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Medien

Haben Sie einen Tipp für Printmedien, Herr Rappold?

(Foto: knallgrau)

(Foto: knallgrau)

Für einen Bericht im nächsten WIENER hab ich heute Dieter Rappold getroffen, Geschäftsführer bei V.I. Knallgrau, sowie Wunderwuzzi und Experte in all things social media.

Das Ergebnis dieses Gesprächs gibt’s dann im Heft zu lesen. Hier aber vorerst einmal Rappolds Antwort auf die Frage, welche Empfehlungen / Tipps er einem Printmedium geben würde.

„Wir haben ja sehr viel mit Medienunternehmen zu tun und ich glaube persönlich: Es gab nie eine spannendere Zeit als jetzt, ein Medium oder Journalist zu sein.

Zugegeben, es ist momentan nicht so einfach gerade auf der Online-Ebene Refinanzierungs-Szenarien zu entwickeln. Trotzdem: Es ist so viel im Umbruch und in Veränderung. So viele neue Möglichkeiten, die Leser zu erreichen, gab’s noch nie!

Was mir ein bisschen fehlt, ist die Bereitschaft auf der institutionellen Ebene der Verlage, hier mutig zu sein und Dinge auszuprobieren.

Meistens wird gesagt: “Na ja, das  ist so schwer, wir können das nicht investieren etc. etc.” – und dabei wird übersehen, dass es nicht darum geht, eigene riesige Plattformen aufzubauen, sondern die vielen Kanäle, die es gibt, effizient zu nützen, das bedeutet:

  • eben Blogs zu nützen,
  • YouTube zu nützen,
  • del.icio.us zu nützen für die Bookmarks, die ich als Journalist im Rahmen meiner Recherche gemacht habe;
  • Flickr zu nützen für die Fotos, die bei Interviewterminen (wie diesem hier) gescchossen werden.
  • Oder Facebook / Twitter zu nützen, um mich mit meinen Lesern zu verknüpfen.

Weiters glaube ich, dass wir im journalistischen Kontext vor einem Wandel stehen: In der Vergangenheit haben wir das Ergebnis des journalistischen Prozesses immer als eine Ist-Aufnahme gesehen. Sprich: Ich recherchiere — dabei kommt ein Artikel heraus — Stop.

Ich glaube, dass wir mit Hilfe von Social Media insofern in eine neue Betrachtungsweise kommen, dass das Ergebnis journalistischer Arbeit ein Kontinuum ist und nicht eine Ist-Aufnahme. Das heißt, dass ich schon während der Recherche-Phase mit meinen Lesern in Kontakt stehe, dadurch meine Recherche verbessere und optimiere; dann gibt es einen Artikel und nach dem Artikel gibt es die Diskussionen über den Artikel.

Das Ganze ist ein andauernder Lebenszyklus, ein Kontinuum – und nicht mehr so ein abgekapseltes Ding ohne Kontakt zum Leser.

Ich denke, dort wird / muss es hingehen. Und ich finde es spannend, wer da vorne dabei ist, so etwas zu entwickeln.“


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Userkommentare

3 Kommentare zu diesem Artikel | Kommentar schreiben
  • 18. November 2009 von Ralf Tometschek:

    … dann sollten wir diesen Artikel auch verlängern. Was für die Kategorie Artikel gilt, gilt dann wohl auch für andere Formen von Beiträgen?! Es muss ja nicht nur ein virtueller Beitrag virtuelle Verlängerung finden. Angenommen, Du hältst einen Deiner genialen Vorträge, recherchierst Du ja auch teilweise vorab, kündigst den Vortrag an, beim Vortrag gibt´s zB Twitterwall etc. und dort geht die Diskussion weiter…

  • 24. November 2009 von Interview mit Dieter Rappold (Teil 2) | wienerpost:

    [...] Helmut Spudich dafür Dieter Rappold als Gesprächspartner und Informationsquelle ausgesucht hat. Das haben wir schließlich auch – und unsere Erkenntnisse daraus können Sie im nächsten WIENER [...]

  • 2. Dezember 2009 von Social Media Marketing « donkey rhubarb:

    [...] führte Kollegin Nicole Kolisch und ist nachzulesen im nächsten WIENER bzw. teilweise online in eins zwei Artikeln. Oder man genießt einen zehnminütigen Ausschnitt mit den audiovisuellen Mitteln des [...]

wiener-online.at

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Friday, 24.05.2013, 09:37 Uhr

Autorenprofil Nicole Kolisch

Nicole Kolisch
Girl Geek in Residence beim WIENER, verantwortlich für wiener-online, Gelegenheitsbloggerin für "Zeit im Blog 21", der konstante Versuch auf 17 Stühlen gleichzeitig...

» Alle Beiträge von Nicole Kolisch » Private Webseite

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