How to Sushi
Die Liste der Sachen, mit denen man sich beim Verzehr eines durchschnittlichen Gerichts blamieren kann, ist meist umfangreich, bei Sushi jedoch wirkt sie wirklich endlos. Aber Hilfe naht! Für wienerpost hat Sushi-Experte Lukas Gärtner einen Leitfaden zusammengestellt: So werden auch Sie vom Stümper zum Profi-Esser.
(Text: Lukas Gärtner / Foto: Pedro Moura Pinheiro)
Erstmal heißt es nicht wie das Mädchen mit Sprachfehler ausgesprochen, Sushi. Richtig ausgesprochen wird es Sshi, also das u einfach weglassen. Fehler rundum die Saucen sind ebenso mannigfaltig, da wär mal die Soja-Sauce, diese sollte nie auf den Reis kommen, das kommt in etwa dem gleich wenn beim Heurigen Cola-Rot bestellt wird. Der Grund dafür liegt darin, dass es viele unterschiedliche Reissorten gibt und deren Zusammenspiel mit verschiedenen Fischsorten einen ganz besonderen Genuss darstellen. Mit der Sojasauce sollte, also ausschließlich der Fisch beträufelt werden.
Ein weiteres Blamagerisiko wird begangen wenn Wasabi in die Soja-Sauce gepanscht und daraus eine Do-It-Yourself Marinade fabriziert wird. Ähnlich missfallende Blicke wird man ernten, wenn der eingelegte Ingwer (das rosa Zeug) mit den Sushis in den Mund genommen wird und zwar aus dem Grund, da dieser nur zur Neutralisierung des Geschmacks zwischen dem Genuss verschiedener Sorten dienen soll.
Legerer sind die Gewohnheiten was die Aufnahme der Sushis betrifft, wer mag darf herzhaft zugreifen und zwar mit den Fingern, das ist absolut normal unter Japanern. Allerdings sollte ein Sushi – nach dem Motto ran an die Buletten – mit einem Bissen gegessen werden. Wenn der zarte Mund der Begleiterin zu schmal ist, kann der Sushi-Meister aufgefordert werden die Sushis in kleinere Stücke zu schneiden. Obwohl das Essen mit Fingern sehr liberal gesehen wird, ist es ein absolutes No-Go die Stäbchen abzulecken. Gleiches gilt für Gestikulieren – und keinesfalls sollten Sie mit den Stäbchen auf etwas zeigen!
Trotz alldem ist das Wichtigste, Spaß zu haben, sich nicht zu sehr durch all die do’s und dont´s stressen zu lassen. Dabei erleichtert das richtige Getränk die Sache erheblich: Bier passt sehr gut zum Geschmack des Fisches und der bitter-scharfen Saucen. Wer noch einen draufsetzen möchte bestellt sich eine Sake Bomb (japanisches U-Boot) und zählt auf japanisch bis drei “ichi…ni…san…SAKE BOMB!”, bevor er das Teil hinunterjagt…
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