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Kolumnen

Ham and Eggs

Pandora nimmt sich einer oft sträflich vernachlässigten Körperregion an.

pandoras box“Von allen Schönheiten des menschlichen Körpers sind es die Hoden, die mich am meisten faszinieren”, sprach einst der große Salvador Dalí. Aber wir Bildungsbürger wissen: der Mann war Surrealist und oft verwirrt. Nennen wir das Kind beim Namen: Hoden, Eier, Nüsse, Glocken, Gogerl (nicht zu verwechseln mit Googeln), Bälle, Säcke sind vieles, aber nicht schön. Sie sind nützlich, in der Tat. Ohne sie gäbe es keinen Bartwuchs, keinen Stimmbruch, keine Dreier, keine Wirtshausschlägereien, keine Tour de France und vor allem: keine Sensationen im Freibad. Stellen sie sich einen Mann ohne Eier in engen Badeshorts vor. Da denkt doch jeder Schwanz: eine hodenlose (sic!) Frechheit. Aber anyway, ich bin nicht Karl Lagerfeld, deswegen kümmere ich mich mehr ums sensuelle, weniger ums modische.

Hoden wollen geliebt werden. Und das sollten sie auch. Bloß wie? Ich gehöre nicht zu dem Schlag Frauen, die das Maul so weit aufreißen. Sprich: Hm and Eggs übersteigt meine Kapazitäten. Kraulen? Ja, gern, denn mein Holder schläft dabei meistens ein. Tätscheln bzw. drücken? Kann ganz schön ins Auge (sic! sic!) gehen. Manche reagieren bereits auf sanften Druck schwer beleidigt. Andere wiederum wollen gezogen werden, als gäbe es kein Morgen. Die sind offenbar schon ziemlich abgehärtet (sic! sic! sic!). Lecken? Na gut. Meinetwegen. Das Gefühl, sich damit der Lächerlichkeit preißzugeben, gehört eben zu den vielen Opfern, die wir auf dem Altar der liebe bringen. Und dann dabei vielleicht auch Blickkontakt halten. Das hat was schwer Devotes. Ich denke da an einen Porno mit dem Titel “Anouschka, die arme Eierleckerin”. Ähnlich ist es mit dem Saugen. Ganz wichtig: Ein Ei in den Mund nehmen, dann sanften Unterdruck erzeugen, Zunge kreisen lassen. Nicht knabbern, nicht zubeißen: Hoden sind die Nippel des Mannes.

Aber kann man den Erbgutbeutel tatsächlich mit allen Sinnen und ohne etwaigen Ekel genießen? In der Tat, man könnte, wenn die Herren der Schöpfungihrem Darunter endlich die gleiche Aufmerksamkeit schenken würden wie dem Darüber. Die erste Jürde ist eine olfaktorische: Gute Eier sind quasi geruchsneutral und erinnern nicht (danke an dieser Stelle an Fräulein K. für ihre bildhafte Ausdrucksweise) an den Duft einer frisch geöffneten Vorteilspackung Champignons. Und sie schmecken auch nicht so. Gute Eier sind – ganz wichtig – rasiert. Gründlich rasiert. Oder lutschen sie gern an Schal und Fäustlingen herum? Eben.

Gut, weiter im Programm: Gute Eier kommen trocken, drall und samtweich daher, so viel steht fest. Obwohl Größe und Konsistenz durchaus diskussionswürdig sind. Ich mag sie eher klein. Auf keinen Fall ausladend-labbrig. Keine Altmännerhoden eben. Und schön straff. Stichwort Sack-Lifting. Warum sollten wir uns die Möpse richten lassen und im Gegenzug dazu an Jabba the Hutt herumnuckeln?

So viel zum Genuss, die Thematik an sich scheint unbegrenzt. Eineiige Männer zum Beispiel. Adolf Hitler hatte angeblich nur einen Hoden, was so einiges erklärt (den Zweiten Weltkrieg zum Beispiel, der war eine Art Ersatz-Ei für das arme Würstchen). Oder der gemeine Hodenblitzer – Höhepunkt eines jeden Länderspiels.

Ihr seht: Hoden bringen viel Freude und Abwechslung in unser aller Leben. Man sollte es ihnen danken. Allein, die wahrhaft fähige Liebesdienerin weiß, dass sie ür den Gipfel aller Lüste ein Stockwerk tiefer gehen muss. Und über den Damm. Aber dazu beim nächsten Mal.

Erschienen als Kolumne im WIENER und in Janina Lebiszczaks Buch “Pandoras Box – Bekenntnisse einer Erotomanin” (Amazon Link)

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Tuesday, 07.02.2012, 09:56 Uhr

Autorenprofil Pandora

Pandora
Janina Lebiszczcak ist Society-Redakteurin der Zeitschrift News. Für den WIENER schreibt sie unter dem Pseudonym Pandora Reithermann seit vielen Jahren ihre Kolumne »Pandoras Box«. Prädikat: Nicht jugendfrei.

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