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		<title>Indonesische Orgien</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Jul 2010 06:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Stermann</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>

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		<description><![CDATA[WIENER-Kolumnist Dirk Stermann isst Komodowarangulasch und löffelt teilweise noch lebenden Eintopf. Eine Erfahrung, die ihm schlussendlich wirklich übel zu schaffen macht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>WIENER-Kolumnist <a href="http://www.wienerpost.at/category/kolumnen/stermann/">Dirk Stermann</a> isst Komodowarangulasch und löffelt teilweise noch lebenden Eintopf. Eine Erfahrung, die ihm schlussendlich wirklich übel zu schaffen macht.</p></blockquote>
<p><a rel="attachment wp-att-4114" href="http://www.wienerpost.at/2010/06/tranenmeer/stermann-3/"><img class="alignleft size-medium wp-image-4114" title="Stermann" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/06/Stermann-211x300.jpg" alt="" width="169" height="240" /></a><strong>Komodowarangulasch</strong> gehört nicht zu meinen Lieblingsspeisen. Lustlos tauchte ich unter Aufbringung meiner gesamten Höflichkeitsreserven die Krabbenchips in die ätzende Masse, während ich auf die noch lebenden Sulawesi-Koboldmaki starrte, die der nächste Gang waren. Ich hatte Batman Suparman in einer Bäckerei auf der Argentinierstraße kennengelernt, wo er eine „Vanillebrille“ bestellte, ein mit Vanille gefülltes Blätterteiggebilde, das man sich auf die Nase setzen kann. Weil die Verkäuferin an Kinderlähmung litt (obwohl sie eine Greisin war) und sich in Superzeitlupe bewegte, kamen Batman und ich ins Gespräch. Er stellte sich mit seinem Namen vor und erklärte mir, er sei ein Singapurer mit javanischer Abstammung, sein Name sei in Indonesien so geläufig wie bei uns „Twtzsch“ oder „Schmdrer“. Ich erklärte ihm, dass weder „Twtzsch“ noch „Schmdrer“ sehr geläufige Namen seien, aber da hatte er mir schon seine Adresse aufgeschrieben und mich zu einem indonesischen Abendessen eingeladen.</p>
<p><strong>Viele Freunde beneideten mich</strong>, bei Batman Suparman eingeladen zu sein, als Gastgeschenk brachte ich seiner Frau ein Catwoman-Comic mit. Seine Frau hieß Diah Permata Megawati Setiawati Soekarnoputri. Sie war entfernt verwandt mit Wage Rudolf Soepratman, dem Komponisten der indonesischen Nationalhymne. „Rudolf ist bei uns ein sehr häufiger Name“, sagte ich, aber meine Gastgeber mussten sich um die wild kreischenden Koboldmaki kümmern. Die zehn Zentimeter großen Primaten steckten in einem Topf und glotzten mich an. Ihr Kopf wackelte auf dem kurzen Hals hektisch hin und her. Die riesigen unbehaarten Ohren vibrierten wie die Flügel eines Kolibris. „Mögen Sie asiatisch essen?“, fragte mich Batman Suparman. „Ja. Sehr gerne. Japanisch. Am Naschmarkt“, antwortete ich. „Ach so, Sushi!“ Er lachte. „Nein, bei uns gibt’s echtes asiatisches Essen. Kein Maki wie beim Japaner, sondern unser Maki. Trockennasenaffen. Wir machen ein Bubur Manado, ein Eintopf. Köstlich!“ Batman leckte sich mit der Zunge über die Lippen. „Und woraus besteht der Eintopf?“ fragte ich. „Hund, Katze, Fledermaus. Und Koboldmaki“, verriet Diah.</p>
<p><strong>Ich wollte die Krot schlucken.</strong> Man kann nicht ausländerfeindlichfeindlich sein und dann fremde Bräuche ablehnen, dachte ich mir. Wie kann ich gegen die FPÖ sein und dann hier versagen, wenn’s drauf ankommt? Nein, als aufgeklärter Mensch musste ich hier durch. Das Komodowarangulasch war als Hauptspeise mehr als mächtig und schmeckte bitter, wahrscheinlich weil Komodowarane fünf verschiedene tödliche Gifte absondern.</p>
<p><strong>Meine Fähigkeit</strong>, an dem nun folgenden Gespräch teilzunehmen, ließ rapide nach. Mein Kiefer schwoll an und das Sprachzentrum war gelähmt. Meine Gastgeber schienen gegen den Warangiftcocktail resistent. Während sie den quietschenden Sulawesi-Koboldmaki die Köpfe händisch abrissen, erzählten sie mir, dass sie in Indonesien zu viel Geld gekommen seien mit Orang-Utan-Puffs. „Die Orang Utans werden am Körper rasiert und sind sehr beliebt. Diah und ich haben wie die Affen verdient, hahaha!“ Sein Lachen klang wie ein kurzer, trockener Keuchhusten. „Orang Utans sind nur 1 Gen von uns Menschen entfernt“, sagte er mampfend, während er mir Löffel um Löffel vom Eintopf einflößte, der sich teilweise noch bewegte. „Deshalb sind sie so beliebt im Puff. Orang Utans erreichen die Intelligenz eines vierjährigen Kindes und haben ein Gedächtnis, das das menschliche weit übertrifft. Und sie sind im Bett fantastisch!“ Seine Frau nickte eifrig und ich übergab mich auf den Korb mit den Vanillebrillen, die sie als Dessert vorbereitet hatten. Ich hatte den PC-Test nicht bestanden. Shame on me.</p>
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		<title>Der Hirt, der sich traut</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 06:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured.Today]]></category>
		<category><![CDATA[Lesestoff]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>

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		<description><![CDATA[Seine potentielle Herde ist riesig, seine Herren sind unerbittlich: Pfarrer Christian
Blankenstein wurde aus seiner Kirche verstoßen. Das hat natürlich rein gar nichts damit zu tun, dass er schwule Paare traut. Und selbst schwul ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Seine potentielle Herde ist riesig, seine Herren sind unerbittlich: Pfarrer Christian<br />
Blankenstein wurde aus seiner Kirche verstoßen. Das hat natürlich rein gar nichts damit zu tun, dass er schwule Paare traut. Und selbst schwul ist. (Text: Andreas Kornhofer / Mitarbeit: <a href="http://www.wienerpost.at/author/derhavas/">Harald Havas</a> / Fotos: David Payr)</p></blockquote>
<div id="attachment_4666" class="wp-caption aligncenter" style="width: 513px"><a rel="attachment wp-att-4666" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/der-hirt-der-sich-traut/pfarrer1/"><img class="size-full wp-image-4666" title="pfarrer1" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/pfarrer1.jpg" alt="" width="503" height="671" /></a><p class="wp-caption-text">LIEBE MIT BRIEF UND SIEGEL. Dr. Christian Blankenstein spendet einem schwulen Paar das Sakrament der Ehe.</p></div>
<p><strong>Der verstoßene Hirt hat seine Schäfchen fester denn je im Blick.</strong> Er sorgt sich um ihre Seelen, er spricht ihnen in heiligen Hinterhof-Messen, in SPÖ-Sektionslokalen, in Schankwein-dampfenden Wirtshäusern und seit einem Jahr in seiner eigenen kleinen Kapelle in der Wiener Weihburggasse 14 Mut und Trost zu.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Er tut selbstredend auch</strong> ohne Unterlass das, wofür er in den letzten Jahrzehnten ein gerüttelt Maß an spiritueller Berühmtheit erlangt hat: Dr. Christian Blankenstein gilt als so was wie der Star-Bestatter unter den österreichischen Priestern. Die große Paula Wessely zum Beispiel hat er einst in ihren letzten Stunden mitfühlend begleitet und würdevoll begraben.</p>
<p><strong>Und er traut aus vollster Überzeugung</strong> gleichgeschlechtliche Paare. In prächtigem Ornat, mit allem heiligen Schischi und natürlich coram publico. Manche seiner Kollegen führen solche Segnungen zwar auch durch, aber eher so wochentags bei Nacht und Nebel und versperrter Kirchentür… Derzeit kommt bei Blankenstein auf zehn heterosexuelle Paare ein homosexuelles. Und die Herde der potentiellen Hochzeitspaare ist riesig. 400.000 Schwule und Lesben leben laut Expertenschätzung in Österreich – das ist mehr als die Einwohnerschaft von Klagenfurt und Linz zusammen.</p>
<p><strong>Nur das Sakrament der Taufe</strong>, das spendet Blankenstein nicht mehr, seit ihm von seinen Kirchenoberen zu verstehen gegeben wurde, dass diese nicht mehr ins Taufregister eingetragen werden. „Ein Affront, denn die Taufe kann an sich jeder Christ, ob Pfarrer oder nicht, spenden“, schüttelt der Hirt den Kopf. Christian Blankenstein ist altkatholischer Priester, Österreichs einziger Doktor der altkatholischen Theologie, Verstoßener. Und er ist selbst homosexuell.</p>
<p><strong>Der Altkatholizismus</strong> – das ist eine ziemlich liberale Religion. So liberal, dass sich sogar ein Sozi-Gottvater wie Hannes Androsch dort daheim fühlt. So liberal, dass bei den Altkatholen im Wesentlichen „alle Punkte, die das Kirchenvolksbegehren vor ein paar Jahren postuliert hat, bei uns schon längst verwirklicht sind“, so Blankenstein. Verheiratete Männer sind als Priester zugelassen, ebenso Frauen und homosexuelle Menschen. Nicht so liberal, dass einer wie Christian Blankenstein dort geduldet würde. Allerdings auch so dogmatisch, dass eine Aberkennung des Priesteramts im altkatholischen Glauben nicht vorgesehen ist. „Wenn einer morgen Zuhälter würde, wäre er immer noch Pfarrer“, sagt Blankenstein, der seit ein paar Jahren streng genommen als „Pfarrer ohne Portefeuille“ agiert.</p>
<p><strong>Warum?</strong> Das Zerwürfnis mit seiner Kirche begann mit seinem Outing anno 2004. Alfons Haider bekam und bekommt für seinen geschlechtlichen Offenbarungseid kostenfreie Anzeigenflächen in den heimischen Klatschspalten, Christian Blankenstein, lange Zeit mit Ämtern und Würden überhäufter Hero innerhalb der Altkatholischen Glaubensgemeinschaft, bekam und bekommt sakrale Prügel vor die Beine. Es ging los mit leisen Intrigen aus dem Hinterhalt und endete mit lauten Unappetitlichkeiten: Pikante Fotos aus einem an sich fest abgeschlossenen Bereich einer Online-Partnerbörse wurden Blankensteins Chefs zugespielt, ein etwas missverständlicher Bericht im „Standard“ wirkte wie zusätzliches Öl ins Feuer. Am Ende stand die Scheidung zwischen Blankenstein und seiner Kirche.</p>
<p><strong>Jetzt ist er also nicht mehr dabei</strong> und doch noch dabei, der „Pfarrer ohne Portefeuille“. Er macht derzeit eine Ausbildung zum diplomierten Lebens- und Sozialberater bei Dr. Rotraut Perner, Schwerpunkt Sexualität. Und er traut, man möchte fast sagen, auf Teufel komm raus. Für das schwule Hochzeitsservice wirbt er unter anderem auch in Österreichs „SchwulLesBischem Branchenguide“ Queerbook. Oder auf Facebook.</p>
<p><strong>Die kleine Kapelle</strong> in der Wiener Weihburggasse 14 ist mittlerweile ein sehr anheimelnder Ort für frei denkende Gläubige geworden und beherbergt in den geräumigen Katakomben ein kulturelles Zentrum, in dem immer wieder Musik aufgeführt und Lesungen abgehalten werden.</p>
<p><strong>Freilich:</strong> Eine Kirchenspaltung oder den Aufbau einer Parallelkirche hat Blankenstein nicht im Sinn. Er hat auch bewusst keine eigene Gemeinde gegründet. Dennoch sucht er derzeit einen neuen, freien Kirchenraum für seine Trauungen und Sonntagsgottesdienste. Das hat, so Christian Blankenstein, einen sehr profanen Grund: „Für die Österreicher ist eine Kirche erst eine Kirche, wenn sie ausschaut wie eine Kirche.“</p>
<p><strong>Und für einen Pfarrer</strong>, selbst wenn er schwule Paare traut, gilt das sowieso.</p>
<div id="attachment_4670" class="wp-caption aligncenter" style="width: 638px"><a rel="attachment wp-att-4670" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/der-hirt-der-sich-traut/hande-quer/"><img class="size-full wp-image-4670" title="hände-quer" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/hände-quer.jpg" alt="" width="628" height="461" /></a><p class="wp-caption-text">Der Bund fürs Leben. Was in Österreich trotz allem schwierig ist: die kirchliche Trauung homosexueller Paare.</p></div>
<p style="text-align: left;"><strong><br />
</strong></p>
<p><strong>DIE FAKTEN:</strong><br />
Dr. Christian Blankenstein, Wiener, 43, lebt in Wienen. 2002 schloss er in der Schweiz sein Studium der Altkatholischen Theologie mit dem Doktorat ab. Blankenstein ist als Pfarrer in der freien Seelsorge tätig und Autor zahlreicher Bücher zur Aufarbeitung der altkatholischen Geschichte sowie mit dem Schwerpunkt historische Biographien. Seit 2008 von seiner Kirche getrennt, ist er von der Liste der Geistlichen gestrichen, sieht sich aber weiter als Altkatholik. Im Herbst 2009 gründete er den Verein Koinonia mit dem Ziel der „freien“, also konfessions-übergreifenden Seelsorge. Kleine Kapelle, Weihburggasse 14, 1010 Wien. <a href="http://www.blankenstein.at">www.blankenstein.at</a></p>
<blockquote><p>Erschienen im WIENER 348 / August 2010</p></blockquote>
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		<title>Der Überflieger</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 06:00:18 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Featured.Today]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[Orlando ist dort, wo der Himmel anfängt: immer oben, meist in Hawaii, das Meer unter sich. Und das Geld verdient er im Flug. Er ist der berühmteste Klippenspringer aller Zeiten, oder zumindest seit Elvis im Film Acapulco. Wer würde vermuten, dass der Höhenflug in einem Safaripark nördlich von Wien begann? (Text: Gerald Enzinger / Foto: Red Bull Cliff Diving)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Orlando ist dort, wo der Himmel anfängt: immer oben, meist in Hawaii, das Meer unter sich. Und das Geld verdient er im Flug. Er ist der berühmteste Klippenspringer aller Zeiten, oder zumindest seit Elvis im Film Acapulco. Wer würde vermuten, dass der Höhenflug in einem Safaripark nördlich von Wien begann? (Text: Gerald Enzinger / Foto: <a href="http://www.redbull.com/cs/Satellite/en_INT/World-Series/Cliffdiving-Page/001238874343857">Red Bull Cliff Diving</a>)</p></blockquote>
<div id="attachment_4973" class="wp-caption alignleft" style="width: 295px"><a rel="attachment wp-att-4973" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/der-uberflieger/orlando-duque-bosnia-dive-sequence/"><img class="size-medium wp-image-4973" title="Orlando Duque Bosnia dive sequence" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/Orlando-Duque-Bosnia-dive-sequence-285x300.jpg" alt="" width="285" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Predrag Vuckovic/Red Bull</p></div>
<p><strong>Die Uniform des freien Menschen ist eine Badehose.</strong> Mehr braucht Orlando Duque (35) auch nicht, wenn er in die Arbeit geht. Abgesehen von extra dicken Cojones, wie man ergänzen möchte. Denn das fliegende Waschbrett aus Kolumbien hat einen Job, der eine gewaltig lange Mut-Gasse zwischen Herz und Hirn voraussetzt. Orlando, den seine Verehrer naheliegenderweise als Duke verehren, ist Klippenspringer, der beste der Welt und aller überlieferten Zeiten. Er verdient sein Geld im Flug. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Manchmal beginnt dieser Flug auf einer Plattform in 34 Metern Höhe. Von dort gibt es nur zwei Optionen. Variante 1: umdrehen. Variante 2: springen, in 3 Sekunden von null auf 100 km/hbeschleunigen und in einen Becken springen, das von oben die gefühlte Größe eines Stecknadelkopfs hat. Triffst du es nicht, bist du tot. Triffst du, tut es weh. „Selbst das Wasser fühlt sich so hart an wie Beton.“</p>
<p><strong>Die harten Zeiten.</strong> Orlando Duque, er wurde nicht als Weltstar geboren. Sein Weg war ein weiter, das GPS seines Lebens spuckte eine höchst ungewöhnliche Route aus: Cali/Kolumbien – Gänserndorf – Kitzbühel – Hawaii. Und das im erst dritten Anlauf, denn die ersten beiden Traumkarrieren-Phantasiefilme endeten jeweils abrupt – durch Filmriss. Der erste selbst inszeniert. Denn die Vision als Nachfolger des legendären Wuschel-Monsters Carlos Valderama Kolumbiens nächster Fußballstar zu werden, scheitert am Platz, auf dem er als Knirps spielt. Oder genauer gesagt: an dem Schwimmbad neben dem Platz. Denn das dortige 3-Meter-Brett ist als Droge für Orlando ungleich reizvoller als Gras.</p>
<p><strong>Der Olympia-Alptraum.</strong> Was als Mutprobe beginnt, wird für acht Jahre zum neuen Lebenstraum. Jeden Tag schuftet Duque dafür, 1992 bei den Olympischen Spielen in Barcelona teilzunehmen. Und: Er schaffte die Qualifikation. Doch der Jubelsprung endet auf Granit: Der kolumbiansche Turmspringer-Verband kann sich die Reise nicht leisten, Orlando darf nicht nach Barcelona.</p>
<p><strong>Der Käfig eines Flugmenschen.</strong> Deprimiert erklärt Duque seinen Rücktritt und schreitet zur Selbstkasteiung. Er beginnt ein Informatik-Universitätsstudium und tauscht den Arbeitsplatz an der frischen Luft gegen einen harten Sitz auf der Hörsaalbank in seiner Heimatstadt Cali, einer Vier-Millionen-Einwohner-Metropole im Herzen Kolumbiens. Bis von einem Tag auf den anderen das Leben ein neues Drehbuch schickte. Beginnend mit einem Kulturschock.</p>
<p><strong>Die Reise nach Gänserndorf.</strong> Daheim in Cali bekommt Orlando von einem Agenten das Angebot, im Sommer in Europa zu arbeiten – als Stuntman im Safaripark Gänserndorf! „Ich hatte von Österreich noch nicht viel gehört, ok, außer dass es dort immer kalt sein soll.“ Er wohnt in einem kleinen Containerdorf in der Nähe des Geländes, wird zum Flug-Beamten. Erste Show: 11.30 Uhr. Zweite Show: 14 Uhr. Dritte Show: 17 Uhr. Dreimal pro Tag ein Star sein auf kleiner Bühne, freundlich von Familien mit Applaus verabschiedet. Der Schwierigkeitsgrad, das Risiko – von unten kaum abschätzbar: „Ich durfte von einem 25 Meter hohen Kran in ein Becken springen, das wie ein mit Wasser gefüllter Aschenbecher aussah.“ Drei Saisonen, von 1997 bis 1999 fliegt er für wenig Geld: „Aber es war in Schilling immer noch viel mehr als ich in Kolumbien in Pesos für irgendwas bekommen hätte.“ Die Beziehung zu Österreich wird intensiver, einmal erlebt er auch einen Winter in den Alpen: Er schenkt Getränke in einer Après Ski Bar in Kitzbühel aus. Obwohl er zu dem Zeitpunkt weder Deutsch noch Englisch spricht.</p>
<p><strong>Der Neustart.</strong> Doch die regelmäßigen Flug-Shows in Österreich haben wieder Lust auf mehr gemacht. Oder genauer gesagt: auf Meer. Orlando beschließt, sich nach einem Jahrzehnt des unfreiwilligen Chlor-Schluckens, der High-und-Cliff-Diving-Szene anzuschließen. 1999 beginnt er, ab 2000 ist er schon eine Legende. Statt in enge Becken geht es nun meist ins offene Meer, von Klippenin rund 28 Metern Höhe. Bei der WM in Kaunolu wird er zum Toni Innauer der Wasserspringer: für seinen letzten Sprung bekommt er von allen sieben Preisrichtern die Höchstnote 10,0! Und so steht der Junge aus Kolumbien, der eben noch in einem Container in Gänserndorf fror, im Buch der Weltrekorde.</p>
<p><strong>Das verflogene Jahrzehnt.</strong> Juni 2010, Hangar-7, ein Besuch bei seinem österreichischen Sponsor, der ihm seit Jahren Flügel verleiht. Das Programm ist dicht, alle reißen sich um Orlando. Längst ist aus dem Mauerblümchen, das Seite an Seite mit Artisten, Tierbändigern und Clowns arbeite, ein Mythos geworden. Sein verwegenes Äußeres, die langen Haare, der Waschbrettbauch, diese Kraft-Packung in seinen Muskeln. Und dieses Kontrastprogramm in seinem Lächeln. Er hat WM-Titel gewonnen, Rekorde gebrochen, Maßstäbe gesetzt. Etwa am Wolfgangsee, wo er aus 27 Metern Höhe einen dreifachen Rückwärtssalto mit zwei Schrauben hinknallte. Als Bemessungsgrundlage: Wir reden hier von der Höhe eines zehnstöckigen Wohnhauses. „Wobei dann wirklich jeder Meter alles ändert. Ob du von 27 Meter springst oder von 34, das ist wie eine andere Sportart. Und nur ein Feh- ler …“, sagt der Duke und vermeidet es, den Satz fertig zu landen.</p>
<p><strong>Die World Series.</strong> Red Bull hat die 2009 die World Series erfunden. Jetzt tourt er zwischen den Paradiesen der Mut-Tiere herum. „Wir alle leben unsere Leidenschaft aus. In der kurzen Zeit, in der wir in der Luft sind, genießen wir jede einzelne Sequenz, spüren sie. Und dann schlagen wir hart am Wasser auf, nach der letzten Sequenz, die aus Furcht und Ehrfucht besteht. Es ist unsagbar aufregend, immer wieder.“</p>
<p><strong>Das Gesicht einer Sportart.</strong> Dietrich Mateschitz hat zum WIENER immer wieder gepredigt, wie ein Sportler, der von Red Bull Flügel verliehen bekommt, beschaffen sein muss: „Er sollte nicht von der Sportart geprägt werden, er soll selbst diese Sportart prägen.“ Und das gilt für Orlando Duque, man kann ihn in einer Reihe mit dem Freestyler Travis Pastrana oder Surf-Ikone Robby Naish nennen. „Orlando hat den Cliffdivern ein Gesicht gegeben“, sagt Niki Stajkovic, Österreichs größte Sprung-Legende und als Juror bei allen Cliff Diving Events dabei.</p>
<p><strong>Der Rat an die Beckenrandspringer.</strong> Kann man so etwas kopieren? Oder, was müssen wir machen, um bei den Mutproben im Schwimmbad ähnlich cool rüberzukommen? Orlandos Rat: „Du solltest immer exakt wissen, wieviel du kannst. Es ist schaut einfach blöd aus, wenn du es übertreibst und dann wie ein Stein in den Pool plumpst. Die Mädchen sind da dann nicht so beeindruckt. Also mach nur, was dir Fun macht.“ Und ihm selbst macht das ganze Leben Spaß. Er hat es weit gebracht, bis hin zum Haus in Hawaii, in dem er mit seiner schönen Frau lebt. Und manchmal bekommt er dort Besuch von seinen alten Freunden aus dem Containerdorf in Gänserndorf. Und dann springen sie einfach mal ins Meer rein. Nur Elvis Presleys legendäres Klippenspringer-Epos Acapulco ziehen sie sich nie rein. Denn das wahre Leben ist besser als jeder Film.</p>
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<strong></strong></p>
<p><strong>DIE FAKTEN<br />
</strong>Orlando Duque: Geboren am 11. September 1974 in Cali. 1992 für Olympia qualifiziert, aber aus finanziellen Gründen nicht angetreten. 1997 &#8211; 1999 Stuntman im Safaripark Gänserndorf, seit 1999 Cliff Diver. Weltmeister 2000, 2001, 2002, 2006. Spielffilmdebüt in der autobiographischen Doku „9 Dives“ 2006, Regisseur Mario Kreuzer. Red Bull Cliff Diving World Series Termine 2010: 24. Juli Kragerö, 8. August Polignano a Mare, 28. August: Sisikon, 12. September: Hilo. <a href="http://www.redbullcliffdiving.com">www.redbullcliffdiving.com</a></p>
<blockquote><p>Erschienen im WIENER 348 / August 2010</p></blockquote>
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		<title>Titania, Folge 3</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 06:00:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[wienerpost proudly presents: Titania! Ab sofort wird der Tienstag zum Titania Tag. Jede Woche eine neue Folge von Klaudia Wanners wundervoller Comic-Serie, made in Austria.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-4511" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/titania-folge-2/titania-header/"><img class="aligncenter size-full wp-image-4511" title="TITANIA-header" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/TITANIA-header.jpg" alt="" width="630" height="206" /></a>wienerpost proudly presents: Titania! Ab sofort wird der Tienstag zum Titania Tag. Jede Woche eine neue Folge von <a href="http://www.wienerpost.at/2010/07/die-nackten-und-die-schwangeren/">Klaudia Wanners</a> wundervoller Comic-Serie, made in Austria.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-4523" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/titania-folge-3/titania1a/"><img class="aligncenter size-full wp-image-4523" title="titania1a" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/titania1a.jpg" alt="" width="630" height="409" /></a>Mehr Titania gibts <a href="http://www.wienerpost.at/category/genuss/comics/titania-comics-genuss/">hier</a>!</p>
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		<title>Heisse Vibes</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 06:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pandora</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Featured.Today]]></category>
		<category><![CDATA[Pandora]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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		<description><![CDATA["Music Monday" einmal anders: Pandora hat ein neues Spielzeug. Es ist lang, lila, verlangt einen ausgesuchten
Musikgeschmack und lässt unsere Sex-Kolumnistin in höchsten Tönen jubilieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;Music Monday&#8221; einmal anders: <a href="http://www.wienerpost.at/author/pandora/">Pandora</a> hat ein neues Spielzeug. Es ist lang, lila, verlangt einen ausgesuchten Musikgeschmack und lässt unsere Sex-Kolumnistin in höchsten Tönen jubilieren.</p></blockquote>
<p><a rel="attachment wp-att-2034" href="http://www.wienerpost.at/2010/04/spiel-mit-mir/pandora-7/"><img class="alignleft size-medium wp-image-2034" title="Pandora" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/04/Pandora3-133x300.jpg" alt="" width="106" height="240" /></a><strong>Ich kann mich noch gut</strong> an meinen ersten Walkman erinnern. In Rotbraun/Metallic, von „Sony“ versteht sich, und mit diesen tollen Kopfhörern, die man heutzutage nur mehr aus dem Langstreckenflieger kennt. Sie wissen schon, die mit dem Puschel-Überzug, den man gleich verloren hat und sich von den scharfen Kanten des Plastiks von Migräneattacke zu Migräneattacke treiben ließ.</p>
<p><strong>Und erst diese herrlichen Kassetten.</strong> 1960er oder 1990er, selbst beklebt mit Blümchenpickerln und Titeln wie „Sommergutelaunemix 89“ oder schlicht „Schmusen“. Dann kam der iPod und nach dem wurde ich sofort süchtig, zur Zeit besitze ich drei Stück. Eine Sucht, die soweit geht, dass es in meinem Haushalt keine CDs mehr gibt. Pandora hat eine iPod-Anlage, klein, fein, weckt halb Hietzing allmorgendlich mit Feinheiten wie „Seasons in the Abyss“ von Slayer. Und jetzt? Hab ich <a href="http://www.ohmibod.at/">OhMiBod</a>. Oh my God! Ein Vibrator, der den aktuellen Lieblingssong (<a href="http://www.wienerpost.at/2010/06/geht-scho-gemma-vuigas/">„Kabinenparty?“</a>) in pure Lust umwandelt.</p>
<p><strong>Plug and Play in seiner unheiligsten Form.</strong> Das Teilchen wurde mir zu Testzwecken zur Verfügung gestellt, Gottchen, was war das für ein Hallo in der Redaktion als der Mozart unter den Vibratoren angeliefert wurde. Und was für ein Frust erst herrschte, als wir merkten, dass sich das gute Stück mal ein paar Stunden aufladen muss, bevor es funktioniert. Da lag es also in all seiner lila Pracht am Schreibtisch der Ressortleitung (meine Steckdosen sind alle belegt) und zog neugierige Blicke auf sich. Kichern in der Kantine, Glucksen am Klo, das volle Programm. Nur ich – ich vergaß OhMiBod. Tage, nein Wochen mussten verstreichen – bis zur Urlaubsreife. Im Gepäck: Bikini, 20 MB Mucke, OhMiBod und natürlich: der Gatte in spe.</p>
<p><strong>Irgendwie dürfte der Chefpromoter</strong> des Schüttelorchesters mitbekommen haben, dass ich mich jetzt in Monogamie versuche und dass Plastik kein Betrug ist. Nach den üblichen Entscheidungen (Vibrator ins Handgepäck? Koffer?) erreichten ich und mein lila Lieb-<br />
haber das Hotelzimmer. Draußen Moslems und 40 Grad, drinnen Pandora und OhMiBod,<br />
der Gatte betrank sich all inclusive an der Poolbar. Ich machte mich locker: Mini Bar. Ich versuchte mich zu entscheiden: Mein Musikgeschmack ist ein weites Feld und reicht von PsyTrance bis Marylin Manson, von Verdi bis Madonna. Die Wahl fiel auf<br />
die härtere Gangart. Rammstein schrieen „You’ve got a pussy, I have a dick! So, what’s the problem Let’s do it quick!“ in meine Ohren, OhMiBod schrie „You’ve got a pussy,<br />
I have a dick! So, what’s the problem Let’s do it quick!“ in meine &#8230; na ja, Sie wissen schon. Ganz ehrlich: Nicht das Wahre. Ich bat Anna um Rat, Netrebko nämlich. Ergebnis: Ich schlummerte sanft dahin, während der Lange in mir säuselte. Dann starb Mimi und die Nummer war vorbei. Auch nicht das Wahre.</p>
<p><strong>Eine Playlist musste her. </strong>Aber: ich besitze derer viele. Die meisten tragen Männernamen, jeder Lover wird bei mir soundtechnisch archiviert. (Einen muss ich besonders gehasst haben, denn in seiner List finden sich nur Gemeinheiten wie „She f***g hates me“ von Puddle of Mud.) Meine Wahl fiel nach einiger Überlegung und zweimal Pinkeln (mittlerweile hatte ich einen im Tee – von diesen entzückenden Mini-Fläschchen in der Mini-Bar) auf: „Back in Black“, eine Sammlung meiner liebsten Arschwackel-R’n’B –Nummern. Und heureka, der Bann war gebrochen! Knapp vor Ohmygood flog die Tür auf – der Future Husband wankte ins Zimmer, das All-Inclusive- Band hing von seinem Handgelenk. „Sex?“ fragte ich. „Zu müde“, sagte er. Was soll ich noch sagen: Er bekam die Kopfhörer, ich bekam das lange Lila. Und irgendwie hatten wir dann doch einen Dreier.</p>
<blockquote><p>Erschienen im WIENER 348 / August 2010. Mehr zum Thema <a href="http://groebchen.wordpress.com/2010/07/17/welcome-to-the-pleasure-dome/">gibt&#8217;s bei Gröbchen</a>!</p></blockquote>
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		<title>Urlaubsgrüße</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 07:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured.Today]]></category>
		<category><![CDATA[Küche & Keller]]></category>
		<category><![CDATA[Genuss]]></category>
		<category><![CDATA[Wein]]></category>

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		<description><![CDATA[„Ab in den Süden“ heißt auch Ferien beim Wein. Wie der (W)Einkauf im Urlaub klappt? WIENER-Autor Roland Graf hat die "Do's and Dont's" für Sie recherchiert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=Ly8lHWiWrH4">„Ab in den Süden“</a> heißt auch Ferien beim Wein. Wie der (W)Einkauf im Urlaub klappt? WIENER-Autor Roland Graf hat die &#8220;Do&#8217;s and Dont&#8217;s&#8221; für Sie recherchiert. (Erschienen im WIENER 348 / August 2010)</p></blockquote>
<div id="attachment_5072" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a rel="attachment wp-att-5072" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/urlaubsgruse/wein/"><img class="size-medium wp-image-5072 " title="wein" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/wein-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: blog bleistift / flickr</p></div>
<p><strong>Zum Wohlfühlen reicht uns wenig: </strong>Sonne, Meer, Möwen und im Glas ein fruchtig-milder Rotwein, der so ganz anders schmeckt als Blaufränkisch, Zweigelt und Co. Alle, die dieses Hochgefühl in die Heimat transferieren wollen, kennen aber auch das „Urlaubswein-Phänomen“. So toll wie in der Strandbar schmeckt der zuhause gleich entkorkte Eigenimport leider nie. Das hat neben Autosuggestion – wir wollen, dass alles perfekt ist in diesen raren Momenten – auch einen profanen Grund. Erschütterungen, wie sie der klassische Kofferraum-Transport mit sich bringt, sind Gift für den Wein. „Weinpfarrer“ Hans Denk verweist dazu gerne auf die Zeitspanne von sechs Wochen, die der Wein wieder zum Beruhigen braucht.</p>
<p><strong>Umstellen muss sich im Urlaub</strong> auch der österreichische Ab-Hof-Käufer. Vielfach ist diese Vertriebsform unbekannt oder zumindest ungeliebt. Toskana-Urlauber wissen von geschlossenen Betrieben und unfreundlichem Abgewiesen-Werden ein Lied zu singen, auch in die Chateâux des Bordelais marschiert man nicht einfach zum Kosten hinein. Die Spanien-Spezialistin Beate Espinoza- Mayr vom Vorarlberger Importhaus „Bodega Rioja“ warnt: „Direkt in den Bodegas können Weine nicht gekauft werden, da sie keine Shops dabei haben“.</p>
<p><strong>Womit der Weg in die Vinotheken</strong> bleibt, hier allerdings sollte man das grundsätzliche Preisgefüge kennen. Teurer als in Siena etwa kauft man Chianti selten ein. Gerade in Italien herrscht zwischen den Regionen starke Konkurrenz, was zu einem eigenartigen Phänomen führt: Die großen Namen aus der Toskana kauft man am besten in Venetien, Friulaner Top-Weine sind am günstigsten in Florenz, so die Faustregel eines Paradewinzers vom Collio.</p>
<p><strong>Ein unkonventioneller Tipp</strong> sind die lokalen Supermärkte. Einheimische kaufen hier nicht, sie schlagen günstig beim Erzeuger direkt zu (oder sind gleich mit einem Winzer verwandt). Somit liegen für Touristen etwa in Portugal gereifte Jahrgänge zum „alten“ Preis im Regal. Hier ist das Schnäppchen aber nur dann eines, wenn es sich um klimatisierte Geschäfte handelt. Urlauber und Reben lieben zwar die Sonne, für den Wein selbst sind Temperaturschwankungen aber der größte Feind.</p>
<blockquote><p>Welche Weine der Urlaubsregionen für die unterschiedlichsten Anlässe am besten  geeignet sind, verraten wir hier das nächste Mal. Stay tuned!</p></blockquote>
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		<title>Hey, Big Spender!</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 08:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured.Today]]></category>
		<category><![CDATA[Lesestoff]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Der amerikanische Milliardär Warren Buffet hat einen Großteil seines Vermögens gespendet. Jetzt fordert er die Reichsten der Reichen auf, es ihm gleich zu tun. (Text: Verena Eissner-Eissenstein / Foto: trackrecord, flickr)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Der amerikanische Milliardär Warren Buffet hat einen Großteil seines Vermögens gespendet. Jetzt fordert er die Reichsten der Reichen auf, es ihm gleich zu tun. (Text: Verena Eissner-Eissenstein / Foto: trackrecord, flickr)</p></blockquote>
<div id="attachment_4577" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a rel="attachment wp-att-4577" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/hey-big-spender/warren-buffet/"><img class="size-full wp-image-4577" title="warren buffet" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/warren-buffet.jpg" alt="" width="600" height="454" /></a><p class="wp-caption-text">Warren Buffet ist CEO des von ihm aufgebauten Unternehmens Berkshire Hathaway und laut „Forbes“ (2010) drittreichster Mann der Welt.</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p><strong>„Viel Geld schmerzt, also spende ich es“</strong><br />
US-Investmentlegende Warren Buffett, einer der reichsten Männer der Welt (geschätzte 47 Milliarden Dollar), verblüfft mit einer für Normalsterbliche kaum nachvollziehbaren Erkenntnis: „Es ist schmerzlich auf so viel Geld zu sitzen. Aber noch schmerzlicher ist es, etwas Dummes damit anzustellen.“ 2006 ging er deshalb mit gutem Beispiel voran und begann, einen Großteil seines Vermögens – kolportiert wird eine Summe von bis zu 38 Milliarden Dollar – diversen Stiftungen zu vermachen. Am Hungertuch nagen muss der 79-Jährige dennoch nicht. Bei feinen Diners mit den wohlhabendsten Familien Amerikas starten er und sein Freund Bill Gates nun den Aufruf, doch ebenfalls mindestens 50 Prozent ihres Geldes für karitative Zwecke herzugeben. Vier Milliardäre sollen ihrem Vorschlag zugestimmt haben.</p>
<p>Weiterlesen? Fortune: <a href="http://features.blogs.fortune.cnn.com/2010/06/16/gates-buffett-600-billion-dollar-philanthropy-challenge/">The $600 billion challenge</a></p>
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		<title>460 Comic-Seiten Leben</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/07/460-comic-seiten-leben/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 13:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Havas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Comics]]></category>
		<category><![CDATA[Featured.Today]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist eine alte Wahrheit: Österreichische Künstler werden bei uns erst dann wahrgenommen, wenn sie im Ausland erfolgreich sind. Wie die Comic-Zeichnerin Ulli Lust. Mit ihrem Teenager Road Movie "Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens" überzeugte sie in Deutschland Publikum und Feuilleton gleichermaßen. WIENER-Autor Harald Havas hat's gelesen und Ulli kennengelernt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Es ist eine alte Wahrheit: Österreichische Künstler werden bei uns erst dann wahrgenommen, wenn sie im Ausland erfolgreich sind. Wie die Comic-Zeichnerin <a href="http://www.ullilust.de/">Ulli Lust</a>. Mit ihrem Teenager Road Movie <a href="http://www.wienerpost.at/2010/06/heute-ist-der-letzte-tag-vom-rest-deines-lebens/">&#8220;Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens&#8221;</a> überzeugte sie in Deutschland Publikum und Feuilleton gleichermaßen. WIENER-Autor <a href="http://www.havas.at/archives/757">Harald Havas hat&#8217;s gelesen und Ulli kennengelernt</a>.</p></blockquote>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_4686" class="wp-caption alignleft" style="width: 233px"><strong><strong><a rel="attachment wp-att-4686" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/460-comic-seiten-leben/ulli/"><img class="size-medium wp-image-4686" title="ulli" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/08/ulli-223x300.jpg" alt="" width="223" height="300" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">Ulli Lust (Foto: privat)</p></div>
<p><strong>Als Ulli Lust am Donnerstag</strong> den 3. Juni 2010 beim <a href="http://www.comic-salon.de/">Internationalen Comic-Salon</a> in Erlangen den <a href="http://www.comic-i.com/aaa-icom/docs/preise_indie_home.html">Hauptpreis für den „Besten Independent Comic“</a> des ICOM (Interessensverband Comic) erhielt, fiel ihr ein Stein vom Herzen. &#8220;Weil ich eben nicht klassisch-konventionelle Comics zeichne (mit so einem Style und  virtuosem Strich), konnte ich nicht sicher sein, ob die Comicszene das Buch  akzeptiert&#8221;, sagt sie.</p>
<p><strong>In der Tat schlug Ulli zeitweise viel Ablehnung entgegen</strong>, in den langen vier Jahren bis zur Fertigstellung ihres Comic-Romans. Den Glauben an ihre Arbeit verlor sie aber nie. Sie wollte einfach eine gute Geschichte erzählen, eine, wie sie sagt &#8220;dicke Geschichte, weil ich selber dicke Bücher mag.“  Dass dieses Ansinnen schließlich doch noch nicht nur von ihren Kollegen, sondern auch von der allgemeinen Leserschaft goutiert wurde, zeigte sich bereits einen Tag später, am Donnerstag den 4. Juni  2010, als sie unter ehrlich lobenden Worten der moderierenden Comedienne <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hella_von_Sinnen">Hella von Sinnen</a> und des deutschen Nachwuchs-Literaturpapstes <a href="http://www.daserste.de/druckfrisch/">Dennis Scheck</a> einen <a href="http://www.comic-salon.de/index.asp?FsID=1&amp;NewsID=112&amp;spr=1">„Max und Moritz“-Preis</a> in Empfang nehmen durfte, den bedeutendsten Comic-Preis des deutschen Sprachraums. Noch dazu in jener Kategorie, die das Herz eines Künstlers wohl immer am meisten erfreut: Publikumspreis.</p>
<p><strong>Trotz stolzer 460 Seiten Umfang</strong> und noch stolzerer 30 Euro Verkaufspreis ist der beim Berliner <a href="http://www.avant-verlag.de/">avant verlag</a> erschienene Band bereits in der x-ten Auflage, Vertragsverhandlungen für weltweite Übersetzungen laufen, etwa mit Holland und Schweden,  eine spanische, französische und – nicht unpikant – italienische Ausgabe sind bereits fixiert. „Für die italienische Ausgabe hab ich den Namen des einen widerlichen Mafioso, der auf Deutsch ein Pseudonym trägt, auf seinen echten ändern lassen. Das hat er sich verdient!“, grinst Lust.</p>
<p><strong>Auch das Feuilleton</strong> reißt sich um die sympathische Künstlerin und ihr Buch. Sicher einerseits, weil es ein besonders ungewöhnliches Werk aus deutschsprachiger Comic-Produktion darstellt, aber vor allem wohl wegen Inhalt und Story <a href="http://www.wienerpost.at/2010/06/heute-ist-der-letzte-tag-vom-rest-deines-lebens/">(die komplette Synopsis finden Sie hier)</a>. Die Geisterbahnfahrt, die Höhen und Tiefen, ja, teilweise Abgründe der Reise der 17-jährigen packt die Leser und LeserInnen und lässt sie nicht mehr los. „Ich bin immer schockiert, wenn mir jemand sagt, er hätte das Buch in vier Stunden in einem Zug durchgelesen. Immerhin bin ich über vier Jahre daran gesessen“, so Lust. Aber <a href="http://www.wienerpost.at/2010/06/heute-ist-der-letzte-tag-vom-rest-deines-lebens/">„Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens“</a> ist nun mal ein Page-Turner, die schonungslos dargelegten Erlebnisse von Drogenkonsum bis Vergewaltigung, aber auch von Naivität und purer Lebenslust fesseln den Leser. Von der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Punk">Punk</a>-Szene in Wien bis zu aus reinen Gründen des Abkassierens errichteten, schon beim Bau abreißreifen Neubauvierteln in Sizilien. Von dem ehemaligen absoluten No-No einer Intimrasur bis zum langsamen sexuellen Erwachen eines jungen Mädchens. Es sind schlicht tiefe Einblicke ins Menschsein, die Ulli Lust hier bietet. „Ein Augenzeugenbericht im Gegensatz zu fiktionalem Eskapismus“, sagt sie. Aber, so Lust weiter, „ Auch ein literarisches Werk, kein Tagebuch.&#8221;<br />
Wieviel Autobiographie, wieviel Fiktion ist, bleibt somit dem lustvoll spekulierenden Leser überlassen&#8230;</p>
<p>Leseprobe (pdf zum Download): <a href="http://download.graphic-novel.info/lust_der_letzte_tag_vorschau.pdf">HIER</a>!</p>
<div>
<hr /></div>
<p><strong>DIE FAKTEN: Ulli Lust</strong></p>
<p>Geboren 1967 in Wien, in Berlin lebend, Mutter eines Sohnes, ist Comiczeichnerin, Illustratorin und Verlegerin von Online-Comics. Nach einer abgebrochenen Lehre als Design- und Modezeichnerin in Wien illustrierte sie einige Kinderbücher und schloss anschließend das Studium des Graphikdesign Kunsthochschule Berlin-Weißensee ab. Mit ihrem neuesten Werk „Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens“ (avant verlag) erzielte sie einige Preise sowie internationale Aufmerksamkeit.<br />
Derzeit arbeitet Lust an einer Comic-Adaption eines bereits existierenden Romans. <a href="http://www.ullilust.de">www.ullilust.de</a>, <a href="www.electrocomics.net">www.electrocomics.net</a>, <a href="http://www.avant-verlag.de">www.avant-verlag.de</a></p>
<blockquote><p>DISCLAIMER: Diese Version entspricht nicht dem Artikel, der zum selben Thema im WIENER 348 (August 2010) erschienenen ist. Das geschieht auf Wunsch und nach Rücksprache mit der Künstlerin.</p></blockquote>
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		<title>How to Sushi</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/07/how-to-sushi/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 06:00:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Gastkommentar]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Liste der Sachen, mit denen man sich beim Verzehr eines durchschnittlichen Gerichts blamieren kann, ist meist umfangreich, bei Sushi jedoch wirkt sie wirklich endlos. Aber Hilfe naht! Für wienerpost hat Sushi-Experte Lukas Gärtner einen Leitfaden zusammengestellt: So werden auch Sie vom Stümper zum Profi-Esser. (Text: Lukas Gärtner / Foto: Pedro Moura Pinheiro)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die Liste der Sachen, mit denen man sich beim Verzehr eines durchschnittlichen Gerichts blamieren kann, ist meist umfangreich, bei Sushi jedoch wirkt sie wirklich endlos. Aber Hilfe naht! Für <strong>wienerpost</strong> hat Sushi-Experte Lukas Gärtner einen Leitfaden zusammengestellt: So werden auch Sie vom Stümper zum Profi-Esser.<br />
(Text: <a href="http://twitter.com/lukasgaertner">Lukas Gärtner</a> / Foto: Pedro Moura Pinheiro)</p></blockquote>
<div id="attachment_4931" class="wp-caption aligncenter" style="width: 639px"><a rel="attachment wp-att-4931" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/how-to-sushi/sushi/"><img class="size-full wp-image-4931 " title="sushi" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/sushi.jpg" alt="" width="629" height="349" /></a><p class="wp-caption-text">Sushi Sashimi Brücke</p></div>
<p><strong>Erstmal heißt es nicht wie das Mädchen mit Sprachfehler</strong> ausgesprochen, Sushi. Richtig ausgesprochen wird es Sshi, also das u einfach weglassen. Fehler rundum die Saucen sind ebenso mannigfaltig, da wär mal die Soja-Sauce, diese sollte nie auf den Reis kommen, das kommt in etwa dem gleich wenn beim Heurigen Cola-Rot bestellt wird. Der Grund dafür liegt darin, dass es viele unterschiedliche Reissorten gibt und deren Zusammenspiel mit verschiedenen Fischsorten einen ganz besonderen Genuss darstellen. Mit der Sojasauce sollte, also ausschließlich der Fisch beträufelt werden.</p>
<p><strong>Ein weiteres Blamagerisiko</strong> wird begangen wenn <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wasabi">Wasabi</a> in die Soja-Sauce gepanscht und daraus eine Do-It-Yourself Marinade fabriziert wird. Ähnlich missfallende Blicke wird man ernten, wenn <a href="http://www.youtube.com/watch?v=2dbcaGD9Y6U">der eingelegte Ingwer </a>(das rosa Zeug) mit den Sushis in den Mund genommen wird und zwar aus dem Grund, da dieser nur zur Neutralisierung des Geschmacks zwischen dem Genuss verschiedener Sorten dienen soll.</p>
<p><strong>Legerer sind die Gewohnheiten</strong> was die Aufnahme der Sushis betrifft, wer mag darf herzhaft zugreifen und zwar mit den Fingern, das ist absolut normal unter Japanern. Allerdings sollte ein Sushi &#8211; nach dem Motto ran an die Buletten &#8211; mit einem Bissen gegessen werden. Wenn der zarte Mund der Begleiterin zu schmal ist, kann der Sushi-Meister aufgefordert werden die Sushis in kleinere Stücke zu schneiden. Obwohl das Essen mit Fingern sehr liberal gesehen wird, ist es ein absolutes No-Go die Stäbchen abzulecken. Gleiches gilt für Gestikulieren &#8211; und keinesfalls sollten Sie mit den Stäbchen auf etwas zeigen!</p>
<p><strong>Trotz alldem ist das Wichtigste,</strong> Spaß zu haben, sich nicht zu sehr durch all die do&#8217;s und dont´s stressen zu lassen. Dabei erleichtert das richtige Getränk die Sache erheblich: Bier passt sehr gut zum Geschmack des Fisches und der bitter-scharfen Saucen. Wer noch einen draufsetzen möchte bestellt sich eine <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sake_bomb">Sake Bomb</a> (japanisches U-Boot) und zählt auf japanisch bis drei &#8220;ichi&#8230;ni&#8230;san&#8230;SAKE BOMB!&#8221;, bevor er das Teil hinunterjagt&#8230;</p>
<blockquote><p>Appetit bekommen? Dann haben wir einen Vorschlag für Sie!<br />
Der Verfasser dieser Zeilen schreibt gerade seine Diplomarbeit rund um die Häppchen, die die Welt bedeuten &#8211; und dabei kann er Hilfe brauchen! Einfach <a href="http://www.lukasgaertner.com/limesurvey/index.php?sid=41647&amp;lang=de">die kurze Umfrage (hier) ausfüllen</a> und einen Sushigutschein gewinnen!</p></blockquote>
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		<item>
		<title>Titania, Folge 2</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 22:30:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[Comics]]></category>
		<category><![CDATA[Featured.Today]]></category>
		<category><![CDATA[Titania]]></category>
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		<description><![CDATA[wienerpost proudly presents: Titania! Ab sofort wird der Tienstag zum Titania Tag. Jede Woche eine neue Folge von Klaudia Wanners wundervoller Comic-Serie, made in Austria.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-4511" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/titania-folge-2/titania-header/"><img class="aligncenter size-full wp-image-4511" title="TITANIA-header" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/TITANIA-header.jpg" alt="" width="630" height="206" /></a>wienerpost proudly presents: Titania! Ab sofort wird der Tienstag zum Titania Tag. Jede Woche eine neue Folge von <a href="http://www.wienerpost.at/2010/07/die-nackten-und-die-schwangeren/">Klaudia Wanners</a> wundervoller Comic-Serie, made in Austria.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-4515" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/titania-folge-2/titania3a/"><img class="aligncenter size-full wp-image-4515" title="titania3a" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/titania3a.jpg" alt="" width="630" height="441" /></a></p>
<p>Mehr Titania gibts <a href="http://www.wienerpost.at/category/genuss/comics/titania-comics-genuss/">hier</a>!</p>
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		<title>Daten her!</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 06:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured.Today]]></category>
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		<description><![CDATA[Regierungen schreien weltweit nach einem „transparenten Bürger“. Dann sollen sie aber erst mal selber Transparenz vorleben! „Open Government Data“ lautet die Devise.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Regierungen schreien weltweit nach einem „transparenten Bürger“. Dann sollen sie aber erst mal selber Transparenz vorleben! „Open Government Data“ lautet die Devise.</p></blockquote>
<div id="attachment_4792" class="wp-caption aligncenter" style="width: 640px"><a rel="attachment wp-att-4792" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/daten-her/opendata1/"><img class="size-full wp-image-4792" title="opendata1" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/opendata1.jpg" alt="" width="630" height="348" /></a><p class="wp-caption-text">Illustration: Renate Stoica</p></div>
<p>Am Tag als das Wasser kam, ging Jerry Kennedy gleich drei Mal in die Badewanne. Wir schreiben das Jahr 2004 und Kennedy, amerikanischer Staatsbürger, hatte die ersten 54 Jahre seines Lebens ohne Anschluss an das Wasserleitungsnetz verbracht. Nicht, weil es in <a href="http://maps.google.at/maps?hl=&amp;q=Zanesville,+Ohio&amp;rlz=1B3GGIC_de___AT340&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;hq=&amp;hnear=Zanesville,+OH,+USA&amp;gl=at&amp;ei=xXJBTJaCB9-TOISr0ZoN&amp;sa=X&amp;oi=geocode_result&amp;ct=title&amp;resnum=1&amp;ved=0CBkQ8gEwAA">Zanesville, Ohio</a> keine Leitungen gab – es gab sie bloß nicht für Schwarze. Während Kennedys weiße Nachbarn längst eine Waschmaschine ihr eigen nannten, wartete Kennedy mit dem Wäschewaschen immer auf den nächsten Regenguss. Sie haben richtig gelesen: 2004.</p>
<p>Das sollte sich ändern, als ein Anwalt aus Washington einen Blick auf die Stadtdaten warf: Welche Häuser der Stadt hatten Leitungen? Wo hatten sich schwarze, wo weiße Bewohner angesiedelt? Die Korrelationen waren zu aussagekräftig, um länger ignoriert zu werden. Die Folge: Ein Gerichtsurteil, das die Stadt zwang, endlich Wasser für alle zur Verfügung zu stellen. Plus 10,9 Millionen Dollar Schmerzensgeld.</p>
<p>Dieser Erfolg lässt sich auf ein simples amerikanisches Gesetz zurückführen. Nein, nicht Bürgerrechte oder Gleichbehandlung, sondern auf den<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Freedom_of_Information_Act_%28United_States%29"> <em>Freedom of Information Act</em></a>, der jedem Bürger das Recht gibt, sämtliche Regierungsdaten einzusehen. Sobald Daten erhoben werden, müssen sie der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, seien es nun Wasserleitungsdaten, Ethnizitäten oder bloß die Anzahl von McDonalds Restaurants in Schulnähe.</p>
<p>„Das ist auch richtig so“, bekräftigt Open-Data-Experte <a href="http://wissenbelastet.com">Max Kossatz</a>, „Alle Informationen, die von einer Regierung gesammelt werden, sind durch öffentliche Gelder finanziert. Im Gegenzug müssen sie der Öffentlichkeit auch uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Diese Daten betreffen uns alle: Umweltdaten, Verkehrsdaten, Finanzdaten, Parteienförderung, Luftfahrtsdaten etc.“</p>
<p>Dabei geht es gar nicht um das Veröffentlichen von Staatsgeheimnissen. Im Grunde <span style="text-decoration: underline;">sind </span>alle diese Daten bereits öffentlich. Die Geodaten von Wien etwa sind ja keine Verschlusssache. Sie werden jedoch nicht gratis zur Verfügung gestellt, sondern an Firmen verkauft, die Karten herstellen. Diese erwerben dadurch das Recht, sie weiterzuverkaufen und die Stadt Wien verdient dabei ein bisschen Taschengeld. „Als Bürger zahle ich dann aber zweimal für die Daten; erst durch mein Steuergeld für ihre Erhebung und dann muss ich sie kaufen, wenn ich sie nutzen will“, sagt Kossatz.</p>
<p>Damit keine Missverständnisse aufkommen: Niemand ist der Stadt ihre Einkünfte neidig. Es hat sich nur gezeigt, dass Daten, die der Öffentlichkeit gratis und ohne Copyright-Einschränkungen zur Verfügung stehen, über Umwegrentabilität weitaus mehr Geld in die Stadtkassa fließen lassen, als jene, die eifersüchtig gehortet und nur an ausgewählte Geschäftspartner verkauft werden. Das belegen Erfahrungen aus England, wo seit kurzem sämtliche erhobenen Daten öffentlich zugänglich sind. „Daten sind in ihrer reinen Form stinklangweilig“, sagt Internet-Erfinder <a href="http://www.w3.org/People/Berners-Lee/">Tim Berners-Lee</a>, der gemeinsam mit dem damaligen Premierminister Gordon Brown das Projekt <a href="http://data.gov.uk/">„Data Government U.K.“</a> auf Schiene brachte, „Aber sie tragen ganz wesentlich dazu bei, was in unserem Leben geschieht. Und wenn man Daten kreativ miteinander in Beziehung setzt, öffnet man die Schleuse für eine ungeahnte Vielfalt von Projekten. Genau an diesem Punkt stehen wir gerade: Wir fordern alle Regierungen auf, ihre unbearbeiteten Rohdaten zur Verfügung zu stellen. Es gibt genug Leute da draußen, die damit arbeiten wollen – auch wenn es keine unmittelbare Rendite für sie gibt.“</p>
<p>Beispiel gefällig? Einer der ersten Datensätze, die in England online gingen war eine Statistik über Fahrradunfälle. Unnötig und uninteressant könnte man meinen. Weit gefehlt. Innerhalb weniger Stunden (!) nach der Veröffentlichung hatte bereits jemand eine Integration dieser Daten mit Google Maps programmiert, sodass die Strecken mit der größten und jene mit der geringsten Unfallwahrscheinlichkeit klar sichtbar wurden. Und Menschen begannen ihre tägliche Arbeitsroute danach zu richten.</p>
<p>Kossatz: „Man weiß im Vorhinein nie, welche Daten im herkömmlichen Sinne »sinnvoll« sind. Aber je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto mehr kann man damit anfangen. Auch bei Wikipedia hat am Anfang niemand geglaubt, dass das sinnvoll ist&#8230;“</p>
<p>Gerade mit Geodaten gibt es inzwischen die unglaublichsten Beispiele. Vor allem, weil die USA unter dem Motto <a href="http://www.appsfordemocracy.org/">„Apps for Democracy“</a> einen Innovations-Wettbewerb ausgerufen hat – Projekte über Hygienestandards in Restaurants (<a href="http://eat.clean.ly">http://eat.clean.ly</a>) bis zur ökonomischeren Parkplatzsuche (<a href="http://www.parkshark.mobi">www.parkshark.mobi</a>) waren die Folge. Und in New York finden Sie seither auch leichter einen Hundepark, wenn sie mit Bonzo Gassi gehen wollen (<a href="http://www.heywalkies.com">www.heywalkies.com</a>).</p>
<p>Wenn Geodaten der Anfang sind, so sind Finanzdaten die Ausbaustufe. Gerade hier zeigt das Parade-Beispiel der englischen Regierung, was bei vorhandenem politischen Willen alles möglich ist. „Ich glaube, dass das Offenlegen von Finanzdaten einen großen Impact hat!“ meint Kossatz, „Momentan ist es so, dass ich Steuern einzahle, aber wohin mein Geld fließt und was damit passiert, ist nicht nachvollziehbar. Mit der Offenlegung der Daten wird all das transparenter. Für die Politik, für den Staat ist das wichtig, um seine Existenz zu berechtigen, um wieder einmal zu zeigen, warum es ihn eigentlich gibt und was er tut.“</p>
<p>Kein Wunder also, dass sich die britische Seite <em>Where does my money go?</em> (<a href="http://www.wheredoesmymoneygo.org">www.wheredoesmymoneygo.org</a>) regen Interesses erfreut. „Wenn sich das auch nicht auf das Wahlergebnis auswirkt, so wirkt es sich mittelfristig auf die Politikverdrossenheit, auf die Wurschtigkeit der Bevölkerung aus.“</p>
<p>In Österreich kann man davon nur träumen. Zwar gibt es Initiativen, die sich um Datenfreigabe bemühen, die Beharrungswiderstände sind aber enorm. Diese Erfahrung schildert auch Berners-Lee: „Leute in staatlichen Einrichtungen sind oft versucht, ihre Daten für sich zu behalten. Wir nennen das Datenbank-Umarmung (<a href="http://www.ted.com/talks/tim_berners_lee_on_the_next_web.html">&#8220;database hugging&#8221;</a>). Sie umarmen Ihre Datenbank und möchten sie nicht gehen lassen, bevor Sie eine wunderschöne Website dafür erstellt haben. Auf einer schönen Website sind die Daten aber meist nicht für andere Anwendungen verwertbar. Erstellen Sie ruhig eine schöne Website, aber zunächst geben Sie uns die unverfälschten Daten!“ Hierzulande möchte man diese Aufforderung gerne der Apothekerkammer zurufen. Die haben zwar schön säuberlich alle Nachtapotheken auf ihrer Website, aber die Daten sind nicht maschinenlesbar, sprich, nicht verwertbar, wenn jemand beispielsweise eine iPhone Applikation über Nachtapotheken programmieren will. Letzteres ist möglicherweise auch nicht im Interesse der Apothekerkammer, da man ja Traffic auf der eigenen Website haben möchte: Ein klassischer Fall von wirtschaftlichem versus öffentlichem Interesse&#8230;</p>
<p>Natürlich würde die völlige Freigabe der Daten in Österreich Geld kosten. Sie könnte aber Innovationen und völlig neue Geschäftsfelder ermöglichen.  „Daten“, so Berners-Lee, „sind unerschlossenes Potential. Die Zukunft des Internets heißt nicht mehr verknüpfte Dokumente, sie heißt verknüpfte Daten. Und diese Zukunft wird größer als wir uns heute vorstellen können.“</p>
<div>
<hr /></div>
<p><strong>DIE FAKTEN</strong></p>
<p>Unter <strong>Open Data</strong> versteht man die Copyright-freie Veröffentlichung, in maschinenlesbarer Form, von nicht personenbezogenen Daten eines Staates/einer Stadt/etc., deren Erfassung durch öffentliche Gelder finanziert wird. (<a href="http://wissenbelastet.com/2010/06/01/opendata-anwendungen/">Definition: Max Kossatz</a>)</p>
<p><strong>Open Data Initiativen in Österreich:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://gov.opendata.at/site/">Open Government Data Austria</a></li>
<li><a href="http://www.open3.at ">Open 3</a></li>
</ul>
<p><strong>Max Kossatz</strong> (<a href="http://wissenbelastet.com">http://wissenbelastet.com</a>)</p>
<p>War Mitte der 90er Jahre in New York federführend am Aufbau eines Internetproviders für Kulturschaffende beteiligt. Seit seiner Rückkehr nach Österreich in verschiedenen Aufsichtsrats-, Management- und Geschäftsführungspositionen im Bereich Internet, Mobile Services tätig, sowie Markt und Meinungsbeobachtung durch Analyse von Foren, Blogs, Webseiten und Social Communities.</p>
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		<title>Urlaubsplanung 2.0</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Jul 2010 10:45:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Internes]]></category>
		<category><![CDATA[Tools]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Sommer geht auch an der WIENER (Web-)Redaktion nicht spurlos vorüber. Beispiel gefällig? Unsere Facebook-Seite hat drei Administratorinnen: Eine davon war grad auf Urlaub, eine ist derzeit auf Urlaub und eine fährt demnächst auf Urlaub. Sie sehen, worauf ich hinaus will? (...)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4816" class="wp-caption alignleft" style="width: 234px"><a rel="attachment wp-att-4816" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/urlaubsplanung-2-0/urlaub-2/"><img class="size-medium wp-image-4816" title="urlaub" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/urlaub-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">cc by inga.anger / flickr</p></div>
<p>Freunde, WIENER-Leser, Landsleute!</p>
<p>Der Sommer geht auch an der WIENER (Web-)Redaktion nicht spurlos vorüber. Beispiel gefällig? Unsere Facebook-Seite hat drei Administratorinnen: Eine davon war grad auf Urlaub, <a href="http://twitter.com/Not_Funny/status/18433602829">eine ist derzeit auf Urlaub</a> und eine fährt demnächst auf Urlaub. Sie sehen, worauf ich (= Administratorin, die demnächst auf Urlaub fährt) hinaus will?</p>
<p>Während die Österreichischen Universitäten also &#8211; zumindest <a href="http://derstandard.at/1277338306499/STANDARD-Sommergespraech-Josef-Proell-Ein-Bleiberecht-waere-ein-Signal-dass-jeder-kommen-soll">laut Josef Pröll &#8211; ein &#8220;Vermassungsproblem der Sonderklasse&#8221;</a> haben, trifft auf die unbeugsamen Gallier in der WIENER Redaktion eher das gegenteilige Phänomen zu ;)</p>
<p>Um Sie dennoch auch in der Freibad- und Sonnenbrand-Saison zu unterhalten und Sie weiterhin täglich mit lesbaren Titbits zu versorgen, greifen wir auf technische Hilfe zurück und lassen ein paar freundliche Tools die Urlaubsvertretung übernehmen. <span style="text-decoration: line-through;"><a href="http://www.networkedblogs.com/">Networked Blogs</a> wird &#8211; so hoffe ich zumindest &#8211; aktuelle Blogposts auf unsere Facebook-Seite importieren. Das geschieht, weiß der Kuckuck warum, immer mit einer gewissen Zeitverzögerung &#8211; aber he, wer will sich schon hetzen <a href="http://www.tagesspiegel.de/zeitung/so-heiss-war-es-noch-nie/1885614.html">bei der Hitze</a>?</span> (siehe UPDATE unten)<br />
Währenddessen wird <a href="http://wordpress.org/extend/plugins/twitter-tools/">Twitter Tools</a> wird für uns zwitschern. (Wenn Sie selber einen Blog haben, probieren Sie&#8217;s aus!)</p>
<p>Warum mir das überhaupt einen Blogpost wert ist? Nun, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bot">Bots</a> werden sich nicht um vier Uhr früh mit Ihnen in einem persönlichen Chat tummeln (Ihr wisst schon, wer Ihr seid!) und vermutlich auch nicht auf Kommentare antworten. Schreiben Sie&#8217;s nicht unserer Unhöflichkeit zu, sondern bloß der sommerlichen Abwesenheit!</p>
<p>Ab der zweiten Augusthälfte dann wieder mit vollem Einsatz und auch mit einigen Überraschungen&#8230;<br />
&#8220;Trust me&#8221;, würde <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Barney_Stinson">Barney Stinson</a> sagen,<a href="http://www.imdb.com/title/tt0460649/quotes?qt0440915">&#8220;It&#8217;s gonna be legend-&#8230; wait for it&#8230; and I hope you&#8217;re not lactose intolerant because the second half of that word is DAIRY!&#8221;</a></p>
<p><strong>UPDATE:</strong> Networked Blogs ist offensichtlich selber in Ferienstimmung und rührt, wie man in Wien so schön sagt, kein Ohrwaschl. Aber <a href="http://www.linksalpha.com/">Links Alpha</a> nimmt sich freundlicher Weise des Problems an. Sehr sympathisch. Hat jemand Erfahrungen damit?</p>
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		<title>Aqua Skipper, Poweriser, Hyperbike &amp; Co. &#8211; Die 10 abartigsten Formen der Fortbewegung</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 11:02:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kolisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Fun]]></category>
		<category><![CDATA[innovation]]></category>
		<category><![CDATA[transportation]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon mal mit einem Aquaskipper über den Millstätter See gedüst? Mit den Powerisern an den Füßen die Hauptallee hinunter gejoggt? Oder gar das kühle Blonde in einem pedal-betriebenem Pub gezwitschert? Treehugger präsentiert die Top Ten der abartigen Fortbewegungsmittel...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.treehugger.com/">Treehugger</a> ist eine interessante Website. Kennen Sie nicht? Dann sollten Sie bei Gelegenheit mal hinklicken, zahlt sich aus:  Man hat sich der Nachhaltigkeit verschrieben, evaluiert grüne Produkte und Innovationen und versucht, diese auch einem Mainstream Publikum schmackhaft zu machen. Dass es manchen dieser umweltfreundlichen Ideen durchaus nicht an Skurrilität und augenzwinkerndem Schmäh mangelt, beweist eine aktuelle Top-Ten-Liste:  &#8220;10 Weird Forms of Human Transportation&#8221;.</p>
<p style="text-align: justify;">Schon mal mit einem Aquaskipper über den Millstätter See gedüst? Mit den Powerisern an den Füßen die Hauptallee hinunter gejoggt? Oder gar das kühle Blonde in einem pedal-betriebenem Pub gezwitschert?</p>
<p style="text-align: justify;"><a rel="attachment wp-att-4772" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/aqua-skipper-poweriser-hyperbike-co/aquaskipper/"><img class="aligncenter size-full wp-image-4772" title="Aquaskipper" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/Aquaskipper1.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><a rel="attachment wp-att-4773" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/aqua-skipper-poweriser-hyperbike-co/treadmill-bike/"><img class="aligncenter size-full wp-image-4773" title="treadmill bike" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/treadmill-bike.jpg" alt="" width="500" height="351" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><a rel="attachment wp-att-4773" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/aqua-skipper-poweriser-hyperbike-co/treadmill-bike/"></a><a rel="attachment wp-att-4774" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/aqua-skipper-poweriser-hyperbike-co/pub-mit-pedalen/"><img class="aligncenter size-full wp-image-4774" title="Pub mit Pedalen" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/Pub-mit-Pedalen.jpg" alt="" width="500" height="373" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Die vollständige Liste samt Slideshow findet sich <a href="http://www.treehugger.com/galleries/2008/12/10-weird-forms-human-transportation-picture-gallery.php">hier</a>.</p>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">
<h1><a href="http://www.treehugger.com/galleries/2008/12/10-weird-forms-human-transportation-picture-gallery.php">10 Weird Forms of Human Transportation</a></h1>
</div>
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		<title>Im Schatten des Apfelbaums (Hausmitteilung, August 2010)</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/07/im-schatten-des-apfelbaums-hausmitteilung-august-2010/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 20:22:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[01 Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Featured.Today]]></category>
		<category><![CDATA[WIENER]]></category>

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		<description><![CDATA[Haben Sie in letzter Zeit das Haus verlassen? Sicher haben Sie das, vermutlich waren Sie im Freibad oder an einem Badesee und irgendwann sind Sie vielleicht im Schatten eines Baumes gesessen und haben – in einen Apfel gebissen. So die Frucht saftig und bekömmlich war, werden sie dabei kaum trübe Gedanken an den Charakter des Obstbauern verschwendet haben. Wessen Produkte konsumiert werden, den finden wir erstmal gut. Punkt. (...)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-4621" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/im-schatten-des-apfelbaums-hausmitteilung-august-2010/cover348/"><img class="size-full wp-image-4621 alignleft" title="cover348" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/cover348.jpg" alt="" width="197" height="262" /></a> <strong>Haben Sie in letzter Zeit das Haus verlassen?</strong> Sicher haben Sie das, vermutlich  waren Sie im Freibad oder an einem Badesee und irgendwann sind Sie vielleicht im  Schatten eines Baumes gesessen und haben – in einen Apfel gebissen. So die  Frucht saftig und bekömmlich war, werden sie dabei kaum trübe Gedanken an den  Charakter des Obstbauern verschwendet haben. Wessen Produkte konsumiert werden,  den finden wir erstmal gut. Punkt.</p>
<p><strong>Apple-Bauer Steve Jobs</strong> baut seit 30  Jahren Früchte an, die ihm auf dem Markt aus der Hand gerissen werden. Der Mann  steht unbedingt im Verdacht der Gen-Manipulation, wobei noch nicht klar ist, wie  er das Überspringen der diversen Prozessorcodes seiner elektronischen  Wunderdinger auf die menschliche DNA hingekriegt hat. Unbestreitbar sind die  Folgen: Apple-Jünger, nennen wir sie „iUser“, zeigen auf Dauer eine signifikante  Veränderung ihrer Persönlichkeit. Verlust sozialer Kompetenz bis hin zur  völligen Kontaktverweigerung gegenüber Kunden anderer IT-Hersteller;  Affektstörungen und Kontrollverlust (z.B. explosiver Zorn verbunden mit erhöhter  Gewaltbereitschaft, sobald keine Strom-Steckdose in der Nähe ist und das Energie  fressende Apfel-Gadget zur Unzeit ins Koma zu fallen droht); auch Phobien (etwa  die nagende Angst, von der Vorbestellungsliste für das neue iPhones gestrichen  zu werden). Gesund ist das alles nicht. Aber man nimmt es in Kauf – und findet  es auch noch cool. Das kann nur mit Magie zu tun haben.</p>
<p><strong>Keine Frage: </strong>Was  Steve Jobs, Herrscher über das mittlerweile wertvollste Technologieunternehmen  der Welt tut oder nicht tut, was er sagt oder verschweigt, wen er fördert oder  boykottiert, ist von globaler gesellschaftlicher Wirkung. Ja, er zählt zu den  mächtigsten Männern der Welt, wie auch die Google-Gründer Sergey Brin und Larry  Page und, nehmen wir ihn ruhig dazu, Facebook-Milchgesicht Mark Zuckerberg; und  wenn man sich diese Galerie vor Augen hält, ist es doch beruhigend, dass  immerhin bedeutende Atomwaffenarsenale dieser Welt noch unter demokratisch  legitimierter Kontrolle stehen und nicht in einer Garage in Silicon  Valley.</p>
<p><strong>Für uns war soviel Einfluss Anlass genug</strong>, Steve Jobs auch als  Persönlichkeit unter die Lupe zu nehmen. Was WIENER-Autor Rainer  Himmelfreundpointner dabei zutage förderte, war nicht nur Glanz und Glamour – <a href="http://www.wienerpost.at/2010/07/der-begnadete-mistkerl/"> seine Nahaufnahme des Apple-Gründers</a> legt auch ein paar gewaltige Hässlichkeiten  offen.</p>
<p><strong>Aber es ist nicht alles schlecht.</strong> Unbestritten ist,  dass Apple zumeist awesome stuff produziert &#8211; endgeile Geräte, wie sich mit dem  Lexikon der Jugendsprache frei übersetzen ließe. Technologie kann das  Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino einfach. Das beweist auch das neue  iPhone, das Technik-Redakteur <a href="http://www.wienerpost.at/author/martin-kroess/">Martin Kroess</a> für Sie auf Herz und Nieren  untersucht und in all seinen Features analysiert hat (ab Seite 56)</p>
<p><strong>In der  Redaktion</strong> hält sich zudem hartnäckig der Verdacht, dass nach dem lausigen Wetter  im Mai Apple höchstselbst zur Rettung der diesjährigen Ernte eingegriffen hat.  Worauf sollte dieser traumhafte Sommer zurückzuführen sein, wenn nicht auf ein  meteorologisches Software-Update, nachdem die Performance bis Juli einfach nicht  befriedigend war und sich die Beschwerden aus der Badehosen-Community häuften?  Wie auch immer: Genießen Sie Ihren Urlaub, laden Sie Ihren Akku auf – und  schalten Sie im Schatten des Apfelbaums mal Ihr Handy aus &#8211; ob es nun ein  iPhone, HTC, Nokia, Motorola, Sony Erikson, LG oder weiß der Geier  ist&#8230;</p>
<p>Herzlichst,<br />
<a href="http://www.wienerpost.at/author/wieneu/">Helfried Bauer</a>, Chefredakteur</p>
<blockquote><p>Editorial, erschienen im WIENER 348 / August 2010</p></blockquote>
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		<item>
		<title>Der begnadete Mistkerl</title>
		<link>http://www.wienerpost.at/2010/07/der-begnadete-mistkerl/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 18:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>default</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesestoff]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Tools]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein lumpiger Dollar Jahresgehalt... Der wahrscheinlich am schlechtesten bezahlte Chef der Welt ist gleichzeitig auch der erfolgreichste. Und der fieseste sowieso. Apple-Gründer Steve Jobs, eine Nahaufnahme. (Text: Rainer Himmelfreundpointner / Illustrationen: Blagovesta Bakardjieva)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Ein lumpiger Dollar Jahresgehalt&#8230; Der wahrscheinlich am schlechtesten bezahlte Chef der Welt ist gleichzeitig auch der erfolgreichste. Und der fieseste sowieso. Apple-Gründer Steve Jobs, eine Nahaufnahme. (Text: <a href="http://www.be24.at/blog/author/rainer_himmelfreundpointner">Rainer Himmelfreundpointner</a> / Illustrationen: <a href="http://www.blagovesta.net/">Blagovesta Bakardjieva</a>)</p></blockquote>
<div id="attachment_4557" class="wp-caption aligncenter" style="width: 640px"><a rel="attachment wp-att-4557" href="http://www.wienerpost.at/2010/07/der-begnadete-mistkerl/steve-jobs/"><img class="size-full wp-image-4557" title="steve jobs" src="http://www.wienerpost.at/wp-content/uploads/2010/07/steve-jobs.jpg" alt="" width="630" height="840" /></a><p class="wp-caption-text">Marketing Genie: Was Jobs auch anfasst - es produziert Gold. WIENER-Illustratorin Blagovesta Bakardjieva hat ihn mit seinen schillerndsten Produkten dargestellt.</p></div>
<p><strong>Schon mal von dem Management-Buch „The No Asshole Rule“ gehört?</strong> Der Autor Robert Sutton landete damit in den USA einen Bestseller. Und er war ganz erstaunt, wie sehr sich die Leute für Mistkerle interessieren. „Sobald bekannt wurde, dass ich über Arschlöcher schreibe“, so der Professor der renommierten kalifornischen Stanford-Universität, „erzählten mir die Leute aus dem Silicon Valley freiwillig fürchterliche Geschichten über Steve Jobs. Diese Menschen hatten echt Angst vor ihm. Sie weinten und schrien. Jobs hat sie in einen grauenvollen Zustand versetzt. Vor allem in den frühen Jahren seiner Apple-Zeit.“</p>
<p><strong>Etwa so:</strong> Jobs feuert einen jungen Mitarbeiter, weil er ihm das falsche Mineralwasser bringt. Jobs überrascht ein Entwicklungsteam in einer Sitzung, da ihm etwas nicht passt, fragt willkürlich nach Namen, und wirft die Hälfte der Leute im Angesicht der restlichen Kollegen hinaus. Alle verstehen diese Botschaft – und hackeln daraufhin rund um die Uhr.</p>
<p><strong>Wenn man dem mittlerweile verstorbenen Jef Raskin</strong>, der an der Erfindung des Apple-Macintosh-Computers beteiligt war, glaubt, war Jobs auch ein lausiger Manager.<br />
In einem internen Memo schrieb er zusammen gefasst, dass Jobs …</p>
<p>… dauernd wichtige Meetings verpasse;<br />
… ohne nachzudenken wirre, absurde Entscheidungen fälle;<br />
… niemandem zuhöre und Entscheidungen – einmal so, einmal so – ex cathedra treffe</p>
<p><strong>„Heute findet er die Farbe Weiß super“</strong>, berichtet ein Apple-Manager, „also arbeitet das Design-Team mit dieser Vorgabe. Zwei Wochen später wirft er alles über den Haufen und das Team hinaus, weil er plötzlich Schwarz für toll hält“.</p>
<p><strong>Überdies war und ist Jobs offenbar</strong> ein nahezu manischer Geheimnistuer und Kontroll-Freak. Die Anekdoten darüber sind Legion. Apple-Leute fürchten sich immer noch vor dem „One Infinite Loop“, dem Antreten in Jobs’ Büro. Um das zu vermeiden, werden selbst von hochrangigen Mitarbeitern nicht nur (sowieso irreführende) Presseaussendungen, sondern auch interne E-Mails an Kollegen vor dem Versenden peinlichst kontrolliert und privat abgesprochen: ob man etwas so oder so sagen, dies oder das schreiben könne. Im Unternehmen gibt es ein geflügeltes Wort: „Du kannst alles machen, was du willst. An deinem letzten Tag bei Apple.“</p>
<p><strong>Nicht umsonst hängt in Steve Jobs Büro</strong> bis heute ein US-Plakat aus dem Zweiten Weltkrieg. Titel: „Loose lips might sink ships“, was soviel heißt wie: Ein unachtsames Wort kann Schiffe zum Sinken bringen. Für jeden der weltweit knapp 40.000 Apple-Mitarbeiter und tausende Lieferanten ist damit klar: Wehe, es dringt irgendwas Unerwünschtes oder zum falschen Zeitpunkt nach außen. Dieses Gesetz ist erbarmungslos.</p>
<p><strong>Denn Steve Jobs denkt in anderen Kategorien.</strong> Seine Vorbilder sind Leonardo da Vinci, Albert Einstein oder Isaac Newton. Sein Wunsch ist es, wie diese die Welt zu verändern. Das ist ihm mit erstaunlichem Erfolg gelungen. Und zwar in einer affenartigen Geschwindigkeit – eine Story wie von einem anderen Stern:</p>
<p><strong>Geboren 1955 im kalifornischen San Francisco</strong> als uneheliches Kind eines unvorsichtigen Studentenpärchens, das ihn sofort zur Adoption freigab. Aufgewachsen im kalifornischen Mountain View als Sohn von Clara und Paul Jobs, einem Automechaniker. Das College bereits nach einem Semester geschmissen. Lieber im Homebrew Computer Club herumgehangen, genauso wie der extrem talentierte Nerd Steve Wozniak. Einen Auftrag von Atari für die Entwicklung des Computerspiels „Breakout“ an Land gezogen, das Wozniak in nur vier Tagen programmierte. 5000 Dollar abgecasht, seinem Kumpel aber nur 500 bezahlt. Jobs flunkerte, er hätte nur 1000 Dollar bekommen. Aber er hatte seine wahre Bestimmung gefunden – Computer und Marketing.</p>
<p><strong>1976 gründete er gemeinsam mit</strong> Wozniak und Ronald Wayne die Apple Computer Company. Jobs hatte dafür seinen VW-Bus, Wozniak einen Texas-Instruments-Taschenrechner verhökert. Bald darauf kam mit dem „Apple I“ der erste Heimcomputer der Welt unter dem Logo mit dem angebissenen Apfel (bite) für 666,66 Dollar auf den Markt. Das war die Grundlage für Steven Paul Jobs’ Werdegang zum absoluten Säulenheiligen der Computerindustrie, überflügelt nur von seinem befreundeten Erzrivalen, Microsoft-Boss Bill Gates.</p>
<p><strong>Ein paar Jahre lang experimentierten</strong> die High-Tech-Pioniere mehr oder weniger erfolgreich (immerhin gelang 1980 die Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft) mit verschiedenen Apple-Versionen herum. Bis diese Produktlinie 1984 zugunsten des vorrangig von Jef Raskin entwickelten Macintosh – der erste kommerziell erfolgreiche Heimcomputer mit einer grafischen Benutzeroberfläche – aufgegeben wurde. Für mehr als eine Generation von Menschen sind die Dutzenden von Mac-Versionen zum unverzichtbaren Bestandteil ihres täglichen Lebens geworden wie die Morgentoilette oder der Gang aufs Klo.</p>
<p><strong>Längst ist Apple mit Produkten wie</strong> „iTunes“, „iPods“, „iPads“ oder „iPhones“ in fast alle Bereiche der Kommunikationsindustrie vorgedrungen. Mit bemerkenswerter Fortune: 2009 verzeichnete das inzwischen börsenotierte Unternehmen einen Umsatz von rund 43 Milliarden Dollar und einen Gewinn von etwa 8,3 Milliarden. Laut der US-Marktforschungsgruppe Milward Brown liegt der Wert von Apple bei 83,15 Milliarden Dollar. Steve Jobs hält als größter Einzelaktionär 5,5 Millionen Aktien oder 0,64 Prozent der Anteile der Firma.</p>
<p><strong>Doch nicht bei allem, wo Apple draufsteht,</strong> steckt auch Jobs dahinter. Bereits 1985 musste er das Unternehmen nach einem internen Machtkampf verlassen und gründete die „NeXT Computer Company“. Die NeXT-Workstation – ein eleganter schwarzer Kubus – war zwar technisch ihrer Zeit voraus. Immerhin programmierte der Internet-Pionier Tim Berners Lee auf so einem Ding die ersten World-Wide-Web-Versionen. Aber kommerziell war ihm damit kein rasender Erfolg beschieden. Es sei denn, man sieht von der Tatsache, ab, dass Jobs den Laden im Jahr 1996 um 402 Millionen Dollar an Apple verscherbelte und damit wieder in die Führungsetage seiner alten Firma einzog.</p>
<p><strong>Dazwischen hat er 1986</strong> – so im Vorbeigehen, wie es den Anschein hat – die „Pixar Inc.“ (ursprünglich ein Teil der Grafik-Abteilung von Lucas-Film, für die er George Lucas läppische fünf Millionen Dollar über den Tisch rieb) ins Leben gerufen. Keine zehn Jahre später landete Pixar mit dem Animationsfilm „Toy Story“ einen Welthit. Es folgten Blockbuster wie „Find Nemo“, „Ratatouille“ oder der Oscar-prämierte Streifen „Oben“. Kurzum: 2006 wurde das Studio für satte 7,4 Milliarden Dollar an den Unterhaltungsmulti Walt Disney weitergereicht. Seither ist der fast fanatische Vegetarier und bekennende Zen-Buddhist Jobs mit sechs Prozent der größte Einzelaktionär von Disney.</p>
<p><strong>Dieser Mann hat etwas von Howard Hughes</strong>, dem legendären Pionier der Luftfahrt-Industrie. Wenn er will, kann Jobs mit seinem Charme und schauspielerischem Markteting-Talent ein weltweites Publikum in seinen Bann ziehen. Berühmt sind seine Auftritte bei diversen Branchen-Messen, um persönlich ein neues Apple-Trum vorzustellen. Ein Ereignis, dem die globale Apple-Fan-Gemeinde wochenlang entgegen fiebert. Jobs schafft es immer wieder mühelos, jeden Hollywood-Star an die Wand zu spielen. Er macht das so: Eine Bühne mit XXXL-Screen wie für einen Rolling-Stones-Auftritt. Ein Presenter – besser: Einpeitscher – mit Scientology-Rhetorik. Eine Light-Show, die sich gerade mal Michael Jackson leisten konnte. Und nun kommt – gottgleich – ER. Lockerer Schritt. Coole Levis 501, leicht ausgewaschen. Dunkelblaues T-Shirt. Drei-Tage-Bart. Zahnarzt-Zähne. Gejohle, das zeitgleich auf You Tube zu hören und sehen ist. Dann nimmt ER das Mikro und sagt: „I have some really great stuff to show you today!“ Oder so. Und die Menge flippt aus, rennt zum nächsten Apple-Store und legt wie auf Befehl erhebliche Summen für ein neues „Kultteil“ mit dem Apfel-Logo ab. So geschehen am letzten Juni-Wochenende dieses Jahres, als innerhalb von drei Tagen nicht weniger als 1,7 Millionen iPhones4 über den Tresen gingen.</p>
<p><strong>Solche Shows gibt ER allerdings nicht mehr so oft.</strong> Beobachter meinen, dass sich sein unberechenbares Temperament seit der Heirat mit Laurene Powell und dank seiner drei Kinder, die er mit ihr aufzieht, gekühlt habe. Außerdem hätte ihn sein Gesundheitszustand demütiger gestimmt. 2004 wurde Jobs ein Tumor an der Bauchspeicheldrüse entfernt. Voriges Jahr wurde ihm wegen einer Hormonerkrankung die Leber transplantiert. John Warnock, ein langjähriger Freund, fast eine Vater gur für Jobs, meint hingegen: „Ich dachte, Steve wäre nach seinem Misserfolg mit NeXT deutlich verträglicher geworden. Aber inzwischen sehe ich das nicht mehr so.“</p>
<p><strong>Vieles deutet darauf hin</strong>, dass Steve Jobs im Grunde – abgesehen seiner Familie und engsten Freunden gegenüber – nach wie vor ein außergewöhnlicher, stinkreicher Mistkerl ist. Jüngstes Indiz dafür: Die Markteinführung des iPhones4 Ende Juni. Die Version dieses smarten Handys wurde um etliche Features und technische Spielereien erweitert. Coolstes Gadged: die Empfangsantenne, im Grunde nichts anderes als ein Stück Metall. Statt es im Gehäuse des hippen Teils – wie üblich – zu platzieren, hat es Apple silbrig glänzend an den schlanken Randbereichen appliziert. Das sieht zwar ziemlich cool aus, hat aber einen blöden Nachteil. Die meisten Menschen greifen Handys immer noch mit Daumen und wenigstens ein, zwei Fingern auf beiden Seiten an. Sobald sie leicht schwitzen, was im Sommer o vorkommt, berühren sie unabsichtlich das gar so lässige Antennen-Material. Folge eins: deutlicher Abfall der Empfangsqualität. Folge zwei: jede Menge aufgebrachter E-Mails und negative Schlagzeilen.</p>
<p><strong>Am 28. Juni 2010</strong> äußerte ER sich angeblich per E-Mail mit der lapidaren Auforderung: „Haltet das Ding einfach anders rum. Es gibt kein Empfangsproblem. Stay tuned.“ Auch wenn nicht bewiesen ist, das Jobs tatsächlich hinter der Mail steckt – ähnlich schauen würde es ihm.</p>
<p>P.S: Mittlerweile hat Apple auch offiziell reagiert und ein Problem eingestanden. Was genau die Ursache sein könnte, ist noch Gegenstand von Tests – und wilder Diskussionen unter Fans und Kritikern von legendary Mr. Jobs …</p>
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<hr /></div>
<p><strong>DIE FAKTEN: Steve Paul Jobs</strong></p>
<ul>
<li>Geburtstag: 24. Februar 1955</li>
<li>Geburtsort: San Francisco</li>
<li>Leibliche Eltern: Joanne Simpson und (vermutlich)<br />
Abdulfattha Jandali, Politikprofessor aus Syrien</li>
<li>Adoptiveltern: Paul und Clara Jobs, beide verstorben</li>
<li>Ausbildung: High School, ein Semester Reed Colllege</li>
<li>Familienstand: Verheiratet seit 1991 mit Laurene Powell<br />
(geboren 1964)</li>
<li>Kinder: Lisa Brennan-Jobs (geboren 1978, gemeinsam mit<br />
seiner früheren Freundin Chris-Ann Brennan), Reed (geboren<br />
1991), Erin-Siena (geboren 1995) und Eve (geboren 1998)<br />
mit seiner Frau Laurene</li>
<li>Beruf: Vorstandsvorsitzender von Apple,<br />
Aufsichtsrat von Walt Disney</li>
<li>Vermögen: 5,6 Milliarden Dollar laut Forbes-Ranking 2010.136-reichster Mensch der Welt</li>
<li>Jahresgehalt: 1 Dollar</li>
<li>Politische Orientierung: Demokrat</li>
<li>Religion: Zen Buddhismus</li>
<li>Lieblingsorte: Yosemite, Paris, Route I-280 bei Stanford</li>
<li>Lieblingsmusiker: Bob Dylan, Joan Baez, Beatles,<br />
Grateful Dead</li>
<li>Lieblingsmöbel: eine 100.000-Dollar Stereoanlage</li>
<li>Lieblingskunst: Fotografie, japanische Drucke</li>
<li>Lieblingsessen: rohe Karotten, Sushi</li>
</ul>
<blockquote><p>Erschienen im WIENER 348 / August 2010</p></blockquote>
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