsförderung der Stadt Wien) und dem ORF (<a href="http://oe1.orf.at/wissen/">Wissenschaft, Ö1</a>)</p>
<p><a href="http://www.oeaw.ac.at/deutsch/aktuell/veranstaltungen/veranstaltung_12163.html">[Direkter Link zur Veranstaltung</a>]</p>
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		</item>
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		<title>Ziegel gegen Strache</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/04/ziegel-gegen-strache/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 19:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[04 Digital World]]></category>
		<category><![CDATA[Digital World]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Web20]]></category>

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		<description><![CDATA[Slacktivism revisited: "Kann dieser seelenlose Ziegelstein mehr Freunde haben als H.C. Strache?" fragt eine Facebook Gruppe. 160.000 Slacktivisten – ich inklusive - nahmen sich ein Herz. (...)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;Kann dieser seelenlose Ziegelstein mehr Freunde haben als H.C. Strache?&#8221; fragt eine Facebook Gruppe. 160.000 Slacktivisten – ich inklusive &#8211; nahmen sich ein Herz.</p></blockquote>
<p><strong><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/nicole1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1782" title="nicole" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/nicole1.jpg" alt="nicole" width="192" height="239" /></a>Das heißt, sie wurden Fans</strong> des Facebook-Ziegels, der den blau-gelackten Populisten (zum Stichtag gerade mal 29.000 Fans) damit locker zementierte.</p>
<p><strong>H. (ohne C.) sagt,</strong> er mag sonst auch keine Facebook Gruppen, aber dieser muss man einfach beitreten, denn sie setzt ein Zeichen. Hmmm, denke ich. Ein Zeichen wofür? Dafür, dass die politisch Interessierten zu viel Zeit auf Facebook verbringen? Dafür, dass sich das aktivistische Potential der Digital Natives auf den Mausklick „Gefällt mir“ beschränkt? Gibt übrigens einen eigenen Ausdruck dafür: Slacktivism.</p>
<p><strong>Zugegeben, die beiden Worte</strong> „slacker“ und „activism“ scheinen unvereinbar. Manifestiert sich in ersterem doch die reinste Form des Nichtstuns, des chilligen Abhängens am Sofa, jener von Fernbedienungen und Bierflaschen gesäumten Insel der Seeligen. Zweiteres stellt hierzu den antithetischen Lebensentwurf dar. Wer also bestrebt ist, sich mit einem denkbaren Minimum an Aktivität den denkbar größten Anschein von Engagement zu verleihen, darf nunmehr stolz den Titel „Slacktivist“ tragen. Und der Ziegelstein war bei Gott nicht der erste, an den man vor Verzweiflung den Kopf  knallen wollte.</p>
<p><strong>Wir erinnern uns an den „Sea of Green“? </strong>An jene grünen Welle, die im Vorjahr durch sämtliche sozialen Netzwerke schwappte und Profilbilder entsprechend einfärbte? Um Solidarität mit der „Green Revolution“ im Iran ging’s da. „Ich finde es zutiefst rätselhaft“, schreibt ein bekannter australischer Blogger, „Dass die Leute tatsächlich denken, diese grünen Avatare hätten irgendeine Auswirkung auf das Leben von Menschen, mal abgesehen von ihrem eigenen und dem flauschig-warmen Gefühl der politischen Korrektheit: Oh yeah, ich bin Teil der iranischen Revolution! Zeit für einen Latte Macchiato mit Sojamilch.“</p>
<p><strong>„Slacktivism“</strong> – das ist der Terminus für das Lippenbekenntnis 2.0, für – so meinen zumindest die Gegner – jenen Feel-Good-Online-Aktivismus, der genau null politische oder soziale Folgen hat. Ist ja auch wesentlich komfortabler, mal schnell einer „Rettet den Baum“-Gruppe beizutreten, als sich an selbigen zu ketten und die Bekanntschaft mit polizeilichen Gummiknüppeln zu riskieren. Die Mama hat so was ja angeblich 1984 gemacht. Irgendwo in Niederösterreich nahe Hainburg. Wahrscheinlich nur, weil sie kein Internet und somit keine Alternative hatte.</p>
<p><strong>Heute macht man das schicker.</strong> Man trägt ein Armband, ein sogenanntes „Awareness bracelet“ (sic!) gegen all die Armut auf der Welt. Oh jetzt wäre es leicht, den Verfall der politischen Sitten und die schnöde Schein-Demokratie der schönen neuen Online-Welt anzuprangern. Mach ich nicht. Es reicht völlig, dass <a href="http://ichkandidiere.at/person/kandidatur/korbei/">Robert Korbei</a>, der Geschäftsführer der Wiener Grünen, in diese Falle getappt ist, als er sinngemäß meinte, online kann jeder, erst wer auf Märkten Flyer verteilt, hat das Recht, mitzureden.</p>
<p><strong>Und dann kam jene Lichterkette</strong> ums Parlament, die ihre Existenz einzig und allein Facebook schuldete. Gefolgt von #unibrennt – einer Organisation, die gezeigt hat, welch handfeste Auswirkungen Online-Aktivismus in der Praxis haben kann. Ach, und <a href="http://www.freerice.com">www.freerice.com</a>, der wahrgewordene feuchte Traum jedes Slacktivisten: Eine Website, die es schafft, 7000 Menschen täglich zu ernähren – nur dadurch, dass ein paar Nerds dort ihr Englisch aufbessern. Das Prinzip ist genial. Surfen Sie hin und überzeugen Sie sich selbst. Bringt jedenfalls mehr, als Welthunger auf Facebook zu „bekämpfen“. Und wenn Sie schon dabei sind: Tätigen Sie ihre mazonkäufe doch einfach über <a href="http://www.laafi.at/amazon">www.laafi.at/amazon</a>. Ist zur Abwechslung mal eine österreichische Initiative und bringt wirklich was.</p>
<p><strong>So eindeutig ist das</strong> halt nicht mit dem Slacktivism. Von jeder Wahrheit ist das Gegenteil genauso wahr, sprach Hesses Siddharta. Aber das muss man eben erst einmal aushalten&#8230;</p>
<blockquote><p>Erschienen im WIENER Nr.345 / Mai 2010</p></blockquote>
<p><strong>Mehr zum Thema gesellschaftspolitischer Impact sozialer Netzwerke gibt&#8217;s bei der gleichnamigen <a href="http://www.wienerpost.at/2010/04/social-networks-2-0-gesellschaftspolitischer-impact-sozialer-netzwerke/">Podiumsdiskussion am 27. April (siehe &#8220;Events&#8221;)</a>.</strong></p>
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		<title>Kuscheln mit Facebook</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 17:36:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internes]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Web20]]></category>
		<category><![CDATA[wienerpost]]></category>

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		<description><![CDATA[Das war sie also, die mit Spannung erwartete F8, die Developer-Konferenz von Facebook. In Turnschuhen, Jeans und Kapuzenjacke trat Mark "Milchgesicht" Zuckerberg auf die Bühne und legte dem versammelten Publikum (live und vor den Empfangsgeräten) seinen Plan dar, die Online-Weltherrschaft zu übernehmen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>&#8230; und was wir daraus machen:</strong></p></blockquote>
<div id="attachment_1848" class="wp-caption alignleft" style="width: 280px"><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/f81.jpg"><img class="size-medium wp-image-1848 " title="f8" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/f81-300x199.jpg" alt="(CC) Brian Solis" width="270" height="179" /></a><p class="wp-caption-text">(CC) Brian Solis</p></div>
<p>Das war sie also, die mit Spannung erwartete F8, die Developer-Konferenz von Facebook. In Turnschuhen, Jeans und Kapuzenjacke trat <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Zuckerberg">Mark &#8220;Milchgesicht&#8221; Zuckerberg</a> auf die Bühne und legte dem versammelten Publikum (live und vor den Empfangsgeräten) seinen Plan vor, die Online-Weltherrschaft zu übernehmen. Oder so ähnlich.</p>
<p>Gehen Sie getrost davon aus, dass das in den nächsten Wochen noch ein heißes Thema wird. Wir überlassen die Debatte aber vorerst einmal anderen und kümmern uns um die praktische Umsetzung der Zuckerberg&#8217;schen Neuerungen. Allem voran &#8211; tadatata! &#8211; <strong>der &#8220;Like-Button&#8221; fürs World Wide Web</strong>.</p>
<p>Haben wir gleich ausprobiert: Ab sofort können Sie jeden Artikel, der Ihnen auf <strong>wienerpost </strong>gefällt, mit dem bekannten Daumen honorieren. Machen Sie davon Gebrauch, wir freuen uns! (Was es sonst noch für Ankündigungen und Neuerungen gab, können Sie übrigens bei Digirati nachlesen &#8211; dort liefert Hausherr Georg Holzer <a href="http://www.digirati.eu/digirati/2010/04/21/neu-bei-facebook">eine praktische Zusammenfassung</a> der F8.)</p>
<p>Aber wenn schon mit Facebook kuscheln, dann volle Wäsche! Seit heute gibt es <strong>wienerpost</strong> deshalb auch als <a href="http://www.networkedblogs.com/">Networked Blog</a> auf Facebook. War schon lange überfällig und soll es Ihnen künftig erleichtern, Up-To-Date zu bleiben: Sie finden uns entweder unter &#8220;Blog&#8221; auf der <a href="http://www.facebook.com/wiener.online">WIENER-Facebookpage</a> oder <a href="http://apps.facebook.com/blognetworks/blog/wienerpost/">via direktem Link hier</a>. Einfach &#8220;FOLLOW&#8221; klicken und keinen Artikel mehr verpassen.</p>
<p><strong>Viel Vergnügen!</strong></p>
<blockquote><p>Eine kleine Danksagung geht an: <a href="http://twitter.com/dareiner">Reiner Kapeller</a> (für den Tipp) und an <a href="http://www.loadblog.de/author/frank/">Frank</a> (Load Blog) für die Einbauhilfe.</p></blockquote>
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		<title>Unsere kleine Farm</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/04/unsere-kleine-farm/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 06:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesestoff]]></category>
		<category><![CDATA[NetzLESEN]]></category>
		<category><![CDATA[Fun]]></category>
		<category><![CDATA[Games]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Web20]]></category>

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		<description><![CDATA[Besser ein Cyner-Schaf, als gar kein Zuspruch: Der Massen Exodus ins virtuelle Dörflein FarmVille ist in vollem Gange. Aber ist das so schlecht?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em> </em></p>
<blockquote><p>Besser ein Cyner-Schaf, als gar kein Zuspruch: Der Massen Exodus ins virtuelle Dörflein FarmVille ist in vollem Gange. Aber ist das so schlecht?</p></blockquote>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_1828" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><strong><strong><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/Farmville-tarikgore1.jpg"><img class="size-medium wp-image-1828" title="Farmville tarikgore1" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/Farmville-tarikgore1-300x229.jpg" alt="Bild: cc by tarikgore1" width="300" height="229" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">Bild: cc by tarikgore1</p></div>
<p><strong>Irgendjemand hat schon wieder eine Kuh verloren.</strong> Die gurkt jetzt herrenlos auf meiner Facebook-Seite herum und hofft, dass ich sie zurück zu ihrem Bauernhof bringe. Bislang habe ich der Versuchung immer widerstanden. Da konnte das Rindsviech noch so treuherzig dreinschauen. Es ist mir auch egal, ob ich dann eine Kürbis-Medaille oder gar ein Zitronenbäumchen als Belohnung ausfassen würde. Kühe, Schafe, Sojabohnen, sowie andere Einwohner des idyllischen Örtchens FarmVille haben bei mir Hausverbot. Ja, auch die neuerdings animierten Golden Retriever müssen ihr Lackerl anderswo hinterlassen. Nicht, weil ich sie als das sehe, was sie sind, Schwachsinn nämlich, sondern weil ich panische Angst hätte, von dem Schwachsinn nicht mehr loszukommen.</p>
<p><strong>„Eine wirklich körperliche Suchtgefährdung</strong> entsteht nicht“, beruhigt mich Medienpsychologe <a href="http://www.univie.ac.at/Publizistik/Vitouch.htm">Univ. Prof. Peter Vitouch</a>. Er sieht das Ganze denkbar gelassen: „Alle paar Monate kommen Leute wie Sie – also irgendwelche Journalisten – und wollen wissen, ob wegen einem aktuellen Trend jetzt die Welt zugrunde geht. Das tut sie nie. Niemand bleibt bis ans Lebensende auf seiner Farm sitzen. Wenn es erst einmal genug Leute gespielt haben, überholt sich das wieder.“</p>
<p><strong>Aber natürlich ist es verführerisch.</strong> Nicht umsonst werden derzeit drei Milliarden Stunden pro Woche (!) mit Online Spielen verbracht, nicht umsonst gibt es 82,7 Millionen aktive Landwirte auf FarmVille, nicht umsonst machen die Einwohner der virtuellen Agrar-Idylle bereits 1% der tatsächlichen Weltbevölkerung aus.</p>
<p><strong>Der Reiz ist leicht erklärt:</strong> „Social Games“ &#8211; wie all diese Spiele so schön heißen -  bieten die Möglichkeit, einen Kosmos aufzubauen, über den man Kontrolle hat. Stets behält man den Überblick, kann sich gestaltend einbringen und &#8211; innerhalb des geschlossenen Systems wohlgemerkt! &#8211; tatsächlich etwas bewirken. Waterloo und Robinson steuern im Hinterkopf den Soundtrack bei: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Dmek9dIldLs&amp;feature=related">„Das ist meine kleine Welt&#8230;“</a></p>
<p><strong>Überschau- und Kontrollierbarkeit</strong> – das sind auch für Vitouch die Schlüsselbegriffe der FarmVille-Mania. Wer seine Farm bewirtschaftet, erntet neben Erbsenschoten auch die sichtbaren Konsequenzen des eigenen Handelns. „Das ist etwas, das in unserer Gesellschaft verloren gegangen ist“, so der Psychologe. Beispiel gefällig? Ein Betrieb – die Deutsche Bank etwa – kann klare Gewinne und Umsatzsteigerungen erzielen, wird aber dennoch Filialen schließen und reihenweise Mitarbeiter „freisetzen“. Lineare Schlüsse à la „Umsatzsteigerung bedeutet Jobsicherheit, Umsatzeinbußen bedeuten Kurzarbeit“ sind längst Mangelware geworden. Wer bewohnt da nicht lieber so einen kleinen Kosmos, in dem die eigenen Aktivitäten logisch vorhersagbare Konsequenzen erzielen? Sprich: Wenn ich gieße, wächst mein Zitronenbaum. Wenn nicht: Selber schuld.</p>
<div id="attachment_1831" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/Farmville-RJBailey1.jpg"><img class="size-medium wp-image-1831" title="Farmville RJBailey" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/Farmville-RJBailey1-300x300.jpg" alt="Bild: cc by RJBailey" width="300" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: cc by RJBailey</p></div>
<p><strong>Darüber hinaus</strong> wird jegliches Säen und Ernten durch simple lernpsychologische Kniffe versüßt – durch direkte Belohnung und positives Feedback. Vitouch: „Auch das kommt in der Wirtschaft mittlerweile nicht mehr vor, da dort hauptsächlich mit Bestrafungen operiert wird.“ Fazit: Ökonomen sprechen bereits von einem „Massen Exodus“, denn Mitarbeiter flüchten scharenweise vom materiellen hin zum virtuellen Arbeitsplatz.</p>
<p><strong>Arbeitsscheu sind dabei keineswegs</strong>, vielmehr hochmotiviert! So eine Farm ist kein Zuckerschlecken. Sie verlangt Hingabe und (teilweise sogar finanziellen) Einsatz, aber die Früchte dieses Einsatzes sind, wenn nicht greif-, so doch klar sichtbar. Und allemal sinnstiftender als dubiose Exceltabellen auf denen sich nicht minder dubiose Abstraktionen des wirtschaftlichen Alltags manifestieren.</p>
<p><strong>Geben wir’s also einfach zu:</strong> FarmVille ist die bessere Welt, die täglich frustrierende Tretmühle bloß ein matter Abklatsch.</p>
<p><strong>Warum also verteufeln,</strong> was doch so viel vorteilhafter ist als das Leben? Eher gilt es, das Leben so gestalten werden, dass es mithalten kann. Das zumindest ist <a href="http://www.ted.com/talks/jane_mcgonigal_gaming_can_make_a_better_world.html">die Philosophie von Jane McGonigal</a>. Sie forscht am Zukunftsinstitut des Silicon Valleys und ist als Game-Entwicklerin seit Jahren damit beschäftigt, Spielern zunehmend immersivere Welten anzubieten, „bessere“ Alternativen zur Wirklichkeit. Nun schlägt sie vor, den Spieß umzudrehen: „Wir alle sind dafür verantwortlich, der Welt eine zunehmend bessere und immersivere Wirklichkeit zu verpassen!“</p>
<p><strong>Was wie die durchgeknallte Vision</strong> einer Blondine auf Droge klingt, ist bei näherer Inspektion derart charmant, dass man es zumindest in Betracht ziehen muss. McGonigal geht davon aus, dass soziale Spiele auch einen sozialen Lernprozess auslösen. Etwa durch die online gelebte Erfahrung von unzähligen Helfern umgeben zu sein und durch diese weltweite Unterstützung bei den eigenen „Aufgaben“ zu erfahren. Gerade junge Spieler durchlaufen hier einen beeindruckenden Sozialisationsprozess: Spielend wandelt sich der Mensch zum kollaborativen Wesen, zur hilfsbereiten Spezies, ungeachtet von nationalen oder sozialen Grenzziehungen.</p>
<p><strong>„Gamer entwickeln eine Virtuosität</strong> im Knüpfen engmaschiger sozialer Netze“, weiß McGonigal. Darüber hinaus wissen sie um die Bedeutung von allgemeingültigen Regeln. Sie zeichnen sich durch unerschütterlichen Optimismus aus, da sie gelernt haben: Selbst, wenn das Spiel verloren scheint, ein Überraschungserfolg ist prinzipiell immer möglich. Last but not least: Sie legen eine wahnwitzige Produktivität an den Tag, vorausgesetzt die gestellte Aufgabe scheint lohnenswert: Baum pflanzen, Schafe hüten, verlorene Kuh einfangen&#8230;</p>
<p><strong>Unterm Strich formen</strong> und formieren sich hier also Menschen, die all das in sich vereinen, wonach sich Nationalökonomen so verzweifelt sehnen. Und das durchaus nicht erst seit Anbeginn der Wirtschaftskrise. O, lasset sie alle in die Farmville-Lehre gehen und dann auf den Rest der Welt los&#8230; Ich verspreche auch, die nächste Kuh, die mein Facebook-Profil kreuzt, eigenhändig zurück zu bringen.</p>
<blockquote><p><strong>DIE FAKTEN: </strong>DER EXPERTE UND DAS KULT-GAME<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Univ.-Prof. Dr. Peter Vitouch</strong> (63), Autor diverser Bücher zum Themenbereich Medienpsychologie und Kommunikationsforschung, ausgebildeter Psychotherapeut. Vitouch ist Leiter des Ludwig Boltzmann-Instituts für empirische Medienforschung und Vize-Dekan der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Wien.</p>
<p><strong>FarmVille</strong> ist ein Browserspiel, das auf Facebook und MSN Games verfügbar ist. Es wurde Ende Juni 2009 lanciert und ist bis heute das beliebteste Social Game weltweit, mit über 80 Millionen Usern. Herstellerfirma Zynga verbuchte im Vorjahr einen Umsatz von mehr als 150  Millionen Dollar. <a href="http://www.farmville.com">www.farmville.com</a></p></blockquote>
<p><em>Erschienen im WIENER Nr.345 / Mai 2010</em></p>
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