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	<title>WIENER &#187; Helfried Bauer</title>
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		<title>Von und zu Rudi</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Dec 2010 08:10:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn sich das Jahr zu ende neigt, lädt seine Exzellenz Robert Heinrich I. zum traditionellen Silvesterspecial auf ORF1 und Protagonist Robert Palfrader darf sich in mehrteilig&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/12/von-und-zu-rudi/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-9821" title="Rudi Roubinek" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/12/rudi-300x199.jpg" alt="Rudi Roubinek" width="300" height="199" /><strong>Wenn sich das Jahr zu ende neigt,</strong> lädt seine Exzellenz Robert Heinrich I. zum traditionellen <a title="ORF Silverster-Programm" href="http://programm.orf.at/?story=6997">Silvesterspecial auf ORF1</a> und Protagonist Robert Palfrader darf sich in mehrteiligiger Audienz einen abkaisern. Da wollen wir ihn nicht stören. Der <a href="http://www.wiener-online.at">WIENER</a> hat sich statt des Kaisers devoten Oberhofmeister Seyffenstein (alias Rudi Roubinek) geschnappt, um gemeinsam zurück und nach vorne zu blicken&#8230;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Die Sendung &#8220;Wir sind Kaiser&#8221; ist einer der größten ORF-Erfolge  der letzten Jahre mit Quoten von konstant 25-30 Prozent. Sie sind,  wie man immer wieder liest, der Hauptautor und geistige Vater dieses  Erfolgs?</strong> Langsam, langsam! Es gibt ein Team von fünf Autoren, dem ich  sozusagen vorstehe. Der Hauptautor ist derjenige, der inhaltlich  bestimmt, was letzten Endes ins Buch kommt. Es ist, wenn Sie so  wollen, eine Führungsfunktion. Trotzdem bleibt es Teamarbeit.</p>
<p><strong>Führungsfunktion in der Redaktion hin oder her, vor der Kamera  sind Sie eindeutig der Sympathieträger der Sendung, noch vor dem &#8220;Kaiser&#8221;. Woher kommt das?</strong> Der Sidekick in so einem Set ist eine sehr  dankbare Rolle, weil man damit nicht die Hauptlast des Formats tragen  muss. Der zweite Grund liegt sicher in der Besonderheit der beiden  Figuren und ihrem Verhältnis zueinander. Der Kaiser ist jemand, der  für sich in Anspruch nimmt, der Kaiser zu sein. Er hat eine seltsame  Persönlichkeitsstruktur und Allmachtsfantasien. Auf der anderen Seite  steht der Seyffenstein, der alles, was sich der Kaiser wünscht,  auch  wenn es der größte Unfug ist, einfach zu erfüllen versucht,  pflichtbewusst bis ins Letzte. Ich glaube, damit ist der Seyffenstein  eine sehr österreichische Figur mit extrem großem  Identifikationspotenzial.</p>
<p><strong>Das heißt, die Österreicher machen den größten Unfug mit?</strong> Na ja.  Wenn man den Vergleich auf den Alltag herunter brechen will: Du hast  immer einen über dir, an dem du einfach nicht vorbeikommst und für  den du den größten Blödsinn machen musst. Das ist doch ein  österreichisches Ur-Lamento.</p>
<p><strong>So gepeinigt sind die Menschen in unserem Land?</strong> Nicht nur. Wenn  man sich den Seyffenstein anschaut, geht seine Ergebenheit  ausschließlich in Richtung Kaiser. Alles was darunter ist, wird ja  von ihm selbst niedergehalten. Sei es das restliche Hofpersonal, sei  es der Lugner oder wer auch immer. Wiederum ein nicht  unösterreichischer Charakterzug, fürchte ich.</p>
<p><strong>Klingt da eine leise Österreich-Beschimpfung durch?</strong> Ich schimpfe  nicht und ich beklage mich auch nicht. Das ist ein Befund. Das geht  meiner Ansicht nach auf die Habsburger Monarchie zurück, diese  Hierarchisierung der Gesellschaft. Daher kommt auch der Titelwahn und  eine offen oder verdeckte Furcht vor Institutionen und Amtsträgern.</p>
<p><strong>Teilen Sie die?</strong> Mitunter. Das hat natürlich auch mit dem  Lebensalter zu tun. Je älter man wird, desto lockerer sieht man die  Dinge. Ich kann mich erinnern, dass ich früher bei Begegnungen mit  der Polizei oder auf Ämtern automatisch eingeschüchtert war. Ich  glaube, das sitzt tief in uns drin,  auch in mir.</p>
<p><strong>War es der Erfolg, der Sie selbstbewusster gemacht hat? </strong>Ob er mich selbstbewusster gemacht hat, weiß ich nicht. Was ich  weiß ist, dass viele Türen aufgehen. Man wird anders behandelt, wenn  man bekannt ist.</p>
<p><strong>Haben Sie auch an sich selbst irgendwelche Veränderungen durch den  Erfolg bemerkt?</strong> Natürlich bemerkt man Veränderungen an sich.  Normalerweise neigt man dazu, fremde Menschen zu ignorieren.  Besonders in der Großstadt. Von Leuten bewusst angeschaut zu werden  ist das Erste, an das man sich gewöhnen muss. Das nächste, woran man  sich gewöhnen muss, ist die Tatsache, dass weniger von dem, was man  tut, unbemerkt bleibt. Ich war schon immer viel mit dem Auto  unterwegs. Da benimmt man sich nicht ständig fein. Ich achte nun  darauf, nicht mehr wegen jedem Dreck hinauszuschimpfen wie ein  Rohrspatz oder Leute, die sich einordnen wollen, nicht rauszupressen.  Ich finde es gut, wenn man sich darüber Gedanken macht, wie man auf  andere Menschen wirkt und wie man sich anderen gegenüber verhält.</p>
<p><strong>In Ihrem Fall hatte der Erfolg also erzieherische Wirkung&#8230; </strong><br />
Ja, wirklich. Auch Leute, die mich schon lange kennen, meinen,  dass ich früher viel grantiger war als jetzt.</p>
<p><strong>Sie sind seit elf Jahren mit Ihrer Partnerin Karin zusammen.  Stimmt es, dass hinter jedem erfolgreichen Mann eine starke Frau  steht?</strong> Das stimmt insofern nicht, als Karin nicht hinter mir steht.  Sie steht neben mir und macht ihr eigenes Ding. Ich bin überhaupt so  angelegt, dass ich beruflich und privat streng trenne. Das habe ich  immer schon getan.</p>
<p><strong>Wie wichtig ist eine Beziehung für den Erfolg? Ist sie hilfreich?  Ist sie manchmal hinderlich? Was überwiegt?</strong> Ich kenne die andere  Seite nicht. Als ich Karin kennen gelernt habe, war ich ein kleiner  Redakteur. Wir sind den ganzen Weg gemeinsam gegangen. Hinderlich ist  eine funktionierende Beziehung sicher nicht. Und wenn der Erfolg da  ist, sicher auch gesund. Also für mich war es das jedenfalls.</p>
<p><strong>Wie dürfen wir das verstehen?</strong> Die Karin hat mich schon sehr  argwöhnisch beobachtet, als sich mein Bekanntwerden nicht mehr  aufhalten lies. Ob ich jetzt durchknalle, Starallüren entwickle oder  sonst irgendwie komisch werde. Sie hat geschaut, ob ich so bleib, wie  ich war oder ob ich jetzt anders und mühsam werde. Das war sicher  ganz hilfreich.</p>
<p><strong>War es manchmal notwendig, Sie auf den Boden zurückzuholen?</strong> Das  müsste Karin beantworten. Ich hoffe jedenfalls, dass ich am Boden  bleibe. Bin ja eher schwer. Ich hebe nicht so leicht ab.</p>
<p><strong>Betrachten wir einmal ihre Gardarobe? Da drängt sich doch die  Frage auf: Wie wichtig ist Schönheit für den Erfolg?</strong> Ich glaube, dass  ich mich realistisch einschätze, wenn ich mich nicht als hübschen  Menschen sondern eher als Typ bezeichne. Also wird mir in dieser  Hinsicht vielleicht auch mehr nachgesehen.</p>
<p><strong>Was ist für Sie das Beste an Ihrem Erfolg?</strong> Ich finde, das soll man  ganz offen sagen: das Geld. Wenn man als Freiberufler gutes Geld  verdient, dann ist man ruhiger und zufriedener. Man geht nicht zu  aufgeregt zu Präsentationen für den nächsten Job oder zu Castings.  Erfolg ist finanzielle Sicherheit. Und die macht einen lockerer und  freier. Punkt.</p>
<p><strong>Lassen Sie uns noch ein wenig über die Sendung sprechen.</strong> <strong>Wieso hat  der Kaiser dem Populisten H.C. Strache Audienz gewährt? Ihre Idee?</strong> Nein, ich habe keine führende Rolle bei der Auswahl der Gäste. Im  Wesentlichen ist dafür unsere Sendungsverantwortliche zuständig. Im  Fall Strache gab es heiße Diskussionen und viele Leute, die skeptisch  waren. Die haben gesagt, egal wie wir ihn herrichten, dem darf man  gar keine Bühne geben. Das war ein eine Gratwanderung. Aber ich  glaub, man muss das mit dem Spirit des Kaisers angehen. Für den wäre  der Strache einfach nur der Vorsitzende von einer der lästigen  Parteien, denen man von Haus aus gewissen Argwohn entgegen bringt.  Mehr ist der Strache für den Kaiser nicht. Das war unser Zugang.</p>
<p><strong>Der Fernsehkaiser hat dem Strache ja ganz ordentlich eingeschenkt.  Noch nie wäre ein solcher Ungustl eingeladen gewesen, hat er gesagt.</strong> Ich glaube, der Strache ist jemand, der seinen Erfolg ständiger  Negation und ständiger Hetze verdankt. So jemand muss auch einstecken  können, weil er selbst nichts anderes tut als auszuteilen.</p>
<p><strong>Warum ladet ihr nicht auch einmal Vertreter der Regierungsparteien  ein?</strong><br />
Die richtige Frage wäre: Warum kommt von denen keiner? Wir haben  wirklich jeden Politiker, jede Politikerin, die man auch nur ein  bisschen aus dem Fernsehen kennen könnte, mehrfach eingeladen. Das  war auch der Punkt bei Strache. Der hat zugesagt. Genauso wie der  Westenthaler und der Bucher. Die Grünen haben es auch verstanden. Von  denen hatten wir die Glawischnig, die Lunacek, den Öllinger und die  Petrovic. Die kommen bei uns an ein Publikum, an das die sonst nie  kommen.</p>
<p><strong>Themenwechsel. Wenn man von der Silvester-Audienz absieht, macht &#8220;Wir sind Kaiser&#8221; ja gerade Pause. Warum  eigentlich? Und vor allem: Für wie lange?</strong> Zum einen, weil  der Robert Palfrader wieder etwas anderes machen und nicht ewig der  Kaiser bleiben möchte. Dann gibt es noch einen objektiven Grund aus meiner Sicht: Wir haben  in rund 50 Sendungen 150 Promis oder mehr eingeladen. Es gibt einen  Engpass an Gästen. Irgendwann ist es in Österreich vorbei. Wir sind  ein kleines Land und haben teilweise schon auf C- und D-Promis  zurückgegriffen. Das dritte ist: Es soll uns nichts Schlimmeres  passieren, als dass die Leute sagen: Schade, dass es schon aus ist,  wir hätten es gerne noch länger gesehen. Besser, als sie sagen: Jetzt  könnten sie aber endlich einmal aufhören!</p>
<p><strong>Wie wird es also weitergehen?</strong> Es gibt die Idee, den Kaiser vielleicht in einem größeren Rahmen zurückkehren zu lassen. Vielleicht in einer Show für den zweiten Hauptabend, zwei-, drei- oder viermal pro Jahr. Aber in der bekannten Form ist erstmal Schluss. Es war ein schöner Erfolg, es hat uns sehr gefreut, aber alles hat einmal ein End’.</p>
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		<title>Rückblicke, Ausblicke (Hausmitteilung, Jänner 2011)</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Dec 2010 07:05:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[2010: Odyssee im All der bedeutenden, belanglosen und erfundenen Nachrichten, die kaum unterscheidbar über unsere Köpfe hinweg sausen. Erinnern Sie sich noch an die wirklich w&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/12/ruckblicke-ausblicke-hausmitteilung-janner-2011/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-9398" title="Wiener_10-10_001_COVER" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/12/Wiener_10-10_001_COVER-226x300.jpg" alt="" width="226" height="300" /><strong>2010: Odyssee im All der bedeutenden, belanglosen und erfundenen Nachrichten</strong>, die kaum unterscheidbar über unsere Köpfe hinweg sausen. Erinnern Sie sich noch an die wirklich wichtigen Geschehnisse des ausgemusterten Jahres?</p>
<p><strong>Spanien gewann die Fußball WM</strong> in Südafrika, okay. Griechenland wurde vom Ferienparadies zum Pleite-Vorzeigeland; Irland gab sich Mühe und schloss auf, und es fehlt nicht mehr viel, damit das ganze EU-Finanzsystem zum Teufel geht. Das hat Wucht. Aber sonst? Alisar, eine hübsche, in Oberösterreich sesshaft gewordene Migrantin aus Syrien, wurde „Germany’s Next Topmodel“. Ach ja, und H. C. Strache gewann bei den Wiener Landtagswahlen beinahe 26 Prozent der Stimmen, ohne dadurch etwas Nennenswertes zu gewinnen, denn regiert wird Wien jetzt von der ersten rot-grünen Landesregierung in der Geschichte der Republik.</p>
<p><strong>Wir verfielen angesichts</strong> derartig vieler die Sinne überfordernder Sensationen in eine Art Tunnelblick und fokussierten stur auf unsere Branche. Hei, da war was los: Dichand ging von uns. Die „Krone“ blieb, zumindest bis jetzt. Eins von beiden hatte offenbar eine schwer psychopathogene Ladung und ließ den Verband der Österreichischen Zeitungen (VÖZ) vollkommen den Verstand verlieren, so dass er dem ORF aus knausrigem Konkurrenzdünkel ein Gesetz aufnötigte, das diesen zur Beschränkung (!) seiner öffentlich-rechtlichen Informationspflicht, insbesondere zur Aufgabe <a href="http://www.wiener-online.at/2010/08/special-interest/">einiger seiner von der Öffentlichkeit mit Recht nachgefragten Online-Angebote</a> zwang, ohne das hinterlassene Vakuum ernsthaft zu kompensieren. Den österreichischen Zeitungsverlegern kommt damit im europäischen Kontext das kulturhistorische Verdienst zu, den Rollenwechsel von traditionellen Nachrichtenvermittlern zu reglementierungswütigen Informationsunterdrückern als eine der ersten ihrer Zunft vollzogen zu haben. Das verdient noch im Rückblick größte Würdigung.</p>
<p><strong>Eine der dagegen wirklich wichtigen Mediengestalten</strong> von 2010 reicht in seiner Bedeutung mindestens bis in das Jahr 2011: <a href="http://www.wiener-online.at/2010/09/krieger-des-lichts/">Julian Assange</a>, das Gesicht der Enthüllungsplattform WikiLeaks. Bereits mit den veröffentlichten Geheimdossiers zu den Kriegen in Irak und Afghanistan beherrschte WikiLeaks die öffentliche Weltmeinung, die zuletzt ans Licht gezerrten Depeschen, Lageberichte und geheimen Einschätzungen von US-Diplomaten quer über den Globus lasen sich wie ein Gossip-Exzess der hohen Politik, und wieder waren sie es schwergewichtigen Medien wie Spiegel, Guardian und New York Times Kooperationen und Titelseiten wert. Wie auch immer man zu Assange und WikiLeaks steht: Sie markieren eine neue Ära der Informationsvermittlung – die systematische Zusammenarbeit von Piraten und alten Medienschlachtrössern, das „Seite an Seite“ von zivilem Ungehorsam und etablierten Kontrollinstanzen, einen ersten Geschmack von den Auswirkungen einer Radikaldemokratie im neuen Technologiezeitalter (siehe dazu auch die Story von Nicole Kolisch ab Seite 60).</p>
<p><strong>Eines braucht es</strong> derzeit zur kompromisslosen Verteidigung demokratischer Zustände allemal: Courage, die darf man Assange, dem mittlerweile zweifellos die CIA im Pelz sitzt, getrost zusprechen. Damit leiten wir zu Michael Mittermeier über, zum Cover-Helden der aktuellen Ausgabe. Courage hat der Comedian auch bewiesen, mit dem Film über seine Reise zum burmesischen Komiker Zarganar, der in seiner Heimat zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, weil er über die dortigen Machthaber Witze riss. Lesen Sie die Geschichte ab Seite 14. Wir wetten, dass wir danach eine Lehre mit Ihnen teilen: Zu radikal kann Demokratie eigentlich niemals sein. Nur zu unerreichbar.</p>
<p>Herzlichst<br />
<a href="http://www.helfriedbauer.at/">Helfried Bauer</a>, Chefredakteur</p>
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		<title>Gibt es einen Weihnachtsmann? (Hausmitteilung, Dezember 2010)</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2010/11/gibt-es-einen-weihnachtsmann-hausmitteilung-dezember-2010/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 06:58:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[1. 
Keine bekannte Rentier-Spezies kann fliegen. Aber es gibt 300 000 Spezien lebender Organismen, die erst klassifiziert werden müssen, und obzwar es sich bei den meisten davon&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/11/gibt-es-einen-weihnachtsmann-hausmitteilung-dezember-2010/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-8864" title="cover352" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/11/cover352-226x300.jpg" alt="" width="226" height="300" /><strong>1. </strong><br />
<strong>Keine bekannte Rentier-Spezies kann fliegen.</strong> Aber es gibt 300 000 Spezien lebender Organismen, die erst klassifiziert werden müssen, und obzwar es sich bei den meisten davon um Insekten und Bakterien handelt, schließt diese Tatsache fliegende Rentiere, die nur der Weihnachtsmann  jemals zu Gesicht bekommen hat, nicht gänzlich aus.</p>
<p><strong>2. </strong><br />
<strong>Es gibt etwa zwei Milliarden Kinder</strong> (also Personen unter 18) auf der Welt. Aber da der Weihnachtsmann (wie es scheint), moslemische, hinduistische, jüdische und buddhistische Kinder nicht abwickelt, reduziert sich die Nutzlast auf 15% der Gesamtmenge &#8211; also 378 Millionen laut dem &#8220;Population Reference&#8221; Büro. Bei einer erhobenen Durchschnittsrate von 3,5 Kindern per Haushalt sind das 91,8 Millionen Wohnungen. Man kann annehmen, dass sich zumindest EIN braves Kind in jeder davon befindet.</p>
<p><strong>3. </strong><br />
<strong>Der Weihnachtsmann hat 31 Stunden Weihnachten zur Arbeit zur Verfügung</strong> &#8211; Dank  der unterschiedlichen Zeitzonen und der Erdumdrehung (angenommen er reist von Osten nach Westen, was logisch wäre). Umgerechnet sind das 822,6 Besuche per Sekunde. Das bedeutet also, dass der Weihnachtsmann für jeden christlichen Haushalt mit braven Kindern eine Tausendstel-Sekunde hat, um einzuparken, aus dem Schlitten  zu hüpfen, durch den Schornstein zu springen, die Socken anzufüllen, die übrigen Geschenke unter dem Baum zu verteilen, diverse Snacks zu essen, die ihm die Kinder bereitgestellt haben, wieder durch den Schornstein zurückzukommen, zurück in den Schlitten zu steigen und weiter zum nächsten Haus zu fahren. Angenommen diese 91,8 Millionen Fahrtunterbrechungen sind gleichmäßig auf der Erde verteilt (was sie, wie wir wissen, natürlich NICHT sind, aber wir wollen das zum Zweck unserer Berechnung akzeptieren), sprechen wir jetzt bereits von 1,2 Kilometer per Haushalt &#8212; eine Gesamtstrecke von 120,8 Millionen Meilen, nicht eingerechnet Umwege, um das zu tun, was jeder von uns mindestens einmal alle 31 Stunden tun muß. Plus Essen und so weiter. Das heißt, der Schlitten des Weihnachtsmannes fährt mit 1040 Kilometer pro Sekunde &#8211; sprich: 3000 mal die Schallgeschwindigkeit.</p>
<p>Ein kleiner Vergleich: Das schnellste von Menschenhand kreierte Fahrzeug er Erde, die Ulysses Raum Sonde, bewegt sich mit lahmen 43,8 Kilometer pro Sekunde.<br />
Ein herkömmliches Rentier läuft höchstens 24 Kilometer per STUNDE.</p>
<p><strong>4. </strong><br />
<strong>Die Nutzlast des Schlittens fügt noch ein interessantes Element hinzu.</strong> Angnommen jedes Kind bekommt nicht mehr als ein mittelgroßes Lego-Set (1 Kilo), führt der Schlitten 160 650 Tonnen &#8211; den Weihnachtsmann, der allgemein als übergewichtig beschrieben wird, nicht miteingerechnet. Überland können herkömmliche Rentiere nicht mehr als 150 Pfund ziehen. Wir wollen zugestehen, daß &#8220;fliegende Rentiere&#8221; (siehe Punkt 1) die zehnfache Menge ziehen können, aber auch dann ließe ich die Last nicht mit acht oder neun bewältigen.</p>
<p>Wir bräuchten 214 200 Rentiere. Das erhöht das Gesamtgewicht &#8211; das Eigengewicht des Schliitens nicht einmal mitgerechnet &#8211; auf 353 430 Tonnen. Ein weiterer Vergleich zum Verständnis: Das ist vier Mal das Gewicht der Königin Elisabeth.</p>
<p><strong>5. </strong><br />
<strong>353 000 Tonnen (abgerundet)</strong>, die mit 1040 Kilometer pro Sekunde dahinsausen, schaffen enormen Luftwiderstand, der die Rentiere ähnlich erwärmt, wie eine Raumfähre, die zurück in die Erdatmosphäre eintritt. Das vorderste Rentierpaar absorbiert 14,3 TRILLIONEN Joule Energie.</p>
<p>Pro Sekunde.</p>
<p>Jedes einzeln.</p>
<p>Kurz, sie gehen fast augenblicklich in Flammen auf, wobei die Rentiere hinter ihnen exponiert werden und ohrenbetäubender Donner in ihrem Nachstrom entsteht. Das gesamte Rentierteam würde innerhalb einer 426-Tausendstel-Sekunde verdampfen.</p>
<p>Der Weihnachtsmann wird inzwischen einer Zentrifugalkraft ausgesetzt, die 1 750 006 Mal größer ist als die Gravitation. Ein 125-Kilo schwerer Weihnachtsmann (was lächerlich dünn scheint) würde mit einer Kraft von 2 157 507,5 Kilogramm an die Rückwand seines Schlittens gedrückt werden.</p>
<p><strong>In Conclusio:<br />
Falls der Weihnachtsmann</strong> jemals am Weihnachtabend Geschenke gebracht hat, so ist er jetzt tot.</p>
<p>Tja. Wissenschaft ist grausam. Der <a href="http://www.wiener-online.at">WIENER</a> gnädig. Deshalb geben wir Ihnen und Ihren Kindern noch eine tröstliche Weisheit mit auf den Weg, die auch uns tagein tagaus den Rücken gerade hält: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und es gibt ihn doch!</p>
<p>Schöne Feiertage,<br />
Das WIENER-Team</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Michael Douglas: Der Gigant wankt</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Oct 2010 10:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Michael Douglas]]></category>

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		<description><![CDATA[Manche Stories fallen einem Journalisten besonders schwer. Diese ist eine davon. Es geht um das Sterben. Um die schwindende Hoffnung. Es geht um Michael Douglas (66).   Die Welt we&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/10/michael-douglas-der-gigant-wankt/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_7830" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><img class="size-medium wp-image-7830" title="Michael Douglas am People Magazine Cover" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/10/people-magazine-225x300.jpg" alt="&quot;Der Kampf seines Lebens&quot; titelte das People Magazin. So gut wie da sieht Michael Douglas inzwischen leider nicht mehr aus..." width="225" height="300" /><p class="wp-caption-text">&quot;Der Kampf seines Lebens&quot; titelte das People Magazin. So gut wie da sieht Michael Douglas inzwischen leider nicht mehr aus...</p></div>
<p><strong>Manche Stories</strong> fallen einem Journalisten besonders schwer. Diese ist eine davon. Es geht um das Sterben. Um die schwindende Hoffnung. Es geht um Michael Douglas (66).   Die Welt weiß längst: Er hat Krebs. Aber kaum einer ahnte, wie schlimm es wirklich um ihn steht. Wir haben erlebt, wie er <a href="http://www.youtube.com/watch?v=z67gcf311KQ">Ende August bei US-Talker David Latterman saß</a>. So optimistisch. So amerikanisch. „Ich werde damit fertig werden“, verkündete er – und rang sich sogar einen Scherz ab: Seine beiden Kinder Carys (7) und Dylan (10) fänden es ganz praktisch, wenn er wegen des Kehlkopftumors nicht so viel sprechen könne.</p>
<p><strong>Das Lachen bleibt einem im Halse stecken</strong>, wenn <a href="http://www.wwtdd.com/2010/10/michael-douglas-doesnt-look-so-good/">man die Bilder betrachtet, die nun von Michael Douglas um die Welt gegangen sind</a>. Die Haut aschfahl und eingefallen, tiefe, schwarze Furchen unter den Augen – die grausamen Spuren von Strahlen- und Chemotherapie. So sieht keiner aus, bei dem die Ärzte demnächst Entwarnung geben…</p>
<p><strong>Man konnte es schon erahnen</strong>, als Douglas’ Frau Catherine Zeta-Jones (41) Ende Semptember den „Ryder Cup“ im britschen Cardiff besuchte. „Wir könnten nicht glücklicher sein über die Fortschritte, die mein Mann macht“, verkündete sie den Teilnehmern des hochkarätigen Golfturniers. Aber ihr Kinn zitterte, als sie es sagte, in ihren Augen standen Tränen. Catherine Zeta-Jones wartete nicht einmal das Ende des Turniers ab, sondern reiste überstürzt ab, um möglichst bald wieder bei Michael zu sein, „sie will keine Minute mehr mit ihm versäumen“, wurde ein Vertrauter zitiert.<br />
<a href="http://www.wwtdd.com/2010/10/michael-douglas-doesnt-look-so-good/">Auf den Fotos</a> sehen wir, warum. Der Kehlkopfkrebs hat Stadium 4 erreicht. Der Göttinger Krebs-Spezialist Dr.Christoph Matthias <a href="http://www.bunte.de/stars/michael-douglas-dieser-arzt-sagt-seine-chancen-stehen-nicht-gut_aid_20435.html">erklärte der Zeitschrift „Bunte“</a> dazu: „Das heißt, dass der Tumor weit fortgeschritten ist und bereits in die Lymphknoten am Hals gestreut hat.“ Seine Prognose: „Die Heilungschancen liegen bei 40 Prozent. Das Risiko, dass er es nicht übersteht, ist groß.“</p>
<p><strong>Was kann man tun?</strong> Nicht viel. Beten, wenn man daran glaubt. Eine Kerze anzünden, ihm positive Energie schicken. Vielleicht den Film <a href="http://www.wiener-online.at/2010/10/trailer-wall-street-2/ ">„Wall Street: Geld schläft nicht“</a> mit besonderer Andacht betrachten. Wir sehen darin einen Giganten, eine Hollywood-Legende allergrößten Kalibers. Noch zu Lebzeiten.</p>
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		<title>Hausmitteilung, November 2010</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Oct 2010 06:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Internes]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[November]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Schöne am Berufsstand des Journalisten ist, dass er auch seinen abgebrühtesten Angehörigen noch Überraschungen und neue Lehren zu bescheren vermag. Auch die WIENER-Redak&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/10/hausmitteilung-november-2010/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_7717" class="wp-caption alignleft" style="width: 218px"><img class="size-full wp-image-7717 " title="legris cover" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/10/legris-cover.jpg" alt="" width="208" height="300" /><p class="wp-caption-text">Bildband mit nacktem Ballettdirektor Legris, fotografiert vom japanischen Star-Fotografen Kishin Shinoyama (Verlag Asahi)</p></div>
<p><strong>Das Schöne am Berufsstand</strong> des Journalisten ist, dass er auch seinen abgebrühtesten Angehörigen noch Überraschungen und neue Lehren zu bescheren vermag. Auch die WIENER-Redaktion kam im vergangenen Monat in den Genuss dieser Erfahrung.</p>
<p><strong>Zum einen waren wir überrascht</strong>, was für eine irrsinnige Medienexplosion unsere erotische Bildstrecke mit der Staatsopern-Primaballerina Karina Sarkissova auslöste, wobei die Oper selbst auf den roten Knopf drückte, als sie ihre schönste Tänzerin deshalb wegen ungebührlichen Betragens feuerte.</p>
<p><strong>Damit leitete sie unsanft über zur ersten Lehre</strong> aus dieser Geschichte: Moral ist der altehrwürdigen Sing- und Tanzanstalt Sache nicht wirklich, denn was sie als unvermeidliche Maßnahme zur Wahrung von Würde und Tradition darzustellen versuchte, entpuppte sich spätestens auf den zweiten Blick als bodenlose Heuchelei. Sarkissova, weiblich, den nackten Traumkörper zur Unsterblichkeit verbogen, war der Oper ein Kündigungsgrund; Manuel Legris, männlich und Ballettdirektor des Hauses, der seiner Primaballerina die Mitteilung vom Rausschmiss auch noch persönlich überbrachte, ließ seinen nackten Traumkörper beim Anschmiegen an andere nackte Tanzkollegen erotische Funken schlagen – und es ward daraus ein Bildband, der bei den Opern-Sittenwächtern als Kunst durchging (siehe Foto). Wenn Sie wissen wollen, wer zwischen Nordund Südpol über die aufregenden WIENER- Bilder von Karina Sarkissova berichtete, finden Sie auf Seite 38 eine kleine Übersicht.</p>
<p><strong>Eine zweite Lehre </strong>wurde uns zuteil, als wir den brachialen Humor US-amerikanischer Rezipienten unserer Sarkissova-Story kennenlernten, der dazu führte, dass unsere Website <a href="http://www.wiener-online.at">www.wiener-online.at</a> wegen eines User- Tsunamis zusammenbrach: <a href="http://www.foxnews.com/entertainment/2010/10/08/ballerina-karina-sarkissova-fired-nude-wiener/">„Ballerina Fired for Posing Nude for ‚Wiener‘ Magazine“</a>, titelte foxnews.com, ein Online-Ableger von Rupert Murdochs News Corporation, der Millionen amerikanischer Haushalte erreicht. Warum das in Übersee derart dröhnendes Schenkelklopfen und massenhaftes Klicken auslöste, dass davon unser Server in die Knie ging, wird verständlicher, wenn man sich vor Augen hält, dass „Wiener“ im US-Idiom auch für das steht, was man bei uns „Schniedl“ oder, derber, „Schwanz“ nennen würde.</p>
<p><strong>Erst fühlten wir uns</strong> wie einer, der mit dem Namen „Hans Ficker“ oder „Gregor Rammelmeier“ zur Taufe schreiten und sein Leben fortan als übler Kalauer fristen muss. Mittlerweile sind wir drüber hinweg, die Kalauer wurden Redaktionskulturgut – und die Freude ist groß, dass wir nunmehr auch im amerikanischen Sprachraum eindeutig als Österreichs Männermagazin Nummer 1 positioniert sind.</p>
<p><strong>Humor können wir auch.</strong> Auch oder gerade rund um Allerheiligen. Deshalb empfehlen wir Ihnen diesmal besonders die Story über Heini Altbart, Österreichs lustigsten Bestatter (ab Seite 18). Sie zeigt, dass Humor nie fehl am Platz sein kann; wenn er echt und ehrlich ist, dann kommt er immer von Herzen, und wenn den Hinterbliebenen etwas Trost spenden kann, dann das einzige Gefühl, das von dort seinen Ausgang nimmt: Liebe. Kommen Sie gut über den Herbst!</p>
<p>Herzlichst<br />
<a href="http://www.helfriedbauer.at">Helfried Bauer</a>, Chefredakteur</p>
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		<title>Hausmitteilung, Oktober 2010</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Sep 2010 22:35:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Bemerkenswerte am Leben von Facebook-Miteigentümer Mark Zuckerberg (26) ist, dass es so wenig bemerkenswert zu sein scheint, schreibt WIENER-Autorin Lena Doppel am Ende i&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/09/hausmitteilung-oktober-2010/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-6334" title="Wiener_10-10_001_COVER" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/09/Wiener_10-10_001_COVER-231x300.jpg" alt="" width="231" height="300" /> <strong>Das Bemerkenswerte am Leben</strong> von Facebook-Miteigentümer Mark Zuckerberg (26) ist, dass es so wenig bemerkenswert zu sein scheint, schreibt WIENER-Autorin <a href="http://www.lenadoppel.com/">Lena Doppel</a> am Ende ihrer <a href="http://www.wiener-online.at/2010/09/der-social-fall/">Story über den Gründer des derzeit größten Social Networks der Welt</a> (ab Seite 22).</p>
<p><strong>Bemerkenswertes über den Alltag Zuckerbergs</strong> gibt es tatsächlich kaum zu berichten &#8211; über das Zustandekommen der Facebook Inc. im Kalifornischen Palo Alto dafür umso mehr. Soviel, dass Hollywood daraus <a href="http://www.thesocialnetwork-movie.com/">einen Filmstoff gewoben hat</a>, der uns ab 8. Oktober die Freizeit vertreiben  soll. Man darf sich darauf freuen &#8211; man sollte allerdings nicht erwarten, im Kino Antworten auf die wirklich relevanten  Fragen zu bekommen: Welches System macht es möglich, dass eine Handvoll  Harvard-Studenten Anfang 20 ziemlich problemlos an 740 Mio. Dollar Venture Capital kommen? Wer ist der Hedgefons-Manager, der schon den Online-Bezahldienst PayPal mit märchenhaften Werten austattete, ehe er ihn für 1,5 Mrd. Dollar an ebay los wurde? Wie kommt ein Buchwert von 15 Mrd. Dollar zustande für eine Studentenfirma, die zwar mittlerweile 500 Millionen User in ihren Datenbanken führt, aber bis heute kein schlüssiges Geschäftsmodell vorweisen kann, sämtliche Kennzahlen, die eine realitätsbasierte Bewertung erlauben würden, geheim hält und vor allem duch eine geistige Haltung zu Belangen von Datenschutz und Privacy auffällt, die man wohlmeinend als rotzig, treffender aber als gefährlich bezeichnen kann.</p>
<p><strong>Gehen wir also ruhig ins Kino</strong> &#8211; verwenden wir aber, wie Lena Doppel, auch ein paar Gedanken auf den Charakter des mächtigen Jünglings, der an der Börse für seine Anteile derzeit drei bis vier Milliarden Dollar abholen könnte; der sich innerhalb eines halben Jahrzehnts 500 Millionen &#8220;Freunde&#8221; gemacht hat, Privatsphäre für ein Auslaufmodell hält &#8211; und dessen ethisches Konzept in einem Satz zusammengefasst werden kann: Erlaubt ist, was möglich ist.</p>
<p><strong>Oscar Wilde hat die Welt einmal in zwei Klassen geteilt:</strong> Diejenigen, welche das Unglaubliche glauben, und diejenigen, welche das Unwahrscheinliche tun. Vielleicht hat Zuckerberg das verinnerlicht, und, nachdem er sich selbst den Tuenden zugeordnet hatte, seine Zukunft auf  die Naivität der Gläubigen gebaut. Es gibt aber auch Macher von anderem Schlag, ehrliche Giganten bis zur Selbstverbrennung. Einen davon haben wir für diese Ausgabe getroffen: <a href="http://www.wiener-online.at/2010/09/ein-punk-erobert-die-hochkultur/">Ben Becker</a>, den unverwüstlichen Punk unter den großen Schauspielern, eben in Salzburg als &#8220;Jedermann-Tod&#8221; gefeiert, bei Claudia Stöckl wohltuend ausfällig geworden &#8211; und beim Treffen mit WIENER-Mann Andreas Schiller offen wie sein Buch des Lebens. Neben allen anderen wichtigen Dingen, die Ben Becker zu sagen hatte, <a href="http://www.wiener-online.at/2010/08/ben-becker-heiratet-in-osterreich/">verriet er dem WIENER auch eine kleine Sensation: Er wird heiraten!</a> Der Antrag an Anne Seidel, die Mutter seiner Tochter, ist gemacht, die positive Antwort bereits eingeholt &#8211; und dass er diesen bürgerliche Exzess kommenden Mai in Österreich zelebrieren wird bis der Arzt kommt, beschlossene Sache. Den Rest lesen Sie ab Seite 16.</p>
<p><strong>Abschließend noch etwas zum Stichwort Glauben.</strong> Es gibt Menschen, die sich nur von Licht ernähren. Ehrlich. Darüber gibt es jetzt einen Film von Peter-Arthur Straubinger. Und eine Story von WIENER-Autorin Anita Kattinger (Seite 36).</p>
<p><strong>Damit, mit dieser unglaublichen Kraft des Lichts,</strong> wollen wir es Herbst werden lassen. Ohne Depression und falsche Trauer.</p>
<p>Alles Gute!<br />
<a href="http://www.wiener-online.at/author/wieneu/">Helfried Bauer</a><br />
Chefredakteur</p>
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		<title>Krieger des Lichts</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2010/09/krieger-des-lichts/</link>
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		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 22:04:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Assange]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[WikiLeaks]]></category>

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		<description><![CDATA[Julian Assange (39) hat eine komplizierte Vergangenheit: Hineingeboren in eine Künstlerfamilie in Australien, hässliche Scheidung der Eltern, jahrelang mit der Mutter auf d&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/09/krieger-des-lichts/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote></blockquote>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-5571" title="julian assange" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/08/julian-assange-300x226.jpg" alt="" width="300" height="226" /><strong>Julian Assange (39)</strong> hat eine komplizierte Vergangenheit: Hineingeboren in eine Künstlerfamilie in Australien, hässliche Scheidung der Eltern, jahrelang mit der Mutter auf der Flucht vor dem Vater, dabei eine Odyssee durch nicht weniger als 37 Schulen.</p>
<p><strong>So etwas prägt</strong> und es prägt nicht nur sozial erwünschte Seiten aus: Julian zieht das virtuelle seinem realen Leben vor und verbringt sehr, sehr viel Zeit vor dem Computer, einem Commodore 64. Er wird zum „Hacker“, und als solcher genießt er in der einschlägigen Szene von Melbourne bald einen wirklich guten Ruf. Julian kann was, soviel wird klar, denn er beweist es durch mehrere Einbrüche auf fremde Rechner von Unternehmen, Behörden – und auch des US-Militärs. Als er deshalb als Mitglied der Hacker-Gruppe „International Subversives“ vor Gericht steht, ist er 20 und bereits Vater. Er kommt glimpflich davon, wird auf Bewährung verurteilt – doch die Mutter seines Kindes verlässt ihn.</p>
<p><strong>Viel mehr ist über die Biografie</strong> des weißblonden Mannes, den das Pentagon als ernste Gefahr für die amerikanische Nation betrachtet, nicht bekannt. Umso bekannter ist, was der mittlerweile auf die 40 zuschreitende „International Subversiv“ in den letzten Monaten angestellt hat. Die seit 2007 von ihm und ein paar weitgehend anonymen Mitstreitern betriebene <a href="http://wikileaks.org/">Internetplattform „WikiLeaks“</a>, noch bis vor einem Jahr eher etwas für Insider, <a href="http://socialmediagraphics.posterous.com/wikileaks-top-scoops-timeline">hat in kurzer Folge zwei Scoops gelandet</a>, die die Welt erschütterten:</p>
<p><strong>Im April veröffentlichte WikiLeaks ein Video</strong> des amerikanischen Militärs aus dem Jahr 2007, das den tödlichen Angriff eines „Apache“-Hubschraubers auf eine Gruppe von Zivilisten in Bagdad dokumentiert, auch zwei Reuters- Journalisten sind unter den Opfern; ein Van, der Minuten nach dem Angriff vorfährt, um Leichen und Verletzte zu bergen, wird ebenfalls beschossen – zwei Kinder in dem Wagen werden schwer verletzt. Vor allem die zynische Sprache und das achselzuckende Amusement, mit dem die Soldaten ihren Einsatz begleiten als wäre er ein Computerspiel, lassen dabei das Blut in den Adern gefrieren. Keine Frage: Das Video zählt zu den drastischsten Dokumenten des Krieges, die je an die Öffentlichkeit gelangten.</p>
<p><strong>Am 25. Juli legte WikiLeaks nach:</strong> Zur Veröffentlichung gelangten diesmal das „Afghan War Diary“ – eine in diesem Umfang einzigartige Dokumentation des Afghanistankrieges, wiederum streng geheimes Material des US-Militärs, insgesamt 90.000 Einzelberichte, die WikiLeaks zur Auswertung auch der britischen Tageszeitung „The Guardian“, der „New York Times“ und dem deutschen „Spiegel“ überließ – und sich damit den „Ritterschlag“ als international bedeutsame Nachrichtenquelle holte.</p>
<p><strong>Was ist das Besondere an WikiLeaks?</strong> Die Hacker-Kultur, die das Internet als grenzenlos freien, nicht zensurierbaren Ort begreift – und immer wieder aufs Neue antritt, um das auch zu beweisen. Grundsätzlich werden keine Nachrichten „gemacht“, wie dies in konventionellen Medien geschieht, sondern – geheime – Original- Dokumente veröffentlicht, bei denen öffentliches Interesse angenommen wird. Die eingesetzten Technologien verfolgen vor allem zwei Ziele: Anonymität sämtlicher Quellen – und das Verunmöglichen von Zensur. Letzteres wird durch ein Servernetz gewährleistet, das quer über die Welt gespannt ist und immer dort andockt, wo Gesetze besonders weitgehenden Schutz des Rechtes auf Information und Meinungsfreiheit garantieren.</p>
<p><strong>Wer Dokumente elektronisch bei WikiLeaks hochlädt,</strong> ist durch zahlreiche technische Mechanismen geschützt – nicht einmal WikiLeaks kennt seine Quellen, wie Assange in einem Interview sagte. Anonymität wird generell übergroß geschrieben. Auch die – angeblich – fünf hauptamtlichen Mitarbeiter sind namentlich nicht bekannt. WikiLeaks besitzt keine Adresse, nur ein anonymes Postfach an der Universität von Melbourne, ein paar E-Mail- Adressen und einen Twitter-Account.</p>
<p><strong>Laut Selbstdarstellung wurde die Plattform</strong> von chinesischen Dissidenten, Journalisten, Mathematikern, und Technikern aus den USA, Taiwan, Europa und Südafrika gegründet. Persönlich zu erkennen gegeben haben sich bislang nur Assenge – und ein Deutscher, der sich Daniel Schmitt nennt.</p>
<p><strong>„Ich bin ein journalistischer Aktivist“</strong>, sagte Assange bei der Medienkonferenz „TED“ in Oxford, zu der er überraschend auftauchte. „Hacker“ will er nicht mehr genannt werden, „dieses Wort ist inzwischen vor allem mit der russischen Mafia verknüpft, die die Bankkonten ihrer Großmutter plündern möchten.“</p>
<p><strong>Für Assange mit seiner komplizierten Vergangenheit</strong>, der keinen festen Wohnsitz hat, lässt sich eines voraussagen: Seine Zukunft wird kaum einfacher. Er zählt wohl zu den meist beobachteten Figuren der Geheimdienstwelt. Von Reisen in die USA nimmt er derzeit Abstand. Man habe ihm zu verstehen gegeben, dass jemand auf die Idee kommen könnte, ihn wegen Beihilfe zur Spionage anzuklagen …</p>
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		<title>Hausmitteilung, September 2010</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2010/08/hausmitteilung-september-2010/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 18:29:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Assange]]></category>
		<category><![CDATA[WIENER]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch ist Sommer, verehrte Leserschaft, und das sollte eine Zeit warmer Beschaulichkeit und seligen Müßiggangs sein. Schriftsteller Alfred Komarek hat uns nachdrücklich dara&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/08/hausmitteilung-september-2010/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-10198" title="Cover 349" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/08/cover349hausmitteilung.jpg" alt="Cover 349" width="228" height="300" />Noch ist Sommer, verehrte Leserschaft, und das sollte eine Zeit warmer Beschaulichkeit und seligen Müßiggangs sein. Schriftsteller <a href="http://www.alfred-komarek.at/">Alfred Komarek</a> hat uns nachdrücklich daran erinnert, sein neues Buch &#8220;Anstiftung zum Innehalten&#8221; kommt so gesehen genau im rechte Moment. Das Gespräch, das WIENER-Vize Dr. Wolfgang Wieser mit Komarek über das Leben und das Schreiben führte, ist ein herausragendes Beispiel für die<br />
Eleganz und Schwerelosigkeit, mit der zwei gut ausgeruhte Geister umeinander zu tanzen vermögen, wenn sie waches Innehalten als des Geistes höchste Kunst begriffen haben. Lassen Sie alle Schwere hinter sich und tanzen Sie ein paar Schritte mit, einfach um des Vergnügens willen.</p>
<p>Andererseits: Ein gutes Magazin darf erst dann entspannt innehalten, wenn die wichtigen Dinge geschrieben sind und der Geist seiner Leser wach geworden ist. Was also ist wichtig in diesem Monat?  Dass sich ein Mann aus der Deckung gewagt hat, um Farbe zu bekennen, rote Farbe, um genau zu sein: <a href="http://www.onlinemoff.at/">Gerhard Haderer</a> aus der Riege der begnadeten österreichischer Zeichner und Karikaturisten, der mit Papier und Pinsel für die SPÖ in die Wiener Wahlschlacht ziehen will; mit &#8220;fliegenden Blättern&#8221;, wie sie dereinst Wilhelm Busch zum Einsatz brachte, will er dazu beitragen, dass das Rathaus der Bundeshauptstadt weiterhin &#8211; naja &#8211; sozialistisch geführt wird. Als Liebeserklärung an die &#8220;stummen Linken&#8221; sei das zu verstehen, als Aufruf zum Lautsein: &#8220;Macht&#8217;s endlich wieder den Mund auf und sagt, wofür ihr steht!&#8221;</p>
<p>Außerdem wichtig: Dass sich ein Mann aus der Deckung gewagt hat, um der &#8220;Enthüllungsplattform&#8221; <a href="http://www.wikileaks.org/">WikiLeaks</a>, derzeit die wichtigste Sammelstelle für Geheimdokumente, die besser öffentlich sein sollten, ein Gesicht zu geben: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Julian_Assange">Julian Assange</a>. Erst im April hat der geheimnisvolle Australier der Weltöffentlichkeit das Video eines US-Kampfhubschraubers beim Angriff auf irakische Zivilisten präsentierte, jetzt folgte eine 90.000 Seite Militär-Dokumentation des Afghanistankrieges, ebenfalls streng geheim, versteht sich.</p>
<p>Die Moral der beiden Geschichten liegt auf der Hand: Für Anstand und Moral kann es gar nicht heiß genug sein, und ein Rückgrat, das nicht aus Gummi ist, verbiegt sich auch bei hohen Temperaturen nicht. Wenn er denn zu dieser Erkenntnis geführt hat, war es ein guter Sommer! Dann haben wir uns alle ein Eis verdient. Lassen Sie es sich schmecken!</p>
<p>Herzlich,<br />
<a href="http://www.helfriedbauer.at/">Helfried Bauer</a></p>
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		<title>Im Schatten des Apfelbaums (Hausmitteilung, August 2010)</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2010/07/im-schatten-des-apfelbaums-hausmitteilung-august-2010/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 20:22:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[WIENER]]></category>

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		<description><![CDATA[Haben Sie in letzter Zeit das Haus verlassen? Sicher haben Sie das, vermutlich  waren Sie im Freibad oder an einem Badesee und irgendwann sind Sie vielleicht im  Schatten eines Baum&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/07/im-schatten-des-apfelbaums-hausmitteilung-august-2010/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-4621" href="http://www.wiener-online.at/?attachment_id=4621"><img class="alignleft size-full wp-image-5827" title="cover348" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/07/cover348.jpg" alt="" width="197" height="262" /></a> <strong>Haben Sie in letzter Zeit das Haus verlassen?</strong> Sicher haben Sie das, vermutlich  waren Sie im Freibad oder an einem Badesee und irgendwann sind Sie vielleicht im  Schatten eines Baumes gesessen und haben – in einen Apfel gebissen. So die  Frucht saftig und bekömmlich war, werden sie dabei kaum trübe Gedanken an den  Charakter des Obstbauern verschwendet haben. Wessen Produkte konsumiert werden,  den finden wir erstmal gut. Punkt.</p>
<p><strong>Apple-Bauer Steve Jobs</strong> baut seit 30  Jahren Früchte an, die ihm auf dem Markt aus der Hand gerissen werden. Der Mann  steht unbedingt im Verdacht der Gen-Manipulation, wobei noch nicht klar ist, wie  er das Überspringen der diversen Prozessorcodes seiner elektronischen  Wunderdinger auf die menschliche DNA hingekriegt hat. Unbestreitbar sind die  Folgen: Apple-Jünger, nennen wir sie „iUser“, zeigen auf Dauer eine signifikante  Veränderung ihrer Persönlichkeit. Verlust sozialer Kompetenz bis hin zur  völligen Kontaktverweigerung gegenüber Kunden anderer IT-Hersteller;  Affektstörungen und Kontrollverlust (z.B. explosiver Zorn verbunden mit erhöhter  Gewaltbereitschaft, sobald keine Strom-Steckdose in der Nähe ist und das Energie  fressende Apfel-Gadget zur Unzeit ins Koma zu fallen droht); auch Phobien (etwa  die nagende Angst, von der Vorbestellungsliste für das neue iPhones gestrichen  zu werden). Gesund ist das alles nicht. Aber man nimmt es in Kauf – und findet  es auch noch cool. Das kann nur mit Magie zu tun haben.</p>
<p><strong>Keine Frage: </strong>Was  Steve Jobs, Herrscher über das mittlerweile wertvollste Technologieunternehmen  der Welt tut oder nicht tut, was er sagt oder verschweigt, wen er fördert oder  boykottiert, ist von globaler gesellschaftlicher Wirkung. Ja, er zählt zu den  mächtigsten Männern der Welt, wie auch die Google-Gründer Sergey Brin und Larry  Page und, nehmen wir ihn ruhig dazu, Facebook-Milchgesicht Mark Zuckerberg; und  wenn man sich diese Galerie vor Augen hält, ist es doch beruhigend, dass  immerhin bedeutende Atomwaffenarsenale dieser Welt noch unter demokratisch  legitimierter Kontrolle stehen und nicht in einer Garage in Silicon  Valley.</p>
<p><strong>Für uns war soviel Einfluss Anlass genug</strong>, Steve Jobs auch als  Persönlichkeit unter die Lupe zu nehmen. Was WIENER-Autor Rainer  Himmelfreundpointner dabei zutage förderte, war nicht nur Glanz und Glamour – <a href="http://www.wiener-online.at/2010/07/der-begnadete-mistkerl/"> seine Nahaufnahme des Apple-Gründers</a> legt auch ein paar gewaltige Hässlichkeiten  offen.</p>
<p><strong>Aber es ist nicht alles schlecht.</strong> Unbestritten ist,  dass Apple zumeist awesome stuff produziert &#8211; endgeile Geräte, wie sich mit dem  Lexikon der Jugendsprache frei übersetzen ließe. Technologie kann das  Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino einfach. Das beweist auch das neue  iPhone, das Technik-Redakteur <a href="http://www.wiener-online.at/author/martin-kroess/">Martin Kroess</a> für Sie auf Herz und Nieren  untersucht und in all seinen Features analysiert hat (ab Seite 56)</p>
<p><strong>In der  Redaktion</strong> hält sich zudem hartnäckig der Verdacht, dass nach dem lausigen Wetter  im Mai Apple höchstselbst zur Rettung der diesjährigen Ernte eingegriffen hat.  Worauf sollte dieser traumhafte Sommer zurückzuführen sein, wenn nicht auf ein  meteorologisches Software-Update, nachdem die Performance bis Juli einfach nicht  befriedigend war und sich die Beschwerden aus der Badehosen-Community häuften?  Wie auch immer: Genießen Sie Ihren Urlaub, laden Sie Ihren Akku auf – und  schalten Sie im Schatten des Apfelbaums mal Ihr Handy aus &#8211; ob es nun ein  iPhone, HTC, Nokia, Motorola, Sony Erikson, LG oder weiß der Geier  ist&#8230;</p>
<p>Herzlichst,<br />
<a href="http://www.wiener-online.at/author/wieneu/">Helfried Bauer</a>, Chefredakteur</p>
<blockquote><p>Editorial, erschienen im WIENER 348 / August 2010</p></blockquote>
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		<item>
		<title>Hausmitteilung / Juli 2010</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 12:58:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>

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		<description><![CDATA[Mediengeschichte hat viele Facetten – der WIENER an sich ist eine davon.  In der aktuellen Ausgabe präsentieren wir ihnen noch eine weitere; eine  die stets auf der uns entgegenges&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/06/hausmitteilung-juli-2010/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-3792" href="http://www.wiener-online.at/2010/06/hausmitteilung-juli-2010/cover347-2/"><img class="size-medium wp-image-3792 alignleft" title="cover347" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/06/cover3472-228x300.jpg" alt="" width="228" height="300" /></a><strong>Mediengeschichte hat viele Facetten</strong> – der WIENER an sich ist eine davon.  In der aktuellen Ausgabe präsentieren wir ihnen noch eine weitere; eine  die stets auf der uns entgegengesetzten Seite des Meinungsäquators lag:  Richard Nimmerrichter, demnächst 90 Jahre alt und Jahrzehntelang als  „Staberl“ der Hof-Kolumnist von „Krone“-Herausgeber Hans Dichand.</p>
<p><strong> Es wurden schon viele Etiketten</strong> für ihn und seine früheren Ergüsse  gebraucht, von chauvinistisch bis faschistoid, die treffendste davon ist  wohl „Hausmasters Voice“; er war die selbstbewusste Stimme des  Kleinkaros, seine Kolumnen „Krone“-Folklore im Lande Dichands zu Zeiten  als man noch annehmen konnte, gesellschaftlicher Druck sein in  Österreich ausschließlich eine Sache von Papier.  <a href="http://www.wiener-online.at/2010/06/staberl-leibhaftig/">Nach dem Interview, das wir mit „Staberl“ in dessen Kärntner Domizil  führten</a>, fügen wir der Liste noch ein weiteres Attribut hinzu: erstaunlich.</p>
<p><strong>Erstaunlich ist</strong>, dass er – sei es nun Altersmilde oder sein spätes  liberales Coming out – uns mit keiner Silbe reaktionären Geist  vermittelte, sondern nur unermüdliche Diskussionslust und eine  erfrischende Unbekümmertheit, was political correctness betrifft.  Erstaunlich ist auch, wie sehr sich die Bedingungen journalistischer  Arbeit vor wenigen Jahren noch von den heutigen unterscheiden konnten.  Ob man es nun mochte oder hasste, Nimmerrichter tat sein Arbeitsleben  lang nichts anderes, als seine Gedanken aufzuschreiben. Er lieferte  Inhalt im reinsten Sinn, seinen Inhalt, klar gekennzeichnet und  unzensiert. Hans Dichand hatte ihm sogar vertraglich zugesichert, seinen  Kolumnen weder etwas hinzuzufügen noch etwas davon wegzustreichen. Der  Mann mit dem einzigartigen Verleger-Instinkt vertraute dem  Publikumsinstinkt seines Starschreibers, und das war eine  Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht.</p>
<p><strong>Und er bezahlte ihn gut</strong>, auch das kann man in der Epoche von  Gratis-Content und geizigem Verlagsopportunismus als erstaunlich  bezeichnen. Dichand entlohnte Nimmerrichter nicht nur mit einem  stattlichen Monatssalär sondern darüberhinaus, wegen des Riesenerfolgs,  mit einer Beteiligung am „Krone“-Gewinn in Höhe von 1,43%. Was  bescheiden klingt, brachte dem „Staberl“ jährlich etwa sechs Millionen  Schilling ein, wie er uns verriet. Geld, das er in Gemälde, vor allem in  Meister des 19.Jahrhunderts investierte.</p>
<p><strong>Natürlich war Richard Nimmerrichter eine Ausnahmeerscheinung</strong>, deshalb  gehört er ins Licht: als Leuchtturm für das, was möglich ist &#8211; nicht für  das, was geschrieben werden sollte. Aber ja: Es war ein großes  Vergnügen, mit ihm zu sprechen. Lesen Sie es ab Seite 34 nach.</p>
<p><strong>Noch eine Ausnahmeerscheinung</strong>, noch ein großes Vergnügen: unser  Zusammentreffen mit <a href="http://www.flickr.com/photos/wienerpost/4681797066/">Viktor Gernot</a>, der nicht nur aussieht wie Peter  Alexander sondern sich sich gerade anschickt, dessen Nachfolge als  Allround-Entertainer und vor allem Publikumsliebling anzutreten. Kennen  Sie jemanden, der Gernot nicht mag? Wir haben keinen gefunden, warum  lesen Sie in unserer Cover-Story ab Seite 14.</p>
<p><strong>Dann haben wir noch ein echtes Anliegen</strong>: Wie unser Kolumnist Walter  Gröbchen  <a href="http://www.wiener-online.at/2010/06/wiener-brut/">überzeugend darlegt</a>, gibt es in Österreich wieder  hochinteressante Musik, die auch international gehört wird. Warten Sie  nicht, bis sie auf dem Umweg übers Ausland auf den Playlists der  heimischen Radiosender landet, fragen Sie im Fachhandel nach der CD  „Wien Musik 2010“, dann sind Sie früher dran am erfreulichen Trend. <a href="http://www.wiener-online.at/2010/06/wien-musik-2010/">Zehn  davon verlosen wir</a> auf www.wiener-online.at, ein paar mehr davon sollten  Sie kaufen, schließlich müssen die hochbegabten Herrschaften auch von  etwas leben.</p>
<p>Weiterhin schönen Sommer!<br />
<a href="http://www.wiener-online.at/author/wieneu/">Helfried Bauer</a></p>
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		<title>Bei Freud am Sofa</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 09:17:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Familienbetrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Leiner]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Koch]]></category>
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		<category><![CDATA[Vater]]></category>
		<category><![CDATA[Vatertag]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Paul Koch ist 33 Jahre alt. Als er geboren wurde,  war es gerade vier Jahre her, dass sein Vater Herbert sich von  Schwiegerpapa Rudolf Leiner 100.000 Schilling geliehen hatte, um da&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/06/bei-freud-am-sofa/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_23228" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/05/koch-am-sofa.jpg"><img class="size-medium wp-image-23228" title="koch-am-sofa" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/05/koch-am-sofa-300x249.jpg" alt="" width="300" height="249" /></a><p class="wp-caption-text">Chefredakteur Helfried Bauer lädt Paul Koch zur Therapiesitzung. In der Berggasse, versteht sich.</p></div>
<p><strong>Paul Koch ist 33 Jahre alt.</strong> Als er geboren wurde,  war es gerade vier Jahre her, dass sein Vater Herbert sich von  Schwiegerpapa Rudolf Leiner 100.000 Schilling geliehen hatte, um damit  die erste kika-Filiale zu eröffnen – ein Cash &amp; Carry-Markt mit  Möbeln zum selbst Zusammenbauen, IKEA war damals noch ein ferner Exot  aus Schweden und das Geschäftsmodell für Österreich revolutionär.  Mittlerweile sind die beiden Möbelketten kika und Leiner zu einem  Konzern verschmolzen, IKEA ein respektierter Mitbewerber anderer  Größenordnung und die Unternehmensführung eine Top-Managementaufgabe.  Paul Koch ist der, der sie künftig schultern soll. Uns gab er Einblicke  in seine Familiengeschichte.</p>
<p><strong>Sie haben im April von Ihrem Vater die Führung der kika/  Leiner-Gruppe übernommen. Eine große Aufgabe für einen Mann mit gerade  mal 33 Jahren Lebens- und Geschäftserfahrung. Ist Sohn dafür schon  Qualifikation genug? </strong></p>
<p>Mit diesem Vorurteil muss ich noch eine Weile leben. Aber das ist  Unfug, so läuft das in unserer Familie nicht. Wie also sind Sie in Ihre  Position gekommen? Es war nicht geplant, dass ich in die Firma  einsteige. Ich wollte ursprünglich etwas mit Film und Werbung machen,  deshalb bin ich mit Anfang 20 auch in die USA gegangen. Meine Eltern  haben das auch unterstützt.</p>
<p><strong>Auch Ihr Vater?</strong></p>
<p>Der hatte wohl doch eine andere Erwartungshaltung, wobei auch er  gesagt hat: „Geh nach Amerika, aber mach zuerst ein Wirtschaftsstudium,  dann kannst du studieren, was du willst“…</p>
<p><strong>Letztlich hat er sich mit seinen Plänen für den Sohn offenbar durchgesetzt … </strong></p>
<p>So geradlinig ist es nicht gelaufen. Im Jahr 2000 bin ich von Boston  nach Südspanien gezogen. Mit einigen Leuten von dort habe ich dann in  Wien eine Firma für digitale Medienproduktion aufgebaut. Wir haben auch  damals schon kika/Leiner betreut – dabei wurde mir klar, dass mir doch  viel an dieser Firma liegt, dass mein Herz dort sehr mitgeht mit allem.  Also habe ich 2002 meinen Vater gefragt, ob ich eine Chance bekomme.</p>
<p><strong>Eine Chance – oder seine Position?</strong></p>
<p>Eins nach dem anderen. Ich sage dazu gerne, ich habe als Assistent  vom Fotokopierer angefangen. Ganz so schlimm war es zwar nicht – aber  nahe dran. Ich habe erst im Merchandising gearbeitet, im Einkauf und im  Vertrieb, zwei Jahre lang. Und in dieser Zeit ging Gott sei Dank mehr  gut als daneben. Der nächste Schritt war dann der MBA, den hab ich in  Barcelona gemacht. Da war schon ganz klar das Ziel: Ich komme in die  Firma zurück. 2006 bin ich wieder eingestiegen, seit 2007 bin ich in der  Geschäftsführung. Die Firmenleitung offiziell übernommen hab ich jetzt  im April. Es war also ein langer Prozess und fließender Übergang, in dem  sich mein Vater allmählich zurückgezogen hat. Ich glaube, mir ist es in  dieser Zeit gelungen, eine Veränderung der Unternehmenskultur  einzuleiten und das Management zu stärken.</p>
<p><strong>Wie genau darf man sich das vorstellen?</strong></p>
<p>Bei der Größe, die wir mittlerweile erreicht haben, ist es wichtig,  dass die Verantwortung nicht mehr in den Händen einer einzigen Person  liegt. Ich habe heute ein Top-Führungsteam in der Geschäftsführung, das  perfekt zusammenspielt, sowohl auf menschlicher wie auch auf  geschäftlicher Ebene. Außerdem wurde die erste und zweite Führungsebene  ausgebaut und ein Team zusammengeschweißt, das mittlerweile sehr wichtig  ist sowohl für das operative Geschäft als auch bei der  Entscheidungsfindung hinsichtlich interner Abläufe.</p>
<p><strong>Dass Ihr Vater schließlich Sie an die Spitze der Firma setzen würde, war aber wohl klar?</strong></p>
<p>So eine Entscheidung hätte er nicht im Alleingang treffen können –  und auch nicht wollen. Ich musste mich natürlich dem Aufsichtsrat  präsentieren und dort überzeugen. Es ist bei uns nicht Usus, dass  Familienmitglieder in die Firma kommen. Das ist „ka g’mahte Wies’n“ Es  gilt: Der beste Mann oder die beste Frau für den Job muss her. Wenn das  jemand aus der Familie ist – gut. Aber selbstverständlich ist es nicht.</p>
<p><strong>Und Ihr Vater gibt inzwischen die graue Eminenz im Hintergrund?</strong></p>
<p>Nein, ich habe im April die Firmenleitung uneingeschränkt und  vollständig übernommen. Mein Vater hat sich nach 40 Jahren wirklich  zurückgezogen. Was niemand glauben will. Kein Lieferant, kein  Journalist. Aber ich habe da sehr großes Glück. In anderen  Familienunternehmen gibt es ganz andere Horrorgeschichten in diesem  Zusammenhang.</p>
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		<title>Hausmitteilung / Juni 2010</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2010/05/hausmitteilung-juni-2010/</link>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 12:03:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[WIENER]]></category>
		<category><![CDATA[WM]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Fußball, so steht es geschrieben, wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Großbritannien erfunden und sprang von dort ab den 80er Jahren derselben Dekade auf Kontinentale&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/05/hausmitteilung-juni-2010/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-3371" title="cover346" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/05/cover3461.jpg" alt="cover346" width="200" height="250" />Der Fußball</strong>, so steht es geschrieben, wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Großbritannien erfunden und sprang von dort ab den 80er Jahren derselben Dekade auf Kontinentaleuropa über. Zu rot-weiß-roter Blüte trieb er knapp 100 Jahre später aus – nach einem weiteren Evolutionssprung über die Meere, in der argentinischen Provinz Córdoba, in die mit den europäischen Sommermonaten der Winter einzieht und die Natur in Katatonie versetzt. Eine wie von größter Spannung erzwungene Starre befällt dann das Land, die sich, sobald die Zeit reif ist, da und dort mit dem Durchbruch eines Sprosses von saftiger Vitalität Luft zu machen scheint.</p>
<p><strong>Ein solcher Spross</strong> rankte sich auch am 21. Juni 1978 aus dem Staub der kargen Pampa Seca Argentiniens der Sonne entgegen. Gemeint ist das 3:2 gegen Deutschland, das „Wunder von Córdoba“, über das in Biologiebüchern erstaunlich wenig zu finden ist. Das mag auch an der Seltenheit solcher Naturschauspiele liegen, die manche schon in den Glauben versetzt, es handle sich um Jäger-latein ohne jede reale Entsprechung – eine Art kollektives Phantasiegebilde, das nie wirklich stattgefunden habe.</p>
<p><strong>Andere vermuten,</strong> es sei ein botanisches Pendant zur Eintagsfliege gewesen, gekreuzt vielleicht mit der blauen Wunderblume des Novalis, der auch nachgesagt wird, dass sie nur alle 100 Jahre erblühe. Demnach würde es bis zum nächsten saftig-vitalen Durchbruch des österreichischen Nationalteams noch ein Weilchen dauern, und dafür scheint tatsächlich einiges zu sprechen.</p>
<p>Der <strong>WIENER</strong> lässt in der aktuellen Dürreperiode des Austro-Fußballs noch einmal die alten Wunder aufleben: Die Rasen-Ritter von 1978, die sich seit ihrem legendären Triumph meistenteils hinter bürgerliche und bodenständige Zäune gepflanzt haben und dort ihr redliches Ausgedinge genießen (ab Seite 30). Eine Ausnahme bildet dabei Hans Krankl, als Jahrhundert-Stürmer und Goleador der spanischen Liga der 1880er längst in den Geschichtsbüchern, nun auf dem Weg, den Rock’n’Roll seines Lebens vom Rasen ins Ton-Studio zu tragen (ab Seite 34).</p>
<p><strong>Wenn sich die aktuelle Fußball-WM</strong> gegen Córdoba auch ausnimmt wie das Gänseblümchen gegen den Rosenbusch, so haben wir in Südafrika doch ein ganz besonderes Ereignis für Sie entdeckt: Orlando Pirates gegen Kaizer Chiefs in Soweto – gewissermaßen Austria gegen Rapid im Herz jener Region, die 1976 mit ihrem Aufstand den Anfang vom Ende der Apartheid markierte. Wenn die Menschen dort mit Fußball auch kaum Millionen verdienen, so bringen sie ihm immerhin etwas bei, und zwar das Tanzen. <strong>Hello Africa</strong>, entrang es sich da unwillkürlich unserer Kehle – wie schon Dr. Alban im Jahr 1990, der damals damit einen fulminanten No.1-Hit landete. Womit wir beim nächsten Punkt wären: Für alle, die gegen Kicken immun sind, haben wir quasi mit Hans K. zur Gitarre gegriffen und ein paar Cover-Nummern eingespielt:</p>
<p><strong>New York Grove</strong> (Original von Hello, Charts-Stürmer 1975) – eine aufregende Fotostrecke mit Mel Merio, dem Mädchen, das auszog, um sich im Big Apple für den wieneieneieneiener auszuziehen – abgesehen davon, dass sie dort unfassbar gute Musik gemacht hat (ab Seite 44).</p>
<p><strong>Cloudbusting</strong> (Original von Kate Bush, 1985 die zweite Single-Auskopplung ihres No. 1-Albums „Hounds of Love“): Wir erklären, was hinter der im Datenverkehr vielbeschworenen „Cloud“ steckt (ab Seite 58).</p>
<p><strong>Born to be wild</strong> (Original von Steppenwolf, seit 1968 die Pflicht-Hymne aller ernstzunehmenden Biker): Daran haben wir uns auch erinnert – und der Maschine aller Maschinen, einer Harley Davidson Road King, quer durch Kalifornien die Sporen gegeben (ab Seite 74).</p>
<p><strong>Good Vibrations</strong> (Original: Beach Boys, 1966 in den USA No. 1-Hit): Unser Beitrag, damit Sie in Badehosen, Schlapfen und Strohhut nicht albern sondern stilsicher wirken. Das geht, lesen Sie ab Seite 94 weiter.</p>
<p><strong>Falls Sie nun, in der Zeit des allgemeinen Fußball-Hypes</strong> doch mehr sportliche Expertise wünschen, haben wir eine Empfehlung abzugeben: Die Kollegen vom „Sportmagazin“ haben dieser Tage ihr gesamtes Know-how Kür laufen lassen, um <a href="http://www.wiener-online.at/2010/05/sportmagazin-das-wm-sonderheft-ist-da/">das beste, umfang- und faktenreichste WM-Spezial</a> zu erarbeiten, das zwischen Bodensee und Wiener Becken zu bekommen ist.</p>
<p>Kühlen Sie ausreichend Bier ein, wetten Sie auf die richtige Mannschaft und kommen Sie gut in den Sommer.</p>
<p>Herzlichst,<br />
<a href="http://www.wiener-online.at/author/wieneu/">Helfried Bauer</a>, Chefredakteur<br />
<a href="mailto://helfried.bauer@wiener-online.at">helfried.bauer@wiener-online.at</a></p>
<blockquote><p>Erschienen als Editorial im WIENER 346 / Juni 2010</p></blockquote>
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		</item>
		<item>
		<title>Ein HOCH der neuen KULTUR</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2010/04/ein-hoch-der-neuen-kultur/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 08:15:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[WIENER]]></category>

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		<description><![CDATA[Man kann eine Menge Ideen zu den Aufgaben und dem sozialen Stellenwert des Theaters haben. Claus Peymann, heutzutage Intendant des Berliner Ensembles und so etwas wie der Großva&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/04/ein-hoch-der-neuen-kultur/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1678" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/04/cover132.jpg"><img class="size-full wp-image-1678" title="cover13" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/04/cover132.jpg" alt="WIENER, Ausgabe 345 / Mai 2010" width="200" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">WIENER, Ausgabe 345 / Mai 2010</p></div>
<p>Man kann eine Menge Ideen zu den Aufgaben und dem sozialen Stellenwert des Theaters haben. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claus_Peymann">Claus Peymann</a>, heutzutage Intendant des Berliner Ensembles und so etwas wie der Großvater aller kontroversen Bühnenschlachten, wünscht es sich in die Mitte der Gesellschaft und beklagt, dass es,  unpolitisch und ohne große Themen, derzeit nur am Rand derselben dümple. <a href="http://diepresse.com/home/kultur/news/533374/index.do">Stefanie Carp</a> dagegen, die Schauspieldirektorin der Wiener Festwochen, findet diesen Platz gar nicht so übel und mahnt die Intendanten deutscher Bühnen, dort ganz bewusst die Rolle des Künstlers und Intellektuellen zu geben und sich nicht auf das vulgäre Vokabular der Machtorientierten einzulassen. Beiden kann man applaudieren, wenn die Stimmung danach ist.</p>
<p>Wo man sie in ihrer Bedeutung auch suchen mag, die Bretter, die die Welt bedeuten – ein eigener Kompass ist zur Orientierung sichtlich unabdingbar. Wir beim WIENER haben auch einen, den wir Ihnen gerne zur Verfügung stellen. Er zeigt in Richtung Vergnügen, Originalität und Leidenschaft – also jener Facetten der Lebendigkeit, die in der Herzkammer wohnen und dort leider viel zu oft schlafen.</p>
<p>Wenn Sie der Kompassnadel beim Gang durch die Seiten dieser Ausgabe folgen, entdecken Sie den aufregenden Bühnenautor <a href="http://www.derschober.de.tl/">Holger Schober</a>, die große österreichische Nachwuchshoffnung seiner Zunft, der exklusiv für den WIENER das Dramolett „Tränen aus Blut“ verfasste, das wir (ab Seite 52) mit Volkstheater-Star <a href="http://www.fuhrmannmanagement.com/damen/katharina_strasser/">Katharina Straßer</a> in der weiblichen Hauptrolle welturaufführen; den <a href="http://www.gleichzeit.at/">Bühnenverlag „gleichzeit“</a>, den vier junge Theater-Enthusiasten buchstäblich mit Nichts aus dem Hut zauberten und damit eine 50 Jahre lang klaffende Lücke in der österreichischen Verlagslandschaft füllten (ab Seite 42); Edith Draxl, die Mutter Courage aller Autorentalente (ab Seite 46).</p>
<p>Ab Seite 32 liefern die renommiertesten Kritiker ihren Befund zur Theaterszene und das ist jedenfalls ein professioneller Maßstab. Und der <a href="http://www.schauspielhaus.at/jart/prj3/schauspielhaus/main.jart?rel=de&amp;content-id=1186139484012">Leiter des Schauspielhauses</a>, Andreas Beck,erklärt den Theater-Alltag (ab Seite 38).</p>
<p>Man könnte sagen, wir haben die Wiener Festwochen (zu denen es auf Seite 30 ebenfalls einen aufregenden Beitrag gibt) nicht nur ernst genommen, sondern einfach um ein paar Wochen vorverlegt. Wir hatten keine Geduld mehr. Denn es ist auch im gemeinen Medientheater höchste Zeit, Nestroy zu hören und dessen Anspruch an alles Schaffen Genüge zu tun: Das Interregnum der Langeweile beenden – und den Geist wieder auf den Thron setzen. Tun Sie sich den Gefallen, knien Sie mit uns vor ihm nieder, das junge österreichische Theater ist dafür ein würdiger Palast.</p>
<p>Herzlichst,</p>
<p><a href="http://www.wiener-online.at/author/wieneu/">Helfried Bauer</a>, Chefredakteur</p>
<p>P.S. Wundern Sie sich nicht, dass so mancher WIENER-Autor in der einen oder anderen Story als aktiver Theater-Mensch auftaucht: Der WIENER schreibt nicht nur über das Theater-Geschehen, er lebt es.</p>
<blockquote><p>Erschienen als Editorial im WIENER Ausgabe 345 / Mai 2010</p></blockquote>
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		<item>
		<title>Hausmitteilung / Aprilheft 2010</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2010/03/hausmitteilung-aprilheft-2010/</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Mar 2010 08:15:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[WIENER]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Weg, den Patricia Kaiser gerade geht, hat etwas  Befreiendes: Fünf Monate nachdem ihr Freund Gustav Krahl bei einem Autounfall  tödlich verunglückte, während sie selbst den C&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/03/hausmitteilung-aprilheft-2010/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1376" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/03/cover-3443.jpg"><img class="size-full wp-image-1376" title="cover-344" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/03/cover-3443.jpg" alt="WIENER, April 2010" width="200" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">WIENER, April 2010</p></div>
<p>Der Weg, den Patricia Kaiser gerade geht, hat etwas  Befreiendes: Fünf Monate nachdem ihr Freund Gustav Krahl bei einem Autounfall  tödlich verunglückte, während sie selbst den Crash am Beifahrersitz unverletzt  überstand, hat sie die Kraft gefunden, sich wieder voll auf das Leben  einzulassen. Wieviel Sinnlichkeit und Leidenschaft sie dabei mobilisieren kann,  zeigt Patricia mit den exklusiv für den wienerangefertigten Fotos <strong>ab Seite  38</strong>.</p>
<p>Kaum weniger knisternd ist ihre feste Absicht, künftig als Model auch  international Fuß zu fassen. Erste Aufträge hat sie bereits in der Tasche und  die Story, wie sie dazu kam, liest sich wie das Drehbuch für einen  Hollywood-Blockbuster (<strong>ab Seite 46</strong>).</p>
<p>Wenn Patricia Kaiser in dieser Ausgabe  die helle Seite der Erotik repräsentiert, dann steht die Secession derzeit in  den Augen vieler für ihre dunklen, abgründigen Facetten. Pornografie und  Gruppensex finden dort neuerdings und noch bis weit in den April hinein statt.  Die Verwandlung dieser in früheren Zeiten eher dem Intimbereich zugeordneten  Verrichtungen in ein Kunststück gelingt durch einen intellektuellen Kunstgriff,  der das verschwitzte Treiben zur „sozialen Situation&#8221; modelliert und  gewissermaßen als soziale Plastik im „musealen Raum&#8221; ausstellt. Oder so ähnlich<strong> </strong>.</p>
<p>Zumindest das Minimalziel der Ausstellung scheint erreicht,  Schreihälse der FPÖ haben reflexartig aus vor Erregung trockener Kehle „Sauerei&#8221;  gegrölt; ÖVP-Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel beteuerte, beim Wort Swinger  zunächst an artige Musikanten gedacht zu haben; der Boulevard geriet in  Wallungen, ließ seinen erigierten Druckerpressen ihr Recht und ergoss sich  tagelang über Tonnen von nicht saugfähigem Papier.</p>
<p>Da wollten wir nicht  abseits stehen. Auch wir haben dem Sex mindestens ins Auge geblickt und im  Keller unserer Bedürfnispyramide kräftig recherchiert (<a href="http://www.wiener-online.at/2010/03/mit-klimt-im-keller/">online hier nachzulesen</a>). Der Kunst wurden wir  dabei nur schemenhaft ansichtig. Dafür kamen wir der Erkenntnis näher, dass  alles Artifizielle keinen Zauber zu erzeugen vermag, wenn der Gegenstand zwar in  seiner äußeren Erscheinung variierbar, seinem Wesenskern nach aber ein banaler  ist. Diese Not dürfte auch den unbekannten Urheber eines Stücks Lyrik aus dem  vorigen Jahrhundert getrieben haben, das wir Ihnen an dieser Stelle nicht  vorenthalten wollen:</p>
<blockquote><p>… ach, ihr nennt es Votze, Möse,<br />
Schnecke, Pumpe,  Pflaume, Loch,<br />
Klunte, Kutte, Vögelritte,<br />
Büchse, Schrulle, Muschel noch.<br />
Viele  andre schlechte Namen<br />
Könnt’ ich sagen, doch genug.<br />
Wie dagegen sind die Damen<br />
Doch  voll Anstand ohne Trug!<br />
Sprechen niemals: Piephahn, Pinsel,<br />
Nille, Schwanz,  Schnips, Pfeife, Stift,<br />
Dicker, Struller, Schwengel, Rübe,<br />
Automat fürs  Jungfernstift.<br />
Nein, wir nennen diesen Bengel,<br />
Lebensquell und  Freudenspender,<br />
Herz- und Nierenumumwender.<br />
Und so dürfen wir wohl bitten,<br />
Daß  jetzt unser liebes Ding,<br />
Das von euch so gern gelitten,<br />
Bessre Namen nun  empfing.<br />
Heißt es: aufgeblühte Rose,<br />
Nadelbüchse, Freudental,<br />
Venusberg, auch wohl  Spieldose, –<br />
Namen gibt es sonder Zahl.<br />
Und um eins noch muss ich flehen,<br />
Bittend  dies mein Mündchen spricht,<br />
Sollte mal der Schwanz euch Stehen,<br />
Pimpert unterm  Taler nicht!</p></blockquote>
<p>Noch mehr Literarisch-Illustratives zum Thema Volkserotik –  wenn Sie so wollen: zu ihren früheren sozialen Situationen – finden Sie in einem  Buch mit dem schönen Titel „Einmal eins ist eins, steck dein Ding in meins&#8221;  (<a href="http://www.waldegraf.ch/26-0-Einmal+eins+ist+eins+steck+dein+Ding+in+meins.html">Verlag Walde+Graf</a>, Zürich).</p>
<p>Weil wir gerade auf den Schwingen der Erotik  reiten: WIENER-Sexkolumnistin <a href="http://www.wiener-online.at/author/pandora/">Pandora</a>, hierzulande wohl die härteste ihrer  Zunft, hat sich und uns ein Denkmal gesetzt und die monatlichen  wiener-Denkschriften zu ihren Erlebnissen unterhalb der Gürtellinie jetzt als  <a href="http://www.wiener-online.at/2010/03/pandoras-box/">Buch</a> herausgebracht <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3990010107?ie=UTF8&amp;amp;tag=wwwwienerpost-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3990010107">(hier bestellbar!)</a>. Dabei hat sie sich auch enthüllt. Nein, nicht ihren Körper,  aber immerhin ihre Identität. Genaueres lesen Sie auf <strong>Seite 53</strong>.</p>
<p>Last but not  least: <a href="http://www.wiener-online.at/author/stermann/">Dirk Stermann</a> hat auch ein neues Buch geschrieben (<strong>ab Seite 92</strong>).  Eigentlich schon lange. Mit jeder seiner Kolumnen für den wienersozusagen, die  er jetzt neu verlegen ließ. Das so entstandene Brevier trägt den hübschen Titel  „Eier&#8221; (<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3707603210?ie=UTF8&amp;tag=wwwwienerpost-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3707603210">hier bestellbar</a>) und wenn Sie in der richtigen Stimmung sind, schließt sich damit der  Kreis zum Erotik-Schwerpunkt dieser Frühlingsausgabe. Treiben Sie’s nicht zu  bunt! Im Mai lesen wir uns wieder.</p>
<p>Herzlichst,<br />
<a href="http://www.wiener-online.at/author/wieneu/">Helfried Bauer</a>,  Chefredakteur</p>
<blockquote><p>Erschienen im WIENER Nr.344 / April 2010</p></blockquote>
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		<title>Mit Klimt im Keller</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Mar 2010 23:29:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helfried Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Hochkultur steht Kopf: Der Swinger-Club „Element6“ aus der Wiener Kaiserstraße hat im Rahmen einer Ausstellung des Schweizer Konzeptkünstlers Christoph Büchel seine Sep&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/03/mit-klimt-im-keller/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-7749" title="klimt-quer" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/03/klimt-quer-300x167.jpg" alt="" width="300" height="167" /><strong>Die Hochkultur steht Kopf:</strong> Der Swinger-Club „Element6“ aus der Wiener Kaiserstraße hat im Rahmen einer Ausstellung des Schweizer Konzeptkünstlers <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_B%C3%BCchel">Christoph Büchel</a> seine Separées im Keller der ehrwürdigen Secession eröfnet. Wo die Gedanken sich bislang an Jugendstil und Klimt erbauten, besetzt nun wildes Gerammel alle Sinne und Phantasien <a href="http://derstandard.at/1266541166299/Secession-Wirbel-um-Swingerclub-Installation-von-Christoph-Buechel">von Medien und Kunstrezensenten</a> – und das, obwohl es eigentlich erst richtig zur Sache geht, wenn der herkömmliche Kunstbetrieb seine Pforten geschlossen hat: Geswingt wird in der <a href="http://www.secession.at/">Secession</a> ab 21:00 Uhr –  Erregung mit Open End. Der <strong>WIENER</strong> war dort, als was  los war, und hat mit erhöhtem Puls Club-Sprecherin Gabi  Högler interviewt.</p>
<p><strong>Frau Högler, wie man lesen konnte, repräsentieren Sie im Kunstwerk des Schweizer Konzeptkünstlers Christoph Büchel eine soziale Situation. Beschreibe Sie die doch mal&#8230;</strong></p>
<p>Na ja, die soziale Situation ist ziemlich sinnfällig. Sehen Sie sich um, wir sind ein Swinger-Club &#8230;</p>
<p><strong>Wild kopulierende Menschen ohne Genierer, könnte man sagen&#8230;</strong></p>
<p>Das ist höchstens ein Aspekt. Wir bieten Menschen, die freien sexuellen Austausch, aber auch Anregung und menschlichen Kontakt suchen, einen geschützten Rahmen, in dem sie das zu klar definierten Spielregeln auch bekommen und ausprobieren können.</p>
<p><strong>Dann lassen Sie mal was über die Spielregeln hören&#8230;</strong></p>
<p>Die wichtigste lautet sicher: Ein Nein ist ein Nein, ohne wenn und aber. Was auch immer hier passiert, muss in gegenseitigem Einvernehmen und völliger Freiwilligkeit geschehen. Gleich danach kommt die Hygiene, würde ich sagen. Und natürlich der Gebrauch von Präservativen, die wir überall auflegen.</p>
<p><strong>Fühlen Sie sich der Kunst näher, seit Ihre Gäste es im Keller der Secession treiben?</strong></p>
<p>Darüber zerbreche ich mir nicht den Kopf. Ich konzentriere mich auf die soziale Situation, wie Sie ja schon selbst richtig gesagt haben. Über die Kunst dabei befragen Sie bitte Herrn Büchel.</p>
<p><strong>Swingen Sie eigentlich mit?</strong></p>
<p>Nein. Ich bin verheiratet, mein Mann und ich haben eine klare Regelung. Flirten, Gäste betreuen auf der nicht sexuellen Ebene, mehr nicht. Ich mache auch maximal dreimal pro Woche Dienst, mehr würde zulasten des Spaßes gehen.</p>
<p><strong>Und die restliche Zeit?</strong></p>
<p>Kommt jemand anderer aus unserem Verein. Wir sind dort zu viert und wechseln uns ab.</p>
<p><strong>Wie, bitte schön, kommt man auf die Idee, mit Freunden einen Verein mit Vereinszweck Sex zu gründen? Das ist doch wie die Gründung eines Bordells&#8230;</strong></p>
<p>Das ist ein langweiliges Klischee. Bei uns findet ausschließlich nicht-kommerzieller Sex statt, Prostitution gibt es nicht. Unsere Gruppe betreibt den Club jetzt seit zwei Jahren. Ein ehemaliger Clubbetreiber hat uns Geld geschuldet. Da er nicht zahlen konnte, haben wir gesagt, er soll mit seinem Know-how einen Club für uns betreiben, bis die Schulden abgetragen sind. Die Zusammenarbeit hat zwar nicht lange funktioniert, aber der Club wurde ein Erfolg. Den haben wir behalten.</p>
<p><strong>Wieviele Swinger kommen denn in die Secession?</strong></p>
<p>Bis jetzt 80 bis 200 pro Nacht. Bei Eintrittspreisen von sechs Euro für Damen ohne Begleitung bis 42 Euro für Single-Herren am Wochenende. Aber dieses Geld geht nicht 1:1 an uns – das wollten Sie doch fragen, oder? Für Auskünfte über die Finanzgebarung der Ausstellung und alles, was damit zusammenhängt, wenden Sie sich bitte an die Secession.</p>
<p><strong>Sie sagen, Sie sind seit zwei Jahren im Swinger-Geschäft. Hat sich Ihre eigene Sexualität dadurch geändert? </strong></p>
<p>Ich hatte schon vorher eine recht freie Einstellung zur Sexualität. Aber ja: Seit wir den Club haben, fällt es mir vielleicht leichter, mit meinem Mann gewisse Dinge anzusprechen, die sonst nur im Kopf ablaufen würden.</p>
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