WIENER
Genuss

Urlaubsgrüße

„Ab in den Süden“ heißt auch Ferien beim Wein. Wie der (W)Einkauf im Urlaub klappt? WIENER-Autor Roland Graf hat die "Do's and Dont's" für Sie recherchiert.

Foto: blog bleistift / flickr

Zum Wohlfühlen reicht uns wenig: Sonne, Meer, Möwen und im Glas ein fruchtig-milder Rotwein, der so ganz anders schmeckt als Blaufränkisch, Zweigelt und Co. Alle, die dieses Hochgefühl in die Heimat transferieren wollen, kennen aber auch das „Urlaubswein-Phänomen“. So toll wie in der Strandbar schmeckt der zuhause gleich entkorkte Eigenimport leider nie. Das hat neben Autosuggestion – wir wollen, dass alles perfekt ist in diesen raren Momenten – auch einen profanen Grund. Erschütterungen, wie sie der klassische Kofferraum-Transport mit sich bringt, sind Gift für den Wein. „Weinpfarrer“ Hans Denk verweist dazu gerne auf die Zeitspanne von sechs Wochen, die der Wein wieder zum Beruhigen braucht.

Umstellen muss sich im Urlaub auch der österreichische Ab-Hof-Käufer. Vielfach ist diese Vertriebsform unbekannt oder zumindest ungeliebt. Toskana-Urlauber wissen von geschlossenen Betrieben und unfreundlichem Abgewiesen-Werden ein Lied zu singen, auch in die Chateâux des Bordelais marschiert man nicht einfach zum Kosten hinein. Die Spanien-Spezialistin Beate Espinoza- Mayr vom Vorarlberger Importhaus „Bodega Rioja“ warnt: „Direkt in den Bodegas können Weine nicht gekauft werden, da sie keine Shops dabei haben“.

Womit der Weg in die Vinotheken bleibt, hier allerdings sollte man das grundsätzliche Preisgefüge kennen. Teurer als in Siena etwa kauft man Chianti selten ein. Gerade in Italien herrscht zwischen den Regionen starke Konkurrenz, was zu einem eigenartigen Phänomen führt: Die großen Namen aus der Toskana kauft man am besten in Venetien, Friulaner Top-Weine sind am günstigsten in Florenz, so die Faustregel eines Paradewinzers vom Collio.

Ein unkonventioneller Tipp sind die lokalen Supermärkte. Einheimische kaufen hier nicht, sie schlagen günstig beim Erzeuger direkt zu (oder sind gleich mit einem Winzer verwandt). Somit liegen für Touristen etwa in Portugal gereifte Jahrgänge zum „alten“ Preis im Regal. Hier ist das Schnäppchen aber nur dann eines, wenn es sich um klimatisierte Geschäfte handelt. Urlauber und Reben lieben zwar die Sonne, für den Wein selbst sind Temperaturschwankungen aber der größte Feind.

Welche Weine der Urlaubsregionen für die unterschiedlichsten Anlässe am besten  geeignet sind, verraten wir hier das nächste Mal. Stay tuned!

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