Starfucking
PANDORA FESTSPIELE AUF WIENERPOST (Teil 4): Celebrities Uncensored. In der ersten Folge: Pandora löst ihr Ticket in die Welt der Reichen und Schönen – und bekommt den Promi-Bonus hautnah zu spüren.
Freundin K. hat es mit Schauspieler Moritz Bleibtreu getrieben. Ihn rumzukriegen fiel nicht einmal sonderlich schwer, besser gesagt: Es war ein Kinderspiel. Ich konnte die beiden auf einer Film-Gala beobachten, wie sie sich gestärkt von Wodka-Kirsch ähnlich zwei russischen Tanzbären aneinander klammerten. Wenige Stunden danach wusste ich: Das Imperial hat erstklassige Suiten. Und: Moritz mag keinen Blümchensex. Seitenhiebe statt Seitenblicke sozusagen. Kollegin S. wiederum kam unter dem Herminator zu liegen. Es war die Abfahrt ihres Lebens. 99 Kilo reine Muskelmasse über ihr in Arbeit, ganz ohne Angst vor Geschwindigkeit. Sie trank noch Tage danach ihren Caffè Latte aus der Schnabeltasse. Und kleckerte trotzdem.Et moi? Bin bislang in der F-Klasse der Prominenten-Riege dahingedümpelt. Oder würden sie einen Toiletten-Fick mit Bode Millers Cousin als Ruhmestat bezeichnen? Wohl kaum. Es war tiefer Winter, mir war fürchterlich kalt und ich brauchte schnell etwas Warmes im Bauch. Nun aber: Niveau, bitte! Warum also nicht das Werben eines stadtbekannten Ladykillers bejahen, des Don Juans der Medienlandschaft, der – so sagt es die Legende – wohl weiß, dass er nicht mit jeder Frau auf diesem Planeten schlafen kann. Was ihn aber nicht davon abhält, es zu versuchen.
Immerhin, der Gute ist quasi prominent. Und damit mein Golden Ticket in die wilde, weite Welt der Vips. Ich bemühte meine „heute will ich’s wissen“-Lingerie aus dem Kleiderschrank. Wir besuchten eine Schicki-Sause, verteilten unzählige Küsschen auf geliftete Wangenpartien, dann gingen wir in sein Penthouse, dann ging er mir an die Wäsche. Als ich in seinem Bett zu liegen kam, fühlte ich mich fast schon ein wenig Hollywood. In diese Kissen hatte ja bereits das Gros der heimischen Society-Frauschaft gestöhnt. Soll heißen: Ich habe es nicht nur ihm besorgt, sondern irgendwie auch gleich einem dreifachen Dutzend von It-Girls, Millionenerbinnen, Top-Bankerinnen und Starlets. Ein virtueller Gangbang sozusagen. Der Mann war dementsprechend voll des Lebens. Ausdauernd in der Performance, grenzwertig in der Ausführung. Pain is so close to pleasure. By the way: Dass er eine scharfe Zunge hat, ist nicht nur so dahingesagt.
Aber: Diese Welt war nicht genug. Ich wollte einen Top-Star, jemanden, bei dem nicht nur ich, sondern auch ein Paparazzo feuchte Höschen bekommt. Jemanden, den ich von Plakatwänden kenne. Also dachte ich mir, „whatever lola wants, lola gets“, und brillierte.
Erschienen im WIENER Nr. 306 / Dezember 2006









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